den wir zur Lösung der Wohnungsftage gehen Die Gemeinwirtschaft kann ihre Aufgabe nur wenn man ihr das gibt, was sie braucht. Das Ar- beitsministerium hat in seiner Vorlage den Nachweis er⸗ bracht, daß wir in der Gemeinwirtschaft mit
einem Siebentel dessen, was die freie Wirtschaft ver⸗ langen würde und müßte, dem Hausbesitzer das zur Ver⸗ fügung stellen können, was er für Gebändeunterhaltung, Steuern, Verzinsung usw. benötigt, und daß außerdem noch genügend Geld vorhanden ist für den Woh- e ee Mit der Verabschiedung des Gesetzes
ist gleichzeitig für Beschäftigung von Erwerbslosen gesorgt. ach einer Darstellung des Deutschen Bauarbeiterverbandes sind in Baden im Baugewrbe einschließlich der Anstreicher, achdecker, Glaser, Zimmerleute usw. etwa 27000 Arbeiter beschäftigt. Man müßte gemäß dem verminderten Grade er Bautätigkeit dann aber mit mindestens 10 000 Arbeits⸗ sen rechnen, für die bei einer Arbeitslosigkeit von 6 Monaten der Staat mindestens 5200 Millionen Mark Er⸗ rbslosenfürsorge aufzubringen hätte. Da ist schon besser, es wird mit⸗diesem Geld gebaut und produktive Arbeit für Staat und Gesellschaft geleistet.
Gewaltige Maidemonstration in Mänchen.
5 Die Mlünchener Partejorganisation hat den ersten Sonntag nach dem 1. Mai benutzt, um eine zweite Demonstration zu veranstalten. Im Tierpark Hellabrunm fand ein Maifest statt, zu welchem die Teilnahmer in geschlossenem Zuge aus der Stadt kamen. Diesmal E auch Frauen und Kinder mitgenommen werden, die am 1. Mai wegen des angedrohten blutigen Ueberfalls durch die Hitler⸗ banden zu Hause geblieben waren. Die Teilnehmerzahl am Feste wird auf über 100 000 geschätzt. Das Ereignis des Tages war die Enthüllung einer Stan⸗ e darte für die Sicherheitsabteilungen(S. A.). Nach dem dus Bericht der Münchener Post waren dazu sämtliche Mitglieder der S. A. einheitlich gekleidet erschienen, an den Mützen eine schwarzrot⸗ 1 goldene Kokarde. Die Standarte wurde von dem Genossen Auer ent einer Ansprache übergeben, in welcher es u. a. hieß:
Der heutige Aufmarsch unter den Fahnen der Sozialdemokratie und den Farben der deutschen Republik ist eine Demonstratton daffir, daß Sozialismus und Staat einander nicht aus ⸗ chließen. Die Farben der deutschen Republik sind die ver⸗ fassungsmäßigen Farben der deutschen Nation. Und wer von natio⸗ malenn Gedanken, von nationaler Würde und nationaler Geschlossen⸗ heit spricht, muß Las verfassungsmäßige Symybol der Nation respek⸗ tieren. Wir respektieren dieses Symbol micht nur, wir lieben es, wir wissen, daß es das Symbol derer war, für die die Losung galt:„Das ganze Deutschland soll es sein.“ Wir ehren diese
Farben, weil in unserm Herzen beiß die heilige Flamme der Liebe und der Sehrsucht nach einem frei en und einigen Deutschland glüht. Und den Volksgenossen, die meinen, diese Farben nicht lieben zu können, sagen wir, ihr müßt sie respektieren, denn mit ihnen kom⸗ nen wir zu einer sozialen Einigung, die allein das Fundament einer dauernden nationalen Einigung ist.
Von den S. A. sagte Auer, aggresswwem Geiste, sondern ein Abwehrinsteument gegen Rebellen, Uncuhestifter und Verbrecher. Verpflichtet wurden nach der Uebergabe die Mannschaften auf den Leitsyruch der Standarte:
Keine Gewalt der Willkür! Alle Gewalt dem Recht, Alles Recht dem Volke! Das sei unsre Parole.
An dem Feste nahmen Arbeitersportler aller Art teil, die alle hr Bestes ausboten. Die Wirkung des Aufmarsches war auch nach blürgerlichen Zeitungen überwältigend.
E
Faseisten⸗Attentat.
Berlin, 11. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Am Donnerstag sind
in Lausanne der Beobachter der Sowjetregierung Worowski, er⸗ schossen und der frühere Pressechef der rufsischen Delegation Ahrens, sowie dessen Privatsekretär durch Schußverletzungen schwer verletzt worden. Worowski war bisher der russische Vertreter in Rom. Der Mörder, ein früherer schweizerischer Offizier namens Conradi, der erst am Donnerstag von Zürich eingetroffen ist und sich gleichzeitig mit dem Ermordeten und den Verletzten im Speisesgal des Hotels Cecil aufhielt, hat sich nach der Tat sofort gestellt. Er soll der zaristi⸗ schen russischen Armee früher als Freiwilliger angehört haben. Ins⸗ gesamt hat er sieben Schüsse abgegebn. i Dieser Mord wird sicherlich für die Schweiz noch mangenehme Folgen haben. Er ist zweifellos als fascistisches Attentat zu werten. Bekanntlich war die Sowjetregierung offiziell zu der Laufanner Konferenz diesmal nicht zugelassen. Trotzdem aber blieb die rus⸗ sische Delegation in der Schweiz. Dies rief bei den schweizerischen Fascisten der nationalen Liga Empörung hervor. Schon am 7. Mai gog ein Trupp von 7 Mann in Schwarzhemden vor das Hotel der russischen Delegation, um ihr die Gastfreundschaft aufzukündigen. Am Abend hielten die Faseisten eine geheime Sitzung ab, in der über die „Ausweisung“ Worowskis beraten wurde.
Worowski war eine bekannte Persönlichkeit des Sowjetstates. Er hat seit 1917 die russische Regierung in verschiedenen Ländern vertreten. Vorübergehend weilte er auch eine Zeitlang in Berlin. Von hier aus übernahm er die Leitung der Handelsdelegation der Sowjets in Rom. Schon seit Beginn der zweiten Orientlonserenz weilte er in Lausanne. Tschitscherin sollte ihn eigenklich ablösen, kam jedoch nicht dazu, da, wie gesagt, Rußland zu der ossiziellen Konferenz
nicht zugelassen wurde. 4
Vor dem Rücktritt des Münchener Polizei⸗ präsidenten.
München, 11. Mai. Der Rücktritt des hiesigen Poltzeipräsi⸗ denten Nortz, von dem seit Tagen das Gerücht ging, steht, wie nun⸗ mehr bestätigt wird, unmittelbar bevor.
Eine neue französische Note an die Türkei.
Paris, 11. Mai. Die französische Regierung hat an die türkische Regierung eine Note gesandt, in der ste die Behauptungen, die Truppenkonzentrationen betreffend, zurückwerst und einige andere Anschuldigungen der türkischen Regierung zu widerlegen versucht. Die Note schließt mit dem Hinweis, daß die türkische ⸗Einschüch⸗ terungspolitik und die verschiedenen letzthin angewandten Manöver geeignet seien, die freundschaftliche Haltung, aus der Frankreich der Türkei gegenüber nicht heraustreten möchte, zu erschweren.
sie seien keine Stoßtrupps mit
die Untersuchung
7 „ K Deutscher Reichstag. Berlin, 9. Mai.
Vor Eintritt in die Tagesordnung protestierte der Reichstags⸗ präsident gegen den Justizmord von Werden. Hierfür fand er auch die Zustimmung derjenigen Parteien des Reichstages, die auch heute noch das Fechenbach-Urteil für berechtigt halten.
Finanzetat.
Die Redner der bürgerlichen Parteien: Lange⸗Heger⸗ mann(3tr.), Lambach(Din), Dauch(V. Vp.) und Dr. Fischer⸗Köln(Dem.) beschäftigten sich in der Hauptsache in recht oberflächlichen Darlegungen mit dem Zusammenbruch der Stützungs⸗ aktion für die Mark. Bezeichnend war, daß gerade bei diesem Thera die Deutschnationalen nicht Herrn Helfferich, sondern den vollkommen bedeutungslosen Lambach, einen Angestellten des Denutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes, als Redner vorschickten. Von den Aus⸗ führungen Dr. Fischers, dieses eifrigsten Verfechters kapitalistjscher Interessen bei der Steuergesetzgebung war ein Hilfeschrei bemerkens⸗ wert. Er erklärte, es sei notwendig, bei den Stenerdebatten in eine andere Atmosphäre zu kommen. Trotzdem lehnte er den Grund⸗ gedanken des sozialdemokratschen Antrages ab, der verlangt, daß die Kosten der Ruhrbesetzung aufgebracht werden durch eine Belastung der hohen Einkommen und der Vermögen. Alle übrigen bürgerlichen Redner taten das gleiche. Sie glaubten, in einem Antrage des Zentrums, der eine Verzehnfachung der künftigen Vorauszahlungen für Einkommen⸗ und Körperschaftssteuer vorsieht, ein wirksames Gegenstück zu dem sözialdemokratischen Antrag gefunden zu haben. Anschließend teilt der Reichsfinanzminister Dr. Hermes mit, daß über die unberechtigten Devisenläufe, die zum Sturze der Mark führten(Stinnes), noch nicht abgeschlossen sei,
Abg Hertz entlarvte die von Dr. Fischer⸗Köln nicht ungeschickt eingeleitete Taktik. Er stellte fest, daß der Zentrumsantrag nicht für die Vorauszahlung am 15. Mai, sondern erst für die am 15. Auguft in Frage komme. Er sei also für die Abschwächung der ungeheuren Ungerechtigkeit des jetzigen Steuersystems vollkommen wirkungslos. Als Ersatz für den sozialdemokratischen Antrag käme er deshalb nicht in Betracht, wohl aber als Ergänzung dazu. Der sozialdemokratische Antrag fordere, daß den ungeheuren Opfern an Geld und Gut, an Leben und Gesundheit, die die große Maße der Bevölkerung in ihrem heldenhaften Abwehrkampf im Ruhrgebiet auf sich genommen habe, eine kleine Last der Besitzenden durch Uebernahme der dem Reich ent⸗ standenen Mehrkosten gegensbergestellt wird. Ueber alle Einzelheiten könne man reden, wenn die Regierung den Gesetzentwurf vorlege. Der sozialdemokratische Antrag sei ja nur eine Entschließung, durch die die Regierung zu dem Gesetzentwüurf aufgefordert werde. Wer aber die Entschließung ablehne, der zeige damit seine Gegnerschaft zu dem Grundgedanken und verschärfe die Atmosphäre, in der jetzt die Steuerdebatten geführt werden Die Ablehnung des sozialdemokrati⸗ schen Antrags sei das Zeichen, daß man, wie im Kriege und nach dem Kriege, so auch jetzt die Uebernahme der Lasten dunch den Bae sitz in Aussicht stelle, sie aber in Wirklichkeit nicht zu tragen bereit sei.—
Darauf vertagte sich das Haus auf Freitag. 5
Dollarstand Freitag Mittag 12 Uhr: 39 500 Mark.
N
eee
falten
E
775
eterswegd
e eee
hetrach
Wir geben uns alle Mühe, trotz enormer Steigerung seitens der Fabrikanten
Zu erträg
die Bevölkerung von Giessen und Umgegend mit Schuhwaren zu versorgen.
Mr führen nur die he sten Fabrikate und ode Bäcksielt au Doerstehering der Mielerbesebabgsppes
verkaufen wir zu konkurrenzlos billigen Preisen. Wir unterhalten Aas grösste Lager und Si sparen enorme Summen heim Einkauf von Schuh-
ten wir als
Waren, wenn Sie 3 tzt sofort Ihren Bedarf bei uns decken. Dr Besuchen Sie uns am Morgen wegen des grossen Andranges an den Nachmittagen.
Emanuel&& Go.
6, Ludwigsplatz 2 und
8 1 25
N
unsere Aufgabe!
Frankfurt am
Sen
2
Main, Am Schwimmbad


