Ausgabe 
27.7.1897
 
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Guckes) mit 7,46; R.⸗Kl. Witten(Karl Bein⸗

Gießen, Dienstag,

den 27. Juli

1897.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Ausgabe

Gießen.

ische Landeszeilung.

Postztg. Nr. 3319. Telephou⸗Nr. 112.

NMedbaktion:

* Kreuzplatz Nr. 4. 2

Lokales und Provinzielles.

y. Gießen, 26. Juli. Die großherzogl. Zentralstelle für das Gewerbe ladet die hütglieder des Landesgewerbevereins für Sonntag, den 8. August d. J. zur General⸗ sersammlung nach Alzey ein. Für die in Oberhessen wohnenden Mitglieder, welche an den Berhandlungen teilnehmen wollen, wird von Mainz nach Alzey an dem betreffenden Tage an Sonderzug fahren. Der Beginn der Ver⸗ ammlung ist auf 11 Uhr vormittags festgesetzt. Tagesordnung: Begrüßung, Geschäftliche Mit⸗ ellungen, Erweiterung der Aufgaben des Landes⸗ sereins, Vortrag des Herrn August Noak über bandwerkergenossenschaften und Staatshilfe, Er⸗ sanzung der Handwerkerschul⸗Kommission, Neu⸗ vahl von 10 Mitgliedern aus der Provinz stheinhessen in den weiteren Ausschuß, Wahl ses Ortes der nächsten Generalversammlung in ser Provinz Oberhessen, Verschiedenes.

y. Gießen, 25. Juli. Den Pessimisten, pelche nach seder Regatta, welche hier stattge⸗ unden, behaupten, das Interesse unserer Be⸗ fölkerung für den Wassersport sei im rapiden ledergang begriffen, hat die schön verlaufene J. Ruder⸗Regatta wieder Unrecht gegeben. Ja, 68 regnete, wenigstens während der sportliche Teil her Veranstaltung vor sich ging, nicht einmal in Hleßen, brannte auch heiß die Sonne vom

Immel hernieder, so wehete doch eine leichte rise den zahlreichen Menschen, die herbeige srömt waren, Kühlung zu und mit Interesse bie Kämpfe des Tages verfolgten. Die Vor⸗ lennen, welche 8 Uhr morgens begannen, ver liefen glatt und boten daher wenig Interessantes. Die gemeldete Emser Maunschast war ausge⸗ blieben, Gießen startete nur bei den Vorrennen im Achter, unterlag aber dabei gegen Oberrad. Die Gleßener Ruder⸗Gesellschaft hat heuer Pech, sie Rußte den Achter mit zwei Ersatzleuten besetzen und Albert Rübsamen, der im Einer um den Lahnpokal fahren sollte, war dies ärztlicherseits untersagt und so fiel Gießen denn bei den Haupt⸗ tennen überhaupt aus. Das erste Mal waren auf unserer Bahn erschienen der R.⸗Kl. Witten und der R.⸗V. Limburg. Die Signatur der heutigen Regatta war ein fortwährendes ver⸗ euern fast bei jedem Rennen, wie es alte Ruderer ei keiner Regatta bisher erlebt haben wollen. Die Vorrennen, welche vormittags 8 Uhr begannen, hatten nachstehendes Ergebnis: Einer für uniors: Mainzer R.⸗V.(J. Wocker) mit 1.34½ gegen Offenbacher R.⸗G.Undine(Louis

sorn) ging allein über die Bahn. Zweiter Pierer: Frankfurter R.⸗G. Sachsenhausen mit 41 gegen Oberrader R.⸗G. mit 6,53; der R. V. Cassel ging mit 6,57 allein über die Bahn. Zweiter Einer: Offenbacher R.⸗G.Undine . Guckes) mit 7,58 gegen Mainzer R.⸗V. (J. Wocker) mit 8,53; Hanauer R.⸗G. 1879 Gg. Stocker) mit 8,11 gegen R.⸗Kl. Witten sarl Beinhorn) mit 8,54. Dritter Vierer: Frankfurter R.⸗G. Sachsenhausen mit 6,45 gegen

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.

Preis der Anzeigen t 10 Pfg. für die Ispaltige Petitzeile.

(Großherzogspreis): Frankfurter R.⸗G. Sachsen⸗ hausen mit 6,42/ gegen Frankfurter R.⸗V. 6,57 ¾; Oberrader R.⸗G. mit 6,51 gegen Gießener R.⸗G. mit 6,55 /. Die Hauptrennen be⸗ gannen nachmittags 4 Uhr und lieferten folgendes Ergebnis: Einer für Juniors: Mainzer R.⸗V.(J. Wocker) mit 8,11 gegen R.⸗Kl. Witten (Karl Beinhorn) 8,35 ¼; Leichter Sieg; Bein⸗ horn war durch versteuern von der Bahn abge kommen. Erster Vierer;(Wanderpreis der Stadt Gießen): Mainzer R.⸗V. mit 7,17% gegen Frankfurter R. Kl. 7,26. Scharfes Rennen; noch 300 Meter vom Ziel hatte Frankfurt die Führung, Mainz siesgte mit Länge. Dol⸗ lenzweier für Juniors: R.⸗V. Kreuznach mit 9,1/ gegen R.⸗V.Weser-Hameln, welcher unterlag, weil das Boot versteuert wurde. Zweiter Vierer(Universitätspreis): Frank⸗ furter R.⸗G. Sachsenhausen mit 7,16 gegen R.⸗V. Cassel mit 7,28 /; das Rennen wurde leicht ge wonnen. Einer(Lahnpokal): Frankfurter R.⸗Kl. Ferd. Hartmann ging in 8,53 allein über die Bahn. Nicht nur daß derselbe schlecht steuerte, sondern derselbe bummelte die Bahn herunter, wie es eines erstklassigen Skullers unwürdig ist. Vierer für Juniors: Frankfurter R.⸗G. Sachsenhausen mit 7,28 ¼ gegen Frankfurter R.⸗V. mit 7,29 /. Scharfer Endkampf; der Verein hatte die Führung bis etwa 200 Meter vor dem Ziel, da versteuerte er unv verlor damit das Rennen. Zweiter Einer(Ehrenpreis des Regatta- Komitees): Offenbacher R.⸗G. Undine(Louis Guckes) mit 8,22/ gegen Hanauer R.⸗G. 1879(Georg Stocker). Guckes fuhr unterwegs zweimal seinen Geguer an, so daß dieser beabsichtigte, Protest gegen die Gültig⸗ keit einzulegen. Dritter Vierer. Frankfurter R.⸗G. Sachsenhausen mit 7,24 gegen R.⸗V. Cassel mit 7,32 /; das Rennen wurde leicht ge⸗ wonnen. Achter(Großherzogspreis): Frank⸗ furter R.⸗G., Sachsenhausen mit 6,25 gegen Oberrader R.⸗G. 6,35. Sachsenhausen führte, wozu noch kam, daß Oberrad auf etwa dem halben Weg arg versteuerte und dadurch um 3 Längen zurückblieb.

v. Gießen, 26. Juli. Herr Lederfabrikant Lotz hierselbst feierte gestern das Fest seines 25 jährigen Ehejubiläum 8. Das Kron⸗ bauersche Quartett brachte am Samstag Abend dem Jubelpaar ein Ständchen. Der Jubelar ist Mitbegrüder dieses Gesangvereins.

v. Gießen, 26. Juli. Unterm 8. Juni 1897 ist unter Nr. 6180 als Gebrauchs muster eingetragen für die Firma H. Schaffstädt⸗

Gießen: Ventilmechanismus mit freiliegender Antriebsscheibe... * Gießen, 26. Juli. Die 10jährige

Tochter eines Hausbesitzers in der Ludwigstraße hatte gestern Abend eine Lampe angezündet und das brennende Streichholz acht⸗ los fortgeworfen. Dasselbe war in einen Vorhang geflogen, wodurch ein Zimmer⸗ brand entstand. 5

* Gießen, 26. Juli.(Unfall.) In der GartenwirkschaftZum Schützen haus ver⸗

bimburger R.⸗V. mit 7,10; R.⸗V. Cassel mit 87 ging allein über die Bahn. Achter

gnügten sich gestern Nachmittag eine Anzahl junger Leute auf der Schaukel. Hierbei sprang

ein junger Mann ab, während die Schaukel noch im Fluge war, blieb dabei mit der Hose an einem eisernen Schraubengewinde hängen, wodurch ihm ein großes Stück Fkeisch aus dem Schenkel gerissen wurde. Nachdem ein Notverband angelegt, verbrachte man den Ver⸗ letzten in die Klinik.

* Lollar, 25. Juli. Gestern Abend feierten die hiesigen Metallarbeiter in den Lokalen des Herrn Weinrich ihr Stiftungsfest. Sowohl die Mitglieder der hiesigen Verwaltungs stelle als deren Damen hatten sich zahlreich ein gefunden. Bei Ansprachen, Konzert, Vorträgen usw. nahm die Feier den schönsten Verlauf.

* Grünberg, 25. Juli. Man schreibt uus: Auf der oberhessischen Eisenbahn ist es in letzter Zeit, wo man die beschleunigten Personenzüge einlegte, gefährlich geworden, zu reisen. Abge⸗ sehen von den Eisenbahnunfall in Renzendorf sind die Betriebsstörungen unter der Direktion Preußen⸗Hessen merklich im Zunehmen begriffen, sodaß man alle Ursache hat, dies öffentlich zur Sprache zu bringen. Heute wiederum passierte es, daß der kurz nach 4 Uhr Nachmittag hier fällige Zug zwischen Alsfeld und Zell infolge der Inaktivität der Lokomotive die Fahrt unter⸗ brechen mußte und erst nach Requirirung einer Hilfsmaschine mit ca. 3 Stunden Verspätung eintraf. Wirklich recht erfreuliche Zustände für das Publikum unter der neuen Betriebsleitung.

* Londorf, 25. Juli. Das heute in der hiesigen Kirche abgehaltene Missionsfest war von einer überaus zahlreichen Menschenmenge be sucht. Der Graf von Laubach kam mit einem Vierspänner. Gewiß ein Zeichen dafür, daß man der hohen Bedeutung des Missionswesens von allen Seiten die gebührende Achtung zollt. Der eigentliche Festaktus begann kurz nach zwei Uhr. Die Festpredigt hielt Hofprediger a. D. Stöcker aus Berlin, diesem folgte ein Vortrag des Missionars Authenrieth aus Kamerun über seine dortige Missionsthätigkeit. Unser Missionsfest hätte aber noch einen bedeutungs⸗ volleren Eindruck auf die Anwesenden ausgeübt, wenn nicht nach Schluß der kirchlichen Feier Herr Hofprediger Stöcker die Gelegenheit dazu benutzte, um im Freien eine politische Rede zu halten, die namentlichwider den Um⸗ sturz gerichtet war. Stöcker suchte dieVater⸗ landslosigkeit der Sozialdemokraten damit zu beweisen, daß er folgende ungereimte Behauptung aufstellte:Ein herumziehender Mause⸗ fallenhändler hätte mehr Vaterlands⸗ liebe in seiner Mausefalle, als ein Sozialdemokrat in seinem Herzen! (Au!) Wenn man aber ein kirchliches Fest, wo alle Parteirichtungen vertreten sind, zu politischer Agitation ausbeutet, so hat es sicherlich seinen Zweck verfehlt.

* Bad Nauheim, 24. Juli. In der letzten Woche sind 1189 Fremde angemeldet worden. Mit den 10870 Personen der vorigen Kurliste ergiebt dies eine Gesamtfrequenz von 12 059; der Vorsprung gegen das Vorjahr berechnet sich auf 1743 Personen. Am 22. Juli d. J. sind noch 4355 Fremde auwesend, gegen 3775 Per⸗ sonen am gleichen Tage des Vorjahres. Vom

ebitiun: Kreuzplatz Nr. 4.

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16. bis 22. Juli d. J. wurden 14294, also in einem Tag 2042 Bäder ebe Vom 1. April bis 22. Juli cr. betrug die Zahl der ab⸗ gegebenen Bäder 129 832, gegen 115 188 in der⸗ selben Zeitperiode 1896.

* Darmstadt, 24. Juli. Gymnasialdirektor Becker wurde auf sein Nachsuchen pensioniert mit dem Charakter als Geheimer Schulrat. Zu seinem Nachfolger ist Direktor Dettweiler⸗ Bensheim ernannt, der wiederum durch den Direktor Vorbach-Offenbach ersetzt wird.

* Darmstadt, 25. Juli. Das Ministerium des Innern empfiehlt die größte Vorsicht beim Gebrauch von Zündhölzern, insbesondere soll man sie Kindern nicht in die Hand geben und sie so bewahren, daß sie für Kinder unzu⸗ gänglich sind. Aus einer von dem Verbande deutscher Privat⸗Feuerversicherungs⸗Gesellschaften aufgestellten Statistik gehe hervor, daß die durch unvorsichtiges Umgehen mit Zündhölzern ent⸗ standenen Brände in den letzten Jahren sehr zugenommen und 1895 nahezu 10 Prozent der sämtlichen Brandfälle(gegen durchschnittlich 1,9 Prozent in 18731880) 0 hätten. In den Jahren 18931895 seien 20 schwere Fälle von Brandstiftungen durch Kinder mit Zünd⸗ hölzern vorgekommen, wobei für Gebäudeschaden 402 417 A zu zahlen waren.

* Seligenstadt, 24. Juli. Das Maschinen⸗ haus, die Preßhall und das Kesselgebäude des Braunkohlenbergwerks Grube Amalia bei Seligenstadt, Besitztum des Freiherrn Pelzer von Berensberg, ist ein Raub der Flammen gewor⸗ den. Der Betrieb ist vorerst eingestellt, der Schaden wird auf etwa 100000 Mark berechnet.

Neucste Telegramme.

Hd. Rom, 26. Juli. In der verflossenen Nacht platzte vor der Thür einer Wirt⸗ schaft eine Dynamit-Bombe. Fenster und Thüren wurden zerstört und alle Möbel im Innern zertrümmert.

Hd. Rom, 26. Juli. General Felice Sis⸗ mondo und Oberst Maccitelli wurden vom General Albertone beauftragt, in seinem Namen den Prinzen Henry von Orleans herauszufordern. Die zwei Sekundanten fuhren nach Marseille, wo die Ankunft des Prinzen Henry von Orleans erwartet wird.

Hd. Paris, 26. Juli. Josef Duches ne, der am 14. Juli eine Bittschrift in den Wagen des Präsidenten Faure warf, ist als Polizei-Aufseher bei den Wagen⸗ Stationen angestellt worden. Er amtiert bereits auf der Wagenstation beim Ostbahnhof.

Hd. Paris, 26. Juli. Für die Ausstel⸗ lung von 1900 sind im ganzen 106 783 000 Francs Kredit bewilligt worden, davon 20 Millionen von der Stadt Paris.

Der 20jährige

Hd. Grenoble, 26. Juli. Anatole Sorpel, ein passionierter Hoch⸗ Tourist, der die Höhe von Taillefer bestieg, stürzte ab. Die Leiche wurde nach fünftägigem Suchen schrecklich verstümmelt in einem schneebedeckten Abgrunde gefunden.

a Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ leur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmaupschen Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 13.

Versöhnt!

Eine Erinnerung aus dem Eisenbahn⸗Betriebsdienste von Albert Roß. (Fortsetzung.)

Die Wanderung begann. Aus dem dunstreichen Morgen war ein nicht zu heißer köstlicher Sommer⸗ ag heraufgestiegen. Ueberall in den den Bahn⸗ Orper an vielen Stellen umgebenden blumenreichen Wiesen surrte und summte es, Lust und frisches leben ftrahlten aus den Augen der kleinen Bahn⸗ dͤrterkinder, die mit ihren nackten Beinchen in des Zaters selbst bestelltem Gärtchen umhersprangen der mit den jungen Zicklein im Grase um die Wette tollten. Auch für den alten Norbert war es ine Lust, die 20 Kilometer lange Revisionsstrecke nit längeren oder kürzeren, durch die Buden evissonen bedingten Ruhepausen zurückzulegen und zon dem ihn begleitenden ortskundigen Bahnmeister zelegentlich auf so manche bisher nicht beachtete Schönheiten in Feld und Wald hingewiesen zu verden. Dabei war die ganze Revisionsarbeit in folge der musterhaften Ordnung der Materialien ene fast mühelose, überall und besonders auf dem roßen Schienen und Schwellenlagerplatz bedurfte N nur einer Nachzählung und kurzen Prüfung der urch Täfelchen nach Länge und Stückzahl bezeich-

ten Vorräte, um die für den Gesamtabschluß er⸗

Srderlichen Notizen zu gewinnen. Die weithin sichtbare Turmuhr des Dorfes

danlleben zeigte die vierte Nachmittagsstunde, als evisor und Bahnmeister mit dem in umgekehrter

Richtung fahrenden Personenzuge von der Grenze der Bahnmeisterei zur Station zurückkehrten. Norberts Gesicht zeigte unverkennbar die vollste Zu⸗ friedenheit mit dem Ergebnis der bisherigen Prüfung. In dem Thore des Materialienschuppens stand Guntermann, die Mütze in der Hand.

Nun, Guntermann, fertig? 5

Alles propper, Herr Revisor! önnen hier mit den Laschen und Bolzen gleich anfangen!

Na bon! Zählen Sie mal los.

Kaum eine Stunde währte es, und die Auf⸗ nahme des gesamten Depotstandes war beendet. So, nun sind wir wohl mit allem durch und können die Zusammenstellung machen! Oder haben Sie noch etwas, Guntermann? 5

Die Hände auf dem Rücken gekreuzt, schüttelte der Vorarbeiter den Kopf.Wüßte nichts mehr, Herr Revisor! 5 f

Und Ihnen Herr Bahnmeister, ist auch nichts mehr bekannt?

In Scharzfeld Gesichtsmuskeln zuckte es, noch war es Zeit, dem Revisor die Wahrheit einzuge⸗ stehen. Allein ein flüchtiger Blick in das treuherzig biedere Gesicht seines Vorarbeiters, der kaum merkbar sich der Augensprache bediente, genügte, um über die im letzten Augenblick wieder aufge⸗ stiegenen ne zu kommen.Können

ießen, Herr Revisor 00 5 ö h, Scharzseld, dann machen wir das gleich i Klause ab!.

1 Due Sberhan⸗Moteriolien-Revison ergiebt schon wegen des zahlreichen, leicht zu falscher Zählung

Veranlassung gebenden Kleineisenzeugs in den seltensten Fällen die völlige Uebereinstimmung zwischen Soll und Haben. Der alte Norbert, ob⸗ wohl er sich von der sorgfältigen Verwaltung der 4. Bahnmeisterei überzeugt hatte, war doch über⸗ rascht, als er nach balbstündiger Arbeit feststellte, daß den gebuchten Beständen einschließlich des Alt⸗ materials genau die aufgenommenen Istbestände gegenüber standen und auch nicht die kleinste Diffe⸗ renz zu erörtern war.

Merkwürdig! Das stimmt ja auf's Haar, Scharzfeld! Haben wohl vor kurzem schon aus eigenem Antriebe vorrevidiert?

Thue das mit dem Kleineisenzeug fast jede Woche, Herr Revisor, und bei den Schienen und Schwellen kann ja eine Differenz so leicht nicht vorkommen!

Natürlich! Na, die Hauptsache ist, daß alles klappt! Das Revisionsprotokoll hier können Sie gleich mit Ihrer Unterschrift versehen. So, und nun wird doch endlich Ihr Abteilungs-Baumeister eine bessere Meinung von Ihnen bekommen! Wissen Sie, Scharzfeld, der scheint Sie nicht in sein Herz geschlossen zu haben! Haben Sie deun dienstlich irgend etwas mit ihm vorgehabt?

Daß ich nicht wüßte! Mit dem Herrn ist zwar, wie man zu sagen pflegt, nicht gut Kirschen⸗ essen, allein ich bin nun einmal nicht der Mann, der sich die Butter so ohne weiteres vom Brote nehmen läßt. Theorie und Praxis sind zwei grund⸗ verschiedene Begriffe und der Herr Baumeister hält

es meist mit der ersteren, während ich meinen lang⸗

jährigen praktischen Erfahrungen auch gern zu ihrem Recht verhelfe. Da hat es denn wohl öfter Mei⸗ nungsverschiedenheiten gegeben und schließlich auch manchen grimmigen Blick dazu, wenn er mir in Streitfällen wohl oder übel doch Recht geben mußte. Der Herr läßt sich übrigens recht oft auf unserer Station sehen, es scheint ihm in Breitleben zu gefallen! Bereist er diesen Teil der Strecke, dann nimmt er in der Regel im Dorfe bei dem Vater meiner Zukünftigen sein Nachtquartier!

So so! Hmeuhm! Na, lassen wir das, geht mich auch nichts an! Uebrigens, Herr Bahn- meister, verspüre ich jetzt ganz gewaltigen Appetit auf das längstfällige Mittagessen. In der kleinen Bahnhofs⸗Wirtschaft wird's doch noch was Warmes geben?

Möglich schon, glaub's aber kaum, da warme Speisen nur selten verlangt werden. Wenn Sie gestatten begleite ich Sie!

Bitte!

Beide nahmen Ihren Weg durch den Ma⸗ terialien-Schuppen, woselbst Guntermann an einer Hobelbank aus alten Hölzern Hammerstiehle schlitzte. Der Fußboden des Schuppens war gedielt und im allgemeinen auch sauber gehalten. Umsomehr mußte es daher das geübte Auge des Revisors befremden, daß in der einen Ecke des Schuppens die Dielen teilweise mit einer, wenn auch dünnen Erdschicht bestreut waren. Das war ihm bei der Reviston doch entgangen.

(Fortsetzung folgt.)