Ausgabe 
18.1.1920
 
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auf, und es möchte für den Leser wohl einiges Interesse haben, dieselben näher zu betrachten. Zu erst laßt unsere Gedanken bei folgenden Worten weilen:Der König ward sehr betrübt, aber um seines Eides willen und derer, die bei ihm waren, befahl er, ihr das Haupt zu bringen.

Er war betrübt, sehr betrübt, aber dieses Gefühl hinderte ihn doch nicht, das Verbrechen zu begehen. Seine eigne große Schwäche entschuldigt und be schönigt er vor sich selbst mit dem eingebildeten Be denken, daß er doch seinen gegebenen Eid nicht brechen und sein Versprechen vor seinen Höflingen nicht zurückziehen könne, ohne sich in seiner Ehre etwas zu vergeben.

Welch eine Bestätigung für das Schriftwort zeigt sich uns hier:Das Herz ist ein trotziges und verzagtes Ding. Wer kann es ergründen!

Dieser Mann, welcher so bedenklich ist, seinen Eid zu brechen, ist eine verbrecherische Ehe ein gegangen und fügt zum Ehebruch den Mord. Nein, besser, ein rasches, ungerechtes Gelübde brechen, als Sünde auf Sünde zu häufen, um es zu halten. Besser, du zerreißest auf einmal die Netze der Sünde, welche deine Seele umweben, als daß du dich immer tiefer in dieselben verstricken läßt. Aber Herodes fürchtete die Menschen mehr als Gott, und darum, obgleich er sehr betrübt war, opferte er Johannes und entschuldigte sich damit, daß er es seiner Ehre schuldig gewesen, so zu handeln.

Fühlt der Leser bei Betrachtung dieses Bildes sich vielleicht getroffen? Gehörst du vielleicht zu denen, welche, wenn sie sündigen, sich selbst zu über⸗ zeugen wissen, daß sie genötigt waren, es zu tun? Du siehst dich vielleicht selbst als jemand an, der mehr zu bemitleiden, wie zu tadeln ist, weil die Verhältnisse dir nicht erlaubten zu tun, wie du wolltest, und es dir fast zur Notwendigkeit machten, in dem zu verharren, das nicht gut war. Du hast Zeiten der Gewissensunruhe und Reue, in welchen du danach verlangst, ein besseres Leben zu führen, aber die Welt, das Fleisch und der Teufel sind zu mächtig, und du bleibst Gott fern wie bisher. O hüte dich vor dem Betrug der Sünde! Du weißt es nicht, wohin sie dich noch führt! Ein oft bedrücktes Gewissen wird zuletzt stumpf und hart, und du könntest von Gott als eine verlorne Seele angesehen werden, welche nicht mehr die Last ihrer Sünde fühlt. Denkst du denn, daß Gott der HErr dir und deinen Mitmenschen ähnlich ist? Bildest du dir ein, daß du immer fortfahren kannst, ab- wechselnd Ihn zu beleidigen und dann seine Ver⸗ gebung erbitten; erst zu tun, was Er verbietet, und

dann durch ein paar Tränen und einige leere Seufzer

Ihn zu bewegen, dir Seine Vergebung zu gewähren? Irre dich nicht, Gott läßt Sich nicht spotten. Er läßt Sich nicht durch solche Gefühle der Reue, wie

Herodes für seine Mordtat einige Wahrheiten uns

wir sie eben beschrieben haben, täuschen, wenn du sehr betrübt bist und doch fortfährst zu sündigen.

Du hast noch nicht die göttliche Traurigkeit, welche wirkt zur Seligkeit eine Reue, die niemand gereut, und welche besteht in einem richtigen Gefühl für die Sünde und in einer heiligen Gottesfurcht Aber du stehst noch in der Traurigkeit, die den Tod wirkt, weil in ihr keine Selbstverurteilung, kein Schuldbekenntuis, sondern noch der Eindruck vor⸗ herrscht, daß die Verhältnisse dein Tun rechtfertigen, und daß Gott anstatt zu strafen, eher deine Ver⸗ gehungen mit Nachsicht ansehen müsse. Welche Pflicht hast du nun zu erfüllen, wenn du wirklich nicht bloß von der Schuld, sondern von der Macht der Sünde möchtest befreit werden? Kommt diese Frage aus einem aufrichtigen, ehrlichen Gewissen, dann ist die Antwort bereit:Übergib dich selbst ganz dem HErrn. Verlaß Herodias, welche uns gleichsam ein Bild der bestrickenden Sünde dar⸗ bietet, und laß jede Entschuldigung und Ver teidigung für die Sünde beiseite. Tue nicht das, was schicklich, sondern tue das, was recht ist. Mit dem Schwert des Geistes, mit dem Wort Gottes durchschneide den Knoten aller sündlichen Ver strickungen, und tritt ganz an des HErrn Seite. Laß nichts zwischen dir und dem Heiland stehen! Er ist willig, das, was hinter dir liegt, dir zu ver⸗ geben, wenn du nur den Frieden annimmst, der dir in der gnadenreichen Botschaft, in dem Evangelium geboten ist.

Jesus kann dir alles geben, was deine Seele braucht: Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Er lösung! Hast du auch viele Sünden auf deinem Gewissen, Sein Blut wäscht dich von aller Sünde rein. Er selbst, ohne Sünde, opferte Sich, damit du kannst dem lebendigen Gott dienen.

R Die Kraft der Vibel.

Im Gefängnis zu Talka(Chile) saß ein berüch⸗ tigter Bandit. Verbrecher seit seiner Kindheit, klebte an seinen Händen das Blut von mehr als einem Opfer; lange hatte er es verstanden, sich der irdischen Gerechtigkeit zu entziehen. Endlich festgenommen, wurde er zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe ver⸗ urteilt. Für einen Mann wie er, der das freie und wilde Leben in den Bergen gewöhnt, war das Ge⸗ fängnis schlimmer als der Tod. In seiner Er⸗ bitterung wurde er bald der Schrecken der Kerker⸗ meister wie der Gefangenen. Oft schlug er seine Wärter in der Hoffnung, von dem einen oder anderen durch einen Schuß hingestreckt zu werden. Glück⸗ licherweise war einer dieser Wärter ein Christ. Von Mitleid ergriffen, redete er mit seinem Gefangenen von Jesu, dem Sünderheiland, und erzählte ihm in kurzen Zügen Sein Leben nach dem Eoangelium. Der Sträfling horchte vorerst mit Verachtung, später