Ausgabe 
30.6.1897
 
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Gießen, Mittwoch, den 30. Juni

1897.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Ausgabe

Gießen.

ische Landeszeilung.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Redaktion:

7. 55 Kreuzplatz Nr. 4. 2

Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 29. Juni. Grand Zirkus JImmans ist von Mainz, wo er während ca. 14 Tagen glänzende Erfolge erzielte, hier eingetroffen und findet(statt heute, Dienstag), morgen, Mittwoch, abends Uhr, in dem hocheleganten, gegen Hitze wie gegen Un⸗ wetter vollends Schutz bietenden Pracht⸗

irkus auf Oswalds Garten die große

ee ac 0 statt. Die Direktion e weder Mühe noch Kosten gescheut haben, diese Premiere in jeder Hinsicht glänzend su gestalten. Es sollen nämlich morgen Abend die großartigsten Spezialitäten aller Nationali⸗ läten in ganz neuen, hier noch nie gebotenen Kunstleistungen auftreten, ferner ein ausgezeich⸗ letes Ballet⸗Elite⸗Ensemble, sowie Herr Direktor Immans mit seiner, die Vollendung aller Hunde ⸗Dressur veranschaulichenden Vor⸗

rung der als Wundertiere zu bezeichnenden

tute von Kolossal⸗Pracht⸗Hunden. Ein ebenso kuteressanter wie amüsanter Abend ist demnach für morgen, Mittwoch, im voraus verbürgt.

Gießen, 29. Juni. Wiederholt sind uns in letzter Jeit Beschwerden zugegangen über die überfüllten Eisenbahnwagen vierter Rlasse. Wir können aus eigener Anschauung dle Richtigkeit dieser Beschwerden bestätigen. Die Abends besonders Samstags von den ane Arbeitern benutzten Wagen vierter flasse sind oft in der allerschlimmsten Weise überfüllt, 11 88 daf nach Verlassen der Station ne Anzahl der Passagiere auf die Plattformen üchtet. Daß dabei nicht mehr Unglücksfälle borkommen, ist zu verwundern. Die meiste Er⸗ bitterung ruft es stets bei den Passagieren der 4. Wagenklasse hervor, wenn man sie in die zwei vorhandenen Wagen wie die Heringe einpfercht, während vor und hinter ihnen die Wagen 1., 2. und 3. Klasse häufig denug leer laufen. Das könnte doch leicht vermieden werden. Wenn sich die Eisenbahndirektion nicht dazu entschließen kann, den von Arbeitern besonders stark benutzten Zügen einen Wagen 4. Klasse mehr anzuhängen, Jann sollte sie wenigstens ohne weiteres die übrigen Wagen höherer Klassen zur Verfügung stellen, sobald in den 4. Klasse⸗Wagen die vor⸗ n von Passagieren sitzt. Wir önnen den Passagieren nur raten, in jedem einzelnen Fall Beschwerde zu führen. Wenn in einem WagenPlatz für 40 Personen ange⸗ geben ist, braucht sich niemand gefallen zu lassen, als 59. oder gar 60. in den Wagen hinein⸗ * zu werden, was häufig genug vor⸗ ommt.

* Gietzen, 29. Juni. Gestern wurde in der für die Figur freigelassenen Niesche am Hause für den kaufmännischen Verein die aus Terracotta hergestellte Figur des Merkur dufgestellt. Dieselbe wurde bon der Firma March Söhne⸗ Charlottenburg Berlin geliefert. . auch unter dem Hauptgesims der Vorderfront des Gebäudes in goldenen Metall⸗

Erscheint täglich mit Ausnahme der

buchstaben die WorteKaufmännisches Vereinshaus angebracht wurden, hat man das Gerüst entfernt. Der- ganze Bau macht einen befriedigenden, vornehmen Eindruck und bringt vollständig den Charakter eines Klub⸗ oder Ge⸗ sellschaftshauses zum Ausdruck. Die Einweihung des Hauses ist auf den 10. Juli, mittags 1 Uhr, bestimmt.

Gießen, 29. Juni. Bei dem am 11. Juli zu Wiesbaden stattsindenden Uhrmachertag des Rhein⸗Main⸗Gauverbandes deutscher Uhr⸗ macher wird über den Antrag des Vereins Coblenz Einsetzung und Wahl eines ständigen Gauausschusses verhandelt werden. Zum Delegierten für den im August in Hamburg stattfindenden allgemeinen deutschen Uhrmachertag

ist für Oberhessen, den Kreis Wetzlar und das angrenzende Hessen-Nassau der Uhrmacher Otto Schmidt⸗Gießen gewählt worden.

* Gießen, 29. Juni. Diereitende Ar⸗ tilleriekaserne, die wir hier schon länger in der zahmeren Form eines me Schuhlagers vertreten fanden, hat nunmehr einen kräftigeren Ableger gezeitigt. Seit gestern prangt über dem Neubau des kaufmännischen Vereins in goldenen Lettern die Inschrift: KAUF MAENNISCHES VEREINSHAUS(mit dem äußerst lieblichen AE, das bei der Verteilung der beiden Worte hüben und drüben noch zum Ueberfluß eine recht augenfällige Längenverschiedenheit der beiden Zeilen zur Folge hat): wir haben also mit anderen Worten einkaufmännisches Haus für einen(ungenannten) Verein vor uns. Es ist doch etwas Schönes um das Sprachgewissen.

* Gießen, 29. Juni.(Oeffentliche Bäckerversammlung.) Sonntag, den 27. Juni fand im Lenzschen Felsenkeller eine Ver⸗ sammlung statt, in welcher der Vorsitzende des Bäckerverbandes O. Allmann aus Hamburg einen zweistündigen Vortrag hielt. Redner be⸗ tonte, die Pflicht der deutschen Bäckerorgani⸗ sation auf Beseitigung aller sanitärer Uebel⸗ stände die bei der Bereitung des Brotes vorkommen, zu dringen. Das sei sie den Kon⸗ sumenten der Backwaren schuldig. Unsauber⸗ keiten und Schmutzereien müßten aus den Bäckereien verschwinden. Desgl. fordert der Referent die Versammelten auf, für die strikte Durchführung des gesetzlichen 12 Stundentags in den Bäckereien Sorge zu tragen, welches sie nur durch eine kräftige Organisation erreichen könnten. Der Aufforderung, sich der Organisa⸗ tion anzuschließen, kamen noch einige Kollegen nach. Die Diskussionsredner erklärten sich mit dem Referenten einverstanden und wurde eine Resolution, die den Kollegen den weiteren Aus⸗ bau und Verbreitung ihrer Organisation zur Pflicht macht, einstimmig angenommen.

* Gießen, 29. Juni. Am 18. Juli findet das Pigcheige Som merfest des 1. Gießener Stemm⸗ und Ringklubs, verbunden mit Preisstemmen, auf derPulvermühle statt. Von unserem hiesigen Athleten, Herrn Stein, werden griechisch-römische Massenringkämpfe aus⸗ geführt. Jeder starke Mann Gießens kann im

Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen.

Preis der Auzeigen t 10 Pfg. für die sspaltige Petltzeile.

Ringkampf sowie auch im Gewichtstemmen mit Herrn Stein in die Schranken treten. Der Klub, welcher sich an der Konkurrenz des mittel deutschen Athleten-Wettstreits in Heddernheim beteiligte, errang dort folgende Preise: Juntor⸗ Stemmen: Grünewald 4. Preis; Padhowsky 5. Preis; Thomas 7. Preis; Friedrich 8. Preis; Weigel II 12. Preis; Weigel IJ 20. Preis; Valentin 26. Preis. Senior⸗Stemmen 2. Klasse: Gottlieb Gellert 5. Preis. Junior- Ringen: W. Weigel 10. Preis.

* Gießen, 29. Juni. Dem Regatta⸗ Bericht derFrkf. Ztg. entnehmen wir fol⸗ gendes: Einser. Preis von der Gerbermühle. (Wanderpreis.) Gleich nach Abgang vom Start kollidierte Hartmann mit Rübsamen. Hartmann wurde darauf ausgeschlossen. Bei dem zweiten Start wurde Erster Fritz Trendel, Berliner R.⸗Cl., 7 M. 10/ S., Zweiter A. Rübsamen, 7 M. 34 S. Mit ungezählten Längen gewonnen.

* Gießen, 29. Juni.(Wichtig für Radfahrer.) Auf eine Anfrage auf dem Provinziallandtag der Propinz Starken⸗ burg antwortete Geheimrat von Marquard, daß die Regierung zur Zeit eine Verordnung für das ganze Land ausarbeite, welche den Radfahrern weitgehende Befugnisse zur Benützung der Kreisstraßen einräume. Wo ein Mitgebrauch des Fußsteigs nicht angehe, werde ihnen ein Streifen Fahrbahn zur Verfügung gestellt.

* Gießen, 29. Juni. Die Unfälle beim Radfahren mehren sich in erschrecklicher Weise. Aus Höchst am Main, 27. Juni, wird ge⸗ schrieben:Heute Morgen zwischen 8 und 9 Uhr unternahm der hier in der Humboldtstraße wohnende Uhrmacher und Stadtverordneter Herr Anton Bremer in Gesellschaft seines Bruders eine Radtour nach Unter⸗ und Oberliederbach. Auf dem Rückwege fuhr Bremer, der erst seit einigen Tagen fährt, mit seiner Maschine in einer Kurve vor Unterliederbach an einen Abweis⸗ stein und geriet unter ein ihm entgegenkommendes zweispänniges Fuhrwerk, mit dem der Gesang⸗ verein von Unterliederbach auf einem Ausflug begriffen war. Das Hinterrad überfuhr Bremer der ganzen Länge nach. Man brachte den Schwerverletzten in bewußtlosem Zustand in ein naheliegendes Haus, wo er nach etwa einer Viertelstunde starb. Bremer ist verheiratet und 46 Jahre alt. Ein Frankfurter Bericht⸗ erstatter meldet noch verschiedene Unfälle von Radfahrern. In der Nähe der Wilhelmsbrücke stürzte gestern eine ältere Radlerin und schlug

schiedene Zähne kostete. In der Schweizerstraße brach eine ebenfalls ältere Radfahrerin durch einen Sturz den linken Arm, eine junge Dame in der Mörfelder Landstraße das Beim am rechten Knöchel. Auf der Chaussee nach Isen⸗ burg kam ein Radfahrer zu Fall und fiel sich den rechten Arm aus der Pfanne. Am Samstag

Abend überfuhr an der Ecke der Mosel⸗ und Kronprinzenstraße ein Lehrling eine 60 Jahre

abi.

Von Fritz Anders. (Nachdruck verboten). (Fortsetzung.) II.

bdelder ist es im Leben nicht anders, den Augen⸗ klicen der Erhebung folgt der Rückschlag auf dem ße. Dies follte Krimper sogleich erfahren. Er onnte nicht schlafen; die Bowle brannte wie n in seinen Adern. Als er sich allmählich beruhigt hatte und in den Zustand des Halb⸗ schlummers gefallen war, begann ein anderes Brennen, das sich zur Unerträglichkeit steigerte. kimper erwachte; ein Begriff, der allen Schlaf lerscheuchte, stand vor seiner Seele: Wanzen! Wie ei hatte Krimper in seinem milden Geiste die onie in der Natur bewundert, nach der eine n ihr Leben auf dem der anderen aufbaut. Jett, da die Wanzen ihre Existenz auf ihm und auf Kosten seines Schlafs aufbauten, konnte er Rese Harmonie nicht spüren. Oder durfte man lessen, daß mit fortschreitender Gesittung auch dieser angel der Schöpfung überwunden werde und daß h gelingen werde, die Wanzen an Pflanzenkost zu gewöhnen? Wäre er doch in Schlammhausen ge⸗ Wäre er doch bei seinen Arbeitern, die jet gerade dle wichtigsten Funde machten und sie achtlos zertrümmerten, und er konnte es

uicht hindern! Bel Tages Anbruch verzogen sich die Quäl⸗ Lider Krimper konnte wenigstens noch ein paar kunden schlafen. Als er sich endlich erhob, fühlte

Kampfesfreudigkeit in sich, die ihm für den Streit mit dem Direktor so nötig gewesen wären. August Springer war schon zweimal dagewesen, er hatte schon zu verzweifeln angefangen. Eben kam er zum drittenmale und ließ Krimper kaum die Zeit, die so notwendige Tasse Kaffee zu trinken. Denn die Probe mußte bereits begonnen haben.

Das Theater befand sich im städtischen Rats⸗ keller. Der Theatersaal war von ehrwürdigem Alter und von einer gewissen freimaurerischen Würde. Die gewölbte Bretterdecke ruhte auf schweren do rischen Säulen, die gleichfalls aus Brettern zu⸗ sammengenagelt waren. Dem Stil entsprechend war der Saal von kunstreicher Maurerhand teils ge tüncht, teils marmoriert. An der Schmalseite be⸗ fand sich die Bühne. Sie sah so alt und ver⸗ wahrlost aus, als solche Bühnen bei Tageslicht auszusehen pflegen. Der Vorhang war halb aufge⸗ zogen und die Probe bereits im Gange. Rechts neben der ersten Kulisse saß in einem Lehnstuhl der Herr Direktor, ein kleiner dicker Mann mit einem großen Kopfe, dessen Haare sämtlich zu Berge standen und dem Gesichte eines bleichsüchtigen Fleischers. Die Schauspieler kamen und gingen und teilten sich zur Bestätigung dessen, was der Souffleur soeben geäußert hatte, dieses und jenes im gleichgültigsten Zeitungstone mit. Ab und zu versuchte man einen Blick in die Rolle zu thun, die man in der Hand bielt, aber das aufgerollte das immer wieder zusammenschnurrte, ver⸗ eitelte jede Bemühung. Dazwischen kommandierte der Direktor mit seiner fetten Stimme: Fritsche,

Papier,

* wenig von der Frische des Geistes und der

setzen Sie mal den Tisch da'nüber. Sie setzen

sich hierher, und Sie kommen aus der Thür links. So. Also noch einmal:Entsetzlich! In welchen Abgrund muß ich sehen.

Entsetzlich! Zn welchen Abgrund muß ich sehen, deklamierte der Souffleur.

Entsetzlich! Zn welchen Abgrund muß ich sehen, wiederholte die jugendliche Liebhaberin, die die Gouvernante spielte, als beabsichtige sie sich über ihre Häkelarbeit auszusprechen.

Weiter kam sie nicht, denn inzwischen waren Krimper und der Dichter eingetreten. August Springer war vorausgeeilt und in dem Schlüfter, der vom Saale zur Bühne hinaufführte, ver⸗ schwunden. Jetzt stürzte er aus den Kulissen hervor und rief: Aber um Gottes willen, Fräulein Knorrheim, so können Sie doch diese Stelle nicht sprechen. Ein Abgrund ist doch kein Kuchenteller. Hören Sie einmal zu, ich werde Ihnen die Stelle vorspielen. Damit nahm er sein Manuskript aus der Tasche und verschwand. Darauf kam er aus der vierten Kulisse in seiner kühnsten Kurde ange⸗ segelt, blickte kraß um sich und rief mit einem Pathos, den er sich als Realist längst hätte abge⸗ wöhnt haben sollen:

Entsetz lich! In welchen Abb grund muß ich sehen.

Der Direktor machte eine sarkastische Miene und Fräulein Knorrheim lachte hell auf. Wenn ich's so machen wollte, sagte sie, würde ich schön ausgelacht werden.

Aber Sie können doch nicht Ihre Rolle wie einen Zeitungsbericht heruntersprechen!

Lassen Sie mich nur. Sie verstehen das nicht.

mit dem Mund auf den Randstein auf, was ver⸗(

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alte Frau aus Kelsterbach, die bedeutende Ver⸗ letzungen am Kopfe erlitt.

* Gießen, 29. Juni. Heute Vormittag passierte dem Kaufmann L. Hein, Kreuzplatz, das Unglück, daß ihm auf dem Trieb, woselbst er sich im Radfahren übte, unwohl wurde. Er verließ das Rad, bat einen vorübergehenden Mann um Hilfeleistung, fiel jedoch bald darauf in Ohnmacht. Der Verunglückte liegt schwer darnieder; ob ein Hitzschlag oder Schlaganfall vorliegt, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

* Gießen, 29. Juni.(Die neue Tele⸗ graphenordnung.) Eine mit dem 1. Juli d. Is. in Kraft tretendeTelegraphenordnung für das Deutsche Reich ist auf Grund der Reichsverfassung unter dem 9. Juni d. Is. vom Reichskanzler erlassen und amtlich publiztert worden. Der wichtigste Absatz dieser neuen Telegraphenordnung ist der dritte, welcher von den Allgemeinen Erfordernissen der zu befördernden Telegramme handelt. In demselben heißt es:

Die Urschrift jedes zu befördernden Tele⸗ gramms muß in solchen deutschen oder latei⸗ nischen Buchstaben bezw. in solchen Zeichen, welche sich durch den Telegraphen wiedergeben lassen, leserlich geschrieben sein. Einschaltungen, Rand⸗ zusätze, Streichungen oder Ueberschreitungen müssen vom Aufgeber des Telegramms oder von seinem Beauftragten bescheinigt werden. Der Absender eines Privat⸗Telegramms ist ver⸗ pflichtet, auf Verlangen der Aufgabeaustalt sich über seine Persönlichkeit auszuweisen. Anderer⸗ seits steht es ihm frei, in sein Telegramm die Beglaubigung seiner Unterschrift aufnehmen zu lassen. Die einzelnen Teile eines Tele⸗ gramms müssen in folgender Ordnung aufge⸗ führt werden.

1. die besonderen Angaben, 2. die Aufschrift,

3. der Text und

4. die Unterschrift.

Die etwaigen besonderen Angaben bezüglich der Bestellung am Bestimmungsorte, der be zahlten Antwort, der Empfangsanzeige, der Dringlichkeit, der Vergleichung, der Nachsendung, der Weiterbeförderung, der offenen oder der eigenhändigen(nur an den Empfänger selbst zu bewirkenden) Bestellung des Telegramms c. müssen vom Aufgeber in der Urschrift und zwar unmittelbar vor der Aufschrift niedergeschrieben werden.

Für diese Vermerke sind folgende, zwischen Klammern zu setzende Abkürzungen zugelassen: D) fürdringend,(RP) fürAntwort be⸗ zahlt,(RPY fürAntwort bezahlt* Wörter, (RP D) fürdringende Antwort bezahlt,(RPDZ) fürdringende Antwort bezahlt Wörter, (Tc) fürVergleichung,(PC) fürTelegramm mit telegraphischer Empfangsanzeige,(PCP) fürTelegramm mit Empfangsanzeige durch die Post,(Fs) fürnachzusenden,(PR) für Post eingeschrieben,(XP) fürEilbote be⸗ zahlt,(RXP) fürAntwort und Bote bezahlt,

edition: Kreuzplatz Nr. 4.

Springer war starr. Ich als Dichter soll mein eigenes Werk nicht verstehen? Da muß ich doch sehr bitten.

Nein wirklich, Springerchen, Sie verstehen das nicht.

Die Knorrheim hat Direktor. Wir haben heute Fahren wir fort.

Aber ehe dies geschah, wurde der Hofrat auf die Bühne geholt und feierlich als litterarische Größe vorgestellt. Bei den meisten war ja die Vorstellung nötig. Aus allen Löchern kamen die Mimen hervor, schüttelten die Hand; erkundigten sich nach dem Befinden und hofften allerlei gute Dinge. Der Direktor blinzelte mißtrauisch mit den Augen und hoffte in der Stille, daß ihn die litte⸗ rarische Größe möglichst ungeschoren lassen werde. Man brachte zwei Stühle, Krimper und der Dichter nahmen Platz, die Probe konnte weiter gehen.

Also Szene sieben: Entsetzlich! In welchen Abgrund... noch einmal. Diesmal ging die Stelle unangefochten vorüber. Aber gleich darauf ließ der Charakterspieler eine Sentenz los, die wie eine Bombe einschlug. August Springer fuhr von seinem Stuhle hoch und schrie wie unter einem körperlichen Schmerze! Herr Zipfel, ich bitte Sie um Gottes willen!

Der Direktor faßte den Dichter am Rockschoße und zog ihn auf seinen Stuhl nieder. Thun Sie mir die einzige Liebe und bleiben Sie sitzen.

(Fortsetzung folgt.)

Recht, sagte der Arrangier⸗Probe.