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30.3.1897
 
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ist aufs Neichhaltig meinem als vorzügle!

Gießen, Dienstag den 30. Mürz

1897.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Ausgabe

Gießen.

ische Landeszeitung.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.

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Lokales und Provinzielles. * Gießen, 29. März.(Stadttheater.) Der Raub der Sabinerinnen, Lustspiel der beiden Schönthan, ist ein altbewährtes Zug⸗ stück aller Bühnen. Die unvergleichlich ulkige Figur desTheaterdirektors Striese übt stets auf das Publikum eine zwerchfellerschütternde Wirkung aus. So auch gestern Abend, wo diese Rolle von dem beliebten Direktor, Herrn Alfred Helm, der sein Benefiz hatte, selbst gespielt wurde. Herr Helm war ein unbezahlbarer Striese. Schon bei seinem Auftritt brach ein wahrer Beifallssturm im Theater los, der sich häufig wiederholte. Aber auch alle sonstigen Mitspieler, Damen wie Herren, trugen das Ihrige dazu bei, die Vorstellung zu einer äußerst ge⸗ lungenen zu machen. In erster Linie ist wieder Herr Kunert zu nennen, der den Pantoffelhelden Professor Gollwitz in bester Weise darstellte. Ebenso verstanden es die Herren Fritzschler Dr. Neumeister), Schaller(Karl Groß) und euschner(Sterneck) ihre Rollen auf das Wirksamste durchzuführen. Ein allerliebstes Backfischchen war Fräulein v. Winterstein als Tochter des Professors Gollwitz und dessen Frau Friederike, die in meisterhafter Weise bon Frau Kruse zur Darstellung gelangte. Ihrem jugendlichen, frischen Aeußeren nach dürfte sie allerdings mindestens die zweite Gattin des halbvertrockneten Professors gewesen sein. Frl. Egger als Gattin Neumeisters, so⸗

wie Frl. Diener als Dienstmädchen bei Goll⸗

witz, waren am richtigen Platz und füllten ihn gut aus. Das Publikum war mit der gestrigen Vorstellung zufrieden. Hoffentlich ist es der

Benefiziant, Herr Helm, dem wir allerdings ein

ausverkauftes Haus gewünscht hätten, auch. * Gießen, 29. März.

und

(Stadttheater.) Aus dem Theaterbureau geht uns die Mitteilung zu, daß am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche hier Fräulein Josephine Dora err George Worlitzsch vom Adolph Ernst⸗Theater in Berlin ein zweimaliges Gastspiel absolvieren, welches außer Abonne⸗ ment stattfindet. Mit diesem Gastspiele schließt

Theodor Loos wurden wiedergewählt, ebenso die Beisitzer Motz, Atzbach, Körber und Heuser. Nach dem von dem ersten Komman⸗ danten erstatteten Jahresbericht besteht das Korps zur Zett aus 124 Mitgliedern. Im Laufe des Jahres fanden vier Alarmierungen statt. Der von Herrn Sattler erstattete Kassenbericht ließ die finanziellen Verhältnisse des Korps als äußerst günstig erscheinen.

* Gießen, 29. März. Das Braupersonal der Aktien Brauerei Gießen hatte am Sonntag Abend zum Ball nach Steins Saal⸗ bau eingeladen. Schon um 8 Uhr war der durch Fahnen, Guirlanden und Blattpflanzen prächtig geschmückte Raum von festlich gestimmten Menschen gefüllt. Die Erschienenen wurden von den Komitee⸗Mitgliedern und dem Direktor des Eta⸗ blissements aufs freundlichste begrüßt. Um 9 Uhr begann das Konzert, ausgeführt von der Kraußeschen Kapelle. Der Tanz hielt die Teil⸗ nehmer bis 6 Uhr morgens zusammen, denn wer

hat auch in Gießen so bald wieder Gelegenheit,

nach einem 35 Mann starken Ballorchester das Tanzbein schwingen zu können.

* Gießen, 29. März. Zur Probe⸗ musterung für den Ernstfall hatten sich am Samstag Vormittag auf der Straße nach Wieseck etwa 1500 Pferde aus dem Kreise Gießen eingefunden, darunter aus der Stadt Gießen selber 500 Stück. Gegenüber der Dorfeldschen Wirtschaft in Wieseck hatte die Musterungskom⸗ mission ihren Standort gewählt und ging das Vorführungsgeschäft im Allgemeinen flott vor sich. Nachdem, was wir im stundenlangen Beobachten wahrnahmen, verfügt unser Kreis hauptsächlich über tüchtiges Pferdematerial, bel⸗ gischer Rasse, zum Zug geeignet. Hervor⸗ ragend schöne und gut gepflegte Tiere wurden von einzelnen Gießener Unternehmern vorgeführt. Dagegen müssen wir unser Bedauern aussprechen über eine größere Anzahl in der Pflege sehr vernachlässigter Tiere. Ganz besonders war dies wahrnehmbar bei Pferden, welche zum Zug(Steinfuhrwerk) benutzt werden. Man sah diese Tiere mit offenen Wunden und Beulen, welche nur durch schlecht passende Geschirre her⸗

Sache ohne Hufschläge abgegangen ist. Der vordere Teil des Triebs wäre sicher geeigneter für eine Pferdeschau in solchem Umfang.

* Gießen, 29. März. Volksschauspiel Martin Luther. Im Vorraume des Leib⸗ schen Theatersaales findet am Dienstag, den 30. April abends Uhr eine öffentliche Be⸗ sprechung in Angelegenheit der beabsichtigten Aufführungen des volkstümlichen Schauspiels Luther von Zacharias Werner statt, das in einer Bearbeitung von Schauspielregisseur Hertel den Anforderungen der Bühne gemäß ein⸗ gerichtet und auch für Theater in mäßigen Größenverhältnissen aufführbar gemacht worden ist. Das figurenreiche Stück erfordert allerdings zur Darstellung der zahlreichen kleineren Sprech rollen und auch der stummen Figuren ein größeres Personal, als es hier und besonders nach Schluß der Theaterspielzeit für die Aufführung verfügbar ist, und es soll nach dem in anderen Orten mit bestem Erfolg beobachteten Vorgange die Darstellung des bedeutsamen Werkes unter der Mit wirkung geeigneter Kräfte aus den bürgerlichen Kreisen Gießens er⸗ möglicht werden. Herr Schauspielregisseur Hertel, der als Leiter der deutschen Volksbühnenspiele be⸗ reits verschiedene derartige Veranstaltungen mit glücklichem Gelingen durchgeführt hat, wird am Dienstag Abend im Leibschen Lokale zunächst mehrere Hauptszenen des SchauspielsLuther vorlesen, um hiernach mit den für die Mit⸗ wirkung gewonnenen bezw. zu gewinnenden Kräften darstellerisch die Proben zu beginnen und das Einzelstudium der Rollen zu unterstützen. Es ist in Anbetracht des Umstandes, daß ein Teil des Ertrages der Veranstaltung, bezw. der Aufführungen des Werkes an mehreren Abenden, für die mee des Theaterinventars Ver⸗ wendung finden soll, recht lebhaft zu wünschen, daß diesem Vorhaben die Unterstützung des Publikums in weitestem Maße zuteil werden und vor allem die Möglichkeit der Ausführung durch eine genügende Beteiligung geeigneter Kräfte zur Darstellung der kleineren aber wichtigen Episoden⸗ rollen geschaffen werde. Die freundwillige Bereit⸗ schaft zur Mitwirkung wolle man thunlichst am

Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

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meinen, daß das Interesse an einer Bewegung, wie sie heute hierorts im Gasthof zum Rappen gegen die sogen. Maul⸗ und Klauenseuche stattfand, ein viel größeres sei. Dies scheint aber nicht der Fall zu sein. Obwohl au alle Ortsvorstände des Kreises Grünberg und sogar darüber hinaus Einladungen ergangen sind, so

ist die Beteiligung bedauerlicherweise nur als

eine recht mäßige zu bezeichnen, denn wenn es sich um einen solch wichtigen Punkt für die ländliche Bevölkerung handelt, müßte doch das Interesse für diese Sache ein allgemeineres sein. Trotzdem aber nahm man hierzu Stellung, und die Versammlung unter dem Vorsitze des Herrn Dippel hatte insofern einen befriedigenden Verlauf, als daß man sich darin eins wußte, gegen die gegenwärtigen Zustände, die uns das famose Gesetz bezüglich der Maul- und Klauen⸗ seuche auferlegt, Protest zu erheben. Herr Kauf⸗ mann Moll brachte auch verschiedene Mißstände zur Kenntnis der Versammlung, die einer ein⸗ heitlichen Gesetzgebung im deutschen Reiche geradezu diametralisch gegen⸗ überstehen. Man will sich e auch petitionierend an maßgebende Stelle wenden, doch wird es noch viel Mühe und Arbeit kosten, um die gewissermaßen zum größten Teile noch in⸗ differente landwirtschaftliche Bevölkerung zu diesem Schritte zu bewegen. Und so lange man nicht diese wirtschaftlich traurige Lage allseitig erkannt hat, so lange wird in allen derartigen Fragen ein positiver Erfolg nicht zu verzeichnen sein.

* Höchst a. d. Nidder, 25. März. Wie ein Mensch geradezu zur gefürchteten Bestie herabsinken kann, dazu liefert ein hiesiger Schuh⸗ macher, ein junger, erst in den zwanziger Jahren stehender Mann, wiederholte Beweise. Denselben befällt in dem(bei ihm nicht seltenen) Zustande der Trunkenheit oft eine förmliche Stechwut, und an dem ersten besten, der ihm eben in den Weg kommt, sucht er, ohne daß auch nur ein Wortwechsel vorher herbeigeführt würde, seine Wut auszulassen. So kam er vorgestern gegen Abend mit dem Fuhrmann Dauterich von Helden⸗ bergen gefahren. Schon unterwegs bedrohte er den Fuhrmann und äußerte, er werde am Abend

70 die diesjährige Theatersaison. vorgerufen zu sein scheinen. Die Landbevölke⸗ Dienstag Abend im Theaterlokal Herrn noch jemanden totstechen, sodaß Dauterich vor⸗

i* Gießen, 29. März. Der Zither⸗Klubf rung zeigte durch die von ihr zur Stelle ge⸗ Regisseur Hertel wissen lassen. a zog, vom Wagen abzusteigen und die nicht sehr ö er(Wohlthätigkeitsverein) hat beschlossen, sein dies⸗ brachten Pferde, daß im Allgemeinen besseres Gießen, 29. März. Laut Beschluß der kurze Strecke zu Fuß zurückzulegen, während er . jähriges Sommerfest am 4. Juli im Schützen⸗ Material im Lande ist, als es bei früheren Generalversammlung löst sich die Kaufmän⸗ ihn ungehindert allein fahren ließ. Als man

nische Kranken- und Begräbniskasse Gießen(Eingeschriebene Hilfskasse) auf. Die vorhandenen 68 Mitglieder waren nicht mehr im Stande, die Sache über Wasser zu halten, indem das Interesse für diese Wohlfahrtskasse unter dem jungen Nachwuchs so gering war, daß neue Mitglieder seit Jahren nicht mehr eintraten.

* Gießen, 29. März. Der 42 Jahre alte Wirt Grau vomMainzerhof au der Grün⸗ bergerstraße, Vater von 5 Kindern, machte am Samstag Mittag durch einen Revolverschuß

am hiesigen Orte angelangt war, begegnete das Fuhrwerk dem Sohne des Landwirtes Heinz⸗ mann, einem allgemein beliebten, gutmütigen Jüngling. Derselbe hielt sich, neben dem Wagen hingehend, mit der einen Hand an demselben an. Ganz urplötzlich erhielt er einen Stich in den Rücken der an dem Wagen befindlichen Hand, daß das Blut hoch emporspritzte. Die Wunde war so tief, daß der Betreffende sich sofort nach Altenstadt begeben mußte, um ste von dem Arzt zunähen und verbinden zu lassen. Letzterer kon⸗

Pferdemusterungen der Fall war. Die sich eventuell für die Train eignenden Tiere wurden auf Körperumfang und Körperlänge sowie auf Augen und Maulweite gemessen und hierüber genaue Aufzeichnungen gemacht, um jedenfalls darnach für denErnstfall passende Geschirre im Vorrat zu halten. Das Alter der ge⸗ musterten Pferde variierte zwischen 4 und 30 Jahre. Ein Alterspräsident von 37 Jahren, dem Fuhrherrn Jughardt⸗Wienerhof gehörig, war allerdings dabei, der trotz seines grauen

haus zu begehen, und sind die Vorbereitungen hierzu bereits im Gange.

* Gießen, 29. März. Gestern eröffnete der Männer⸗Turn⸗Verein auf dem Trieb die Saison der Ballspiele. Es wurde flott Schleuder⸗ und Schlagball gespielt.

* Gießen, 29. März. In der am Samstag

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abgehaltenen Generalversammlung der frei⸗ willigen Gail schen Feuerwehr wurde der N bisherige erste Hauptmann Martin Loos mit 5 Stimmeneinheit de e ferner wurden

ert, wiedergewählt: Kalbfleisch als zweiter Haupt⸗ Kopfes wie ein mutiges Schlachtroß bei der seinem Leben ein Ende, indem er, im Bette statierte die Verletzung einer Flechse. Anzeige e 81 g g l Korlmisston stolz bord trabte. Einen untaug⸗ liegend, den Lauf der Waffe an sein Ohr hielt. bei der Gendarmerie ist unverzüglich erhoben Hulle als 2. Obmann der Steigermannschaft, Walter licheren Platz als den gewählten für das Der kürzlich 1 Tod seiner Ehefrau, sowie worden. Dieser Tage stürzte ein vierjähriger l 1 als 1. Obmann, Gerhard als 2. Obmann der Musterungsgeschäft hätte man unseres Erachtens Nahrungssorgen haben den Mann zu dem ver⸗ Knabe, der kurz vorher mehrmals gewarnt und 1710 5 Hydrantenkompagnie, Schäfer als 1. Obmann nicht auswählen können. Die Tiere standen auf zweifelten Schritt getrieben. von der inmitten unseres Ortes befindlichen

Brücke fortgejagt worden war, von derselben kopfüber in das Wasser. Eine in der Nähe wohnende Frau, die zufällig noch unmittelbar

J. Grünberg, 28. März. Wenn man die Lage der landwirtschaftlichen Bevölkerung etwas näher in Augenschein nimmt, so sollte man doch

beiden Seiten der Chaussee zusammengedrängt, sodaß nicht einmal Raum für den Verkehr blieb und bleibt wirklich zu verwundern, daß die

der Spritzenkompagnie, zu deren 2. Obmann Lin denstruth neu gewählt ist. Der seitherige Rechner R. Sattler, sowie der Schriftführer ææ..... 1

ö ö 9 mann, Schuhbäcker als 1. Obmann, Lang C

Ein Bank kassierer.

trieben hatte, über den Zaun, und es dauerte nicht

Inzwischen ging das Verhör des Verhaftetenso war es ein Anderer, der ihn begangen hat und

als N n; f lange, bis der Dritte überwunden am Boden lag. vor sich. Adem es gelungen ist, seine Flucht zu bewerkstelligen.

Amerikanische Kriminal Erzählung von Mfeph Und da in diesem Augenblicke das ebenfalls munter Miß Wilson berichtete ausführlich, wie sie mit Das Einzige, was ich zugestehe, ist, mir den Holz-

4 5 e gewordene Dienstmädchen mit einer Lampe heraus-[dem Manne bereits im Laufe des vergangenen stall der alten Dame ohne Erlaubnis als Schlaf⸗

Marks. 1 g 5 Gortsetzung.) 1 N trat, erkannten Nora und den Knecht in dem Tages in der Stadt zusammengetroffen, und gab stelle ausgesucht zu haben. Als ich Hülferufe hörte,

1 Miß Wilson entgegnete nichts, raffte e Fremden den Landstreicher, der Nachmittags in der ihrer Ueberzeugung Ausdruck, daß er auf diese glaubte ich, es sei im Hause Feuer ausgebrochen,

baltiges daher alle ihre Kräfte zusammen, um ien feine ale Stadt vor dem Bankgebäude um Almosen gebettelt[ Weise Kenntnis von dem im Hause befindlichen und trat hinaus, um mit retten zu helfen; statt

* letten 1 an 15 0 8 5 990 hatte. Gelde erhalten hätte und ihnen deshalb gefolgt dessen wurde ich überfallen und schließlich einge⸗ a 2 chen, 54 5 f1* 15 f Ane weden ehe er es wiederBringt ihn nach dem Gefängnis! befahl Miß] wäre. Dann erzählte sie, was ui mie, der 8 f. 5

vr dz jpei Zoll weiter herauszuz ö Wilson;das Uebrige wird sich dann vor dem Nacht im Hause ihrer Tante zugetragen, is es Nora wies stumm auf die rechte Hand des Be⸗

7 41 0 Momente stieß der Mann einen Friedensrichter finden. Und während ibrer Wei⸗ gelungen wäre, den Einbrecher zu überwältigen und 1 welche mit einem schmutzigen Lappen um⸗

5 70 na e 2 80 3 8 5 f 5 ide war.

e 1 een wan nes e i 9 5 Jude n a Tante. 25 55 8 Auth der Knecht und der Nachbar gaben, den Der Richter verstand sie und fragte den Ge⸗

1 ine i itten, nicht e Thats f i f f 0 5 a

schuel 3 1 1 5 85 e de 1 e Tolle Wirkung des Chloroforms inzwischen schon ver⸗. 1 1 11 75 540 mere er zu der Wunde an der Hand ge

Jahre G ner f 7 wunden sein mußte, da es durchaus keiner großen Der Friedensrichter fragte nunmehr en Ge⸗. a. a 23 une zyt Jaht. 1 55. 1 bedurfte, um sie zu erwecken. fangenen, ob er sich schuldig bekennen wolle.O, den kleinen Schnitt habe ich mir mit der

Axt im Holzstall zugezogen, als ich sie und noch ein paar andere Werkzeuge, die dort umherlagen, hinwegräumte, um Platz für mein Lager zu schaffen.

Diese Ausrede wird Ihnen nicht viel helfen, sagte der Richter spöttisch.Ich überweise Sie hiermit wegen Einbruchs, mit der Absicht, zu rauben und eventuell zu morden, dem Verfahren vor den Großgeschworenen.

Trotzdem der Mann laut protestierte und wieder⸗

holt seine Unschuld versicherte, wurde er ins Ge fängnis abgeführt.

Energisch den Kopf schüttelnd, entgegnete der Angeredete:Diese junge Dame sagt, sie habe mich im Zimmer ihrer Tante getroffen, nachdem ich die⸗ selbe durch Chloroform betäubt, in der Absicht, einen Koffer mit Gold zu stehlen; sie erzählt ferner, ich hätte auch sie betäuben wollen und mit ihr wenigstens fünf Minuten gerungen, um sie un⸗ schädlich zu machen. Nein, dem ist nicht! Wenn sie sich in meinen Händen befunden hätte, würde es nicht so langer Zeit bedurft haben, sie zwischen meinen Fingern zu zerdrücken, viel weniger wäre es mir zu entwischen. Wenn

Erst jetzt, nachdem sie von den stattgefundenen Vorgängen Kenntnis erhalten hatte, und sah, daß das Köfferchen mit dem kestbaren Inhalte sich bereits außerhalb des ihm von ihr angewiesenen Platzes befand, gestand sie zu, daß der Bank⸗ kassierer mit seiner Warnung Recht gehabt. In⸗ folge dessen ließ sie gleich des Morgens, während Nora und der Knecht sich nach dem Bureau des Friedensrichters begaben, den Bräutigam ihrer Nichte, der in der Stadt seine Praxis als Advokat ausübte, aber in ihrer Nähe wohnte, zu sich bitten,

brechers denn doch nicht gewachsen wären, wandte sich Nora, laut um Hilfe rufend, zur Flucht nach der in den Hofraum führenden, halb geöffneten Hausthür, stolperte aber über die Schwelle und stürzte nieder. Halb betäubt blieb sie ein paar Minuten liegen. Als sie die Augen wieder öffnete, sah sie, wie zwei Männer, nach Möglichkeit fluchend, dicht vor ihr mit einander rangen; in dem Einen an der Stimme den Knecht der Tante er⸗ kennend, raffte sie sich empor, um ihm Beistand zu leisten.

0 Da aber sprang schon der Besitzer des Nach- um ihm die zehntausend Dollars zu übergeben und ihr möglich gewesen, mir zu er 8 1. nee, barhauses, welchen der Lärm aus seinem Bette ge! damit der Sorge ledig zu sein. wirklich ein Einbruch im Hause stattgefunden hat,(Schluß folgt.) Seng Carl Must, 17 urs