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Gießen, Mittwoch, den 13. Oktober
1897.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Hesst
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Ausgabe
Gießen.
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Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Medaktion:
2 Kreuzplatz Nr. 4..
Lokales und Provinzielles.
* Gießen, 12. Okt.(Zum hessischen Beamtengesetz.) Am Dienstag voriger Woche war der Finanzausschuß der zweiten Kammer zur Beratung des Gesetzentwurfs, betr. die Besoldung der Staatsbeamten, nach Darmstadt einberufen. Ueber das Resultat seiner Beratung haben die„N. Hess. Volksblätter“ don zuverlässiger Seite erfahren, daß man sich mit den wichtigsten Bestimmungen der Vorlage im Großen und Ganzen einverstanden erklärt hat. In etwa 14 Tagen wird man in die Detailberatung des Gesetzentwurfs eintreten. Referent ist Justizrat Rechtsanwalt Jöckel 8 der im Wesentlichen für die Vor— lage ist.
* Gießen, 12. Okt. Für die nächste drei⸗ jährige Budgetperiode berechnet sich der hessische Anteil an dem Reinertrag der Betriebs⸗ gemeinschaft der kgl. preußisch⸗großh. hessischen Eisenbahnverwaltung auf 30813 547. Davon entfallen auf das Rechnungsjahr 1897/98 9775 000 4, 1898/99 10 068 250 4 und 1899/1900 10 370 297 4. Dieser Betrag dürfte sich noch erhöhen, wenn im Laufe der Bud⸗ elpertode der vollständige Ausbau der im Bau 1 Feriffenen Nebenbahnen erfolgt ist. Nach Ab⸗
zug der sehr bedeutenden Zinsen für die hessischen 8 Eienbahnschuld erwartet man aus der Bahnbe⸗ striebsgemeinschaft einen Reinüberschuß für das laufende e von 2 195 000 Al.
* Gießen, 12. Okt. Nach Maßgabe des
Gesetzes über die Naturalleistungen der bewaff⸗
neten Macht im Frieden betragen die ermittelten Durchschnittsmarktpreise(einschließlich
eines Aufschlags von Fünf vom Hundert) für den Monat September 1897: Hafer 16,00&,
Heu 6,60, Stroh 4,70.
„Gießen, 11. Oktober.(Stadttheater.) Gleich der ersten Aufführung des Hauptmann⸗ versunkene Glocke“ war auch die gestrige Wiederholung bvon gutem Erfolge Mängel, welche einzelnen Darstellern früher an⸗ hafteten, waren gestern nicht zu bemerken, sodaß ber reichlich gespendete Beifall ein wohlverdienter war.— Das Klappsche Lustspiel„Rosenkranz und Güldenstern“, welches augenblicklich 1 mi im lesigen Stadttheater morgen Mittwoch zur Auf⸗
schen Märchendramas„Die
begleitet. Die
Schauspielhause
Berliner Kgl. wird, gelangt
111 Erfolge gegeben
ührung.
* Gießen, 12. Okt. den„Wanderern, G. R.⸗G.“,
Piesugen Wetters einen le vier Füchse, welche von der
ihre Aufgabe nicht sehr leicht gemacht.
biet Krofdorf, Wißmar, Atzbach, Heuchelheim, mit als Mittelpunkt, e und erst verhältnismäßig spät, abends, glückte es dem Füchse zu erreichen.
gegen
geringen
Die am Sonntag von veranstaltete
Schuitzeljagd nahm trotz des gerade nicht
neuen Klublokal im Restaurant Royal, woselbst die Preisverteilung stattfand und wo man in feucht⸗fröhlicher Stimmung bis tief in die Nacht hinein gemütlich beisammen blieb.
* Gießen, 12. Okt. Das Haus Eder⸗ straße 1, Ecke Nordanlagé, dem verstorbenen Kaufmann Noll gehörig, ist an einen Herrn Eichenauer aus Schotten für 35 000 l. verkauft worden.
* Gießen, 12. Okt.(Deutsches Natio⸗ nalfest.) Aus Mainz wird geschrieben: Die hiesige Ortsgruppe des alldeutschen Verbandes hat sich der Anregung der Herren Grävell von Jostenrode und Professor Dr. Schädel, deutsche Nationalfeste in Mainz zu veranstalten, zugewandt und bereits einen Ortsausschuß zur Einleitung der nötigen Schritte ernannt. Auch hat bereits eine Sitzung der Spitzen der Be⸗ hörden und Vorstände hiesiger Vereine statt⸗ gefundeu, in der alle Anwesenden sich für die Idee begeisterten. Das erste Fest soll eventuell im Jahre 1900 auf dem ausgedehnten Felde zwischen Kastel und Erbenheim stattfinden und sich in fünfjährigen Abschnitten wiederholen. Für ein zweckentsprechendes Plakat und Sinnbild für die Nationalfeste wird ein Preisausschreiben er⸗ folgen, an dessen Wettbewerb sich alle Künstler des In⸗ und Auslandes beteiligen können. Zur Verteilung kommt ein einziger Preis von 1000 Mark.— Die„Mainzer Volkszeitung“ bemerkt dazu:„Wenn das wirtschaftliche und das poli⸗ tische Elend unseres Volkes mit„National-“, Säkular⸗ und sonstigen schönen Festen geheilt werden könnte, dann wäre es schnell gemacht.“
m. Garbenteich, 12. Oktober. Wir berich⸗ teten kürzlich, daß Herr Werkmeister Wilhelm Heußer von hier in seinem Garten 5 Kür⸗ bisse im Gesamtgewicht von 271% Pfund erntete. Eines dieser Exemplare wog nahezu einen Centner. Herr Heußer hat diese Kollektion auf der Rosen⸗, Blumen⸗ und Pflanzenaus⸗ stellung zu Frankfurt a. M. ausgestellt und ist bei der am Sonntag stattgehabten Prämiterung mit einem Ehren-Diplom bedacht worden.
* Friedberg, 11. Okt. Dem Vorstand des evangelischen Stadtkirchenbauvereins dahter ist die Erlaubnis erteilt worden, zu der ihm von der hessischen Regierung gestatteten Geldlotterie zur Gewinnung eines Teiles der Mittel für die Wiederherstellung der Stadtkirche in Friedberg auch in Preußen, und zwar in den Provinzen Hessen⸗Nassau, Rheinland und West⸗ falen, Lose zu vertreiben.
* Darmstadt, 8. Oktober. Der Soldat Weygand vom 118. Infanterie⸗Regiment, dem der vorjährige Mädchenmord im Eberstäder Walde zur Last gelegt wird, ist, wie s. Z. ge⸗
sehr animierten Verlauf. Lahnbrücke aus gestreut, hatten den 24 Teilnehmern der Jun feltenem Raffinement hatten die Füchse das Ge⸗ Rodheim, Kinzenbach, der Rodheimerstraße als Jagdgelände vorbereitet 6 Uhr ersten Fahrer, einen der Am Abend vereinigte die „Wanderer“ ein gemütlicher Kommers in ihrem
meldet wurde, nach längerer Beobachtung in Heppenheim für unzurechnungsfähig er⸗ klärt worden. Ein von der Direktion des Landeshospitals Hofheim eingefordertes Gut⸗ achten spricht sich in gleichem Sinne aus.
* Darmstadt, 11. Okt. Der Zweiten Kam mer sind neuerdings einige Anträge auf Erhöhung einiger für Zwecke der För de⸗ rung der Land wirtschaft eingestellten
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. reis der Auzelgen: 10 Pfg., für
die Bspaltige Petitzeile
* Expedition: 1 Kreuzplatz Nr. 4.
für eine Molkereischule vorgesehenen 6000. auf 12 000, Haas(Offenbach) und Genossen wollen die für Zwecke des Landwirtschaftsrats (Landesausschuß) vorgesehene, jährliche Dotation von 10000 auf 15 000. erhöht wissen. Wernher und Genossen beantragen, daß jährlich 10 000 Al als Zuschuß zu den Kosten der Be— schickung der Wanderausstellungen der deutschen Landwirtsgesellschaft zur Verfügung des Land⸗ wirtschaftsrates ausgeworfen werden. Wester⸗ nacher will einige hundert Mark dem Landwirt⸗ schaftsrat zur Verfügung gestellt wissen zum Zwecke der Herausgabe periodisch erscheinender Berichte über die Lage der hessischen Land⸗ wirtschaft.
* Aus Heppenheim. laden eines hiesigen Händlers, der sich vor Jahren zum Aerger des größten Teils der steuerzahlenden Bürgerschaft in der Uniform eines Polizeikommissärs brüstete, befindet sich ein großes Plakat der Darmstädter Pferdelotterie angeschlagen. Darunter hat nun irgend Jemand, der Schrift nach ein Knabe, das Wort Heppen⸗ heimer vermerkt. Dieses Wort hat den„Ehe⸗ maligen“ als„Dichter“ auf seinen Pegasus ge⸗ lockt und er hat folgenden Vers angeschlagen: Wer Heppenheim hat hier geschrieben,
Ist dumm geboren und geblieben,
Denn heut sagt selbst der größte Esel: Lämmersdorf ist niemals ein Narr gewesen. Und ein solcher Mann bezieht jährlich zwölfhundert Mark aus dem Säckel der steuerzahlenden Bürgerschaft. Ob dies auch in einer anderen Stadt möglich wäre?
* Mainz, 11. Okt. Auf der Landstraße zwischen Bodenheim und Laubenheim wurde in einer Juninacht der Musketier Hafner vom 118. Jufanterieregiment überfallen und schwer mißhandelt, so daß er 3 Wochen lang in Lebensgefahr schwebte. Heute standen vier junge Leute aus Bodenheim wegen dieser Sache vor den Schranken der Strafkammer.
An dem Zigarren⸗
10 Monate Gefängnis und der G. Dickhaut die gleiche Strafe. Die mitan⸗ 1 Eisenbahnarbeiter Bernh. Haub und der Taglöhner Fr. Lang erhielten zwei und 1 Monat Gefängnis.
Herrn Oberbürgermeisters Dr. Gaßner
und Weise der Feier beraten wird.
fahren.—
geteilter, guter Aufnahme.
osten zugegangen. So wünschen die Abgg. e und Genossen die Erhöhung der
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Wie Lieselchen die Frauenfrage löste. Novellette ven Charlotte von Schöler. (Fortsetzung.)
Die märkische Landschaft entbehrt nicht der An⸗ Licht eines schönen Die Lust hatte beute den prickelnden Reiz, den sie im Beginn des Absterbens der Natur am stärksten zu entwickeln
mut, zumal wenn das klare Herbsttages diese Anmut belebt.
pflegt. i Leben und Sterben vereinen f Zeit zu einem Bouket, dessen Duft die
schlaf, in den ihn der Sommer einlullte. Eile— eile“ scheint es aus Baum und
veile, wer noch etwas erreichen will— 0 kommt, der Tod wartet auf alles Leben! Und Lieschen flog daher,
Bodens. Ihr Auge blitzte wie das einer und rechtmäßig erzürnten Amazone, ist, freche Grenzbewohner gebührend — Staunende Blicke folgten ihr,
war auf das Ziel gerichtet. Ueber drei Stunden hatte
sich da für kurze Sinne
schärft und den Willen herauslockt aus dem Halb⸗
Busch,
von der, Erde und aus den Wolken zu rufen— der Winter
N das Bild des jung gewordenen Willens— ihr schlanker Körper folgte
jeder Bewegung des Rades jeder Veränderung des ernstlich
die entschlossen zurückzudrängen. wo sie vorüber⸗
lam, aber sie achtete nicht darauf; all ihr Denken das junge Mädchen im Sattel gesessen, sie begann müde zu werden—
da tauchten die Türme der Riesenstadt, von der Nachmittagsonne beleuchtet, am Horizont auf.— „An ee jubelte Lieschen und sprang vom Rad, um die steif gewordenen Glieder etwas zu recken und zu überlegen, wie sie ihren Einzug am zweckmäßigsten einrichten könnne.
Sie kam vom Nord-⸗Ost— um zu den Freundinnen nach Wilmersdorf zu gelangen, mußte sie Berlin! durchqueren— daran hatte sie vorher nicht gedacht. Ein leises Angstgefühl beschlich sie plötzlich, aber sie schob diese Empfindung kräftig von sich, indem sie ihren Mut an dem bisherigen Erfolg neu belebte. Sie sprang in den Sattel Vorstadtbewohner, Bummler, an denen sie vorüber⸗ kam, alles blieb stehen und sah ihr nach. Humoristische, besorgte und freche Zurufe trafen ihr Ohr, aber da sie fühlte, daß es hier galt, so schnell wie möglich zu sein, raste sie in toller Flucht vorwärts.— Jetzt hatte sie die Königs⸗ Chaussee erreicht, jetzt die Greifswalderstraße noch eine Weile hielt sie sich in dem polizeiwidrigen Tempo, trotz des schlechten Pflasters— plötzlich überfiel sie das Angstgefühl mit doppelter Gewalt.
Es kam ihr vor, als sei sie vom Feinde um⸗ ringt, als messe man sie von allen Seiten mit tückischen Blicken— zitternd sprang sie ab und sah sich wie verstört um. Ein, wie ihr schien, satanisches Lachen schallte in diesem Moment halber Ohnmacht, an ihr Ohr und als sie, leichenblaß vor
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Schreck, herumfuhr, stand sie vor einem riesenhaften Mann, der aussah, als könne er zur Not Löwen Der mächtige Schädel, umstarrt von grauen Haarsträhnen, die kolossalen Glieder in häß⸗ lichen, schlotterigen Kleidern, die kleinen Aeuglein
und flog abermals vorwärts.— Landleute, Arbeiter,
schlusse die erfreuliche Thatsache
Schuldig er⸗ kannt erhielt der Taglöhner Christian Breider Schmied
* Mainz, 11. Okt.(Kleine Nachrichten.) Zum fünfhundertjährigen Jubiläum der Geburt Johannes Gutenbergs, das im Juni des Jahres 1900 hier in Mainz in großartiger Weise begangen werden soll, findet am nächsten Mittwoch unter dem Vorsitz des eine Sitzung des Komitees statt, das über die Art Es liegt ein Vorschlag vor, zwei Kommissionen zu bilden, und zwar eine für den wissenschaftlichen und eine für den Vergnügungsteil des Festes. Der Vorschlag dürfte wohl keinen Widerspruch er⸗ „Merkur“ Stadtbrief-Beför— derung. Das am 1. Oktober d. J. am hiesigen Platze, Große Emmeransstr. 6, eröffnete Justitut erfreut sich bei der hiesigen Einwohnerschaft un⸗ Die Geschäftswelt sowohl wie der Privatmann wird am Jahres⸗
können, eine bedeutende Ersparnis gemacht zu haben. Eine größere Anzahl von Briefkasten
sind an passenden Plätzen bereits 1 0
denen noch weitere folgen werden. Ist dies ge⸗
schehen, wird ein Beamter per Rad, um recht
schnelle Erledigung der Aufträge zu ermöglichen, die Kasten entleeren und somit den Wünschen der Einwoherschaft voll und ganz Rechnung ge⸗ tragen werden.— Zur Uebernahme der Errich⸗ tung des geplanten städtischen Elektrizi⸗ tätswerks sind, im ganzen 8 Offerten, und zwar von den bedeutendsten Elektrizitätswerken Deutschlands eingelaufen.— Andrang auf dem Standesamt. Nicht weniger als 27 Paare sind am Samstag in den Hafen der Ehe eingelaufen. Die Standesbeamten hatten
alle Hände voll zu thun.
* Mainz, 11. Okt.(Die Eisenbahn⸗ direktion antwortet!) Zufolge der ver⸗ schiedenen Anzapfungen inbezug auf die geradezu chronisch gewordenen Verkehrsstörungen hat sich die hiesige kgl. preußische und großh. hessische Eisenbahn-Direktion endlich zu einer Erklärung bewogen gefühlt. Das„Mainzer Journal“ und die„Frkf. Ztg.“ erhielten folgende Zuschrift:
Die seit Anfang September d. J. auf unseren Strecken, wie auch auf denjenigen der Nachbarverwal⸗ tungen eingetretene ungewöhnliche und alle Voraus⸗ setzungen übersteigende Zunahme des Güterverkehrs hat auf einer Zahl diesseitiger Stationen— u. a. in Bingen, Mainz, Darmstadt, Worms— Ansammlungen von Güterwagen und Gütern zur Folge gehabt und die Beförderung der letzteren vielfach gehemmt und ver⸗ langsamt, auch auf die Abfertigung des Personenverkehrs störend eingewirkt.
Trotz der seit der Verstaatlichung der Hessischen Ludwigsbahn bereits erfolgten Ergänzung der Betriebs⸗ mittel, insonderheit der bedeutenden Verstärkung des Lokomotivparks, der vielfältigen Einlegung neuer Güter⸗ züge, der umfänglichen Vermehrung des Personals bei gleichzeitiger namhafter Erhöhung der Beamtengehälter und Arbeiterlöhne, haben die Störungen des Verkehrs nicht vollkommen beseitigt werden können und werden bei gleichbleibendem Verkehr voraussichtlich auch noch anhalten, da die der Staatseisenbahn⸗Verwaltung über⸗ kommenen baulichen und betrieblichen Anlagen für die Aufnahme eines so gewaltigen Verkehrs sich an wich⸗ tigen Stellen nicht als zureichend erwiesen.
Die Verwaltung, in Erkenntnis der ihr als einer öffentlichen Verlehrsanstalt obliegenden Pflichten, ist bestrebt, die Vervollkommnung und Erweiterung dieser Anlagen mit allen Kräften und auf das Schleunigste in das Werk zu setzen und überall dort sofortige Ab⸗ hilfe zu schaffen, wo solches nach den örtlichen Verhält⸗ nissen in kürzester Frist möglich ist. Umfänglichere Anlagen lassen sich jedoch nur in gemessener Zeit her⸗ stellen. Das verkehrstreibende Publikum wird dieser Sachlage Rechnung zu tragen haben und angesichts des ernsten Willens und der erkennbaren Bethätigung der Verwaltung zur schleunigen Behebung der Anstände sich einige Zurückhaltung in der Erhebung von Beschwerden auferlegen müssen.
Hervorzuheben ist, daß das starke Anwachsen des Güterverkehrs auf diesseitigen Strecken auf Verkehrs⸗ umleitungen aus Anlaß der Verstaatlichung nicht zurück⸗ zuführen ist, da solche bisher nicht in das Werk gesetzt wurden.
Wie die„Mainzer Volkszeitung“ erfährt, steht die Inangriffnahme der Erweiterung des Güterbahnhofs in Bälde bevor.
konstatieren
r
PHPPPPFPPP—P—P—————j———
einschüchtern.
in der übergesund gefärbten Fleischmasse von Gesicht dieses Ganze erschien dem
fielen ihr ein. sie den Riesen an.
„Ja, ja— nu kommt der Deibel und schluckt
an ihr Rad.
Wollen Se als—„Findel-Architektur“
zuklettern— ick will't Ding festhalten,
Sie't sind.“—
um ihr beim Aufsteigen behilflich zu sein.
„von Missethaten auszuruhen“.
wesen war.
armen Lieschen furchteinfloßend. Alle Schreckgeschichten von Mördern und bösen Menschen, die sie jemals gehört hatte, Sprachlos mit ersetzten Augen, sah
Se rin, Kleene— so wat kommt allemal von so wat“— sazte er, immer noch lachend und tippte
„Na— wat soll hier eijentlich mit Se wer'n? mit det Ding so stehen bleiben, bis'n Schutzuiaun Ihnen weiterhilft? Ick rate Sie, lieber gleich wieder ruff⸗ weil
Damit ergriff er mit wuchtiger Hand das Rad,
Wenn es ein Mörder und Boösewicht war, so hatte er jedenfalls für den Moment die Neigung Lieschen atmete auf, aber sie vermochte mit ihren zitternden Knieen, nicht das Rad zu besteigen— sie fürchtete sich vor diesem Berlin, das ihr sonst nie furchtbar ge—
„Sie sind außerordentlich gütig, mein Herr aber bitte, lassen Sie mein Rad los, ich suche mir eine Droschke“ stammelte die junge Heldin, in einem so schüchternen und wohlerzogenen Ton, als stehe sie vor einem Fürsten.
Der Riese brach von neuem in wieherndes Lachen aus.—
„Nee, über so'n Püppken! wenn so'n Gör nich weiter weiß, plärrt's nach'ner Droschke. Na, denn man zu, ick bring' Se an so'n Feenwagen zweiter Güte, Se können ja nich mehr bis Dreie zählen, Sie süßes Schnuteken“.— Und der Ge⸗ waltige ergriff mit unwiderstehlicher Faust das Rad und schob es vorwärts— Lieschen mußte folgen, sie mochte wollen oder nicht. Dafür saß sie einige Minuten später in einer Droschke; das Rad wurde ihr halb und halb auf den Schoß gelegt und ihr jovialer Riese fragte, ein rotes Gesicht grinsend zu ihr neigend:
„Wissen Sie vielleicht freundlich st, wo Se hin⸗ bestimmt sind, hochverehrtes Jepäck?“
Lieschen gab die Adresse an und zog das schmale Portemonnaie, um dem Mann eine Kleinigkeit zu geben, der aber hob abwehrend die Hand:
„Fahr zu, Johann! Adjöh schöne Dame, meinen verbindlichen Gruß an Ihren Herrn Zukünftigen“!
(Fortsetzung folgt.)


