Ausgabe 
25.2.1897
 
Einzelbild herunterladen

faul,

des Nragoner Rr. 5,

itzil. tree 30 Pfg. 440

fers

logge

Kaiser Wilhelm J, rritz Reuter,Fran

1 EIL 2

Tageszelt.

Liqueure. q Ferbelatwurg

ir, Neuen Bine 12

ssachen und Ber, 1455 euheiten, lch Bett ung ale

lama Fel von g ll

von 8 bis 3 Uhr

N b bei der Altienbrauere.

wlichen terricht

erteilt

Schmidl,

dt 59 III.

Gießen, Donnerstag, den 25. Febrnar

Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.

Ausgabe

ullde

Gießen.

Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.

Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

75

5 0 Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 24. Februar. Sollen Eltern dem Lehrer vorgreifen? Es ist eine recht oft zu beobachtende Gewohnheit, daß Eltern, deren Kinder in noch nicht schulpflichtigem Alter stehen, diesen allerlei Kenntnisse beibringen, die erst die Schule lehren soll. Man findet Kinder von vier bis sechs Jahren, die ziemlich weit und richtig zählen, einfache Additions- und Sub⸗ traktionsexempel lösen, lange Gedichte aufsagen, ja selbst das Alphabet ganz oder teilweise nieder⸗ schreiben können. Selbstverständlich haben solche Eltern wenig oder gar kein Verständnis für Pädagogik. Es läßt sich also vorstellen, daß dasjenige, was den jungen Kindern, bloß um mit ihrerAufgewecktheit renommieren zu können, eingetrichtert wird und im Bekannten⸗ kreise Furore macht, keineswegs auch dem Lehrer gefällt. Im Gegenteil werden die weitaus meisten Lehrer erklären, es set ihnen das liebste, die Abe⸗Schützen in Bezug auf die Anfangsgründe der elementarsten Kenntnisse so dumm wie möglich zu erhalten. Sind doch Schüler, die ihren Mitschülern auffällig weit voraneilten, im reifen Leben gar zu oft recht mittelmäßige Menschen. Die kurze Zeit vor der Schul⸗ pflichtigkeit möge dem Kinde voll und ganz ge⸗ hören! Wozu ihm Lasten aufbürden, die das kleine Hirn unnötig austrengen, vielleicht ein gut Teil Denkfähigkeit absorbieren! Wollen Eltern der Schule in die Hände arbeiten, so mögen sie dem Kinde von Jugend auf eine ge⸗ sittete Sprache zur Lebensregel machen. Gerade darin wird ungeheuer viel gesündigt, während der Lehrer seine liebe Not hat, solche tief einge⸗ wurzelte 9 5 6 auszutreiben. Ein vier⸗ jähriger Knirps, dermir undmich richtig anzuwenden versteht, auch sonst nicht die deutsche Sprache nach seiner Muttersprache malträtiert an dem kann man seine Freude haben.

* Gießen, 24. Febr. Vor dem gestrigen Schöffengericht hatte sich der Student Holzhausen von hier wegen Beamten heleidigung zu verantworten. In der Nacht des 5. Dezember v. J. soll der Angeklagte zwei Schutzleuten gegenüber geäußert haben:Ja, wenn wir die Köpfe zerschlagen bekommen, die Fensterscheiben eingeworfen und Häuser ange⸗ zündet werden, dann ist kein Polyp zu sehen. Der Angeklagte hat sich auch geweigert, seinen Namen zu nennen. Der Gerichtshof verurteilte den noch unbestraften jungen Mann zu 20 l. Geldstrafe eventuell vier Tage Haft. In der Sache Jakob Nürnberg von Bersrod wegen vorsätzlicher Beschädigung des Ehrenkranzes, den der Gesangverein Sängerkranz-Bersrod angeblich beim Sänger⸗ fest in Climbach für seinenMeistersang er⸗ halten haben will, wird sodann verhandelt. Es wurde festgestellt, daß derMeistersang sowohl, als auch derEhrenkranz ein Märchen sei, daß es sich lediglich um einen alten, vertrockneten Eichenkranz handelt, aus dem der Amtsanwalt aber für den VereinSängerkranz einen Er⸗

innerungskranz machte und gegen den Uebel⸗ thäter, der dieses Heiligtum zerstört hat, eine Geldstrafe von 3 1 als Sühne in Vorschlag brachte. Demgemäß erkannte auch das Gericht.

* Gießen, 24. Febr. Die ersten 5 Waggon Schienen zum Bau der Bieberthalbahn sind auf der StationAbendstern ein⸗ getroffen. Weitere 15 Waggons sind unterwegs; ebenso sind die Schwellen zum Bahnbau bestellt, sodaß derselbe flott vor sich geht, sobald die Pläne allseitig Genehmigung gefunden.

* Gießen, 24. Febr. Man schreibt uns: Wie die Gießener Postbehörde einen Nachtwächter spart! Seit kurzem muß jede Nacht abwechselnd ein anderer Briefträger die Nachtwache übernehmen. Dagegen kann gewiß niemand etwas haben. Daß aber die Beamten gleich am nächsten Morgen wieder Briefe austragen müssen, dürfte doch der An strengung zu viel sein.

* Gießen, 24. Februar. Am vergangenen Sonntag Abend ereignete sich in Büdingen folgender Vorfall. Der von Gießen gebürtige Bäckergeselle Karl Berg war längere Zeit bet dem Kaufmaun und Bäcker Schreiber in Büdingen beschäftigt. Das Schreibersche Geschäft ging in letzter Zeit zurück, sodaß Berg seinen Lohn sehr unregelmäßig erhielt und schließlich von der genannten Firma ca. 200. zu verlangen hatte. Am letzten Sonntag verlangte Berg seinen Lohn, welchen er jedoch nicht erhielt. Nachdem er sich abends zu Bett begeben hatte, drang der Vater des Schreiber mit seinem Enkel in das Zimmer des Berg, überfielen denselben im Bette und brachten ihm 28 Messerstiche bei. Darauf⸗ hin erhängte sich der Vater des Schreiber, wäh⸗ rend sein Sohn verhaftet wurde. Berg wurde ins Krankenhaus verbracht. An seinem Auf⸗ kommen wird gezweifelt.

* Büdingen, 22. Februar. Freitag, den 26. Februar, nachmittags 1 Uhr, soll die Ge⸗ meindejagd zu Rinderbügen, zirka 500 Hektar Feld und Wald, auf weitere 6 Jahre auf dem dortigen Vürgermeisterei-Bureau ver⸗ pachtet werden. Die Jagdgrenze ist eine halbe Stunde von der Station Büdingen entfernt.

* Friedberg, 22. Febr. In der Windecker schen Brauerei brach heute Morgen gegen 3 Uhr Großfeuer aus, das in etwa drei Stunden die Faßhalle und das Gerstenmagazin mit 600 bis 700 Malter Gerste vollständig zer⸗ störte. Die Feuerwehr mußte ihre Thätigkeit auf den Schutz der benachbarten Gebäude be schränken. Der Schaden ist bedeutend, aber durch Versicherung gedeckt.

* Mainz, 23. Februar. Wie aus Berlin gemeldet wird, ist unter dem Vorsitz von Ober bürgermeister Becker(Köln) dort ein Verein der deutschen Festungsstädte zur Wahrung ihrer Interessen gegründet worden. In den Vorstand wurden gewählt die Vertreter von Köln, Königsberg, Mainz, Posen und Ulm. In dem Lagerschuppen den Agentur⸗Gebäudes der Niederländischen Dampfschiffahrts-Gesellschaft brach, lautFrankf. Ztg., gestern Nacht auf

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile

Expedition:

0 Kreuzplatz Nr. 4.

bis jetzt unaufgeklärte Weise Feuer aus, das erst gegen 7 Uhr früh entdeckt wurde. Die dort aufgestapelten Teppich-, Tuch- und Leinenballen sind vom Feuer zerstört. Der Schaden wird auf etwa 5000, geschätzt.

5 Worms, 23. Febr. Vor einigen Tagen wurde ein größeres Stück Ackerfeld im Liebenauer Felde zum Preise von 38 1 per Klafter verkauft. Der Spekulant hatte das⸗ selbe vor nicht langer Zeit zum Preise von 26 gekauft. Die Preise für die Bauplätze im Innern der Stadt steigen derart, daß pro Klafter 135150. erlöst werden. Die Bau⸗ thätigkeit scheint in diesem Jahre wieder recht beträchtlich zu werden, denn in vielen Bau⸗ quartieren sind die Vorarbeiten zu Neubauten schon in Angriff genommen.

Vermischtes.

DasMeteor von Brieg. Die Unter⸗ suchung des angeblichen Meteors, das in der Straße von Brieg am 11. Januar niedergegangen, hat das über⸗ raschende Ergebnis geliefert, daß es sich um einen ge⸗ meinen Ziegelstein handelt. Will man nicht gerade an⸗ nehmen, daß dies Kunstprodukt vom benachbarten Planeten Mars herrührt und die dortigen Bewohner, bei ihrer um viele Jahrtausende älteren Kultur, uns durch Mittel, die wir nicht besitzen, den Stein zugeschleudert haben, so bleibt nur die Annahme des irdischen Ursprungs übrig. Dafür haben die mit der Untersuchung beschäftigten Brieger bis⸗ her aber keinen bestimmten Anhalt gefunden. In einer Entfernung von hundert Meter vom Fallort liegt eine Zuckerfabrik, welche monatelang ununterbrochen arbeitet. Es ist vom physikalischen Standpunkt möglich, schreibt man aus Brieg,daß bei unvorsichtigem Schließen und Oeffnen der Feuerung in einem Fabrikschornstein eine Explosion von Gasen entsteht, ja dergleichen ist angeblich schon vorgekommen. Dabei könnte ein Ziegelstück des Schornsteins fortgeschleudert sein. Viel wahrscheinlicher aber ist es, daß der Stein aus dem oberen Stockwerk eines der benachbarten Häuser geworfen worden ist, nach⸗ dem er sich in glühendem Zustande im Innern eines Ofens losgelöst hatte. Natürlich ist der Nachweis der Thäterschaft gegen niemand zu führen; aber viele An⸗ zeichen lassen auf einen solchen Ursprung schließen.

Ein entführter Millionär. Die Geheim⸗ polizei von Montreal in Kanada macht sensationelle An⸗ gaben über die gewaltsame Entführung eines Millionärs und Großgrundbesitzers Namens Richardson durch ein Abenteurerpaar aus Newyork, das sich Herr und Frau Stanton nennt. Der Millionär soll aus dem Staate New⸗Hampshire nach Montreal geschleppt worden sein, wo die Stantons ihr Opfer wie in einem Gefängnis festgehalten, mit starken Opiaten fortwährend betäubt und in den wenigen Augenblicken, wo sie ihn zur Besinnung kommen ließen, gezwungen haben sollen, Cheques für große Summen zu unterzeichnen, die dann von den Menschenräubern in Bargeld umgesetzt worden sind. Als die Polizei zur Verhaftung der Stantons schreiten wollte, hatten sie sich mit ihrem Opfer bereits nach Eng⸗ land eingeschifft.

Der Raubmörder George Edward Butler, der in Australien nicht weniger als vierzehn Personen ermordet haben soll, ist bei seiner Landung in San Francisco dingfest gemacht worden. Er hatte sich nach seinem letzten Morde unter dem Namen seines Opfers, des Seekapitäns Lee Weller, als Matrose an⸗ werben lassen, um aus Australien wegzukommen. Butler

Angenommen. Humoreske von Graf Günther Rosenhagen. (Nachdruck verboten.) (Schluß.)

Auch heute Morgen hatte Ellen wieder einen Brief ihres Verlobten erhalten, sie hatte ihn achtlos auf den Schreibtisch geworfen, das Kouvert gar nicht erst geöffnet, was sollte der leere Briefbogen ihr auch sagen? a

Aber jetzt in ihrem Schmerz, da sie sich nach einem Zeichen von ihm sehnte, nahm sie das Schreiben wieder zur Hand und betrachtete die Aufschrift, die Züge seiner Hand mit einer Liebe und Wehmut, als wäre es das letzte Mal. Und war es nicht auch das letzte Mal, daß er an sie, wenn auch nur zum Schein geschrieben hatte? Heute noch wollte sie ihm schreiben, daß sie die Wette verloren, daß sie sich selbst für unwürdig erachte, fernerhin seine Braut zu sein. Würde er ihr antworten? nein, wozu auch? Ihr Entschluß war fest und unabänderlich, er kannte sie und ihren Charakter und wußte, daß sie durchführte was sie sich vorgenommen.

So war dieser Brief von ihm der letzte welch ein Unterschied zwischen dem ersten und dem letzten! Der erste liebeglühend, voll von Be teuerungen ewiger Liebe, unwandelbarer Treue, voll von Kosenamen und Schmeicheleien dieser weiter nichts als ein leeres Blatt!

Sie öffnete fast mechanisch das Kouvert, sie nahm den Bogen heraus, um einen wehmütigen Blick darauf zu werfen, aber plötzlich weiteten sich ihre Augen und in ihrem Innern jubelte es;

dieser Bogen war nicht leer, sie erkannte seine Handschrift, ach kein Mensch auf der ganzen weiten Welt schrieb so schön wie er. Sie trocknete die Thränen aus ihren Augen, sie führte das Schreiben an ihre Lippen und küßte seine Worte und dann las sie:

Meine liebe, kleine Ellen!

Auch dieses Mal hätte ich Dir wie schon so oft in der letzten Zeit ein weißes Blatt geschickt, wenn nicht gestern stärker als je die Erinnerung an Dich in mir wach geworden wäre, wenn nicht gestern die Sehnsucht nach Dir mich fost getötet hätte. Wie das kam, was dazu beitrug, gestern Dein Bild so vor meine Seele zu zaubern?

Wie Du, glaube ich, noch nicht weißt, bin ich Mitarbeiter einer hiesigen großen illustrierten Zeit schrist, für derenBriefkasten ich die täglich in ungezählter Menge einlaufenden medizinischen An fragen beantworte nach bestem Wissen und Können, aber fast nie zur Zufriedenheit der Frage steller. Ein zorniger Brief, den ich von einer ge kränkten Mutter erhalten hatte, führte mich gestern morgen auf die Redaktion, ich wollte um meine Entlassung bitten oder die Redaktion bewegen, der Briefschreiberin das Abonnement auf die Zeitschrift zu verbieten. Aber selbst bei schlechter Laune fand ich meinen Freund, den Redakteur, in noch viel schlechterer. Er saß zwischen einem Berg von Manuskripten und suchte und suchte nach irgend etwas, was er nicht fand. Eine ganze Weile sah ich seinem Treiben zu dann bat ich:Geben Sie es auf, Sie finden es ja doch nicht machen Sie jetzt die Frühstückspause und lassen Sie uns

drüben in der Weinstube den Aerger mit den Austern zusammen herunterschlucken.

Aber er wehrte es ab:Es geht nicht, lieber Freund, gab er zur Antwort,ich suche ein Manuskript, deren Verfasser natürlich einesie telegraphisch um Antwort gebeten hat, gleichsam als wenn wir armen Redakteure weiter nichts zu thun hätten als Manufkripte zu lesen.

Er suchte weiter und weiter und endlich hatte er die Arbeit gefunden. Er durchflog das Begleit schreiben und reichte es mir, während er sich selbst an das Manufkript machte, mit den Worten:Na, lesen Sie mal so etwas ist mir denn doch noch nicht vorgekommen.

Ich las und was ich las, war unsere Ge schichte:Ein junges Mädchen hat sich mit ihrem Verlobten gezankt, sie hat mit ihm gewettet, daß sie imstande sei, Geld zu verdienen, sie schriftstellert und fleht den Redakteur an, die Arbeit zu behalten und ihr zu einem Gewinne der Wette zu verhelfen.

Bei jedem Wort des Briefes mußte ich an Dich denken, derselbe Trotz, derselbe Eigensinn, aber auch dieselbe Liebe, dieselbe Treue und Anhänglichkeit sprach aus jedem Wort. Den Brief hättest Du geschrieben haben können, und so interessierte mich das Schicksal der Schreiberin wie Dein eigenes.

Nun? fragte ich gespannt meinen Freund, als er das Manuskript beiseite legte.

Abgelehnt, gab er zur Antwort und setzte hinzu:Unreif in Form und Gedanken tausend⸗ mal besser als tausend andere Erstlingsarbeiten, aber doch noch nicht druckreif.

Da erfaßte mich mit der Briefschreiberin gren⸗

pflegte Leute, die im Besitze von größeren Geldsummen waren, nach dem Innern von Australien zu locken, um ihnen behilflich zu sein, ihr Geld in gut rentierenden Bergwerken anzulegen. Wenn es ihm gelungen war, sich in das Vertrauen seiner Opfer einzuschleichen, ermordete er sie und bemächtigte sich ihres Geldes.

Briefkasten.

Niederweimar. Für Stücke der Hess. Lubwigs⸗ bahn erhalten Sie 200 4 3% Preußen, 500 4 3% Hessen und 41, bar. Zinsen laufen vom 1. Januar. Ein weiteres für Dividende haben Sie nicht zu bean⸗ spruchen. Betreffs Ihrer weiteren Anfrage verweisen wir Sie an ein Bankhaus. Es giebt dafür keine Norm. Es kommt dabei auch darauf an, ob Sie Käufer oder Ver⸗ käufer sind.

Neueste Telegramme.

Hd. Berlin, 24. Februar. DerNat.⸗Ztg. zufolge würde sich Deutschland an einem Ulti⸗ matum, worin von Griechenland die Räumung Kretas binnen 24 Stunden verlangt wird, nicht beteiligen, weil es in Athen durch seinen Vertreter vorher bereits erklären ließ, in der kretensischen Angelegenheit zunächst von dem diplomatischen Verkehr mit der Regierung in Athen Abstand zu nehmen.

Hd. Berlin, 24. Februar. Gegen Ende der Woche wird sich der Reichstag wahr⸗ scheinlich auf einige Zeit vertagen, 1 7 im Plenum an Arbeitsmaterial fehlt.

Hd. Rom, 24. Febr. Die Mächte werden Griechenland ihren Entschluß hinsichtlich Kreta in einer Kollektiv⸗Note mitteilen. Die Vermittelung Italiens und Frankreichs beim König Georg dürfte wahrscheinlich von Erfolg begleitet sein.

Hd. Kandia, 24. Februar. Die Wasser⸗ leitungen hierher wurden zerstört. Die türkischen Truppen marschieren heute mit Kanonen gegen Archanas um diese Leitungen wieder herzustellen, da sonst eine Epi⸗ demie in Kandia zu befürchten ist. Gegen⸗ wärtig lagern 20000 Insurgeuten bei Kandta. Die türkischen, nach Kanega bestimmten Truppen wurden wieder ausgeschifft.

Die Age

Hd. Belgrad, 24. Februar. nisse im Orient beschäftigen hier alle Kreise. Sollte Serbien durch die Umstände in Mace⸗ donien gezwungen werden, sich in Macedonien oder Alt-Serbien zu engagieren, so wird sich Ex⸗ könig Milan dem Kriegs minister zur Verfügung stellen.

Hd. Athen, 24. Febr. Die griechischen Truppen haben ihre Stellung bei Platania aus Besorgnis vor einer Beschießung seitens der fremden Schiffe verlassen und das Fort Castelli in Brand gesteckt. Die Aufregung unter der Bevölkerung ist dauernd im Wachsen. Die Gesandtschaften sind auch jetzt noch polizeilich stark besetzt, besonders die Deutsche, gegen welche bereits wiederholt Demonstrationen versucht wurden.

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen

zenloses Mitleid:Arme Braut armer Ver⸗ lobter, murmelte ich vor mich hin. Ich versuchte, meinen Freund durch Bitten zu einer Annahme der Arbeit zu bewegen, das Bitten wurde mir leicht, denn mir war, als bäte ich für Dich aber alles war vergebens, immer erhielt ich die Antwort Abgelehnt.

Und immer mußte ich denken:wie traurig, wie unglücklich würde Ellen sein, wenn auch sie vielleicht auf alle Anerbietungen stets einAbge⸗ lehnt erhiekte, wenn dieses eine Wort auch ihre Zukunft, ihr Lebensglück vernichten sollte!

Drei Tage noch, dann ist die Frist, die Du Dir gesteckt, abgelaufen warte den letzten Tag, der Dir vielleicht eine bittere Enttäuschung giebt, nicht ab erkläre Dich nicht für besiegt, gieb aber die Wette auf, laß sie unentschieden bleiben, begnüge Dich mit der Hoffnung und dem Trost, daß es Dir vielleicht in den nächsten drei Tagen gelungen wäre, zu gewinnen.

Laß die Liebe siegen über Deinen Trotz, und wenn Du mich noch liebst, wie ich Dich grenzen⸗ los und schrankenlos, so prüfe meinen Vorschlag.

Und Deine Antwort an mich seiAbgelehnt

oderAngenommen. Das eine ist Leben, das andere ist der Tod. Wie wird die Antwort lauten?

Sie zögerte nicht, sie prüfte sich und ihr Herz erst nicht hatte es doch nie aufgehört, für den Geliebten zu schlagen mit zitternden Händen nahm sie ein Blatt Papier und schrieb das eine Wort, das sie vergebens erhofft und erfleht hatte; Angenommen.

ůßů˖

en

*