Gießen, Donnerstag, den 26. Angust
1897.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Ausgabe
iche Landeszeitung
Gießen.
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Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
2 8 Lokales und Provinzielles.
Gießen, 25. Aug. Dem Pfarrer Wil⸗
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— elm Volp zu Groß⸗Winternheim ist die evan⸗ —ͤ zalische Pfarrstelle zu Schwarz, Dekanat Alsfeld, 0 bertragen.
„Gießen, 25. August. Uebersicht der Studierenden auf unserer Universität im Sommerhalbjahr 1897.
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1 bl auereien. der n Neu⸗ ist befteng n Studienfächer. 0 8 1 1 5 A Hessen. 5„leber lierte. 99. essen. haupt. Krün. 1 beengilsche Theologie 15417 ö Fiechtewissenschaft 171 22 193[ 58 „„ Tierheilkunde 5 17 * N Joenheilkunde 1 3 1 jameralwissenschaft 3 30 1 U been ä 9 4 13 1 90 athematik 8 25 5 30 7 2 Feagturwissenschaften 10 8 18 8 10 1 a 9 fete 5 g 36 2 bageszelt. leuere Philologie 6 12 dil 1 1 7 8 2 3 5 e 3 2 3 81 2 g. N eameie 3 5 N Ibemie 3 24 20 44 J 12 Aqueuer. Zusammen 470 198 663178 Außerdem nicht immatrikulierte Hörer 29 n Gesamtzahl 692 Unter den meu Immatrikulierten waren: mit Reife- 1 kagnis eines Gymnasiums 121, eines Realgymnaflums 24, n für das betreffende Fach 26, mit sonsltigen Fegnissen „ Gießen, 25. Aug. In der„Hess. Landes⸗ offen 19 1 0 el darauf Steen f be notwendig die Anbringung eines Briefkastens leidern in der Ecke der Bahnhofstraße⸗Neustadt resp. (408 10 355 1 15 122 den 17 1 eser Straßen zirkulierte gestern bei den Geschäfts⸗ U buten eine Eingabe an die Postbehörde, worin e gebeten wird, an jener Stelle einen Brief⸗ 7 isten anzubringen. Die Petenten drücken mit eidern. et ihre Ansicht dahin aus, daß es auch im N 1 Interesse der Post gelegen sei, für reichliche und ISter. tqueme Gelegenheit zu sorgen, wo das schreibende / bablekum feine Briefe los wird. Wir wünschen . 1 1 ern mit ihrer Eingabe den besten 1 erfolg. f K. Gießen, 25. Aug. Eine Taglöhnerin K l in hier, welche heute Morgen im Neustädter⸗
sement⸗ unh eld mit Erntearbeiten beschäftigt war, dar de bei der Arbeit von einem Kinde ah itbunden. Da dieselbe gegenwärtig keine nlele, bohnung hat, wurde sie in die Frauen⸗ 5. 1
linik gebracht.
W. Gießen, 25. Aug. Ermittelt wurde ee er Radfahrer, welcher am vorigen Sountag zügeln AN. Asterweg ein Mädchen überfuhr und
dann das Weite suchte, in der Person eines Schullehrers(J aus der Wettral.(Der „Held“, von dem uns leider der Name nicht genannt wird, sieht nun seiner Bestrafung entgegen. Von einem Volkserzieher sollte man doch mehr Männlichkeit erwarten, als sich feige verduften und den Konsequenzen seiner Handlungsweise entziehen. Die Red.)
Gießen, 25. Aug. Gegen die(auch bei uns) all zu strenge Handhabung der Fleisch— beschau läßt sich der Berliner Veterinärprofessor Dr. Schmalz in der neuesten Nummer der „Aerztl. Sachverst.⸗Ztg.“ unter Anderem dahin aus, daß, wenn die Forderung, alle tuberkulosen Rinder vom Konsum auszuschließen, Geltung er⸗ langen würde, so würde eine derartige Fleisch— verteuerung entstehen, daß eine allgemeine Ver— schlechterung der Volksernährung eintreten müßte. So ungeheure Verluste würden, wenn sie auch direkt nur einen bestimmten Teil des Volkes (hier die Landwirte) träfen, doch eine sehr empfindliche Einwirkung auf die Gesam' heit haben, da sie als eine beträchtliche Verminderung des Nationalvermögens sich allgemein bemerklich machen müßten. Hier müßte also unbedingt eine volkswirtschaftliche Lebensfrage mit einer sanitären Anforderung in Einklang gebracht werden. Ja, man müsse sich hüten, nicht mit dieser Anforderung selbst das Gegenteil des Zweckes zu bewirken, denn eine erhebliche Ver⸗ teuerung oder Verringerung der Fleischnahrung, die umfassendere Verwendung von Surrogaten, deren Qualität oft viel schlechter sein würde, als das in zu weit getriebener Vorsicht ver— nichtete Fleisch, würde ein allgemeiner sanitärer Nachteil werden, den man eingetauscht hätte gegenüber der eventuellen Vermeidung einge— bildeter und jedenfalls sehr vereinzelter Gefahren.
* Gießen, 25. Aug. Anläßlich des heutigen Ludwigstages waren die öffentlichen Gebäude beflaggt.
A. Grünberg, 23. Aug. In einer heute Abend unter dem Vorsitze des Herrn Bürger⸗ meister Zimmer stattgefundenen Versammlung der Vorstandsmitglieder hiesiger Vereine und der Herren Lehrern wurde beschlossen, das Sedanfest am 5. September in altherkömm⸗ licher Weise zu feiern. Die Unkosten für Musik u. s. w. sollen, soweit sie nicht aus städtischen Mitteln gedeckt werden, durch private Samm⸗ lungen aufgebracht werden. Es ist gewiß ein schöner Zug, das nationale Bewußtsein des Volkes durch ein derartiges Fest zu heben und zu stärken, aber in anbetracht der Notstände in Schlesien, Sachsen und Württemberg dürfte es viel richtiger erscheinen, wenn man dieser Feier diesmal keinen offiziellen Charakter verleiht und die dafür vorgesehenen Beträge zur Unter⸗ stützung der Ueberschwemmten überweist. Damit
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Eine reiche Partie.
Erzählung von Felix von Stenglin.
(Nachdruck verboten). Fortsetzung.) Lonitzer zuckte die Achseln.„Das ist satal. Las ist böse.“ Dann erhob er sich, als ob er hen wolle.
„Warten Sie doch noch einen Augenblick, Herr Enitzer. Raten Sie, helfen Sie mir! Mein Gott, handelt sich doch um meine Existenz! Bei Ihren Erbindungen muß es Ihnen boch möglich sein, uch einmal zu helfen und dadurch einen Mit⸗ unschen zu retten—“
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ae ee 1 0 Flehend sah Hellmuth dem anderen ins Auge. 2 lit 1 r„Ich bin Geschäftsmann, Herr Baron“, sagte . dle a, 1 und ruhig. beiten Sie sollen höhere Zinsen haben, ich ver⸗ 1 1 ehe Hann. ace een, eie können Ihre Versprechungen nicht halten, rege Far Baron.“ affen f Hellmuth schwieg. Der Mann hatte wahrge⸗ rü, Fee, fochen. Schon wieder stand er im Begriff, Ver⸗
, ee 1 Fechungen zu machen, die er nicht halten konnte.
130690 K„ hette er denn alles Ehrgefühl eingebüßt? Er ließ sich auf einen Stuhl fallen und stützte scopf in die Hand. Vor ihm spielte die Sonne
i dem Fußboden und umgab die Ranken des driche mit glitzerndem Schein. Sonne! Leben!
es war doch so schön, das Leben!
5 Was klammerte er sich jetzt auf einmal so an 1 fiene Hatte nur deshalb, weil er seine en n tiefe Betrübnis versetzen würde, nur des⸗ 1 weil er seinen Namen mit Schande bedecken rde, der Gedanke an den Tod heut? für ihn aa se schreckliches? Nein! Er fühite, daß ves ihn aaselns schönstes Glück ihm noch nicht teilhaftig orden war!
Und das Bild des Mädchens da draußen, das ihn in all' diesen Tagen begleitet hatte, stieg in ganzer Lieblichkeit wieder vor ihm auf. Da war nun ein Glück,— er sah es vor sich und konnte es wahrscheinlich erlangen, wenn er zugriff. Ihr Besitz würde ihm dies noch nicht gekostete Glück, würde ihm auch zugleich die Befreiung aus seiner unseligen Bedrängnis verschaffen.
Und er wollte es nicht? Er stieß es von sich, trotzdem er nur auf diesem Wege gerettet werden ente?. 4
Herr Conitzer hatte den Hut in der Hand und befand sich schon an der Thür.
Hellmuth sprang auf. Mut leuchteten jetzt wieder aus seinen Augen. Augenblick noch, Herr Conitzer!“ J
„Herr Baron, meine Zeit ist kostbar.
„So hören Sie doch nur! Ich habe Ihnen etwas Wichtiges mitzuteilen. Ich— ich mochte es Ihnen nur nicht sagen. Aber was nützt es, Sie müssen es wissen, um mir helfen zu können. Ich stehe im Begriff, mich zu verloben. Es ist eine reiche Partie, eine Millionärstochter und einziges Kind. Nun?“ f ö ö
Herr Conitzer trat wieder ein paar Schritte näher.„Und— wer ist die Dame?“
Hellmuth schlug die Augen nieder.
„Die Tochter des Rentiers 1 Puhlmann in Friedrichsthal“, erwiderte er leise. 5 e Augen blitzte es auf. 5„Der Mann ist wohl gut für die Summe“, meinte er, „und für mehr als das,— aber wer garantiert mir.
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Ruhig blickte Hellmuth ihn an.„Wenn ich sunehae der nächsten vierzehn Tage meine Ver⸗ lobung veröffentlichte, würden Sie dann ge— neigt sein——“ f i
„Falls der Herr Schwiegervater sich ver— pflichtet—“
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Bspaltige Petitzeile,
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Expebition:
. 2 Kreuzplatz Nr. 4.
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würde der Pflege der Vaterlandsliebe entschieden viel mehr gedient sein. Da man nun mit der Bildung von Lokalkomitees für die Notleidenden in den meisten Orten Oberhessens noch nicht vorgegangen ist und Sammelstellen auch hierorts nicht bekannt gemacht sind, so sei darauf hin⸗ gewiesen, daß das hiesige kaiserliche Post— amt Beträge für die Notleidenden in Schlesien, Sachsen und Württemberg annimmt und dieselben alle acht Tage an die Berliner Zentralstelle abliefert. Hoffentlich ist dieser Appell nicht auf unfruchtbaren Boden ge— fallen; denn wer schnell giebt, giebt doppelt.
g. Lanbach, 23. Aug. Das großherzog— liche Museum zu Darmstadt dürfte dem⸗ nächst um wertvolle Gegenstände bereichert werden, die bei den Ausgrabungen am Rup— pertsberger Pflanzgarten gefunden wor— den sind. Es wurden nämlich zwei verschiedene, mit doppeltem Steinkranz umgebene Gräber entdeckt, bestehend aus einem Seiten— und einem Hauptgrab. Die gefundenen Gegen— stände sollen etwa aus 500 vor Christi Geburt stammen. Das wertvollste, ein großer, kunstvoll gearbeiteter Schmuckgegenstand aus blauer Bronce, sowie ein massiver mit künstlichem Grünspan aus gleichem Metall gearbeiteter Halsring wurden im Hauptgrabe gefunden. Die Ausgrabungen werden unter Leitung des Herrn Gymnasiallehrer Dr.
Röschen und des Herrn Oberförster André fortgesetzt. h. Reinhardshain, 23. Aug. Eine blu⸗
tige Messerstecherei, die eine lebensgefähr— liche Verletzung zur Folge hatte, spielte sich am letzten Sonntag Abend in unserem Orte ab. Auf dem Nachhausewege gerieten wegen eines Mädchens mehrere Burschen derart in Streit, daß es zu Thätlichkeiten ausartete. Einer davon, Namens Wagner, welcher angiebt, aus Notwehr gehandelt zu haben, zog dabei das Taschenmesser und stach blindlings um sich. Der Messerheld wurde am Montag früh verhaftet und in das Amtsgerichtsgefängnis nach Grünberg einge— liefert.
* Mainz, 23. August. Eine Brauerver⸗ sammlung fand gestern Nachmittag im Hecke— mannschen Lokal statt, in der von vielen Rednern an der von der letzten Volksversammlung ge— faßten Resolution scharfe Kritik geübt wurde, während Besonnenere dieselbe billigten, da ein Boykott zwar rasch verhängt, aber mit Erfolg schwer durchzuführen sei. An dem sogenannten „stillen Boykott“ sei niemand gehindert. Eine Resolution, die den Beschluß der Volksversamm⸗ lung tadelt, wurde abgelehnt. Einig waren da⸗ gegen alle Redner, daß von der Schöfferhof⸗ brauerei Einführung der zehnstündigen Ar— beitszeit gefordert werden müsse, wie sie in den anderen hiesigen Brauereien gehandhabt wird. Ebenso soll die Brauerei ihren Arbeitern den
gleichen Lohn bezahlen wie in ihrer Filtale zu Cassel. Es wurde eine Kommission gewählt, die mit der Direktion der Schöfferhofbrauerei noch in dieser Woche in Verhandlung treten soll.
* Mainz, 23. Aug. Die Erben der vor 26 Jahren hier verstorbenen Witwe des Rentners Ludwig Maas, Anna Maria geb. Zeiler, werden bis jetzt vergeblich gesucht. Sie hat einen wesent⸗ lichen Teil ihres Vermögens ihrer anfangs der vierziger Jahre nach Amerika ausgewanderten Schwester Magdalena, Ehefrau des Bäckers Johann Stein, vermacht, die gänzlich ver⸗ schollen ist.
* Mainz, 24. Aug. Vorgestern Abend wurde ein Soldat des 117. Infant.⸗Regiments dabei ertappt, als er in einem Zigarrengeschäft einen falschen Thaler verausgabtez er flüchtete und konute trotz der Verfolgung nicht mehr er⸗ mittelt werden.— In der Nacht von Samstag auf Sonntag brannte die bei Wicker gelegene sogen. Straßenmühle mit sämtlichen Frucht⸗ und Mehlvorräten bis auf den Grund nieder; nur die Pferde konnten mit Mühe gerettet werden, der Schaden ist bedeutend. Erst vor kurzem ging das Anwesen an Fruchthändler Stern in Mainz über.
Neueste Telegramme.
Hd. Berlin, 25. Aug. Dem„Vor⸗ wärts“ wird aus Leipzig telegra⸗ phiert: Eine von 2500 Personen be⸗
suchte Versammlung sollte zum Mau⸗ rerstreik Stellung nehmen. Als der Reichstagsabgeordnete Schönlank er⸗ klärte, daß mit dem sächsischen Vereins gesetz unliebsame Regungen nie⸗ der gehalten würden, entzog ihm der überwachende Beamte das Wort und löste infolge stürmischer Beifallsrufe die Versammlung auf.
Hd. Wien, 25. August. Die Regierung be⸗ schloß, die Einführung der neuen Börsensteuer am 31. August amtlich zu publizieren und am 1. November in Wirksamkeit treten zu lassen.
Hd. Petersburg, 25. Aug. In Anwesen⸗ heit des Zaren, des Präsidenten Faure, der Großfürsten, der hohen Würdenträger und des diplomatischen Korps fand gestern die Grund⸗ steinlegung der Troitzky-Brücke statt. Später nahm Faure verschiedene Sehenswürdig⸗ keiten in Augenschein und dinierte in der fran⸗ zösischen Botschaft.
Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wiltzelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmaupschen Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 13
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„Aber Herr Conitzer, Sie müssen doch ein— sehen, daß man da nicht mit der Thür ins Haus fallen kann! Und wenn ich es erreichen könnte und wollte, daß der Herr jetzt schon für mich einträte, brauchte ich ja Sie nicht mehr! Aber ich werde alles thun, um die Hochzeit zu beschleunigen, so daß Sie beim nächsten Termin das Geld haben. Sie wollen doch auch gern verdienen. Und hier ist eine sichere Gelegenheit für Sie—“
„Sicher, Herr Baron? Eine Verlobung noch keine gesetzliche Gültigkeit—“
„Wenn ich dem Mädchen mein Wort gebe, so halte ich es auch“, sagte Hellmuth bestimmt. Herr Conitzer überlegte.
„Ja oder nein!“ fuhr der Offizier energisch fort.„Wenn Sie nicht wollen, nun dann stehe ich auch für nichts. Das Leben hat dann keinen Wert mehr für mich.“
Ein prüfender Blick aus den kleinen Augen traf den jungen Offizier.
„Ich wills versuchen“, erklärte Conitzer achsel— zuckend.
„Bis Morgen verlange ich Bescheid.“
„Es wird mir nicht möglich sein, so schnell den Geldgeber zu finden—“
„Im Gegenteil! Ich weiß ganz genau, daß es Ihnen möglich sein wird. Ich erwarte Sie morgen um dieselbe Stunde.“
„Ich will sehen, Herr Baron. Es ist ein schwieriges Geschäft, aber ich will mir alle Mühe geben, den Herrn Baron zufrieden zu stellen.“
„Ein Mann, ein Wort.“ Hellmuth hielt Herrn Conitzer die Rechte hin, und dieser streckte ihm langsam die seine entgegen. Es war eine weiche, schier knochenlose Hand, die sich ohne Druck in die Finger des jungen Offiziers fügte.
„Auf Morgen!“ sagte dieser.
Und Herr Conitzer empfahl sich mit höflicher
hat
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Verbeugung und verschwand so bescheiden und geräuschlos, wie er gekommen war. VII.
Auf das Klingeln des Herrn von Jürgen er⸗ schien der Diener, ein schlank gewachsener, tadellos gekleideter Mann in mittleren Jahren, mit glatt— rasiertem, intelligentem Gesicht.
„Röper, hat Mamsell Ihnen schon gesagt?... Wir erwarten Gäste zum Frühstück.“
Röper schien etwas gekränkt„Ich weiß noch von nichts, sagte er würdig.“
„Decken Sie also für vier Personen sonst aber wie gewöhnlich.“
„Wie gewöhnlich?“
„So sagte ich. Die zwei blauen Jardinieren lassen Sie von Bergmann mit Blumen füllen.“
Röper gestattete sich ein kleines Lächeln.„Die zwei blauen Jardinieren, gnädiger Herr, würden sich wohl bei der kleinen Tafel nicht gut machen—“
mehr,
„Trotzdem nehmen wir sie“, entschied der Hausherr.
„Schön, erwiderte der Diener mit leisem Achselzucken.
Als er schon an der Thür war, rief der Herr ihn noch einmal zurück.
„Röper!“
„Gnädiger Herr?“
„Sorgen Sie für saubere Handschuhe. Als neulich der Oberst hier war, habe ich mit Miß⸗ fallen bemerkt, daß Sie schmutzige Handschuhe an⸗ hatten. So was darf nicht vorkommen.“
In Röpers Gesicht zuckte es.„Der gnädige Herr suchen wohl nur etwas—“
Aufs höchste überrascht blickte Herr von Jürgen zu seinem Diener auf. Doch der war schon hin— aus. Er wollte ihm nachrufen, aber die Hausfrau trat ein, und so sah er dem Dreisten nur mit einem Kopfschütteln nach.“ Gortsetzung folgt.)


