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Gießen, Dienstag, den 17. August
1897.
Postztg. Nr. 3319.
Ausgabe
Gießen.
ische Landeszeilung.
s Posiztg. Nr. 3319. Telephon ⸗Nr. 112.
7 Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
Telephonu⸗Nr. 112. 3.
9 5
ales und Provinzielles.
Gießen, 16. Aug. Das Vermögen der allditäts⸗ und Altersversicherung [Großherzogtums Hessen betrug pro nach den vom Reichsversticherungsamt gegebenen Nachweisungen 7 547 897 K. en Jahr erhobene Beiträge 1901 715&, last gelegte Renten für
4 e ausgedrückt 5,26 Prozent.
richtet. Stroh können ihre
Gießen, 16. Aug.
hen des Rades.
e neue Radfahrbahn abzufahren.
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0 war weniger stark besucht. 2 Uhr nachmittags wurde Rußen lebendig, überall, wo man den
5 Seiten der Straße Spalier.
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guch höchstens 150 Radler und einige 1
1 1
e rein sportlich behandeln.
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sses die Zuschauer immer zu
ltersversicherung 4, für Invaliditätsversicherung 2385 4, aus⸗ ite Renten für Altersversicherung 231737*, suvaliditätsversicherung 113 018, Rück⸗ ung für Beiträge bei Verheiratung 4247, odesfall 1252, die Durchschnittshöhen bewilligten Renten für Altersversicherung ich auf 139, für Inwaliditätsversiche⸗ 120. Die Verwaltungskosten betrugen 30„ oder in Prozenten der Gesamtein⸗
Hießen, 16. Aug. Am 20. August 1897 Uierselbst ein Manöver⸗Proviantamt Verkäufer 7 von Heu
ngebote am genannten nachmittags auf dem Geschäftszimmer des sontamts— Restauration Spieß am Os⸗ garten— mündlich oder schriftlich abgeben. Am 28. Januar d. J. e unter Gebrauchs muster, Kl. 72, Nr. . eingetragen dem Herrn C. P. A. Schmidt⸗ en: Gewehrauflage, bestehend aus einer eine federnde Klammer an den Schaft an⸗ ken, in einem Rohr teleskopisch verschieb⸗ u und arretierbaren Stange, die beim Nicht⸗ uch von einer federnden Gabel festgehalten
5 Gießen, 16. August. Jugendspiele. sämtlichen amtlichen Lehrerkonferenzen des sherzogtums soll in nächster Zeit das Thema: sgendspiele in der Schule“ besprochen werden. Gietzen, 16. August. Unsere Stadt stand Samskag und Sonntag wieder unter dem Das Wetter ließ nichts zünschen übrig, darin haben unsere Rad⸗ r nun einmal Glück. Die fremden Renn⸗ r waren am Samstag fleißig an der r er mers am Samstag Abend im Restaurant fand die Wanderer und die Mitglieder des Atoriums, teilweise mit ihren Damen, alle auf Posten, ebenso waren die fremden Gäste alle Stelle. Der Frühschoppen am gestrigen Gleich es auf den f Corso warten hatte, bildeten die Menschen zu Der Rad⸗ zug war allerdings gegen das letzte Mal er imposant und bot auch nicht das far⸗ Wächtige Bild zwie jener Zug. Es fehlten die zahlreichen Standarten und dann 190 Ad⸗ gen. Aber man wollte ja dieses Mal die g Auf dem Sport⸗ hatten sich unterdes wohl nahe an 3000 Shaauer eingefunden. Das Jugendfahren, die n Mehrsizerfahren und das Fahren um di herschaft waren besonders aufregend. Die nen Rennen erfolgten flott hintereinander, ö beobachten fanden keine lange Weile bekamen. Die Rennen .——— 5
waren um 7½ Uhr zu Ende, worauf auf der
Terrasse die Preisverteilung stattfand. Musik und Tanz bildeten den Schluß des Vergnügens, welches erst spät in der Nacht sein Ende er⸗ reichte..
g Gießen, 16. August. Das gestrige herr⸗ liche Wetter hatte ganz Gießen hinaus ins Freie gelockt. Zu allen Thoren zogen frohe Menschen
wollten. Am belebtesten war wohl die nach Heuchelheim führende Straße. Hunderte zogen
Ein Fuhrwerk jagte das andere.
gesellschaft bis zum
Straße vorgekommen.
überfüllt. In mehreren Gärten wurde Freien getanzt.
und Staub und verscheuchte Schnaken.
setzung in Heuchelheim.
demselben
Sportplatz zufuhren, wurde in der wärtigen Korsoteilnehmer,
„sehen lassen“ wollte, überfahren.
schine auf einem Knäuel. Anblick. diesem Vorfalle trug, Als sich herausstellte,
total zerrissen war, die unter
zahlt hätte, g „Herr“— das Hasenpanier,
die Nummer t er im Menschengetümmel verschwunden.
derer,
forschungen an.
einige beherzte Männer die verdiente Strafe in feigen zuteil werden ließen. * Gießen, 16. Aug. Geistesstbrung
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Fetertagen. Preis der Anzeigen! 10 fg. für die öspaltige Petitzeile.
hinaus, die sich des prächtigen Tages erfreuen
zur Hardt, um dem Radlerfest beizuwohnen, Tausende zur Heuchelheimer Kirchweih. Vom schönsten Wagenpferd bis zum abgerackertsten Klepper, vom schwerfälligsten Winterwagen der Omnibus⸗ leichtesten zweirädrigen Vehikel— alles war gestern in Dienst gestellt. Zwischen all den Tausenden Menschen wandten sich die meist dicht besetzten Wagen und Hunderte von Radfahrern mit großem Geschick hindurch. Nirgends ist unseres Wissens ein Unfall auf der Damit soll natürlich nicht gesagt sein, daß nicht abends mancher umgefallen ist, ohne mit irgend einen Fahrzeug kollidiert zu haben. In Heuchelheim selbst herrschte ein unbeschreiblicher Trubel. Alle Wirtshäuser waren im Alles schwitzte, schluckte Bier Viele raisonierten über die hohen„Feldwebel“ auf den Gläsern, griffen aber todesmutig ins Porte⸗ monnaie und zahlten doch. Das gehört eben zur Kirchweih. Am heutigen Montag ist Fort⸗
* Gießen, 16. August.(Ein„nobler“ Sportsmann.) Als gestern Nachmittag nach beendetem Radfahrer-Korso die Teilnehmer an in ziemlich scharfem Tempo dem Rod⸗ heimerstraße ein armer Junge von einem aus⸗ f der sich wahrscheinlich und die Voranfahrenden(indem er auf das Bankett aus wich)„ausstechen“ In einem Nu lagen der Ueberfahrene und der Radler samt seiner Ma⸗ Es war kein schöner Daß der Radler die Schuld an sei hier ausdrücklich betont. daß dem armen Jungen außer einigen Hautabschürfungen noch die Hose solchen Um⸗ ständen ein anständiger Herr ohne weiteres be— ergriff dieser Flegel— pardon schwang sich auf seine Maschine und noch ehe die Umstehenden der letzteren feststellen konnten, 910 Db⸗ licherweise nahm sich ein Mitglied der„Wan⸗ Gießener Radfahrer ⸗Gesellschaft“, des armen Jungen an und stellte zwecks Feststellung der Persönlichkeit des betreffenden Fahrers Nach⸗ Ob seine Bemühungen von Er⸗ folg waren, wissen wir nicht. Schade, daß nicht jenem„Sportsmann“ Gestalt gehöriger Ohr—
In einem Anfall von durchschnitt sich gestern Nachmittag in seiner Wohnung am Asterweg der
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Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
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ledige Schuhmacher Kleinhenn die Puls⸗ ader. Er hatte sich zuvor in seinem Zimmer eingeschlossen, fing laut zu schreien an, stellte sich an das offene Fenster und säbelte mit dem Schustermesser angesichts des inzwischen auf der Straße angesammelten Publikums an seinem Arm herum. Als der hinzugerufene Schutzmann die Thüre gewaltsam öffnen ließ, schwang sich der Schwerverletzte auf die Fensterbrüstung, hielt sich mit einer Hand fest und hing zum Feuster hinaus. Er wurde dann mit großer Mühe durch den in der Nähe wohnenden Gast⸗ wirt Stein wieder zum Fenster hereingeschafft, notdürftig verbunden und in die Klinik Nan i wo er heute morgen seinen Verletzungen erlegen ist. * Gießen, 16. Aug.(Diebstahl.) Einem fremden Radfahrer wurde gestern aus dem Ankleideraum auf dem Reunplatz, während er sich beim Rennen befand, der Inhalt seines Portemonnaies gestohlen.
„Gießen, 16. August.
lück heimgesucht worden. Mehrere Wohn⸗ häuser, Scheunen und Stallungen sind ein Raub der Fammen geworden.
Frau und Kinder. * Bad Nauheim, 15. August.
gehenden Woche sind 12667 Bäder,
Die Gesamtzahl Bäder ist
worden. der bis zum 1
d. Mts. verabreichten
jahres. Badezeit um 6 Uhr früh.
* Offenbach, 15. August. Versammlung
schule gewählt worden. * Mainz, 15. August.
Centrumspartei
der
schäftigt.
Wie uns mitgeteilt wird, ist gestern Abend das benachbarte Dorf Dutenhofen durch ein großes Brandun⸗
K. Grünberg, 16. Aug. In dem benach⸗ barten Dorfe Merlau stürzte am Samstag Morgen der Ackermann Konrad Rick so un⸗ glücklich aus seiner Scheune herab, daß er sofort seinen Geist aufgab. Der Verunglückte himerläßt
In der Woche vom 6. bis einschließlich 12. August d. J. sind 851 Fremde angemeldet worden, was mit den 13907 Fremden der vorigen Kurliste einer Gesamtfrequenz von 14758 entspricht. Der Vorsprung gegen das Vorjahr berechnet sich auf 2069. Noch anwesend sind 3878 gegen 3322 Personen am 13. August v. J. In der zu 0 also durchschnittlich in 1 Tag 1809 Bäder berahfeig
169 647, 20 355 Bäder mehr als am 12. August des Vor⸗ Vom 15. ds. Mts. ab beginnt die
f In der letzten, nicht öffentlichen Sitzung der Stadtverordneten⸗ ist Herr Gymnasiallehrer Dir. Otto aus Darmstadt als Nachfolger des Herrn Dr. Forbach zum Direktor der Höheren Mädchen—
Dieser Tage durch⸗ lief eine Mitteilung die hessischen Blätter, welche sich unter Hinweis auf eine kürzlich zu Offenbach stattgefundene Vertrauensmänner⸗Versammlung des Landtagswahl⸗ kreises Offenbach⸗Land mit der voraussichtlichen Stellung des Centrums im Wahlkreise Offen⸗ bach⸗Dieburg zur nächsten Reichstagswahl be⸗ Es wird darin behauptet, daß in jener Versammlung die Gründung eines Komitees beschlosen worden sei, das die Aufgabe habe, bereits jetzt die Agitation für die demnächstige Reichstagswahl kräftigst zu betreiben und
maßgebenden Centrumskreisen zu Gunsten eines sofortigen Eintretens— schon im ersten Wahlgange— für einen nationalliberalen Kandidaten, dessen Name schon jetzt genannt werde, sich hinneige. Wir nehmen zwar Nottz von dem Gerücht, zweifelten aber gleich an einer Richtigkeit. Die nächsten Reichstagswahlen wer⸗ den sicherlich die überraschendsten und unnatür⸗ lichsten Bündnisse zeitigen, daß aber in jenem Kreise die Centrumsleute ohne weiteres für den Nationalliberalen eintreten wollten, um den jetzigen sozialdemokratischen Vertreter Ulrich, zu stürzen, erschien uns unglaubwürdig. In einer Zuschrift an das„Mainzer Journal“ stellt denn auch jetzt Herr Maltzan, der Sekre⸗ tär des Landesausschusses der hessischen Cen⸗ trumspartei jene Meldung richtig. Er schreibt, daß es sich um eine fette Zeitungsente handle. *Kastel, 15. August. Gestern Nachmittag brannte ein in hiesiger Gemarkung gelegener großer Getreidehaufen, der dem Besitzer der Armenruhmühle, Herrn Schneider, gehörte, nieder. Eine bei dem Haufen in Gang befind⸗ liche Dreschmaschine sowie ein Erntewagen wurden ebenfalls ein Raub der Flammen. Der Schaden ist bedeutend.
Eingesandt. Verehrliche Redaktion!
Machen Sie bitte einmal in Ihrem geschätzten Blatte darauf aufmerksam, daß die Bewohner der Schloßgasse doch auch gewissermaßen Menschen sind, die auf nächt⸗ liche Ruhe einigen Anspruch haben. Schon verschie⸗ dene Nächte hindurch war es des herrschenden Skandals wegen stundenlang ausgeschlossen, ein Auge zu schließen. Polizei war keinmal zur Stelle. Jeder Be⸗ wohner der Schloßgasse wird bereit sein, zu bestätigen, daß vorstehende Zeilen den Thatsachen entsprechen.
Gießen, 16. August 1897.
Mit Hochachtung! Ein in der Schloßgasse wohnender Abonnent.
Neueste Telegramme.
Hd. Berlin, 16. Aug. Herr von Bülow hat alsbald nach seinem Ein⸗ treffen aus Petersburg die Geschäfte des Auswärtigen Amtes über⸗
nommen.
Hd. London, 16. Aug.„Daily News“ melden aus Athen. Gestern nahmen 3000 im Sommer⸗ theater versammelten Bürger folgende Resolu⸗ tion an. Angesichts der Thatsache, daß Europa Griechenland einen ehrenwidrigen Frieden auf⸗ gedrungen und weil die militärischen Positionen Griechen⸗ lands fast uneinnehmbar sind, fordern wir den König auf, alle Bürger unter die Waffen zu rufen und sich selbst an die Spitze des Heeres zu stellen.
Hd. Paris, 16. Aug. Der Paris Lütticher Schnellzug stieß bei Char ⸗ leroi mit einem Personenzug zu⸗
sammen. Acht Waggons wurden zertrümmert. Eine Auzahl Rei⸗ sende verletzt.
Marktpreise.
Grünberg, 16. Aug. Auf dem letzten Wochenmarkte wurden für Früchte folgende Durchschnittspreise(à 50 Kilogramm) erzielt: Weizen 9,31 4, Korn 6& 46 K, Gerste 6 1 12 4, Hafer 6* 70, Erbsen 0,00&, Kartoffeln 3„½00 3. Samen 12 4 25 K.
weiter enthielt die Notiz am Schlusse die Mel⸗ dung, daß mit Rücksicht auf die geringen Chancen einer Centrumskandidatur im Wahlkreise Offen⸗ bach⸗Dieburg die Stimmung in den dortigen
—
Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmanpschen Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 13.
Eeine reiche Partie.
Erzählung von Felix von Stenglin. (Nachdruck verboten)
(Fortsetzung.)
0 zeigte sich an den Fenstern. Ute er fast keinen Blick von dort.
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n unterbrochen.
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bor, stellen Sie mir das Essen warm.“ Ind hinaus war er schon aus den Garten.
dellmuth hatte während der Rede des Alten äbrend hinübergeblickt auf das Haus des An Karl Publmann, doch still lag es da, kein Auch jetzt
1 einer Weile wurde er wieder durch die me des Wirtes, der lautlos herangekommen
an ich muß Ihnen das noch zu Ende er⸗ n, von den Ezelius,— der Kellner bringt das gleich,— und das Kottlett macht meine Frau in schneidiger Herr war's, aber lachen an doch, wie so die erste Granate dicht 20 unsere Köpfe wegflog und er sich zur eden umdreht und sagt: Hol' mich der 0 diese Kerls haben keine Accuratesse im
Ge Selic stand Hellmuth auf.„Einen Augen⸗ e dun Wirt, ich habe noch einen notwendigen
u en notwendigen Gang? dachte der Wirt.
sich ab und ging in die Küche zu seiner Frau.
„Nun, Alte, weißt Du, zutage,— is doch von früher. Wie die
'ruͤber nach'n Kirchhof. „Nach'n Kirchhof? „Na das jeht
es ja ooch nich.“
nach seinem Lieutenant auszuschauen.—
die er mit der Kirchhof verschwinden sehen. vom Brunnen, dang ging
schaffen, die sie säuberte und begoß.
jungen Gestalt zu beobachten, Arbeit bald niederbeugte, das Vollbrachte zu überblicken.
Endlich schien f und blieb eine Weile unbeweglich stehen.
wandte sie sich langsam um,
A so plötzlich? Und verfol f gte mit den Augen san Gast, der drüben auf dem Kirchhof ver⸗
denselben Weg zurück,
schwand. Kovfschüttelnd wandte der„alte Preuße“
die Lieutenants heut⸗ nich mehr der Schneid d'rin jungen Mädchen, so kurios und so launisch. Das Kottlett stell' warm. Er sagt, er hätt'n notwendigen Gang vor, und geht
Was will er denn da?“ Dir doch nischt an! Ich weiß
Und damit verließ er die Küche wieder, um
Hellmuth folgte langsam der schlanken Gestalt, Gießkanne in der Hand aus Herrn
Hause hatte kommen und auf dem
e ee 5 Sie holte Wasser sie auf ein Grab 15 an dessen Ende sich ein großes Marmorkreuz befand. f f den Blumen auf dem Grabe zu Sie machte sich an a e n Manne ein Vergnügen, diese jugendliche wie sie sich während ihrer bald sich aufrichtete, um
sie befriedigt, faltete die Hände Alsdann kam aber nicht wieder
lesend.
hatte.
Karoline Friederike Puhlmann, geb Wels. runter Geburts- und Todestag Beider.
an demselben Tage gestorben.
preisen. Friede Eurer Asche!
Verwirrt blickte er sie an und rührte sich nicht.
ihre Gießkanne. „Guten Abend“, sagte sie leise.
„Guten Abend!“ erwiderte Hellmuth
sondern stieg durch das hohe
kommend und lüftete den Hut.
Gras eine Weile zwischen den Gräberreihen ent— lang, hin und wieder stehen bleibend, den Blumen⸗ schmuck eines Grabes betrachtend oder eine Inschrift
Hellmuth ging nun langsam auf das Grab zu, wo das junge Mädchen sich zu schaffen gemacht
Unter zwei vergoldeten, in einander gelegten Händen stand: Hier ruhen in Gott: August Eduard Puhlmann, Bauerngutsbesitzer, und seine Gattin Da⸗ Sie waren Auf der Rückseite war folgender Vers zu lesen: Im Leben waret Ihr vereint, Der Tod er wollte nicht Euch von einander reißen, Wir haben schmerzlich den Verlust beweint, Doch müssen wir des Himmels Fügung
Während Hellmuth diese Worte noch las, hörte er ein Rascheln im Gras, und als er aufblickte, sah er das junge Mädchen auf sich zukommen.
Sie schlug die Augen nieder und errötete. Am Grabe angelangt, beugte sie sich herab und ergriff
zuvor⸗
———— ö——
Er wagte nichts weiter zu sagen, wagte ih“ nicht zu folgen inmitten dieser ernsten Umgebung. Lange sah er ihr nach. Da, als sie die Kirch⸗ hofsthür schloß, traf ihn noch einmal ihr Blick. Und nun machte auch er sich auf den Weg, eigentümlich bewegt von dieser Begegnung.— „Na, da find Sie ja, Herr Lieutenant,—
Friedrich, bestelle mal das Essen vom Herrn Lieutenant.“
„Jetzt hab' ich aber auch wirklich einen Hunger—“
„Das glaub' ich, die jungen Herrn Offiziere haben immer guten App'tit. Ich hab' so manchen Bissen im Manöver abbekommen, als ich Unt'r⸗ offi'zier war bei der vierten Schwadron, ich trat damals zur vierten über, und der Lieutenant Graf Kirchberg sagte zu mir: Grünebohm, sagt' er, Ihr Magen muß ausgestellt werden, daß is was alt⸗ preuß'sches, sagt er, und so kann das nich bleiben mit Ihnen, denn wenn Sie sich verheiraten, muß Ihre Frau doch was am Wirtschaftsgeld sparen, um mal was Extra's zu haben, und das kann sie nich, wenn sie Ihnen befriedigen will.... So, Herr Lieutenant, nu lassen Sie sich's schmecken, bringen Sie mir auch'n Glas Bier, Friedrich, aber'n Schnitt.“
Der alte Preuße nahm neben seinem Gaste Platz und steckte sich eine Zigarre an.
Cortsetzung folgt.)


