Einzelbild herunterladen

N

.

PPP///

Monats⸗ Beilage

zum Gießener Anzeiger 10 1005

Der Willionste Rud. Sacksche Pflug. ö Ein Jubiläums⸗Rückblick.

Im Mai v. J. wurde von der Firma. Ru d. Sack, Leipzig⸗Plagwitz, der Millionste Pflug gebaut. Zur Wür⸗ digung dieses Erfolges, an welchem in unserer an große Zahlen gewöhnten Zeit mancher achtlos vorüberzugehen ge⸗ neigt sein dürfte, bedarf es eines Rückblicks auf die epoche⸗ machende Erfindung des Rud. Sackschen Pfluges vor nun⸗ mehr reichlich 50 Jahren sowie auf die folgende Entwicklung seiner Produktion in quantitativer wie qualitativer Hinsicht, aufgebaut auf eine zu Grunde liegende unanfechtbar richtige Idee und geleitet von dem scharf⸗ blickenden Auge des Praktikers und dem unausgesetzten Be mühen, das Werl bis ins kleinste aus⸗ zubauen und zu ver⸗ bessern.

Ohne Zweifel hat der damalige Landmann Rud. Sack, als er gegen Ende der vierziger Jahre des vorigen Jahr⸗ hunderts die ersten Pflüge nach seinem System baute, ge⸗ glaubt, damit etwas Fertiges geschaffen zu haben, und bei jeder neuen Verbesserung hat man gewiß gemeint, daß nun nichts mehr verbessert werden könne, und anderseits

ält es der heutige Landwirt, welcher die neueste Aus⸗ ührung des Sackschen Pfluges benutzt, eigentlich für selbst⸗ erständlich, daß dieser Pflug von vornherein und immer so gewesen sein müsse wie heute.

Und doch, wie unendlich verschieden ist die erste Kon⸗ struktion des Sackschen Pfluges von der letzten, und in wie vielen Etappen ist die Veränderung vor sich gegaugen! Ursprünglich bestand der Pflugkörper aus Gußeisen mit

vorgeschraubtem Stahlschar unter einem hölzernen Gründel und

Der Rud. Sacksche Pflug im Jahre 1860.

den eisernen Gründel und das Vorgestell mit stellbarem Landrade; in den siebziger Jahren entstanden der genietete eiserne 5 die Gelbsiführung mittels Doppel⸗ kette und die meisten der sogenannten Universalpflug⸗Gar⸗ nituren zur Umwandlung des Pfluges in andere Acker⸗ geräte, sowie viele Neukonstruktionen von Pflügen.

Die Periode von 1880 bis 1890 brachte die Querteilung des Stahlbelages, die stellbaren Handhaben, den geschweiß⸗ ten Doppelgründel und die Stahlguß⸗Unterkörper, damit zugleich die erhöhten Körper, während das letzte Dezennium des vorigen Jahrhunderts den Panzerstahlbelag, den Profil⸗ stahlgründel, sowie die aus demselben

herausgewalzten

Handhaben und das erste Jahr des neuen Jahrhunderts den öl⸗ und staubdichten Ver⸗ schluß der Radnaben hinzufügte, ungerech⸗ net viele kleine Neue⸗ rungen und Ver- besserungen in der Konstruktion desVor⸗ gestells und Vermehrung der Pflugkörpertypen, um allen Anforderungen des Bodens und besonderer Verhältnisse damit gerecht zu werden.

Eine nicht minder durchgreifende Veränderung als der Rud. Sacksche Pflug selbst hat die Art und Weise seiner Herstellung erfahren: im Anfange in hergebracht hand⸗ werksmäßiger Weise geschmiedet und genietet, befindet sich heute kein Stück mehr an dem har welches nicht in maschinellem Wege hergestellt wird: gepreßt, gewalzt, ge⸗ stanzt usw., wodurch das Ansehen des Ganzen den außer⸗ ordentlich gefälligen, sauberen und leichten Schnitt bekom⸗ men hat, und gleichzeitig die Herstellungskosten derart ver⸗ mindert sind, daß ein Plug einschließlich aller Verbesser⸗ ungen in Konstruktion und Material heute nur noch halb soviel kostet als im Anfange.

paßte zu dem damals überall gebräuchlichen Vorgestelle mit fester Achse und ungleich hohen Rädern,

Bis 1870 finden wir an Vervollkomm⸗ nungen den gußeiser⸗ nen Unterkörper mit

auswechselbaren Stablplatten belegt,

Was am Sackschen Pfluge aber keine Ver⸗ änderung erfahren hat, somit von vornherein sozusagen vollkommen gewesen ist, das ist die Form des Pflug⸗ körpers, d. h. die Bie⸗

ung des Streich⸗ leches, welches die

need

2