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Gießen.
Bostztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
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Lokales und Provinzielles.
* Gießen, 15. Mai.(Stadtverordneten— sitzung.) Die gestrige Sitzung wurde vom Oberbürgermeister Gnauth um 3½ Uhr nach— mittags eröffnet. Den Herren Jean Böck, Theodor Brück und Registrator Jäger wird die widerrufliche Genehmigung zur Errich— tung von Gartenhäuschen erteilt.— Trotz des verandert eingereichten Bauplanes wird dem Andreas Euler sein wiederholtes Baugesuch für die Steinstraße versagt.— Es werden 600 Mark zur Straßenbeleuchtung der Hofmannstraße mit vorerst zwei Glühlampen bewilligt.— Die Versammlung genehmigt den Plan und speziellen Voranschlag für die Asphaltierung der erhöhten Bürgersteige am Markt und in der Mäusburg, sowie die Pflasterung des Kiesstreifens auf dem
nördlichen Bürgersteig des Lindenplatzes mit ge⸗
mustertem Mosaik. Es werden hierfür 5200 Mark verlangt, die im laufenden Budget be— reits genehmigt und eingestellt sind.— Für die Wiederherstellung der Turmbekrönung des Heidenturmes, sowie sonstige Reno vie⸗ kungs⸗ und Abrißarbeiten am südlichen und östlichen Flügel des alten Schlosses werden 1300 ¼ bewilligt(im ganzen sind für den Ausbau des historischen Gebäudes 40 000. worgesehen, von welcher Summe bereits/ im städtischen Etat eingestellt sind.— Wegen Er⸗ hichtung einer Schutzhütte und eines Aus⸗ sichtsturmes auf der Hohewarte hatte sich vor einigen Monaten der Verschönerungs— herein an die Bürgermeisterei gewendet. Die Maudeputation war damals der Meinung, daß Her Aussichtsturm, so wie ihn der Verschönerungs⸗ werein geplant, seinen Zweck nicht ganz erfüllen würde. Das Stadtbauamt hat nun einen Plan und Voranschlag zu einem solchen Bau für die Hohewarte angefertigt, der sich, aus eichenem Holz hergestellt, auf 2600 4 stellen würde. Der Werschönerungsverein hat sich bereit erklärt, aus seinen Mitteln zu diesem Bau 1000& zuzu⸗ schießen. Der Turm wird bis zu seiner Platt⸗ sorm die Höhe von 23 Meter erhalten, von wo eine weitere Erhöhung durch einen vier Meter Es wird durch diesen Aussichtsturm ermöglicht, von dem 257 Meter hohen Hohewarteberg einen Rundblick nicht nur nach dem Taunus, sondern auch nach dem
Vogelsberg hinüber zu genießen. Die Versamm⸗
lung genehmigt die geforderten 2600%%.— Ferner wird der Absicht, 27 Feuermeldestellen in der Stadt, über die fünf Alarmbezirke verteilt, tnzurichten, zugestimmt. Diese Melder sollen in bei Tag und Nacht zugänglichen Privatgebäuden untergebracht werden, die in der Nacht durch sarbige Laternen kenntlich gemacht sein sollen. Der voraussichtliche Kostenpunkt der Anlage wird ich auf 6000-6500&&. stellen, und soll mit der Reichstelegraphenverwaltung verhandelt werden wegen eventueller Uebernahme der Herstellung verselben.— Die Eisenbahn-Direktion Frank⸗ furt a. M. ist damit einverstanden, daß städtische Zeamte und Arbeiter bei Ausübung ihres Dienstes nerhalb der Gemarkung Gießen die Bahnanlagen u betreten berechtigt sind, wenn die Stadtver⸗ Daltung die Haftpflicht im Falle einer Verun⸗ lückung eines der Beamten übernimmt. Die Zersammlung erklärt sich damit einverstanden. — Der Oberbürgermeister teilt mit, daß durch Auflösung der Fabrik⸗Krankenkasse der ehemaligen zigarrenfirma Burg und Stock an die Gemeinde⸗ rankenkasse 62. gefallen sind. Nach Rück⸗ ahlung der für diese Kasse aus der Stadtkasse norgelegten Beträge verbleiben immer noch als uthaben der Gemeinde⸗Krankenkasse ca. 400 A, sodaß auf mehrere Jahre die Stadt von den zuschüssen entbunden sein wird. Versicherte Ritglieder hatte die Kasse pro 1896 6— 12 Per⸗ enen. Die Einnahme betrug 78 4— die Aus⸗ be 170 4.— Nach eingehender Begründung urch den Oberbürgermeister Gnauth wird der gersammlung eine Polizeiverordnung be— weffend die Kontrolle des von auswärts en geführten Fleisches zur Genehmigung Orgelegt. Der§ 1 derselben sagt:„Bezieht im Metzger, Wiederverkäufer, Wirt oder Garkoch pisches Fleisch von außerhalb, so muß der ransporteur während des Transportes einen fiesundheitsschein, ausgestellt von dem Fleisch⸗ eschauer des Ortes, wo das Tier geschlachtet gurde, bei sich führen(ein gewöhnlicher Besich⸗ Pungsschein für einen Metzger ist nicht genügend), Außerdem ist dieses Fleisch mit dem Stempel es Fleischbeschauers zu versehen.“ Der Ge⸗ zudheitsschein ist mit dem eingebrachten Fleisch fort dem Schlachthaus verwalter vorzuzeigen, gelcher nach Ermessen eine nochmalige und war kostenfreie Besichtigung des Fleisches
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die spaltige Petitzeile.
durch den hiesigen Fleischbeschauer veranlassen kann. Stadtverordneter Grünewald hält die Verordnung noch nicht weitgehend genug. Es müsse auch das etwa mit der Post oder der Eisenbahn eingehende Fleisch kon— trolliert werden, ebenso solle man auch von aus— wärts eingeführtes geräuchertes Fleisch, Schinken und Wurst kontrollieren. Stadtv. Heichelheim ist der Ansicht, daß es in der Verordnung nicht heißen sollte„welcher nach Ermessen“, sondern muß eine nochmalige und zwar kostenfreie Besichtigung des Fleisches usw. veranlassen. Oberbürgermeister Gnauth und Stadtv. Kirch legen die Unausführbarkeit einer Kontrolle der Fleischwaren, wie sie Stadtv. Grünewald verlangt, dar. Es würde dies auch eine allzu große Belästigung der Empfänger dieser Ware sein. Der Oberbürgermeister schlägt vor, die Vorlage noch einmal an die Kommission zurückzuverweisen, um die Anregungen und Wünsche der Versammlung zur eventuellen Ver⸗ besserung zu benutzen, welcher Vorschlag Annahme fand. Es wird die Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb erteilt an L. Hell⸗ mold für die Steinstraße 23, Hugo Fatum für die Frankfurterstraße 82, Joseph Rühl, Frankfurterstraße 30 und Justus Heck, für die Bergstraße 22. Es handelt sich um schon bestehende Ausschankstellen.— Dann folgt eine geheime Sitzung.
* Gießen, 15. Mai. An Stelle des Stadt⸗ baumeisters Schmandt, welcher das Amt des städtischen Branddirektors niedergelegt, wurde gestern in geheimer Sitzung der Stadtverordneten der Hauptlehrer von der Gewerbeschule Traber gewählt.
* Gießen, 15. Mai. Die nächste Sitzung der Zweiten Kammer findet Dienstag, den 18. Mai, statt. Auf der Tagesordnung stehen: Neue Einläufe, Berichtsanzeigen, Wahl der beiden Präsidenten in Gemäßheit des Artikels 8 der Geschäftsordnung, Wahlprüfungen: 1) der Wahl des Abgeordneten für den 11. Wahlbezirk der Provinz Oberhessen(Laubach— Schotten); 2) der Wahl des Abgeordneten für den 10. Wahl⸗ bezirk, der Provinz Oberhessen(Herbstein— Ulrichstein); 3) der Wahl des Abgeordneten für den 6. Wahlbezirk der Provinz Oberhessen (Grünberg— Gießen); 4) der Ersatzwahl des Abgeordneten für den 13. Wahlbezirk der Provinz Starkenburg(Darmstadt Groß-Gerau) betreffend; 5) a. Berathung über die Frage, ob Artikel 46 der Geschäftsordnung dahin auszu— legen ist, daß eine Feststellung der Beschlußfähig⸗ keit des Hauses auch nach stattgehabter Ab⸗ stimmung zulässig erscheint, eventuell b. Ab⸗ stimmung über die Beilage Nr. 135, die Wahl
der Landtagsabgeordneten für Darmstadt betreffend. * Gießen, 15. Mai. Als Kontrollbeamte
der Juvaliditäts⸗ und Altersversicherungs-An⸗ stalt fungieren im hiesigen Kreise folgende Per— sonen: 1. Stork, Agent zu Nidda: in den östlich bezw. südlich der Linie Obbornhofen, Bellersheim, Langsdorf, Nonnenroth(diese ein— begriffen) gelegenen Orten; 2. Schmidt, Zeug⸗ weber in Grünberg: in den Orten östlich bezw. nördlich der Linie Münster, Ettingshausen, Hattenrod, Burkhardsfelden, Oppenrod, Großen⸗ Buseck, Beuern, Climbach, Allendorf a. Lda.(diese Orte einbegriffen; 3. Scherf, Wachtmeister in Butzbach: in sämtlichen übrigen Orten des Kreises.
* Gießen, 15. Mai.(Wohlthätigkeits⸗ verein„Contentisa“). Unter vorstehendem Namen hat sich dahier ein Wohlthätigkeitsverein konstituiert, welcher zur Zeit 52 Mitglieder zählt. Als Vereinslokal wurde die„Schöne Aussicht“ gewählt. Der Verein bezweckt mittellose Schul⸗ kinder ohne Unterschied des Geschlechts und Kon⸗ fesstion, welche das erste Mal die Schule besuchen sollen, zu bekleiden. Um die Mittel zu diesem edlen Zweck aufzubringen, werden öffentliche
Sommer⸗ und Winterfeste abgehalten, deren Ueberschuß genanntem Zweck dienen soll. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, findet am
nächsten Sonntag auf der„Schönen Aussicht“ das erste Sommerfest obigen Vereins statt.
* Gießen, 15. Mai. Die Kehricht⸗Ab⸗ fuhr in unserer Stadt ist seit einigen Wochen geändert und man hat sich inzwischen willig an die neue Ordnung gewöhnt. Es ist anzuerkennen, daß die frühere Art der Abholung einer Ver⸗ besserung hat weichen müssen, einer Verbesserung, welche das lange Halten der Abfuhrwagen an den Straßenecken vermeidet. Vor einigen Mo⸗ naten ist auch mit Genehmigung des Stadt⸗ vorstandes durch eine Polizeiverordnung bestimmt worden, wie die Kasten beschaffen sein müssen, in denen Kehricht ꝛc. zur Abholung auf der
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Straße bereit gestellt werden kann. Anordnung sind eine Anzahl unserer Bürger nicht nachgekommen. Wenn man seitens der Behörde die Sache eine zeitlang milde gehand— habt hat, so sollte nunmehr die Einwohnerschaft dafür besorgt sein, Abhilfe zu schaffen.
* Gießen, 15. Mai. Im abgelaufenen Jahr betrug die Zahl der freiwilligen Feuerwehren im Großherzogtum Hessen 258, der Pflichtfeuerwehren 693, mit 60,374 Mit⸗ gliedern und 28,667 Hilfsmannschaften. An Spritzen waren in 937 Orten 1635 vorhanden, Wasserleitung befand sich in 64 Orten. Die Zahl der Brände betrug 1891 bis 1895 1539, davon entfallen auf die Städte Mainz 207, Darmstadt 112, Offenbach 40, Worms 32, Gießen 24, Alzey 10. In der gleichen Periode betrugen die Ausgaben für Feuerlöschzwecke 1,173,024 4 wovon die Gemeinden 1,048,767 4 aufbrachten.
* Gießen, 15. Mai. Seit einigen Wochen betrachtet unsere Postbehörde die in Rollen befindlichen Geldbeträge mit großem Mißtrauen. Früher nahmen die Schalterbeamten Geldrollen, welche versiegelt und mit Namen versehen waren, von Firmen, die ihnen bekannt waren, unbeanstandet an; seit etwa zwei Monaten ist dies geändert. Das Geld muß blank auf ein Zahlbrett hingezahlt werden, wodurch die Abfertigung bei der Geldeinzahlung sehr erschwert wird. Ob auch seitens der Postbehörde An— weisung erteilt ist, daß Auszahlungen in gleicher Weise erfolgen, wissen wir nicht.
A. Grünberg, 14. Mai. Durch die Unge⸗ schicklichkeit eines hiesigen Radfahrers wurde heute Abend auf der Neuen Chaussee ein junges Mädchen überfahren und demselben einige leichte Verletzungen beigebracht. Die sehr breite Straße bot dem Radfahrer Platz genug, um diesem Un⸗ fall vorzubeugen. Dieser Vorfall dürfte für die Zukunft des Radfahrens unkundige Personen mehr zur Vorsicht mahnen.
K. Grünberg, 14. Mai. Zum Besten des hiesigen Turnhalle-Baufonds findet am Sonntag Abend im Gasthause„Zum Rappen“ eine Abendunterhaltung unter gefälliger Mitwirkung des Gesangvereins und des Streich— musikvereins statt. Das Programm ist ein reich— haltiges. In Anbetracht der guten Sache, die hiermit verfolgt wird, ist eine recht zahlreiche Beteiligung sehr zu wünschen.
* Bad Nauheim, 14. Mai. Am 25. ds. Mts. kommt der Eisenbahn-Bezirksrat Frankfurt a. M. in der Stärke von etwa 50 Personen mit Extrazug hier an, um eine Be⸗ sichtigung der Stadt, ihrer Anlagen und An⸗ stalten vorzunehmen.— Sonntag Abend wird das Kurhaustheater unter Mitwirkung von Mitgliedern des Herzogl. Sachsen-Meiningenschen Hoftheaters eröffnet. Die Direktion hat wieder Herr v. Maixdorff übernommen. Als Er⸗ öffnungsvorstellung ist das Schönthan-Kadel— burgsche Lustspiel„Der Herr Senator“ in Aussicht genommen.
*Nieder⸗Mockstadt, 12. Mai. Hier er⸗ eignete sich heute morgen ein entsetzlicher Un- glücksfall. An einem alten Stalle wurden nämlich Reparaturarbeiten vorgenommen, wes⸗ halb das Dach und Teile von den Wänden ab⸗ gesprießt waren. Kurz nach 10 Uhr stürzte das ganze Gebäude in sich zusammen. Ein schwerer Pfosten zerschmetterte dabei einem 65jährigen Arbeiter den Kopf gänzlich, so daß der Tod sofort eintrat, und ein Dachsparren traf das eine Bein des Meisters so, daß es an zwei Stellen brach. Wenige Augenblicke vorher waren die übrigen Arbeiter von der Unglücksstelle weg⸗ gegangen, um an einer andern Wand zu arbeiten. Gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet.
Standesamtliche Nachrichten.
Geburten.
Dem Schlosser Karl Struht ein Sohn, Karl Heinrich. Am 7. Mai. Dem Kaufmann Fritz Roth eine Tochter. Am 8. Mai. Dem Schneider⸗ meister Heinrich Keil ein Sohn, Adolf. Dem Schreiner⸗ meister Wilhelm Weigel eine Tochter, Elsa. Am 9. Mai. Dem Zigarrenmacher Johann Jakob Siemon ein Sohn, Jakob. Dem Oekonom Georg Simon eine Tochter. — Am 10. Mai. Dem Restaurateur Philipp Kleiß ein Sohn. Am 12. Mai. Dem Bautechniker Georg Grünig eine Tochter.
5 Aufgebote.
Am 11. Mai. Hermann Randerath, Hersfeld mit Rosalie Meyerhoff hierselbst. Am 12. Mai. Seibert Möhl, Schneider dahier, mit Henriette Schäfer hierselbst.— Am 13. Mai. Simon Nußbaum, Fellhändler dahier, mit Ida Klugherz zu Colmar(Elsaß). — Am 14. Mat. Ludwig Johann Ockel, Kaufmann
Am 6. Mai.
Kaufmann zu
dahier, mit Johannette Karoline Mathilde Sophie Jug⸗ 1 hard dahier.
E Kreuzplatz Nr. 4. ———ͤd———————— Aber dieser Eheschließungen. Am 8. Mai. Johann Georg Höhn, Braumeister zu
Linnich, mit Klara Friederike Appel hierselbst. Ludwig Schäfer II, Maschinenarbeiter dahier, mit Elisabeth Haas von Wieseck.— Am 12. Mai. Heinrich Nau, Wirt da⸗ hier, mit Crescenz Särve von Weiding.— Am 13. Mai. Philipp Friedrich Faatz, Bierbrauer dahier, mit Ernestine Luise Klara Krug von Ingersleben.
Sterbefälle.
Am 9. Mai. Dr. Eduard Löwe, 45 Jahre alt, Gerichtsassessor dahier.— Am 10. Mai. Christian Rau V, 61 Jahre alt, Schuhmacher und Landwirt zu Berstadt.— Am 11. Mai. Heinrich Adolf Sennlaub, 2½ Jahre alt, Sohn vom Bergmann Adolf Sennlaub don Waldhausen.— Am 12. Mai. Annna Göbel, 40 Jahre alt, Näherin von Schotten. Karl Lutz, 20 Jahre alt, Tagelöhner von Münchhausen, Kreis Gebweiler, Mus⸗ ketier 6/116 dahier.— Am 13. Mai. August Stein, 1 alt, Sohn vom Tagelöhner Wilhelm Stein ahier.
Der Stundenzettel eines Kavaliers. (In den Zeiten der Duellwut.)
Um fünf Uhr Früh, beim Tagesgrau'n,
Schieß ich mich schon im Morgennebel,
Um sechs Uhr wird Glace gehau'n,
Um sieben Uhr auf krumme Säbel.
Um acht Uhr spiel ich Sekundant
Und freue mich, wird Blut vergossen, Um neun wird am Pistolenstand
Ein neuer Flobert eingeschossen.
Um zehn Uhr wird nach Haus kutschiert, Um ein'ge Schrammen zu verbinden, Von elf bis zwölf wird insultiert,
Um frischen Zweikampfsgrund zu finden. Um zwei Uhr fordr ich einen Mann, Weil ich um ein Uhr ihn beschimpfte, Um vier Uhr schieß ich einen an,
Weil er um drei die Nase rümpfte.
Um fünf schreib ich ein Billet doux. Das ich mit dem Postskriptum schließe, Daß ich um sechs in aller Ruh
Den Herrn Gemahl zu Boden schieße. Von sieb'n bis neun fecht' ich Floret, Um zehn Uhr werd ich müd' und müder, Um elf Uhr leg ich mich in's Bett,
Und wer mich stört, den knall' ich nieder.
Neueste Telegramme.
Hd. Darmstadt, 15. Mai. Der meck⸗ lenburgische außerordentliche Abge— sandte bon Oertzen wird dem Großherzog heute den Thronwechsel in Schwerin an⸗ zeigen, worauf eine Prunktafel stattfindet.
Hd. Venedig, 15. Mai. Der König von Siam ist mit seinem Bruder und Kindern hier eingetroffen. Er wurde vom Herzog von Genua im Namen des Königs em⸗ pfangen.
Hd. London, 15. Mai. Depeschen aus Konstinopel bestätigen nochmals, daß Rußland seinen ganzen Einfluß zu Gunsten des griechischen Königshauses aufbiete.
Hd. Autwerpen, 15. Mai. Gestern wurde hier eine Italiener verhaftet, welcher einer italienischen Falschmünzer⸗ bande angehört.
Hd. Athen, 15. Mai. Die militärischen Operationen im Epirus sind mit großer Energie wieder aufgenommen worden. Eine kombinierte Aktion gegen Prevesa und Philippiades, welche gestern begonnen wurde, wird heute fortgesetzt. Auf der Höhe von Griboro stießen die Griechen auf heftigen Wider⸗ stand, sodaß sie wiederholt zu Bajonett⸗Angriffen übergehen mußten. Die von beiden Seiten ins Treffen geführten Streitkräfte sind beträchtlich. Das Resultat scheint für die Griechen günstig zu sein, doch dauerte der Kampf bei Absendung der letzten Nachricht noch fort. Aus Domokos wird von gestern Abend gemeldet, daß die Türken sich bisher dort nicht gezeigt haben, obwohl griechische Kavallerie-Abteilungen mehrere Rekognoszierungen unternahmen. Die Türken scheinen sich auf Pharsala zurückzuziehen. Oberst Smolenski telegraphierte aus Almyros, die Türken konzentrierten ihre Truppen, weshalb ein Angriff zu erwarten sei.
—Marktpreise.
Gießen, 15. Mai. Auf dem heutigen Wochen⸗ markte kostete: Butter per Pfd. 1— 1,15, Hühnereier 2 St. 9— 11 Pfg., Enteneier 6 Pfg., Gänseeier 11 Pfg., Käse 5—8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 18, Linsen 27 Pfg., Tauben per Paar 0,70— 0,90, Hühner p. St. 1,20— 1,40, Hahnen 1,30— 1,50, Enten 1,70- 2,00, Gänse per Pfund 48— 54, Ochsenfleisch 66— 74, Kuh⸗ und Rindneisch 60 bis 66, Schweinefl. 56— 66, Schweinefl., gesalz. 70— 72, Kalbfleisch 50— 54 Pfg., Hammelfleisch 50—65, Kartoffeln pro 100 Kilo 4,50- 5,50, Zwiebeln per Zentner 8—9 Mk., Kirschen per Pfund 50 Pfg., Milch per Liter 16 Pfg.
Verleger: Paul Bader in Narburg, Verantw. Itedak⸗ teur: wuhelm Sell in Gießen; Orua der E. Ottmannschen Buchdruckerei, Gietzen, Schloßgasse 13.


