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Vorstand.
Niger, saute h W 906
ib: lung Vorstand.
Friseur Wahl, Nen 905
18 Krausse. 0 Pig. 30
ig. (Thomas).
mann.
2. J alzer(Strauss. 4
ner).“ 1(B. Wag Lale 10
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Gießen, Mittwoch, den 21. April
1897.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Ausgabe
Gießen.
ische Landeszeilung.
Postytg. Nr. 3819. Telephon⸗Nr. 112.
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Lokales und Provinzielles.
ei überfülltem Saale im Cafe Leib stattgehabte Abendunterhaltung des Bäckervereins„Frühauf“ lerlief in schönster Weise. Wie immer, so hatte uch diesmal der Verein das Programm zu anem reichhaltigen Inügen hielt die Teilnehmer bis zur frühen 1 Norgenstunde beisammen. Hotel
Gesangsvorträgen
eschmiert und dadurch die Oelfarbe beschädigt.
kung aller rationellen Landwirte erhalten; der
Berichtigung.
ssch zu wechseln, sich zurückzog.
rnte man weiter Umschau halten über den See
Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
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* Gießen 20. April. Die gestern Abend
gestaltet. Das Tanzver⸗ N Auch im Saale des „Einhorn“ woselbst der Gesangverein Harmonie“ ein Tanzkränzchen verbunden mit
0 abhielt, herrschte fröhliche Stimmung.
* Gießen, 20. April.(Diebstähle.) Am sten Feiertag Nachmittag ist der Wirt Peter König ur„Stadt Kassel“ hierselbst um ca. 150. be⸗ sohlen worden. Der Dieb hatte sich in die drei Freppen hoch belegene Wohnung geschlichen und us einer Kommode den Geldbetrag genommen. der Dieb hatte insofern leichte Arbeit, als der Schlüssel zur Kommode, in welcher das Geld sich lefand, offen dalag, und der Schlüssel zur Slubenthüre steckte. Von dem Thäter fehlt noch ede Spur.— Am 17. d. Mts. wurde einer lier wohnenden Frau ein größerer Geldbetrag
utwendet. Der Diebin ist man auf der Spur. Gießen, 20. April.(Sach be⸗ schädigungen.) In der Nacht zum zweiten
Felertag ließen einige Jungen ihrer Zerstörungs— srcht dadurch freien Lauf, als sie an einem bause des Neuenwegs zwei Fensterläden lushingen und zerschlugen, an der Klein⸗ kinderschule in der Diezstraße den einen Teil der Fingangsthüre aushingen, auf die Straße varfen und beschädigten, in der Moltkestraße eine Straßenlaterne zertrümmerten und die in beiden Eingängen dieser Straße aufgestellten Warnungstafeln abrissen und entfernten. die Thäter, von denen der eine noch obendrein zus städtischen Mitteln unterstützt wird, sind er⸗ mittelt.— In der Nacht zum ersten Feiertage purde das Wohnhaus des Postschaffners i. P. Johann Trapp von ruchloser Hand mit Farbe
diefer nichtswürdige Bube hat diese That schon um dritten Male ausgefuhrt ohne erwischt vderden zu können. Hoffentlich gelingt dies in Zukunft.
* Lollar, 20. April. Gestern Nachmittag
purde in der Nähe unseres Ortes die Leiche eines unbekannten Mannes aus der Lahn ge⸗ ländet. Mainz, 19. April. Für das am 1. Mai in Thätigkeit tretende städtische Arbeitsamt wurde zum provisorischen Geschäftsführer der bospizienbuchhalter Stubenrauch gewählt. Die definitive Besetzung erfolgt erst, sobald sich der Umfang des Arbeitsnachweises ergeben hat.
Die Torflager im oberen Vogelsberg.
Von A. M.
In Nr. 47 der landwirtschaftlichen Zeitschrift bon 1883 erschien ein sehr beherzigenswerter Jufsatz über Verwendung des Torfs zu Stall⸗ sreu enthalten, der gewiß die vollste Zustim⸗
slbe bedarf aber, soweit es sich darin um die Torflager des oberen Vogelsbergs handelt, einer
Fata Morgana. Novelle von H. René. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
„So“, der alte Doktor blickte interessiert von seiner Morgenzeitung auf.„Also wieder in Neu⸗ of? Ja, das Gesindehaus mag wohl nicht der sesündeste Aufenthalt sein, aber Therese, die in Soldin mit einer wahren Wut baut und verbessert, sat für das Wittum nicht einen Groschen übrig. Damit sie Recht haben, wenn sie sagen, ich hätte nich an fremden Gut bereichert, war bei Zeiten, vie ein Hamster ins eigene Nest getragen, sagt sie tets, wenn Busse und ich auf irgend welche Ver⸗ nderung dringen. Und was hilft ihr aller Stolz ind alle Ehrlichkeit? Aus der schiefen Stellung semmt sie nie mehr im Leben heraus.“
„Und doch ist auf diese Art wohl am Besten är sie gesorgt, sie bat ihr gutes Auskommen bis as Ende“, meinte Fräulein Minchen, einen zu jopfenden Strumpf über die Hand ziehend und die hadhafte Stelle durch die Brille musternd.
„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“, murmelte der alte Doktor, während der junge inter dem Vorwande, die Toilette für den Mittags⸗
Oben aus den Fenstern seines Giebelzimmers
Erscheint täglich mit Ausnahme der
Tage nach Sonn- und Feiertagen.
Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die sspaltige Petitzeile.
f Meines Wissens— und ich glaube über Oert⸗ lichkeit und Bodenbeschaffenheit des oberen Vogels⸗ berg ziemlich genau orientiert zu sein— befindet sich auf der Feldkrücker Höhe kein einziges, weder Moos- noch Faser⸗Torflager. Dagegen ist ein sehr ausgedehntes Lager zwischen Tauf⸗, Geißel⸗ stein, den nun trocken gelegten„Forellweihern“, der sogenannten Goldwiese und dem Landgrafen— Brunnen.
In den Anfangs 60er Jahren wurde wieder⸗ holt dieses Lager in Anstich genommen, mehr aber Zwecks billigeren Brennmaterials, zumal in jener Zeit die Holspreise zu einer ungewöhn— lichen Höhe gestiegen. Obgleich sich dieser Torf selbstverständlich in getrocknetem Zustande, dem angegebenen Zwecke entsprechend erwies, so wurde doch bald wieder die Torfstecherei hier eingestellt, und zwar einesteils des schwierigeren Verkehrs, andernteils aber der inzwischen wieder bedeutend zurückgegangenen Holzpreise wegen.)
Weil der Torf als Streumaterial die von dem geehrten Verfasser des angezogenen Aufsatzes gerühmten Eigenschaften in nicht unbedeutendem Maße besitzt, namentlich ein weiches, längere Zeit hindurch trocken bleibendes Lager für das Vieh, besonders Pferde, bietet, zumal derselbe fast alle Jauche, welche sonst dem Stallraume entfließt, aufsaugt, so wäre es sehr erwünscht, nachdem ein späterer, in Nr. 51 der Zeitschrift erschienener weiterer Artikel über die Verwendung des Torfes zu Stallstreu ziemlich ausführlich berichtet hat, daß einmal Fachkundige die Lösung dieser so höchst wichtigen Frage hier an Ort und Stelle prüften; der Fiskus würde gewiß gerne bereit sein, die beschriebene große Torffläche zur wirt⸗ schaftlichen Verwendung billig zu überlassen. Da auch unsere Landwirte statt des sich jetzt wenig rentierenden Körnerbau mehr dem Futter⸗ bau ihr Augenmerk zuzuwenden anfangen, wäre es ganz besonders angezeigt, den Ausfall des Streustrohes durch ein entsprechendes, wohl noch besseres Streumaterial zu ersetzen, zumal das in stroharmen Jahren zum Notbehelf verwendete Laub dem Landwirt wenig nutzbringend ist, dem Walde aber den Dung entzieht, der demselben so notwendig ist.
Besonders dürfte sich in kommendem Frühjahre ein Konsortium für die Gewinnung der Torfstreu von unseren herrlichen Wäldern und der mannig⸗ faltigen Flore angezogen fühlen, einmal hierher zuwandern und bei dieser Gelegenheit auch den neu errichteten, in nächster Nähe des Torflagers sich befindlichen Aussichtsturm des Taufsteins zu besteigen, um eine Fernsicht zu genießen, wie sie nicht besser ein deutsches Mittelgebirg zu bieten vermag. Wir aber, die wir der Verbesserung der Landwirtschaft von ganzer Seele ergeben sind, würden eine neue Quelle derselben mit größter Freude begrüßen und den Oeffner der⸗ selben herzlichst willkommen heißen.
) Vor etwa 1¼ Jahr unternahm ein Herr Eichel⸗ mann die Abtorfung bezeichneten Torflagers, hat seine Arbeit aber leider wegen Mangel an Absatz und da ge⸗ nannter Herr alleiniger Unternehmer war, seine Arbeit einstellen lassen.
Dingesandt. Gießen, 19. April. Wie lange lassen sich die lokalen Behörden, wie lange läßt sich das Publikum den wahrhaft skandalösen Miß⸗
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stand noch gefallen, den der Uebergang der Oberhessischen Eisenbahn an der Liebigstraße darstellt? Ist zwar der Uebergang an der Frankfurterstraße gleichermaßen ein fast unerträgliches Verkehrshinderniß, so besteht hier doch eine Milderung insofern, als ein Personenübergang durch den schönen Treppenban ermöglicht ist und als serner die Barriere den Bahnkörper beim Durchpassieren der Züge und beim Rangieren abschließt, d. h. bis zum Boden reicht. Anders an der Liebigstraße, dort erscheinen ledig⸗ lich die primitiven Balken, wie sie an Feldwegen üblich sind, und zur Abend-, bezw. Nachtzeit werden die Trottoirs mit Kettchen„abgesperrt“, über die, wenn sie überhaupt eingehängt sind, der Unkundige der Länge nach zu Boden fällt. Meist allerdings sind sie gar nicht in Funktion, sondern liegen am Boden.— Man muß fragen: ist eine derartige Barriere, wie der einfache sich niedersenkende Balken, ohne bis zur Erde reichendes Gitter, nicht eine ganz ungenügende Schutzmaßregel? Kinder können in die Züge hineinlaufen— daß Tiere leicht zu Schaden kommen, zeigt die Thatsache, daß in verhältnismäßig kurzer Zeit 3 wertvolle Hunde überfahren worden sind. Sollte die preußische Eisenbahnverwaltung, welche die Perrons so gut abzusperren versteht, nicht den Bahnkörper auch an Stellen, wo für dessen Betreten keine 10 Pfennige erhoben werden, mit Sicherheit für Mensch und Tier absperren können?— Besser wäre es allerdings, wenn seitens unserer Behörden der Frage näher getreten würde, ob nicht eine gründliche Abstellung der Mißstände an der Frankfurter⸗ wie an der Liebigstraße, durch Herstellung einer Unter⸗ oder Ueber⸗ führung der Bahn gefordert werden muß. Finanzielle Rücksichten können— zumal angesichts der Ueberschüsse der preußischen Staatsbahnen— keine Rolle spielen, wenn es sich um die öffentliche Sicherheit handelt. G.
Standesamtliche Nachrichten. Geburten.
Am 4. April. Dem Kaufmann Christian Petry eine Tochter, Käthe. Dem Schuhmachermeister Adolf Schwan ein Sohn.— Am 6. April. Dem Universitätsprofessor Dr. Johannes Biermann ein Sohn, Hans Friedrich Arthur.— Am 7. April. Dem Zahntechniker Friedrich Lehrmund ein Sohn, Georg Theodor.— Am 8. April. Dem Fuhrmann Valentin Schaub eine Tochter, Katharine Marie Elisabeth.— Am 11. April. Dem praktischen Arzt Dr. Adolf Schwan ein Sohn, Hans Karl Emil. Dem Lackierer Jakob Ritsert ein Sohn, Franz. Dem Lokomotivheizer Georg Beling eine Tochter. Am 13. April. Dem Tagelöhner Peter Theiß ein Sohn, Otto Heinrich Karl. Dem Schirmfabrikant Moses Levi
ein Sohn, Eugen. Dem Kaufmann Heinrich Boller ein Sohn. Aufgebote. Am 10. April. Dr. Alexander Richard Albert Wolff,
Stabsarzt zu Gießen, mit Adele Altenkrchizu Saarlouis. Karl Hammel, Bureaugehilfe dahier, mit Karoline Merte hierselbt.— Am 12. April. Ludwig Pfeiffer, Dienst⸗ knecht dahier, mit Wilhelmine Damm hierselbst.— Am 14. April. Karl Martin Rudolf Buchacker, Kaufmann dahier, mit Karoline Hoß hierselbst. Wilhelm Julius Kreuter, Hauptmann dahier, mit Marie Elisabeth Emilie Dürr zu Wiesbaden.— Am 15. April. Johann Peter Barthen, Heizer dahier, mit Anna Elisabeth Hof⸗ mann hierselbst. Wilhelm Michel, Lehrer dahier, mit Anna Katharine Marie Schneider hierselbst. Wilhelm Schottler, Lehramtsassessor zu Gernsheim, mit Anna Melusine Sidonie Cäcilie Luise Rodemer dahier. Eheschließungen.
Am 15. April. Ferdinand Emil Otto Ernst, Gym⸗ nastiker dahier, mit Anna Marie Schardt hierselbst. Kaspar Schmidt, Maurer dahier, mit Katharine Schilling
hierselbst. Sterbefälle. Am 8. April. Albert Luy, 48 Jahre alt, Bäcker von Wetzlar. Heinrich Wolf, 45 Jahre alt, Fabrilbesitzer von Gütersloh. Anna Marie Freimann, geb. Franz, 68 Jahre
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und das flache, eintönige Land. Dort zwischen den Birken, an denen das junge Laub wie ein leichter, grüner Schleier hing, lugte das hohe Dach des Soldiner Herrenhauses hervor. „Ob sie mich verstanden hat, ob sie ahnt, wie schön und begehrenswert sie eigentlich ist?“ fragte er sich, unruhig in dem engen Raum auf und niederwandelnd. Noch immer glaubte er den leisen Duft der ihrem Haar entströmte, zu atmen, die schlanke Gestalt in seinem Arm zu fühlen. Erst als Fräulein Minchen laut zum Essen rief, schloß er das Fenster. Walter Senglin's leicht entzündliches Herz stand
in hellen Flammen. IV.
Trotz des heißen Junitages hatte Fräulein Miinchen Borrmann der Frau Bürgermeister einen gemütlichen Kaffeebesuch gemacht, in der Hoffnung, einen ganzen Strickbeutel voll harmloser Neuigkeiten heimzubringen.
Wider Erwarten litt die Situation an einer ge⸗ wissen Ungemütlichkeit. Heftiger denn je klapperte die Hausfrau mit den Kaffeetassen, und Alma, die auf olivgrünem Plüsch allerlei wunderbare Rosen mit grün und braunen Blättern stickte, sah blaß
und zog ihr Strickzeug hervor, dabei einen neu⸗ gierigen Blick auf die kostbare Stickerei werfend.
„Gewiß das Vielliebchengeschenk, das Sie neulich an unseren jungen Doktor verloren, nicht wahr?“ fragte sie.„Aha, eine Briefmappe! An Ihrer Stelle hätte ich lieber ein Rauchtischchen oder eine Eckkonsole gewählt; solche Dinge lassen sich bei der künftigen Zimmereinrichtung doch immer gut verwenden. Wann ist denn nun eigentlich öffentliche Verlobung?“
„Wohl garnicht“, platzte Frau Bürgermeister heraus, während Alma in Thränen ausbrach. „Solch eine schlechte, kokette Frau! Mit der Tugend soll es ja nie weit hergewesen sein, aber dieses ist schändlich, ein Skandal!“
„Was meinen sie eigentlich? Von wem sprechen Sie!“
„Von wem anders wie von der Baronin, die einen halbversprochenen Bräutigam in ihre Netze lockt.“
Fräulein Minchen saß mit offenem Munde, wodurch ihr rundes, gutmütiges Gesicht gerade geistreicher wurde.„Von der Baronin, von unserer Therese?“ stammelte sie.„Wie sollte so etwas möglich sein! Das ist natürlich Verleumdung.“
„Keine Verleumdung ist, bittere Wahrheit“, schrie die Frau Bürgermeister, ihre Haubenbänder unter dem Kinn lockernd. Die Krause erzählt es
8 edition: Kreuzplatz Nr. 4.
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alt, Ehefrau von Landwirt Heinrich Freimann zu Treis⸗ Horloff. Ludwig Fink, 5 Jahre alt, Sohn von Weiß⸗ binder Jakob Fink von Klein⸗Linden.— Am 10. April. Heinrich Schmidt, 61 Jahre alt, Nachtwächter zu Stein⸗ bach.— Am 11. April. Philippine Diebold, geb. Rex⸗ roth, 81 Jahre alt, Witwe vom praktischen Arzt Dr. Paul Diebold zu Gießen. Marie Wißner, 7 Jahre alt, Tochter vom Schuhmacher Konrad Wißner dahier. Wil⸗ helmine Luise Röhrig, 5 Wochen alt, Tochter vom Schuh⸗ macher Valentin Röhrig dahier.— Am 12. April. Kon⸗ rad Leisler, 36 Jahre alt, Möbelhändler dahier. Luise Dickoré, geb. Heppe, 68 Jahre alt, Witwe vom Büchsen⸗ macher August Dickors hierselbst. Christine Förster, dret Jahre alt, Tochter vom Kesselwärter Philipp Förster zu Hermannstein.— Am 13. April. Eduard Ottmann, 75 Jahre alt, Buchdruckereibesitzer dahier. Margarethe Weiß, geb. Rinn, 46 Jahre alt, Witwe vom Cigarrenmacher Georg Adolf Weiß hierselbst. Elisabethe Atzbach, geb. Gronewald, 70 Jahre alt, Ehefrau vom Schreiner Ben⸗ jamin Atzbach hierselbst.— Am 14. April. Alma Mohr⸗ hardt, geb. Neumann, 29 Jahre alt, Ehefrau vom Kal⸗ culator Emil Mohrhardt dahier. Hermann Prinz, sechs Monate alt, Sohn vom Photograph Paul Prinz dahier.
Neueste Telegramme. Hd. Schwerin, 20. April. Die Leiche des Großherzogs Fried ⸗ rich Franz III. ist gestern aus Cannes hier eingetroffen. Hd. Wien, 20. April. Nach Informationen des Fremdenblattes stehen an der Grenze
93000 Griechen und 90000 Türken gegenüber. b l Hd. London, 20. April. Die griechischen
Konsuln in Janina und Provesa wurden zurückberufen und die Griechen daselbst unter den Schutz Englands gestellt.
Hd. Athen, 20. April. Der Kampf um Meluna dauerte bis gestern Nachmittag um 3 Uhr fort. Die Türken gewinnen auf vielen Punkten immer mehr Terrain. Die Griechen hatten nur noch zwei Befestigungen. Gestern Vormittag ließ Edhom Pascha die Re⸗ serven vorrücken. Die türkische Artillerie konnte jedoch wegen der Verschiedenheit des Terrains nicht zur Anwendung kommen.
Hd. Salonichi, 20. April. Der griechische Dampfer Athena mit Jusurgenten an Bord, wurde von türkischen Torpedoboten in dem hiesigen Golf in den Grund gebohrt.
Hd. Larissa, 24. April. Die Hauptmacht der Türken ist um Elassona vereinigt. Die hauptsächlichsten Uebergänge von Osten nach Westen sind der Paß von Qualipsis oder Negero.
Privattelegramme
der„Hessischen Landesztg.“
* Athen, 19. April. Griechenland hat die Kriegserklärung der Türkei an⸗ genommen. Die diplomatischen Bezieh⸗ ungen sind abgebrochen.
* Berlin, 19. April. Die Türkei ersuchte Deutschland, die türkischen In ⸗ teressen durch den Athener deutschen Ge⸗ sandten wahrnehmen zu lassen.
Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Drus der E. Ottmannschen Buchdruckerei in Gießen.
Dreimal des Tages kommt er hinaus, obgleich der Zustand des Barons nicht schlimmer gegen früher ist; dann sitzen sie zusammen, sprechen über allerlei gelehrtes Zeug, er liest ihr vor, und zärtliche Blicke werfen sie sich zu, wie ein junges Liebespaar. Kein Wunder, daß er sich bei uns immer mit der Praxis entschuldigt und keine Zeit übrig hat für mein armes Kind, das sich um ihn die Augen ausweint.
Lot's zur Salzsäule erstarrtes Weib war gewiß ein ganz bewegliches Geschöpf gegen Fräulein Minchen, die glaubte nie mehr im Leben Hand und Fuß rühren zu können. Gelegentlich klatschte sie wohl auch ganz gern einmal mit, aber in betreff Therese's verstand sie keinen Spaß.
„Aber Sie sollten Ihre Worte doch abwägen, beste Freundin, sich befinnen, ehe Sie den Ruf der Baronin vernichten“, sagte sie, bemüht so würdevoll wie möglich auszusehen.
„Guter Ruf“, höhnte die Bürgermeisterin, während die weinende Alma krampfhaft auflachte. Guter Ruf, der war wohl nie weit her, umsonst munkelt man nicht allerlei, etwas steckt immer da⸗ hinter, und jetzt ist sie ja selbst bemüht, denselben total zu vernichten. Kutschiert s mit dem Doktor auf abgelegenen Feldwegen umher⸗ natürlich allein, ohne Kutscher, denn zwei Augen und Ohren sind ihr zuviel.“
(Fortsetzung folgt.)
und niedergeschlagen aus. a. „Wohl die schwüle Gewitterluft“, dachte Minchen
jedem, der es hören will, wie es dort oben zugeht.
ie doch jeden Tag
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