A. 100 e,
I ch
si. u. Seeß u. O
den Aid f. sc
Lesch. Art. er Mittagssc
1 Abonnement 180
ö 2 Deutscher Hos“ 1 N
t und Caße N Hrn Ntrasse 6.6 dter Haus-
sowie vorzüg⸗ g Abb gh ter MWelrieh.(f —
Trasse 6 Ph. 1
— „Mestenchale gliches Frühstüch un gstisch von 70 Pfg.. An carte in verschiedeng 'orzügliches Glas Big rei Hildeb ran! per Glas 10 Pfg. I
u Mittagstish
4, Westanlage. 18A 1, un Pfau;
eustadt 55. 48
richtete Kegelbahn
ade in der Woche zu be W. Leyerer.
„ . Mittagstisch nent zu 45 Pfg., ihm, um dab Neustabt 6
ser Magisch
zer Wonmement,
it Mühleißen,
Abgasse 8.
—— lamationel Verträge usw,
bei „ Poppelsdorf, Hammstr. 12.
e Frssels ad auher den Hun
Lina Schmidt bit.
seude Jedem reiche Behand
Jeblkopk
esteuermanl a.
. . Babel sburg 1 10 slerktäut, u chte Buhnen
k, Hol zufans,
aße!.
Gießen, Mitwoch, den 14. Aptil
1897.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Ausgabe
Gießen.
ische Landeszeilung.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Lokales und Provinzielles. N00
Medaktion:
8. Kreuzplatz Nr. 4. 2
* Gießen, 13. April. In den Ruhestand wurde versetzt: am 7. April der Gerichtsvoll⸗ zieher Karl Biegler zu Lich auf sein Nach⸗ uuchen mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts seines Nachfolgers.
Gießen, 13. April. Uebersicht der Studierenden auf der Landes⸗Universität Gießen im Winterhalbjahr 1896/97:
— 5 o manche Mutter aus Erfahrung bestätigen Zahl könnte. Dazu kommt noch, daß zu den Folgen N der Studierenden.[ Nen. einer derartigen Einschränkung des Schlafes in Studienfächer. e Ain dem bezeichneten Alter in der Schule Unauf⸗ Hessen. Fesser sammt-] lierte. merksamkeit, Unlust, Schlaffheit u. s. w. gehören. abl* Gießen, 12. April.„Der Herr Lehrer“ nee 5 5 91 1 spielt ies g 1195 chen! 0 e Saptrolle angeli heologie. 5 1 f neu zur ule zu schicken haben, die Hauptrolle. ein 1% 563 135 29 Wie ihn die Eltern dem jungen Gehirn vor⸗ Tierbeilkunde 19 35 5⁴ 15 malen, so ist auch die Vorstellung desselben von Zahnheilkunde 5— e 2 dem Manne, der nunmehr nach Vater und Mutter l N 12 5 5 3 die nächste maßgebende Person für den jungen ek eee 24 3 27 8(Erdenbürger werden soll. Er muß sich fortan Naturwissenschaften 6 5 11 2 smit dem Kinde fremder Eltern abmühen und Klassische Philologie 20 225 3 nimmt somit diesen einen Teil ihrer Pflicht ab, 907. 4 5 55 3 Jväulich den des Belehrens und Erziehens. Den Philolophie wichtigsten Einfluß der Schule kann jeder scharfe Geschichte 3 2 5 1 8 21 5 Pharmacie 3 3 6 3 Beobachter nach kurzer Zeit bei einem neu ein⸗ Chemie. J erkennen, deshalb ist es Pflicht Zusammen[ 451 175 626[ 130 der Eltern, den Lehrer in seiner wohlmeinenden Arbeit zu unterstützen, und sich nicht, wie oft
Außerdem nicht immatrikulierte Hörer: 41.
Unter den neu Immatrikulierten waren: mit Reifezeugnis eines Gymnasiums 93, eines Real⸗ gymnastums 14, mit Reifezeugnis für das be⸗ treffende Fach 23.
* Gießen, 13. April. Die ostafrikanische Ausstellung, welche Dr. Kolb gestern an⸗ läßlich seines Vortrages in der„Gesellschaft für Erd⸗ und Völkerkunde“ im Hotel„Einhorn“ arrangiert hatte, bleibt, wie uns mitgeteilt wird, bis morgen Mittag zu jedermanns Ansicht be⸗ stehen. Wir können die Besichtigung derselben, die übrigens gratis geschehen kann, nur bestens empfehlen. Die Ausstellungsobjekte gehen von hier nach Wien, wohin Dr. Kolb dieeelben ver⸗ schenkt hat.
* Gießen, 13. April. Gegen das Früh⸗ aufstehen der schulpfichtigen Kinder ist schon viel geschrieben worden— leider stets ohne Erfolg. Und doch ist es festgestellt, daß andauernder Mangel an Schlaf die Gesundheit des Menschen gefährdet. In besonders hohem Maße ist dies bei kleinen Kindern der Fall. Daß Letztere im Alter von 6—7 Jahren vielfach zu kurze Zeit schlafen, ergiebt schon ein Vergleich mit der Gewohnheit des Schlafens zur Schulzeit und während der Ferien. Bekanntlich tritt zu Ostern in den Schulen der Sommerlektionsplan in Kraft, und da ist es an vielen Anstalten leider Sitte, den Unterricht eine Stunde früher
beginnen. nichts sagen; schwerer Uebelstand. geschlafen, und im Sommer nimmt die Nervosität
in den überhand. sieben Jahren aber ist es am schlimmsten und auf keinen Fall zu empfehlen, nicht, weil solche Kleinen um 6 Uhr früh nur schwer munter und wach zu bekommen sind, was
Erscheint täglich mit Ausnahme der Preis der Anzeigen: 10 Pfg.
Auf dem Lande läßt sich dagegen in der Großstadt aber ist es ein Die Schüler sind nie aus⸗
Schulen in geradezu erschreckender Weise Bei Kindern im Alter von sechs bis
Ein zehnjähriges Frankfurter Schulmädchen hatte 38„ an zwei verschiedenen Stellen ge⸗ stohlen und dann in Begleitung dreier eine Spritztour nach hier gemacht. Heimkehr wurden die vier Frühreifen gebührend in Empfang genommen.
Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen. für die Ispaltige Petitzeile.
Knaben Bei der
schon deshalb
geschieht, ihm feindlich gegenüber zu stellen mit den bekannten Worten:„Der darf Dir nichts thun!“ oder:„Na, warte nur, bis Du zur Schule kommst. Der Herr Lehrer wird Dir schon usw.“ Das ist völlig verkehrt. Man sorge dafür, daß das Kind dem Lehrer nicht Furcht oder Mißgunst, sondern Vertrauen entgegenbringt. * Grünberg, 13. April. Am Sonntag den 25. ds. Mts. nachmittags 3 Uhr hält der Kulturtechniker Cullmann von Gießen in dem benachbarten Dorfe Lauter einen Vortrag über Drainage, auf welchen aufmerksam zu machen hiermit nachgekommen sei.
* Hungen, 12. April. Die hiesige Molkerei⸗ genossenschaft, die am Schlusse des ver⸗ flossenen Geschäftsjahres 116 aktive Mitglieder zählte, hat nach der vorliegenden Bilanz für 1896 einen Reingewinn von 7127,64, erzielt; die Aktiva betrugen 85 473,79 1. Zufolge Generalversammlungsbeschluß vom 4. April wurde in anbetracht des Aufschwungs der Molkerei das Eintrittsgeld per 1. Mai d. J. ab von 2 Al. auf 5. erhöht.
* Friedberg, 12. April. Was wir gleich vermutet haben, bestätigt sich: Der angebliche Diebstahl der Klärbeckenanlage-Ma⸗ schinen ist erfunden, war ein Aprilscherz. Die Bürgermeisterei Bad Nauheim erläßt eine dahin⸗ gehende Bekanntmachung.
* Offenbach, 12. April. Ein zu netten
als im Winter, nämlich um 7 Uhr morgens, zu
Novelle von H. René. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Nun glitt sein Blick über die Stahlstiche an den Wänden, Allegorien, Schäferszenen, olles wert⸗ lose Schildereien im süßlichen Geschmack des an⸗ brechenden Jahrhunderts. Nur ein Bild, vielleicht hatte man deshalb ihm günstigeres Licht gegeben, gab zu denken, Orpheus, mit der Leier im Arm, verzweifelnd nach der entschwundenen Gattin suchend. Der Ausdruck sehnsuchtsvollen Schmerzes war in dem schönen Jünglingsantlitz glücklich getroffen, und er mußte unwillkürlich an Therese und ihre Augen dabei denken.
Von dem Arbeitsplatz in der Fensternische fiel
der Blick bequem auf jenes Bild, doch hier wurde
augenscheinlich sich nicht mit Handarbeit beschäftigt, fest geschlossen und auf der
das Nähtischchen war Platte stand ein kleines Glas mit gelben Schlüssel⸗ blumen und frischen Waldanemonen.
„Sie schweift lieber durch Feld und Wald, das ist die Rastlosigkeit, die den alten Doktor ängstigt“, dachte er. Doch, in dem Hausflur ein kurzes, fröhliches Gebell und die Baronin mit ihrem un⸗ zertrennlichen Begleiter trat ins Zimmer.
„Verzeihen Sie, wenn Sie warten mußten“, sagte sie, ihm unbefangen die Hand reichend,„doch ich war mit dem Gärtner im Park, er soll mir Stück Feld dazu nehmen, es war dort zu eng geworden, nur schwer
neue Anlagen abstecken, ein
noch ließ sich's atmen.“
„Sie interessieren sich für Gartenbau, Land⸗ und Forstwirtschaft, nicht wahr?“ fragte er neckend. „Ein seltener Geschmack für eine junge, schöne
Dame.“
Hoffnungen berechtigendes Fräulein.
liebevoller Vater scheint der Uhrmacher Ludwig Prizler in München zu sein.
Vermischtes.
— Ein grausamer Stiefvater. Ein recht Seine Frau hat ihm nämlich ein etwa 1¼ Jahre altes Kind in die Ehe gebracht, dem ein kleines Vermögen von 500 bis 600 Mark ausgemacht ist, und dieser Umstand bewog den Prizler augenscheinlich, dem Kinde nicht die Sorgfalt angedeihen zu lassen, wie man sie von einem Vater sonst erwarten sollte, wie es überhaupt zwischen ihm und seiner Ehefrau häufig zu stürmischen Auftritten kam, da er in letzter Zeit sich stark dem Trunke hingab. In solchem Zustande kam er auch wieder eines Nachts nachhause und schüttete dem armen Kind ein ganzes Schächtelchen Juckpulver in das Bett(1), wodurch der Rumpf und die Füße rötlich ge⸗ färbt und dem Kinde durch den Reiz große Schmerzen verursacht wurden. Der lieblose Vater erhielt für diese unmenschliche Behandlung wohlverdiente 7 Tage Ge⸗ fängnis. Der Amtsanwalt hatte 14 Tage Gefängnis beantragt. Dem bedauernswerten Kind wird freilich durch 7 Tage Gefängnis nicht geholfen sein!
— Selbstmörder⸗Humor. Ein junger Deutscher hat sich in London in einem Schlafzimmer des„London und North Western⸗Hotels mit einem Rasiermesser die Kehle abgeschnitten, nachdem er zuvor einen launigen Brief an seinen künftigen Leichenbeschauer geschrieben hatte. Die Epistel lautet auf deutsch:„Verehrter Herr! Es thut mir unendlich leid, Sie bemühen zu müssen. Aber wer hat über das Schicksal Gewalt? Und so muß ich denn, ob ich will oder nicht, gezwungener Weise Ihre Bekannt⸗ schaft machen. Die traurige Pflicht, die ich Ihnen mit dieser Zwangsfreundschaft auferlege, will ich aber wenig⸗ stens dadurch in etwas Ihnen leichter machen, daß ich Ihnen genaue Angaben über meine Persönlichkeit mache, sodaß Sie mein Nationale nicht erst sich mühsam zu⸗ sammen zu stoppeln brauchen. Also: Ich heiße Mar Gustav Zinke und bin aus Kroppenstadt bei Magdeburg gebürtig. Ich bin 1867 geboren, also dreißig Jahre alt. Bisher hatte ich Geld genug, jetzt habe ich keins mehr. Und damit komme ich zu dem zweiten Teil meiner Darstellung, nämlich dem Grunde, warum ich die Welt, dieses Jammerthal, verlasse. Ich hoffe, Sie werden mir die Mühe, die ich Ihnen also bereite, verzeihen. Hochachtungsvoll Ihr ergebenster Max Gustav Zinke.“ Bei der Verhandlung vor dem also apostrophierten Leichen⸗ beschauer gab ein früherer Hauswirt Zinkes seinem einstigen Mieter ein vorzügliches Leumundszeugnis und erklärte, er hätte dem jungen Mann gern über seine finanziellen Schwierigkeiten hinweggeholfen, wenn er von deren Existenz eine Ahnung gehabt hätte. Das Verdikt der Geschworenen lautete, wie immer in solchen Fällen: „Selbstmord im Irrsinn“!„Selbstmord mit Humor“ wäre zutreffender gewesen. — Amerikanisch. Der 17 jährige Sohn des Gouverneurs von Georgia, Atkinson, ist am letzten Freitag mit Ada Byrd, der 14 jährigen Tochter eines Setzers, entflohen. Ein Prediger auf dem Lande hat das jugendliche Paar in der That getraut und das für den Kostenpreis von 8 Mark. Die Ehe ist somit gesetzlich.
„Ich interessiere mich für alles, was die Ge⸗ danken augenblicklich in Anspruch nimmt, ich bin immer auf der Flucht vor ihnen“, sagte sie ernst.
Als sie jetzt, wie eingesponnen vom Sonnen⸗ licht, vor ihm stand, die Wangen leicht gerötet, die dunklen Haare vom Frühlingswind verwirrt, da wußte er auch den düsteren Zug in dem schönen Gesicht zu deuten. Ueber der Nase liefen die feinen Brauen dicht ineinander, da saß das Un⸗ glückszeichen, wie der Volksmund sagt.„Viele Thränen, früher Tod“, hatte die alte Großmutter stets gemurmelt, wenn sie solch einem Gesicht begegnet.
Es fröstelte ihn, und sein leichtes, sorgloses Herz wurde ihm plötzlich schwer.
„Frieren Sie, hier mitten in der Sonne?“ fragte sie erstaunt.
„Nein, nein, nur ein leichter Fieberschauer, überangestrengte Nerven.“
„Ich dachte, nur Frauen seien nervös“, lächelte sie.„Aber freilich der Anblick von Jammer und Elend, dem der Arzt ausgesetzt ist, muß an die Seele greifen. Onkel Doktor kam von einem Sterbebette nie gleich zu uns. Von alltäglichem könne er dann tagelang nicht sprechen, meinte er stets.“
„Doktor Borrmann ist auch ein seltener Mensch, lichen messen.“
„Nicht wahr edel und selbstlos, und seufzte und brach ab.
Es klopfte und B Verbeugung daran,
erst meine Mutter.“ Sie
mit diesem Maßstab dürfen Sie nicht alle Sterb⸗
? Und Onkel Gustav war auch so
usse erinnerte mit respektvoller daß der Förster die gnädige
„Richtig, und Sie, Herr Doktor, fahren,
ist etwas Ansteckendes.“ Dr. Senglin verbeugte
sich zustimmend.
ungeduldig hin und her. „Zu der Fahrt wird wohl ein Hut nötig sein“
falls zu warm.“
Walter sah ihr zu, wie sie verschiedene Schrank thüren öffnete und kopfschüttelnd wieder schloß endlich war der große, deckt und sie reisefertig.
bis sie den gefunden, der ihr, ihrer am Besten stand. „Schufterle, ins Freie.“ „Nehmen Sie den Hund mit?“ „Natürlich, nicht zu Tante Minchen, die Hunden von geneigt ist.“ Die Baronin hatte in dem leichten
Sitz neben ihr. „Und der Kutscher?
Doch, Sie können sich ruhig mir anvertrauen. kutschiere ganz sicher, nicht wahr, Busse?“
den jungen Mann m
wenn
Sie nichts besseres vorhaben, wohl mit mir. Zu⸗ erst muß ich nach Neuhof, dort soll ein Knecht er⸗ krankt sein, den müssen wir uns ansehen. Vielleicht
Draußen scharrten die feurigen Rappen die Erde und rissen den leichten, zweisitzigen Wagen
überlegte die Baronin,„meine Pelzmütze ist jeden⸗
vorjährige Gartenhut ent⸗
Unwillkürlich dachte er an Alma, die sicherlich vier bis fünf Hüte vor dem Spiegel aufbrobierte, Meinung nach, wo steckst Du denn? Es geht ja er begleitet mich überall hin, nur jeher ab⸗ Wägelchen
Platz genommen und deutete auf den zweiten leeren
„Den nehme ich nie auf meinen Fahrten mit.
Ich
„Sicherer wie unser bester Kutscher“, bestätigte
N Expedition:
. Kreuzplatz Nr. 4.
Die Eltern der Kinder aber haben anders über die Sache gedacht. Knabe und Mädchen werden einstweilen noch
zwei Jahre lang die Schule besuchen. Mittlerweile haben sie ja Zeit zum Nachdenken.
Neueste Telearamme.
Hd. Berlin, 13. April. Admiral Hollmann ist gestern mit Familie nach Italien abgereist. Vorher hatte er noch nach einer Privatwohnung hier Umschau gehalten.
Hd. Berlin, 13. April. Aus Mai⸗ land wird dem„Lokalanzeiger“ ge⸗ meldet, daß der Untersuchungs⸗ richter Belestri entgültig beschlossen habe, in Sachen des Prozef ses gegen Fuvilla, dem Parlamente die be vorstehende gerichtliche Verfolgung Crispis mitzuteilen.
Hd. Paris, 13. April. Die offtziöse Presse bezeichnet das Zögern der Diplomatie im Orient als Gefahr für den europäischen Frieden. Das geheimnisvolle Schweigen Deutsch⸗ lands gebe zu Bedenken Anlaß, denn es ent⸗
halte die Lösung der gegenwärtigen rätsel⸗ haften Lage. Hd. Athen, 13. April. Die Ortschaft
Baltinos, in welcher 800 Türken ein⸗ geschlossen waren, wurde von den Aufständi⸗ schen gestürmt. Die türkische Besatzung wurde bon dem Korps Davelis, des am meisten ge⸗ fürchteten Führers der Aufständischen, zersprengt. Angeblich sollen dabei 80 Türken getötet worden sein.
Marktpreise.
Gießen, 13. April. Auf dem heutigen Wochen⸗ markte kostete: Butter per Pfund 1,15— 1,25, Hühnereier 2 St. 11— 12 Pfg., Enteneier 6 Pfg., Gänseeier 11 Pfg., Käse 5—8, Käsematte 3, Erbsen per Liter 18, Linsen 27 Pfg., Tauben per Paar 0,90— 1,00, Hühner p. St. 1,20 1,40, Hahnen 1,30— 1,50, Enten 1,70 2,00, Gänse per Pfund 48— 54, Ochsenfleisch 66— 74, Kuh⸗ und Rindfleisch 60 bis 66, Schweinefl. 56 66, Schweinefl., gesalz. 70— 72, Kalbfleisch 50 Pfg., Hammelfleisch 50— 65, Kartoffeln pro 100 Kilo 4,50,— 5,00, Zwiebeln per Zentner 7,00 8,00 Mark, Milch per Liter 16 Pfg.
Wasche
mit Luhn's Seba, Kernseife! Es ist eine Lust,
bunte Gewebe jeder Art damit zu reinigen, weil Alles Farbe
behält und weich bleibt. Holen Sie zum Versuch ½ Pfundpacket„mit dem Roten Kreuz“ beim Droguisten, Selfen⸗ oder Kolonial⸗ waren⸗Händler.— Fordern
Sie„echte Luhn s“
Verantw. Redak⸗
Verleger: Paul Bader in Marburg, beide in Gießen.
teur: Wilhelm Sell, Druck von E. Ottmann,
„Dem geschniegelten Gecken traue ich nicht recht“, murmelte er in's Haus zurückgehend, ob⸗ gleich alles Volk ihm zuläuft, als ob der Doktor Borrmann nicht es vierzig Jahre lang halb um⸗ sonst kurriert hätte. Ja, Undank ist der Welt Lohn!“
Im leichten Morgenwind flog das Gefährt an den jungen Saatfeldern vorüber. Hoch über den Köpfen jubilierten die Lerchen und schwangen sich zum azurnen Himmel empor.
Doktor Senglin fühlte, wie es ihm heiß und eng ums Herz wurde. Das reizende Profil, auf welches der große Hut hin und wieder Schatten warf, war ihm so nahe, und sein Blick kehrte immer wieder zu den schlanken Händen zurück, die so ruhig und fest die Zügel hielten.
Würde sie auch so ruhig bleiben, wenn man ihr von Liebe spräche? Welche Himmelslust, die Flamme der Leidenschaft in dieser unberührten Seele zu wecken! Doch, war sie nicht das Weib eines Anderen?
Blitzschnell kam ihm der Gedanke, und ehe er sich besinnen konnte entschlüpfte ihm die Frage: „Warum tragen Sie keinen Trauring, gnädige Frau?“
Erschro stammelte sie. bürgerlicher Akt, sollte.“
Erglühend setzte sie hinzu.„Das war nicht freundlich von Ihnen, das hätten sie nicht fragen sollen.“
„Verzeihen Sie!“ Er hatte ihre Hände er⸗ griffen und ehrfurchtsvoll geküßt.
Schweigend saßen sie nebeneinander.
7
*
cken blickte sie ihn an.„Wie sollte ich?“ Es war ja nur eine Form, ein der mich vor Hunger schützen
it
Frau im Walde erwarte. fohlene Wagen halte bereits vor der Thür.
Der am Morgen be⸗
der alte Rechnungsführer,
durchaus nicht wohlwollenden Blicken messend.
(Fortsetzung folgt.)


