Ausgabe 
28.11.1897
 
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Nr. 1

1897.

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1155 könn d da diefe& allschaft eine een dg vom Schiwverein unabhängige Vereinigung bildet, die n Mittwoch im Schützenhause ihre Schieß⸗ übun abhält.

zießen, 31. Dez. Während in Hessen, daues weisen Eisenbahnvertrags mit Preu ßenne Erhöhung der Fahrpreise auf dem preuhen Tarif 4 5 für die dritte, 6 für zweite und 8 für die erste Klasse be⸗ vors, treten jetzt auf den bairischen Bal besondere Vergünstigungen in Kraft.

Wiesen darüber: Der Antrag der Handels⸗ undzewerbekammer für Unterfranken und Ascknburg auf Einführung von 1000 Kilo⸗ methrscheinheften bei den bairischen Staats⸗ eisehnen nach dem Borbilde in Baden, mit Falken von 2 Pfg. für die 3., 4 Pfg. für die und 6 Pfg. für die 1. Wagenklasse der Pernzüge pro Kilometer, sowie 1 Pfg pro Killer Zuschlag für alle Klassen der Schnell⸗ zügat die Frage der Personentarifreform neings wieder in Fluß gebracht, nachdem sich diedische Einrichtung inzwischen bewährt 0 Wahrscheinlich gelingt es, in Baiern

000 durchzuf etzen nnd zwar nidur für 1000 Kilometer-Fahrscheinhefte, son für alle Fahrten überhaupt. In Hessen

25 bekanntlich jetzt großherzoglich hessische,

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ür Erstürmung der pscherer Höhen 12 außerdem kämpfte er siegreich in 5 großen Schlachten, 4 Belagerungen und zahlreichen Ge fechten. 1880 wurde er Gouverneur von Mainz und 1887 trat er in Pension. Er wird auf seinen Wunsch hier beerdigt.

* Mainz, 30. Dezember. Der berüchtigte Friedrich Peter Teufel, der in der Nacht vom 18. zum 19. November in dem benachbarten Gonsenheim einem Landwirt ein Schwein aus dem Stalle trieb und dasselbe in Mainz ver kaufte, wurde heute von der Strafkammer des Landgerichts wegen schweren Diebstahls zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Teufel hat sich noch in Wiesbaden, Mannheim, Würzburg und Aschaffenburg wegen weiterer Einbruchsdiebstähle]? zu verantworten. Gestern und heute wurde eine aus vier Personen bestehende Hehlerbande verhaftet. Der Hausbursche eines großen Warenhauses hatte im Laufe der Zeit umfang⸗ reiche Diebstähle verübt und die gestohlenen Waren teils bei sich und teils bei Hehlern versteckt.

* Mainz, 29. Dezember. Am Neujahrs⸗ tage tritt man hier in das Zeichen des Karne vals. Die närrische Saison wird eröffnet durch den Umritt von 12 Herolden, Trompetern des 27. Feldartillerie-Regiments, in Kostüm durch die Straßen der Stadt.. 1 und

Nächte der Finsternis.

toman von Helmuth Wolfhardt. (Nachdrud verboten.) (Fortsetzung.)

h begreife diese Empfindung nicht nur, ver⸗ sich Bernhard eifrig,sondern ich teile sie voll⸗ kol. Wenn jenes Gerede wirklich die Wahr heift, und wenn der Schuldige noch unter den Lell weilt, so kann jeder ehrliche Mann nur win, daß sein Verbrechen endlich ans Licht koiund daß ihn die härteste, furchtbarste Strafe trevelche menschliche Gesetze nur immer ver bämnag. 8

hatten die Erinnerungen an den düstersten unkeckenvollsten Tag ihres jungen Lebens einen lei Schatten in die sonnige Helle der Glück sel geworfen, welche die beiden Liebenden um⸗ firder sie waren doch nicht im Stande, ihnen dirschwängliche Wonne dieser paradiesischen Si dauernd zu trüben. Wie im Fluge ral ihnen die wenigen Tage dahin, welche sie

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Achtes Kapitel.

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perrörer übernehmen. In der Nähe von i Partenheim wurde bekanntlich auf Pfingsten d. J. ein Landwirt Namens Kunkel ermordet aufgefunden. Die Untersuchung wurde einge⸗ stellt, da sie zu keinem greifbaren Resultate führte. Seit einigen Tagen ist nun die Unter⸗ suchung wieder aufgegriffen worden, da sich neue Verdachtsmomente ergeben haben.

* Mainz, 30. Dez. Zwischen Nackenheim und Nierstein ereignete sich gestern Abend gegen ½10 Uhr ein höchst merkwürdiger Un⸗ glücksfall. Ein Fuhrmann aus Laubenheim, Namens Görlich, hatte einem Fuhrwerk der Kreuznacher Glashütte in der Richtung nach Nierstein Vorspanndienste geleistet. Beim Rück⸗ weg mußte er zwischen obigen Stationen den Bahnübergang passieren. Von hier schwenkte das Pferd ab und trabte den Schienen entlang, was der Lenker des Pferdes, der auf demselben saß und eingeschlafen war, gar nicht merkte. Plötzlich wurde er aus seinem Schlummer durch einen schrecklichen Stoß aufgerüttelt. Der um diese Zeit fällige Worms-Mainzer Personenzug erfaßte Roß und Reiter und schleuderte beide zur Seite; das Pferd blieb sofort tot und der Fuhrmann wurde schwer verletzt, sodaß er gestern Abend noch in das hiesige Hospital verbracht werden mußte. Der Mann soll gar nicht wissen, wie sich das m eigentlich ereignet hat.

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Nr. 4.

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Waänn trägt die Eisdecke? ucber die Tragens des Eises sind vielfach ganz irrige Vor⸗ stellungen verbreitet, die nicht selten todbringende Unfälle zur Folge haben. So giebt es Waghalsige, die das Eis schon betreten, wenn es 2 bis 3 Centimeter dick ist, während es erst bei einer Stärke von 4 Centimeter ein zelne Personen, aber keine Anhäufung von solchen, sicher zu tragen im Stande ist. Hat es eine Stärke von 8 Centimeter erreicht, so mag man sich ihm sorglos anvertrauen und bei einer Stärke von 12 Centimetern können es selbst leichte Wagen befahren. Wenn die Dicke des Eises 35 Centimeter überschreitet, so vermag es selbst die größten Lasten zu tragen, aber nur bei Frostwetter. Das Eintreten von Tauwetter löst das innere Gefüge des Eises so rasch, daß selbst noch dickes, sonst gut tragfähiges Eis nicht mehr ohne Gefahr betreten werden kann.

Marktpreise.

Gießen, den 31. Dezember. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 1 1,20, Hühner⸗ eier 1 St. 78, Enteneier, Gänseeier, Käse 58, Käsematte 3, Erbsen per Liter 17, Linsen 28 Pfg. Tauben per Paar 5060 Pfg., Hühner p. St. 90 1,00, Hahnen 60 100, Enten 1,50 1,70, Gänse per Pfund 44-64, Ochsenfleisch 66 74, Kuh- und Rindfleisch 60 bis 66, Schweinefl. 56 66, Schweinefl., gesalz. 70 72, Kalbfleisch 50 54, Hammelfleisch 50 65, Kartoffeln pro 100 Kilo 4,50 5,00, Zwiebeln per Zentner 4,00 Mark, Milch per Liter 16 Pfg.

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen

Aequinoktialstürme kaum jemals vom Meer her über das flache Land dahingefegt als in diesem Jahre. Es war, als solle noch einmal wie zur Zeit der großen Sintflut dem tobenden Gewässer die Herrschaft eingeräumt werden über das feste Land, denn die Schleusen des Himmels waren nicht nur Tag und Nacht geöffnet, sondern auch die ge waltigen Schneemassen in den Gebirgen kamen so plötzlich ins Schmelzen, daß die Flüsse, die von den Bergen herab dem Meere zuströmten, in ihren altgewohnten Betten kaum noch Raum genug hatten für ihre reißenden Wasserfluten.

Die Bewohner von Rothhaide machten in diesen Tagen ernste Gesichter, denn der Warnungsruf, welcher den ganzen Küstenstrich durchhallt hatte, war für sie von einer besonderen mahnenden Be deutung. Die älteren unter ihnen erinnerten sich noch deutlich genug und mit geheimem Grauen der furchtbaren Wassersnot, welche dereinst einen erheb lichen Teil ihrer Stadt in Trümmer gelegt und alles urbare Land in weitem Umkreise auf Jahre n in unfruchtbare Sandwüsten verwandelt Au N Damals hatte man lch vor dem 5

des breiten Stromes überall scheinbar im besten

Wilder und ungeberdiger waren die! ungewöhnlichen Regengüsse und der bedrohlichen! leisten.

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Gerüchte aus del höher gelegenen Gegenden, in denen ein Wolkenbruch auf den anderen folgte, keineswegs außer aller Gefahr, und an denjenigen Stellen, die einen etwaigen Durchbruch des Wassers am ehesten befürchten ließen, war eine große Anzahl von Männern unausgesetzt mit der Befestigung und Verstärkung der Deiche beschäftigt. Die dadurch bethätigte Vorsicht schien in Wahrheit dringend ge boten; denn der Spiegel des Flusses, der seine gelben schlammigen Wogen mit ungestümer Schnellig keit dahinwälzte, war fortwährend im Steigen, und das im Gegensatz dazu immer tiefer sinkende Baro meter kündete eine Fortdauer der so gefürchteten stürmischen und regnerischen Witterung an.

In deu späten Abendstunden eines dieser bangen Tage war es, als durchnäßt und vom Winde zer zaust ein halbwüchsiger Junge das Herrenhaus von Sandhofen betrat. Er wünschte den Gutsherrn selbst zu sprecheu, und als er zu Rodewald geführt wurde, meldete er, daß er von der Aufwärterin des Herrn Milow, den man noch immer allgemein nur den Packmeister nannte, geschickt worden sei. Es demselben heute sehr schlecht, und er hätte

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I 0 war nach der Art der Beziehungen, welche bisher zwischen ihm und dem ehemaligen Packmeister Milow bestanden, natürlich genug. Früher war er mit dem Manne öfter in eine ganz oberflächliche Berührung gekommen, und etwas Näheres über ihn hatte er eigentlich nur an jenem Abend er fahren, als man sich im Wartezimmer des Bahn hofs zu Rothhaide über den entlassenen Beamten seine unglückselige Leidenschaft und seinen gemei gefährlichen Charakter unterhielt. Dann hatte er ihn gänzlich aus den Augen verloren, und erst durch Elisabeths Verlobung mit dem Sohne war es ihm bekannt geworden, daß Milow immer noch am Leben sei und in seinem einsamen Häuschen ein jammer volles, sieches Dasein von Tag zu Tag müßhselig weiterschleppe. Nach der Heimkehr von der be⸗ deutungsvollen Sommerreise war er in Elisabeths Begleitung zu dem Kranken gegangen, um ihm die künftige Schwiegertochter selbst vorzustellen; aber er hatte den ehemaligen Packmeister in eine fassung gefunden, die selbst die schlimmsten& wartungen noch sehr weit hinter sich lie hohläugiger, vom Fieber geschültelter und zam

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So lonnte er der unerwarteten Aufforder

geben. Tosen und Brausen kündete der Lenz sein[Zustande waren, fühlte man sich doch angesichts der] ung, welche da an ihn erging, ohne Zögern Folge

Daß ibn dieselbe in hohem Grade über

0 abarmagerter Greis war es, der da

zusammengesunken in dem Lehn ter saß, und wenn auch die Auf scklich versicherte, daß er bel vollem so war doch sein Benehmen ganz an, dies ernstlich bezweifeln zu

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(Fortsetzung folgt.)

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