Ausgabe 
15.8.1920
 
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Kürasster F.

Im Jahre 1750 war L. Kürassier in Berlin. Er hatte das Zeugnis eines guten Soldaten, war aber dabei ein ruchloser Mensch. Nicht nur hatte er von Jugend an eine wilde Gemütsart, sondern er ließ sich auch mit den Jahren ganz in den Sünden⸗ dienst hineinziehen. Neben anderem trieb er auch die Taschenspielerkunst. Viele Jahre war er nimmer zur Kirche gegangen. Da an einem Sonntag, als er an der Dreifaltigkeitskirche vorübergeht, bekommt er einen starken Antrieb, in diese hineinzugehen und zu hören, was gepredigt werde. Als er hineintritt, sagt der damalige Feldprediger H. gerade die Worte: Es möchte doch ein jeder der noch Unbekehrten die Worte des kanaanäischen Weibes auf sich anwenden

und sagen:Ach HErr, Du Sohn Davids, erbarme

Dich mein! Denn meine Seele wird vom Teufel übel geplagt. Ja, mancher dürfte sagen:Meine Seele wird von mehr als einem Teufel geplagt, vom Sauf.:, Spiel- und Hurenteufel. Diese Worte fuhren unserem Kürassier wie ein Donnerschlag ins Herz, und es hieß bei ihm: Ein solcher Mensch bist du. Als er hierauf einen Mann neben ihm fragte, wer der Prediger sei, und die Antwort erhielt:

Kennt er ihn denn nicht? Es ist ja euer Feld.

prediger, da vermehrte sich die Angst seines Herzens noch. Um sie los zu werden, suchte er nach der Kirche seine gewöhnliche Gesellschaft auf, fand aber hier keine Ruhe. Deshalb ging er in sein Quartier und forderte von seiner Wirtin Bibel und Gesang⸗ buch, die höchst verwundert über ein solches Be⸗ gehren ihm beides aushändigte. Er hoffte durch das Lesen in diesen beiden Büchern seine Angst zu beschwichtigen; allein sie wurde so groß, daß er gar nicht fähig zum Lesen war. In der folgenden Woche hatte L. eine Aussprache mit seinem Feld⸗ vrediger, und dieser fragte ihn:Nun, wie steht es mit Ihnen? Er antwortete:Mein Herr Prediger, recht schlecht. Ich bin ein erschrecklich großer Sünder.

Der Prediger, der nichts von dem wußte, was am Sonntag mit ihm vorgegangen war, ließ sich's er⸗ zählen, und seine Seele freute sich über die Hirten. treue des HErrn, der die Verloruen auf allerlei Weise sucht. Er nahm sich des Bekümmerten herz lich an und zeigte ihm aus dem Evangelium Den⸗ jenigen, der keinen Sünder hilflos und ungetröstet von Sich weist, wenn er Ihn bußfertig und gläubig sucht. L. nahm diefe Anweisung mit großer Freude an. Er fand bei Jesu Trost und Ruhe für sein geängstetes Herz und war in Zukunft vor allen seinen Kriegskameraden, die ihn in seinem vorigen Zustande kannten, beides, ein Wunder und ein wirk⸗ sames Beispiel davon, daß es auch dem gottlosesten Menschen möglich sei, ein Kind Gottes zu werden. Er machte auch seinem Bekenntnis Ehre und bewies sich dabei als ein rechtschaffener Soldat. Als er in der Schlacht bei Frankfurt a./Oder ein Quetschung an den Füßen davontrug und hierauf seinen Abschied erhielt, begab er sich nach Haus zu Frau und Kindern, wurde in Bt Waisenvater und ging endlich dort selig zur Ruhe des Volkes Gottes ein

D

Erst Selbsterkenntnis.

Gott will von uns Menschenkindern erkannt sein Der Weg zu wahrer Gotteserkenntnis führt erst durch die Tiefen der Selbsterkenntnis. Wenn wir uns selbst erkennen lernen und in unserem verlornen Zu⸗ stand weder aus noch ein wissen, dann öffnet uns das Erbarmen Gottes das Verständnis für wahre Gotteserkenntnis. Wir erkennen Ihn in dem Opfer Christi als den Gott, der die Sünden vergibt und unsere Missetat hinwegtut. Wir erkennen Ihn als den Gott des Friedens, der unsere Herzen selig⸗ machen will in der Tat. O daß wir Übung hätten im rechten Eindringen in die Erkenntnis Gottes, die uns gegeben ist zu unserer Seelen Seligkeit!

Versammlungs Anzeigen.

Bezirk Gießen. Stadtmission Gießen, Löberstraße 14 Jeden Sonntag 1% Uhr Sountagsschule; 4 Uhr Jungfrauenverein; n Uhr Bersa mwg; Uhr Christlicher Verein junger Männer; eben Mitich ½ e Dibeistunde; jeden Freuag Uhr Gebetsstunde. N Bezirk Bellnhausen. Jeden Soumtag 2 Uhr Bersammlung im Vereinshaus Bellnhausen. N

Bezirk Friedberg. Stadtmission Friedberg, Ludwigstr. 24.

Jeden Sonntag vorm. 11 Uhr Sonntagsschule; nachm. 4 Uhr Unter⸗ haltungsstunde für die Jugend; abends 8½¼½ Uhr Predigtgottesdienst; Dienstag abends 8 Uhr Blaukreuz⸗ oder Frauenstunde; Mittwoch abends Uhr Jugendbund; Donnerstag abends Uhr Bibel⸗ und Gebetsstunde.

Bab Nauheim; Erholungsheim Bethesda, Frankfurter Str. 87½. Jeden Dienstag und Donnerstag abends Uhr Bibelstunde. Stammheim und Schwalheim. Jeden Sonntag Versammlung.

Bezirk Nidda Schotten.

Nibde(in Burg he). Jeden Sonntag abenbs 9 Nin Derfemmlung jeben Montag abends 9 Uhr Gebetsstunde; ieden Dienztag abends 9 Nr Bibelstunde.

Schotten, Hauptstr. 99. Jeden Sonntag mittags 12½ Uhr Seu tagsschule; jeden Sonntag abends 9 Uhr Bersammlung, jeben Mittwoch abends 9 Uhr Bibel und Gebetsstunde.

Anderungen siehe Tageszeitung der Orte. n

Bezirk Sellnroö. Jeden Sonntag abends Uhr Bersammlung und eden Mittwoch und Freitag Gebetsstunde mit Bibelbetrachtung.

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