Ausgabe 
19.12.1920
 
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die, die wegen ihrer Sünden in ihren Herzen ge⸗ ängstet sind, die Gott in Seiner großen Barmherzig⸗ keit überführen kann, daß eine Kluft zwischen ihnen und Gott ist. Hast du, mein Leser, diese Über. zeugung? Dann ist diese Freudenbotschaft für dich, auch dir ist der Heiland geboren.

Weil Gott also die Welt geliebt hat, daß Er Seinen eingebornen Sohn gab, so ist nun das Herz aller Kinder Gottes, aller begnadigte Sünder, wo sie auch auf der Erde zerstreut sind voll Lob und Preis gegen Gott wegen solche unaussprechlichen Gabe.

Ehre sei Gott in der Höhe! das ist ihre Stimmung. Mit dem HeErrn, dem Friedefürsten, kam Friede auf die sonst so friedeleere Erde.

Dieser Friede ist eingekehrt zu allen Menschen, die durch Buße un Glauben Kinder Gottes geworden sind.

Der große Gott ha. es auf Sich genommen, der Versöhner der Menschheit zu werde und ein volles Lösegeld zu bezahlen.

Ja, wahrlich, es ist ein Wunder der Gnade, daß der HErr Jesus den Thron der Herrlichkeit verlassen mußte, um hienieden unschuldig und schmählich für uns zu leiden.

Wenn wir hier hineinblicken, so führt uns heilige Verwunderung zu wahr Anbetung und inniger Dankbarkeit.

Wenn wir die Lieb Gottes in der Krippe zu Bethlehem und am Kreuz auf Golgatha sehen, dann wollen wir unsere Schuhe ausziehen von unseren Füßen, denn wir stehen auf heiligem Boden.

Wir wollen mit der Schar, welche anbetend um den Thron Gottes steht, uns des wundern, was Gott getan hat. O. D.

2

Groß.

Es war etwas Großartiges, als sich der Himmel über Bethlehems nächtlichem Gefilde öffnete und die Menge der himmlischen Heerscharen Gott lobten und sprachen:Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen! Aber nicht minder köstlich, wenn nicht noch wunder⸗ barer, war das Anschauen des den Hirten kundgemachten Wunders im Stalle zu Bethlehem, überaus wunder⸗ bar die Huldigung jener Weisen aus dem fernen Osten, dieser Erstlinge aus den Nationen, dieSeinen Stern gesehen hatten im Morgenlande. Anbetungs⸗ würdig ist ferner die Geschichte von dem greisen Simeon, der auf den Trost Israels wartete und vor seinem Abscheiden den Gegenstand seines Wartens glückselig an sein Herz drücken durfte. Wunderbar und des Sohnes Gottes würdig waren die Engel⸗ erscheinungen in Gethsemane und in Josephs Garten;

aber mehr wohl ehrte Ihn das Bekenntnis des buß⸗ fertigen Schächers:HErr, gedenke an mich, wenn

Du in Dein Reich kommst! Wer von diesen Dingen aus Erfahrung zu reden weiß, der kann jubeln und jauchzen mit Maria, der demütigen, gläubigen Magd des HErrn, welche auf eine völlige Hingabe an Gott eingegangen war(Luk. 1, 39) und nun auf die Gabe aller Gaben hoffnungsfroh ausblickte:Meine Seele erhebt den HErrn, und mein Geist frohlockt in Gott, meinem Heiland! Lieber Leser, kannst du in diesen Lobgesang miteinstimmen? Dann bist du selig und wenn du so nicht selig bist, so wirst du's nimmermehr! B. K.

Bestegter Feind.

Der Grund, warum ich das Evangelium so herzlich liebe, ist der: Es hat mir die schlimmsten Feinde, die ich hatte, aus dem Wege geräumt Tod, Sünde und Gericht.

Ich denke zwanzig Jahre zurück, an die Zeit vor meiner Bekehrung, und ich erinnere mich, wie dunkel es in mir war, wenn ich an die Zukunft dachte. Da war der Tod als was für ein furchtbarer Feind erschien er mir! Ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen. Es war dort Brauch, das Alter der Verstorbenen mit Glockenschlägen kundzugeben. Ich pflegte die einzelnen Glockenschläge zu zählen. Zu⸗ weilen waren es sechzig oder achtzig, mehr als die gewöhnlich einem Menschen zugeteilten Jahre, wo der Mensch nur noch von geliehener Zeit zu leben scheint. Zuweilen aber waren es auch nur wenige Jahre, also der Verstorbene einer meines Alters. Das machte einen tiefen Eindruck auf mich. Ich war damals ein großer Feigling.

Wenn es ans Sterben geht, sagen manche:Ich fürchte den Tod nicht! Ich fürchtete ihn, und es erfaßte mich ein Grauen, wenn ich an die kalte Hand des Todes dachte, die auch mich ergreifen und in die Ewigkeit hineinversetzen könnte, in eine unbekannte Welt. Ich hatte damals furchtbare Gedanken von Gott aber die sind jetzt alle verschwunden. Der Tod hat seinen Stachel verloren, und wenn ich durch die Welt gebe, kann ich, wenn die Totenglocke läutet, jauchzen:Tod, wo ist dein Stachel?!

Jesus hat den Tod seines Stachels beraubt; Er nahm den Stachel des Todes in Sein Herz auf. Nimmst du eine Wespe und entreißt ihr den Stachel, so wirst du dich nicht mehr vor ihr fürchten, als wenn es eine kleine Fliege wäre. Der Stachel ist ihr ja genommen. Und du brauchst dich vor dem Tode nicht zu fürchten, wenn du in Christo bist. Christus ist für deine Sünden gestorben; die Strafe, der Sold der Sünde, ist der Tod. Auf Golgatha hat Christus den Sold auf Sich genommen, und darum gibt es nun keine Verdammnis mehr für dich. Alles, was der Tod jetzt von dir bekommen kann, ist der alte Adam, den du an dir trägst. Ich kümmere mich nicht darum, wie bald ich von ihm befreit werde.