Ausgabe 
15.4.1897
 
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Vorstand.

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30er und 40er Jahre zurück. In seinem eigenen

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stelle in Beerfelden, Dekanat Erbach; Pfarr⸗

anlage gelegene Kgaufmännische Vereins

Dekanat Gießen, zum Pfarrverwalter daselbst; Pfarrverwalter Rorell zu Alsfeld zum Pfarr⸗ ussistenten in Darmstadt, Dekanat

won dem Verletzten zuerst geschlagen und beleidigt worden.

ssamen 3 Monate und gegen Scheel 2 Monate Gefängnis, fswpähreud er für Köhler Freisprechung beantragte. Gericht verurteilte Rübsamen zu sechs Wochen, Scheel zu

bei Beihilfe geleistet haben.

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Gießen, Donnerstag, den 15. Aptil

1897.

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Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

ssche Landeszeitung.

Ausgabe Gießen.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Medaktion:.

Kreuzplatz Nr. 4. 8

Lokales und Provinzielles.

* Gießen, 14. April. Gestern Nachmittag ist Herr Buchdruckereibesitzer Eduard Ott⸗ mann, in dessen Offizin unsere Zeitung ge⸗ druckt wird, nach kurzem Kranksein aus dem Leben geschieden. Der Verstorbene war der Senior der Buchdrucker Gießens. Seine Er⸗ innerungen reichten noch in die bewegte Zeit der

Jache hat er im Laufe seines langen Lebens i Umwälzung vor sich gehen sehen. Er ruhe in Frieden!

* Gießen, 14. April. Ernannt wurden: Pfarrassistent Pfannmüller zu Lampertheim zum Pfarrverwalter in Rödgen, Dekanat Gießen; Pfarrassistent Kalbhenn zu Burg⸗ Gräfenrode zum Pfarrassistenten in Lampertheim, Dekanat Zwingenberg; Pfarrverwalter Göbel zu Pfiffligheim zum Pfarrverwalter in Fried⸗ berg, Dekanat Friedberg; Pfarramtskandidat Fischer zu Hamburg zum Pfarrvikar in Darm⸗ kadt, Dekanat Darmstadt; Pfarrassistent Vogel zu Zwingenberg zum Pfarrberwalter in Gerns⸗ deim, Dekanat Eberstadt; Pfarrverwalter Heinz zu Nordheim zum Verwalter der ersten Pfarr⸗

bikar Wagner zu Lengfeld zum Pfarrver⸗ walter in Nordheim, Dekanat Zwingenberg; Pfarrassistent Erckmann zu Steinbach,

armstadt; Pfarrverwalter Weißgerber zu Gernsheim dem Pfarrverwalter in Eich, Dekanat Oppen⸗ heim.

d. Gießen, 13. April.(Schöffengerichts⸗ sitzung.) Wegen Körperverletzung hatten sich heute ber Kaufmann Albert Scheel, der Baggermeister Konrad Rübsamen, sowle der Kaufmann Karl Köhler zu werantworten. In der Nacht vom 30. auf 31. Januar b. J. kam es zwischen den Angeklagten und einigen Mit⸗ gliedern des VereinsBarvaria in der Brandgasse zum Wortwechsel, wobei auch Ohrfeigen verteilt wurden. Köhler verfolgte den Müller bis in die Wallthorstraße. Zufälliger⸗ weise kam der Vater des Müller die Straße her, der den Köhler zurückhalten wollte. Rübsamen versetzte hierbei dem Müller sen. mit seinem Stock einen heftigen Schlag nuf den Kopf, daß dieser zu Boden stürzte, worauf Scheel und Rübsamen noch weiter mit den Stöcken auf ihn schlugen. Letzterer schrie hierbei:Sie sollen einmal Rübsamen kennen lernen! Die Angeklagten Scheel und Aübsamen sind der That geständig und erklären, sie seien

Köhler fühlt sich keiner Schuld bewußt. Durch die Ver⸗ letzungen war Müller 3 Wochen lang arbeitsunfähig. Der Amtsanwalt spricht sein Bedauern darüber aus, daß Leute, wie die Angeklagten, die doch besseren und gebil⸗ deteren Ständen angehören wollten, sich zu solchen Flegel⸗ lhaftigkeiten hinreißen ließen, und beantragt gegen Rüb⸗

Das

wier Wochen Gefängnis. Köhler wurde freigesprochen. Auf der Anklagebank nehmen sodann die Kaufleute Karl Jung von Darmstadt, Franz Krämer von Niedermör⸗ ten, der Telegraphenarbeiter Karl Luhwig von Frank⸗ furt, sowie der Tagelöhner Johann Groß von Essen auf der Anklagebank Platz. Sämtliche Angeklagten waren im Jahre 1894 bei der Firma Chr. Wallenfels beschäftigt, woselbst Jung und Krämer nach und nach Waren im Werte von 100& entwendeten, die sie tells verkauften, tells für sich verwandten. Ludwig und Groß sollen hier⸗ Jung schrieb, nachdem er schon über 2 Jahre aus dem Geschäft des Wallenfells ausgetreten war einen Brief, worin er unter der Be⸗ gründung, sein Gewissen treibe ihn, ein offenes Geständnis ablegte und damit gleichzeitig die übrigen Angeklagten denunzierte. Krämer ist heute ebenfalls geständig und erklärt, er habe die für die Waren vereinnahmten Gelder wieder für das Geschäft auf der Neise verwendet, da seine Spesen zu knapp bemessen waren. Groß und Ludwig bestreiten aufs Entschiedenste die ihnen zur Last gelegte That. Das Gericht erkennt gegen Jung auf 3 Monate, gegen Krämer auf 2 Monate Gefängnis, während Ludwig und Groß mangels Beweises freigesprochen werden.

K. Gießen, 14. April. Die unlängst ins Leben gerufene Sterbekasse des hessischen Pfarr⸗ vereins zählt zur Zeit 61 Mitglieder mit einen Versicherungsbetrag von 50 000 44.

* Gießen, 14. April. Die internatio⸗ nale große Gartenbau⸗Ausstellung, welche in diesem Jahre in Hamburg stattfindet, wird als Delegierter des deutschen Handels⸗ gärtner⸗Verbandes für Hessen und Hessen⸗Nassau der Handelsgärtner Louis Becker⸗Gießen

besuchen. * Gießen, 13. April. Das an der Nord⸗

haus geht seiner Vollendung entgegen. Das

Mobiliar, womit der Verein sein eigenes Heim auszustatten gedenkt, ist zur Anfertigung den Firmen Th. Brück und Wilhelm Reiber über⸗

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen.

Preis der Anzeigen t 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.

tragen. Für die Hausverwaltung haben sichf bis jetzt 60 Bewerber gemeldet. Der Kauf⸗ männische Verein beabsichtigt bei der Besitznahme seines Hauses, welche Ende Juni erfolgen dürfte, durch ein großes Fest dasselbe feierlich einzu⸗ weihen und haben bereits Vertreter der Handels⸗ kammer Cassel, sowie Vertreter der Kauf⸗ männischen Vereine zu Frankfurt, Hanau, Mainz, Offenbach und Worms hierzu ihr Erscheinen zugesagt.

* Gießen, 13. April. Es wird von den Jagdberechtigten darüber Klage geführt, daß Spaziergänger in unserem Stadtwald viel⸗ fach ihre Hunde frei herumlaufen lassen. Es wird mit Recht darauf hingewiesen, daß durch diese Unsitte das Wild unnötig gejagt wird, ja, daß sehr häufig junges Wild, von den Hunden gebissen, nutzlos verendet. Gießen, 13. April. Frau Koch, die Köchin in der Klinik, auf welche deren Ehemann, wie sich die Leser erinnern, vor einiger Zeit einen Mordversuch unternommen, ist gestern vom Ge⸗ heimrat Prof. Bose mittels Röntgen⸗Strahlen photographiert, um festzustellen, an welcher Stelle des Körpers die Kugeln sitzen.

* Gießen, 13. April. Zu den bereits be⸗ stehenden Wegmarkirungen in unserer Um⸗ gebung sind im Laufe dieses Frühjahrs einige neue Linien getreten und in den nächsten Wochen werden weitere 3 Wegbezeichnungen fertig ge⸗ stellt sein. Damit ift das für Gießen vorge⸗ sehene markierte Wegenetz beendet. Die Sektion Gießen des deutschen und österreichischen Alpenvereins, welche dieses Unternehmen in die Hand genommen und durchgeführt hat, setzte sich, wie wir schon früher berichteten, um den Freunden von Berg⸗ und Waldfahrten etwas Vollkommenes bieten zu können, mit dem Taunusklub Frankfurt a. M.(Stammklub) in Verbindung und erreichte so die gemeinsame Herausgabe einer Farbenkarte mit den Nachbar⸗ orten Wetzlar, Butzbach, Weilburg. Diese Karte, der mit Farbenzeichen versehenen Wege im nord⸗ östlichen Taunus, wird im Laufe dieses Monats erscheinen und sei hiermit allen Wanderfreunden einstweilen bestens empfohlen. Sie enthält die schönsten Ausflüge, zunächst die Gießener Um⸗ obern Hangelstein, Hohewarte, Annerod, Krof⸗ orferwald, Diensberg, Lindenermarkwald mit l Arnsburg, Münzenberg, ferner alle diejenigen Verbindungswege für Ausflüge nach Wetzlar, Butzbach und Lich. Hieran schließen sich die Wegmarkierungen in Butzbachs präch⸗ tiger Umgebung an, welche vom Hausberg bis tief hinein in den Taunus führen, sowie von Butz⸗ bach nach Wetzlar und Braunfels. Reich mit Wegbezeichnung versehen ist auch die Umgebung von Wetzlar, nach allen Seiten laufen die Farbenzeichen, über Höhen und durch Wälder: Dianaburg, Greifenstein, Braunfels seien unter dem vielen Schönen hier nur erwähnt. Als 4. Centralpunkt auf der Farbenkarte ist Weilburg zu erwähnen. Jür jeden, der diesen herrlichen Ort in unserem Lahnthal kennt, ist eine Em⸗ pfehlung dieses Schmuckkästchens überflüssig und wer es nicht kennt, der beeile sich, ste kennen zu lernen. An der Hand der nenen Farbenkarte ist das leicht. Selbstverständlich haben die Markierungskommissionen der 4 Städte Gießen, Wetzlar, Butzbach und Weilburg gemeinsam, nach vorher getroffener Vereinbarung gearbeitet, sodaß es heute möglich ist, auf markiertem schönen Weg über Butzbach nach Gießen, von hier nach Wetzlar weiter nach Weilburg zu wandern, immer von Farbenzeichen auf dem Marsche begleitet. Die Farbenkarte wird in großer Auflage herge⸗ stellt, infolge davon ist es möglich, diese für den verhältnismäßig billigen Preis von 1 Mark 25 Pfennige abzugeben. Es liegt in der Absicht der Sektion Gießen, des deutschen und öster⸗ reichischen Alpenvereins, weitere Anleitung zum Gehen nach Wegmarkierungen, sowie eine Be⸗ schreibung einzelner Turen zu geben. Für heute wollen wir nur noch auf die neuesten Wegezeich⸗ nungen aufmerksam machen, es dürfte dies für manchen unserer Leser für die kommenden Oster⸗ feiertage angenehm sein. 1. Blaue Punkte: Licherstraße, Hoher⸗Wartberg, Annerod endend Großen⸗Buseck am Bahnhof. 2. Gelbe Punkte: Die Linie kommt von Wetzlar nach Klein⸗Linden, durch die Lindener⸗Mark auf den Schiffenberg. Fertiggestellt werden in allernächster Zeit: 1. Blaue Keile: Schiffenberg, Watzenborn über den Steinberg, den Pfahlgraben entlang nach Butzbach. 2. Rote Kreuze im Anschluß an die bestehende Linie Gießen⸗Lollar, von Lollar über den Altenberg nach Gleiberger Forsthaus. 3. Blaue Striche: Anschluß an Badeburg

Hangelstein, von dort nach Climbach und Allen⸗ dorf. 4. Die Linie Gießen⸗Frohnhausen wird

statt gelber Striche, schwarze Punkte erhalten, und Gießen, Bubenrod, schwarze Dreiecke. Ueber die alten Linien geben die Wegtafeln an jedem unserer 4 Stadtthore Auskunft.

W. Grünberg, 13. April. Die feierliche Grundsteinlegung der Turnhalle ist nunmehr bis nach Ostern verschoben worden. Mit dem Bau denkt man bis Ende September fertig zu werden und steht uns also in diesem Herbste durch die Einweihung der Turnhalle noch ein großes, turnerisches Fest in Aussicht.

* Grünberg, 13. April. Die großherzog⸗ liche Bürgermeisterei hält Gründonnerstag ihr Bureau geschlossen; für die Freiwillige Feuer⸗ wehr ist des Morgens 7 Uhr eine Uebung in Aussicht genommen, worauf wir hiermit auf⸗ merksam machen.

X. Grünberg, 12. April. Wegen Errich⸗ tung einer Heilanstalt resp. Kranken⸗ hauses am hiesigen Orte sind vor wenigen Tagen bezüglich der Bodenfragen Unterhand⸗ lungen gepflogen worden, die leider der allzu hohen Forderung von seiten des Grundbesitzers scheiterten. Das Projekt geht von einem aus⸗ wärtigen Arzte, Herrn Dr. Wagner in Londorf, aus. Das Gebäude sollte in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes zu stehen kommen.

* Grünberg, 12. April. Obwohl gegen⸗ wärtig im Kreise Gießen die Maul⸗ und Klauen⸗ seuche nicht mehr in jenem gefährlichen Studium sich zeigt, unter welchen die strengen Sperrmaß⸗ regeln notwendig sind, so scheint das Verbot betr. der Abhaltung von Viehmärkten vorläufig noch bestehen zu bleiben und zwar zum Schaden der landwirtschaftlichen Bevölkerung. Wie ver⸗ lautet, ist man von seiten hiesiger Interessenten⸗ kreise wegen Abhaltung eines außerordentlichen Viehmarktes an zuständiger Stelle vorstellig geworden, welcher im Falle der Genehmigung gegen Ende dieses Monats(22. April) hierorts statt⸗ finden soll. Bestimmtes kann jedoch hierüber vorderhand noch nicht gesagt werden, da man vorerst den Beschluß der betr. Behörde abwarten muß. Zu dieser Angelegenheit wäre nur noch zu bemerken, daß die von der unlängst abgehaltenen Versammlung geplanten Massenpetition bezüglich Regelung resp. Abänderung des Viehseuchenge⸗ setzes fallen gelassen worden ist und somit auch der eigentliche Zweck der damaligen Besprechung unerreicht geblieben ist.

* Darmstadt, 11. April. Der alte Jost ist heute Nachmittag begraben worden. Der be⸗ scheidene Sarg auf dem großen Prunkwagen war über und über mit Blumen und Lorbeer⸗ zweigen in Sträußen und Kränzen in allen Größen und Formen bedeckt. Viele Frauen, die Freunde, Verehrer und Gesellschaften in Stadt und Land, in Oppenheim, Mainz, Frankfurt a. M., usw., die auch in dem langen Gefolge her⸗ vorragten, hatten sie gesandt. Nur von den Kollegen des Entschlafenen, von den Lehrern, namentlich von dem hessischen Landes⸗Lehrer⸗ verein, der seinen Sitz in Darmstadt hat, war nichts zu sehen und zu hören. Auch wars nicht der Sängerchor der Darmstädter Lehrer, der die Leiche des berühmten Lehrers mit dem alten, schön vorgetragenen FriedhofsgesangWie sie so sanft ruhn, all' die Seligen vor dem Grabe empfing, sondern der Sängerchor der Buch⸗ drucker⸗VereinigungTypographia. Nachdem die letzten Klänge verhallt waren, hielt Herr Pfarrer Gioth, der im Sterbehause die Leiche eingesegnet hatte, die Grabrede. Ausführlich, mit offenbar herzlichster Teilnahme schilderte er das lange, gesegnete Leben Josts, seinen unge⸗ wöhnlichen Charakter, die Liebenswürdigkeit, vor Allem die furchtlose Wahrhaftigkeit seines Wesens, gegen seine Freunde und Gegner, gegen Hohe und Niedrige, endlich seine segensreiche, vielseitige Thätigkeit in der Schule, in der Gemeinde und bei den Vorgesetzten. Er hob nachdrücklich her⸗ vor, daß der Lehrer Jost sich niemals gescheut habe, auch in den politischen Bewegungen des Landes entschiedene Stellung zu nehmen und danach furchtlos zu handeln, aber immer in jener schönen Weise, die auch den Gegnern Achtung und Anerkennung abnötigte. Dann trat Herr Franz Wirth aus Frankfurt a. M. an das Grab und nahm Abschied von dem Freund, der seit dem Hambacher Fest auch der vertrauteste Freund seines Vaters, des schon vor fünfzig Jahren gestorbenen Dr. J. G. A. Wirth, ge⸗ wesen war. Ebenfalls dem treuen Freund und dem Altkollegen widmete Herr Eduard Sack aus Frankfurt a. M. einige Worte. Er gedachte des alten Jast besonders als eines der Besten jener Lehrer, die als begeisterte Jünger Pestalozzis in schwerster Zeit selbstlos arbeiteten und kämpften und die deutsche Schule zu einem Vorbild für alle Völker machten, als eines Lehrers, der sich

Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.

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nicht auf die Schule beschränkte, sondern seine Schüler in das Leben geleitete und ihnen ein treuer Berater blieb, wie er auch der treue Freund ihrer Eltern und Gefreunden war im Haus, in der Gemeinde und auf jenem Plan, wo das Volk sein Recht wahrt und für die Frei⸗ heit kämpft. Das wird ihm unvergessen bleiben, und darum sei er, Redner, mit dem Auftrag be⸗ ehrt worden, im Namen der deutschen Volks⸗ partei einen Lorbeerkranz auf das Grab Josts, des Lehrers, der da war, wie er sein soll, zu legen. Ferner wurden mit kurzen herzlichen An⸗ sprachen von Abgeordneten des Sängervereius und des Turnvereins in Oppenheim, die Jost, als er dort Lehrer war, begründet und viele Jahre geleitet hat, Kränze niedergelegt. Auch von dem Spar- und Kreditverein, den Jost ge⸗ gründet, war ein schöner Kranz gesandt worden. Damit war die erhebende Feier zu Ende. An die Familie Josts sind außerordentlich viele Bei⸗ leidsschreiben gerkchtet worden, so von Herrn Staatsminister Finger in Darmstadt, von dem Präsidenten der württembergischen Kammer und Mitglied des Reichstags, Herrn Payer in

Stuttgart. Eingesandt.

Grünberg, 13. April. Diaurch die Neuanlage des Marktbrunnens be⸗ findet sich die demselben umgebende Pflasterung an einer Seite schon seit längerer Zeit in einem derartigen Zustande, daß die Passage an der be⸗ treffenden Stelle für einen Lokalunkundigen in den dunklen Abendstunden gefährlich werden kann, indem sich dort fast stets mit Wasser efüllte Vertiefungen zeigen. Und wie es 6505 vorgekommen ist, mußten ahnungslose Passanten unwillkürlicher Weise mit den Pflaster⸗ steinen Bekanntschaft machen. Im Interesse des Publikums dürfte es jedenfalls liegen, wenn auf solche Mängel an dieser Stelle hingewiesen wird, die einer Abhilfe bedürfen..

Briefkasten. Wir haben leider die Karte nicht erhalten

Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. Gründonnerstag, den 15. April.

In der Johanneskirche:

Abends 8 Uhr: Beichte und heiliges Abendmahl für die 4 Gemeinden. Anmeldungen zuvor bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. Pfarrer Dingeld ey.

Charfreitag, den 16. April. In der Friedhofskapelle: Vormittags Uhr: Pfarrer Schlosser Johanneskirche.

Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Dr. Grein.

Beichte und heiliges Abendmahl für die vier Ge⸗ meinden. Anmeldungen zuvor bei dem Pfarrer der Ge⸗ meinde erbeten.

Abends 6 Uhr: Liturgische Andacht, unter Mitwirkung des Kirchengesangvereins. Pfarrer Dingeldey.

Neueste Telegramme.

Hd. Berlin, 14. April. Die Anar⸗ chisten Landauer und Spor, welche gestern im Prozesse Koschemann als Zeuge auftraten, sind gestern noch ver⸗ haftet worden.

Hd. Wörrishofen, 14. April. Prälat Pfarrer Kneipp ist au einer Lungen⸗ Affektion so schwer erkrankt, daß er mit den Sterbe⸗Sakramenten ver⸗ sehen werden mußte.

Hd. Cannes, 14. April. Bei Ueber füh⸗ rung der Leiche des Großherzogs von Mecklenburg⸗Schwerin zum Bahnhof wird die französische Regierung durch einen Divisionsgeneral vertreten sein. Die militärischen Ehren werden zwei Bataillone mit Musik und Fahne unter dem Kommando eines Obersten erweisen. Zur Ehrenwache im

Disei.

Bahnhof sind ein Offizier und 8 Mann kommandiert. 5 Hd. Konstantinopel, 14. April. Der

Sultan gestattete die Bildung eines al ba⸗ nesischen Freiwilligen Korps von 10000 Mann. Grumbkow Pascha und General Brockdorf erhielten aus Berlin die Ermächtigung, sich in das Hauptquartier Elassong zu begeben.

Sterbefälle. Am 13. April. Eduard Ottmann, Buch⸗

druckereibesitzer, 75 Jahre alt. Die Beerdigung

findet Donnerstag, den 15. April, nachmittags 6 Uhr, vom Sterbehause aus statt.

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmanuschen Buchdruckerei in Gießen.