Ausgabe 
5.12.1920
 
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soll ich fliehen vor Deinem Angesicht? Zu groß ist

meine Missetat, um vergeben zu werden! Doch Gott blickte in Erbarmen auf ihn nieder; Gott wartet ja nur auf die Buße und Umkehr des Sünders, um ihm Vergebung und ewiges Leben schenken zu können. In dieser Verfassung begab sich Kapitän D. mit seiner Frau eines Abends in eine Versammlung, wo das Evangelium verkündigt werden sollte. Herr M. verkündigte an der Hand des Wortes Gottes den zahlreichen Zuhörern Gottes große Gnade gegen schuldige Sünder. Er suchte den Seelen ein⸗ fach und klar zu zeigen, wie alle Menschen auf Grund ihres Tuns und Seins vor Gott verloren und schuldig sind, wie aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, nicht den Tod und das ewige Ver⸗ derben des Sünders will, sondern daß er gerettet werde, umkehre und ewiges Leben ererbe. Unser Kapitän lauschte aufmerksam. Daß er schuldig und verloren war und nur Zorn und Gericht von seiten Goltes verdient hatte, das erkannte er schon seit einiger Zeit von Herzen an. Aber es schien, als könne er die Liebe und Gnade Gottes nicht fassen; er sah in Gott nur den gerechten Richter, aber nicht denHeiland⸗Gott, welcher will, daß alle Menschen errettet werden. Nach Schluß der Versammlung ging Herr M. auf den Kapitän zu und fragte ihn einfach und gerade:Lieber Herr Kapitän, sind Sie errettet?

Nein, lautete die Antwort,und ich fürchte, daß es für mich keine Rettung gibt.

Würden Sie denn nicht froh sein, wenn der HErr Jesus heute abend Ihre Sünden auf Sich nähme und dieselben vor Gottes heiligen Augen sühnte und beseitigte?

O, wenn das geschähe, dann wäre ich der glücklichste Mann in P., denn meine Sünden sind mir eine Last geworden, die ich fast nicht mehr tragen kann!

Ja, aber da muß ich Ihnen sagen, Herr Kapitän, Christus kann Ihre Sünden nicht mehr auf Sich nehmen, heute abend nicht, auch morgen abend nicht, auch nächstes Jahr nicht.

Als der Kapitän diese Worte vernahm, wandte er sich zu seiner Frau:Komm, Elisabeth, wir wollen gehen; man sagt uns, daß Christus unsere Sänden niemals tragen und hinwegtun könne.

Halt, Herr Kapitän, fiel ihm Herr M. ins Wort,was ich Ihnen sagen wollte, ist erst zur Hälfte ausgesprochen. Lesen Sie doch mit mir diese Stelle in Gottes Wort. Damit schlug Herr M. die Stelle 1 Petri 2, 24 auf und las langsam und deutlich:Welcher selbst unsere Sünden an Seinem Leibe auf dem Holz getragen hat. Nimmt Christus unsere Sünden auf Sich, wenn wir gläubig werden?

Natürlich kann Er sie dann erst auf Sich nehmen, meinte der Kapitän.

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Aber hören Sie doch, lieber Freund, was Gottes Wort hier sagt:»Welcher selbst unsere Sünden an Seinem Leibe getragen hat«; wann ist denn der HErr Jesus am Kreuz gewesen?

Vor fast neunzehnhundert Jahren, antwortete der Kapitän.

Nun denn, Herr Kapitän, der Sie heute abend in Ihrer Seelennot zu Jesu kommen, hören Sie, bitte, wenn der HErr Jesus dort am Kreuze vor fast neunzehnhundert Jahren Ihre Sünden auf Sich genommen, getragen und gesühnt hat, kann Er sie dann heute nochmals auf Sich nehmen?

Nun wurde es mit einemmal licht in des Mannes Seele, und er rief aus:O, jetzt sehe ich es: Er hat meine Sünden getragen, es ist ge schehen dort am Kreuze! Tränen der Freude strömten über des Mannes Wangen; er hatte nun Frieden, Frieden mit Gott durch unseren HErrn Jesum Christum.

Vielleicht geht es einer einzelnen Seele unter unseren Lesern ähnlich wie jenem Kapitän. Gott hat dir deine Schuld und Sünden in Seinem Lichte gezeigt, und du rufst aus tiefster Seele um Gnade und Errettung. Aber vielleicht meinst du, wie so manche, der HErr Jesus müsse noch deine Sünden auf Sich nehmen, und darauf wartest du. Oder aber du glaubst, selbst deine Sünden auf Ihn legen zu müssen und fürchtest immer, diese und jene Sünde noch nicht erkannt und auf Ihn gelegt zu haben. So kommst du niemals zum Frieden, son⸗ dern wirst immer unglücklicher, ja schließlich ganz verzweifelt. Aber höre heute, was Gottes Wort dir sagt. Es sagt dir weder, daß der HErr deine Sünden noch auf Sich nehmen werde, noch auch, daß du sie auf Ihn legen müssest, sondern die Heilige Schrift zeigt dir klar und deutlich, daß der HErr Jesus für Gottlose und Verlorne die Sünden schon getragen und gesühnt hat dort am Stamme des Kreuzes; und zwar hat Gott sie auf Ihn ge⸗ legt, so wie Er sie kennt und gesehen hat. Nun darf jeder kommen, der Vergebung und Erlösung sucht, und darf erkennen und finden, daß alles bereit ist, daß Gott den bußfertigen Sünder an⸗ nimmt und alsbald jeden rechtfertigt, der des

Glaubens an Jesum ist.(Röm. 3, 26.) Dann darfst du mit allen Gläubigen rühmen:Die

Strafe lag auf Ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch Seine Wunden sind wir geheilt.(Jes 53, 5.)Wir alle irrten wie Schafe, wir wandten uns ein jeder auf seinen Weg, und Jehovah hat Ihn(den HErrn Jesum) treffen lassen unser aller Ungerechtigkeit.(Jes. 53, 6.) Ist das nicht genug zu deinem Heil? G. B. d. F

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