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Gießen, Mittwoch, den 28. April
Postztg. Nr. 3319. Telephou⸗Nr. 112.
Ausgabe
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Gießen.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.
Lokales und Provinzielles.
Gießen, 26. April. Die am Samstag Abend in dem Postkeller stattgefundene General- Versammlung des Kaufmännischen Vereins war besonders zahlreich besucht. Aus dem vom Vorsitzenden Carl Orbig erstatteten Jahresbericht dürfte das Folgende allgemein in⸗ teressieren. Die Mitgliederzahl des Vereins hat sich im abgelaufenen Vereinsjahr um 25 ver⸗ mehrt, sodaß der Mitgliederbestand 304 beträgt. Der Verein besteht aus 6 Ehren⸗, 128
ordentlichen, 168 unterstützenden und 2 außer-
ordentlichen Mitgliedern. Der Kassabestand weist eine Höhe von 1635% 12& auf. In der Bibliothek befinden sich 1005 Bände, das Inventar ist zusammen in Höhe von 5000 hegen Feuersgefahr versichert. Ueber den Ver⸗ mögenszuwachs, welcher durch Schenkung für den Hausbau erfolgt ist, kann erst nach erfolgter Aufrechnung des Bau⸗Kontos, also im kommen⸗ den Jahre berichtet werden. Die Benutzung der Bibliothek verdient als befriedigend genannt zu werden. Entliehen wurden aus derselben 1335 Bände. Durch den Umzug in das neue Heim des Vereins ist eine Schließung der Bibliothek auf drei Monate bedingt. Voraussicht⸗ lich ist auch die Drucklegung eines neuen Kataloges erforderlich. Im Laufe des Vereins⸗ fahres fanden statt: 4 Generalversammlungen, 22 Vorstandssitzungen, 20 Sitzungen des Bau⸗ Ausschusses, 6 Sitzungen des Ausschusses für Unterrichtswesen und Lehrlingsheim. Der Vor⸗ stzende beklagt wie in den Vorjahren den schwachen Besuch des Vereinsabends und erhofft, daß im eigenen Haus hierin eine Besserung ein⸗ tritt. Der Verein veranlaßte in Gemeinschaft mit dem Orts⸗Gewerbeverein 5 Vortagsabende, don denen die des Privatdozenten Jens Lützen⸗ Berlin und des Physikers Amberg-Berlin bei überfülltem Saale stattfanden. An Zu⸗ wendungen für die Forstschule erhielt der Verein 1000 ¼ vom Stadtvorstand, 600, von der Spar⸗ und Leihkasse Gießen und 200. von der Großh. Handelskammer. Für einen in Görlitz schwer erkrankten Kollegen, früheres Mit⸗ im Vorstand) des Vereins, wurde im Dezember v. J. eine Sammlung ver⸗ 15 Mark ergab. Die Mutter des Erkrankten, der dieser Betrag übersandt wurde, dankt sämtlichen Spendern für diese Unterstützung. Der betreffende junge Mann ist bald darauf seinem Leiden erlegen. Der Hausbau in der Nordanlage, welcher laut General⸗Versammlungs⸗ veschluß incl. der inneren Einrichtung zu 40 400 Mark genehmigt ist, schreitet rüstig seiner Vollendung entgegen. Der hierzu benötigte Betrag deckt sich in folgender Weise:&+ 13,495 Zeichnungen der Mitglieder 4 Fonds perdu A 700 Anteilscheine,* 2000 Ueberweisung aus dem Vereinsvermögen,. 1000 Schenkung des gess. Staates, ¼ 24,000 aufzunehmende Hypo⸗ thek. Der Vorstand hegt die bestimmte Er⸗ wartung, daß das Vereinshaus bis Ende Juni fertiggeftelt sein wird und hat bereits zum Haus⸗ herwalter Johann Rein bestellt, dem gleichzeitig der Betrieb der Wirtschaft übertragen wird. Aus dem vom Rechner Böhm erstatteten Kassen⸗ bericht dürfte interessteren, daß der Verein an Mitgliederbeiträgen 2466* vereinnahmt hat. Unter den Ausgaben bildet der Posten für die Jachschule in Höhe von 3211 ½ 45» die größte Ausgabe, dann folgt der Hausbau mit 2000, Ausgabe für Vorträge 836, 85„ ꝛc. Ueber die Fachschule berichtete der Lehrer Knauß. In den Vorstand wurden zum 1. Vorsitzenden Carl Orbig, zum 2. Vorsitzenden Emil Horst, zum 1. Schriftführer Otto Meyer, zum Rechner Georg Böhm, zum 1. Bibliothekar Aug. Waag, zum 2. Bibliothekar F. Wagner wiedergewählt. Als 2. Schriftführer wurde Ph. Heyligen⸗ städt neu gewählt. Zu Revisoren wurden Beorg Mootz und Wilh. Jullmann ge⸗ wählt. Dem Aufnahme⸗Ausschuß gehören außer 5 Vorstandsmitgliedern an; die Herren Roth, Mootz, Rau, Bickhard und Best. Der Schulausschuß setzte sich zusammen aus 3 Vor⸗ ftandsmitgliedern und den Herren Röhr, Wetter und Eichnauer.
F. Gießen, 27. April.(Gießener Ruder⸗ Besellschaft.) Wie aus dem Inseratenteil ver heutigen Nummer ersichtlich ist, wird am kommenden Donnerstag abends 8% Uhr im „Hotel Einhorn“ Herr Dr. Kolb einen öffent⸗ ichen Vortrag über das„Training“(Vorbe⸗ zeitung des Körpers zu maximaler Muskelarbeit) balten. Derselbe dürfte seinem Inhalte nach neben für die athletischen und Sportsvereine
uuch für die Herren Offiziere und Mediziner von
Interesse sein.
* Gießen, 27. April. reisende eines hiesigen Handelsgeschäfts, welcher nach bis jetzt stattgehabter Feststellung ca. 300 A. Kundengelder unterschlagen, ist heute früh in Elpenrod verhaftet und an die Staatsan- waltschaft dahier abgeliefert worden.
* Gießen, 27. April. Mit dem Eintritt des warmen Wetters stehen wir in unserem sportlustigen Gießen wieder unter dem Zeichen der Wetten. Im Kaiserhof wurde in der ver— gangenen Woche bestritten, daß Jemand von Gießen nach Münzenberg in 3 Stunden zu Fuß gehen könne. Es kam dieserhalb zu einer Wette und verpflichtete sich der Unterliegende zu zehn Flaschen Champagner bester Marke.— Eine heitere Episode passierte ebenfalls dieser Tage in einer Wirtschaft der Wallthorstraße. Der Wirt hatte gerade eine Wette auf zehn Flaschen Wein kontrahiert und sich dafür anheischig gemacht, binnen einer gewissen Zeit den Weg von seinem Lokal bis zur„Stadt Marburg“ zurückzulegen. Einer der Gäste, der vermöge seines Berufes alle Touren zu Pferde macht, erklärte, er könne besser laufen als der Wirt. Letzterer widerlegte die Behauptung seines Gastes und so kam es zum Wettlauf, der zwischen der Thoreinfahrt und der etwa 100 Meter davon entfernten Gartenmauer des Hauses in Gegenwart aller im Lokal Anwesenden sofort ausgefochten wurde. Der dicke Wirt schlug seinen Konkurrenten unter dem schallenden Gelächter der Zuschauer glänzend, letzterer gab nämlich schon bei der Hälfte des Weges die Partie auf.
* Gießen, 27. April. Aus der Uebersicht der pro 1897/98 genehmigten Umlagen zur Be⸗ streitung von Kommunalbedürfnissen in den Land⸗ gemeinden unseres Kreises entnehmen wir, daß im Kreise drei Gemeinden, Grünberg, Großen⸗ Linden und Wieseck, ein Kommunalsteuer— kapital von 20000 4 aufwärts besitzen. Der größte Betrag entfällt auf Grünberg mit 28 000, der kleinste auf Utphe mit 500. Den höchsten Beitrag auf die Mark Kommunal⸗ steuerkapital muß die Gemeinde Lindenstruth mit 60992„ aufbringen, den kleinsten Utphe mit nur 2826. Die Gemeinden Bersrod und Staufenberg erheben überhaupt keine Umlagen.
* Gießen, 27. April. Unsere Waldspa⸗ ziergänger seien auf eine Bekanntmachung des Großh. Kreisamts aufmerksam gemacht, nach welcher es verboten ist: Schonungen, die mit einer Einfriedigung versehen sind, oder deren Betreten durch Warnungszeichen untersagt ist, zu betreten. Hunde in fremdem Jagdge— biet außerhalb der erlaubten Verbindungswege über 100 Schritte von diesen entfernt frei herum⸗ laufen zu lassen. Anstalten für die Wild⸗ fütterung, Fallen oder andere Werkzeuge zum Fangen von Raubzeug rechtswidrig zu be⸗ schädigen. Die Polizeiorgane haben die Weisung erhalten, alle Zuwiderhandlungen zur Anzeige zu bringen.
* Gießen, 26. April.(Bieberthal⸗Bahn). Heute Nachmittag hatten sich auf unserer Bürgermeisterei zahlreiche Interessenten der Bieberthalbahn eingefunden. Für die Großh. Regierung war Oberbaurath Mey er⸗ Darmftadt, für die Stadt Gießen Oberbürgermeister Gnauth und Stadtbaumeister Schmandt, für die Kreisstraßenbau⸗Behörde Kreisingenieur Stahl erschienen. Auch die Kleinbahnbau⸗Gesellschaft⸗Berlin war durch mehrere Beamten vertreten. Der Provinzialdirektor Freiherr von Gagern eröffnete den Termin und be⸗ richtete kurz über die Einsprüche, welche am Vormittag bei dem in Heuchelheim stattgefundenen Termin gegen das Bahnprojekt erhoben seien. Die Gemeinde beanstande die Anlage des Bahnhofs bei Heuchelheim dicht an der Gemarkungsgrenze. Nach einem abgeänderten Lageplan sel die Anlage dieser Station auf Heuchelheimer Gebiet wohl möglich, wenn die Unternehmer sich bereit erklärten, das dazu erforderliche Gelände zu erwerben, was diese aber abgelehnt haben. Die Grundbesitzer am Schmid⸗ wasenweg haben ein Servitut, auf ihre Aecker zu ge⸗ langen, und hatten daher den Bahnbau beanstandet. Die Bahnunternehmer haben sich dagegen bereit erklärt, Ein⸗ richtungen zu schaffen, daß diese Angelegenheit sich regeln ließe. Zwei weitere, von Heuchelheim erhobene Be⸗ anstandungen, die Entwässernng der Aecker und die Anlage einer Ueberfahrtsbrücke über einen Graben, haben eine günstige Lösung gefunden. Die Anstände, welche das Stadtbauamt wegen der Veränderungen der Brücken erhob, wurden durch das Entgegenkommen der Kleinbahngesell⸗ schaft sehr schnell erledigt; dieselbe erklärte, allen Wünschen im Intresse der Sicherheit des Fußgänger⸗Verkehrs ent⸗ gegen kommen zu wollen. Ebenso wurden Bedenken des Kreis⸗Ingenieurs Stahl damit erledigt, daß die Bahnbehörde sich bereit erklärte, von demselben gewünschte Verbesserungen vorzunehmen. Dachdeckermeister Krök,
welcher an der Rodheimerstraße neben dem Schlachthaus drei dort noch zu bauen ge⸗
ein Haus besitzt und deren
denkt, stellt das Verlangen, daß von der Brücke bis über sein Haus hinaus zum Schutze der Kinder seiner Miether und auch der Seinigen längs des Bürgersteiges ein
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Der Geschäfts⸗ Schutzgitter errichtet werde. Der Vertreter der Kleinbahn⸗ gerad
gesellschaft erklärt, dies würde dem Verkehr hinderlich sein und mit demselben Rechte könnte jeder Hausbesitzer ein Gitter verlangen; dann sei es überhaupt unmöglich Straßenbahnen zu bauen. Der Provinzialdirektor er⸗ klärte das Großh. Ministerium werde über diesen Ein⸗ spruch zu entscheiden haben. Joh. Seek, als Vertreter mehrerer Bewohner der Hammstraße, bemängelte, daß nach den ausliegenden Zeichnungen die Bahn dicht an die Vorgärten der Häuser längs der Hammstraße zu liegen käme. Hierdurch sei der Verkehr in seine Häuser nicht nur erschwert, sondern es berge bei einer solchen Sachlage der Bahnverkehr eine gewisse Gefahr für Leben und Ge⸗ sundheit der Anwohner in sich. Er beantrage auch Namens seiner Nachbarn, die ihn hierzu beauftragt hätten, die Bahn längs des Dammes der Main⸗Weserbahn, also auf die östliche Seite der Straße, entlang zuführen. Herr Stadtbaumeister Schmandt bemerkt, daß es ursprünglich im Plane gelegen, die Bahnlinie so zu legen, doch habe die Main⸗Weserbahn, welche theilweise Besitzerin der Straße sei, Bedenken hiergegen geltend gemacht. Er ver⸗ weise auch darauf, daß sich die Anlieger der Hammstraße irren, wenn sie glauben, die Bahn gehe direkt] an ihren Vorgärten vorüber. Diese hätten eine Tiefe von circa 4 m und dann sei bei der Anlage der Hammstraße der Bürgersteig vor den Vorgärten auf 2¼ m Breite erhöht projektirt, so daß eine Gefahr für die Bewohner der dortigen Häuser ausgeschlossen sei. Seek erklärte nach dieser Darlegung seinen Einspruch nicht aufrecht erhalten zu wollen. Oberbürgermeister Gnauth nahm denselben aber wieder auf und vertrat die Meinung, daß die Bahnlinie auf der östlichen Seite der Straße praktischer sei als auf der westlichen und soll durch erneute Verhandlungen mit der Direktion Frankfurt versucht werden, etwas zu er⸗ möglichen. Oberbaurath Meyer erklärt, daß für die Strecke der Hammstraße bis zur Margarethen-Hütte die Pläne eigentlich noch gar nicht aufliegen und Bedenken der Interessenten längs dieser Linie immer noch in einem späteren Termin, der ja angesetzt werden müsse, vorzu⸗ bringen seien. Damit sind die Verhandlungen beendet.
* Grünberg, 26. April. Der neu gegrün⸗ dete Schützenverein hielt gestern Nachmittag sein Eröffnungsschießen auf dem Schieß⸗ stande des Kriegervereins ab, wo auch für die Folge die Schießübungen vorgenommen werden. Zum Schützenmeister wurde Herr Buchhalter Linker gewählt. Zwei hiesige Unternehmer, die Herren E. Sehrt und L. Stein haben an der Londörfer⸗ straße eine Anzahl Grundstücke erworben, um daselbst eine Backsteinbrennerei, die erste am hiesigen Platze, zu errichten. Die Arbeiten sind bereits in Angriff genommen worden.
* Grünberg, 26. April. Zwecks Aufnahme der Zuchttiere in das Provinzialherdbuch im zweiten Körbezirk findet am Donnerstag, den 29. ds. Mts., vormittags 9 Uhr, hierselbst ein Körtermin statt, worauf wir die Züchter von Simmenthaler Vieh aufmerksam machen.
* Grünberg, im April. Am Markttage, 24. April, wurden auf dem hiesigen Frucht⸗ markte folgende Fruchtarten ꝛc. zu den beige⸗ setzten Durchschnittspreisen verkauft: 23 Doppelzentner(à 100 Kilogramm) Weizen zu 15,38, 10 D.⸗Z. Korn zu 12,80, 12 D.⸗Z. Gerste zu 12,32., 61 9.80 Hafer zu 13,04 , 4 D.⸗Z. Erbsen zu 17,80, 353 D.⸗Z. Kartoffeln zu 4,68..
* Laubach, 25. April. Der diesjährige „Ausschuß“, ein aus der näheren und weiteren Umgegend stark besuchtes Volksfest, wird am 14. Juni hier gefeiert werden. Die Wahl des Schützenhauptmanns für dieses Fest wurde be⸗ reits vorgenommen und wurde als solcher Herr Beigeordneter Kaufmann Diehl hier mit großer Mehrheit gewählt.
* Nidda, 23. April. Die Aktiengesellschaft Vorschuß- und Kreditverein Nidda hielt vorige Woche ihre diesjährige Generalversamm⸗ lung ab. Nach dem für 1896 erstatteten Rechen⸗ schaftsbericht wurden im verflossenen Jahre 1,808,701,45& umgesetzt und es war am Ende des Geschäftsjahres ein verfügbarer Ueberschuß mit 11,256,55, vorhanden, von dem 2750 als 5 prozentige Dividende den Aktionären zu⸗ kommen, während der Rest verschiedenen Fonds resp. auf neue Rechnung überwiesen wurde. Die Kasse hat einen erheblichen Aufschwung im letzten Jahre erfahren.
* Mainz, 25. April. Ein Handwerker⸗ tag für den Mittelrhein und Südwest⸗ deutschland wird am Sonntag, 2. Mai d.. im„Frankfurter Hof“ hier abgehalten werden. Die Veranstaltung geht von dem Verbande hessischer Innungen und Berufsvereine in Ver⸗ bindung mit dem Württembergischen Handwerker⸗ Landesverband aus. Schon die Teilnahme der letztgenannten Korporation beweist, daß es sich keineswegs um eine im voraus berechnete Innungs⸗ kundgebung, sondern darum handelt, allen Hand⸗ werkern des Mittelrheins und Südwestdeutsch⸗ lands Gelegenheit zu geben, sich über das dem Reichstage vorliegende Handwerkergesetz ossen auszusprechen. Es dürfte von Wert sein, wenn
e die Handwerker derjenigen Staaten, auf deren Einfluß hin dem Gesetzentwurf seine jetzige Fassuug gegeben worden ist, ihre Meinung über diesen Entwurf kundgeben. Der gewählte Tag fällt keineswegs zu spät, als daß die Kundgebung nicht noch Beachtung bei der Kommission wie bei dem Plenum des Reichstages finden könnte.
Vermischtes.
— Ein sonderbares Testament. Der in Dresden verstorbene reiche Fabrikant Hampel hatte die Stadt Dresden zur Universalerbin seines beträchtlichen Vermögens eingesetzt, unter der Bedingung, daß ihm die Stadt eine evangelische Kirche erbaut, in welcher er und seine Frau in einer Gruft beigesetzt werden. Bis zum Jahre 1904 sollte der Grundstein zu dieser evangelischen Kirche gelegt sein. Sollte aber aus irgend einem Grunde sich der Erfüllung dieser Bestimmungen ein Hindernis ent⸗ gegenstellen, so sollte die katholische Kirche als Erbin ein⸗ treten und eine katholische Kirche bauen. Die katholische Kirche hat nun auf jeden Erbanspruch an den Nachlaß des Verstorbenen verzichtet, offenbar weil es ihr nicht an⸗ gemessen erscheinen wollte, unter solchen Voraussetzungen als Nacherbe aufzutreten, denn Hampel war Katholik und es war sicherlich eigentümlich, daß ein Katholik das Geld zum Bau einer evangelischen Kirche testamentarisch ver⸗ macht und seine eigene Kirche übergeht. Uebrigens fragt es sich recht sehr, ob es zu einer Beisetzung der Gebeine Hampels in dieser Kirche kommt. Derartige Begräbnisse in einer Kirche sind durch das Gesetz verboten. Durch ein Testament aber können gesetzliche Bestimmungen nie⸗ mals außer Kraft gesetzt werden. Deshalb, weil Jemand in seinem Testamente Kapitalien an die Erfüllung von Bedingungen knüpft, die entweder gegen die Gesetze oder die guten Sitten verstoßen und deshalb nicht ausgeführt werden dürfen, verliert ein Testament im Uebrigen nicht an Giltigkeit.
— Leiden eines Polarforschers— in der Gesellschaft. Fridtjof Nansen ist bekanntlich von Berlin nach Kopenhagen gereist und hat dort ebenfalls einen Vortrag gehalten. Es ist voraussichtlich für längere Zeit sein letzter geweseu. Der Mann, der durch die un⸗ erhörten Strapazen in den Eisregionen des Nordpols nicht angegriffen wurde, hat die mit den Festen und Vorträgen verbundenen Anstrengungen nicht vertragen können. Während seines Aufenthalts in Kopenhagen setzte er, wie von dort berichtet wird, Alle durch sein wortkarges und eigentüm⸗ liches Benehmen in Erstaunen. Er sprach nur sehr wenig, sein Blick war düster, er konnte seinen Vortrag in der Geographischen Gesellschaft nur mit großer Mühe be⸗ enden, und abends beim Festmahle kannte er nicht mehr die Leute, mit denen er morgens gesprochen hatte. Als zum Schluß ihm der bekannte Professor Ussing Lebewohl sagte, stand Nansen da, als wenn er nicht begriffe und starrte geistesabwesend vor sich hin. Als der Minister⸗ präsident Beron Reedtz⸗Thott ihm im Laufe des abends ansprach, kannte Nansen ihn nicht wieder, obgleich der Ministerpräsident ihn zu Tisch geführt hatte. Sein schroffes Wesen erregte allgemeine Verwunderung, selbst dem Kronprinzen von Dänemark gegenüber zeigte er sich fast unhöflich. Man hat nachträglich den Grund erfahren. Nansen wird so abgespannt und müde, daß er sich kaum aufrecht zu halten vermochte, er konnte weder sprechen noch essen— er sehnte sich nur nach Ruhe, die er jetzt in seinem Heim in Lysaker bei Christiana gefunden haben dürfte.
— Mikosch, der Schlaue. Es war zu Chicago. Ein neueingewanderter Schwabe wurde von einem irischen Raufbold angegriffen und theilte einige„Schwabenstreiche“ aus, die dem Sohne der grünen Insel das irdische Dasein prompt abschnitten. In den Ländern des englischen Rechtes bedarf es zu einem schuldigsprechenden Erkenntniß der Geschworenen der Einstimmig keit. Es kam also darauf an, einen Freund des Augeklagten in die Geschworenen⸗ liste hineinzubringen, denn die Anklage war auf Mord gerichtet und es hatte sich eine ganze Reihe von Lands⸗ leuten des Erschlagenen gefunden, die bereit waren, das vorhandensein sämmtlicher„Requisiten“ der vorsätzlichen, mit Ueberlegung ausgeführten Tödtung zu beschwören. Dem Anwalt des Deutschen gelang es in elfter Stunde, einen Ungarn auf die Geschworenenbank zu bringen, der mit sich reden lies und dem tausend Dollars versprochen wurden, wenn er sich weigern würde, für Mord zu stimen. „Lassen Sie sich auf keine Unterhandlung ein,“ schärfte ihm der Advokat in geheimer Konferenz ein,„sagen Sie nur immerzu Todschlag!“ Der Fall wurde ver⸗ handelt, der Advokat that sein Bestes und die Ge⸗ schworenen zogen sich zur Berathung zurück. Eine Stunde um die andere verging, bis um Mitternacht der Obmann den Wahrspruch verkündete:„Schuldig des Todtschlags!“ Der Schwabe wurde zu zwei Jahren Gefängniß ver⸗ urtheilt. Schweißtriefend stellte sich der ungarische zwölfte Mann bei dem Anwalt ein, der ihm die tausend Dollars einhändigte und ihm warm die Hand drückte.„Na, Sie müssen eine schwere Arbeit gehabt haben, die Elfe zum bloßen Todschlag zu überreden.“„Das will ich manen,“
sagte der Ungar.„Hob ich füntausend Mal gesogt: Todtschlag— woren nämlich Andere olle für Frai⸗ sprechung.“
— Der größte Hochofen der Welt soll dem⸗ nächst in Saarbrücken auf den Röchling'schen Eisen⸗ und Stahlwerken angeblasen worden. Er ist nach einer An⸗ gabe der„St. Johanner Zeitung“ ungefähr doppelt so groß wie sämmtliche gegenwärtig im Gebrauch befindlichen
und vorhandenen Hochöfen des ganzen Bezirks. Der v *


