Ausgabe 
31.10.1897
 
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Gießen, Sonntag, den 31. Oktober

1897.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

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Ausgabe Gießen.

andeszeitung.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Medaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

Gemeinsame Satzungen er landwirtschaftlichen Provinzialvereine d 1 des Großherzogtums.

be E g h Dias neueste Regierungsblatt veröffentlicht die gemein⸗

b me 5 1 anne neue Satzungen der drei hessischen landwirtschaft⸗

1 0 00 9 chen Provinzialvereine. Nachstehend bringen wir die

105 10 Alle zn, uighligsten Bestimmungen zum Abdruck:

mag 1 1. In jeder der drei Provinzen des Großherzog⸗

i aba 10. ein landwirtschaftlicher Verein als Pro⸗ ovp 1 verein.

Bat boten, 15 2. Der Zweck der Vereine ist die Vertretung der

u 150 zrteressen der Landwirtschaft treibenden Bevölkerung des ane e Moßherzogtums in jeder Beziehung, im besonderen die

z dun 21 1 berbesseeung des landwirtschaftlichen Betriebs und der

S a andwirtschaftlichen Gewerbe.

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5 3. Die Mittel der Vereine werden aufgebracht lunch Beiträge der Mitglieder, aus etwaigen Zuschüssen des Staates und aus freiwilligen Zuwendungen. Ueber te Verwendung der Mittel beschließt jeder Verein nach Ratgabe seiner Satzungen.

e d nig sg eng§ 4. Mitglied eines landwirtschaftlicheu Provinzial⸗ Abd e beeins kann jeder Landwirt und Freund der Landwirt⸗ dae wee e aft werden. Aufnahmefähig sind ferner Gemeinden, m8 a ee e gereine und Genossenschaften, welche durch ihre Vorstände udn an e endeten werden. und mem 5 10. Zur Vertretung und Verwaltung der gemein⸗ n gb men Angelegenheiten der landwirtschaftlichen Provinzial⸗ ego g eee be reine, sowie zur Wahrnehmung der Gesamtinteressen des W beg e andwirtschaftlichen Berufsstandes des Großherzogtums ine bn e besteht der Hessische Landwirtschaftsrat. ae eee d 11. Dem Landwirtschaftsrat gehören an: 1. die gräfidenten und Vizepräsidenten der drei landwirtschaft⸗ schen Provinzialvereine, 2. je fünf von dem Ausschusse ines jeden landwirtschaftlichen Provinzialvereins auf die Dauer von drei Jahren zu wählende Mitglieder, 3. drei jon dem Ausschusse des Verbandes der hessischen land kirtschaftlichen Genossenschaften auf die gleiche Zeit zu pählende Mitglieder. Dem Landwirtschaftsrate gehören kerner mit beratender Stimme der von ihm ernannte Heneralsekretär und die Sekretäre der land wirtschaftlichen Provinzialvereine an.

§ 12. Außerdem ist dem Landwirtschaftsrate vor⸗ behalten: a. Vertreter von landwirtschaftlichen Spezial⸗ Fachverelinen, welche ihre Thätigkeit über das ganze Land krstrecken, gegen Uebernahme einer angemessenenen Kosten⸗ heitragspflicht als vollberechtigte Mitglieder oder zu den ünschlägigen Einzelberatungen heranzuziehen. b. hervor⸗ iagende Sachverständige auf dem Gebiete der Landwirt⸗ haft, Volkswirtschaft und der Wissenschaften zu außer⸗ hedentlichen Mitgliedern mit beratender Stimme zu muennen.

§ 14. An den Beratungen des Landwirtschaftsrats und der Provinzialvereine können die von dem Ministerium lestimmten Beamten jederzeit Anteil nehmen und haben geßhalb der Landwirtschaftsrat und die Provinzialvereine te Versammlungen unter Angabe der zu beratenden wh i Ww pd Hegenstände stets rechtzeitig anzuzeigen. ns, ae eb 8 15. Der Landwirtschaftsrat ist berechtigt: aus 0 10 nppbebung gener Anregung jederzeit Anträge und Vorschläge an die Nane ee Negierung gelangen zu lassen, sowie verpflichtet: als

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dung schnischer Beirat der Regierung auf deren Anforderungen n np un de Gutachten über Gegenstände der landwirtschaftlichen Gesetz⸗ deute Alen wf lebung, der Verwaltung, des landwirtschaftlichen Betriebs u, 2b 1100, er Landeskultur und Volkswirtschaft zu erstatten. Der aalen bab M. kandwirtschaftsrat kann für dauernde oder vorübergehende 19 fle mug A wecke zur Vorbereitung und Berichterstattung der in 0 Nie, 1 f beratung stehenden Gegenstände Ausschüsse, bei deren p. 110 1 dusammensetzung er nicht an seine Mitglieder gebunden 10 dl pe, st, ferner Einzelberichterstatter bestellen.

u An e pn 9.16. Der Landwirtschaftsrat beschließt über die v zulpb In berwendung der ihm zur Förderung der Landwirtschaft gu m e berwiesenen Mittel und leitet die ihm unterstellten ge⸗ uu p. bteinsamen Veranstaltungen der drei landwirtschaftlichen zu d 5 Appinzialvereine nach den hierfür getroffenen Bestim⸗

dungen, im übrigen nach freier Entschließung. 5 9 19. Die Verwaltungskosten des Landwirtschaftsrats baden, soweit ihm Einnahmen nicht aus anderen Quellen Alleen, durch eine Umlage auf die landwirtschaftlichen e inzialvereine und den Verband der landwirtschaftlichen ssenschaften nach Maßgabe der Kopfzahl ihrer voll⸗ G chtigten Vertreter im Landwirtschaftsrate gedeckt. e d 20. Alle fünf Jahre mindestens findet eine General⸗ ersammlung der drei land wirtschaftlichen Provinzialvereine 2 10 W eh Landes statt, welche auf Beschluß des Jane eschafg 1b 0 gel us von dessen Präsidenten berufen und geleitet wird. 1 nge in der Wahl des Versammlungsortes soll ein ständiger Vehsel unter den drei Provinzen stattfinden. In der sehel soll mit dieser Versammlung eine landwirtschaftliche laldesausstellung verbunden werden, für welche der Land⸗ lirtschaftsrat im Einvernehmen mit dem betreffenden rovinzialverein die erforderlichen Anordnungen und Be⸗ mungen krifft

kbrales und Provinzielles.

Gießen, 30. Oktober. In den Kreisen r Landwirte wurde schon mehrfach der keingende Wunsch ausgesprochen, es moge die segierung nach dem Vorgange anderer deutscher hundesstaaten auch für die hessischen Bauern orn⸗Lagerhäuser auf Staats kosten sebauen und diese gegen billige Pacht den ge⸗ sossenschaftlichen Organisationen der Landwirte ar Verfügung stellen. Jetzt hat eine Anzahl

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auf Staatskosten in den dafür geeigneten Lan⸗ desbezirken, einen Betrag von bis zu 500000 A4 aufzuwenden. Die hierzu erforderlichen Mittel sind auf dem Wege des Staatskredits zu ver⸗ schaffen und soll der genannte Betrag in das Budget für 1897/1900 einzustellen sein.

* Gießen, 30. Oktober. Die Ernte-Er⸗ trägnisse in der Gemarkung Gießen für das Jahr 1897 stellen sich nach Feststellung der Feldgeschworenen wie folgt: Getreide: Weizen, 136 Hektar bebaute Fläche, pro Hektor 22 Dop⸗ pelzentner Ertrag. Roggen, 260 Hektar bebaute Fläche, pro Hektar 19 Zentner Ertrag. Gerste, 2 Hektar Winter- und 55 Hektar Som⸗ mergerste bebaute Fläche, pro Hektar 22 resp. 20 Doppelzentner Ertrag. Hafer, 256 Hektar bebaute Fläche, pro Hektar 22 Zentner Ertrag. Erbsen, 18 Hektar bebaute Fläche, pro Hektar 16 Doppelzentner Ertrag. Wicken, 4 Hektar bebaute Fläche, pro Hektar 14 Doppel- zentner Ertrag. Kartoffeln, 205 Hektar bebaute Fläche, pro Hektar 150 Doppelzentner Ertrag. Runkelrüben(für Futterzwecke), 82 Hektar be⸗ baute Fläche, pro Hektar 400 Zentner Ertrag. Kohlrüben, 5 Hektar bebaute Fläche, pro Hektar 300 Doppelzentner Ertrag. Bebaute Flächen von Raps und Rübsen, 21 Hektar; Klee zu Samen, 70 Hektar; Luzerne, 35 Hektar; Mais, 1 Hektar; Grassaat aller Art, 60 Hektar; Heu, Grummet der Wiesen, 420 Hektar. O bstbau: In der Gemarkung Gießen befinden sich trag⸗ bare Aepfel- 4775, Birnen⸗ 2698, Pflaumen⸗ 8683, Kirschen⸗ 1403, Aprikosen- usw. 16, Wall⸗ nußbäume 72 Stück.

* Gießen, 30. Oktober. Im Jahre 1896 wurden im Großherzogtum Hessen 8817 Ehen geschlossen und 85 Ehen geschieden. Auf die Provinz Oberhessen kamen 2145 Ehe⸗ schließungen und 17 Ehescheidungen. Auf die Stadt Gießen entfielen 634 Eheschließungen, 4 Ehescheidungen.

* Gießen, 30. Okt. Gestern Abend hielt im kaufmännischen Vereinshaus vor einem zahl⸗ reichen Auditorium der Syndikus der großher zoglichen Handelskammer zu Offenbach Herr Jos. Schloßmacher einen Vortrag über die volkswirtschaftliche und soziale Bedeutung des Kapital⸗Ertrages. Nach⸗ dem der Redner den Begriff Kapital und die Entstehung desselben gewissermaßen naturge⸗ schichtlich entwickelt, ging er auf die verschiedenen Ansichten der Vertreter der einzelnen wissenschaft⸗ lichen Schulen dieser Frage ein. Er knüpfte daran eine Kritik, die manches Interessante und Lehrreiche bot. Der Redner erntete nach Been⸗ digung seines einstündigen Vortrages den leb⸗ haften Beifall der Versammlung.

* Gießen, 30. Oktober.(Stadttheater.) Im hiesigen Theater wird am Sonntag das fünfaktige RitterschauspielDas Kätchen von Heilbronn mit Fräulein Marloff in der Titelrolle aufgeführt. Montag folgt Karl Gutzkows historisches LustspielDer Königs⸗ lieutenant. Herr Liebscher, der schnell beliebt gewordene Charakterdarsteller, spielt den Grafen Thorane, Frl. v. Winterstein den jungen Goethe. 5 55

* Gießen, 30. Okt. In unserem gestrigen Theaterbericht ist in der vierten Zeile von unten das Wörtchenimmer durch einen Satzfehler fortgeblieben. Der ganze Satz sollte heißen: Auswärtige Kräfte sind dazu durchaus nicht immer notwendig.

* Gießen, 30. Oktober. Vor der Straf⸗ kammer des Landgerichts in Mainz wurde ein für Jagdliebhaber sehr wichtiges Ur teil gefällt. Vier Landwirte aus Udenheim waren in der Gemarkung Niederfaulheim mit Einwilligung der Jagdpächter auf Pursch ge⸗ gangen, ohne daß einer der eingeschrlebenen Jagdpächter dabei war. Auf erfolgte Autlage sprach das Schöffengericht zu Niederolm am 20. Mai die Angeklagten frei, wie auch seither die Landgerichte und das Oberlandesgericht in Hessen stets in solchen Fällen freisprechende Urteile ge fällt haben. In der heutigen Verhandlung er⸗ klärte der Staatsanwalt, daß die seitherige Recht sprechung dem Geiste des Gesetzes zuwiderlause, und beantragte Bestrafung. Das Gericht ver⸗ urteilte denn auch die Angeklagten wegen Jagdvergehens zu 10 Mark Geldbuße, Ein⸗ ziehung der Gewehre, der Jagdgerätschaften und

Hunde. 0* Gießen, 30. Oktober. DerWetzlarer Anzeiger schreibt: Cs ist schon häufig vor dem Genusse der billigen Zuckerwaren, wie sie namentlich auf Jahrmärkten feil geboten wer⸗

n Mitgliedern der Zweiten Kammer den An⸗ 5 aul e c ag gestellt: Die Regierung zu ermächtigen zum 000 dun en wecke der Erbauung von Korn⸗-Lagerhäusern

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den, gewarut worden. Das Kind eines hiesigen höheren Beamten zeigte kürzlich nach dem Genuß solcher billiger Zuckerwaren alle Er⸗

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Mfg. für die Sspaltige Petitzeile.

scheinungen einer Vergiftung und liegt jetzt 1 krank darnieder. Also: Vor- ichtl!!

* Grünberg, 29. Okt. Wie wir hören, ist hierorts für das nächste Jahr eine Obstbau⸗ Ausstellung geplant, die einen begrenzten Bezirk zur Teilnahme umfassen soll. Bei dem gegenwärtig leider noch sehr geringen Interesse, welches ein großer Teil der Landwirte der Obstbaumzucht entgegenbringt, dürfte die Ver⸗ anstaltung von nicht zu verkennbarem Wert sein.

* Grünberg, 29. Okt. Mit dem heutigen Tage ist in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes dasGasthaus zum Bahnhof eröffnet worden. Dasselbe ist auf das komfortabelste, namentlich für den Fremdenverkehr, eingerichtet.

a. Grünberg, 29. Oktober. Von nächster Woche ab werden auf dem hiesigen Rathause regelmäßig die vom hessischen Landwirtschaftsrat zu Frankfurt a. M. verausgabten Getreide⸗ Preisnotierungen zur Benutzung der Interessenten⸗ kreise angeschlagen werden.

* Grünberg, 28. Oktober. Im Auftrage des Oberhessischen Obstbauvereins hielt in einer vorgestern imWilden Mann unter dem Vor sitze des Herrn Bürgermeister Zimmer tagenden Versammlung Herr Reichelt, Lehrer an der Obstbauschule und der landwirtschaftlichen Winter⸗ schule zu Friedberg, einen Vortrag über Aus- wahl wertvoller Obstsorten und Obst verwertung im Haushalt. Redner er⸗ wähnte zunächst, daß gerade die Provinz Ober⸗ hessen zum Obstbau vorzüglich geeignet sei. Hauptbedingung sei jedoch, daß die jungen Bäumchen hauptsächlich in höheren Lagen und niemals an West⸗ und Südwestabhängen anzu⸗ pflanzen seien. Die Erfahrung habe gelehrt, daß die in den sog. geschützten Lagen befind⸗ lichen Obstbäume bei starkem Froste litten, während die auf Nordost- und Ostabhängen be⸗ findlichen Obstpflanzungen verschont geblieben seien. Gänzlich ungeeignet zur Bepflanzung mit Obstbäumen seien feuchte Wiesengründe, beson⸗ ders solche, die von einem Bach durchzogen würden. Zur Sortenwahl übergehend, empfahl Herr Reichelt für unsere Gegend etwa 12 bis 15 Aepfelsorten, die sehr einträglich, wohl⸗ schmeckend und haltbar seien, und zu den höchsten Preisen verwertet werden könnten. Für hohe Lagen eigneten sich in erster Linie der Boiken⸗ apfel, der außerordentlich tragfähig sei, der rote Eiserapfel, Luikenapfel(der beste Mostapfel), ge⸗ flammter Kardinal, Kasseler⸗, Landsberger⸗, Orleans-Reinette, Wintergoldparmäne u. a. Daß einige der genannten Sorten, wie z. B. der königliche Kurzstiel und die sog. graue Rei⸗ nette, runzelig werden und sich häufig nicht lange halten, sei durch das allzufrühe Abmachen der Früchte veranlaßt. Ende September, noch besser anfang Oktober, sei der früheste Termin zur Apfelernte. Sehr empfehlenswert sei das Vor⸗ gehen einiger Kreisverwaltungen, die Verord nungen erlassen hätten, wonach der Beginn der Obsternte festgesetzt sei. Nachdem dann Referent noch über die Thätigkeit der Wetterauer Obst⸗ verwertungsgenossenschaft, deren Geschäftsgang usw. eingehende Mitteilungen gemacht hatte, kam derselbe auf die Verwertung des Obstes im Haushalt zu sprechen. Das Dünsten, Dörren und Einkochen von Kern- und Steinobst wurde ausführlich erörtert. Besonderes Interesse er⸗ regten die zu diesem Zwecke aufgestellten Appa⸗ rate: eine Haushaltungsdörre von Schlosser Waas zu Geisenheim, deren Handhabung sehr einfach ist und die als sehr geeignet zur Her⸗ stellung des Dörrobstes bezeichnet wurde, und ein Apparat zum Dünsten und Einkochen von Weck in Essen a. d. R., der ebenfalls als zweckdienlich und preiswert empfohlen wurde. An den Vortrag schloß sich eine Besprechung, in deren Verlauf Herr Reichelt die Veranstaltung einer lokalen Obstausstellung befürwortete und hierzu die Unterstutzung des Vereinsvorstandes in Aus⸗ sicht stellte.

* Darmstadt, 29. Okt. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordnetenversamm⸗ lung wurden als stimmberechtigte Vertreter für den hessischen Landtag gewählt die Stadtverordneten Jordes, Müller, Kaßlick, Lehr, Lauer, Schmidt, Wolfskehl, Dr. Osann. Sodann wurden die vom Städtetag gestellten Antrage diskutiert. Dem Antrag, der sich auf die Er⸗ hebung der Gemeindesteuer bezieht, wurde mit einer unwesentlichen Aenderung zugestimmt. Zu einer lebhaften Debatte kam es bei den Bestim⸗ mungen über die Besetzung der Subaltern- und Unter beamleustelleu im Gemeindedienst. Es wurde beantragt, den Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetz betreffend die Verwendung von Militär

anwärtern, wie sie von Preußen im Bundesrat

. edition: 8 Frentz Nr. 4.

beantragt worden sind, nicht zuzustimmen. Dem Ueberwuchern der vielfach zu jenen Stellen gar nicht befähigten Militäranwärter im Kom⸗ munaldienst müsse entgegengetreten werden. Trotz des lebhaften Widerspruchs von einer Seite, wobei auch vonMilitär- undVaterlands⸗ feindschaft gesprochen wurde, wurde in diesem Sinne beschlossen.

* Darmstadt, 29. Okt. Bei der gestrigen Wahl zum Gewerbegericht siegten in der Klasse der Arbeitnehmer die Kandidaten, die von der Wahlkommisston der organisierten Arbeiter aufgestellt waren.

Herbst⸗Kontrollversammlungen im Kreise Gießen: Zu erscheinen haben: 1. Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten der Reserve. 2. Reservisten, sowie zur Disposition der Truppenteile und der Ersatzbehörden Entlassenen aller Waffen. Diejenigen, der Landwehr 1. Aufgebots angehörige Mannschaften, welchen ein besonderer Gestellungs⸗ befehl zum Erscheinen bei der Herbstkontrollver⸗ Usammlung zugegangen ist. Die Ersatzreservisten haben bei der Herbstkon⸗ versammlung nicht zu erscheinen. Nachstehend ist angegeben, wo und zu welcher Zeit die Kontrollpflichtigen anzutreten haben: A. Zu Gießen in Oswalds Garten für die Bewohner von Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg und Herrnwald, Heuchelheim, Klein⸗Linden, Oppenrod und zwar: am 4. November 1897.

1. Appell vormittags 8 Uhr: Offiziere, Sani⸗ tätsoffiziere und Beamten der Reserve, sowie sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1890 1891 und 1892 eingetreten sind.

2. Appell nachmittags 2 Uhr: Sämtliche Reser⸗ visten der Infanterie, welche in den Jahren 1893, 1894, 1895, 1896 und 1897 eingetreten sind.

Am 5. November 1397.

1. Appell vormittags 8 Uhr: Sämtliche zur Disposition der Truppenteile und der Ersatzbehörden ent⸗ lassenen Mannschaften aller Waffen, sowie sämtliche Reser⸗ visten der Garde, Jäger, Kavallerie, Feld⸗ und Fuß⸗ Artillerie, Pioniere, Eisenbahn⸗ und Luftschiffertruppen, des Trains leinschließlich Krankenträger), Sanitäts⸗ und Veterinärpersonals, Büchsenmacher⸗Gehilfen, Oekonomie⸗ Handwerker, Marine⸗Mannschaften und alle übrigen im Reserveverhältnis stehenden Mannschaften.

2. Appell nachmittags 2 Uhr: für die Be⸗ wohner von Allendorf a. d. Lahn, Großen⸗Linden, Lang⸗ Göns, Leihgestern, Watzenborn und Steinberg, Hausen.

. Zu Lollar am 6. No vember 1897, vormittags 8 Uhr 45 Minuten, neben dem neuen Bahnhofsgebäude für die Bewohner von Allendorf a. d. Oda., Alten⸗Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Heiberts⸗ hausen, Großen⸗Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Rutters⸗ hausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Trais a. d. da., Trohe, Wieseck. C. Zu Grünberg am. 8. November 1897, vormittags 9 Uhr. 15 Minuten, am westlichen Ausgange auf der Straße nach Gießen für die Bewohner von Allerts⸗ hausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg mit der Dickelsmühle, Neumühle, Stadtmühle, Steinmühle, Obere und Untere Ziegelhütte, Latzmühle, Hattenrod, Har⸗ bach mit der Kolbenmuhle und Sommermühle, Kesselbach mit der Rabenauschen Papiermühle, Lauter mit der Arzt⸗ mühle, Bingmühle, Georgenhammer, Strellesmühle und Walkmühle, Lindenstruth, Londorf mit der Burg Rabenau, Burgmühle, Schmidtmühle, Reitzenmühle und Ziegelhütte, Lumda(Groß⸗ und Klein⸗), Odenhausen mit Appenbörner⸗ hof, Queckborn, Reihardshain, Reiskirchen, Rüddings⸗ hausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirrberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit Hainerhof, Winnerod. 15. Zu Hungen

am 9. November 1897, vormittags 9 Uhr 30 Minuten am Friedhof für die Bewohner von Bellers⸗ heim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim mit Hof⸗Güll, Nonnenroth, Obborngofen, Rabertshausen mit Ringelsyhausen, Rodheim mit Hof⸗ Graß, Röthges, Steinheim, Trais⸗Horloff, Utphe, Vil⸗

lingen. E. Zu Lich

am 10. November 1897, vormittags 9 Uhr 30 Minuten in der Amtsgerichtsstraße für die Bewohner von Albach, Birklar, Dorf⸗Güll, Eberstadt mit Arusburg, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Holz⸗ heim, Lich mit Albacher⸗Hof, Kolnhausen und Mühlsachsen, Münster, Nieder⸗Bessingen, Ober⸗Bessingen, Ober⸗Hörgern, Steinbach.

3.

Befreiungsgesuche sind bis längstens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege(durch das Haupt⸗ meldeamt) einzureichen und müssen durch die Bürger⸗ meisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringendsten Notfalle genehmigt.

Diejenigen Mannschaften, bei denen Fuß messun gen noch nicht vorgenommen wurden, haben überhaupt keine Aussicht auf Befreiung.

Die Militärpapiere(Paß und Führungszeugnis) müssen zur Stelle sein.