quod, Herr Professorl) „den nach langer, 1 timmig eine Schulregierung fallen ließ, die zu einem erheb⸗ . lichen Teil noch aus Männern Ihrer politischen Richtung bestehte„An der Tatsache, die ich festgestellt, ist nicht das geringste zu ändern: Kleinigkeiten,„Winzigkeiten, Miß⸗ deutungen usw. usw.“ Ich? Wer ist dase Ich, die Au it Schian, unparteiischer Oberrichter im Falle
Schnell, Aktenkenner usw. usw.
Wer wie Sie von vornherein das Persönliche in die Sache hineingetragen hat, hat kein Recht, sich über den „Ton“ der Gegenartikel zu beschweren. Man hat die Sachlichkeit meiner Ausführungen selbst in Ihren Parteikreisen anerkannt, während man die gleiche Tugend den Ihrigen nicht zubilligen konnte. Daß Ihnen die Ant⸗ worten auf meine Darlegungen schwer geworden sind,
glaube ich schon, aber nicht wegen des Tones und der„un.
Kaublichen Argumentation“(wer glaubt Ihnen denn; diese?), sondern weil es auf die Dauer lich hatte ja Ihre
Positionen eine nach der andern erschüttert) nicht leicht ist,
mit noch so verwegenen Kniffen und Umbiegungen gegen
Tatsachen anzukämpfen. l Niemand hätte mehr als ich gewünscht, daß Sie
„etwas mehr auf sich gehalten hätten“. Die
ganze Art, wie Sie den Kampf für die schlechte Sache ge ⸗ führt haben, ist, um auch noch Ihr Parteiblatt zum Wort kommen zu lassen,„wahrscheinlich kein Ruhmesblatt“ für einen Hochschullehrer, bei dem man wohl doch den höchsten 6 Maßstab anlegen darf. Hochmütiges, die Grenzen normalen Selbstgefühls seltsam übersteigendes Gehaben(„ich sage es, also ist es richtig“), tönende Phrasen und salbungsvolle Worte mögen auf die, welche gewohnt sind, in verba magistri (auf die Worte des Meisters; die Red.) zu schwören(was ich aber nicht wörtlich auf die eigenen Schüler bezogen haben 5 möchte), wohl Eindruck machen, Urteilsfähigen aber können 5 sie den Mangel an Substanz nicht verdecken. Ich schließe daher mit den Worten des Dichters: Zurück, du rettest den Freund nicht mehr, So rette das eigene Leben!
Die Zentrumspartei und die Krise. Der Landesausschuß und die Landtagsfraktion der Hessischen ö Zentrumspartei haben am Mittwoch geiagt. 8 Es wurde beschlossen, der Fraktion für die Verhandlungen über N die Regierungs bildung freie Hand zu lassen. Einstimmig wurde die Erweiterung der Koalition durch Hinzunahme der Deutschen Volks⸗ 0 tei als im Ineresse des Landes und der Attionsfähigteit bes 3 andtages für unbedingt geboten bezeichnet.
Die Angriffe der E e— auf den Innen⸗ 0 v. Brentano als völlig unberechtigt und als uner⸗ träglich für ein weiteres Zusammenarbeiten erklärt.
Die Darstellung der demokratischen Erklärung über die Schuld der beiden anderen Koalitionsparteien au dem Rücktritt Henrichs wurde als unbegründet zurückgewiesen.— Die sozialdemokratische Landtags fraktion tritt am Freitag vormittag zusammen.
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Die Valutanot der Hansbesitzer. Die Grundbesitzer beabsichtigen die Aufhebung der Zwangswirt⸗ schaft im Wohnungswefen
swesen durchgzusetzen. Was bedeutet das?
Ein Haus, das vor dem Kriege 50000 Mk. gekostet hat, soll B. nach dem jetzigen Geldwert auf 300000 Mark abge⸗ schätzt werden. Es wurde nun früher angenommen, ein Grundstsick muß sich mit mindestens 8 Prozent verzinsen, davon sollen 5 Proz. für Verzinsung des Kapitals und 3 Proz. für Reparaturen gerechnet ö werden. Würden die Hausbesitzer mit ihrer Forderung durchdringen, so hätte der Mieter im Durchschnitt das Vielfache der Friedensmiete zu rr Hat der Grundbesitzer Anspruch auf Einschätzung zum
Valutawert?— Nein! Nehmen wir an, jemand war vor dem Kriege im Besitze von
50 000 Mark. Er legte sein Geld in Staatspapieren oder Papiergeld an, so war die Reichsbank verpflichtet, auf Anfordern den Betrag in Gold auszuzahlen. Dieses auszufsihren, ist die Reichsbank aber nicht mehr in der Lage. Im anderen Falle kaufte er sich für die 50 000 Mark ein Haus und will jetzt nach dem Valutawert 300000 Mark dafur haben. Ist das gerechtfertigt?— Nein! Im N ersteren Falle sind seine eingezahlten 50 000 Goldmark nur 50 000 8 wert, im zweiten Falle verlangt der Grundbesitzer für seine 50000 Goldmark 300 000 Papiermark. Das ist nicht nur r, das ist Volksbetrug. 5 schärfer tritt der Volksbetrug in die Erscheinung, wenn n der Hausbesitzer hat selbst 5000 Mk. eigenes Geld im Grumdstuck und 45 000 Mk. geliehenes Geld. Bei Abschä tzung zum Valutawert würde der Hausbesitzer zu seinen Gläubigern doch micht sagen:„Ihr habt mir 45000 Mk. geliehen. Ihr bekommt von mir das Sechs sache zurück.“ Nein, die 45 000 Mark wifrde er nur in Papier zurückzahlen und seine im Grundstiick stehenden 5000 Mk. hätten dann einen achs von 250 000 Mark. Man wird mir sagen, es sind doch einige da, die jetzt Häuser 0 zu teurem Preise gekauft haben, die müssen sich doch verzinsen. Ja, f wer eben über naunalen Wert bezahlt hat, hat es nur getan, um zu spekul eren, und dafiir soll er selbst das Risiko tragen, nicht aber die Allgem Weit
Der Entwurf eines Gesetzes über die Schutzpolizei ist 0 dem Landtage zugegangen. Die Sozialdemokratie hat alle Ursache, sich den Entwurf gründlich anzusehen.
Mandatswechsel im Landtag. Wegen Uebergangs in andere Be⸗
rufe haben die Abg. Dr. Müller vom Bauernbund und Obenauer 5 der Demokratischen Partei ihre Landtagssitze niedergelegt. An ie Stelle des letzteren tritt Rechtsanwalt Schreiber von Ober⸗ ö 9 15 e in den Landtag, dem er von 1919 bis 1921 an⸗ e.
Zwei Millionen Wohnungen zu wenig. Im„Wiederaufbau“ errachnet der Ministerialrat Krüger die Zahl der im gegenwärtigen Reichs gebiat seit Kriegsbeginn neugeschaffenen Ehen auf 3970 009. Da dauon die auffgolösten Haushaltungen, die Krüger auf 2170 000 schätzt, abgehen, fehlten somit 1800 000 Wohnungen für die durch 1 N ießung neu hinzugekommenen Haushaltungen. Dazu kommen 1 noch 200 000 Wohnungen für Flsichtlinge und etwa 20 000, die die ö Besatzungstruppen in Anspruch genommen haben. Rund 2 Mil men en fehlen uns in Deutschland also. Gegen diesen
ing der Wohnungsnot ist der Baumarkt viel zu schwach. — Geldmünzen zu 500 Mark. Von den Ersatzmlünzen im Nonn⸗ betrage von 1, 3 und 5 Mark, die auf Grund des Gesetzes vom 2850. Mai 1922 ausgeprägt werden sollten, konnte bekanntlich nur der — 1 werden. Im Hinblick auf die weitere 8 g der Mark hat sich die Reschsfinanzwerwal tung Deutsch⸗ lands entschlossen, Hartgeld in weit höherem Werte zu prägen, als dies bishex geschehen ist. Der Reichssinanzminister hat dem Reichs⸗ rat ele zugehen lassen, die die Ausprägung von Ersatz⸗ münzen im Nennwert von 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Mark vor⸗ sieht. Da es sich nicht um Währungsgeld, sondern nur um einen Er⸗ fslatz für Scheidenuingen handelt, soll niemand verpflichtet sein, Er⸗
satzmülngen im Betrage von mehr als dem 20 fachen des Nennwertes
der einzelnen Mlinzen in Zahlung zu nehmen.
— Schulferien und Kohlennot. Das Landes⸗Bildungsamt gibt bekannt, daß in Rllcksicht auf die Kohlennot gestattet wird, daß die Weihnachtsferien bis einschließlich 8. Januar verlängert werden und die Osterferien bef einer Dauer von vier Wochen am 10. März beginnen.
— Alten⸗Buseck. Am Silvestexabend hielt der hiesige Gesang⸗ verein„Eintracht“ sein diesjähriges Winterfest ab. Der Verein steht umter der Leitung des Herrn Konrad Nicolai aus Großen⸗Buseck.
Die zu Gehör gebrachten Chöre zeugten von ausgezeichneter Schu⸗
lung und befriedigten allgemein. Der Verein berechtigt zu guten Hoffnungen Neben anderen flott gespielten Theaterstücken erregte ein Trauerspiel„Die Sühne“ eine Dichtung von Körner, Bewun⸗ derung. Dieses Stlick von den mitwirkenden Personen mit einer erstaunlichen Sicherheit und natürlichen Wiedergabe gespielt, machte auf die Gäste offensichtlich einen erhebenden Eindruck, welcher sich beim Ende in stlürmischen Beifall auslöste. Für Dilettanten eine be⸗ wunderungswürdige Leistung. Den Darstellern Wilh. Kohl, Willi Valz und Fräulein Luise Becker gebührt aufrichtiger Dank. Auch die Mufik unter Leitung des Herrn Nicolgi gab ebenfalls Vorzlgliches. Nur hätte bei ihren Vorträgen im Sgale meyr Ruhe herrschen müssen.— Im allgemeinen kann die Feier als vorzliglich gelungen bezeichnet werden. Man hatte den Eindruck daß alle Anwesenden befriedigt nach Hause gegangen sind.— Dem Verein ein weiteres Blühen und Gedeihen!
f. Watzenborn⸗Steinberg. Am Sonntag fand hier die Weihe eines Krieger⸗Gedenlsteines für die im Weltkrieg Gefallenen statt. Man hatte sich aug, hier entschlossen, den 68 unschuldig Hinge⸗ opferten ein bleibendes Zeichen der Dankbarkeit zu setzen. Von Seiten der Bevölkerung wurde der Veranstaltung veges Interesse entgegengebracht. Es zeigt sich, daß das Völkermorden auch in unserer Gemeinde aroße Lücken gerissen, unsägliches Leid, Kummer und Elend über viele Familien gebracht hat. In dieser Hinsicht wäre noch manches zur Milderung zu tun, mancher Denkstein in anderem Sinne könnte da errichtet werden.— Die Weihe erfolgte in würdiger Weise, Liedervorträgen der Gesangvereine umrahm⸗ ten verschiedene Reden. Hervorzuhebe wären die Worte des Vorsitzenden der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbllebenen, der betonte daß wir den schönsten Gedenkstein setzen würden, wenn wir die Hinterbliebenen der Kriegsopfer so unterstützen würden, daß sie ein menschenwürdiges Dasein führen könnten und vor der größten Not bewahrt blieben— Der Entwurf des Denksteines stammt von Herrn Regierungsbaumeister Schneider, ausge⸗ führt ist er von Herrn Bllohauer Schrader in Großen⸗Linden. Möge dieser Gedenkstein auch zu gleicher Zeit ein Mahnstein fir die kommenden Geschlechter sein und mögen die Worte des Ge⸗ nossen bei Niederlegung des Kranzes des Arbeiter⸗Gesangvereins 4 Wunsch und Forderung werden:„Nie wieder
rieg!“
Von Nah und Fern.
Frankfurt a. M., 2. Jan. Für 10 Millionen Mark Trauringe unterschlagen. Der in einem hiesigen Gold⸗ warengeschäft angestellte Kaufmann Wilhelm Frank hat dem Geschäft nach und nach Trauringe im Werte von rund 10 Millionen Mark unterschlagen und sie in einem Kaffee an einen Artisten verkauft, dessen Namen er natürlich nicht kennen will. Die Unterschlagungen konnten durch falsche Buchungen lange nicht entdeckt werden.
Frankfurter a. M., 3. Januar. Frankfurter Getreide⸗ markt. Bei fester Geschäftslage wurden bezahlt für je 100 Kilo Weizen Mk. 31000 bis 32 000, Roggen Mk. 30 000, Gerste Mk. 26 000 bis 27 000, Hafer, inländischer Mk. 23 000 bis 26 000, aus⸗ ländischer Mk. 33 000 bis 35 000, Mais(La Plata und Mired) Mk. 30 000 bis 32 000, Weizenmehl, südd. Mk. 51 000 bis 55 600, Roggenmehl Mk. 43 000, Kleie Mk. 15000 bis 15 500, Erbsen Mk. 44 000 bis 50 000, Biertreber Mk. 19 000.
Frankfurt a. M. 3. Jan. Der Raubmord in Ecken⸗ eim. Der in einer Scheune im Stadtteil Eckenheim mit einer kt erschlagene und beraubte Unbekannte ist jetzt ermittelt wor⸗
den. Es ist der 1883 in Fürth geborene Johann Haller. Seine Ehefrau lebt hier seit drei Jahren getrennt von ihm.
Frankfurt a. M., 3. Jan. Liebesdrama. Der 38jährige Kaufmann Schäfer aus Stuttgart erschoß am Dienstag nachmittag in einem Hause der Seilerstraße seine 22jährige Geliebte, die Ver⸗ käuferin Anna Borrath, und tötete sich dann selbst durch einen Schuß in das Herz Der ehelichen Verbindung des Paares hatten sich klaum überwindbare Hindernisse in den Weg gestellt.
0 Die kleinste Uhr der Welt.
Uhrmachermeister Knöchel in Hanau hat in den Uhrturm eines Frankfurter Römertalers eine gehende Uhr eingesetzt. deren Zifferblatt so klein ist, daß die Zeit nur mit einer Lupe abge⸗ lesen werden kann. Die Uhr dürfte die kleinste der Welt sein.
Ein bestialischer Ehemann. Aus Schwetzingen. Der Taglöhner Heinrich Metzger forderte am Weihnachtsabend in später Stunde seine Ehefrau die schon zu Bett gegangen war, noch zum Fortgehen mit ihm auf. Als sie hierzu keine Lust ver⸗ spürte, stach er sie mit einem Messer in den Hals, ließ sie in ihrem Blute liegen und ging fort. Wie verlautet. ist die Frau ihren Verletzungen erlegen.
Beraubung einer Bank.
Die Filiale der Kommerz⸗ und Privatbank in Vechelde bei Braunschweig wurde am Donnerstag abend von Räubern überfallen. Diese drangen in den Augenblick in den Raum ein, als die Beamten der Bankfiliale mit der Abrechnung beschäftigt waren. Die Beamten wurden unter Drohung mit Revolvern zur Herausgabe des Geldes gezwungen. Nach den vorliegenden Meldungen spricht man von einer Gesamtbeute von rund einer Million Mark baren Geldes.
Zugzusammenstoß bei Breslau.
Ein Eienbahnzusammenstoß ereignete sich auf der Strecke Bres⸗ lau⸗Kamenz. Der Personenzug, der den Breslauer Hauptbahnhof in der Richtung Kamenz verläßt, fuhr kurz vor der Station Schönborn auf einen Güterzug auf. Drei Wagen desselben wurden in Stücke gerissen, weitere Wagen beschädigt. Die Maschine des Personenzuges entgleiste. Durch den Anprall wax der Gasometer explodiert, wodurch der Packwagen und der vordere Personenwagen Feuer fing, das aber durch die Geistesgegenwart des Lokomotivflihrers sofort gelöscht wer⸗ den konnte. Das Zugpersonal trug nur geringe Verletzungen dapon. Auch von den Passagieren wurden etwa 10 Personen nur leicht ver⸗ letzt. Tote sind nicht zu beklagen. Der Mgtexialschaden ist sehr groß. Der Unfall ist auf falsche Weichenstellung zurlickzuführen.
Was eine Schreibmaschine kostet!
Der Verband deutscher Schreibmaschinenfabrikanten hat eine weitere Erhöhung der Schreibmaschinenpreise vorgenommen, so daß nunmehr der Preis für eine normale deutsche Schreibmaschine 336 000 Mark beträgt.
Wetterkatastrophe in Newyork.
Hier herrscht seit einigen Tagen ein fürchterliches Unwetter. Mehrere Personen wurden bereits getötet und eine große Anzahl ver⸗ wundet. Die Stadt hat infolge des starken Sturmes, der zun Teil den Eisenbahn⸗ und Schiffahrtsdienst lahmlegte, nur noch für zwei Tage Kohlen.
Eine Weihnachtssammlung haben die New⸗Norker Stgalszeitung und die mit ihr verbun⸗ denen Blätter zugunsten der Notleidenden in Daeutschland veran⸗ staltet. Ihr Nesultat: 30000 Dollar, rund 280 Millionen Mark, ist Reichspräsident Ebert zur Verteilung übergeben worden, der sie im Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsminkster an die das Reichsgebiet umfassenden Zentralorganisatsonen der frejen Wohl⸗ fahrtspflege vertellte. Unmittelbar vor dem Fest gingen dem Reichspräsidenten nochmals 9000 Dollar als Schlußrate dieser Sammlung zu. Dor Reichsprästdent hat dem amerilanischen Blatt
den herzlichsten Dank des deutschen Volkes süd dsese Nemo
menschenfreundlicher Gestunung ausgesprochen.
Lokale Parteinachrichten. Verwaltungsbezirk: Wetzlar, Dillenburg, Westerburg, Hachenburg. Werte Genossen! Auf zum Protest gegen das Steuerunrecht, gegen die Beseitigung des Achtstundentages, gegen den unverschämten
Wucher! In folgenden Orten finden öffentliche Volksversam n statt und ich erwarte, daß ihr alles daran setzt, daß die—
lungen einen guten Besuch zu verzeichnen haben. Stärkt die Partei! Achtet auf das mationalistische Gefindel! Versammlungen. Januar, abends 8 Uhr in Atzbach, Sonntag, 7. Januar, nachmittags 3 Uhr in Kinzenbach, Sonntag, 7. Januar, abends 8 Uhr in Rodheim. (Referentin: Genossin Berta Jordan, Frankfurt a. M.) Samstag, 6. Januar, abends 8 Uhr in Dorlar, Sonntag, 7. Januar, nachmittags 3 Uhr in Garbenheim, Sonntag, 7. Januar, abends 8 Uhr in Naunheim. (Referentin: Genossin Alma Röhle, Frankfurt a. M.) Samstag, 6. Januar, abends 8 Uhr in Frankenbach, Sonntag, 7. Januar, nachmittags 3 Uhr in Crumbach, Sonntag, 7. Januar, abends 8 Uhr in Königsberg. (Referent: Genosse Kressel, Frankfurt a. M.) Samstag, 6. Januar, abends 8 Uhr in Vetzberg, Sonntag, 7. Januar: nachmittags 3 Uhr in Krofdorf⸗Gleiberg, Sonntag, 7. Januar, abends 8 Uhr in Launsbach. (Referent: Bez.⸗Sekretär Genosse Ot to, Frankfurt a. M.) Samstag, 6. Januar, abends 8 Uhr in Wißmar, Sonntag, 7. Jamar, nachmittags 3 Uhr in Odenhausen, Sonntag, 7. Januar, abends 8 Uhr in Sglzböden. (Referent: Bez.⸗Kassierer Genosse Dämisch, Frankfurt a. M.) Samstag, 6 Januar, abends 8 Uhr in Bo 5 Sonntag, 7. Januar, nachmittags 3 Uhr in Schwalbach, Sonntag, 7. Januar, abends 8 Uhr in Nauborn. (Referent: Genosse Ziegler, Wetzlar.) Samstag, 6. Januar, abends 8 Uhr in Allendorf, Sonnlag, 7. Januar, nachmittags 3 Uhr in Ulm, Sonntag, 7. Januar, abends 8 Uhr in Rodenroth. (Referent: Arbeiterdichter Mar Dortu, Wetzlar.) An die Arbeit! Mit Parteigruß! W. Knothe, Wetzlar.
Arbeitsrecht, Gewerkschaltliches, Arbeiterbewegung. Ein sonderbarer Schiedsspruch.
Der Schlichtungsausschuß Gießen fällte in seiner Sitzung am 21. Dez. v. J. einen Schiedsspruch, der in der Geschichte dieses Schl.⸗A. ein sonderbares Kuriosum darstellt. Es handelte sich um Lohndifferenzen zwischen den Arbeitgebern der oberhessischen Sägewerlsindustrie und ihren Arbeitern, vertreten durch den Deutschen Holzarbeiterverband. Zur Aufklärung sei zunächst be⸗ merkt, daß bis zum Jahre 1921 ffir das Sägegewerbe des gane Freistaates Hessen ein einheitlicher Tarifvertrag mit enhestlicher
Samstag, 6.
Lohnbildung bestand. Die Arbeitgeber in Oberhessen splitterten sich in der Folge ab, und es mußte mit diesen die Lohne
gesondert vorgenommen werden Daß sich die Organisation* Arbeiter bei ihrer Stellungnahme jeweils nach den für Südhessen vereinbarten Löhnen richtete, liegt auf der Hand, und so war es bei den verschiedenen Lohnverhandlungen in den letzten Monaten gelungen, die Löhne der oberhessischen Arbeiter nahe aa die Löhne in Suͤdhessen heranzuführen, teilweise, so für die jugendlichen Ar⸗ beiter, um Beträge von 10 bis 16 Mk. pro Stunde darüber hin⸗ aus zu bringen. Die letzte Lohnregelung war auf dem Wege
freßer Vereinbarung bis zum 9. Dez. mit einem Suitzenlohn von
197,50 Mk. in der dritten Tariftlasse(Alsfeld) getroffen. Für die diesmalige Lohnregelung boten die Arbeitgeber für die Woche vom 9. bis zum 16. Dezember einen Spitzenlohn von 217,00 Mk. gegensiber 218,50 Mk. in Südhessen, das waren 10 Prozent, für den Rest der Dauer des Lohnabkommens wurden weitere 25 Prozent, also insgesamt 35 Prozent geboten. Tamit konnte die Organisation der Arbeiter nicht abschließen, da das insgesamt für den Monat Dezember eine Lohnerhöhung von 75 Proz. gegenüber 95 Proz. in Südhessen gewesen wäre. Der Schl.⸗A. hatte nun über die Differenzen zu entscheiden. nahe, anzunehmen, daß der Schl.⸗A. die noch verbliebene ferenz teilen würde, womit sich die Arbeiter notgedrungen abge⸗ funden hätten, jedoch was tut derselbe? Er setzt für die Zeit vom 16. bis zum 31. Dez. einen Spitzenlohn von 270 Mk., das sind gegenüber dem Lohn von 217 Mk. rund 23 Proz., fest, und bleibt damit unter Ein rechnung der bereits bewilligten 10 no
um 2 Proz. hinter dem Angebot der Arbeitgeber in der Vorver⸗ handlung zurück. Und das Tollste, was dieser Schiedsspruch brachte, war, daß er zugleich bestimmte, daß zwar die Jugend- lichen unter 18 Jahren den gleichen Lohnzuschlag bekommen sollten, jedoch mit der Einschränkung, daß der Lohn dieser Ar⸗ beiter um mindestens 2 Mk. pro Stunde hinter Südhessen zurück⸗ bleibe. Welche Logik! Hinsichtlich der älteren Arbeiter trägt man keine Bedenken, den Lohn um 14 Mk. pro Stunde hinter Südhessen zurückzuschrauben, und hinsichtlich der Jugendlichen, von deren geringerer prozentualer Entlohnung die Arbeitgeber 102 kein Wort gesagt hatten, nimmt man einen Abstrich von 10 bis 12 Mk. vor, sodaß die verbleibende Lohnerhöhung lächerlich ge⸗ ring ist. Man richtet sich also nach Südhessen, wo etwas ab⸗ zugtehen üst, und läßt den gleichen Grundsatz, wo es sich um eine Aufbesserung handelt, nicht gelten. Das verstehe, wer kann. Gewisse Richtlinien und Grunssätze sollten auch die Schl.⸗A. bei ihren Entscheidungen sesthalten, sonst wird das gest Schlicht⸗ ungsverfahren zur Farce. Und noch eins. Angesichts solcher Schiedssprüche werden die Arbeitgeber Ursache haben, Angebote auf Lohnerhöhung in freier Verhandlung zwischen den Barteien überhaupt nicht mehr zu machen, da sie durch Schiedssprüche der Schlichtungsausschüsse ja billiger wegkommen. Ob das allerdings im Interesse der Fortentwicklung des Tarifwesens liegt, muß schon bezweifelt werden. Und angesichts solcher Erfahrungen wer⸗ den es sich die oberhessischen Verwaltungsstellen der freien Ge⸗ werkschaften auch überlegen müssen, ob sie nicht die Durchsetzung ihrer Lohnansprüche auf anderem Wege vorziehen, oder aber die Reorganisationf des ganzen Schlichtungsausschusses betreiben, ehe sie ihre Mitn ilkung fortsetzen. f.
Arbeiter⸗Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen in Gießen.
Verhandlung vom 3. Januar.
Die Bad⸗Naubeimer und Friedbecger Mitglieder des Südwestdeutschen Arbeitgeberverbandes für das Trans⸗ part⸗ Handels- und Verkehrsgewerbe sollen die Transportarbeiterlösme. die vom 1. bis 15. 12. 22 galten, vom 10. 12. 22 am um 25 v. H. erhöhen und vom 24. 12. 22 bis Ende Januar 1923 die Lähne zablen die in derselben Zeit in Gießen
gelten. Ueber den Wirkungsbeginn der Lohnregelung waren die Streikteile einig. Sie erhielten zwei Tage Erklärungssrist. In der Antragssache des Zentralverbandes der
Angestellten gegen die Ortskrankenkasse⸗ fit r Kreis Friedberg wegen Regelung V sesten Anstellung der Krankenbesucher und Hilfskräfte ergab die Verhandlung Uebepeinstimmung der Streitteile darüber. Enblohnung nach den Sätzen der hessischen Besoldungsordnung er⸗ folgen soll. Ueber die Eingruppierung im einzelnen und die Mur stellungen verhandeln sie zunächst unmittelbar wester.
Dem Einspruch von 13 Arbeitern der Gall! schen Ton- werke bei Gießen gegen Kündigung wegen Beendigung der Arbeit, für die sie eingestellt waren, gab der Schl.⸗A. nicht siantt.
In der Einspruchssache eines Arbeiters der Fabrik seuer⸗ sester Erzeugnisse Scheidhauer u. Giessüng in Mainz ⸗ kar wegen fristloser Entlasfung setzte er auf Antrag der Arben⸗
—
Es lag Dif⸗
der Entlohnung und


