Ausgabe 
23.2.1897
 
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Gießen, Dienstag, den 23. Febrnar

1897.

Posiztg. Nr. 3239 a. Telephon ⸗Nr. 112.

Hessische

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Ausgabe Gießen.

Postztg. Nr. 3239. Telephon⸗Nr. 112.

Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

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Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 22. Februar. Nach dem Bericht der Verwaltung der Unterstützungskasse der hessischen Landesirrenanstalten über das abgelaufene Rechnungsjahr ist die Zahl der Geber in den letzten zehn Jahren von 9000 auf 27000 gestiegen, im letzten Jahr betrug sie 2466. Die beiden Anstalten Heppenheim 5 Hofheim

nd überfüllt, viele Kranken harren noch der ufnahme. Auch die bauliche Erweiterung von ofheim wird dem Uebelstand nicht abhelfen. ie Gesamteinnahme der Unterstützungskasse be⸗ trug 23706, die Gesamtausgabe 20 952. Das Vermögen beläuft sich mit dem vorjährigen Ueberschuß auf 57477 A.

* Gießen, 22. Februar. Der Landes⸗

Pferde⸗Zuchtverein wird am 7. März im

hotelPrinz Karl hierselbst eine Ver ammlung halten, in welcher der praktische en Seiderer einen Vortrag halten wird.

* Gießen, 22. Febr. Endlich ein Konzert, wobei der Humor des Faschings zu seinem

chte kommen soll. Herrn Stein ist es ge⸗ lückt, für Ende dieser Woche die Hofgeismarer

ragoner⸗Kapelle zu einem Konzert zu engagieren. Diese, in ihren 05 berühmte Kapelle, bringt den Mimiker Gotthard Rococko⸗ Rogge mit, welchem ein Teil des Programms übertragen ist. Eine besondere Spezialität dieses Künstlers, worin er unerreicht dastehen soll, sind Verwandlungen bei offener Szene. Es steht zu erwarten, daß Steins Saalbau bei dieser nicht alltäglichen Veranstaltung gefüllt sein wird.

* Gießen, 22. Februar. Der am Samsta Abend im Café Leib stattgefundene Maskenba des GesangvereinsConcordia war gut besucht. Die an und Gruppentänze wurden 9 ausgeführt und brachten den Dar⸗

n reichen Beifall. Der darauf folgende Ball hielt die Teilnehmer bis zum frühen Morgen beisammen. Am gestrigen Abend versammelte sich der Bauersche Gesang⸗ Verein mit seinen zahlreichen Gästen im Leib⸗ schen Saale bei seinem nicht minder großartig verlaufenen Maskenball. Unter den Gruppen⸗ und sonstigen Aufführungen auch nur eine be⸗ sonders hervorzuheben, wäre zwecklos, denn alles was geboten wurde, verdiente reichen Beifall. Auch hier hielt der Tanz die Teilnehmer lange beisammen.

Gießen, 22. Februar. Die zum Sams⸗ tag Abend im HotelRestaurant zum Einhorn einberufene öffentliche Versammlung des Natiounalliberalen Vereins in der der Generalsekretär Patzig⸗Berlin sprach, war von chin 0 Personen besucht, welche mit ver⸗ chwindender Ausnahme Anhänger der national⸗ liberalen Partei waren. Herr Patzig schilderte Z

von seinem parteipolitischen Standpunkte aus die Entwicklung der Dinge seit Gründung des Reiches. Die Landtagswahl in Hessen und die Reichstagswahl in Oberhessen habeerwiesen, wieverfahren die Verhältnisse seien. Man müsse zugestehen, daß ein großer Teil der Be⸗ völkerung politisch nicht mehr mitthun will. Das angewandte Rezept, die Neubildung von Parteien, sei kein Mittel um darin Wandel zu schaffen. Herr Pfarrer Naumann sagt, der Staat müsse die Verteilung des Unternehmer gewinnes zu Gunsten der Arbeiter gesetzlich regeln. Ein Mittel, wie dieses zu machen sei, giebt er aber nicht an. Die Nationalen glauben durch Gewährung der Caoalitionsfreiheit dafür gesorgt zu haben, daß die Frage der Arbeits⸗ löhne den beteiligten Faktoren selbst zu lösen überlassen bleibt. Die Agitation der National⸗ Sozialen sei durchaus nicht dazu angethan, den Sozialisten den Boden abzugraben, oder diese ins Nationale überzuführen, das Gegenteil sei der Fall. Alles was in den letzten 25 Jahren 0 Gunsten der Arbeiter gethan, soll nicht wahr ein, Herr Naumann spricht von der Hartherzig⸗ keit der Arbeitgeber und bezieht sich darauf, daß hier und da gedrückte Verhältnisse beständen. Redner tadelt Naumanns Sympathie und dessen Sammlung für die streikenden Hafenarbeiter, er stellt sich auf Seiten der Rheder. Der Fall sei typisch, wie Herr Naumann bei Lohnkämpfen verfahren will. Redner tadelt auch das Auf⸗ treten Naumanns beim christlichen Bergarbeiter kongreß. Redner gestand zu, daß seine Partei augenblicklich in der Depression sich befindet, aber es werden andere Zeiten kommen und die bürgerliche Gesellschaft wird sich wieder ermannen, um die nationalen Güter zu schützen. In der Debatte an der die Prof. Onken u. Schwarz teilnahmen, wurde die Frage erwogen, ob es kein Mittel gebe, die Arbeiter in das nationale Lager hinüber zu ziehen. Ein Dr. Johannes empfahl die Arbeiter zu sammeln, sobald sie vom Militär kommen in den Krieger-, Turn⸗ und Gesangvereinen und bei festlichen Anlässen durch patriotische Reden seitens der nationalliberalen Arbeitgeber auf dieselben zu wirken. Es wird den Nationalliberalen nichts mehr auf die Beinen helfen. Sie haben gründlich abge⸗ wirtschaftet. Und das ist gut.

* Gießen, 22. Februar. Einen für alle Radfahrer prinzipiell wichtigen Prozeß er⸗ ledigte soeben das Kammergericht in Berlin. Der Geh. Ober⸗Regierungsrat Lieber war im Sommer auf einer Chaussee im Grunewald bei Berlin spazieren gegangen, welche in der Mitte schmutzig und nur an der Seite trocken war. Der trockene Streifen wurde namentlich von zahlreichen Radfahrern benutzt; nachdem Herr Lieber gegen 40 Mal den klingelnden Radlern

Ihre erste Liebe.

Novelle von E. von Bischdorf. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Wenn Du denn durchaus segeln willst, dann werde ich jedenfalls zuhause bleiben, entgegnete er höhnisch,eine Wasserfahrt mit Dir ist denn doch ein Vergnügen gar zu eigener Art.

Ganz wie es Dir beliebt, gab sie ihm spitzig zurück.

Gewiß hätte das Wortgefecht noch eine ganze Weile fortgedauert, wenn Lossen nicht Reginens kalt musternde Blicke bemerkt hätte, die ihm plötzlich klar machten, daß dieses nicht der rechte Weg sei, ihre Hochachtung zurückzuerobern. Sie war in der That empört. Wie konnte er sich so weit ver⸗ gessen, öffentlich in diesem Tone mit der Frau zu zanken, die seinen Namen trug, von deren Ver⸗ mögen er doch lebte!

Heftige Szenen zwischen den Eltern machen den traurigsten, unverwischbarsten Eindruck auf ein Kindergemüt; vor nichts sollte man ein solches ängstlicher hüten, hatte Felix einmal bei einer ähnlichen Gelegenheit geäußert. Damals schenkte Regine jenen Worten wenig Beachtung; heute be griff sie dieselben in ihrer vollen Bedeutung.

Langsam und allmählich begann in ihr eine Ahnung aufzudämmern, überraschend, beglückend, beschämend; nämlich die Erkenntnis, daß sie mit ihtem Gatten innerlich stets mehr gemein gehabt,

mit Lossen. Ach, Felix war eben nur zu gut, zu zart mit ihr gewesen; sie hatte so viel Nachsicht nicht verdient. Voll Reue wandte sie den Kopf zur Seite, um die aufsteigenden Thränen zu ver⸗

en.

Lothar suchte indessen seinen Aerger zu meistern und vertiefte sich in ein Gespräch mit Baron

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petttzeile.

Expebition: Kreuzplatz Nr. 4.

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und wich nicht mehr aus, als ein Radfahrer St. klingelnd angefahren kam; infolgedessen wurde er angefahren, aber nicht weiter verletzt. Herr Lieber stellte den Namen des Radfahrers fest; die Kollegen des Letzteren hatten nicht wenig Lust, den Rat thätlich anzugreifen. Obgleich Letzterer später vor der Strafkammer erklärte, er habe infolge des Zusammenstoßes keine Schmerzen erlitten, sondern sei nur sehr erregt geworden, so verurteilte das Gericht den Rad⸗ fahrer dennoch zu einer erheblichen Geldstrafe wegen Körperverletzung. In seiner Revision machte der Angeklagte geltend, Herr Lieber sei an allem schuld, da er nicht auf das gegebene Signal ausgewichen sei. Das Kammergericht wies jedoch die Reviston zurück und machte geltend, die Radfahrer müßten auf den Wegen stets in der Weise fahren, daß keine Person be⸗ lästigt werde; eine Körperverletzung liege auch schon dann vor, wenn dem Geh. Rat auch nur ein Uebelbefinden zugefügt worden sei; die Er⸗ regung von Schmerz sei nicht einmal erforderlich.

* Grünberg, 22. Febr. Von dem Gestüt zu Darmstadt trafen heute drei Beschäler ein, die auf eine Zeit von 4 Monaten in den Stallungen des Herrn Gastwirt Karl Jöckel. untergebracht werden. Es ist dies der Beweis eines bedeutenden Fortschritts, den die Pferde⸗ zucht in Grünberg und Umgegend gemacht hat. Seit einer langen Reihe von Jahren wurden hierselbst nur zwei Beschäler eingestellt.

* Grünberg, 22. Februar. Die Bürger⸗ meisterei macht bekannt, daß die im Monat Februar ausgeschriebenen Revisionstage für hiesige Gewerbetreibende ausfallen. Anderweitige Revisionstage werden später bekannt gegeben.

* Wörrstadt, 19. Februar. Vor einigen Wochen wollte der Landwirt Köhler in dem be⸗ nachbarten Spiesheim, als er mit Dreschen beschäftigt, einige Garben von dem Scheuergerüst herunterwerfen. Beim Besteigen der Leiter aber rutsche er in geringer Höhe schon aus und fiel so unglücklich zu Boden, daß er am linken Beine das Fußgelenk brach. Sein Zustand verschlim⸗ merte sich mit der Zeit dermaßen, daß im Laufe dieser Woche das Bein unterhalb des Kniees amputiert werden mußte.

* Mainz, 20. Februar. In der Budget⸗ kommission des Reichstags bemerkte kürz⸗ lich wie gemeldet der Abgeordnete Richter, es sei ihm aufgefallen, daß die ge⸗ druckten Protokolle des preußischen Abgeord⸗ netenhauses die Mitteilung enthalten, der Poli⸗ zeiprästdent von Frankfurt a. M. habe die Geschäfte der politischen Polizei in ganz Süd deutschland wahrzunehmen. Richter fragte, aus welchen Fonds diese Thätig⸗ keit bezahlt werde, worauf der Staatssekretär Freiherr von Marschall erwiderte, er wisse dies

ausgewichen war, wurde er schließlich ungeduldig

nicht. Der sozialdemokratische Abgeordnete Dr.

Barnim. Aber er blieb heute,(nörgelsüchtig auf gelegt.

Es ist nun einmal ein Hundeleben, das man heutzutage führt, hörte Regine zihn sagen,der Dienst läßt einen kaum zu Atem kommen. Ich habe die ganze Sache auch so satt, daß ich des Königs Rock längst an den Nagel gehängt hätte, wenn ich dann nicht vor Langerweile zu sterben fürchtete.

Ist Ihnen Ihr Beruf denn nicht mehr lieb? fragte Lottchen schüchtern.

Mein Beruf mir lieb? Lossen lachte verächt⸗ lich.Du lieber Gott! Die einfältigen Kerls zurechtzudrillen, bei denen doch Hopfen und Malz verloren ist, das ist doch keine Beschäftigung für einen denkenden Menschen!

Sie sollten sich ankaufen, Herr von Lossen, riet Barnim,als Großgrundbesitzer würden Sie sich am rechten Platze fühlen!

Als Landwirt auf meiner Scholle versimpeln? Ich danke, das ist nichts für mich, lautete die ab fällige Erwiderung,ja, vor dreißig Jahren, damals konnte man wenigstens reich werden bei dem lieben Ackerbau. Bei unseren verrotteten Zuständen heut zutage giebt es aber gar keinen Weg mehr, um auf anständige Weise etwas vor sich zu bringen.

Aber Herr von Lossen, fiel Regine mit etwas sarkastischem Lächeln ein,vor acht Tagen haben Sie mir erst auseinandergesetzt, daß wir jetzt in jeder Beziehung auf einer so hohen Stufe der Kultur ständen, wie nie zuvor; daß die Betrachtung der Vergangenheit Sie nur die Zufriedenheit mit der Gegenwart lehre; und nun reden Sie von den jetzigen, verrotteten Zuständen, ist das logisch?

(Fortsetzung folgt).

Angenommen.

Humoreske von Graf Günther Rosenhagen. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Natürlich hatte sie sich sofort ein Lotterielos gekauft, aber die Waisenknaben erhörten ihr Flehen nicht, ihr Los wurde als Niete gezogen, ihr selbst zum Leid, anderen zur Freude.

Da, als sie fast der Verzweiflung nahe war, schien sich ihr ein Ausweg, ein letztes Mittel zu bieten. An einem der Theeabende bei ihren Eltern war das Gespräch auf die neuesten Erscheinungen der Litteratur gekommen, und da das Gespräch von Damen geführt wurde, hatte man natürlich meistens über die Schriftstellerinnen gesprochen, über Marie Bernhard, Ossip Schubin, Ida Boy⸗Ed und E. Eschricht und noch viele Andere. Man sprach von

müssen, und plötzlich war es Ellen, als fiele ihr eine Binde von den Augen. Daß sie daran aber auch noch nie gedacht hatte! Ruhelos wälzte sie sich in der Nacht auf ihrem Lager hin und her und als der Morgen graute, stand der Entschluß bei ihr fest, eine Erzählung, eine Novelle zu schreiben. Gleich nach dem Frückstück machte sie sich an die Arbeit, hinter verschlossenen Thüren schrieb sie Bogen für Bogen und angstvoll fuhr sie bei jedem Geräusch, bei jedem sich nähernden Schritt zu⸗ sammen, der Angstschweiß trat ihr dann auf die Stirn und ihre Hände bebten.

Nach acht Tagen rastlosen Fleißes war die Arbeit fertig, eine Pseudonym war schnell gefunden und zitternd und zagend, das große Kouvert unter dem Mantel verborgen, eilte Ellen eines Abends zur Post, um den Brief aufzugeben. Sie war sicher, daß die Redaktion die Arbeit annehmen würde nicht als ob sie so fest davon überzeugt

den hohen Summen, die diese Damen verdienen.

David will deshalb in der Zweiten Kammer des hessischen Sehn eine Interpellation mit der Frage einbringen:Hat die hessische Regierung davon Kenntnis, daß Süddeutschland von Preußen politisch überwacht wird? Wer bestimmt oder wer hat zu bestimmen, daß dies galt 2. und aus welchen Fonds wird dies be⸗ za t 2

Musterungs⸗Geschäft 1897 im reise Gießen. I. Zu Gießen in der Restauration Zum Lahnstein, Nordanlage.

Samstag, den 6. März, vormittags von 8 Uhr an: Musterung r der Militärpflichtigen der Gemeinden Allendorf an der Lahn, Allendorf an der Lumda, Alten⸗Buseck, Annerod, Bersrod mit Winnerod, Beuern, Burkhardsfelden, Dau⸗ bringen, Großen⸗Buseck, Hattenrod, Mainzlar, Oppenrod und Reiskirchen;

Montag, den 8. März, vormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Stadt Gießen der beiden ältesten Jahr⸗ gänge(1895 und 1896) und der Gemeinde Rödgen;

Dienstag, den 9. März, vormittags von 8 Uhr an: derjenigen des jüngsten Jahrgangs(1897) der Stadt Gießen und derjenigen der Gemeinde Großen⸗Lind en;

Mittwoch, 10. März, vormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Heuchelheim, Klein⸗Linden, Lollar, Ruttershausen, Staufenberg, Trais a. d. Lda., Trohe und Wieseck;

Donnerstag, 11. März, vormittags von 9 Uhr an: Losziehung.

II. Zu Lich im Rathaussaale. Freitag, den 12. März, vormittags von 9 Uhr an: Musterung der Militärpflichtigen der Gemeinden Albach, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf⸗Gill, Eberstadt, Ettingshausen,

Garbenteich und Grüningen;

Samstag, 13. März, vormittags von 8 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Hausen, Holzheim, Hungen, Inheiden, Langd, Lang⸗Göns und Langsdorf;

Montag, 15. März, vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Leihgestern, Lich, Muschen⸗ heim, Münster, Nieder⸗Bessingen, Nonnenroth, Obborn⸗ hofen, Ober⸗Bessingen, Ober⸗Hörgern, Rabertshausen und Rodheim;

Dienstag, 16. März, vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Röthges, Steinbach, Steinheim, Trais⸗Horloff, Utphe, Villingen und Watzenborn mit

Steinberg. Mittwoch, 17. März, vormittags von 9 Uhr an: Losziehung. III. Zu Grünberg imGasthaus zum Rappen. Donnerstag, 18. März, vormittags von 9 Uhr an: 8 Musterung

der Militärpflichtigen der Gemeinden Allertshausen, Bel⸗ tershain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Kesselbach, Lauter und Lindenstruth;

Freitag, 19. März, vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Londorf, Lumda, Odenhausen,

gewesen wäre, daß ihre Arbeit gut sei aber sie gestand sich offen, daß sie schon oft etwas gelesen hatte, was schlechter gewesen sei, und wenn man die Sachen angenommen hatte, so sah sie nicht ein, warum man die ihrige zurückweisen sollte! Aber das nicht allein in einem ausführlichen Begleit- schreiben hatte sie dem Redakteur die Gründe aus⸗ einandergesetzt, die sie zwangen, zur Feder zu greifen, rührend und ergreifend waren die Zeilen und kein fühlendes Herz konnte ihrer Bitte widerstehen.

Aber in den stillen Nächten kamen ihr trotz ihrer Sicherheit Bedenken und Zweifel aller Art, da schwand ihr Selbstvertrauen dahin da sagte sie sich, wie entsetzlich viel zusammengeschrieben würde, daß doch kein Schriftsteller lediglich zu seinem Vergnügen arbeite und daß doch alle Männ⸗ lein und Weiblein, den sehnlichsten Wunsch hätten, gedruckt und honoriert zu werden.

Und je länger die Redaktion schwieg, desto größer wurde ihre Angst, ihre Unruhe.Ist ihr langes Schweigen ein gutes, oder ein böses Zeichen für mich? so fragte sie sich tausendmal den Tag über, und je mehr sie sich fragte, desto unruhiger, desto nervöser wurde sie f

Und ihre ganze Krankheit war weiter nichts als die tötliche Angst und Furcht vor dem Post⸗ boten, der die Entscheidung bringen mußte. Sobald die Glocke gezogen wurde, sobald das Mädchen das Zimmer betrat, sobald sie einem Stephansboten auf der Straße begegnete, dachte sie stets:nun kommt die Entscheit ung, der Brief ist da!

Aber der Brief kam nicht die Tage und Wochen gingen dahin, ihre Wangen wurden blasser und blasser, die Quantitäten Stahl und Eisen, die ihr der alte Hausarzt verordnete, wurden immer größer.

(Fortsetzung folgt.)

udeszeikung.