Gießen, Sonntag,
den 18. Juli
1897.
S uli:
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Ausgabe
Gießen.
ische Landeszeitung.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
1
er 50 Pfg.
5 1 8 lokales und Provinzielles.
Gießen, 17. Juli. Außer der Handels- mmer, welche ja ständig ihre Sitzungen im zen Hause des Kaufmännischen Vereins ab—
Aten wird, tagt nun in demselben auch die Ortgle bufmännische Krankenkasse, außerdem hat der 90 lörstand des hiesigen Detaillisten⸗Vereins be⸗ flossen, ein über das andere Mal das Vor⸗ ! budszimmer des Kaufmännischen Vereins zu ingflub, inen Beratungen zu benutzen.— Bei dieser Kalset Ni legenheit wollen wir darauf hinweisen, daß 0 Pfa f Nichtmitglieder des Vereins demselben f. seinem Restaurationsraume willkommene Vorstand iste sind. —— Gießen, 17. Juli. Die Omnibus⸗Gesell⸗ haft hatte gestern wieder einmal Pech. Als f ien Abend ein vollbesetzter Sommerwagen li fndet! Seltersweg hinauffuhr, brach eine Axe. n e Passagiere mußten aussteigen und zu Fuß 1
ach dem Bahnhof wandern. Auch vor einigen 9
ligen passterte am Seltersweg ein Oumnibus⸗ tritt frel.
Ariebsunfall, indem aber nur eine Deichsel
ub rach. 4 1
Gießen, 17. Juli. Ein trauriges Bild Armen entrollte gestern eine Verhandlung en die geschiedene Ehefrau Loesch, geborene ile, vor dem Schöffengericht. Die Ange⸗ Igte, welche 5 kleine Kinder zu ernähren hat, zwar wegen Eigentumsvergehen schon vorbe— Aft, sie hat aber, wie in der Verhandlung fest⸗
ö fellt wurde, in den letzten 3 Jahren sich lich Mühe gegeben, sich und die Kinder ehrlich chzubringen. Die That, die der Bedauerns⸗ % Aten zur Last gelegt wird, ist die folgende:
16* I hat ein Portemonnaie mit einer Mark
ü Pfennig Juhalt gefunden und den Betrag
. ber Weise verwendet, indem sie, um nicht
elplätzen Igesteckt zu werden, damit eine Polizeistrafe
Mählte. Die Angeklagte hat, auf der Polizei Aommen, die That geleugnet und schwerlich Ute man sie wohl überführen können. Aber sie das mit ihr aufgenommene Protokoll Herzeichnen sollte, da weigerte sie sich, die Poahrheit zu unterschreiben, gestand dem Haanalschutzmaun ihr begangenes Unrecht ein
e für Vereine en ur Verfügung.
re aus der Brauer Per Glas 10 Pg tene Welne,
leistete sofort vollen Ersatz für den unter⸗ * genen Fund. Der Amtsanwalt plaidierte sebung. Rücksicht auf die Vorstrafe der Frau für An⸗
5600 ung der vollen Strenge des Gesetzes. Das
3 Pffengeri ht aber bewilligte der Angeklagten,
g. ache weinend um Zuerkennung einer Geldstrafe 10 be dell mildernde Umstände und erkannte auf
halte ich 1 1 Tage Gefängnis. Was wird während dieser
ib enen,, Tage aus den armen Kindern?
Betine einen e e Gießen, 17. Juli. Die seit Ende der
er Jahre schwebenden Prozesse des ver⸗
„ 2 das Gießener Braunstein⸗Bergwerk C. W.
Crun. Fernie, bei denen es sich um wahre Monstre⸗
—
fe die Kläger 70 000 4. Die Parteien ver⸗ Ihen gegenseitig auf Rückerstattung des von Fönachen soll. Weiter trägt jeder noch ent⸗ nde Kosten zu seinem Teil. Man spricht
Srmereen. benen Rechtsanwalts Brühl resp. dessen ike ist befens gc Fben(ein wahrer Rattenkönig von Klagen) Auestwerte drehte, ist endlich durch Vergleich 25 der Welt geschafft. Das Bergwerk zahlt 90 ra ee schon für Kosten in dieser Sache gezahlten bages, welcher ein ansehnliches Vermögen in, daß die 70 000 4, welche die Kläger
Tageszell. illten, noch lange nicht die Prozeßkosten deckt,
1 für diese ein halbes Jahrhundert lang ge⸗
6888 Pf ber Prozesse von dem Kläger aufgewendet Anden.
Lidqueuel. Gießen, 17. Juli.(Geländeerwerb.) Aer Adem vor einigen Tagen der Maurermeister Jul Auf in der Bleichstraße zwei Bauplätze für 270 100& erworben, kaufte gestern der Leder⸗ in kant Louis Lotz vom Baumaterialienhändler aan Dern ca. 5500 Quadratmeter Baugelände, ine„ Hamm igen, für den allerdings billigen Kl. Wu a en b ligten ftinstel Ausfatul
les von 10 5 Gießen, 17. Juli. In dem au der Eder— generzeugnisse fielen dem Dieb zum Opfer, lern eine im Gartenhause untergebrachte arienvögelzucht. Das Drahtgitter war 3 Unschnitten und sämtliche Käfige mit ihren hne, duder Dieb die Vögel wahrscheinlich hier und erweh Um Verkaufe anbieten wird, dürfte es nicht
ni 1 i wertvollen Insassen waren verschwunden.
full
5
dhe belegenen Garten des Bäckermeisters Alvs,
Foreiner wurde in der Nacht vom Donners— auf Freitag ein Einbruchsdiebstahl Riot. Aber nicht etwa Gemüse oder sonstige gur fallen, seiner gagtt%,„seiner habhaft zu werden. 15 10 4 Gießen, 17. Juli. Der Weißbindermeister 771 1 A Von Hoh meier hierselbst, eine stadtbekannte eiste 1 10 nlichtett, hat sich gestern in einer Hütte
1 eus mütterlichen G 8 erhä 0
b. 1655. artens erhängt. Der Mann 5 4 8 kibelte seit längerer Zeit. 8 e er
If.
Gießen, 17. Juli. Kreisen Hessens sollen demnächst Geometer erster Klasse als Kreisbeamte angestellt werden. Durch die Uebernahme ehemaliger Staatsstraßen in die Verwaltung der Kreise, die bevorstehenden Straßen⸗Neubauten u. s. w. ist die Anstellung derartiger Beamten notwendig ge⸗ worden. Bisher wurden solche Beamten in den Kreisen Offenbach und Friedberg angestellt. Be⸗ merkt sei, daß die Geometer Hessens die Anstel⸗ lung von Bezirksgeometern anstreben.
Gießen, 17. Juii. Durch den seitherigen, mit Ausnahme einiger Städte so ziemlich allge— mein geübten Austellungsmodus waren den Lehrern vom Lande die Pforten der Stadtschulen verschlossen. Ein weiterer Schritt zu der von dem hessischen Volksschullehrerstand geforderten Gleichstellung der Stadt und Land— lehrer ist durch den Schulvorstand zu Mainz geschehen; dort sollen in Zukunft sämtliche zu besetzende Lehrerstellen zur Konkurrenz ausge— schrieben und so noch tüchtigen Lehrern vom Lande Gelegenheit gegeben werden. Anstellung in der Stadt zu finden.
* Bad Nauheim, 16. Juli. Welch ein bedeutender Geschäftsverkehr durch das
Aufblühen des Bades in unserer Stadt mit ihren 3500 Einwohnern herrscht, mögen die folgenden Zahlen beweisen: Vom 1. Juli 1896 bis 1. Juli 1897 wurden im Amtsbezirke Bad Nauheim 122 freiwillige Hypotheken im Gesamtkapitalbetrag von 4,162,374. errichtet und 98 freiwillige Hypotheken im Gesamtkapitalbetrag von 808,391 Mark gelöscht. Für die Gemeinde Bad Nauheim wurden in derselben Zeitperiode 79 freiwillige Hypotheken in einem Kapitalbetrag von 4,056,448 Mark errichtet und 61 Hypotheken in einem Kapitalbetrag von 525,274. gelöscht. Unter den hier errichteten Hypotheken befindet sich eine von 2 Millionen. zu Lasten einer Aktien⸗ gesellschaft.
Eine unverwelkbare Blume.
Im Museum der ägyyptischen Altertümer von Kairo befindet sich gegenwärtig das älteste Herbarium der Welt. Es ist eine eigenartige Sammlung von hundertjährigen Pflanzen, die man in den Gräbern der Mumien der alten ägyptischen Könige entdeckt hat. Einige dieser Pflanzen haben sich wunderbar erhalten. Unter diesen Blumen (fromme Totenopfer) giebt es welche, die durch einige Tropfen lauwarmen Wassers ihr Leben und ihre Farbe wieder erhalten. Die Gräber, wo diese Blumen entdeckt wurden, stammen aus dem vierten Jahrhundert vor Christi Geburt.
Es sind weiße und blaue Lotusblumen, rote Mohn⸗ blumen, Chrysanthemen, orientalische Alcen, Granatblüten, Rosen usw. Unter diesen sich wiederbelebenden Pflanzen befinden sich zwei botanische Wunder: das kleine Farren⸗ kraut von Arkansas und die biblische Rose von Jericho, die in wunderbarer Weise auf den Flügeln des Windes hergetragen worden. Noch staunenswerter ist die antike „Blume der Toten“, gleichfalls in einem der Königs⸗ gräber entdeckt, wo sie vielleicht seit dreitausend Jahren geschlafen hat. Bei ihrer ersten unvergleichlichen Wieder⸗ geburt wurde diese geheimnisvolle Blume von einem Ge⸗ lehrten, dem Doktor Deck,„die Blume der Auferstehung“ genannt. Woher kommt diese Blume? Man weiß es nicht. Sie gehört zu keiner Familie, man kennt auch ihre Wiege nicht, sie scheint auch weder von einer anderen Blume abzustammen, noch auch sich fortzupflanzen. Indem man von dieser Wunderblume spricht, glaubt man das Gebiet der Naturgeschichte zu verlassen und in das der orientalischen Märchen einzutreten. Selbst die Entdeckung derselben gleicht einer Erzählung aus:„Tausend und eine Nacht.“ i
Im Jahre 1848 unternahm der Doktor Deck eine Reise in Oberägypten und durchstreifte die WMüste, un die reichen Smaragdgruben wieder aufzufinden, die schon im Altertum ausgebeutet wurden. Auf dieser Reise traf er mit einem alten Araber zusammen, dem er das Leben rettete. Der Araber, ein armer Mann, wollte aber trotz seiner Armut dem berühmten Doktor seine Schuld be⸗ zahlen, und zwar mit dem Schatz, der— wie er sagte— mehr wert sei, als alle Edelsteine der Welt. Dieser kost⸗ bare Schatz bestand in einer Pflanze, einer kleinen un⸗ scheinbaren vertrockneten Blume, die, nach seiner Versiche⸗ rung, in einem der antiken Gräber, am Saume der Wüste entdeckt worden sei, wo sie am Busen der Mumie einer ägyptischen Priesterin geruht habe, wie keine andere. Bei Anhörung dieser märchenhaften Schilderung eines so un⸗ scheinbaren Pflänzchens, das auf seinem verwelkten Stiele zwei Knospen trägt, vergilbt von der Zeit, verbrannt von der Sonne, kann sich der Doktor Deck eines Lächelns nicht erwehren.
Darauf nimmt der Araber einige Tropfen lauwarmen Wassers, begießt damit die Pflanze, und— 0 Wunder! — dieselbe fängt an sich zu beleben, zu zittern; der Stiel richtet sich auf, die Knospen dehnen sich aus, springen auf, die Blume kommt hervor und entfaltet sich mehr und mehr, breitet ihre zarten Blätter aus, und nicht lange dauert es, da strahlt sie im schönsten Glanze, eine in allen Regenbogenfarben schimmernde Krone. Und, indem sie ihren Busen entblößt, entdeckt das Auge des entzückten Beschauers auf dem Grunde einige Samenkörner.
In den einzelnen
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Zspaltige Petitzeile.
Doch, ach! Dieser kostbare Samen, den die„Blume der Auferstehung“ seit so vielen Jahrhunderten mit eifer⸗ süchtiger Sorgfalt an ihrem Busen hütet, ist für immer unfruchtbar.
Welchem Boden wollte man sie anvertrauen und unter welcher Sonne könnte ste gedeihen?
Doch welche abermalige Ueberraschung! so plötzlichen, kurzen Auferstehung vom Jahrtausende langen Todesschlafe fängt die Blume an zu welken. Der Stengel krümmt sich, die Blätter ziehen sich zusammen und verdorren, die Krone neigt sich und schließt sich wieder, die ganze Blume stirbt!— Welch ein Bild! Es war das Leben, es ist der Tod!— Das einzige, was bleibt von der Pflanze, das sind die beiden Knospen, die zwei kleinen, unscheinbaren Kugeln, verdorrt von der Zeit, verbrannt von der Sonne seit fast dreitausend Jahren!
Sprachlos vor Staunen und Bewunderung ergreift der Doktor Deck diese außerordentliche Blume und trägt sie fort.
Er hat seitdem mehr als hundert Mal denselben Versuch gemacht und immer mit demselben Erfolg; jedes⸗ mal erwacht diese Wunderblume der Wüste, sobald sie einige Tropfen Wasser getrunken, zu neuem Leben und zeigt sich in ihrer unvergänglichen Schönheit, gleichsam als wollte sie sagen:„Seht! so sah ich aus zur Zeit der Pharaonen“. Als der Doktor auf dem Sterbebette lag, vermachte er die„Auferstehungsblume“ seinem Schüler und Freund, dem Gelehrten Lames, der ebenfalls täglich dieselben Versuche mit dieser geheimnisvollen Blume gemacht und auch stets mit gleichem Erfolge.— Arnold Boscowitz, der ausgezeichnete Gelehrte und Verfasser des Werkes:„Die Seele der Pflanze“, ist der Ansicht, daß die Alten bereits dieses größte Wunder des Pflanzenreiches gekannt haben. Er schreibt darüber folgendes:„Es ist sehr wahrscheinlich, daß im Mittelalter der Orient einige Erinnerungen davon bewahrte, denn man findet in der Kathedrale von Bayeux, sowie in der von Rouen auf den Gräbern der Kreuzfahrer, ebenso auch auf der Insel Malta auf den Gräbern der Malteser Kreuzritter eine geheimnisvolle Blume— als ein Sinnbild der ewigen Liebe— eingegraben, die eben keine andere ist, als diese „Auferstehungsblume“, im Augenblicke, wo fie sich ent⸗ faltet.“ Wird jemals das Geheimnis dieser Wunderblume aufgeklärt werden?
Standesamtliche Nachrichten. Geburten.
Am 6. Juli. Dem Schlosser Ludwig Sert ein Sohn. Dem Taglöhner Heinrich Lynker eine Tochter.— 7. Dem Stations⸗Assistenten Johannes Letzing eine Tochter. Dem Schmied Ernst Döll eine Tochter, Katharina Margarethe Marie Lina. Dem Hilfsbremser Johann Karl Brasch ein Sohn, Ernst Ludwig. 9. Dem Wirt Eduard Kasparbauer eine Tochter, Magdalena Franziska. Dem Bandagist Friedrich Wilhelm Höse ein Sohn.— 10. Dem Maschinisten Justus Haas ein Sohn, Wilhelm Heinrich. Dem Chemiker Karl Felsing ein Sohn. Dem Kutscher Ludwig Lepper ein Sohn, Karl Heinrich Christian.— 11. Dem Bremser Konrad Karl Gorr ein Sohn, August. Dem Kaufmann Wilhelm Ockel ein Sohn. Dem Metallgießer Franz Wormbrunn ein Sohn, Adolf Hans August. Dem Wirt Anton Koch ein Sohn.— 12. Dem Schneider Heinrich Müller ein Sohn. 13 Dem Heizer Karl Becker eine Tochter, Lina. Dem Kauf⸗ mann Otto Hochstätter ein Sohn, Otto Hans Karl. Dem Zimmermeister Georg Schuhbecker eine Tochter, Gertrud Mathilde.— 14. Dem Prof. Dr. Karl Elbs ein Sohn, Karl. Dem Schreiner Karl Astermann eine Tochter, Charlotte Margarete Elisabeth.
Aufgebote.
Am 12. Juli. Heinrich Karl Schmitt, Sergeant zu Butzbach, mit Karoline Margarete Wilhelmine Volk hier⸗ selbst.— 13. Balthaser Wisker, Rangiermeister dahier, mit Gertrude Juliane Fuchs hierselbst. Lippmann Weil, Generalagent dahier, mit Rosa Faßbender zu Limburg. 14. Johannes Gottlieb Wolff, gr. Beigeordneter dahier, mit Karoline Klara Haberkorn hierselbst. Friedrich Johannes Jakob Mylis, Kaufmann zu Wetzlar, mit Wilhelmine Margarethe Schüler hierselbst.— 16. Karl Frensdorf, Kaufmann dahier, mit Hedwig Ledermann zu
Nach dieser
Heidelberg. Johann Heinrich Philipp Rauch, Fabrik⸗ arbeiter zu Beilstein, mit Christiane Elisabethe Hofheinz daselbst. Eheschließungen. Am 10. Juli. Peter Johann Maria Stommel,
Bremser dahier, mit Anna Maria Sattler hierselbst. Georg Karl Haupt, Sergeant dahier, mit Margarethe Henriette Volk hierselbst.— 12. Karl Martin Allgeier, Schueider dahier, mit Anna Margaretha Bebling hierselbst. — 14. Johannes Engel, Pfarrverwalter zu Obbornhofen, mit Anna Elisabeth Marie Albach hierselbst.— 15. Ernst Albert Rahnefeld, Wirt dahier, mit Katharine Dieter hierselbst. Sterbefälle.
Am 9. Juli. Karl Maier, ein Monat alt, Sohn des Dachdeckers Hermann Maier dahier. 11. Mathilde Eise, ein Jahr alt, Tochter des Schneidermeisters Herm. Philipp Eise dahier. Ernst Friedrich Helferich, 3 Jahre alt, Sohn des Knechts Martin Helferich dahier.— 12. Marie Stief, geb. Bischoff, 69 Jahre alt, Witwe des Stadtbaumeisters Johannes Stief dahier.— 14. Peter Eduard Georg Grimm, 23 Jahre alt, Maurer von Jüges⸗ heim, Kreis Offenbach, Musketier 7./ 116. dahier.— 13. Heinrich Steinmüller, vier Monate alt, Sohn des Maurers Wilhelm Steinmüller dahier. Tilli Eißfeller, ein Monat alt, Tochter des Schuhmachermeisters Theodor Eißfeller dahter. Valentin Erzgräber, 72 Jahre alt, Arbeiter
Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
dahier.— 15. Karl Heinrich Appel, 1 Jahr alt, Soh des Spenglermeisters Georg Appel dahier. Karl Elbs, neun Stunden alt, Sohn des Professors Dr. Karl Elbs dahier.— 16. Karl Brühl, 23 Jahre alt, Kaufmann dahier.
Neuefte Telegramme.
Hd. Hamburg, 17. Juli. Hier haben große Massenverhaftungen von Personen stattgefunden, die es auf eine systematische Beraubung von Kaufmannsschiffen ab⸗ gesehen hatten. Bisher wurden 31 Personen verhaftet. Weitere Verhaftungen stehen bevor.
Hd. Kiel, 17. Juli. Gestern kollidierte im Nordostseekanal ein Hamburger Dampfer mit einem Schleppdampfer, wodurch vier Fahrzeuge leck wurden.
Hd. Stockholm, 17. Juli. Der am Sonntag Nachmittag angetretene Flug Andrees nach dem Nordpol hat hier ungeheure Erregung hervorge⸗ rufen. Alle Blätter bringen Extra⸗ Ausgaben, worin derselbe als wichtiges nationales Ereignis besprochen wird.
Hd. Mons, 17. Juli. Der gestrigen Ver⸗ sammlung des Arbeiter-Gewerberats wohnten Delegierte der Arbeitgeber nicht bei, angeblich weil die sozialistischen Ortsvorsteher keine hinreichenden Polizeimaß⸗ regeln getroffen hatten, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Borgers erklärte in einer Volks⸗ versammlung, dieser Streik werde den Sozialisten bei den nächsten Wahlen zu einem glänzenden Siege verhelfen. In Bouverin wurden mehrere Aufständische wegen Mißhandlung von Streik⸗ brechern verhaftet.
Hd. Mons, 17. Juli. In den Berg⸗ werken der nördlichen und süd⸗ lichen Borinage ist der Streik er⸗ loschen, im Mittelbecken dauert der⸗ selbe noch fort.
Hd. Rom, 17. Juli. In Ferrara ein Bauernausstand ausgebrochen. mußten militärisch besetzt werden.
Hd. London, 17. Juli.„Daily Mall“ meldet aus Konstantinopel: Der Sultan willige ein, Thessalien zu räumen, jedoch nur unter der Bedingung, daß Griechenland die ganzen Kriegs kosten vorher bezahlt.
Marktpreise.
Gießen, 17. Juli. Auf dem heutigen Wochen⸗ markt kostete: Butter p. Pfd. 0,90— 1,10 Mk., Hühnereler 1 St. 6, 2 St. 13 Pfg., Enteneier 6 Pfg., Gänseeier 11 Pfg., Käse 5—8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 18, Linsen 27 Pfg., Tauben per Paar 0,70— 0,90, Hühner p. St. 1,20— 1,40, Hahnen 1,30— 1,50, Enten 1,70- 2,00, Gänse per Pfund 48— 54, Ochsenfleisch 66— 74, Kuh- und Rinddleisch 60 bis 66, Schweinefl. 60— 70, Schweinefl., gesalzenes 74, Kalbfleisch 56— 60 Pfg., Hammelfleisch 50— 60, Kartoffeln pro 100 Kilo 6-7 l, Zwiebeln per Zentner 8—9 Mk., Kirschen per Pfund 12— 15 Pfg., Milch per Liter 16 Pfg. Gurken 3— 5 Mk.
Erprobte Rezepte!
Kartoffeln in Petersilien⸗Sauce. Man röstet in einem Stückchen Butter 2 Kochlöffel Mehl mit einem Eßlöffel voll feingehackter Zwiebeln gelblich an, giebt einen Löffel voll feingeschnittener Petersilie dazu und rührt das Mehl mit schwacher Fleischbrühe zu einer gebundenen Sauce. In diese kommen die vorher in Salzwasser abgekochten Kartoffelschnitze, das nötige Salz und etwas Muskatnuß.
Nun kocht man das Ganze zusammen noch einige Minuten auf und kräftigt das Gemüse vor dem Anrichten mit 2 Theelöffeln„Maggi“.
ist erneut Viele Orte
Th. Haslinger.
Wasche mit Luhns Wasch⸗Extract! Sparsam und billig, ohne Schärfe!— Anzuwenden ohne Seife, ohne Soda! Kein Anschmieren der Wäsche ön!l tig— Zum Reinigen der Haus⸗ und Küchengeräte, Treppen usw. äußerst beliebt!— Ueberall in Schachteln A4 ½ Pfund zu haben.— Bitte versuchen!
In Bingen am Rhein ist unter dem Namen „Rheinisches Technikum“ eine neue Lehranstalt für Maschinenbau und Elektrotechnik ins Leben getreten. Der Lehrkursus umfaßt 5 Semester. Mit der Anstalt ist eine Werkmeisterschule verbunden, deren Ziel sich in zwei Semestern erreichen läßt. Der Eintritt neuer Schüler erfolgt zweimal im Jahre, zu Ostern und zu Michaelis. Die Leitung des Technikums hat der im technischen Lehr⸗ fache bereits bestens erfahrene Maschinen⸗Ingenieur Regie⸗ rungsbaumeister Hoepke übernommen. Die Stadtver⸗ tretung hat beschlossen, demnächst ein neues Gebäude für die Zwecke der Anstalt zu errichten.
Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Dru der E. Ottmanyschen
3 Gießen, Schloßgasse 13.


