Ausgabe 
23.6.1897
 
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Nr. 144

Gießen, Mittwoch, den 23. Juni

1897.

Poftztg, Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Ausgabe

sche Landeszeitun

Gießen.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Medaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

. 5 4. r 2 Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 22. Juni. Nur reife Beeren kaufen! Es rückt die Zeit der Beeren-Obst⸗ Ernte heran. Möchten die Betreffenden recht zeitig gemahnt werden, die Erdbeeren usw. erst lichtig reifen zu lassen, ehe sie dieselben pflücken! Unausgereifte Früchte, gleichviel ob Beeren oder Kernobst, sind durchaus unvollwertig, weil noch der so wichtigen Nährsalze entbehrend, deren blutbildende Kraft nur in der voll ausgereiften Frucht zu finden! Und dieser Reifeprozeß ist, speziell bei Beerenobst, niemals durch etwaiges im KellerNachreifen lassen wollen zu ergänzen! Kaum teilweise gerötet, werden aber die Beeren abgepflückt und zum Verkauf gebracht! Möchten unsere Hausfrauen derartige unvoll lommen gereifte Beeren entrüstet zurückweisen, da sie damit unserm blutarmen, nährsalzhungrigen Geschlecht nichtsBlutbildendes vorsetzen, son dern viel eher noch auch bei vorsichtigster Zu bereitung, Magen⸗ und Darmkatarrh veranlassen! Gewiß muß die richtig reife Beere sorgsamer gepflückt werden, doch einsichtsvolle und nicht am ünrechten Platze sparende Hausfrauen werden gerne für eine tadellose und gesunde Frucht ein paar Pfennige pro Liter mehr bezahlen! Die Hauptsache ist und bleibt: Nur reifes Obst kann und wird gesundheitlich nützen.

* Gießen, 22. Juni. Aus dem Staats⸗ budget 1897/1900. In dem Etat der Ver⸗ waltungskosten der direkten Steuern und in direkten Auflagen, der mit 1 154 820. 50 abschließt, sind verschiedene Stellen neu in Zugang gebracht, so 1 Ober⸗Einnehmereiassistentenstelle zu Mainz, 2 Steuerkommissariatsstellen behufs Entlastung der Steuerkommissariate Mainz und Darmstadt, 2 Revisionskontrolleurstellen wegen Errichtung besonderer Zollabfertigungsstellen an den Bahnhöfen zu Offenbach und Worms, 1 Hauptsteuerassistentenstelle wegen der Zoll abfertigungen in den Petroleumtanklagern zu Mainz den Gehalt haben die Lagerinhaber der Staatskasse wieder zu ersetzen, 1 Diener⸗ stelle wegen der neuen Zollabfertigungsstelle zu Bahnhof Offenbach und 1 Assistentenstelle am Erbschaftssteueramt.

Infolge des Ersuchens der beiden Kammern der Stände, die Dienstunkostenvergütungen der Distriktseinnehmer künftighin derart zu bemessen, daß dieselben neben dem Aufwand für das Bureaulokal und für das Bureaupersonal auch tine vollständige Entschädigung für die Auslagen an Zehrungs⸗, Transport- und Begleitungskosten hei den auswärtigen Erhebungen gewähren, haben genaue Ermittelungen in dieser Hinsicht statt⸗ gefunden. Dieselben führten zu dem Ergebnis, haß zu dem gedachten Zweck 41 300 l. jährlich

exforderlich seien und wurde dieser Betrag, der

hen bisher für Dienstunkostenvergütungen be⸗ billigten um 16 800. übersteigt, in das Budget eingestellt.

Auch dem von den Ständen weiter aus⸗ gesprochenen Wunsch, den Steueraufsehern die bei auswärtigen Dienstgeschäften erwachsenden unumgänglichen Auslagen zu ersetzen, soll ent sprochen werden, Nach den angestellten Ermitte⸗ lungen wären hierfür 9000& vorzusehen, die in das Budget eingestellt wurden. Die Festsetzung der Normen, nach welchen die Vergütungen an die einzelnen Aufseher zu erfolgen haben, soll der Verwaltungsbehörde überlassen bleiben.

Gießen, 21. Juni. Für die Mitglieder des hessischen Pfarrvereins ist auf den 15. und 16. Juli, eine Konferenz im HotelZum Hirsch zu Grünberg anberaumt. Von den auf der Tagesordnung stehenden Beratungen ist zu er wähnen der Vortrag über dasLadungsrecht der Geistlichen.

*Queckborn, 20. Juni. Am kommenden Sonntag findet hierorts das Kriegerfest des Bezirksvereins Grünberg statt, zu welchem sich schon eine beträchtliche Anzahl auswärtiger Vereine angemeldet hat. Mit demselben wird gleichzeitig die Fahnenweihe des hiesigen Kriegervereins verbunden. Die Voll be reitungen zum würdigen Empfange der fremden Gäste sind im vollsten Gange.

* Grünberg, 21. Juni. Morgen erhält unser Ort die erste diesjährige Einquartierung, bestehend aus einer Batterie und dem Ab teilungsstab vom 11. Feld⸗Artillerie-Regiment aus Kassel. Dieselben befinden sich auf dem Rückmarsche vom Griesheimer Schießplatze.

* Renzendorf, 21. Juni. Der um 2 Uhr 16 Minuten von Gießen abgehende Schnell- zug entgleiste auf der hiesigen Bahnstation infolge ungenügender Weichenstellung. Zwei Passagiere wurden verletzt; davon Dr. Weiß gerber aus Lauterbach schwer. Zwei Wagen wurden stark beschädigt. Infolge des Eisenbahn⸗ unfalls trat eine unerhebliche Verkehrsstockung ein. Von Gießen wurde eine Hilfsmaschine mit Hilfspersonal requiriert. Der Güterzug Nr. 203 hatte eine Verspätung von nahezu einer Stunde.

* Lauter, 21. Juni. Der Zuchtviehhof auf der bei unserem Dorfe belegenen Bingmühle hat wiederum einen erfreulichen Erfolg zu ver zeichnen. Für die auf der gegenwärtig stattsin⸗ denden Ausstellung der Deutschen Landwirt⸗ schafts-Gesellschaft zu Hamburg ausgestellten Tiere Vogelsberger Rasse wurden dem Besitzer, Herrn Julius Zimmer, neun Preise zuer⸗ kannt, darunter drei erste und zwei zweite. Diese, sowie die verschiedenen Auszeichnungen, welche der Besitzer bereits auf früheren Aus⸗ stellungen, wie zu Magdeburg, Köln u. a. er⸗ hielt, beweisen, welche Sorgfalt und Mühe Herr Zimmer auf die Rindviehzucht verwendet.

* Bad Nauheim, 21. Juni. Vom 11. bis 17. Juni sind 1216 Fremde angemeldet worden, per Tag 174 Personen. Mit den 5690 Fremden der vorigen Kurliste ergiebt dies eine Gesamt⸗ frequenz von 6906 Personen. In der ent⸗

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Bspaltige Petttzelle.

sprechenden Woche des Vorjahres sind 930 Fremde angemeldet worden. Das Plus an Fremden in 1897 berechnet sich auf 1216 Per⸗ sonen. Vom 12. bis 18. Juni 1896 sind 12586 Bäder gefertigt worden, also per Tag durch schnittlich 1798 Bäder, 98 weniger als per Tag dieser Woche in 1897. Am 15. Juni wurden

2049 Bäder verabfolgt. Am 18. Juni 1896 waren anwesend 3748, am 17. Juni 1897 3811 Personen.

*Altenhain(Oberhessen), 17. Juni.

Herrn Karl Rahn, Sohn des Großh. Bürger- meisters hier, flog dieser Tage eine fahle Brieftaube mit roten Schnüren zu. Dieselbe ist folgendermaßen gezeichnet: Am rechten Fuße hat sie einen Ring mit dem Zeichen 13 W. Robert 95. Am linken Fuße einen Ring mit 13. 371. W. Auf den Schwanz⸗ federn befinden sich mehrere ziemlich ver wischte Stempel, welche ein Wappen(Adler) darstellen. Vielleicht dient diese Notiz zur Er⸗ mittelung des Eigentümers.

* Reichelsheim i. d. W., 21. Juni. Die hiesige Molkerei, e. G. m. u. H., schloß im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 12700 Ge⸗ winn ab und hatte am 1. Januar 1897 bereits 332 Mitglieder. Die landwirtschaftliche Haushaltungsschule in Lindheim be⸗ ginnt am 1. Juli ihren zweiten diesjährigen Kursus. Die Anstalt, die unter Oberaufsicht des Herrn Geh. Regierungsrat Klietsch zu Büdingen und eines Lokalkomitees steht, hat die Aufgabe, Mädchen zur Führung einer wohlge ordneten bürgerlichen Haushaltung vorzubereiten. Das Institut wird von einer Vorsteherin und einer Assistentin geleitet; außerdem wirken noch zwei Lehrer in den landwirtschaftlichen und Fortbildungsfächern, Gesangspflege ꝛc. mit.

* Vom Odenwald, 21. Juni. Die letzten Tage haben den Anfang der Heidelbeerernte gebracht. Die vorerst in geringer Zahl vorkom⸗ menden reifen Beeren werden gepflückt und pro Pfund für 15 Pfg. abgegeben, doch werden bei günstiger Witterung schon die nächsten Tage die Preise herabmindern. Bis aber eigentliche Ernte da ist, und mit ihr die Heidelbeer ferien beginnen, dürften noch etwa 14 Tage ver

fließen.

* Nidda, 21. Juni. Die Heuernte ist bei uns in vollem Gange. Sie fällt so reichlich aus, daß die Leute nicht im Stande sind, die Ge maden mit dem Rechen auseinanderzuwerfen, sondern sich der Heugabeln bedienen müssen. Trotzdem ist das Gras der fiskalischen, wie der städtischen Wiesen, hoch im Preise gekommen, besonders das der ersteren, wo mitunter ein Morgen auf 40 kam. Die von anderen Orten gemeldete unverhältnismäßige Länge der Kornhalme trifft auch hier zu; seit Jahren ist das Korn so hoch nicht gewesen. Auch die Kartoffeln stehen prächtig. Das Kern⸗ obst ist durch Abfall in den letzten heißen Tagen

Komödie.

Von Fritz Anders. (Nachdruck verboten). 1 Erinnert sich der verehrte Leser eines kleinen lehlköpfigen würdevollen Herrn, der, eine große soldene Brille auf der Nase, den gekrümmten Finger later die Nase gelegt, das Haupt sinnend gesenkt, dem Berichte des Vortragenden volle Aufmerksam

bit schenkt, stets applaudiert und stets redet und

ale zur Verteilung gelangenden Schriftstücke mit oßer Sorgfalt sammelt? Wenn der geneigte Leser um eben beschriebenen Herrn auf einem der vielen lterarischen, historischen, kulturgeschichtlichen, anthro ologischen, urgesch ichtlichen und ähnlichen Kon Fessen noch nicht begegnet sein sollte, so liegt es vohl an ihm, weil er selbst nicht dort gewesen ist. serr Doktor Krimper fehlt dort nie, denn er hat teselbst sowohl sein eigenes Interesse zu bethätigen, as auch das Fürstenlum Karlstadt⸗Möhringen zu Urtreten, woselbst er als fürstlicher Bibliothekar und Landeskonservator angestellt ist. Er ist ein heraus unterrichteter Herr. Er schreibt, korre sondiert und debattiert über alles, was es auf (eden giebt. Er ist ein ausgezeichneter Kenner der ergangenheit des Fürstentums und weiß unter ben alten Glocken-Inschriften und Feldmarken nes Landes Bescheid. Er ist eine literarische lutorität; es hat ja auch niemand so viel Bücher ter sich als er. Nachdem er das Grab Samuel soses, eines vergessenen Dichters des siebzehnten

uhrhunderts auf dem Armenkirchhofe zu Karlstadt

eadeckt hatte, stieg sein Ansehen zu dem einer litte zrischen Größe. Hatte er doch das Geld zu einem

Denkmal für den Karlstädter Dichter zusammenge bracht, und hatte er doch die Lebensgeschichte und kritische Sammlung der Dichtungen Roses heraus gegeben, ein Werk, das den Herausgeber in bestem Lichte erscheinen ließ Daß er für diese Verdienste mit dem Sperberorden und dem Hofratstitel be lohnt wurde, ist selbstverständlich und möge nur nebenbei erwähnt werden.

Aber das Hauptwerk seines Lebens lag noch unvollendet vor ihm. Es war der Wiederaufbau der Ruine der Rickenburg bei Bad Schlammhausen. Wer ununterrichtet diese Ruine betrachtete, hätte sie vielleicht für einen wertlosen Steinhaufen gehalten, einem Kenner wie Krimper offenbarte sich die hohe geschichtliche Bedentung dieses Steinhaufens. Hier hatte Johann der Unverständige seine dritte Ge mahlin verstoßen. Hier hatte Kaiser Ruprecht von der Pfalz Hof gehalten, als er der Gemeinde Klein Schippelsdorf das Lehen über 18 Hufen Wald und eine saure Wiese bestätigte. Hier war Luther auf seiner Reise nach Rom vorübergezogen, von hier aus konnte man die Schwedenlinde sehen, unter der einst Gustav Adolf gefrühstückt hatte. Da aber Johann der Unverständige durch seine zweite Frau mit dem Wettiner Fürstenhause verwandt war, so konnte man die Rickenburg unter die Stamm schlösser dieses Hauses rechnen. Es unterlag Krimper keinem Zweifel, daß die Burg wieder auf gebaut oder mindestens vor gänzlichem Verfalle bewahrt werden müsse. Er betrachtete es als eine Ehren⸗ schuld des deutschen Volkes seiner Vergangenheit gegenüber, die Zeugen einstiger Herrlichkeit durch treue Pflege zu ehren. Mindestens mußte das Haupthaus der Rickenburg unter, Dach gebracht werden. Man konnte ja auch eine Restauration

hineinlegen.

Nachdem Dr. Krimper in Sachen der Ricken burg drei Vorträge gehalten, zehn Aufsätze ge schrieben, zwanzig Besuche gemacht und fünfzig Briefe an reiche und vornehme Herrschaften geschickt hatte, hatte er soviel Geld zusammen, daß er mit den Vorarbeiten beginnen konnte. Die schönen Herbsttage waren günstig, und so verlegte Krimper sein Hauptquartier nach Schlammhausen. Jeden Morgen zog er mit einigen Arbeitern nach der Ruine, und während diese zwischen den Trümmern herumpickten, saß er seitwärts auf einem Steine unter einem Dornbusche in strenger Gedanken-Arbeit, indem er erwog, wer demnächst zu den Kosten herangezogen werden könne, und wie es möglich sein werde, den König von Sachsen als Wettiner für den Bau zu interessieren, wie der Aufbau zu gestalten sein, und wie sich die Sache, in Holz schnitt abgebildet, in der Illustrierten Zeitung aus

nehmen werde. Des Mittags pflegte er nach Schlammhausen hinabzugehen und im Kurhause zu essen.

Als Hofrat und Mann von Bedeutung nahm er an der Wirtstafel den Ehrenplatz oben quervor ein. Im übrigen war die Tafel ziemlich leer. auch an dem Tage, an dem unsere Geschichte be ginnt. Ein paar Nachzügler von Sommergästen suchten sich ohne rechten Erfolg wichtig zu machen, und ein paar Handlungsreisende überhörten sich die verschiedenen Gasthäuser der verschiedenen von ihnen besuchten Plätze. Die Suppe war bereits aufge tragen, als ein kleiner beweglicher Herr von zweifel haftem Alter, aber mit unzweifelhafter, blank ge bürsteter Perrücke im Hintergrunde erschien. Er fing sich den Oberkellner ein und erörterte mit ihm etwas unter lebhaften Armbewegungen. Darauf kam er in großem Bogen angesegelt, um sich auf

Do

Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

etwas reduziert worden.

Von seltener Schön⸗ heit sind hier in diesem Jahre wieder die Rosen; sie bilden in den Vorgärten unserer Neubauten

eine wahre Zierde.(D. Z.)

* Nidda, 20. Juni. Dem Vernehmen nach werden durch die Eröffnung der Bahn Friedberg Nidda, wodurch Nidda nun⸗ mehr zum Knotenpunkt der Bahnen wird, eine Anzahl Beamten der Bahn ihren ständigen Wohnsitz hier bekommen. Eine sehr dankens⸗ werte Anordnung für die Schulen unserer Stadt ist von der Behörde getroffen worden. Während sonst nur viermal im Jahre die Schulsäle mit Wasser gereinigt, sonst nur ge⸗ kehrt wurden, werden dieselben jetzt zweimal in der Woche naß aufgezogen, ebenso alle Bänke usw. mit einem feuchten Tuche abgerieben. Lehrer und Schüler sind für diese Anordnung sehr dankbar.

Offenbach, 21. Juni. Einem hiesigen, in der Frankfurterstraße wohnenden Jagdlieb⸗ haber wurden kürzlich zwei wertvolle Reh⸗ felle gestohlen. Die Felle rührten von schönen Rehböcken her, und die Köpfe trugen schönes gabeliges Geweih. Sie hingen im Garten der Villa, die von allen Seiten eingezäumt ist, und wurden am hellen Tage in der Mittagszeit ge⸗ 5 0 5 Von dem Thäter hat man noch keine pur.

* Mainz, 21. Juni. Heute Nachmittag fand in dem Hause Schöfferstraße Nr 7 eine Gasexplosion statt. Ein Arbeiter, der mit einem brennenden Zündhölzchen in den betr. Raum trat, veranlaßte die Explosion, wodurch er selbst schwer verbrannt wurde. Auch der Eigentümer des Hauses trug Brandwunden davon. Der materielle Schaden an dem Hause ist eben⸗ falls bedeutend.

* Mainz, 21. Juni. Die süddeutsche Eisen⸗ bahngesellschaft hat der Stadt Mainz das Pro⸗ jekt und die Pläne zur Umwandlung des Mainzer Pferdebahn betriebs in elekt- rischen Straßenbahnbetrieb eingereicht. Das Projekt beruht auf Oberleitungsbetrieb.

* Mainz, 21. Juni. In Sachen der auf unbestimmte Zeit vertagten Gartenbau Ausstellung wird mitgeteilt, daß die Be⸗ dingungen, die die städtische Deputation wegen Ueberlassung derNeuen Anlage dem Vorstande des Gartenbauvereins gestellt hatte, nicht so schwierig gewesen seien, als daß dadurch der Gartenbauverein auf die Abhaltung der Aus⸗ stellung hätte verzichten müssen. 3 müßten daher andere Gründe maßgebend gewesen sein, die eine Verschiebung der Ausstellung not⸗ wendig machten.

* Mainz, 21. Juni. Einem soeben er⸗ schienenen Bericht des Herrn Direktor Linden⸗ schmit über die Neuerwerbungen für unser römisch⸗-germanisches Centralmuseum ist zu entnehmen, daß die Vermehrung im abge⸗ laufenen Jahre sich auf 440 Nummern Nea

ä

den leeren Platz neben Krimper unter vornehmlichem Räuspern niederzulassen.

Er hätte sich vorstellen müssen, wozu ja ein paar unverständliche Laute hingereicht hätten; aber er versäumte den passenden Augenblick, und so saßen die beiden Herren neben einander stumm und fremd, und das war fatal und lag gar nicht in der Absicht des kleinen Herrn. Er strich sich über den Bart, räusperte fich vernehmlich, sah auf seinen Teller und dann in die äußerste Ecke des Saales und schwieg. Nach einiger Zeit legte er entschieden Messer und Gabel nieder, griff in die Brusttasche, als wollte er dort etwas locker machen und sagte immer noch nichts. Krimper, erfüllt von seiner Aufgabe, dem Aufbaue der Rickenburg, sagte auch nichts. Der kleine Herr räusperte sich abermals, und da Hofrat Krimper gerade zu ihm hinsah, faßte er sich Mut und brach den Bann. Ent⸗ schuldigen Sie, mein Herr, begann er, es ist doch für diese Jahreszeit ausnehmend schönes Wetter.

Krimper konnte es nicht leugnen.

Ich rede vom Wetter, fuhr der kleine Herr er⸗ rötend fort, und wollte eigentlich etwas ganz anderes sagen. Aber es ist doch Thatsache, daß die Wetter- frage die Brücke ist, die die verschiedensten Menschen verbindet. Nehmen wir an, Sie seien Eugen Richter und ich Ahlwardt, vom Wetter könnten wir immer noch zusammen reden. Unter dem Wetter stehen wir alle. Bedenken Sie auch die enorme Wichtig⸗ keit, die unter Umständen ein einziger Schnupfen hat. Auch Könige haben den Schnupfen.

Krimper war durchaus derselben Ansicht. Fortsetzung folat.)