Ausgabe 
21.3.1897
 
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je bei einem krepierten Rind.

Giehen, Sonntag, den 21. März

Poflztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

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Ausgabe

Gießen.

Poflztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Medak tion: Kreuzplatz Nr. 4.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Fetertagen.

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Das Vorkommen von Viehseuchen im Großherzogtum Hessen (während des Monats Januar 1897).

Milzbrand wurde festgestellt in Bettenhausen, Kreis Gießen, am 22., in Büdingen, Geiß⸗Nidda und Orles⸗ hausen, Kreis Büdingen, am 8., 18., und 21., und in Ober⸗Wöllstadt, Kreis Friedberg, am 23. Febr. je bei einem krepierten Rind.

Rauschbrand wurde festgestellt in Leusel, Kreis Alsfeld, am 24., in Unter⸗Schmitten, Kreis Büdingen, am 28., in Burkhards, Kreis Schotten, am 15. und in Eschenrod, in demselben Kreise, am 22. und 25. Februar

Die Maul⸗ und Klauenseuche ist erloschen in Arheilgen, Pfungstadt, Hahn, Roßdorf, Gräfenhausen und Messel, Kreis Darmstadt, in Lorsch, Höhnlein und Großhausen, Kreis Bensheim, in Groß-Bieberau, Richen, Habitzheim und Kleestadt, Kreis Dieburg, in Höllerbach, streis Erbach, in Klein⸗Gerau, Klein⸗Rohrheim und Blschofsheim, Kreis Groß⸗Gerau, in Groß⸗Breitenbach, strels Heppenheim, in Neu⸗Ysenburg und Götzenhain, streis Offenbach, in Rodheim, Gießen, Trais⸗Horloff, Ningelshausen, Hungen, Oppenrod, Bettenhausen, Langs⸗ dorf und Reiskirchen, Kreis Gießen, in Heidelbach, Kirtorf, Grebenau, Hopfgarten und Eifa, Kreis Alsfeld, in Unter⸗ WMiddersheim, Blofeld, Gettenau, Echzell, Bingenheim, Leldhecken, Oberau, Nieder⸗Mockstadt, Ober⸗Widdersheim, Andheim und Glauberg, Kreis Büdingen, in Vilbel, Meder⸗Wöllstadt, Melbach, Södel, Kaichen, Nieder⸗Florstadt, Harheim, Burg⸗Gräfenrode, Staden, Beienheim, Weckes⸗ helm, Reichelsheim, Dorn⸗Assenheim, Wölfersheim, Stamm⸗ helm, Ober⸗Florstadt und Wisselsheim, Kreis Friedberg, in Metzlos⸗Gehag, Kreis Lauterbach, in Ulfa, Kreis Schotten, in Odernheim, Neu⸗Bamberg und Esselborn, Kreis Alzey, in Elsheim, Kreis Bingen, in Selzen, Ludwigshöhe, Dalheim, Eimsheim, Undenheim, Wald⸗ Uelversheim, Dolgesheim und Eichloch, Kreis Oppenheim, in Heßloch, Kriegsheim, Leiselheim, Rhein⸗Dürkheim, Gimbs⸗ helm, Alsheim, Mettenheim und Eich, Kreis Worms.

Die Seuche herrscht fort in Groß⸗Karben, Holzhausen und Nieder⸗Rosbach, Kreis Friedberg, in Pfaffen⸗Schwaben⸗ helm und Siefersheim, Kreis Alzey, in Spiesheim und Merstein, Kreis Oppenheim und in Nieder⸗Flörshelm, Kreis Worms.

Die Seuche wurde festgestellt und war am Schlusse des Monats wieder erloschen in Lengfeld und Heubach, Ftreis Dieburg, in Groß⸗Steinheim, Dietzenbach, Bürgel und Hainstadt, Kreis Offenbach, in Berstadt, und Heeg⸗ heim, Kreis Büdingen und auf dem Viehhof in Mainz.

Die Seuche wurde festgestellt und herrschte am Schlusse des Monats noch fort in Steinbach, Kreis Offenbach, in Rabertshausen, Burkhardsfelden, Nonnenroth und Münster, Kreis Gießen, in Petterweil, Kreis Friedberg, in Harx⸗ heim, Hechtsheim und Marienborn, Kreis Mainz, in Wöll⸗ stein und Tiefenthal, Kreis Alzey, in Bechtolsheim, Kreis Oppenheim, in Osthofen und Herrnsheim, Kreis Worms.

Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Eifa, Ober⸗Sorg und Kirtorf, Kreis Alsfeld, und in Frischborn, Kreis Lauterbach.

evangelische Alsfeld, Kempf zu Steinbach, Dekanat Offenbach, die evangelische Pfarrstelle daselbst übertragen worden.

Sekretariat Vorlesungs verzeichnis semester 1897 und die darin aufgeführten Drucksachen für Studierende und Kandidaten.

Pfarrstelle zu Alsfeld, Dekanat und dem Pfarrerverwalter Theodor

* Gießen, 20. März. Das Uni versitäts⸗ versendet auf Verlangen das für Sommer-

An Schlusse des Verzeichnisses sind auch die Vorschriften über die Immatrikulation abgedruckt. * Gießen, 20. März. Eine kürzlich ange⸗

kündigte neue Verordnung des Reichs postamts

ist nunmehr ergangen und soll auf allen Post⸗ ämtern ausgehängt werden. Danach dürfen die für das Publikum in den Postanstalten aufge⸗ stellten Pulte nur zur Erledigung von Tele grammen, zum Beschreiben von Postkarten und zu anderen, nur kurze Zeit beanspruchenden Schreibarten benutzt werden, und zwar höchstens für die Dauer von 5 Minuten. Wer das Pult länger benutzt, kann zum Verlassen desselben auf⸗ gefordert werden. Absichtliche Zuwiderhand lungen gegen diese Verordnung können mit Geld strafe geahndet werden. Der Zweck dieser Ver ordnung ist bekanntlich, der immer zunehmenden Unsitte, das Pult zu längeren Schreibereien zu benützen und dadurch andere Personen zu be⸗ nachteiligen, nach Möglichkeit vorzubeugen.

Gießen, 20. März.(Festvorstellung im Stadttheater.) Es sei hiermit nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die Festvor⸗

Stadttheater am Sonntag, den 21. d. M. statt⸗ findet. Dem von Fräulein Leno gesprochenen

und Schwert. vorstellung. * Gießen, 20. März.

der Festver in ausreich

Platz gewonnen wird. * Gießen, 20. März. kehr-⸗Einstellung).

(Omnibus-Ver

den Betrieb einstellen.

Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 20. März. Dem Pfarrer

* Gießen, 20. März. Der letzte Petrisch Bauplatz in der Moltkestraße ging gestern

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stellung zur Centenarfeier im hiesigen

Festprolog folgt die Aufführung von Gutz⸗ kows fünfaktigem historischen LustspielZopf Nachmittags ist Kinder⸗

(Centenarfeier.) Auf Ersuchen weisen wir darauf hin, daß der Zutritt zu der am Montag stattfindenden Fest⸗ versammlung nur gegen Vorzeigung der auf Namen ausgestellten Eintrittskarten erfolgt, und daß Besucher ohne solche Karten aus⸗ nahmslos zurückgewiesen werden müssen. Da der Saal bis auf das äußerste ausgenützt ist, erscheint es sehr erwünscht, daß die Besucher sammlung von den Garderoben, welche ender Zahl vorhanden sind, ausgiebig Gebrauch machen, damit im Saale selbst an

Die Omnibusgesellschaft wird kommenden Montag der geplanten Illu⸗ mination wegen von abends Uhr ab

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Apaltige Petttgelle,

durch Kauf in den Besitz des Bauunternehmers Nauheimer über. Derselbe beabsichtigt auf dem 1147 Quadratmeter großen Gelände eine Doppel⸗ Villa zu errichten. * Gießen, 20. März.(Strafkammer.) Der Viehhändler Jakob Grau von Wimpfen hatte sich gestern vor der Strafkammer wegen Bestechung zu verantworten. Er hat in der Nacht vom 9. zum 10. Dezember v. J. den Versuch gemacht, von Gießen nach Frank⸗ furt a. M. zweiter Klasse zu reisen, indem er dem Schaffner, welchen er veranlassen wollte, ihm ein solches Wagenabteil zu öffnen, ein gutes Trinkgeld angeboten. Der Angeklagte hatte aber aufgrund eines Viehtransportscheines nur das Recht, in der dritten Klasse zu reisen. Der Gerichtshof verurteilte den Grau, unter Zu⸗ billigung mildernder Umstände, zu einer Geld⸗ strafe von 100 Mark ev. 20 Tage Gefängnis. Die Höhe der Strafe wurde damit motiviert, daß durch derartige Angebote an das Fahr⸗ personal der Eisenbahn schon namenloses Unglück über deren Familien hereingebrochen sei, wenn diese Beamten der Versuchung unterlagen. Der Schutzmann Wolf hat den Wirt des Kaiserhofs angezeigt, daß er in der Nacht vom 19. zum 30. Oktober über die Feierabend⸗ stunde hinaus Gäste in seinem Lokal geduldet habe. Das Schöffengericht hat daraufhin den J. Baab zu 6 xl. Geldstrafe verurteilt. Die Strafkammer, welche sich gestern mit dieser Sache als Berufsinstanz beschäftigte, verwarf die Be⸗ rufung, beließ es aber bei der vom Schöffen⸗ gericht festgesetzten Geldstrafe, obgleich der Ver⸗ treter der Staatsbehörde anheimgegeben hatte, auf eine höhere Strafe zu erkennen. Die Straf⸗ kammer erblickte schon darin ein Uebertreten der Feierabendstunde, weil der Wirt nach dem Bieten des Feierabends die noch verweilenden Gäste nicht zum Verlassen seiner Wirtschaft aufgefordert hatte. Es genüge nicht, daß der Wirt solchen Gästen keine Getränke mehr verabfolge, wenn Feierabend geboten sei.

* Nidda, 19. März. Gestern Abend um 6 Uhr entlud sich hier und in der Umgegend unter heftigen Donnerschlägen, Blitzen und Regengüssen ein starkes Unwetter, das teil⸗ weise mit Hagelschlag verbunden war. Dabei wütete ein orkanartiger Sturm, der allenthalben bedeutenden Schaden verursachte und den Verkehr im Freien fast unmöglich machte. Schornsteine stürzten zahlreich um, Dachziegeln und dergl. fielen massenhaft herab und Fensterscheiben sind von dem Eisregen demoliert; auch viele Feld⸗ und Waldbäume litten durch das Unwetter, wie man solches seit Jahrzehnten dahier nicht er⸗ lebt hat.

* Darmstadt, 19. März. Der zweiten Kammer ist eine Regierungsvorlage zugegangen, die zur Vollendung der Regulierungs⸗

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Friedrich Jäger zu Billertshausen ist die erste ..T

den Betrag von

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Hochgehängte Frucht. Novelle von H. Erlin. (Nachdruck verboten.)

(Schluß.)

Wie elektrisiert fuhr der Assessor in die Höhe. Das junge Ding.... Na, nimm mir's nicht übel, Onkel.... Sie thut Dir wohl sehr leid, he? Bist nicht sehr höflich, mein Junge, unterbrach ihn der Onkel gutlaunig spöttelnd und nahm bedächtig einen Schluck Roten,na macht nichts. Kannst Dir schon was erlauben, verdanke Dir ja sozusagen mein Spätsommerglück. Und darum sei ohne Sorge, Deinen Wechsel schmälere ich Dir trotz meiner Heirat nicht. Ach, wie kannst Du denken, Onkel, daß mir das... Nein, diese Lotte, diese Lotte! So gleich einzuwilligen.unbegreiflich! Es klang alles so beleidigend erstaunt, was der

Neffe zu Onkels Heiratsabsichten äußerte, daß ein ungeheures Phlegma dazu gehörte, es ruhig hinzu nehmen.

Dieses schöne Phlegma besaß Onkel Diefenbach.

Du scheinst Dich ja fabelhaft zu freuen, eine Tante zu Lekommen, lieber Willy, sagte er nur.

Derliebe Willy nickte gezwungen und trank schnell sein Glas leer.

Sag mal, wann habt Ihr Euch gab sie Dir ihr Wort?

Wann.... 7 Der Onkel räusperte sich ver⸗ legen:Hier kommt's, warum ich Deinen Besuch erbat.

Ja, was soll ich

Ja Du. Der Major rückte ganz dicht an seinen Neffen heran und begann kameradsch

wann

aftlich vertraulich:Also hör mal, mein Sohn! Nach

ich weiß bestimmt, daß sie mag. Meine Jahre stören sie nicht, sie erwartet vom Lebe nicht nur eitel Vergnügen. In der Zeit, wo si hier im Hause weilte. na, verstehst schon. sein. Trotzdem sprach ich mich noch nicht zu ih aus, ehe ich mich an Dich wandte.

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Ich begreife nicht.... Na, denn kurz mein Junge

Bitte an Dich. Lotte wird mit ihrer Mama

Darum wünschte ich ihr gern einen Beschützer mi zugeben, der über sie wacht, der sie auf ihre Spaziergängen begleitet, daheim bleiben muß, der und ungefährlich ist.

Hier machte kleine Pause und ergriff den Neff seiner lichtblauen Weste..

Du ahnst es jedenfalls schon Wahl fiel auf Dich, lieber Junge.

Ich.... stammelte der äußerste überrascht.Danke Dir, daß Du so übe zeugt meiner Ungefährlichkeit bist!

Gewiß bin ich das.

Schön von Lachen verletzter Eitelkeit.

Der Major sah ihn ernst au und sagte no einmal:

Gewiß, mein Junge. Mädchen ruhig anvertrauen, näckig verschmähtest

. mei

Ich kann Dir

Brauch und Form sind wir noch nicht verlobt, aber

lassen, daß Du es jetzt begehrst, wo es eine

ich weiß es.

damals, als DOD. .. damals lernte ich ihr gut

Willy quittierte durch ein, mißtrauische Miene.

ich hab eine

einige Wochen nach Meran gehen. Ich würde die

Damen gern begleiten, kann aber nicht weg von 5

hier. Nun wirst Du begreifen, daß mir der Ge⸗ verschönen.

danke Qual macht, irgend ein windiger Galan Ein wohliges Schmunzeln verklärte Onkel könnte sich an die Kleine heranschlängeln.... Diefenbach's gutmütiges Gesicht.

wenn die leidende Mutter selbst durchaus zuverlässig

Onkel Diefenbach tief atmend eine en am Knopf

Assessor auf'

Dir! meinte der Neffe mit kurzem

das das Du selbst so bart⸗ 1 Deine Moral wird nicht zu

anderen gehören soll, dem Du Achtung, Dankbar⸗

n keit schuldest.... von dem überdies deine Existenz

e abhängt.... Denn mein Sohn, wenn Du mich hintergingest... Bitte, beleidige mich nicht, Onkel!

Der Assessor erhob sich von seinem Platze.

Schon gut, Hitzkopf, begütigte der Major in⸗ dessen.Also abgemacht! An Geld soll Dir's in Meran nicht fehlen. Du reisest morgen. Lotte und ihre Mutter treffen in wenigen Tagen dort ein. Und dann wirst Du den Damen stets viel Gutes von mir erzählen, verstanden? Die Kleine soll keine Angst haben, mir mein einsames Alter zu

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*

Da übermannte Willy das Komische der Situation dermaßen, daß er in schallendes Lachen ausbrach.

Das war einfach gottvoll!

Er hatte alle möglichen Rollen den Frauen gegenüber gespielt, aber die als quasi väterlicher Beschützer noch nicht. Das mußte ja bildend für seine ganze Zukunft wirken. Dabei alles um diese kleine Lotte! Wer hätte das gedacht! Das konnte niedlich werden! Jedenfalls ganz amüsant

Und nunmehr völlig versöhnt mit der nächsten Zukunft, versprach er seinem Onkel alles mögliche Gute.

Am anderen Tage bereits dampfte er ab nach Meran um seine Mission zu erfüllen.

Eine Woche später erhielt Major Diefenbach die erste Nachricht von seinem Neffen. Per Post⸗ karte meldete er die Ankunft der Damen an, die sich gefreut hätten, ihn in Meran zu treffen.

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Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

arbeiten des Mains 10 der preußisch⸗ hessischen Strecke 42 500 4 und zur Regulierung der bayrisch⸗hessischen Strecke oberhalb Offenbach 32 500 4 fordert. Ein Gesetzentwurf, der auf eine andere Organisation der Staatss chulden⸗ verwaltung hinausläuft, liegt der Kammer gleichfalls vor. Der Abg. Dr. Schröder bean⸗ tragte die Aufhebung des Gesetzes vom 30. Oktober 1860 wegen der Haftverbindlich⸗ keit der Gemeinde für ihre Gemeindeange⸗ hörigen in Bezug auf nicht bezahlte Arzneirech⸗ nungen. Der Abg. Köhler beantragte eine durchgreifende Reviston der Verordnung vom 31. Juli 1890 wegen der Gerichtskosten und Gebühren, samt dem Stempel⸗ und Ge⸗

bührentarif. * Darmstadt, 19. März. Der Geh. Baurat der seit 1869 an

Dr. Heinrich Wagner, der hiesigen technischen Hochschule als Professor der Architektur wirkte, ist nach dreitägiger Krank⸗ heit gestorben. Wagner war der Erbauer des Hauptgebäudes der 1895 bezogenen neuen

Hochschule. Vermischtes.

Der heilige Oelbaum der Akropolis. Ein eigentümliches Ereignts wird von den Griechen als ein Vorzeichen für den glücklichen Ausgang des bevor⸗ stehenden Kampfes begrüßt. Auf der Akropolis in Athen, im Heiligtum der Pandrosos, Tochter des Cekrops, ist der alte, einst von den Persern verbrannte heilige Oel⸗ baum nach Jahrtausenden wieder erstanden. Er ist nur drei Spannen hoch und sein Stamm ist nur so dick wie der Arm eines Mannes, aber er ist ein richtiger wilder Oelbaum, wie er in Afrika nicht vorhanden, sondern nur in Olympia zu finden ist. Deshalb wird die Vermutung, als sei er vor Jahren von Menschenhand hier gepflanzt worden was wegen des vollständig felsigen Bodens unmöglich wäre zurückgewiesen. Der neue, sich genau an der geweihten Stelle erhebende Schößling, wo sich die Zweige jenes heiligen Baumes ausbreiteten, soll aus den uralten, durch die Jahrtausende erhaltenen Wurzeln her⸗ vorgegangen sein. Dies ist auch die Ansicht der archäo⸗ logischen Gesellschaft, die beabsichtigt, mit seinen Zweigen die Stirnen der chriechischen Kämpfer zu schmücken, wenn sie siegreich heimkehrten!

Die Aussichten eines Theologen. Der Selbstmord eines jungen Theologen erregt in Zehlendorf bei Berlin allgemeine Teilnahme. Der als Privatlehrer thätige Predigtamts⸗Kandidat K. hat sich in seiner Woh⸗ nung erschossen, während er noch am Abend vorher in scheinbar harmlosester Stimmung mit Freunden spät zu⸗ sammen war. Einige Briefe beweisen, daß der 22jährige junge Mann die That bei klarem Verstande ausgeführt hat. In einem Briefe erzählt er u. A.:Es ist jetzt gerade ein Jahr her, daß ich das Staatsexamen bestanden habe. Beide theologischen Prüfungen habe ich abgelegt, so schnell es unter den heutigen Verhältnissen möglich ist. Bei einer Vorstellung bei dem hochwürdigsten Konsisto⸗ rium erfuhr ich, daß ich im Juni v. J. noch etwa 350 Vorderleute hatte, eine Anstellung also in den nächsten Jahren nicht zu erwarten ist. Diese Aussichtslosigkeit treibt mich zum Wahnsinn, dem ich durch meine That gängen und Spielen berichteten. Sie erzählten immer sehr viel von Lotte, die munterer und netter denn je wäre. Doch plötzlich völlig auf.

Der Major entschloß sich zu einer Nachfrage bei seinem Neffen.

Ganze vier Wochen mußte er auf das Antwort⸗ schreiben warten, dessen Inhalt eben so seltsam wie überraschend war:

Lieber Onkel, begann der Brief,enterbe mich meinetwegen.... hasse mich... verachte mich

... ich konnte nicht anders. Ich habe mich mit Lotte verlobt. Sie ist das entzückendste Wesen der Welt. Vielleicht vermagst Du sie leichter zu vergessen.... Ich könnte ohne sie nicht leben. Jetzt erst kenne ich Liebe! Ich habe gekämpft wie ein Held, um der Gefahr zu entrinnen, um nicht nach dem Verbotenen zu greifen.... Aber es half nichts. Sie liebt mich wieder! Ich bin glücklich! Dein unwürdiger Neffe.

Onkel Diefenbachs Erwiderung erfolgte um gehend. Er überbrachte sie seinemunwürdigen Neffen sogar persönlich und sie fing ungefähr folgendermaßen an:

Du Schlingel.... Du Schwerenöter. 5 daß Du so leicht in die Falle gehen würdest, hätt' ich doch nicht gedacht! Schwer genug hast Du mir's gemacht, Dich unter den Pantoffel zu bringen. ... Ja ja, nur hoch hängen muß man die Trauben.... und zwar sehr hoch! Na, meinen Segen, Kinder!

Humoristisches.

Stärkste Leistung. Ich hoffe, Sie werden meine Annonce in recht gefälligem Arrangement

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Dann kamen so nach und nach alle drei Tage beinahe Postkarten an, die von gemeinsamen Spazier⸗

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drucken! Zeitungsbesitzer:Wenn Sie Ihre Annonce in meinem Blatte lesen kaufen Sie sich selbst was ab!(Fl. Bl.)