Ausgabe 
14.3.1923
 
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Beilage

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Gießen, Mittwoch, den 14. März 1923.

zur Oberhessischen Volkszeitung Nr. 61

An das

wachfolgende

des Ge ist auch das

Daß die Behörde welcher Art sie auch sein möge des⸗ biuolb schon aus Gründen der Selbsterhaltung und des vater⸗ Aundischen Pflichtbewußtseins die Aufgabe hat der Presse ihren llt. 3 pf zu erleichtern sie nach Möglichkeit zu unterstützen 0 und unabhängig und lebenskräftig zu erhalten, liegt auf 955 Hand.

* im unmittelbarer Weg zur Förderung und Unterstützung der eilere Fresse besteht in der Zuweisung von amtlichen An⸗ eigen. Die gewaltigen Satz⸗ Druck⸗ und Papierkosten und die net vohen Betriebslasten des Zeitüngsgewerbes fovdern gebieterisch, ze 8 daß befördlicherseits die bisher übliche Bitte um kostenlose Agartld dun von Mitteilungen in den redaktionellen Teil der hel nur in unumgänglich notwendigen weg! allen(den heiten Volbeat zur Beachtung empfohlen! 8 zie Red!) autsgesprochen wird. Nach Möglichkeit haben diese amt⸗ egen chen Mitteilungen an die Bevölkerung durch bezahlte An⸗ C. ln ligen zu erfolgen. Denn es entspricht weder dem Wesen noch der (ieben in den der Behörde. von Steuerzahlern Geschenke ohne Gegen⸗ gallen fistung anzunehmen. als welche Nachrichten erschelnen müssen, Ist. Eren Veröffentlichung den Zeitungsbetrieben geuwaltige Kosten lle Tarrlacht und die in den meisten Fallen sich als zu bezahlende dine 2 eignen. So wenig es erwünscht ist daß Behörden Spar⸗ mmxteit am falschen Platze betreiben, indem ste ihre Bekannt⸗ nittel durchungen nicht in den Zestungen anzeigen, sondern am schwarzen

wdiueett oder gar an Bäumen

Wir emp Teachtung.

Uhr findet

unft 1894. regramms 1

sulbades an

10 sellschaft Gießener Volksbad. Erhöhung des Schulgeldes für die seere und Erweiterte Mäschenschule

üttel an der die Volks⸗

SGießen und Umgebung.

Arbeiter der Fürma Joh. Koch, Alsfeld Arbeiter der Firma Schunk u. Ebe, Windhof Tabakarbeiter(2. Rate)

Bauarbeiter Homburg a. d. Ohm 5 000. Mk. Bauarbeiter Nonnenrod 27 000. Mk. Transportarbeiter Konsumverein Gießen 12 600. Mk. Ein Arbeiter der Firma Himmelsbach, Nidda 400. Mk.

Den Gebern besten Dank.

Dem Vorgehen des Oberpräsidenten der⸗ Provinz Sachsen, Gen. Hörsüm g. schließt sich nunmehr auch der Oberpräsident der Provinz Westfalen an. Das Oberpräfidium läßt der Presse

e haben könnten: Angesichts der ilbenen in der sich die Gesamtheif der deutschen Presse infolge der Um möglichkeit befindet. den Zeitungs⸗ und Anzeigenpreis den Auf⸗ wendungen für 4 1 5 es der Oberpräsident der Provinz Westfalen für notwendig, die

Stellung der höchsten Behörde der Provinz zu der Presse und die Aufgaben der Behörde gegenüber dem Existenzkampfe des Zeitungsgewerbes im folgenden Sätzen darzulegen:

Die Presse ist und ervegte Zeiten wie die gegenwärtigen lbeweisen es ohne Unterloß nicht nur

Kulturträger, sondern einer der lebenswichtigsten zOegenstände des täglichen Bedarfs der gesamten Bevölterung.

Die Zeitung ist nicht nur der lichten und Stimmungen der verschiedensten Volksteile dem Strome 0 samtlebens der Sicherheitsventil, durch das die aufs Seidenschaften und die Erregung der Vevölberung den

umtwortlichkeitsgefühl der deutschen Presse non ihr gemeinsam mit Parlament und 5 ampf an der Ruhr und am woralischer Freiheitskrien geblieben ist.

bm. so notwendig erscheint es, alle Behörden darauf hinzuweisen, diß die engste ulherländischen Interesse liegt.

Stadtv

9 41 Gegenstände auf dre Stadt Gießen an der Ruhrspende des Hessischen Waldes. Nach⸗ Algsvoranschlag für das Rechnungsjahr 1922. Gewährung eines biiteren verzinslichen Baukostenvorschusses an die Baugenossen⸗

un Notstandsarbeiten. Kreditbewilligung für Verlegung des Volks⸗

91 Nachmittage. ahegehaltsbeziige der städtischen Anuenpflegebezirke und die Wahl der Armenpfleger für die Amts⸗ iode 1922/1925.

idits für Beschaffung der Schreib

f Ruhrhilfe. Gewerkschaftskartell Gießen gingen weiter ein: 23 750. Mk. 103 200. Mk. 50 000. Mk.

Gewerkschaftskartell Gießen und Umgegend.

Behörden und Presse.

Mitteflungen zugehen. die auch für unsere Provinz

unbestreitbaren und unbestritbenen Notlage,

für Papier Materialien und Betrieb anzupassen, hält

ein hochbedeutsamer

Kanal, durch den die Wünsche. An⸗

Nation zugeführt werden, sondern die Presse höchsbe gespannten Weg ins Letzten Endes ist es der Besonnenheit und dem Ver⸗ zu verdanken, daß der Regierung geführte Ab⸗ Rhein ein wirbschaftlicher und

anschlagen, wo sie kaum beachtet wer⸗ Zusammenarbeit zwischen Behörde und Presse im

fehlen diese Zuschrift den Behörden zur besonderen

* erordneten⸗Versammlung. Am Donnerstag, nachm. eine utliche Sitzung der Stadtverordneten statt, weist. Unter anderem folgende; Beteiligung

Erhöhung des Kredits zur Durchführung des Bau⸗ 923. Genehmigung eines Kredits für die Vornahme der Lahn. Zufammenlegung der Beerdigungen auf Zuschuß zum Säuglingsheim. Regelung der Beamten. Neueintetlung der

Gewährung eines Darlehens an die Aktien⸗

Gewährung freier Lern⸗ Volks⸗ und Fortbildungsschule. Bewilligung eines materialien und Lernmitteln

und Fortbildungsschule.

nach einer Bekanntmachung des Polizeiamts durch Verfügung des Ministeriums des Innern für die Stadt Gießen auf 12 Uhr festge⸗ setzt worden. Theatralische Vorstellungen, Vorstellungen in den Lichtspieltheatern, Festlichkeiten und Lustbarkeiten aller Art mülssen bis zur Poltzeistunde beendet sein. Tanzgenehmiguagen können hünftig in beschränktem Umfange zugelassen wer⸗ den. Sie sind rechtzeitig, d. h. mehrere Tage vor dem beabsichtigten Tage schriftlich bei dem zustän⸗ digen Revier zu beantragen, welches sie dem Polizeiamt zur Entscheidung vorzulegen hat. Alle Tanzbelustigungen dürfen frühestens um 8 Uhr abends, an Sonntagen um 6 Uhr abends be⸗ ginnen und müssen bis zur Polizeistunde beendet sein. Die An⸗ ordnung tritt sofort in Kraft. Die Dollar⸗Schatzanweisungen des Deutschen Reiches liegen vom 12. bis 24. März zur Zeichnung auf. Jin Inseratenteil der bentigelt Nummer werden die für unsere Lefer in Frag kommen⸗ en Zeichnungsstellen bekanntgegeben, doch werden auch Lie übrigen Geldjustitute keréit sein, Auskunft zu ertenken und die Zeichnungen für ihre Kunden zu vermitteln. 5 Stadttheater Gießen. Auf vielseitigen Wunsch wird am nächsten Donnerstag eine nochmalige Aufführung der hübschen Millöcker'schen OperetteGasparone statt. Die Vorstellung wird außer Abonnement gegeben und ist die unbedingt letzte des Werkes. Es sei besonders darauf hingewiesen, daß mit Rücksicht auf die Mitwirkung der Chorvereinigung Arminius der Be⸗ ginn der Vorstellung auf 728 Uhr festgesetzt werden mußte. Monna Vanna betitelt sich eine Tragödie, die diese Woche

bis einschließlich Sonntag im Lichtspielhau's in der Bahn⸗ hosstraße gegeben wird. Das Stück ist vor Jahren an vielen Theatern zur Aufführung gebracht worden, jetzt hat auch die Film⸗ industrie das bedeutende Drama der Renaissance aufgenommen. Man kann sich denken, daß die Darstellung eines solchen Werkes im Lichlbild auf nicht geringe Schwierigkeiten stößt, trotzdem ist es in künstlerischer Weise gelungen und seine Vorführung dürfte jeden Besucher mit voller Befriedigung erfüllen. Fahrplan Aenderung. Von Mittwoch, den 14. März an werden die Personenzüge 504(W.) Gießen ab 5.40 Uhr vormittags, Nidda an 6.44 Uhr vormittags, und Personenzug 505(W.) Nidda ab 2.23 Uhr nachmittags, Gießen an 3.30 Uhr nachmittags wieder eingelegt. Vom gleichen Tage an fällt die für den öffentlichen Verkehr in beschränktem Umfauge freigegebene Personalfahrt 520, Gießen ab 6.15 Uhr vormittags, Hungen an 6.50 Uhr vormittags, aus. br. Wieseck. Die Baugenossenschaft beschloß in ihrer Hauptversammlung am Freitag, die Bautätigkeit, und da⸗ mit die Fertigstellung der beiden bis auf den Innenausbau fort⸗ geführten Doppelwohnhäuser, einzustellen. Der Grund ist in der außerordentlichen Schwierigkeit der Baustoff⸗ und Geld⸗ beschaffung zu suchen. Ein trauriges Zeichen unserer trüben

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Zeit!

Beuern. Endlich nach 2 Monaten wurden auch hier die neuen Gemeinderäte eingeführt. Am Freitag abend fand die erste Sitzung statt. Als erster Punkt der Tagesordnung stand dieOberhessische Gemeinwirtschaft auf der Tages⸗ ordnung. Einer Mehrheit hierfür kam nicht zustande, da die Bauernbündler mit ihrem Anhang die Sache bekämpften. Das Wort Gemeinwirtschaft hat es ihnen schon angetan, aus ihren Kreisen brauchen ja auch keine kranken Kinder zit kommen und den armen Leuten ihre können zugrunde gehen, was liegt ihnen dran, deshalb ist man doch Christ und geht, wenn es nötig ist, Sonntags zwei mal in die Kirche. Hierauf wurde die Prüfung der Ge⸗ meinderechnung für 1924/2 erledigt. Weiter kam das Sarg holz zur Sprache. Trotz einer 7 köpfigen Kommission und Fach⸗ leuten ist ein Stück von 5 Meter Holz vom Stamm verschwunden. tichtig wäre es, wenn solche Leute, die das ihnen entgegengebrachte Vertrauen mißbrauchen, keinen Auftrag von der Gemeinde mehr bekommen. Obige Sitzung wurde in der Mitglieder⸗Versamm⸗ lung am Sonntag durchgesprochen. Eine Debatte gab es über das Holz der Holzhauer aus dem Staatswald, das in der vorläufigen Holzkommission auch besprochen wurde. Mann konnte da sehen, wie die Arbeitskollegen sich aufregen, wenn es um ihre persönlichen Vorteile gebt, nur regen sie sich nicht auf, wenn andere keine Arbeit bekommen und durch die Mitschuld ihrer Arbeitsgenossen arbeitslos bleiben.

Nieder⸗Bessingen. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde über die Holzbewirtschaftung beraten. Es wurde eine Kommission aus Bürgermeister, Kontrolleur und Gemeinde- rat Peim gebildet welche die einzelnen Lose, Ortsbürgerholz, im Walde zusammtenstellen soll un eine Gleichmäßigkeit zu erzielen es ist gutes und minderwertiges Holz durcheiwander; diese sertigen Lose werden daun wie üblich durch Verlosen an die Orts⸗ bürger verteilt. In Anbetracht der g gen verfügbaren Menge Brennholz soll eine Eingabe an die esholzstelle gerichtet wer⸗ den zwecks Freigabe eines Teiles des beschlagnahmten Holzes. Den Holzhauern war das Tarifholz durch den alten Gemeinderat gestrichen worden. Sie werden es nun doch bokommen. Jeden⸗ falls wurde von unserr Sethe beantragt, keine Versteigerung oder Verteilung soll vorgenomen werden, bevor diese Frage erledigt ist. Die Vergstung des Gemeinderechners für Bureaustellung wurde für 1922 zurückgestellt für 1923 soll ein entspyechender Be- lrag im Vovanschlag aufgenommen werben. Antwortlich eines kreisamtlichen Schreibens betr Wohnungssachen wird der Bürger⸗ ister beauftragt, weitere Schritte zu unternehmen. Das Schul⸗ igen und das hirchliche Läuten ist gekünd gt worden. Es soll öffentlich vergeben werden. Es wird ein weiteres Darlehen von

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Ein Wuch' rer kam in kurzer Zeit 5 9 Zu einem gräflichen Vermögen,

Nicht durch Nein, er beschwor es oft: allein durch Gottes Segen. Und um sein dankbar Herz Gott an den Tag zu legen Und auch vielleicht aus heiligem Vertrau'n,

5 Und vor dem Hause stand und heimlich überdachte, 9 Wie sehr verdient er sich um Gott und Arme machte,

Daß dieser Freund das Haus bewundern sollte, Fragt ihn mit freudigem Geschrei,

Ob's groß genug für Arme sei?

Warum nicht?, sprach der Freund,hier können viel Recht sehr bequem beisammen sein: Diooch sollten alle die hier wohnen, 0 Die Ihr habt arm gemacht: so ist es viel zu klein.

deutsche Meichsdefizit hat die Höhe von 1,5 Billionen Mark ur wenige wissen, was sich hinter der Eins mit den zwölf

zäste allabendlich je 10 Schnäpse. Das macht 1 Million Schnäpse iner Abend eine Ziffer, die sich in diesen Tagen des

er Wucherer.

etrug und Ungerechtigkeit,

r Vergeltung zu bewegen, 8 ein Hospital für arme Fromme bau'n. er nun den Bau zustande brachte

n verschmitzter Freund vorbei. izhals, der gern haben wollte,

[Personen

Chr. F. Gellert.

Eine Billion.

t. Halten wir uns an praktische Exempel. e an, in 2500 Berliner Bars genehmigen pro Lokal

Um aber eine Billion Schmäpse im erwähnten Abendkonsum zu ver⸗ tilgen, hätte besagtes Pub ilkum bereits vor 27 397 Jahren anfangen müssen zu sausen, also zu einer Zet ungefähr, als die Ahnen des seligen Neandertal⸗Menschen noch nichts von den alkoholischen Er⸗ rungenschaften ihrer Spätenkel ahnten

Wollte jemand sich das Vergnügen machen, die Zahlen von 1 bis 1000 000 000 000 auf einzelnen Zetteln auszuschreiben, wobei wir ihm einen durchschmittlichen Schreibegeitaufwand von 2 Sekunden pro Ziffer zubilligen wollen, so brauchte er 2 Billionen Sekunden oder 333 Milliarden und 333 Millionen Minuten oder 55 Milliurden und 555 Millionen Stunden oder 6341958 Jahre ein Zeitraum, der, wenn di Abtragung der deutschen Schulden überhaupt für möglich geholten wird, vielleicht ausreicht für solches Unterfangen. Aller⸗ dings: das 9 chresben der Zettel würde auf Schwierigkeiten stoßen, der Mann würde Riesemwälder verschreiben müssen.

Eine Zigarette wiegt 1 Gramm. Eine Billion Zigaretten wiegt 1 Million Tonnen. Die Last von 1 Million Tonnen entspricht der

Ladefähigkeit von 100 000 Güterwagen oder Gitter⸗

zügen(den Zug zu 40 Wagen gerechnet). Diese ige(jeder ist 600

Meter lang) würden, wollte man sie ohne Imischenraum aneinander⸗

kuppeln, eine Strecke von 1500 Kometer einnehmen, was einer Zug⸗

länge BerlinParis und zurück entsprechen würde. Ein Ketten⸗

raucher, der sein Laster auf 50 Zigaretten pro Tag steigern wollte,

würde an einer Billion Zigaretten 54 794 246 Jahre zu rauchen

haben.

Die Textzeile einer Zeitung z. B. enthält durchschnittlich 50 Buch⸗

staben. Sind, die Spalte zu 150 Zeilen gerechnet, 30000 Buchstaben

pro vierspaltige Textseite. Mit 1 Billion Buchstaben könnte man 33 333 393 Seiten des Blattes füllen oder 4588 888 achtseitige

Ausgaben veranstalten, was 15 290 Jahrgängen der Zeitung ent⸗

nicht allzu sehr von der Wirklichkeit entfernen dürfte.

sprechen würde.

Polizeistunde und Tanzbelustigungen. Die Polizeistunde ist

einer halben Million aufgenommen. Belm Unterschreiben des Schuldscheines war es einem bürgerlichen Vertreter, welcher schon fast 30. Jahre Gemeinderat ist zu viel Arbeit, die Brille aufzu⸗

n sich der Stimme enthalten, denn noch während unseres Protestes schloß man die Sitzung, die Herren verließen fluchtartig den Saal und da überhaupt kein Protokoll aufgenommen wurde da könnte man ja alle Bücher voll⸗ schmieren, hieß es war die höchst interessante Abendunter⸗ Haltung, die messt aus lächerlichem Nichtaussprechen bestand zu Ende. Wir haben das letzte Work noch nicht gesprochen und die Zuschauer genieren uns auch nicht. h. p.

Kleine Nachrichten.

Frankfurt a. M., 12. März. Eine junge Lebensmüde. Aus Gram über den leichtfertigen Lebenswandel des Vaters versuchte sich im Abort der Schule ein 15jähriges junges Mädchen zu er⸗ schie ßen. Die Kugel drang ihm in die Brust und verletzte es lebens⸗ gefährlich.

Frankfurt a. M., 12. März. Auf der Schwan heimer Brücke von Franzosen erschossen. Am Freitag wurde der 23jährige Arbeiter Alexander Merz aus Schwanheim auf der Treppe, die vom rechten Mainufer gegenüber Schwanheim auf die Mainbrücke führt erschossen aufgefunden. Merz hatte, wie das Stadtblatt der Frankfurter Zeitung berichtet, seine in Griesheim wohnende Braut besucht und verabschiedete sich von dieser kurz nach 10 Uhr, um sich auf dem vielbegangenen Mainuferwege an der Chemischen Fabrik Elektron entlang bis an die Schwanheimer Mainbrücke zu begeben. Wegen des zunehmenden Schmuggels nach dem unbesetzten Gebiet sind nun in den letzten Tagen zahlreiche Jeldwege und einsame Juß⸗ wege durch die Franzosen verboten und nachts mit Posten besetzt wor⸗ den. Zu diesen Wegen gehört auch der genannte Uferpfad, an dessen Beginn an der Mainbrückentreppe ein maroktanischer Posten aufge⸗ stellt ist. Die Besatzungsbehörde beging nun den Fehler, die Bevölke⸗ rung über dieses Verbot nicht rechtzeitig aufzuklären. Merz befand sich in gutem Glauben, wenn er am Freitag abend noch diesen Weg benutzte Er zeigte am Treppenfuße dem Posten seinen Ausweis und bestieg dann unbehindert die Treppe Kaum hatte er einige Schritte zurückgelegt, als der Marokkaner schoß und den jungen Mann durch einen Schuß in den Hinterkopf niederknallte. Merz war auf der Stelle tot. 0

Frankfurt a. M. 12. März. Frankfurter Getreide⸗ börse. Bei sehr stillem Geschäft und sinkenden Preisen wurden be⸗ zahlt für einen Doppelzentner Weizen 78 00080 000 Mk., Roggen 80 00082 000 Mk., Gerste 65 00070 000 Mk., Hafer inländ. 54 00070 000 Mk., Mais(La Plata und Mixed) 92 000 Mk., Weizenmehl, südd., Mk. 130 000160 000, Roggenmehl 110 000 bis 120 000 Mk., Kleie Mk. 35 00040 000, Erbsen Mk. 140 000 bis 170 000, Biertreber Mk. 50 00054 000. Weizen und Roggen war nur für Umlagezwecke gefragt, während die Mühlen keinerlei Kauf⸗ lust zeigten, da Mehl zum Mühlenpreis infolge Angebots der zweiten Hand unverkäuflich ist.

Frankfurt a. M., 12. März. Frankfurter Viehmarkt. Die Preise blieben gegen die der Vorwoche im allgemeinen unver⸗ ändert. Auftrieb: 84 Ochsen, 29 Bullen 761 Färsen und Kilhe, 330 Kälber, 166 Schafe und 1036 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Ochsen 150 000260 000, Bullen Mk. 150 000220 000, Färsen und Kühe, vollfleischige, Mk. 220 000 bis 250 000, mittlerer Qualität Mk. 130 000 200 000, geringerer Qualität Mk. 80 000120 000: Kälber feinster Qualität Mk. 200 000 bis 230 000, mittlerer Qualität Mk. 170 000200 000, geri Qualität Mk. 140 000160 000; Schafe Mk. 110 000240 000, Schweine unter 80 Kilo Mk. 200 000250 000, von 80-100 Kilo Mk. 9 600, von 100 bis 150 Kilo Mk. 260 000 bis 280über 150 Kilo Mk. 270 000290 000. In Rindern ruhiges Geschäft und Ueberstand, Schweine wurden bei regem Ge⸗ schäft n ausverkauft. Der Kleinviehmarkt verlief ruhig und wurde geräumt.

Auswüchse der Naturalentlohnung.

Die auf dem Lande in immer größerem Umfange non allen

möglichen Kecisen, Aerzten, Tierärzten, Hebammen, Orgauisten und Kaminkehrern geforderte Naturalentlohnung verursacht stellenweise

schon eine Gefährdung der allgemeinen Versorgung mit Getreide

und Mehl. Aus dem Bayerischen werden darüber allerhand Dinge

berichtet. Diesen Auswüchsen wird jetzt dort durch eine Regierungs⸗

verordnung entgegengetreten. Die Verordnung wendet sich beson⸗

ders an die Beamten. In den letzten Tagen wurden Fälle bekannt,

daß Tierärzte bis zu 100 Jentnern Getreide zu Hause liegen hätten, Lehrer-Organisten 34040 Zentner und Landhebammen Dutzende von Zeutnern für ihre Tätigkeit beansprucht hatten. Es wird auch in Hessen gut sein, diesem Tauschhandel die notwendige Beachtung zu schenken.

Eisenbahnräuberbande. Eine Bande aus Bleicherode raubte seit Monaten nachts zwischen Kassel und Nordhausen die Güterzüge in geradezu naffi⸗ nierter Weise aus und erbeutete dabei Waren im Werte von Diebesgut wurde dann im Groß⸗

vielen Millionen Mark. Das

as anschaulichste Bi

wenn Gedul

Ein Milchbaum. Was würden unsere Hausfrauen dazu sagen, wenn sie in ihren täglichen Milchnöten sich von den Kühen und dem Milchmann voll⸗ kommen unabhängig machen könnten, wenn sie einfach eine Axt zu nehmen brauchten, um sich mit ihr, ohne sich um die Jahreszeit und den Milchpreis kümmern zu müssen, den täglichen Vorrat zu verschaffen? In bieser idealen Lage befinden sich die Brasilianerin⸗ nen, in deren glücklichem Lande derMilchbaum wächst. Wenn die eingeborenen Frauen dieses Landes sich mit der nötigen Milch versorgen wollen, nehmen sie eine Axt und eine Kokosnußschale und machen einen Einschnitt in den Stamm des baumes. Sie lassen dann von dem

Milchbaumes ähnelt in chmack kaum von frischer Mit. Wasser gemischt

Kuhmilch zu untersch 0 N liefert dieser Baumsast ein köstliches Getränk. Wenn er dick wird, bietet er einen ausgezeichneten Leim dar. Die Rinde des Baumes, die sehr stark ist, hat eine rote Farbe, und die Eingeborenen ge⸗ winnen aus ihr einen Farbstoff, mit dem sie ihrer Kleidung einen roten Ton verleihen. Das harte Holz ist sehr dauerhaft und bietet dem Wetter großen Widerstand: es wird daber hauptsächlich beim Bau der Häuser verwendet. Aber dieser hilsreiche Baum spendet dem Menschen nicht nur sein Holz, seine Rinde und seinen Saft, sondern er erfreut ihn auch durch eine Frucht, die von der Größe eines Apfels ist und ein erquickendes Obst darstellt.

setzen. Nach seiner Acußerung zu urteilen, unterschrieb ec nur deswegen 1 Der Antrag Pein und Genossen den Beschluß betr. Organistenbesoldung aufzuheben, sollte wieder verschoben werden. Dem wunde energisch entgegengetreten. Bei der Ab⸗ stimmung hatten wir 3 Stimen für unseren Antrag. Trotz Auf⸗ forderung wurde nicht abgestimmt. Ob die Herren, welche sich der Stimme enthielten gegen unseven Antrag waren? Es konnte auch nicht behauplet werden, sie