Dem anonymen Schreiber des mir am 31. März überschickten schlecht stylisirten Briefes, worin mir auf zudringliche Weise eine stylistische Vorlesung zehalten wird, diene zur Nachricht, daß ich kein Correspondent des jüngsten Tages und nicht Verfasser der gegen die Herren Ferber, Peppler ꝛc. geführten Polemik bin.
Der mir unbekannte Briefschreiber meint den either öfters mit mir verwechselten, gegenwärtig in Frankfurt anwesenden stud. theol. Adolph Welker. Gießen den 3. April 1848. f 5 Hermann Welker stud. med., aus Gießen.
An den Verf. des Art.: Rügengericht mit dem Motto:„Sechs Tage sollst Du arbeiten ic.“ in 4 21 d. j. T..
Herr Falkenberg!
i„Du sollst kein falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten.“
Haben Sie es sich denn zur Aufgabe gemacht, die Menschheit zu belügen?— Nach dem von Ihnen, freilich anonym veröffentlichten Artikel muß man es glauben, wenn man die Aussagen mehrerer ehrenwerther und glaubwürdiger Zeugen damit ver⸗ gleicht. Eine so verschmitzt entwickelte Lügenkette, die ihres Gleichen nicht so bald findet, läßt auf einen schon geübten Lügner und Verleumder schließen. Ganz davon abgesehen, daß Ihre Sprache,— und die Sprache zeichnet doch den Charakter— voll von Gemeinheiten ist, daß Ihre kaffeeschwesterliche Lästerzunge mit zierlichen Fraubaasereien über die Magd, den Corridor, die Armenkreuzer, sogar über Gedrucktes und Ungedrucktes mit neidischem Sticheln sich ausläßt, was von Edelgesinnten hier nicht bekrit⸗ telt worden wäre, und gegen Sie keine Widerle⸗ gung verdient, wollen wir nur das mit dem Kraftwort „Polizeiherr“ bezeichnete, von Ihnen mit Unwahrheit, (man möchte es mehr als schuftige Lügenhaf⸗ ügkeit nennen) Vorgefuͤhrte, wahrheitsgetreu dar⸗ thun. Ihr freilich hier„bekannter“ Hr. Schwiegervater A. Ziegelstein, hatte erstens an jenem Samstage durchaus Nichts vorzutragen, am wenigsten aus den Propheten, was, wie die ganze Gemeinde weiß, nur dem Vorsänger zukommt; zweitens, wer, gibt dem gottesfürchtigen A. Ziegelstein das Recht, durch lautes Nachplappern die allgemeine Andacht zu stören? Hr. Dr. Levi machte ihn darauf auf- merksam, nicht als Rabbiner, sondern als Mitglied der Gemeinde. Nun fragen wir Sie, den Hrn. Schwiegersohn, ob ein Recht, das jedem Gemeinde⸗ mitglied zusteht, wenn seine Andacht durch Ihren
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brummelnden demselben ein Zeichen zur Ruhe zu geben: ob dieses
laut Schwiegervater gestört wird, Recht, das eben nur damals Dr. L. in Anspruch nahm, demselben als Unterbrechung des Gottesdien— stes angerechnet werden kann? Hätte A. Z. Hrn. L. nicht beleidigen wollen, würde er den bezeichneten Abschnitt leiser nachgesprochen haben, und überhaupt ruhig geblieben seyn. Nein; er mußte seinem Gifte Luft machen, und der zur Ruhe Ermahnende sieht sich genöthigt, eilends das Erste Beste zu ensgegnen. Nach ruhiger und anspielungsloser Predigt besucht Dr. L. den Clubb. Man verlangt nach ihm. Mitterlich weinend fleht Z. Frau,„die Grobheiten ihres Man— nes zu entschuldigen.“ Nach Tische wird Hr. L., der vielleicht entschlossen war, solcher Gemeinheit bei competenter Behörde zu begegnen, von Ihrem Hrn. Schwiegervater und Fr. Schwiegermutter beehrt, die in tiefster Trauer und Klagen, in Heulen und Schluchzen, in Reue und Leid um gütigste Ver⸗ zeihung bitten, wobei Ihre Schwiegermutter noch ausdrücklich bemerkte:„Verzeihen Sie doch! Es war eine Dummheit von meinem Manne.“ Bereitwillig ertheilte der Beleidigte dieselbe.
Nun kommen Sie, da Sie fest versichert sind, Hr. Dr. L. gibt auf Ihre, wer weiß wo zusam⸗ mengestoppelten und erdichteten, Lügen keine Antwort, nach solchen vorliegenden Thatsachen, von denen Sie unterrichtet seyn müssen, nachdem Abbitte gethan ist, und verdrehen das Ganze, als„hochwohlgebor— ner“„wohlgeborner“ oder wer weiß wie geborner Schwiegersohn, zu Gunsten Ihres berüchtigten Schwiegervaters, und vertheidigen und bemänteln eine Bosheit desselben, die er selbst zugestanden hat, und schämen sich nicht, einen Mann in einem Schul- meistertone, den Ihnen Jedermann besser zugetraut hätte, zu beschuldigen, über dessen„Würde“ zu ur⸗ theilen, Ihnen der Verstand ausgeblieben ist und die Flügel nicht gewachsen sind.
Anfrage: Haben Sie denn, der Sie neulich
von einem hiesigen Geistlichen, viel— leicht Ihres gesitteten Betragens halber entlassen wurden, der sämmt⸗ lichen Geistlichkeit Rache geschworen?
Beantworten Sie sich dieses selbst. Jegliche öf— fentliche Entgegnung ist nur ein neues Pröbchen Ihres Münchhausen-Genies.
Eduard Kaufmann und andere— Freunde der Wahrheit.
Welche Aussichten bieten die Republiken?
Keine Volksversammlung war bis dahin stärker besucht, in keiner heerschte mehr der Geist des Miß⸗
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ö Mit Energie beseelt bestrafen sie jeglichen Frevel; Den ein Kaiser sich anmaßt, ein König oder ein Herzog; enen strafen sie blos, indem sie ihm ernstlich verweisen, Dort den setzen sie ab, und diesen, o blut'ges Entsetzen!
da; seit Napoleons Zeit ging es ganz in verschiedene Staaten auseinander, die, nachdem das französische Joch von uns abgeschüttelt war, durch die Verbin—


