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Gießen, Donnerstag, den 25. November
1897.
Postztg. Nr. 3819. Telephon⸗Nr. 112.
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Ausgabe
Gießen.
ideszeilung.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Das Abonnement beträgt durch die Post bezogen: für die Ausgabe Gießen 1,90 resp. 2.30 Mk. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die öspaltige Petitzeile.
Lokales und Provinzielles.
a. Gießen, 24. Nov.(Stadttheater.) Vor leeren Stühlen gelangten gestern„Die relegierten Studenten“ zu wirklich vor⸗ züglicher Aufführung. Das Publikum applau⸗ dierte auf das lebhafteste nach jedem Aktschluß; die Darsteller sollten ersichtlich für den schlechten Theater⸗Besuch durch lebhafteste Anerkennung ihrer Leistungen entschädigt werden.
* Gießen, 24. Nov. Folgende lehrreiche Bürgermeisterwahl⸗Geschichte wird der„Kl. Pr.“ berichtet: Die Bürgermeisterwahl zu Groß⸗ Steinheim war am 21. November Gegenstand der Verhandlung vor dem Provinzialausschuß. Ihrem kurzen Bericht sei noch Einiges nach⸗ getragen. Bei der am 2. Februar dieses Jahres borgenommenen Neuwahl hatte der Sohn des früheren langjährigen Bürgermeifters, der Gast⸗ wirt Karl Spielmann, mit 161 Stimmen über den Gegenkandidaten Bauer, der 158 Stimmen erhielt, gesiegt. Gegen die Gültigkeit der Wahl erhob die unterlegene Partei Einspruch mit der Begründung, es hätten Nichtstimmberechtigte an der Wahl teilgenommen, es hätten Bestechungen und ungesetzliche Beeinflussungen stattgefunden ꝛc. Der Kreisausschuß des Kreises Offenbach, vor dem die Angelegenheit in erster Instanz am 26. Juni verhandelt wurde, sah die erhobenen Einwände als nicht gerechtfertigt an und be⸗ tätigte die Wahl. In der gestrigen Verhand⸗ lung in der zweiten Instanz stellte sich nun allet⸗ dings heraus, daß in dem mit beispielloser Heftigkeit geführten Kampf die Partei Spielmann mit nicht ganz unbedenklichen Mitteln gearbeitet hatte; die Zeugenaussagen und Protokolle er⸗ gaben indessen andererseits, daß die Gegenpartei in der Wahl ihrer Waffen womöglich noch strupelloser zu Werke gegangen war. Sogar die konfesstonellen Instinkte hatte man hier zu entfesseln versucht, indem man der vorwiegend katholischen Wählerschaft den Kandidaten Spiel⸗ mann als einen„abtrünnigen Sohn der Kirche“, der schon deswegen kein Vertrauen verdiene, hin⸗ stellte. Spielmann hatte nämlich das unverzeih⸗ liche Verbrechen begangen, sich nach rechtsgültiger Trennung seiner ersten Ehe abermals zu ver⸗ heiraten und zwar, da die„Kirche“ ihm den „Segen“ versagte,„nur“ standesamtlich. Außer⸗ dem ward ihm der fürchterliche Vorwurf gemacht, er habe mit der Sozialdemokratie„fraternistert“ und dieselbe zur Begünstigung seiner Wahl ver⸗ anlaßt. Alles das schreckte allerdings seine An⸗ hänger nicht ab, er ging siegreich aus dem Kampfe hervor und hatte gestern die Genugthuung, seine Wahl vom Provinzialausschuß bestätigt zu sehen. — Die ganze Affafre ist einerseits, so meint das oben zitierte Blatt, ein erfreulicher Beweis dafür, daß es auch in der hessischen Landbevölkerung zu dämmern beginnt und„Unkirchlichkeit“ und „Sozialistenfreundlichkeit“ zur Verfehmung eines Mannes selbst nicht mehr in den Kreisen aus- reichen, die leider noch in engster Abhängigkeit von Kanzel und Beichtstuhl leben: andererseits liefert sie aber den weniger erfreulichen Beleg dafür, daß man sich auch hierzulande nicht ente llödet, eine staatliche Einrichtung, das Institut der Zivilehe, mit einer großartigen Nichtachtung zu behandeln und ihrer praktischen Anwendung ale möglichen Hindernisse in den Weg zu legen. der Spruch des Probinzialausschusses trägt hoffentlich zur Belehrung und Belehrung der Urteilslosigkeit und Unduldsamkeit bei; die Ver⸗ urteilung der Rekurrenten in alle Kosten, auch in die der Vertretung des Angegriffenen, dürfte eine heilsame Lehre sein.
* Gießen, 24. Nov.
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geschnallt werden kann.
6 An dieser Schiene, zwischen dem Fußschuh und der oberen Be⸗ festigung am Bein, ist die Radaxe angebracht, wodurch die Mitte des Radkranzes mit den Radspeichen und den Gegenstrebern verbunden und es ermöglicht wird, daß der Radkranz in
etwas schräger Richtung vom äußeren Bein direkt unter der Fußplatte des Fahrers durch bewegt, und der Stützpunkt des Letzteren gerade über die Radspur gebracht ist.(Hierin liegt der Schwerpunkt der Erfindung, denn alle ähnlichen Vehikel laufen neben, aber nicht unter der Fußsohle her.) Ein derartig konstruierter, zirka 17 Centimeter breiter Laufradschuh wird an jeder äußeren Beinseite befestigt und das Fahren geschieht durch Bewegen der Beine nach hinten, ähnlich wie beim Gehen, oder für An⸗ fänger mittelst eines Stabes, der zugleich auch als Bremse dient. Der Preis eines Paares solcher Laufradschuhes dürfte ein Drittel des Preises eines guten Fahrrades kaum übersteigen, trotz sehr eleganter, leichter und doch kräftiger Ausführung.
* Gießen, 24. Nov. Der gestrige Kuh⸗ markt war von Vieh aller Gattungen sehr gut aufgetrieben. Es standen etwa zum Verkauf 6-700 Kühe und ca. 250300 Kälber. Der Handel setzte gleich zu Anfang flott ein und blieb so bis zum Schluß des Marktes. Käufer waren besonders stark aus der Wetterau gekommen, auch Frankfurt war vertreten, doch waren es von diesem Platz nur Reflektanten auf Kälber. Trotzdem schlugen die Preise für diese Ware gegen den letzten Markt stark ab, während für erste Ware frischmelkend und tragende Kühe die Preise bedeutend anzogen. Es wurden gehandelt Milchvieh: 1. Qualität 500—550, 2. Qnalität 350400. Kühe zum Abmelken je nach Wert. Kälber kosteten schwerste Ware 58—60 K, geringere Sorte 52—54 l pro Ctr. Schlachtge⸗ wicht. Der Auf- und Abtrieb der per Bahn einge⸗ laufenen Tiere geschah vom neuen Güterbahnhof durch die neu eröffnete Hammstraße und machte sich dieses für die Handelsleute bedeutend be⸗ quemer während das Vieh nicht so abgetrieben wurde, als dies durch die Stadt der Fall war.
* Gießen, 24. Nov. Die Zeughaus⸗ Kaserne am Brandplatz, eines der wenigen alten Baudenkmäler unserer Stadt, ist in ihrer Fassade renoviert worden. Das Gebäude mit seiner mächtigen Front, im Stile der Spät⸗ renaissance aufgeführt, besteht aus Bruchstein⸗ Mauerwerk, reich mit sauber gearbeiteter Sand⸗ stein⸗Architektur durchsetzt, welche in ihren Formen teilweise verwittert war, nun aber überall wieder hergestellt und ausgebessert ist. Besonders das hohe Mittelportal an der Westseite des Hauses bildet ein Prunkstück der Steinhauerkunst. Das Ganze macht jetzt einen äußerst vornehmen Ein⸗ druck und bildet unstreitig eine Zierde und Sehenswürdigkeit für unsere Stadt.
* Gießen, 24. Nov. Am Montag wurde die Hammstraße, die neue Unterführung des Bahndammes an der Westanlage und der neue Güterbahnhof dem Verkehr übergeben. Zwar können sich die Interessenten auf dem Güterbahnhof der neuen Umgebung noch nicht recht anpassen, aber wenn die Ver⸗ hältnisse dort erst geregelt sein werden, sodaß alles klappt, wird derselbe unstreitig eine be⸗ deutende Verbesserung des Verkehrslebens für unsere Stadt bedeuten. Die Bureauräume sind äußerst praktisch angelegt, daran schließt sich der geräumige Schuppen für Stückgut, welcher aller⸗ dings mit seinen Petroleumlaternen am Abend äußerst mangelhaft beleuchtet ist. Dann kommt der isoliert stehende Zollschuppen, die Vieh⸗ und die Petroleum⸗Rampe. Der Bahnhof hat drei
Fahrrads. Laufradschuh heißt ein don] Zugänge, erstens vom Neustädterthor durch die Herrn Schreinermeister Heinrich Herke m 9 0 Sun dann durch die Unterführung an
konstruiertes und vom kais. Patentam in unter H 18315 angenommenes Vehikel, welches cbentuell dem Fahrrad Konkurrenz machen dürfte, Dieses Fußfahrrad, wie es der Erfinder zuerst nannte, besteht aus einem Radkranz mit Pneu⸗ matik nach Art der Velozipedräder, neben 8 sich die Radspeichen aus Draht befinden. ie lunere Wandung des Radkranzes und die Spisen der Radspeichen sind durch gekröpfte. Speichen wagrecht miteinander verbunden und die äußeren Enden dieser gekröpften, wagrecht angebrachte. Speichen werden durch in der Richtung 15 Radspeichen laufende Streber wieder mit der Radachse vereinigt, sodaß das ganze eine geg Miderstandsfähigkeit gegen Druck von oben be⸗ kommt. Der ganze Radkranz ist so bemessen, daß 4 an einer von seinem Innern ausgehenden Schiene mi
Schuh für den Fuß direkt unterhalb des Kniees enen außerhalb des Beines an⸗
der Westanlage und von der Frankfurterstraße, wenn man die eiserne Ueberführung des Bahn⸗ körpers im Zuge der Klinikstraße überschreitet. Die Anlagen des neuen Güterbahnhofs machen einen freundlichen Eindruck.
* Grünberg, 22. November. Der von der Gießener Gabelsberger Stenographen⸗ gesellschaft veranstaltete Unterrichts⸗ kursus wird hierorts im Laufe der nächsten Woche beginnen. Eine Vorbesprechung findet am Samsdkag Abend voraussichtlich im Gasthause „Zum wilden Mann“ statt. Interessenten seien auf die Zweckmäßigkeit dieses Kursus wiederholt aufmerksam gemacht.
* Laubach, 22. Nov. ü 9 hiesige Graf Solms-Laubach sein 25jähriges Regierungsjubiläum. Zu diesem Zwecke fand abends ein Fackelzug und ein darauffolgender
Gestern feierte der
NMedaktion und Expedition! Kreuzplatz Nr. 4.
lialen: Alten⸗Buseck, Dau r.-Linden, Grünberg, Hausen,
bringen, Fellingshausen, Flensungen, Garbenteich, Or. ⸗Buseck, Heuchelheim, Hochelheim, Kinzenbach, Kl.⸗Linden, Krofdorf, Lang⸗
Göns, Launsbach, Lauter, Leihgestern, Lollar, Mainzlar, Queckborn, Rödgen, Rodheim, Stangen ⸗
Festkommers im„Solmser Hof“ statt. Daß hierbei dem Personenkultus in überschwänglicher Weise gehuldigt wurde, braucht wohl nicht erst erwähnt zu werden.
* Aus dem Vogelsberg, 22. November. Gestern Vormittag wurde auf dem Balzacker bei Eschenrod ein Holzmacher aus Burkhards beim Holzfällen getötet. Eine niederstürzende Buche hatte ihm den Kopf zerschmettert. Der Verunglückte war erst 28 Jahre alt und hatte voriges Frühjahr geheiratet.— Für die Ver⸗ unglückten in Michelbach ist in den benach⸗ barten Orten bereits stark gesammelt worden, so daß bezüglich des anfänglichen Futtermangels Abhilfe geschaffen ist. Am stärksten fühlbar ist der Wohnungsmangel, zumal da der Winter vor der Thüre.
* Darmstadt, 23. Nov. Anläßlich der morgigen Betriebseröffnung der von Siemens und Halske ausgeführten elektrischen Straßen⸗ bahn fand heute unter Beteiligung der Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden sowie zahlreicher geladener Herren eine Rundfahrt in 7 reichgeschmückten Wagen statt, an die sich ein von der Stadt gegebenes Frühstück im Hotel „Zur Traube“ anschloß.
* Mainz, 23. November. Das städtische Arbeitsamt hat nunmehr eine sechsmonatige Wirksamkeit hinter sich und man kann sagen, daß es sich zu einer nützlichen Institution ent⸗ wickelt hat. Die Frequenz war bisher eine an⸗ haltend steigende. Im letzten Monat ist im Angebot ein Rückschlag eingetreten, der wohl als Folge des nahenden Winters zu betrachten ist.
Von Arbeitgebern angebotene Stellen gab es
r Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. 397 407 427 447 464 403 Von Arbeitnehmern gesuchte Stellen gab es imm; Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. 495 558 606 599 550 592
Stellen wur⸗
den besetzt. 121 189 207 252 205 221
Es wurden demnach in den letzten sechs Monaten im ganzen 2545 Stellen von Arbeit⸗ gebern offeriert, davon 2099 männliche und 446 weibliche. Von Arbeitnehmern wurden begehrt 3400 Stellen, darunter 3133 männliche und 267 weibliche. Besetzt wurden 1195 Stellen, wovon 1140 männliche und nur 55 weibliche. Während die Nachfrage der männlichen Arbeiter das An⸗ gebot der freien Stellen stets bei weitem über⸗ ragte, zeigt sich aus der vorstehenden Aufstellung, daß das Angebot weiblicher Arbeitskräfte weit hinter der Zahl der angebotenen Stellen zurück⸗ bleibt, jedenfalls ein Zeichen, daß besonders das weibliche Dienstpersonal in dem Banne der privaten Stellenbureaus steht. Um der während des Winters voraussichtlich sich mehrenden Ar⸗ beitslostgkeit in hiesiger Stadt entgegenzutreten, wendet sich die Verwaltung des Arbeitsamtes nochmals mit dem Ersuchen an die Arbeitgeber, insbesondere die Großindustriellen, noch mehr wie bisher ihre offenen Stellen dem Arbeits⸗ amte mitzuteilen, damit in der Unterbringung der Arbeitsuchenden planmäßig vorgegangen wer⸗ den kann.
* Bingen, 23. Nov. Der Schleppdampfer „Industrie XIV“ mit Schiffen im Anhang erlitt gestern Nachmittag vor dem„Binger Loch“ einen Radbruch; Bug⸗ und Notanker schützten den Schleppzug davor, daß er nicht ins Treiben kam. Infolge des Unfalles blieb die Passage kurze Zeit gesperrt. Gegen 4 Uhr schleppte ein anderer Dampfer sämtliche Schiffe in Sicherheit. — Trotz des niedrigen Wasserstandes— der Staatspegel zeigt hier nur eine Höhe von 0,89 Meter— ist der Schiffsverkehr auf der mittleren Rheinstrecke immer noch recht lebhaft. Selbstverständlich fahren nur noch kleine, flach⸗ gehende Boote.
Vermischtes.
— Madame Gigerl. Unter diesem Titel be⸗ richtet das„Kl. Ir.“ aus Berlin: Frau Mode hat eine neue Marotte, die Industrie einen neuen Zweig, und zwar einen gedrechselten und polierten Zweig, die Schaufenster eine neue Attraktion und die Ehemänner eine neue Aus⸗ gabe: das schöne Geschlecht hat sich Spa zierst öcke zugelegt. In der weißbehandschuhten Hand ein schwarzpoliertes Stöckchen mit einem zierlichen Griff, so stolziert sie im Vollbewußtsein ihrer modernsten Eleganz über die Straßen, so macht sie ihre Einkäufe; ihre Augenbrauen sind à la Amazone geschminkt und auf dem Hute wiegt sich stolz der Rosenbusch. Was die Dame gut kleidet, ist immer motiviert und so findet man auch Gründe für den Spazierstock. Die Summe der Gründe lautet: Es macht sich eben nett! Besonders wenn das Stöckchen unter den Arm genommen wird und dem hinten her eilenden Passanten die Nase unsanft kitzelt. Als galanter Mann muß man natürlich„Pardon, meine
rod, Staufenberg, Steinbach, Steinberg, Ulrichstein, Watzenborn, Wetzlar, Wieseck, Wißmar.
—
—
Gnädige!“ sagen und sich schleunigst drücken. Wenn die Sonne nicht scheint und es auch nicht regnen will, sind Sonnen⸗ und Regenschirm deplaziert, da ist der Spazier⸗ stock das ausgleichende Element. Und wie nledlich sieht das doch aus, wenn eine schlanke Blondine in träume⸗ rischen Gedanken den Knopf ihres Stöckchens an die Lippen legt. Wenn das nicht moderne Elegie ist, dann giebt es eben keine neuen Stimmungen! Auf der Ge⸗ schenkliste des Mannes giebt es jetzt einen Artikel mehr und er muß mindestens einmal täglich ein Dilemma lösen.„Ich weiß nicht, Eduard, soll ich den Schirm nehmen oder den Spazierstock?“ Eduard muß natürlich zum Fenster hinaussehen, den Himmel einer mikroskopischen Untersuchung unterziehen, und wenn er dann endlich nach gewissenhafter Prüfung sich für den Schirm entschleden hat, dann nimmt sie natürlich den Stock mit. Nachdem sie sodann unterwegs mit dem Stöckchen zwei Mal und an zwei Stellen den Besatz ihres Rockes zerrissen hat, muß er den Stock übernehmen. Er hat also das Ver⸗ gnügen, mit zwei Stöcken zu gehen, da dies aber nicht besonders bequem sein soll, so muß er im Vorübergehen am Büffet seines Stammcafés einen der beiden Stöcke abgeben. Da er aber nicht wissen kann, ob sie nicht nach einer Viertelstunde heftiges Sehnen nach ihrem Stocke haben wird, so giebt er natürlich seinen eigenen ab. Das Stöckchen wird allmählig zu einem Schmerzenskind der Familie, es wird Streitaxt oder Friedenspalme, je nachdem jedenfalls ein Dirigentenstab in der Hauskapell⸗ meisterin Hand. Die zeitgenössischen Novellisten werden sich dieses neue Requistt wohl nicht entgehen lassen. Man kann, wenns schon auf andere Weise nicht möglich ist, wenigstens damit etwas Neues bringen. Das macht sich j0 recht hübsch, z. B.:„Erna lächelte und zeichnete mit hrem Spazierstöckchen ein Herz in den Sand“, oder in einer dramatisch erregten Szene:„Die Gräsin hielt ihren Spazierstock in der krampfhaft geballten Hand und ihn erhebend wies sie zur Thür...“ oder„Die beiden Nebenbuhlerinnen standen zornflammenden Auges einander gegenüber, mit ihren Spazierstöcken zum Schlage aus⸗ holend.“ Soweit der Damenspazierstock als Luxus⸗ und Nutzgegenstand; als Begleiterscheinung von Eifersuchts⸗ szenen oder Gardinenpredigten dürfte er ein wenig von seinem harmlosen Charakter verlieren. Vorläufig ist er eine Ergänzung zum Plastroneinsatz in der Taille und zu dem dazugehörenden Shlips. Wer nicht kapiert, versteht eben die Frauen nicht. NB. Wenn eine„Stütze der Hausfrau“ gesucht wird, so ist jene vorläufig noch nicht mit einem Spazierstock zu verwechseln.“
Neuefte Telegramme.
Hd. Plön, 24. November. Bei der gestrigen Reichstagsersatzwahl im Plön⸗Oldenburger Kreise wurden bisher gezählt für Tungeln(kons.) 7130, Weinheber(Soz.) 2441, Damaschke (natl.) 2295, Schmidt(irs. Bp.) 1571, Hoeck(frs. Vgg.) 1359 Stimmen. Zwischen von Tungeln und Wein ⸗ heber kommt es wahrscheinlich zur Stichwahl.
Hd. Halle a. S., 24. Nov. In Eilen⸗ burg wurde bei der Reviston der Sparkasse ein Defizit von 152000 Mark entdeckt. Die Unterschleife datieren 30 Jahre zurück.
Hd. Paris, 24. Nov. Der neue Panama⸗ Prozeß' wird endgiltig am 17. Dezember verhandelt werden.
Hd. London, erfährt von seinem
24. Nov.„Daily Graphic“ Korrespondenten, daß Eng⸗ land gesonnen sei, die anglo⸗normannische Insel Guerung an Frankreich gegen Zu⸗ geständnisse Frankreichs in Ostafrika abzutreten,
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Sterbefälle.
Am 20. November. Marie Ruch, geb. Benner, 36 Jahre alt, dahier, Witwe des Musikers Adam Ruch. Die Beerdigung findet von der neuen Klinik aus statt.
Am 21. Nov. Johannes Römer, 38 Jahre alt, Fuhrmann von Trais⸗Horloff, Kr. Gießen. Gestorben in der psychiatrischen Klinik. Die Leiche wird in die Heimat verbracht.
Am 22. Nov. Marie Schmidt, geb. Ulm, 48 Jahre alt, dahier, Witwe des Maschinenstrickers Ferdinand Schmidt, Steinstraße Nr. 71. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 24. d. M., vom Sterbehause aus statt.
Am 22. Nov. Sophie Kreiling, geb. Rodner, 57 Jahre alt, Ehefrau des Taglöhners Joh. Kreiling X dahier, Eichgärten Nr. 10. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 10. d. M., nachm. 3½ Uhr, vom Sterbehause aus statt.
Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottm annschen Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 18.


