Ausgabe 
26.6.1897
 
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Gießen, Sonnabend, den 26. Juni

1897.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Ausgabe

Gießen.

undeszeilung.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

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dokales und Provinzielles.

* Gießen, 25. Juni. Bei den Land⸗ (richten des Großherzogtums sollen aus 1 keitsrücksichten und um einen öfteren Wechsel 1 Pesonal zu vermeiden, und zwar in Darm⸗ dt 3, in Mainz 3 und in Gießen 2 Kanz⸗ tigehülfen nach einer Dienstzeit von 15 Jahren it einem Jahresgehalt von 1000 bis 1600&, i Durchschnitt 1300 4, dekretmäßig widerruf⸗ sh angestellt werden.

Gießen, 24. Juni.(Stadtverordneten⸗ Um Uhr eröffnet der Ober⸗ rgermeister Gnauth die Sitzung. Vor Eintritt in die ugesordnung macht der Vorsitzende Mitteilung von dem urgang eines Schreibens des Stadtverordneten Vogt, win dieser mitteilt, daß er bei seiner angegriffenen Ge⸗ udhelt auf ärzltlichen Rat vorerst den Sitzungen fern alben müsse. Die Versammlung erklärt den Stadtver⸗ bneten Vogt als zureichend entschuldigt. Dem Karl tpamer am Neuenweg wird wie andern Bäckern auch am itherberge ein Holzlagerplatz gegen 5, Jahrespacht Adiischerseits überlassen. Ebenso wird dem Männer⸗ dabeberein eine städtische Wiese, in der Nähe ihrer ladeanstalt gelegen, gegen einen Jahresbetrag von 30 4 upachtet. Für das bereits in diesem Jahr geerntete seugras dieser Wiese werden dem Verein an der Pacht⸗ mme 18 gut gerechnet. Dem L. Helmold wird istattet, einen Teil des noch brach liegenden Geländes i Weserstraße für Lagerzwecke zu benutzen. Die Er⸗ lubnis wird jedoch nur wiederuflich gegen eine Vergütung m pro Monat 1 K, erteilt. Dem Jakob Kahl wird e Errichtung eines Schuppens zum Lagern von Kohlen uf seinem Grundstück, Frankfurterstraße, gestattet. hottlieb Nauheimer beabsichtigt an der Moltke⸗ haßt ein Doppelhaus mit einer Einfahrt zu errichten. lach dem Grundriß ist das Gebäude so anzulegen beab⸗ ihtigt, daß es getrennt an zwei Besitzern verkauft werden un, sodaß eigentlich bei jeder Hofraithe eine Durchfahrt erhanden sein müßte. Die Versammlung genehmigt den lorschlag der Baudeputation für die fehlende Durchfahrt uter den gleichen Bedingungen wie s. Zt. den Brüdern echmidt, Dispens zu ertellen. Für das aus dem Stadtwald freihändig pro 1896/97 abgegebene Holz im betrage von 94,91, wird die Genehmigung erteilt. das Einkommen des Pedellgehilfen für das Realgymna⸗ zaum und die Realschule ist besonders bei der Arbeit im Hinter, wo die Oefen zu heizen find, unzureichend. Man ut sich bisher damit beholfen, aus anderen Krediten diese Ubeiten zu bezahlen. Die Staatsregierung hat für ihr All die dafür aufzuwendende Summe für das neue Bud⸗ u von 150 auf 250 erhöht, sodaß städtischerseits senfalls die gleiche Erhöhung gut geheißen wird.(Im ganzen also wird für die Hilfe des Pedellgehilfen, also galt der bisherigen 300, von jetzt an 500 4 be⸗ alt). Die Erbauung einer Kühlanlage wird, nachdem ier Oberbürgermeister darüber refertert, von der Tages⸗ udnung abgesetzt, indem die Fleischerinnung schriftlich agen Vorschlägen der Kostenaufbringung gehört werden ol. Der Frau Ernestine Heldmann wird die Er⸗ subnis zum Bieransschank in der Kantine der Heyligen⸗ üdtschen Fabrik erteilt. Eine ebensolche Erlaubnis hält Karl Seipel an der Militärschwimmanstalt am Sand, nachdem das Regimentskommando hiergegen nichts zuwenden. Nicht genehmigt wird ein Gesuch des Pfef Stein wegen eines Ausschanks an dem Volksbad. Ebenso wird das Gesuch des W. Gehrhardt wegen mer Wirtschaftserlaubnis für das im Bau begriffene baus, Bleichstraße 31, ablehnend beschieden, weil ein Be⸗ Mefnis vorerst hierzu in jener Gegend nicht vorliegt. es folgt eine geheime Sitzung.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.

Preis der Auzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petttzeile.

5 2 25, Jun Die

Ruderge

Rennen gemeldet: 1 Vierer(Preis der Stadt Ems); 2 Vierer(Kaiserpreis); 3 Einer(Preis von der Bäderlay; 4 Achter(Preis des deutschen Ruder-Verbandes). Gestern Abend sind die Boote der Rudergesellschaft nach Frankfurt a. M. abgegangen. Heiße Kämpfe stehen Sonntag und Montag dort zu erwarten, denn die ersten Mann⸗ schaften Deutschlands, wie Mainzer Ruder-Verein, Mainzer Ruderklub, Ruderklub Favorite-Hamonia Hamburg usw. werden sich mit unseren Mann⸗ schaften im friedlichen Wettstreit messen. Aber gerade die Vorzüglichkeit der Gegner ist es, welche unserer Mannschaft den Ansporn geben wird, ihr bestes Können einzusetzen, um ehrenvoll aus dem Kampfe hervorzugehen. Der Name Gießen hat in der deutschen Ruderwelt einen ehrenvollen Klang; möge auf dem Main auch diesmal den Gießenern die Palme des Sieges zuteil werden.

* Gießen, 25. Juni. Abonnements⸗Konzert der Kraußeschen Kapelle war, wie es bei dem prachtvollen Sommer⸗Abend nicht anders zu erwarten stand, zahlreich besucht. Der große Raum erwies sich zu klein, um alle Besucher bequem unterbringen zu können. Das zum Vortrag gekommene Pro⸗ gramm war sehr sorgfältig gewählt. Mascagni, Wagner, Delibes wechselten mit den Komposi⸗ tionen Mendelssohns, Webers, Verdis usw. ab. Reicher Beifall ward der Künstlerschar zuteil.

* Gießen, 25. Juni. Unser Regiment, welches sich seit Mittwoch in Alarmzustand be⸗ findet, rückt heute Abend 8 Uhr in der Richtung gegen Marburg zum Zwecke der Nacht⸗Feld⸗ dienstübung gegen die Marburger Jäger ab. Das Regiment wird morgen hinter Lollar Biwack beziehen und gegen Abend in die Gar⸗ nison zurückkehren.

* Gietzen, 25. Juni. Die Weinernte im Großherzogtum Hessen ist für das Jahr 1896 mit 705 607 Hektoliter Weinmost im Wert von 13 384 390&. berechnet. Den Löwenanteil be⸗ ansprucht davon natürlich Rheinhessen mit 682 708 Hektoliter und 12 980 788 Wert; Starkenburg verzeichnet 22 731 Hektoliter und 400 552 1 Wert; Oberhessen nur 168 Hekto⸗ liter mit 3050 l Wert. Der Hektoliter ist im

Das gestrige zweite

einzelnen mit 14 bis 30 A, im Durchschnitt Die mit Weinbergen be⸗ standene Fläche beträgt 11 950,5 Hektar, davon entfallen auf Rheinhessen 11 272,9, Starkenburg

mit 19 A berechnet.

665,5 und Oberhessen 12,1 * Gießen, 25. Juni. Liebestragödie, über die wir

Hektar.

kammer in Darmstadt statt. der Arbeiter Luizi

wohnt nebst einigen Landsleuten in dem Darm⸗

stadt benachbarten Treisa und hatte den Arbeiter sich genommen. Die daß seine Frau ihm gegenüber schwarzen Baretta gegenüber daß sie an ihn einen glühen⸗ den Liebesbrief schrieb, dies geschah in deutscher

Baretta als Aftermieter zu Folge davon war, erkaltete und dem so heiß entbrannte,

lIschaft hat d 1 41 a e a at zu der am 11. Jul stattfindenden Emser Kaiser-Regatta zu folgenden

Der Abschluß einer s. Zt⸗ unsere Leser unterrichteten, fand gestern vor der Straf⸗ Angeklagt war Vettore aus Padua. Vettore

Sprache, da sie nicht Italienisch versteht. Ob⸗ wohl Baretta des Deutschen nicht mächtig ist, scheint er den Brief, der einem Briefsteller ent⸗ nommen ist, doch verstanden zu haben; die Be⸗ ziehungen beider wurden recht herzlich. An einem Märzsonntag, als Baretto und die Frau von Darmstadt heimkamen, ging der Spektakel los. Nach einem Wortgefecht eilte Vettore mit offenem Messer herbei. Seine Frau hielt ihn zurück, daher versetzte er ihr 6 Stiche, von denen einer gefährlich war. Später bekam er im Hof von beiden seine Hiebe. Das Gericht verurteilte heute den Vettore zu fünf Monaten Ge⸗ fängnis. Die beiden Anderen werden demnächst vom Schöffengericht abgeurteilt.

5 e 24. Juni. Gegenwärtig werden die ersten Erdbeeren zum Verkauf ausgeboten. Leider sind dieselben dieses Jahr nicht so gut geraten wie sonst und ist die Ernte mittelmäßig zu nennen. Es werden jetzt noch 35 und 405 für den Topf, etwa Liter bezahlt. Die 9 73 bezahlen in der Regel nur 20, höchstens 5.

* Aus Hessen, 23. Juni. In der Zeit vom 19. Juli bis 14. August hält die Groß⸗ herzogliche Centralstelle für die Gewerbe in Darmstadt einen Zeichenkurs für Lehrer an Han dwerkerschulen ab. Zur weiteren Hebung dieser Institute wurde neulich von der genannten Stelle der Großherzoglichen Regierung die Errichtung einer Inspektorenstelle für die neee des ganzen Landes nahe gelegt.

* Mainz, 24. Juni. Die Stadt Mainz beabsichtigt, einen Schwim mlehrer anzustellen, der die Kinder der Volksschule unentgeltlich das Schwimmen lehrt. Die Einrichtung würde sich auch anderwärts zur Nachahmung empfehlen.

Vermischtes.

Die Rache einer Soubrette. Der folgende Vorfall hat in Schauspielerkreisen in St. Louis großes Auffehen erregt. Die geschätzte amerikanische Soubrette May Campbell versteckte sich in einen Kleiderschrank des Wohnzimmers der Schauspielerin Maud Devere und hörte, wie ihr Mann und Fräulein Devere verab⸗ redeten, miteinander durchzugehen. Mit einem Revolver in der Rechten trat Frau Campbell plötzlich aus dem Schrank und feuerte fünf Schüsse auf ihren Mann und ihre Nebenbuhlerin ab. Dann überlieferte sie sich den Behörden. Campbell wurde in sterbendem Zustand nach einem Hospital gebracht. Auch Fräulein Deveres Ver⸗ wundung ist von tödlicher Art.

Eine chinesische Strafe. Der in Sanghai erscheinendeOstasiatische Lloyd meldet: Ein kaiserliches Edikt ist soeben veröffentlicht worden, welches den Adoptivsohn des verstorbenen neunten Prinzen wegen seines unkindlichen Betragens seiner Mutter und der Kaiserin⸗Exregentin gegenüber seines Ranges entkleidet und ihn zu lebenslänglicher einsamer Einkerkerung verurteilt. Der unglückliche junge Mann weigerte sich nämlich am Geburtstage seiner Mutter beim Darbringen seiner Gratu⸗ lation niederzuknieen, sowie einen ähnlichen Huldigungs⸗ beweis der Kaiserin-Exregentin darzubringen. Dasselbe Edikt erlaubt der Mutter, einen anderen Adoptivsohn an⸗ zunehmen, auf den dann der prinzliche Rang des Ver⸗ urteilten übergehen soll.

A om d ie.

Von Fritz Anders. (Nachdruck verboten).

(Fortsetzung.)

Alles dies erhält seine Erklärung durch die Thatsache, daß das Löwenmalchen seiner Zeit durch⸗ dus den Trinkler hatte heiraten wollen. Nun sieht se, was sie gemacht hat, denn aus einem Komödianten nird nie etwas ordentliches, wenigstens kein Wirt, die der alte Löwenwirt gewesen war, und wie ihn he angesehene Bürgerschaft, von Blechstedt ver⸗ ungen konnte. Biertrinken, Skatspielen und den luführer bei allem Unfuge machen, das war Trinklers Sache. Und dazu lief ihm dies ganze Schauspielervolk nach, von dem nichts zu verdienen zar und vertrieb die ordentlichen Leute. Der Löwe em sichtlich herunter, denn Löwenmalchen konnte cht allein wieder gut machen, was der Herr bemahl vernachläffigte. Das war die Meinung er Blechstedter Honoratioren; ander: meinten seilich, es gehe nirgends so lustig zu wie im Löwen.

Hofrat Krimper nahm an einem Tische Platz und erwartete, daß ihn jemand bedienen werde. Da aber keiner kam, hatte er Zeit genug, die An⸗ wesenden zu mustern. Im Vordergrunde spielte

dan Skat, im Hintergrunde hatte eine Gesellschaft

on Männlein und Weiblein an einem langen Tische Flatz genommen. Daß dies Schauspieler waren, kannte man auf den ersten Blick. Der lange, agere Mann mit der Schillernase und dem ge⸗

sträubten Haare, 5 zurückgeschlagenen Staubmantel bekleidet Stube stand, war natürlich auch einer. sogar der Helden und

stedter Bühne. Zu seinen es, daß er nie seinen Staubmantel

in

das er darunter trug, gar zu schäbig war. Heldenspieler stand also in der Haltung

in der c Innern eine Seins-

Kartoffeln auf Borg geben werde. Obenan, auf dem Sophaplatze,

Komiker und der nicht ohne einander leben konnten, zankten, wenn sie beisammen waren.

saßen

Philister auszusehen, ö egal. Dann folgte die jugendliche leidlich hübsches Mädchen ohne Talent,

beteit war, jedes vorteilhaft erweisen könnte. Alte, eine runzelige Person, 8 Leben zwar alt, aber gar nicht komisch war. strikte einen trübseligen langen wenn sie sich 1

ie alten 1 1 getüßt und liebes Kind, genannt hatte.

der mit einem wallenden, vorn der Es war Charakterspieler der Blech⸗ Besonderheiten gehörte ablegte, erstens wegen der monumentalen Haltung, die ein solcher Mantel gestattet und zweitens, weil das Röckchen,

Dieser Hamlets Mitte der Stube und erwog in seinem und Nichtseins⸗Frage, nämlich, ob ihm wohl sein Wirt morgen noch eine Schüssel

der Naturbursche, zwei Freunde, die sich aber stets Der erste setzte seine Ehre hinein, solide, das heißt wie ein und dem anderen war alles Liebhaberin, ein das eben ein Verhältnis mit dem Heldenspieler hatte, aber andere anzuknüpfen, das sich als Dann kam die komische die im gewöhnlichen Sie Strumpf und dachte, besonderen Genuß bereiten und wie sie die Frieb⸗

Außerdem waren noch da ein paarbrauchbare Kräfte, alte Handwerker in ihrem Fache, die alles spielten, was vorkam und ein paar begeisterte Kunst⸗ jünger, der eine ein ehemaliger Ladenjüngling und der andere ein ehemaliger Schreiber. Beide waren stets in stiller Wut über das Hundeleben in solch einer Schmiere und über die schnöde Behandlung, die sie vom Direktor und den älteren Kollegen er⸗ fuhren, sowie über die Verständnislosigkeit des Publikums.

Das Künstlervolk nahm von Krimper keine Notiz, die Skatspieler auch nicht. Endlich klopfte Krimper mit dem Schirme auf den Tisch. Der Komiker schnitt sein Gesicht Nummer drei und krächzte im Helmerdingtone: Jott bewahre, was ist denn das für eine JIröße!

Mauerweiler, entgegnete der Naturbursche. Er meinte einen Menschen, von dem in der Zeitung zu stehen pflegt: Ju unseren Mauern weilt der und der, also einen berühmten Gast.

Schafkopf, sagte der andere.

Stille Kinder, rief der Naturbursche, Onkel Krause will ein Selbstgespräch halten, er hat schon Schafkopf gesagt.

Der Komiker blickte seinen Kollegen mit mit⸗ leidiger Geringschätzung an und sagte: Mauer⸗ weiler? Keine Spur von Fettschminke. Diese Iröße ist ein Schulmeister oder ein Partikalier.

Oder ein Baron oder ein Nachtwächter, höhnte der andere.

Pumpe ihn doch an, dann wirst Du es ja sehen.

edition:

D 4 Kreuzplatz Nr. 4.

Neuefte Telegramme.

Hd. Hamburg, 25. Juni. In einer längeren Zuschrift desHamb. Korre⸗ spondenten wird behauptet, dem Reichstage werde in der nächsten Session eine neue Marine⸗ Vorlage zugehen. Wahrscheinlich werde die Ma⸗ jorität, insbesondere das Zen trum, eine ganz andere Haltung einnehmen, als in der vorigen Session. Die Aufnahme einer Anleihe von 150 Millionen 90 für Schlacht⸗ schiffe und 60 für Panzerkreuzer sei dazu erforderlich.

Hd. Hamburg, 25. Juni. Der Ar⸗ beiterausschuß nahm einstimmig den von der Handels⸗ und Schifffahrts⸗De⸗ pution ausgearbeiteten erhöhten Lohntarif für Staatsquai⸗Arbeitern an.

Hd. Kiel, 25. Juni. Auf einem schwedischen Schooner brach eine Meuterei aus, die Mann⸗ schaft wollte den Steuermann erstechen. Der Bedrohte sprang hinter Friedrichsort über Bord und wurde durch ein Lotsenfahrzeug gerettet.

Hd. Athen, 25. Juni. Das BlattAstry versichert, Ehdem Pascha habe Weisung er⸗ halten, über die Art und Weise, wie Thessa⸗ lien geräumt werden soll. Bis zur voll⸗ ständigen Zahlung der Kriegskosten werden die Türken kleine Truppenabtheilungen in Thessalien zurücklassen.

Hd. Madrid, 25. Juni. Aus Ha⸗ vanna wird gemeldet, die Entrüstung über die Grausamkeit des Generals Weyler sei so groß, daß ein Insur⸗ gentenchef 36 spanische Gefangene aufhängen ließ.

Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 27. Juni, 2. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Johanneskirche. Vormittags 9/ Uhr: Pfarrer Dingeldey. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Dingeldey. In der Friedhofskapelle. Vormittags Uhr: Pfarrer Schlosser. Im Konsirmandensaal, Neustadt 61: Vormittags 8 Uhr: Gottesdienst mit Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markusgemeinde. Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde Pfarrer Dr. Grein. Kollekte für Groß-Steinheim.

Sterbefälle.

Am 22. Juni. Wilhelm Stede, 46 Jahre alt, Zigarrenmacher dahier.

Am 24. Juni. Elisabeth Isterling, 70 bis

80 Jahre alt, Taglöhnerin von Muschenheim.

Gestorben in der pfychiatrischen Klinik.

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verautw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmanuschen Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 13.

Jetzt wurde auch die jugendliche Liebhaberin aufmerksam. Sie faßte den Fremden scharf ins Auge und brachte sich in eine vorteilhafte Stellung man konnte ja nicht wissen.

Krimper wurde ungeduldig und klopfte noch⸗ mals auf den Tisch

Heinrich, sagte einer der Skatspieler zu seinem Nachbar, der eben ein Grand lospaukte, da klopft einer, höͤrst Du nicht? Ich höre schon, antwortete dieser und spielte weiter; und der Ober, macht neunundvierzig und die Zicke, macht neunundfünfzig und der Alte, macht einundsechzig. Ich danke Ihnen meine Herren. Darauf warf er die Karten auf den Tisch und rief mit klingender Bühnenstimme: Franz Frrranz!

Gleich, Herr, Gleich! fistelte einer der Kunst⸗ jünger.

Ist mir recht, mein Sohn, erwiderte der Wirt, denn dieser war es Du kannst morgen bei mir antreten, falls Du zum Kellner mehr Talent hast als zum Mimen. Frrrranz und die Pest!

Endlich erschien Franz mit der Miene des bösen Gewissens im Hintergrunde und erkundigte sich, während der Wirt bereits wieder Karten gab, nach dem Begehren des Fremden. Krimper verlangte ein Zimmer und etwas zum Abendessen, worauf Franz etwas grunzte, was ebensogut ja wie nein sein konnte und, indem er vorsichtiger Weise um seinen Herrn und Meister einen großen Bogen be⸗ schrieb, in nicht sehr vertrauenerweckender Weise

verduftete.(Fortsetzung folgt.)