begründeten 10 f
gegen sie dalle 1
Auf der and gegen Totschlags, versuchten Totschlags entgleist. 8 nd gefährlicher Körperverletzung; die Wee un aklage vertritt Erster Staatsanwalt Dr. „ biäggerich, Verteidiger ist Rechtsanwalt Metz. kittwoch, den 29. d. M., gegen Friedrich
uz, datth U. Schiffner von Groß⸗Schönau wegen Mein⸗ a0 h G. Omg A ds; die Anklage vertritt Staatsanwalt Koch, 15 lerteidiger ist Justizrat Baist. Donnerstag, en 30. d. Reinet Ehe⸗
- tiite von Lindenstruth wegen Meineids die i J liutlage vertritt Assesfor Dr. Friedrich, Verteidiger halle Rechtsanwalt Dr. Gutfleisch. Freitag, den . Oktober, gegen Elisabeth Horstmer II
0 Jon Hainbach wegen Meineids, Anstiftung
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-Pfungsah . vorzüglich „70 Pfg.
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okales und Provinzielles.
Pontag, den 27. und Dienstag, den 28. d. M.,
berteidiger sind Rechtsanwalt Mendelsohn und fechtsanwalt Weidig. Samstag, den 2. Okt., N ei Ernst Thomas von Rudingshain wegen
Iimmermann, Verteid. sst Rechtsanwalt Weidig. Rontag, den 4., event. Dienstag, den 5. Okt., ung Heinrich Dörr von Dammesmühle bei Uinshain wegen Mordversuchs; die Anklage
Gießen, Somabend, den 25. September
1897.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Ausgabe
Gießen.
che Landeszeilung
Poftztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Redaktion:
* Kreuzplatz Nr. 4..
„Gießen, 24. September. Die Verhand- ungen vor dem am Montag beginnenden ichwurgericht sind wie folgt festgesetzt:
igen Georg Evers von Schwetzingen
um Meineid und Unterschlagung; die lnllage vertritt Staatsanwalt Zimmermann,
eineids; die Anklage vertritt Staatsanwalt
ertritt Staatsanwalt Koch, Verteidiger ist techtsanwalt Katz.— Die Verhandlungen be⸗ *— mit Ausnahme der Sache am Samstag, ie um 8 ¼ Uhr ihren Anfang nimmt, um 9 Uhr bormittags. Gießen, 24. Sept.(Stadttheater.) Die am Dienstag, den 28. d. M., zur Er⸗ iffnung der hiesigen Bühne in Szene gehende Heraktige Schwank⸗Novität ist wie folgt besetzt: „Wettingen“ Herr Liebscher,„Rudolf“ Herr Boehm,„Charlotte“ Frl. Hervad,„Dietrich“ Herr Fritzschler,„Dornstett“ Herr Forsch, Gräfin“ Frl. Berner,„Forster“ Herr Helm, „Nary“ Frl. Budows ka,„Nanna“ Frl. Marloff,„Wernicke“ Herr Fellner,„Lorenz“ berr Dofer,„Franz“ Herr Albrecht. ls zweite Vorstellung gelangt Gerhart Hauptmanns berühmtes Märchendrama„Die berfunkene Glocke“ zur Aufführung. Gießen, 24. September. Frau Julius
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90. Witgenfe
14 gemeinsame Petition an den Reichstag abge
Roth Witwe verkaufte ihr Nordanlage, Ecke Weserstraße, belegenes Haus für den Preis von 3500„ an den Schuhmachermeister Chr.
Schönhals. Gießen, 24. Sept. Die Degg un nen⸗ a. M., Darm⸗
bexeine der Städte Frankfurt
dabt, Gießen, Hanau und Homburg, der Jerein Mainzer Kaufleute in Mainz, der Verein Albfiständiger Kaufleute in Wiesbaden und der Verband selbstständiger Kaufleute und Gewerbe⸗
keibender im Großherzogtum Baden 1 5 909 endet,
Bitte
vorin nach eingehender Begründung die
zestelt wird: Dem Antrage
uffon:„Die Beförderung der Postpackete
endungen
Juahe, aut! 10
Im Sonn und Feiertagen auf Eils ju beschränken“, die Zustimmung zu ver⸗ g
1 rich seinen Bart und sah zum
begegnen.
da nich schamrot werden?“
Friedberg geht dem M. J. ein Bericht zu, der deutlich die Stimmung ländlicher Kreise über das stattgefundene Kaisermanöver Wir lesen da: In mehreren Zuschriften wurde gefordert, daß unseren Bauersleuten der ganze Schaden ersetzt werde, welcher durch die großen den i d auf den Feldern angerichtet wor⸗ en ist.
der Budgetkom⸗ H
Erscheint täglich mit Ausnahme der Preis der Anzeigen: 10 Pfg.
* Gießen, 24. September. Aus dem Kreis
wiedergiebt.
f. Dem müssen wir umsomehr zustimmen, als die Landleute überdies große Einquartie⸗ rungslasten zu tragen hatten. Aber noch auf etwas anderes ist hinzuwirken, daß nämlich bei großen wie kleinen Manövern Flurschäden möglichst vermieden werden. Wir hörten Bauersleute vielfach darüber klagen, daß die Truppen, namentlich Artillerie und Kavallerie, ohne zwingenden Grund durch Ackerland geführt wurden, welches mit Klee bewachsen oder mit Hackfrüchten bestellt war. Man habe ganz gut die Feldwege benutzen oder über Stoppeläcker ziehen können; statt dessen ging es„mitten durch“. Daß solche Klagen wohlbegründet sind, davon kann sich Jeder überzeugen, der jetzt durch Feld und Wiesen geht und dabei die Flurschäden be⸗ trachtet. Unsere Vertreter im Reichstag dürften auch ein ernstes Wort darüber zu sprechen haben, ob es denn wirklich notwendig war, diesmal so ungeheuere Truppenmassen aufzubringen. Bei den großen Verheerungen, welche im letzten Sommer durch Hochwasser in weiten deutschen Länderstrichen angerichtet wurden, wäre es wohl am Platze gewesen, die großen Herbstmanöver in diesem Jahre ganz oder teil⸗ weise einstellen zu lassen. Statt dessen sind gerade in diesem Herbst die Truppen„in ganz besonders großer Zahl“ zusammengezogen worden. Daß solches durch die politische Lage geboten war, dürfte kaum jemand behaupten. Oder forderte es so die militärische oder stra⸗ tegische Ausbildung unserer Offiziere und Mann⸗ schaften? Aber da haben wir ja selbst von Sachverständigen gehört, daß solche„Prunk⸗ manöver“ für den Ernstfall von sehr geringem Wert seien, ja eher nachteilig wirken können. Warum also ohne ersichtliche Ursache Millionen opfern, wo doch oft für die notwendigsten Zwecke kein Geld vorhanden sein soll? Warum gerade in diesem Jahre die Eiuquartierungslasten und Flurschäden verdoppeln und verdreifachen? Aller⸗ dings sollen— so lasen wir dieser Tage in einem auswärtigen Blatt— die großen Paraden, die brillanten Reiterattacken und Schlachtenbilder den Zuschauern ein gauz außerordentliches „Amüsement“ geboten haben. Eine solche Denk⸗ und Sprechweise erinnert aber nur allzu sehr an das altheidnische„Panem et circenses“, „Brot und Schauspiele““ Möge man zuerst dafür sorgen, daß Allen das tägliche Brot wird, die militärischen und sonstigen Schauspiele allein können unser Volk auf die Dauer nicht zufriedenstellen!
* Gießen, 24. Sept.(V mittel.) Im Winter ist ein Hauptnahrungs⸗ mittel der weniger gut situierten Volksklassen der ering, der um geringes Geld zu haben ist. Der Nachsommer und Herbst bringt uns aber ein Nahrungsmittel, das immer noch nicht genug ekannt und geschätzt wird— das sind unsere wämme und Pilze. Ueber ihren
(Volksnahrungs⸗
hohen Nährwert ist schon zum öfteren geschrieben worden. Besonders der nasse Nachsommer hat, wie die„D. Ztg.“ mitteilt, eine solche Menge dieser eßbaren Pilze hervorgebracht, daß man n leichter Mühe ganze Mengen davon sammeln ann. schießen nur so aus dem Boden hervor. Die Zubereitung ist so einfach und aus jedem Koch⸗ duch ersichtlich. Der Geschmack der richtig zube⸗
Tage nach Sonn- und Feiertagen. für die spaltige Petitzeile.
Champignons, Steinpilz, Retzker u. a.
reiteten Speise ist so pikant, daß man, hat man sie einmal genossen, immer wieder nach ihr ver⸗ langt. Dann lassen sich die Pilze auch für den Winter trocknen. Bekanntlich hält die Furcht vor Vergiftung viele von dieser Speise ab und es ist ja Vorsicht geboten. Wenn man aber sich die Mühe nimmt, die von der höchsten Schulbehörde für die Schulen empfohlenen und fast in allen Schulen vorhandenen beiden Tafeln, Bilder von giftlosen und gif⸗ tigen Pilzen enthaltend, von Schlitzberger, anzusehen, so ist, besonders wenn man, was geboten ist, junge und nicht schon lang gestan⸗ dene Pilze sucht, eine Vergiftung kaum möglich. Es wäre eine dankbare Aufgabe der Schule, wenn hierin eine gründliche Belehrung erfolgte. m. Garbenteich, 24. September.(Natur⸗ seltenheit.) Der hiesige Werkführer Wilh. Junker erntete dieser Tage fünf Exemplare von Kürbissen, welche zusammen nicht weniger als 271 ½ Pfund wogen. Nur ein halbes Pfund fehlte der schwersten dieser Früchte, um einen Zentner zu wiegen. Die vier anderen wogen 62, 40, 39 und 31 Pfund.
K. Geilshausen, 24. Sept. Am Dienstag Abend wurde in der Gemarkung Londorf der über 60 Jahre alte Werkführer Müller von hier, welcher in den dortigen Steinbrüchen be⸗ schäftigt war, tot aufgefunden. Ein Herzschlag soll seinem Leben ein Ende gemacht haben.
g. Grünberg, 23. Sept. Am kommenden Sonntag findet in„Hamels Gartenhaus“ der Kreisfeuerwehrtag des Bezirkes Grünberg statt, dem sich eine Uebung der hiesigen Frei⸗ willigen Feuerwehr anschließt.
* Darmstadt, 23. Sept.(Eine schöne Kostenrechnung.) Ein Zornheimer Ein— wohner hatte für ein kleines Stück in der Ge⸗ markung Weinolsheim gelegenen Geländes eine jährliche Grundsteuer von 12 Pfen⸗ nigen zu entrichten. Er verweigerte mit dem Bemerken, daß das Stück ertraglos sei, die Ent⸗ richtung der Steuer, ließ aber auch die vorge⸗ schriebene Steuerreklamationsfrist, ohne Einrede zu erheben, verstreichen. Nach erfolgter Mahnung wurde nun mit Pfändung vorgegangen, und zwar pfändete der Pfandmeister eine Ziege. Der Schuldner widersetzte sich der Amtshandlung und drohte, die Wegbringung des Pfandobjektes mit Gewalt zu verhindern. Heute morgen erschien nun der Beamte in Begleitung von zwei Gen⸗ darmen und dem Polizeidiener wieder. Dies⸗ mal wollte sich der Sohn des Schuldners wider⸗ setzen und versuchte, den Beamten den Eintritt in den Stall gewaltsam zu verwehren. Er be⸗ sann sich jedoch rechtzeitig eines Besseren. Die Ziege wurde weggeführt und zur Versteigerung gebracht. Der Schuldner erstand sie wieder, und
Außerdem haben sich die unklu
* ebitivn: 84 Kreuzplatz Nr. 4. Renitenz einschl. Kosten nun ca. 10 geworden.
en Leute noch wegen Beamtenbeleidigung und idersetzung zu
verantworten. * Mainz, 23. Sept. Die Eisenbahn⸗ ihre Druck⸗
direktion Mainz beabsichtigt sachen verwaltung von Mainz nach Frank⸗ furt a. M. zu verlegen, wonach auch sämtliche Druckarbeiten der Bahn in Frankfurt a. M. an⸗ gefertigt würden. Da sich dadurch die hiesigen Buchdruckereien geschädigt fühlen— es wurden alljährlich für über 300 000. Drucksachen an⸗ gefertigt—, so bereiten sie eine Eingabe an den Eisenbahnminister und das hessische Staats⸗ ministerium vor. Die Verlegung der Druck⸗ sachenverwaltung soll im Interesse einer größeren Ersparnis stattfinden, da überall ein einheitliches Formular verwendet wird.
Vermischtes.
— Todessturz eines Akrobaten. Ein schwerer Unfall ereignete sich während der Vorstellungen im Wil⸗ helmstheater zu Danzig. Bei der Nummer„The Brothers Donatis in ihren Produktionen am dreifachen Reck“ hat einer der beiden Brüder folgenden bekannten Tric auszuführen. Er schwingt sich über die erste Reck⸗ stange direckt zum Mittelreck, um von dort nach dem dritten Reck überzugehen. Hierbei muß der eine der Brüder, der in das blauseidene Kostüm einer Balleteuse gekleidet war, die Distanz zu kurz bemessen haben; denn er verfehlte die Reckstange und stürzte in heftigem Schwunge auf den nur mit einer weichen Matratze bedeckten Fuß⸗ boden, wo er tot liegen blieb. Er hatte einen schweren Bruch der Wirbelsäule erlitten. Der Verstorbene hatte sich infolge einer leichten Handverletzung schon den ganzen Tag über nicht wohl gefühlt, weshalb er auch nicht mit der nötigen Elastizität am Reck arbeitete. Donatis, dessen eigentlicher Name Max Schwarze ist und dessen Eltern in Berlin wohnen(sein Vater ist Schuhmacher in der Schön⸗ hauser Allee), war die einzige Stütze derselben. Der Un⸗ glücksfall hatte im Publikum, das das Theater dicht be⸗ setzt hielt, begreiflicherweise eine ungeheure Bestürzung her⸗ vorgerufen.
— Idylle aus Kentucky. Ein Wiener Amerlka⸗ Reisender schreibt dem„Pester Lloyd“ Berichte aus Ken⸗ tucky und erzählt u. A. folgende Geschichte:„Während der zwei Monate, die ich in Kentucky verlebte, sah ich noch manches Ländlich⸗Sittliche. Louisville war damals in großer Aufregung wegen der Brüder Conrad. Das war eine merkwürdige Geschichte. Die Brüder Conrad hatten ein Farm am Ohio, unweit der Stadt. Ihr Vater wurde eines Tages 1893 an einem Kreuzweg er⸗ mordet gefunden. Der Verdacht fiel auf die Söhne, und sie wurden verhaftet; eine Tochter blieb auf freiem Fuße. Die Untersuchung dauerte den ganzen Winter, im Früh⸗ jahr wurden sie als unschuldig in Freiheit gesetzt. Allein das Volk von Kentucky hat meist seine eigene Meinung, und zwar eine von ausgesprochener blutroter Färbung. Die öffentliche Meinung von Kentucky sprach die Brüder nicht frei. Es besteht dort eine Vehme, besonders jen⸗ seits des Ohio in Indiana, die sogenannten„White caps“. Sie tragen nämlich bei ihren Lynch ungen große weiße Hüte und weiße Masken. Die White caps also nahmen den Ausdruck des Volksunwillens auf sich und schrieben einen Bannbrief, demgemäß die Brllder Conrad samt Schwester, die auf ihrer Farm lebten, binnen 14 Tagen die County verlassen sollten, da sie sonst die Winchestergewehre der White caps kennen lernen würden. Aber Kentucky⸗Leute erschrecken vor noch so weißen Hüten und Masken nicht. Die Conrads antworteten durch ein Eingesendet in den Louisviller Blättern, das ich mir
zwar gegen Barzahlung von 8 KA. 60. Aus 12 Pfennigen sind infolge einer unbegreiflichen
leider nicht aufgehoben habe. Der Sinn und Ton des⸗
——————
agen.
Eine reiche Partie. 8
Emzählung pon Feli von Stenglin. (Nachdruck verboten).
(Fortsetzung.) „Jeder ist ans Hergebrachte gewöhnt. und aher, lieber Grüuebohm, giebt es soviel verkannte Denies, weil die Genies sich eben nicht im herge⸗ achten Geleise bewegen.“ Warnshagen setzte sich, Fenster hinaus. it Wurstigkeit zu
Es war das beste, dem Manne m
„Verkannte Genies“, sagte der alte Preuße, vhaunte man bei uns die Bummellanten, die keinen festen Schluß auf'm Pferd hatten und sich per⸗ manent ungewiß darüber waren, ob sie rechts oder Ants abfallen sollten. Aber bei der Kafallrie haben Sie woll nich gedient?“
„Freilich hab' ich das! don Jürgen bei demselben Regiment.“ „ Orünebohm schlug mit der Hand auf den Tisch„Das's doch n starkes gehn Sie gegen'nen alten Regimentsk wor? Mensch, denken Sie doch mal an die zurück und seh'n sich mal in den
„Neln, nein, werter Herr Grünebohm,
Und zwar mit Herrn
Stück! Und so ameraden
Zeit Spiegel, ob Sie
das ist
eßbaren Sch
r, was sie mir angethan hat. Uebrigens ift die Geschichte bereits mit Herrn von Jürgen erledigt. Wenn Sie also im Auftrage von Herrn Puhlmann kommen, so bemühen Sie sich weiter nicht.“
„Die Sache i
Menschheit nu
st erledigt? Wieso das?“ „Herr von Jürgen hat mir anstatt der hundert— tausend Mark, die er mir mit seinem Sohne schuldig war, das Gut Frauensee abgetreten. Grünebohm ließ sich auf einen Stuhl fallen und sah den anderen verdutzt an.„Der's woll nich recht gescheut!“ sagte er nach einer Weile. „Also ins Bockshorn gekrochen! Und wo bleiben die alten Leute?“ „Die bekommen Warnshagen strich sich der schon ganz als Großgrun
ühle.
8 alte Preuße lachte laut
Ihnen?! Da glauben Sie ja selbst
Und die Inspektorstelle für den Sohn 5„Ich verstehe
junge Fra ö 5 Warnshagen zuckte die Achseln.
Sie nicht.“
„Was is in'ner kleinen oten, und ste is 1 7 nich zum besten hat.
'ne kleine Rente von mir.“ 1 Bart, als ob er sich dbesitzer und Kapitalist
auf.„Von nicht dran! 7 Und die
t da weiter zu verstehen! Er sitzt Bude im Norden und saugt Hunger⸗ bei die Eltern retuhr, wo sie's Und könnte alles anders
von Mitleid und sowas keine blasse Ahnung zu haben!“
„Da haben Sie recht. Mein Gemüt hat sozu⸗ sagen'ne Hornhaut bekommen, lieber Freund, Sentimentalitäten finden da keinen Boden mehr.“
Beide schwiegen nachdenklich. Die Dämmerung war hereingesunken, auf der Straße wurden die Laternen angezündet. Drüben im Hause strahlte ein Weihnachtsbaum. Erinnerungen tauchten in Warushagen auf.„Sehen Sie, da haben wir heute Weihnachten. War das früher eine Freude und eine Seligkeit! Auch als ich schon lange drüben war in der neuen Welt,— Weihnachten kams immer so über mich wie Sehnsucht und Heimweh — nach meiner Jugend, nach der Zeit, da ich ein lebensfroher, ein schuldloser Mensch war... 5 Er machte eine Bewegung mit der Hand.„Das ist jetzt auch vorbei!“
Trotzdem sah er immer hinüber und konnte die Blicke nicht wenden von dem Lichterglanz.
„Wie kams denn, daß Sie'rübergemacht sind, wenn ich fragen darf?“
„Schulden, lieber Freund, einen ganzen Puckel voll, zum Teil selbst gemacht, zum Teil von einem Freunde. Er griff zum Revolver, ich ging aufs Schiff. Er war klüger....“ bemerkte Grünebohm
worbei. Früher war das wohl anders.
4 9
Aber das Lahe has mich zu sehr gezaust. Ich vergelte der
sein, wenn Sie nich da wären. Aber Sie scheinen
„Das scheint mir auch“, trocken.„Und drüben is es Ihnen nicht gut ge— gangen?“
Warnshagen lachte kurz auf.„Ich könnts nicht behaupten“, antwortete er dann.„Bin so ziemlich alles gewesen, vom Stiefelputzer und Kellner bis zum Farmer und Direktor einer Aktien⸗ gesellschaft. Bald oben, bald unten. Nichts war lukrativ, nichts dauerte an. Meine Vorbildung war zu einseitig gewesen. Es ist traurig, daß man uns nur zu einem Beruf erzieht, und daß wir kopfüber gehen müssen, wenns da fehlschlägt. So gingen Jahrzehnte hin. Zuerst hatte ich immer noch die Idee, abzutragen, wollt? meinen alten Eltern die Freude machen, aber sie starben Beide, ohne daß ichs gekannt hätte, und da verlor ich die Lust. Nachher hatte ich Frau und Kinder zu er⸗ nähren. Vielleicht scheine ich Ihnen ein ziemlich gewitzter Mensch zu sein, aber drüben waren sie eben alle noch gewitzter. Da nahm ich die Ge⸗ legenheit wahr, als mein ältester Sohn sich gut verheiratete und ließ mir das Geld zur Ueber- fahrt geben. Du hast etwas gelernt, sagte ich mir, in Deutschland sind die Leute noch nicht soweit; wenn sie Dir auch in Amerika über sind, Du bist ihnen in Deutschland über. So kam ich her, mit dem festen Entschluß, so oder so mein Glück hier zu machen. In den Mitteln war ich nicht wählerisch, das ist wahr. Aber was hatte ich auch bisher von meinem Leben gehabt? Ich bin fünfund⸗ fünfzig Jahre alt geworden, ich will mein Dasein in Ruhe, ohne Sorge beschließen.“(Forts. folgt.)


