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Nr. 187
Gießen, Donnerstag,
den 12. Angust
1897.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Ausgabe
Gießen.
ische Landeszeilung.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
5 3 Lokales und Provinzielles.
Gießen, 11. Aug. Am 7. August d. J. ist der Bauinspektor für besondere Bauausfüh⸗ rungen Franz Frenay zu Gießen auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 17. August 1897, aus dem Staatsdienst entlassen.— Der Bau⸗ assessor Wilhelm Diehl aus Groß⸗Bieberau ist zum Bauinspektor für besondere Bauausfüh⸗ rungen, mit Wirkung vom 17. August 1897, ernannt.
* Gießen, 11. Aug. Personalverände— rungen im Bezirke der Darmstädter Ober⸗Postdirektion. Versetzt sind: Der Postverwalter Fleckenstein von Wald⸗Michel⸗ bach nach Neu⸗Isenburg, der Ober-⸗Postassistent Gg. Müller von Michelbach nach Wald⸗Michel⸗ bach unter Ernennung zum Postverwalter, der Postasststent Appel von Worms nach Bü⸗ Dingen, der Postassistent Otto Will von Darmstadt nach Erfurt, der Postassistent Schrei⸗ ber von Erfurt nach Mainz, der Postassistent
„W. Becker von Straßburg(Elsaß) nach orms, der Postassistent Vetter von Als⸗ feld nach Straßburg(Elsaß). Wieder⸗ angestellt als Postassistent ist der frühere Ober⸗Postassistent Senkbeil in Worms. An⸗ enommen zum Postagenten ist der Lehrer i. P. e in Framersheim. Es treten in den uhestand: Die Postverwalter Spilger in Neu⸗Isenburg, Stotz in Lich. Gestorben sind: Der Postverwalter Bahn in Echzell, der Postagent Philipp Jakob Hinkel in Framersheim.
* Gießen, 11. August.(Beamten⸗Für⸗ sorge bei der Post.) Der„Deutschen Post⸗ zeitung“ wird aus Darmstadt folgende recht charakteristische Notiz zugeschickt: Ein nicht an⸗ az verheirateter Assistent, welcher beim
elegraphenamt beschäftigt war, und dessen Frau bor kurzem bei ihrer Niederkunft irrsinnig wurde, sodaß se in einer Irrenanstalt untergebracht werden mußte, erhielt seine Versetzung in den Bezirk, wo er zur Vertretung verwandt werden sollte. Der erwähnte Kollege führt hier seinen Hausstand und ist Vater eines drei Monate alten Kindes. Nichtsdestoweniger und trotz Bitten und Vorstellungen mußte er von hier abreisen.— Wo bleibt nun hier die vielgerühmte Fürsorge der Verwaltung für ihre Beamten?
Gießen, 11. Aug. Scharfgeschossen wird vom hiesigen Infanterie⸗Regiment am 12. 18, 14., 16., 18. und 19. ds. Mts. auf den Höhen östlich von Mainzlar mit der Schußrichtung nach Süden und Süd⸗ westen. An den genannten Tagen darf von 6 Uhr vormittags ab, bis das Signal die Be⸗ endigung des Schießens ankündigt, legen 3 Uhr nachmittags, das durch die Kleinkalibrigen ge⸗ fährdete Gelände zwischen Mainzlar, Treis an der Lumda, Climbach, Beuern, Alten⸗Buseck, Daubringen, Mainzlar nicht betreten werden. r.. 5
Die Straße„Daubringen⸗Mainzlar⸗Treis an der Lumda ist für den Verkehr frei, die Straße Daubrigen⸗Alten⸗Buseck dagegen ge⸗ sperrt. An den wichtigsten Wegen, welche in das oben bezeichnete Gelände führen, werden Posten aufgestellt werden.
Gießen, 11. Aug. Früchte sind die beste Medizin. Es ist erstaunlich, einen wie großen Arzneischatz die reifen Früchte bergen, und die häufig gemachte Beobachtung der guten Wirkung hat wohl zu der landläufigen Redens⸗ art geführt, daß das Obst sehr gesund sei. Die Weintrauben und besonders die blauen Trauben sind ungemein nahrhaft und sehr blutreinigend. Ihnen folgen im medizinischen Wert die Pfirsiche, die jedoch nicht ganz überreif sein dürfen und früh morgens, ganz nüchtern genossen, am ge— sündesten sind. Eine täglich morgens nüchtern genossene Apfelsine ist ein vorzügliches Mittel gegen schlechte Verdauung und kuriert bei längerer Kur gründlich.
Grünberg, 10. August. Vorgestern hielt im Gasthause„Zum Hirsch“ dahier der Zweig— verein des oberhessischen Bienenzüch— tervereins Grünberg-Mücke eine recht zahlreich besuchte Zusammenkunft ab, zu der auch der Vorsitzende des Hauptvereins, Herr Pfarrer Ellenberger aus Ortenberg, erschienen war. Den Zweck der Versammlung bildeten die Vorberatungen über die Arrangements zu der am 12. und 13. September hierorts stattfindenden Wander⸗Versammlung des oberhessischen Bienenzüchtervereins, mit der eine Ausstellung u. s. w. verbunden sein soll. Vorläufig ist ein Komitee gewählt worden, welches sich mit der Angelegenheit speziell zu befassen hat und zu welchem auch Nichtmitglieder hinzugezogen worden sind. Nach dem provisorisch zusammengestellten Programm findet am ersten Tage Konzert im Ausstellungslokale(Hamels Gartenhaus) statt; am zweiten Tage wird neben den Vorträgen noch die Verlosung und Prämiierung der aus⸗ gestellten Gegenstände vorgenommen werden, an welchen sich ein gemeinschaftliches Mittagsessen anschließt. Für Inhaber eines Loses ist der Eintritt in das Ausstellungslokal frei.
K. Ruppertsburg, 10. Aug. Am Sonntag, den 15. August, findet in unserem Orte das 15. Bezirksfest des Kriegervereins⸗ bezirk Laubach statt. Der Empfang der auswärtigen Vereine erfolgt mittags um 1 Uhr.
* Bad Nauheim, 9. Aug. Die plötzlich, wie gemeldet, auf dem Spaziergange verstorbene Dame ist eine Frau Belet aus Lausanne. Sie weilte seit 10 Tagen hier zur Kur und war so schwer herzleidend, daß der behandelnde Arzt ihr den ferneren Gebrauch der Bäder und längere Spaziergänge auf das strengste untersagte. Trotzdem wagte die Kranke einen Spaziergang auf die Friedberger Chaussee und wurde dabei
von dem heftigen Platzregen überrascht, der sich gegen 2 Uhr eingestellt hatte. Die Unglückliche
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Feiertagen. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Bspaltige Petitzeile.
Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
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eilte in forziertem Laufe nach dem in der Nähe befindlichen Eisenbahnviadukt, um hier Schutz zu suchen. Die Erregung, der sie sich aber dabei aussetzte, ging über ihre schwachen Kräfte; ein Herzschlag machte ihrem Leben ein plötzliches Ende. Die Verlebte war an einen Kaufmann verheiratet, der sich bereits gerüstet hatte, seine Frau in die Heimat abzuholen.
* Darmstadt, 10. August. Am Sonntag tagte hier die Delegirtenversammlung des Verbands der Kriegs- und Friedens⸗ invaliden Deutschlands. Der Berliner Mili⸗ täranwärterverband hatte Vertreter entsandt, wie denn der Besuch namentlich aus Norddeutschland ein sehr starker war. Auf ergangene Einladung waren auch die Reichstagsabgeordneten Graf Oriola und Dr. Osann erschienen. Beide er— griffen mehrfach das Wort. Man beschloß wiederum eine Petition an den Reichstag in der Fassung des Vereins in Wilhelmshafen. Es soll inhaltlich derselben eine Belassung der In⸗ validenpension an sämtliche im Reichs⸗ bezw. Staatsdienst beschäftigten Militärinvaliden neben dem Civildiensteinkommen bezw. der Civildienst⸗ pension angestrebt und für die Wiedergewährung derselben an solche Militärinvaliden eingetreten werden, welche infolge Versetzung in den Ruhe- stand aus dem Civildienst ausgeschieden sind. Dann soll auf die Erhöhung der Invalidenpen⸗ sion und der Verstümmelungszulage für sämt⸗ liche Militärinvaliden und auf Festsetzung der Entschädigung für Nichtbenutzung des Civilver⸗ sorgungsscheines für alle nicht davon Gebrauch machenden Invaliden auf 12 4 monatlich hin⸗ gewirkt und für die Witwen und Waisen ver⸗ storbener Invaliden in der Petition eingetreten werden. Die übrigen Verhandlungen waren viel⸗ fach interner Natur. Erwähnt mag noch sein, daß die geplante Vereinigung mit dem Berliner Verband der Militäranwärter infolge lebhaftesten Widerspruchs einiger norddeutschen Delegirten nicht zu Stande kam. Fallen gelassen wurde das Projekt der Vereinigung indessen nicht, viel⸗ mehr wählte man eine Kommission, welche den Zusammenschluß für nächstes Jahr in die Wege leiten soll.
* Miltenberg, 9. August. Die hiesige
Handelsschule weist seit ihrem Bestehen jetzt f
einen Besuch von nahezu 1000 Schülern auf. Sie bietet als sechskursige Real- und Handels⸗ lehranstalt eine gediegene Vorbildung für den kaufmännischen und industriellen Beruf. Ihre Absolventen werden von größeren Handlungs— firmen, Bankinstituten, Versicherungsgesellschaften u. s. w. stets mit Vorliebe und unter günstigen Bedingungen aufgenommen. Viele ihrer Zög⸗ linge bekleiden hervorragende Stellungen im Handelsstande. Absolventen, die noch weitere Studien anstreben, können auch in eine Industrie⸗ schule übertreten, deren Lehrplan sich an die Handelsschule anschließt und nach zweijährigem
Eine reiche Partie.
Erzählung von Felix von Stenglin. (Fortsetzung.) 5
Die Leidenschaft verfliegt schnell, was übrig bleibt, sind die thatsächlichen Verhältnisse, nicht nur die materiellen, sondern auch andere. Fragen Sie sich zum Beispiel, welche Eigenschaften eine Frau für Ihren Sohn haben muß, so werden Sie ant⸗ worten müssen: reich, gut aussehend, anständig erzogen, wenn möglich auch liebenswürdigen Charakters. Das alles trifft hier zu. Das Mädchen ist bildhübsch, jung, gescheit und klotzig reich, das einzige Kind eines Vaters mit anderthalb Millionen. Und ebensoviel soll der unverheiratete Onkel haben“
Warnshagen beobachtete den früheren Kame⸗ taden aufmerksam. Augenscheinlich hatten seine Worte Eindruck gemacht. Um diesen noch zu ver⸗ stärken, setzte er hinzu:„Daß solch' ein Vogel noch nicht eingefangen wurde, ist natürlich reiner Zufall. Der Alte lebt still in seiner neuen Villa, begießt seine Blumen und freut sich des Lebens, die Frau locht dünnen Kaffee, und die Tochter hilft Beiden ... Je mehr der Ort von Sommergästen auf⸗ gesucht wird, desto mehr wird natürlich der Gold— sisch umschwärmt werden. Und über Jahr und Tag ist er jedenfalls nicht mehr zu haben.“
Sinnend stand Herr von Jürgen da. 25
„Was— was ist denn der Vater eigentlich?
„Der Vater Rentier.“
„Rentier, so. Und was war er früher?“
„Gntsbesitzer.“
„Gutsbesitzer? Seit wann ermöglicht es denn heutzutage ein Gutsbesitzer, Rentier zu werden?“
„Ach so, nun versteh' ich. Ein sogenannter Millionenbauer aus Berlins Umgebung. Lernte mal einen kennen. Der Mann stand mit der deutschen Sprache durchaus auf Kriegsfuß.“ i
„Dieser auch. Freilich. Aber er und seine Frau sind biedere Leute. Und die Tochter war in einer guten Pension und kann ebenso gut als Kom⸗ tesse gelten,— einige kleine Eigentümlichkeiten ab⸗ gerechnet, die sich sicher noch abschleifen werden.“
„Das müßte ja ungemein erbaulich sein, diesen Leuten die Bruderhand zu drücken“, sagte Jürgen spöttisch.
„Mein Gott, es sind auch Menschen. Und man könnte es ja so einrichten, daß die Alten nicht allzusehr in den Vordergrund treten.“
„Ja, ja, hm! Herr von Hürgen ging auf und ab. Dann blieb er vor Warnshagen stehen. „Sie kennen die Leute?“ f ö
„Bin seit einiger Zeit dort eingeführt und könnte sie leicht mit Ihnen bekannt machen.“
„Nun, so schnell geht das nicht. Erst müßte ich doch mit meinem Sohn sprechen.“
„Natürlich, er soll sie ja heiraten.“
„Ja, hm.“ Herr von Jürgen sann nach.
„Und Sie würden sie vorher keinem anderen 5
„Wenn Sie einen Eventual⸗Vertrag mit mir abschließen, halt' ich sie Ihnen frei,— natürlich nur so weit es in meiner Macht steht.“
„Also darüber werden auch Verträge abge⸗ schlossen?“
„Geschäft—“
„Nun freilich, Geschäft b 5 trat ans Fenster und blickte
“ erwiderte Jürgen
öttisch. Und er f blic aa auf die Straße. Ein lebhaftes Treiben hin und her. Droschken und Pferdebahnen rollten
„Er hat vorteilhaft verkauft an große Berliner Terraingesellschaften.“
vorüber, hastig eilten die Menschen an einander
vorbei. Wie kam er in diese Straße? In diese Behausung? War er wirklich hier bei dem so— genannten Generalagenten und Kassendirektor von Warnshagen, der ihm neulich noch solche Miß— achtung eingeflößt hatte? Stand er im Begriff, seinen Sohn um Geld zu verkuppeln?
Und er ließ sich auf den Stuhl am Fenster fallen und barg stöhnend den Kopf in die Häude.
Lange saß er so da, und Warnshagen störte ihn nicht.
Endlich schien Jürgen seinen Gedanken eine andere Richtung gegeben zu haben. Er nahm die Hände vom Geficht und hob den Kopf.
„Das Leben fordert Opfer, lieber Warnshagen“, sagte er ruhig und ernst.
„Wem sagen Sie das, Sie mich, wie ich jetzt bin. sammengesetzt.“
Jürgen erhob sich entschlossen. mit meinem Sohne sprechen.“
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„Lieber Hellmuth, ich habe, glaub' ich, ein Mittel gefunden, Dir zu helfen. Zwingen kann Dich natürlich keiner zu dem Mittel, aber ich bitte Dich, betrachte die Sache vorurteilsfrei und ruhig.“
Diese Eingangsworte des Vaters, der den Sohn in dessen Wohnung aufgesucht hatte, waren nicht sehr ermutigend für Hellmuth. Fragend sah er auf.„Wenn Du ein Mittel weißt“, erwiderte er gedrückt,—„es bleibt mir ja wohl nichts übrig, als es anzunehmen.“
Der Vater hielt es für das Ziel loszugehen, aber er fühlte, richtige war, die ernsten Seiten hervorzukehren. Das konnte den scheu und unlustig machen.
Jürgen! Betrachten Nur aus Opfern zu⸗
1 Ich werde
beste, gleich aufs daß es nicht das der Angelegenheit Sohn leicht kopf⸗
erfolgreichen Besuch zum Uebergang an ein Poly⸗ technikum berechtigt. Auch ist die Aufnahme in einer Ingenieur-Fachschule ermöglicht. Ferner sind an der Schule Vorbereitungskurse für die Prüfung zum einjährig⸗freiwilligen Militärdienst eingerichtet. In dem mit der Schule verbun⸗ denen Pensionat fanden bis jetzt 426 Zöglinge Aufnahme.
Neueste Telegramme.
Hd. Bukarest, 11. August. Der Zeitung „Epoca“ zufolge ist die politische Bedeutung des Besuches des Fürsten Ferdinand von Bulgarien in Sinaia darin zu suchen, daß er persönlich die wohlwollende Vermittelung des Königs beim Kaiser Franz Josef zu erbitten kam.
Hd. Konstantinopel, 11. Aug. Die Reise des Fürsten Ferdinand von Bulgarien soll nach einem auf der Pforte verbreiteten Gerücht von Rußland veranlaßt sein. Es falt hier als eine feierliche Manifestation Bulgarkens für die Er⸗ haltung des status quo auf der Balkan⸗Halb⸗ insel. Man betrachtet in türkischen Kreisen den Besuch des Fürsten Ferdinand als einen großen Erfolg der Politik des Sultans. Der Fürst hatte gestern mit dem russischen und österreichi⸗ schen Botschafter längere Konferenzen. Die Ab⸗ reise des Fürsten erfolgt am Donnerstag früh, und zwar direkt nach Sofia.
Hd. Madrid, 11. Aug. Die Leiche Canovas wird einbalsamiert. Die Autophie hat gezeigt, daß alle drei Wunden tödlich waren. Die Wunde am Kopf, welche Canovas zuerst erhielt, hat ihm die Besinnung geraubt. Das Gehirn hatte ein bedeutendes Gewicht und der Zustand sämtlicher inneren Organe deutete auf eine wahr⸗ scheinliche lauge Lebensdauer. Die Witwe Ca⸗ novas erhielt gestern von Madame Carnot ein herzlich gehaltenes Beileidschreiben, in welchem letztere an das tragische Ende des Präsidenten der Republik erinnert und ihre spanische Leidens⸗ genossin zum mutigen Ausharren auffordert.
Sterbefälle.
Am 9. August. Sophie von Meibom, geb. Freiin Gremp von Freudenstein, 49 Jahre alt, Witwe von königl. preuß. Oberförster i. P. Oskar von Meibom dahier, Frankfurterstraße 24. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 12. ds. Mts., nachmittags 5 Uhr vom Sterbehause aus statt.
Am 10. August. Johann Georg Wahl,
30 Jahre alt, Karpenterwärter dahier, Diez⸗
straße Nr. 13. Gestorben zu Friedberg. Die
Beerdigung findet dahier statt.
Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmanyschen Buchdruckerei, G ßen, Schloßgasse 13.
„Du erlaubst wohl, daß ich mich setze. Hast Du auch eine Zigarre?“ Und behaglich nahm Herr von Jürgen Platz, nahm aus der Kiste, die der Sohn ihm hinreichte, eine Zigarre und zündete sie sich gemächlich an.
„Sage mal, lieber Junge— aber setz' Dich doch auch, wir können das ja in aller Ruhe be⸗ sprechen— irgend welches Faible für eine weib⸗ liche Persönlichkeit hast Du nicht?“
Hellmuth sah erstaunt auf. kommst Du darauf, Papa?“
„Na, wenn Dein Herz frei ist, wirst Du eher geneigt sein, eine junge Göttin und— Gattin dort inziehen zu lassen—— sollte sie selbst Puhl⸗
mann heißen, wie?“ noch nicht recht, Papa
„Ich verstehe Dich Ich soll—“
„Du sollst nicht. Aber es steht Dir frei, wenn Du willst, in kurzer Zeit sowohl Ehemann wie schuldenfrei zu werden.“
Hellmuth erhob sich und trat ans Fenster.
Der Vater fuhr sort.„Das klingt'n bischen unfein, nicht wahr? Hm, finde es ja auch. Es hat was Peinliches, aber man muß manchmal das Peinliche thun, um das noch Peinlichere zu ver⸗ meiden. So müssen mir die Sache ansehen. Kurz und gut, Herr von Warnshagen, ein früherer Kamerad von mir, dem ich anvertraute, hat mir diesen Rat gegeben. Er kennt in Friedrichsthal einen sogenannten Millionenbauern mit Namen Karl Puhlmann, Pisang, aber reich. Und Röschen ist seine einzige. Soll ja'n Ausbund von Schöon⸗ heit und Liebenswürdigkeit sein. Na, ich denke, da fährst Du mal mit Warnshagen herüber und machst die Bekanntschaft. Ansehen kostet ja nichts.“
(Fortsetzung folgt.)
„Nein. Wie


