Herodias' Rache. „Da tanzte die Tochter der Herodias vor ihnen; das gefiel Herodes.“ Matth. 14, 6.
Es galt für sehr unanständig, schon in jenen Tagen und in jenem Lande, wenn ein Weib sich in den Näumen blicken ließ, die der Schwelgerei und dem Trunkgelage dienten. Nun gar an solchem Orte Tänze aufzuführen zur Belustigung solcher Prasser— es war der höchste Grad der Selbst— erniedrigung. Dieses unsittliche Auftreten der Tochter zeigt, daß sie bereits alles Gefühl für Anstand und Sittsamkeit verloren hatte. Daß es aber die Mutter war, die ihr Kind zu solchem Schritt bewegen konnte, scheint beinahe unglaublich. Dieser ganze Auftritt offenbart uns die Verdorbenheit des Familienlebens am Hefe Herodes' sowie die Anschauungen über jungfräuliche Keuschheit. Er verrät uns aber zu⸗ gleich die Racheg⸗fühle der Königin gegen Johannes. Um dieser Leidenschaft willen gibt sie ihre Tochter preis.
Das Gebaren dieser Jungfrau ist ein warnend aufgehobener Finger für die Jungfrauen aller Zeiten. Euer Benehmen an der Offentlichkeit kann nicht zurückhaltend und vorsichtig genug sein. Der„gute Ruf“ ist ein kostbares Kleinod, wertvoller für eine Jungfrau als Reichtum oder alle Vergnügungen. Ist er dahin, können Schätze und Freuden ihr ihn ersetzen? Ihr einmal befleckter Name wird nicht wieder fleckenlos werden.
Es kommt vor, daß junge Mädchen gegen die Eltern murreu, weil diese ihnen ihrer Meinung nach nicht genug Freiheit in ihren Bewegungen lassen. Indes wird der Tag sicherlich kommen, wo sie ein⸗ sehen werden, wie weise die ihnen von den Eltern auferlegte Beschränkung war. Junge Mädchen können nicht an gewissen modernen Tänzen teilnehmen, ohne die Grenzen der weiblichen Zartheit zu überschreiten. Die Herzenseinfalt ist etwas sehr Heiliges und zu— gleich etwas, was leicht getrübt wird. Darum ist es besser, das betrügerische Vergnügen zu fliehen, als etwas so Kostbares und dazu das Heil der Seele aufs Spiel zu setzen M. NN.
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Sehr betrübt doch!
„Sehr betrübt!— doch um seines Eides willen und derer, die mit ihm zu Tisch saßen, wollte er sie nicht lassen eine Fehlbitte tun.“(Matth. 14, 9.)
Das war die Entschuldigung eines Königs, als er eine Mordtat beging.
Jaohannes der Täufer hatte ohne Scheu dem König Herodes Vorwürfe darüber gemacht, daß er seines Bruders Philipp Weib geheiratet.„Es ist nicht recht von dir,“ sagte der Bußprediger,„daß du deines Bruders Weib habest.“ Herodias war natürlich über diese offenherzige Rede zornig ge—
worden. Sie konnte es nicht ertragen, daß ihre
Stellung bedroht war, und vielleicht fühlte sie auch die Schuld, welche ihr Gewissen belastete, zu rauh berührt; deshalb hätte sie am liebsten den frommen Tadler ihrer Sünden nicht mehr am Leben gewußt, Sie mochte wohl denken: das Grab muß für immer diesen kühnen und strengen Mahner zum Schweigen bringen; ihn, der es wagte, sie einer ruchlosen Leidenschaft anzuklagen, und der sie ihr verbrecherisches Leben nicht mit Ruhe weiter führen ließ. Herodias gab sich solchen Gedanken ohne Bedenken hin.„Herodes aber fürchtete den Johannes, denn er wußte, daß er ein frommer und heiliger Mann war und verwahrte ihn; und gehorchte ihm in vielen Sachen und hörte ihn gern.“ Deshalb beobachtete ihn der König, und anstatt gleich sich zu einer Bluttat zu entschließen, wählte er den Mittelweg und ließ Johannes greifen und in das Gefängnis bringen.
Aber, obschon Johannes nun aus dem Wege geräumt war und damit nicht mehr zu befürchten war, daß seine beleidigenden Vorwürfe noch ferner das Ohr des Herodes und seiner schuldigen Genossin erreichten, war Herodias doch noch nicht zufrieden. Johannes lebte! und so lange wurde sie ihres Lebens nicht froh. Sie konnte ihm nicht vergeben; seine Auklage haftete tief in ihrer Seele, welche, von Bitterkeit, verletztem Stolz und Wut erfüllt, nach Rache dürstete. Johannes sollte sterben, damit er für immer zum Schweigen gebracht würde. Aus dem Grabe konnte keine Stimme sie mehr in ihrer Lust stören. So wartete sie nur auf eine Gelegen heit, um Herodes zu dem Entschluß zu bringen, Johannes töten zu lassen.
Und es kam ein gelegener Tag, als Herodes auf seinem Jahrestag ein Abendessen gab. Die Tochter der Herodias tanzte vor ihm. Und sie gefiel dem König wohl, darum verhieß er ihr mit einem raschen Eid, daß er ihr geben wolle, was sie ihn bitten würde, und wenn es die Hälfte seines Königreichs wäre.
Die Gelegenheit war gekommen. Das Mädchen antwortete, nachdem es vorher seine Mutter um Rat gefragt hatte:„Gib mir das Haupt Johannes des Täufers auf einer Schüssel.“
Da wurde der König sehr betrübt. Er hatte nicht erwartet, daß diese Lustbarkeit solch schreckliches Ende nehmen würde. Doch um seines Eides willen, und um derer willen, die mit ihm zu Tisch saßen, wollte er diese Bitte nicht versagen. Befangen in einem falschen Begriff von Ehre, beherrscht von einem feigen Schamgefühl, befahl er, das Haupt des Johannes dem Mädchen zu bringen.
Und bald gab der König dem Henker den Blutbefehl. Der ging hin und enthauptete den Johannes im Gefängnis und trug sein Haupt auf einer Schüssel zu dem Mädchen, und das Mägdlein gab dasselbe seiner Mutter.
So endete diese schreckliche Geschichte. Da drängen sich bei Betrachtung der Entschuldigung des
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