Ausgabe 
5.5.1923
 
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wird. Man vrmutet in den

300 000340 000 Mk., mittlerer Qualität 240 000290 000 Mk. ge⸗ ringeren Qualität 200 000230 000 Mk., Schafe 180 000270 000 Mark, Schweine unter 80 Kilo 370 000-385 000 Mk., von 80100 Kilo 390 000400 000 Mk., über 100 Kilo 400 000410 000 Mk. Der Markt wurde bei lebhaftem Handel geräumt.

ö Ein schwerer Nutounfall.

Aln Donnerstag abend um 28 Uhr wollte ein von Frankfurt nach Offenbach mit drei Personen besetztes Auto der Adlerwerke in voller Fahrt den Straßenbogen vor der Brücke an der Landesgrenze herauffahren. Es kam dabei aber auf den Fuß⸗ gängerweg, stieß an einen Mast der Elektrischen Straßenbahn, der faft ungerissen wurde. Das Auto überschlug sich vollständig und wurde zertrümmert. Der Chauffeur Wilh. Göllner kam unter das Auto zu liegen; er starb auf dem Wege ins Stadtkrankenhaus, während eine mitfahrende Kontoristin, Frl. Tr. von Offenbach mit komplizierten linken Unterschenkelbruch davonkam. Ein anderer männlicher Fahrgast, W. R. erlitt starken inneren Bluterguß. Durch den Anprall mit dem Leitungsmast entstand Kurgschluß in der Leitung der elektrischen Straßenbahn, so daß der Bahnbetrieb bis nach ½10 Uhr unterbrochen war.

Raubmord und Selbstmord. Am Sonmtag abend überraschte . Stoffwarenhändler Becker in Liegnitz zwet Einbrecher in seiner Wohnung. Einer der Einbrecher schoß auf ihn; die Kugel durchschlug das Gehirn wodurch Becker tot zusammeub cach. Mit einem zweiten Schuß tötete der Einbrecher dann den zu Hilfe herhei eilenden Gaftwirt Starkloff. Der Mörder flüchtete, tötete sich aber, als er kein Entkommen mehr sah, in der Katzbach durch einen Schuß. Der zweite Einbrecher ist entkommen.

Schätze vom Meeresgrunde. Der Engländer Edgar Anderson,

der von der griechischen Regierung das Recht erlangt hat, Nach⸗

forschungen auf dem Grunde der Bucht von Navarino vorzu⸗ nehmen, hat eine Gesellschaft gebildet, die demnächst mit der Auf⸗ suchung der Trümmer der in der denkwürdigen Seeschlacht von Navarimo im Jahre 1827 gesunkenen türkischen Schiffe beginnen Wracks Schätze, die auf zehn Mil⸗ lionen Pfund Sterling veranschlagt werden. Allein die Bronze⸗ kanonen und das die Schiffe bedeckende Metall wünden gegen⸗ wärtig einen Wert vom etwa 300 000 Pfund Sterling haben. Die Kanonen, ungefähr 1300 an Zahl, sollen einen Wert von 55 Pfund Sterling die Tonne haben.

Die grechische Regierung wird, wie

Zeugin, die Freundin des Fräulein E., die der kahlköpfige hollän⸗

dische Othello liegen ließ, als er seine Aufmerksamkeit dem Fräu⸗ lein E., nach der von ihr bei einem Holländer glänzend bestan⸗ denen Prüfung, die Aufmerksamekit geschenkt hatte. Die Mutter klagte gegen die Tochter: Du trittst dein Glück mit Füßen! Um dieses Valutaglückes willen konnte man sich so manches gefallen lassen. Eins aber nicht: die Valutalosigkeit. Wären an Stelle aller im Toben zerschnittener Kleider noch andere mehr gekauft worden, so wäre die Sache wohl nicht zun Klappen gekommen. Die paar Mißhandlungen hätten das wirklich nicht zuwege gebracht: War man das doch von Mutter und Vater her nicht anders gewöhnt. Daß man so in der breiten Oeffentlichkeit bloßgestellt werden könnte, hat die Familie wohl nicht gedacht. Die Hochzeit desArbeiterprinzen.

Das englische Volk, das seine parlamentarische Regierungs⸗ form bereits seit Jahrhunderten hat und mit ihr und durch sie allein groß und mächtig geworden ist, kann es sich wohl leisten, auch einmal seinem Königshaus in aller Oeffentlichkeit eine Ver⸗ beugung zu machen. Das ist am Donnerstag, den 26. April, an⸗ läßlich der Hochzeit des Herzogs Georg von Pork, des zweiten Sohnes des englischen Königs, mit der Tochter des schottischen Grafen von Strathmore der Fall gewesen. Unter der Devise: Ganz London will einmal einen Tag Not und Sorgen der Nach⸗ kriegszeit vergessen! nahm diese überschäumende Festfreude der Engländer mitunter höchst drollige Formen an. Mit Feldstühlen und Regenschirmen ausgestattet und mit Lebensmitteln versehen, besetzte man bereits am Mittwochabend die Straßen und verblieb dort die ganze Nacht. Am Abend des Hochzeitstages war ganz London in ein Lichtmeer getaucht. Der Hochzeitskuchen aber war drei Meter hoch und wog Zentner. Getreu der freiheitlichen, im englischen Volk lebendigen Ueberlieferungen erinnerte der Erz⸗ bischof von Canterbury in seiner Traurede das junge Paar daran, daß der englische König durch seine tatsächliche überparteiliche Stellung dazu berufen sei, vermittelnd und bindend bei den im Volk vorhandenen Gegensätzen zu wirken. Der junge Ehemann

hat sich in der englischen Oeffentlichkeit bereits den Ehrennamen

einesArbeiterprinzen erworben, weil sein wissenschaftliches In⸗ teresse dem ernsthaften eingehenden Studium der Arbeiterfrage gilt, eine Arbeit, mit der er in Zukunst seinem Volk währscheinlich ganz anders nützen kann als jener Festlandsfürst, der groß⸗

gericht immer klagen und verklagt werden, selbst wenn se lohn noch so hoch ist. Anders verhält es sich mit den beamten, Werkmeistern und sonstigen mit höheren Dienstleistungen betrauten Angestellten. Diese nehmen Stellung insofern ein, als sie nur dann vor den ane klagen können, wenn ihr Jahresarbeitsverdienst nicht eine stimmte Höhe überschreitet. Dise Grenze war bei Erlaß es setzes 2000 M., inzwischen ist sie fortgesetzt erhöht worden un jetzt auf 8 400 000 M. acht Millionen vierhundertansesd e Aehnlich verhält es sich mit dem Kaufmannsge rich diesem können auch nur sölche Handlungsgehilfen klagen klagt werden, die mit ihrem Jahresgehalt unter einer Grenze bleiben. Diese ist jetzt ebenfalls auf 8 000 N. gesetzt worden. Als Jahresarbeitsverdienst gilt dabei dicht el das Entgelt, das der Arbeitnehmer im letzten Jahre ta falt zogen hat, sondern der Verdienst, den er zuletzt vor geis g erhebung bezog, der auf den Jahresbetrag umzurechnen if In den vor die Gewerbegerichte gehörigen Rechtz

keiten finden die Rechtsmittel statt, die in den zur 2 5 ch. der Amtsgerichte gehörigen bürgerlichen Rechtsstreitig 57 lässig sind. Die Berufung ist jedoch nur zulässig, we 0 des Streitgegenstandes einen bestimmten Betrag ü Jul Dieser ist auf 500 000 M. festgesetzt worden. Ist alse daß Streitobjekt von einem geringeren Werte, ent r scheidet das Gewerbegericht endgültig. gehen N Beschluß des Gewerbegerichtes, der den Streitwert festsetzt sist ein. fache Beschwerde zulässig. Die Berufung sowie die Neswerde gehen an das örtlich zuständige Landgericht. Die vere maß schwerde gegen alle Beschlüsse über Festsetzung des Menes 1 Streitgegenstandes ist deshalb zugelassen worden, da iche Gericht unrichtig, um die Berufung unmöglich zu ma 1 Streitwert zu niedrig festsetzt. Bei den Kaufmannsgerithten. nummehr die Berusungsgrenze ebenfalls übereinstimmend g 80 halbe Million Mark festgesetzt worden.. 5 1 Die der Verufuna oder dem Einspruch unterliegenden dran en sind von Amts wegen für vorläufig vollstreckbar zu erklär, wem alen der Gegenstand der Verurteilung an Geld oder Geld a2 f 25 Summe von 12 000 Mk. nicht übersteigt. Die Ein richtumf 9

troffen worden damit nicht Etwa der Arbeiter der durch bee ae zu seinem Recht gekommen ist. durch ein langweiliges Benssfungs, verfahren nicht in den Genuß seiner Ansprüche kommt. A vor⸗

0 a prahlerisch und ohne jede ernste Kenntnisse ausrief, er werde mit 1 3 t ane* ie D wir der Fubft. Ztg. entnehmen. ein Zehntel des Wertes der Holz⸗ ö f 5 i läufige Vollstreckbarkeit ist nicht auszusprechen, wenn gam i 2 eee und din Sate des Sens ber droben ber E aldemokette ichen wn ene weren. tenden eg esa. g Len J 2 Koftbarbeiten und Münzen erhalten. 5 5 5 setzen. fl ringen de. 8 8 e, Vollsyreckbar⸗ 11

Das Urteil im Mädchenhändlerprozez. Arbeitsrecht, Gewerkschactliches, Arbeiterbewegung. waren einer vorgängigen Sicherheltsleistung abhangg W 1 5

Das Urteil im Prozeß gegen den des Mädchenhandels ange⸗ Die Sattlermeister in Alsseld⸗Oberhessen als Saboteure des jeßli' i or den Gewerbegeriteen 10 klagten Holländer Zwaan lautet.. Achstundentages. Seer wee, e ee e 5 Der Angeklagte. Wilhelm Zwaan wird wegen Verbrechens] Seit kurzem bemüht sich der Sattlerverband für die Kollegen in darin, daß eue Geblhren nicht einheitliche, ohne Rücksc 0 gegen§ 48 Abs. 1 des Gesetzes über die Auswanderung vom Alsfeld auch zeitgemäße Arbeitsverhältnisse durchzusetzen. Wir Zahl der Termine usw zu bemessende und sehr geringe f e Cie

5. aul 1807(dädchenbaudelz sowie wegen gefährlicher Kürpen. konnten feststellen, daß die Arbeitszeit in den Handwerksbetrieben noch Gebühr wird nach dem Streitwert berachnet und zwar jeu 0 fl

eee eee e e ee 10 bis 12 Stunden ausgedehnt war. Das Eingretfen des Ber- je 100 Mk. 5 Mt. in Anrechnung Die böchte Gebühr de 1

Sten bweten Fall zu emer Gesamerze den eigen abe lach; dalges lag micht im Suns der dorlgen Sattler Hunung ind man war e 000 Mf. nichr Abersteigen Wied an dur Beilegung fr 30

Monaten Zuchtbeue und zur Tragung der kasten der Verfahren if rigst 5. 2 Sünde 5 finde der die Verbind mit dem streites abgeschlossene Vergleich aufgenommen, so wird e üührdet

al werden iin an di Urnen det 8920 f 1 fülhrt hatte e 15 ird jed Aub te ige⸗ bühr nich erhoben 275 127 verhandelt worden ist dan

angerechnet. Außerdem werden dem Angellagten die bürgerlichen Verband herbeigeführt hatte. Entlassung en 15 1680 dn. 5 S0 fehr die Ge n 0 dal

Ehrenrechte auf fünf Jahre aberkannt und die Zulässigkeit der droht, der es wagt, gegen die einseitigen Arbei eee e. dh anch nur resin, de 3 Hauptmängel des Gent weren

Stellung unter Polizeiaussicht verfügt. Sattler⸗Innung aufzutreten. Nachdem das Hessische Kreisamt, die 905 75 e 5 daß die 0 Aue

Aus den Verhandlungen ist noch erwähnenswert: Fräulein Arbeitgeber verwarnt hat, mit dem Anfügen, daß bet weiteren Zu⸗ 4 ae e t ir ale Sade un 1 E. wußte, weshalb sie wie in Holland so auch in Berlin ihren he- widerhandlungen gegen die Arbeitszeitbestunmumgen eftrafangeige er⸗ obi e nb 55 Tenn 1 5 al die Ar waalben mann nur wegen Körpermißhandlung anzeigte. Es geschah aus hoben würde, hat die Inmung ein Gesuch um eine Ausnahmebewil⸗ st 1 55 2 kung t 2 Werde und Kaufmannsgericht! q uche demselben Grunde, aus dem heraus sie vor dem Gericht die Naive ligung eingereicht, trotzdem der Inmung bekannt ist, daß im Kreise falle 12 be 115 g in 115 4 0 f Fr. 7 spielte und nur Schritt für Schritt mit ihrer reichen sexuellen Er⸗ Alsfeld noch arbeitslose Sattler vorhanden sind. Wir erwarten, daß ls als holt zu bezeichnen. eee fahrung herausrückte; es war die Furcht vor der Oeffentlichkeit. unter diesen Umständen von Seiten der zuständigen Landesbehörden Geschäftliches 1 13 din So war es kein Zufall, daß der Vorsitzende und der Verteidiger[die Bewilligung zur Ueberschreitung des Achtstundentages nicht ga⸗ eschã. Dr. Frey sich jeder je einmal versprachen, indem sie die Neben⸗ geben wird. Den rückständigen Sattlermeistern von Alsfeld möchten Was ist Süßstoff? Ueber diese Frage führt der auf um ge. 5 fr klägerin als Angeklagte bezeichneten. Ihre Vergangenheit stand wir aber mitteilen, gaß ihre Arbeiter sich das durch die Reichsver⸗ biet des Ernährungswesens bekannte und geschätzte Geh. ber u eben in schreiendem Mißverhältnis zu ihrer Jugend. Den Augen fassung gewährleistete Koalitionsrecht nicht nehmen lassen und daß Prof. Dr. A. JFuckenack im Heft 6 der Schriftensammlit 25 dle des unerfahrenen Zuschauers offenbart sich ein Bild sexueller Ver⸗ wir auch die Durchführung des Achtstundentages in den rückständigen] Peichsarbeitsministeriums für Ernährung und Landwirtf 1 5 5 wahrlosung. Ein Vater, dessen Erziehungsmethoden schlagend durch Sattlerbetrieben erzwingen werden. Auch die dortige Innung wird Volksernährung folgendes aus: i en. seine eigenen Worte gekennzeichnet sind: ich mach's mit meinen erkennen müssen, daß sie den berechtigten Forderungen der ArbeiterAls künstliche Süßstoffe kommen Sacherin und 1 ut 90 Töchtern so, wie mit meinen Gesellen: wer nicht pariert, fliegt Rechnung tragen muß.. in Betracht. Für den Haushalt eignet sich wegen seiner at raus. Eine Mutter, die verängstigt und vom Manne, der Trinker Sattler⸗, Tapezierer⸗ und Portefeuiller⸗Verband, Gau Frankfurt a. M., Löslichkeit insbesondere das Sacharin. Der sogenannte Krsfstall« 0 ist, mißhandelt, den Ehemann mit ihren Töchtern verläßt; die ver⸗ e Ges 10 Allerheiligenstraß rei a., füßstoff, das reine Ratriumsalz des Sacharins, hat gegen heiratete Schwester der Nebenklägerin, die da meint, das Betragen 05 schäftsstelle: heilige e. 450 fache Süßkraft des Zuckers und ist daher zum 8. Imke der letzteren unterscheide sich in nichts vom Betragen eines Ber⸗ Abänderung des Gewerbe⸗ und Kaufmannsgerichtgesetzes. Speisen besonders geeignet. Außerdem gelangen auch 1 liner Mädels überhaupt ihre Kompetenz soll nicht bestritten Das Neichsgesetzblatt vom 26. März 1923 enthält wiederum zubereitungen mit geringerer Süßkraft(namentlich zum f Al werden: eine zweite Schwester, auch Kontoristin, die in der ein Gesetz zur Abänderung der Einrichtungen der Gewerbe⸗ und Süßen von Kaffee und Tee) in Form von Tabletten in dem Ber, Angere harmlosen Weise erklärt, daß das Auskneifen von den alten Herren, Kaufmannsgerichte. Der Zweck ist eine weitere Anpassung an die] kehr. Der Genuß von Sacharin ist gesundheitlich von denen man sich im Alten Ballhaus aushalten ließ, im entschei⸗] Geldentwertung. Erst unterm 27. November 1922 war ein ähn⸗ Die künstlichen Süßstofse sind zwar keine Nahrungsmittch, aber Da denden Augenblick eine Selbstverständlichkeit ist ob immer aus⸗ liches Gesetz ergangen, das aber schon wieder als überholt anzu⸗ recht beachtenswerte Genußmittel, weil sie das Bedürfnis naß Hlttert gekniffen worden ist, mag dahingestellt bleiben; endlich die sehen war. füßem Geschmack zu befriedigen vermögen. Da sie keinen Rührwerk Mlab Nebenklägerin, die sich ihr Geschlechtvergnügen heute bei dem einen Nach 8 3 des Gewerbegerichtsgesetzes unterliegen besitzen, sind sie gewissermaßen als würzende Stoffe aumsehen, 1 8 holt, morgen bei dem anderen. der Zuständigkeit eines Gewerbegerichts diejenigen Gesellen, Ge⸗ die insbesondere zum Süßen von solchen Speisen und Geränken üherer

Wie kam nun der Valutamann in diese sittsam, ehrbare, klein⸗JThilfen, Fabrikarbeiter und Lehrlinge, auf die der siebente Titel der[ geeignet erscheinen, die Nährstoffe enthalten und infolgehehen be⸗ ud Lit bürgerliche Familie hinein, deren Tochter mit Entrüstung die Be⸗] Gwerbeordnung Anwendung findet, und zwar ganz ohne Rücksicht[reits einen mehr oder weniger vollen Geschmack haben. 5 0 hauptung zurückweist, daß ihr Vater, der Stellmacher ist, Arbeiter[auf die Höhe ihres Arbeitsverdienstes. Ein Arbeiter kann also,[dessen verwendet man Süßstoffe auch zweckmäßig zusammen mit chu wäxe. Das Rätsel der Lösung gab die Mutter einer anderen 1 wenn die örtliche Zuständigkeit gegeben ist, vor dem Gewerbe- l Zucker, um Zucker zu sparen. 5 wurden.

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Allerlei.

Der Elbe⸗Biber als Naturdenkmal. Da der Biber bei uns in Deutschland nur noch in wenigen Exemplaren vorhanden ist, so sind die etwa 200 Tiere die an der Elbe oberhalb Wittenbergs und unter⸗ halb Magdeburgs in einer sorglich gehegten Kolonie leben, ein erst⸗ 1 5 Naturdenkmal. Ueber die Lebensgewohnheiten dieses heute so überaus seltenen Tieres berichtet der Direktor des Museums für Natirr⸗ und Heimatkunde in Magdeburg, A. Mertens, auf Grund seiner mehr als 30jährigen Beobachtungen in einer besonderen Schrift, dus der in den Naturmwissenschaften das Wichtigste mitgeteilt wird. Der Elbe⸗Biber ist mit seiner Körperlänge von etwa 1 Meter, wogu noch 25 30 Zentüneter für den Schwanz kommen, das größte Nage⸗ tier der alten Welt. Als sein höchstes Gewicht sind 33 Kilogramm festgestellt. Der Körper ist plump, der Bauch hängt tief herab und berührt fast den Boden, der Schwanz schleift auf der Erde nach. Die kurzen Beine, von denen die hinteren viel kräftiger und länger sind als die vorderen, haben fünf Zehen mit breiten Krallen; die Hinteyfliße besitzen eine feste Schwimmhaut. Der Schwanz ist im vorderen Teil walzenförmig, dann aber länglich eiförmig. Die kleinen Ohren sind auf der Innenseite der Muschel behaart die Augen be⸗ sitzen eine Nickhaut, die Nase kann durch Muskeln in den Flügeln geschlossen werden, das alles, damit das Tier sich läugere Zeit im Wasser halten kann. In ruhiger Lage kann der Biber gegen eine Viertelstunde unter Wasser bleiben; beim Schwimmen unter Wasser muß er jedoch nach 2 Minuten heraufkommen, um zu atmen. Er hat ein echtes Nagetiergebiß mit mächtigen scharf schneidigen Nage⸗ zähnen. Der Pelz ist sehr dick, von brauner Farbe, der Schwanz in seinem unteren Teile nackt und schuppig. Das Gesicht ist nur schwach, Gehör und Geruch besser entwickelt. An Nahrung nimmt er nur Pflanzenkost und frißt niemals Fische. Hauptsächlich hält er sich an Baumrinde und um diese zu gewinnen, werden selbst starke Bäume von ihm gefällt, indem er die Stämme sanduhrartig anschneidet, sodaß ste umstifrzen. Dünnere Stämmchen und Zweige werden glatt in schräger Richtung abgeschnitten. Die Tiere der Kolonie haben in letzter Zeit auch Zucker⸗ und Futterrüben genommen. Die Wohnung des Bibers ist ein untewirdischer Erdbau im hohen Ufer, der weite Röhren und einen Kessel enthält. Dicht am Ufer werden auch Burgen angelegt die zum Teil im freien Wasser stehen und eine trockene Wohnkammer haben. Sie sind aus zurechtgeschnittenen Holz⸗ stücken exrichtet, mit Schilf und Schlamm abgedichtet; mit demselben Material baut der Biber Dämme durch das Wasser, um den Stand des Wassers zu erhöhen, damit er darin schwimmen kann. Seltener sind reine Landburgen, die den Tiexen zum Verbergen dienen, damit man sie vom Lande aus nicht beobachten kann. Die Vermehrung des Bibers ist gering und beträgt meist 24, selten einmal 5 Junge.

Ein neues Nudersystem. Aus Hamburg wird gemeldet: Ein Er⸗ eignis in der Schiffahrt stellten am Ostersonntag und montag die Nrahe⸗ und Menfabrten des 9000 Tonnen aroßen Doppelschrauben⸗

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motorschiffesOden wald dar, das für die Hapag auf der deut⸗ schen Werft in Hamburg erbaut worden ist. Als erstes großes See⸗ schiff führt dieses das Fletmer⸗Ruder, ein strombetätigtes Hand⸗ steuer ohne Rudermaschine, wobei die Bewegung des Ruders durch ein an einem großen Hebelarm in der Hauptendfläche gelenkig ein⸗ gebautes Hilfssteuer erfolgt. Die Ergebnisse der 30stündigen Unter⸗ suchungen und Manöver in der Helgoländer Bucht führten zur vor⸗ behaltlosen Uebernahme des Schiffes. Das neue Steuerruder bricht mit der jahrtausendelangen Ueberlieferung, indem es die Steuerung der Schiffe auf eine neue Grundlage stellt. Durch die Verknüpfung dieser Erfindung mit dem Anschütz⸗Kreiselkompaß-Selbststeuerer wird auf derOdenwald außer der Rudermaschine auch der Steuer⸗ mann gespart, da der Kreiselkompaß nach jeweils von dem Wachoffizier eingestellten Kursen selbst die Bewegungen des Hand⸗ steuerrades unter selbstlätiger Einschaltung eines halbpferdigen Mo⸗ tors bewirkt.

Finanzspekulation in alter Zeit. Die allgemein verbreitete An⸗ schauung, daß die Börse ein Kind der Neuzeit sei, enrspricht durchaus nicht dem tatsächlichen Werdegang des Finanzwesens. Denn der Spoekulationsmarkt sieht sich schüchtern schon bei den alten Römern, und im Mittelalter war er bereits zu ansehnlicher Entwicklung ge⸗ diehen. Ein beliebtes Spekulationsobjekt waren damals beispiels⸗ weise die Kriegsgefangenen. Am Abend einer Schlacht kaufte jeder, der über bares Geld verfügte, vom Sieger die Gefangenen, in der spekulativen Absicht, sich durch das Lösegeld für die Freigabe mehr oder weniger hohe Gewinne zu sichern. So wurde auch Jeanne d'Arc, die Jungfrau von Orleans, die bei der Belagerung von Com⸗ piegne von einem pikardischen Bogenschlützen gefangen genommen worden war, im burgundischen Lager mehrere Tage lang zum öffent⸗ lichen Verkauf gesteslt. Neben der Spekulation auf die Gefangenen blühte auch die auf die feudalen Leibrenten. Es war fest⸗ stehender Brauch, daß beim Verkauf eines Grundbesitzes der Käufer die Verpflichtung übernahm, dem Vorbesitzer ein lebenslängliches Leibgedinge in Bodenerzeugnissen auszusetzen, eine Naturalrente, die übertragbar war und deshalb ein marktfähiges Spekulationsobjekt darstellte. Ost sicherte sich der Käufer durch Vertrag auch die Um⸗ wanblung des Leibgedinges an Naturalien in eine Geldrente, was die Finanzoperation naturgemäß stark erleichterte.

Sportnachrichten im Altertum. Auch im alten Griechenland be⸗ stand großes Interesse, über den Ausgang sportlicher Wettkämpfe ehestens Kunde zu erhalten, das mußte damals die Brieftaube leisten. Die Wettkämpfe in Olympia waren wohl die gewaltigste sportliche Veranstaltung im Altertum. Der Sieger von Olympia wurde wie ein Halbgott, besonders in seiner Heimat, 8 und es darf nicht wunder nehmen, wenn der Sieger bestrebt war, seiner Vaterstadt umgehend von seinem Erfolg Mitteilung zu machen. Wie das geschah, erfahren wir aus dem in griechischer Sprache geschrie⸗ benen Sammelwerk des in der Nähe von Rom geborenen Schrift⸗

mischten Geschichten, ein gewisser Taurosthenes aus Aeginn hisbe,

stellers Aelianus. Er erzählt uns im neunten Buch 1 Grenzli er nach Olympia zu den Wettkämpfen zog, eine Taube mit f 160

nommen, die ihre Jungen noch nicht flügge zurückgelassen dee Erringung des Sieges habe Taurosthenes der Taube ein ur mic sarbenes Läppchen an den Fuß gebunden, das verabred ile eichen Sl

im Falle seines Sieges, und sie dann fliegen lassen. Noch t nm, a lichen Tage habe so der Vater des Taurosthenes die Kunde Sieg ber g.

seines Sohnes erhalten. Auch bei den Römern finden i etws Aehnliches. Varro berichtet in seinem Landleben, daß mm zu den Wagenrennen in den Zirkus Tauben mitgenommen habe 10 nius spricht auch von Schwalben um sich mit den Jihen siegreichen Partek rot, lauchgrün, blau oder weiß rice soforl nach dem Kampfe auffliegen zu lassen und so den zu Haie 4 den Freunden die Siegesnachricht zu melden. Also:N schon dagewesen!

Eine gläserne Chaussee. Wohl die eigenartigste Str in den Vereinigten Staaten ist ein Glasweg, der die beiden wertesten Punkte in dem berühmten Nellowstone⸗Nati

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Raring Mountain und Golgen Gate miteinander verbindet In würdig wie die Anlage selbst, ist auch die Baugeschichte daa eta feet dastehenden Straße. Nachdem die Strecke planmäßig abg ele war, f ff machten die Regierungsingenieure die peinliche Entdeckung, daß Vor, e aussetzung für die Ausführung der Anlage die Erfbing ehueß egen Verfahrens zur Durchschneidung eines aus vulkanischem gs, be al stehenden Berges war, der sich der Führung der Strass ici unüberwindliches Hindernis in den Veg stellte. Dieses Perm im bestand in dem über 80 Meter hohen und etwa 1400 Meser breitem Kg Obsidian Cliff, einem aus vulkanisiertem Glas bestehe ba, Fele ct be kegel, dessen kohlschwarzes, mit roten und gelben Streit dur

zogenes Massiv in der Sonne wie ein Riesendiamant gießen 5 funkelte. Zunächst versuchten die Ingenieure, die Masse d 1 N. waltige Dynamitmengen zu sprengen, aber alle diese V 1 dae wiesen sich als fruchtlos. Da kam ein Arbeiter, der ü 10 0 Glasbläser gearbeitet hatte, auf den Gedanken, die Gla ppi fe Bergkegels durch starke Hitze zum Glühen zu bringen und da 05 0 kaltem Wasser zu übergießen. Der Vorschlag wurde N 9 d 0 nommen und zur Ausführung gebracht. Man zündete in Munde, dh eines Kilometers um den Berg herum große Holzfeuer af A 5 N 50 Stunden lang in Brand erhielt. Dann lüibergoß maß e

hänge des glühenden Berges mit dem eiskalten Wasser, s dem benachbarten Fluß herausgepumpt wurde. Der Wa 5 dierte mit ohrenbetäubendem Getöse, und gls der Man e hatte, sah man. daß der Teil der die Straßenarbeit⸗ ge verschwunden war. Die Glasbrocken, die in ungezählter 1 Boden bedeckten, wurden als Straßenunte vlage benutzt, wiesen sich für diesen Zweck als vorzügliches Material waren hart wie Kieselsteine und boten eine Schotteruntl man sie sich besser nicht hätte wünschen können.