Ausgabe 
11.11.1897
 
Einzelbild herunterladen

aubernehnn 10 b

l 1

le.

han, brei Monch 7

odor Tschan dahh

th, 28 Jahn Loth dahier, e ). Die Beerdign, d. M, dom Sr

1 burg, Verantw. 8

90 0 ö

5

4 1 004 1

180, Gänfe u

Gießen, Donnerstag, den 11. November

1897.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

ie

Ausgabe

Gießen.

andeszeitung

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

erscheint gel ich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Das Abonnement seträgt durch die Post bezogen: für die Ausgabe Gießen 1,90 resp. 230 Mk. Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die öspaltige Petitzeile.

Lokales und Provinzielles. * Gießen, 10. Nov. Ernannt wurden:

Plarramtskandidat Ernst Amandus Müller u Nieder⸗Rosbach, Dekanat Friedberg, zum

brut pe 80 Pfarrvikar daselbst; Pfarrvikar Kullmann zu

eodheim a. d. H. zum Pfarrverwalter in Alten⸗ schlirf, Dekanat Lauterbach.

2

* Gießen, 10. Nov. Am 6. Oktober wurde her Schullehrer an der Gemeindeschule zu Bü⸗ hängen Georg Ruth zum Lehrer an dem Gymnasium zu Büdingen, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, ernannt; am Oktober wurde dem Schullehrer Heinrich Schneider zu Angersbach, Kr. Lauterbach, sine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Frisch⸗

born, Kr. Lauterbach, an demselben Tage wurde

uud ber E. Ottumg

, Nleßen. Slot

detall.

ger .

gene Binderei von

ünen Myrten; und weißen rangen⸗Braul anze, silberner goldener Hot zeits⸗ Kränze, akart⸗Bouketts

inzen, Kreufen und

u, Wucht:. Blätter, Gum

eier, 77 der ing

f eiligen Kenna ein

fetal.

,

17 zur elehanlesen 9

Ansichl.

1055 aulmelsan ple bac tungbel

* .

ö

Kronen. ö

ö

aus, daß sein Klient beinahe

dem Schullehrer Anton Link zu Obermörlen, fir. Friedberg, eine Lehrerstelle an der Gemeinde⸗ schule zu Harheim, Kr. Friedberg, übertragen; am 20. Oktober wurde dem Geometergehilfen tonrad Sälzer aus Marburg das Patent als Geometer 2. Klasse für den Kreis Gießen und dem Geometergehilfen Sebastian Walter aus Wald⸗Michelbach das Patent als Geometer 2. Klasse für den Kreis Heppenheim erteilt; am

33. Oktober wurden den Schullehrern Adam

Knecht zu Königstätten, Kreis Groß-Gerau, und einrich Herbst zu Geinsheim, demselben Kreise, ehrerstellen an der Gemeindeschule zu Groß⸗

Gerau, an demselben Tage wurde dem Schul⸗

lehrer August Hoffmann zu Kelsterbach, Kr.

Groß⸗Gerau, eine Lehrerstelle an der Gemeinde⸗

schule zu Pfungstadt, Kreis Darmstadt, über⸗

tragen. * Gießen, 10. Nov. Justizpersonalien.

Gerichtsassessor Bonhard in Friedberg wurde

mit Wahrnehmung der Dienstfunktionen eines Amtsrichters in Worms, und Gerichtsassessor Pfeifer in Gießen mit Wahrnehmung der Dienstfunktionen eines Amtsanwalts bei den Amtsgerichten Friedberg, Bad Nauheim, Butzbach und Vilbel beauftragt.

* Gießen, 10. Nov. Der 31 Jahre alte berheiratete Karl Ludwig Baier, Weiß⸗ binder zu Friedberg, war auf die Angabe der Gastwirt Weilschen Eheleute daselbst wegen an⸗

geblicher Verleitung zum Meineid in Haft ge⸗ nommen und hatte sich gestern vor der

Str af⸗ kammer zu verantworten. Der Verteidiger Rechtsanwalt Grünewald hatte zur Entlastung des Angeklagten eine Anzahl Zeugen geladen, welche aber nicht vernommen wurden, weil der Hauptbelastungszeuge, Ehemann Weil, bei seiner eldlichen Vernehmungumfiel. Derselbe konnte nicht aufrecht erhaften, was er vor dem Unter⸗ suchungsrichter bekundet hatte. Die Weilschen Eheleute erklärten, sie könnten nicht sagen, da er den Eindruck auf sie gemacht hätte, als wenn Bafer sie habe zum Meineid verleiten wollen. Staatsanwalt Zimmermann erklärte, unter diesen Umständen die Anklage nicht aufrecht halten zu können und beantragte die Frei⸗ sprechung des Angeklagten. Rechtsanwalt Grüne⸗ walt, der den Baier berteidigte, schloß sich dem Antrag an und sprach sein Bedauern darüber % Jahr unschuldig zubringen müssen.

habe in Untersuchungshaft frei

Der Gerichtshof sprach den Angeklagten belastete die Staatskasse mit allen Kosten.

* Gießen, 10. Nov. Die Strafkammer verurteilte gestern 1. den Wilhelm Goebel aus Laubach wegen Diebstahls und wegen Landstreicherei zu sechs Monaten und eine Woche Gefängnis und vier Wochen Haft; 2. den Rich. Gräfenstein von Spenditz(in Sachsen) wegen Diebstahls, Hehlerei und Sachbe⸗ schädigung zu zehn Monaten Gefängnis und bier Wochen Haft; 3. den Michael Zentgraf von Tiefenthal(in Baiern) wegen teb⸗ stahls im wiederholten Rückfall, sowie wegen Landstreicherei zu zwei Jahren zwei Monaten Zuchthaus und vier Wochen Haft. Goebel un Gräfenstein waren billigt. Das verbrecherische Kleeblatt saß mi den vergnügtesten Gesichtern auf der Anklage⸗ bank, alle drei die richtigen Brüder Straubinger. Sie waren von Frankfurt nach Gießen gekommen und unternahmen einen Streifzug durch Ober⸗ hessen. Bei Rain rod erbrachen dieselben ein Häuschen, um darin zu nächtigen, nahmen aber am Morgen ein Töpfchen und einen Löffel mit. In Rüddingshain verübten die Angeklagten beim Wirt Deibel einen Einbruchs diebstahl wobei GoebelSchmiere stand und teilweise das ge⸗ raubte Gut, Zigarren und Branntwein, in Empfang nahm. Zentgraf stahl bei dieser Ge⸗ legenheit, ohne daß seine Genossen davon eine

d] heftige Schmerzen.

et kunt densten Zeiten eine große Reihe von

Ahnung hatten, eine goldene Uhr mit Kette. Die Angeklagten waren bereit, die ihnen zuer⸗ kannte Strafe anzunehmen, bis auf die vier Wochen Haft wegen der Landstreicherei, die hätten sie nicht verdient. Der 24 Jahre alte verheiratete Spengler Wilhelm Schmidt aus Friedberg ist vom dortigen Schöffengericht wegen Unterschlagung von zwei Wagen⸗ laternen, die er zur Reparatur erhalten, zu einer Zusatzstrafe von zwei Monate Gefängnis, er ver⸗ 1 Darmstadt acht Monate Gefängnis, ver⸗ urteilt.

* Gießen, 10. Nov. Gestern Abend brachte die Studentenschaft dem Geheimrat Professor Dr. Löhlein, welcher einen Ruf an die Uni⸗ versität Bonn abgelehnt hat, einen Fackelzug.

* Gießen, 10. Nov. Auf Veranlassung des Detaillistenvereins wird der Landgerichts⸗ rat Müller am 17. ds. Mts. im Saale des Hotel Einhorn in einem Vortrag über die beabsichtigten Aenderungen des Handels⸗ rechts und daran anschließend über das geltende Recht, sprechen. Der Zutritt steht Jedermann frei.

* Gießen, 10. Nov. Gestern erlegte der Kaufmann Henzerling auf dem Frühanstand im Distrikt Kirchvers einen kapitalen Zehn⸗ ender im Gewicht von 250 Pfund. Es gehört mit zu den Seltenheiten, wenn in unserer Gegend solche starke Stücke erlegt werden. Der Hirsch dürfte ein Alter von 10-12 Jahren er⸗ husch haben und war ein sogenannter Kronen⸗ hirsch.

* Gießen, 10. Nov. Der Vorstand des Landesverbandes Hessischer Hand werker und Gewerbetreibender hat an das großh. Ministerium des Innern eine Ein⸗ gabe gerichtet, worin er Kenntnis giebt von der vollzogenen Umwandlung des Verbandes hessischer Innungen und Berufsvereine in obengenanntem Landesverband und das Statut beischließt. Gleichzeitig gestattet sich der Landesverband den Hinweis, daß die bezügliche Generalversammlung einstimmig zu der Ansicht gelangte, daß eine er⸗ sprießliche Thätigkeit nur dann entfaltet werden könne, wenn für jede Provinz des Groß⸗ herzogtums eine Handwerker kammer er⸗ richtet würde. Auch wird das Ministerium gebeten, das gemäß§ 103 in der Gewerbeord⸗ nungsnovelle seitens der Landes⸗Zentralbehörde zu erlassende stellung dem Verband als Vertreter des kor⸗ porierten Handwerks in Hessen zur gutachtlichen Aeußerung zugehen lassen zu wollen.

* Gießen, 10. Nov. Hessische Landes⸗ irrenanstalten. Die sechste Generalversamm⸗ lung der Vertrauensmänner der Unterstützungs⸗ kasse der hessischen Landesirrenanstalten und der psychiatrischen Klinik zu Gießen

wird Montag, den 29. November, im großen

Saale des Kaufmännischen Vereins, Langestraße 26, in Frankfurt abgehalten. Die Tagesord⸗ nung lautet: 1. Bericht über die Entwickelung des Vereins und die Lage der Kasse seit der im Dezember 1892 stattgehabten fünften General⸗ versammlung; 2. die Errichtung von Provinzial⸗ pflegeanstalten; die Fürsorge für die Epileptischen (weitere Ausdehnung der betreffenden Abteilung im großherzoglichen Landeshospital in Hofheim) und für die Nervösen aus weniger bemittelten Volksklassen(Errichtung einer Abteilung für sogenannte Nervöse in der Landesirrenanstalt in Heppenheim a. d. 3) 1 die Wärterfrage; 5. Wahl von neun Vertrauensmannern zu Mit⸗ gliedern des Kuratoriums für die Dauer der ächsten fünf Jahre.

9 Wieden, 10. Nov. Rote und auf⸗ gesprungene Hände. Jetzt kommt wieder die Jahreszeit, wo viele Personen schier in Ver⸗ zweiflung geraten über ihreewig roten Hände. Thut man dagegen nicht bald etwas, so pflegen diese auch noch meist ganz rauh zu werden und schließlich aufzuspringen. Das ist nicht nur sehr unangenehm und störend, sondern bereitet auch Zur Bekämpfung der unan⸗ Hände sind zu den verschie⸗ der len und wieder verworfen. worden, der

ba Ae dafür, daß sie alle nicht den an sie gestellten Anforderungen genügt haben. Das wichtigste ist, die Hände nie außerordentlichen Temperaturen sowohl in der Wärme wie in der Kälte auszusetzen, also nie zu heißes oder zu kaltes Waschwasser zu benutzen. Ebenso ist der jähe Uebergang von der Wärme in die Kälte und umgekehrt, zu meiden. Die betreffenden Personen müssen sowohl im Sommer wie im Winter im Freien Handschuhe tragen. Zu häufiges Waschen und starkes Frottieren der

enehmen Röte der

Hände ist zu meiden. Als Seife soll eine neu⸗

Medaktion und Erpedltion: Kreuzplatz Nr. 4.

Statut vor dessen endgiltiger Fest⸗ F

r.⸗Linden, Grünberg, Hausen,

rod, Staufenberg, Steinbach, Steinberg, Ulrichstein, Watzenborn, Wetzlar,

lialen t Alten⸗Buseck, Daubringen, Fellingshausen, Flensungen, Garbenteich, Or Buseck Heuchelheim, Hochelheim, Kinzenbach, KlLinden, Krofdorf, Lang⸗ Göns, Launsbach, Lauter, Leihgestern, Lollar, Mainzlar, Queckborn, Rödgen, Rodheim, Stangen

Wieseck, Wißmar.

trale oder sogenannte harte Sodakernseife ge⸗ braucht werden, das Wasser soll lauwarm sein, es darf kein Ueberrest von Seife auf den Händen bleiben, ebenso muß durch Abtrocknen alle Feuch⸗ tigkeit entfernt werden, sodaß die Hände voll⸗ kommen trocken sind. Ganz falsch ist es, die Hände zum vollständigen Trocknen an den warmen Ofen zu halten. Es empfiehlt sich dann, eine dünne Schicht Lanolin⸗Créme aufzutragen und auf der Haut ordentlich zu verreiben; der Ueber⸗ schuß wird durch Abwischen mit einem trockenen Tuch entfernt. Während der Nacht streiche man eine dickere Schicht Lanolin⸗Créme auf und trage darüber Glaceehandschuhe. Durch diese längere Zeit fortgesetzte Pflege der Hände erreicht man sehr gute Resultate, die Haut springt nie mehr auf, sondern wird zart und weich und verliert ihre Röte fast ganz.

* Gießen, 10. Nov. Die Selbstent⸗ zündung von Heu, die man früher für eine Unmöglichkeit hielt, kommt thatsächlich vor, so daß man nicht schlechtweg alle Brände auf land⸗ wirtschaftlichen Gehöften und in Speichern oder Stallböden nur auf Fahrlässigkeit zurückführen kann. Die inneren Ursachen einer solchen Selbst⸗ entzündung bestehen in der Aufnahme von Sauer⸗ stoff seitens der in nicht völlig trockenen, d. h. in noch lebendem Zustande eingeernteten und dann zusammengepackten Grasmassen. Diese Sauerstoffaufnahme, Atmung, ist mit einer Er⸗ höhung der Temperatur im Innern des Heu⸗ stockes verknüpft, die bis zu einer gewissen Grenze wieder das Wachstum gärungserregender Mikro⸗ organismen, namentlich des Heubazillus, fördert. Dieser Bazillus steigert durch seine Lebensthätig⸗ keit die Wärme in dem Heuhaufen weiter, bis er durch die von ihm erzeugte Hitze, 6070 Grad C, selbst getötet wird. Die weitere Tempe⸗ ratursteigerung, die dann durch Sauerstoffauf⸗ nahme, Oxydation, auf chemischem Wege erfolgt, erzeugt eine Reihe brenzlicher Stoffe, die infolge der großen Porosität des verkohlenden Heues den Sauerstoff in besonders starkem Grade an⸗ ziehen, die Wärme im Innern bis auf mehrere hundert Grade erhöhen und damit das Ver⸗ glimmen, unter Umständen sogar das Verbrennen mit heller Flamme, bewirken können.

* Aus Oberhessen, 9. Nov. Mit der Er⸗ richtung der Preisnotierungsstelle zu rankfurt hat der hessische Landwirt⸗ schaftsrat für die ländliche Bevölkerung eine sehr zweckentsprechende Einrichtung getroffen. In Oberhessen haben sich etwa 150 Gemeinden an der Veröffentlichung der Preisnotierungen be⸗ teiligt, welche für die Interessentenkreise wöchent⸗ lich zweimal bekannt gemacht werden. Der All⸗ gemeinheit ist aber damit recht wenig gedient, weil die Art und Weise der Bekanntgabe(die Notierungen sind nämlich am Gemeindeamt in einem mit Drahtgitter versehenen Kasten an⸗ geschlagen) die Einsichtnahme ganz wesentlich erschwert und umständlich macht. Wer von uns Landwirten hat denn immer Zeit, nach der Bürgermeisterei zu gehen und dort durch das Gitter die Notierungen nachzusehen? Für viele sind die Notierungen ganz und gar überflüssig, weil sie dieselben in dieser Entfernung nicht zu lesen vermögen. Wenn für uns Landwirte etwas geschaffen wird, dann muß es auch für die Praxis besser zu verwerten sein. Vor allem aber sollte der hessische Landwirtschaftsrat jenen Beschluß aufheben, welcher die direkte Veröffent⸗ lichung der Preisnotierungen durch die Presse verbietet. Damit würde nämlich unseren Wünschen entschieden mehr Rechnung getragen sein, weil man eher imstande ist, da fast jedermann vom Lande eine Zeitung liest, den Getreidemarkt zu verfolgen.

* Büdingen, 9. Nov. Der Orts vor stand der Stadt Büdingen beabsichtigt, mit dem am 23. Februar 1898 stattfindenden Vieh⸗ und Krämermarkte eine Verlosung von Vieh und landwirtschaftlichen Gerätschaften zu verbinden, um die Mittel zur Prämiierung von Vieh zu gewinnen. Das großh. Ministerium des Innern hat die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung unter der Bedingung erteilt, daß nicht mehr als 7000 Lose, zu 0,50 4 das Stück, ausgegeben werden dürfen und mindestens 60 Prozent des Bruttoerlöses aus dem Verkauf der Lose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Zugleich ist der Vertrieb der Lose in der Provinz Oberhessen gestattet worden.

* Darmstadt, 9. Nov. Gutem Vernehmen nach wird die hessische Kammer zu einer kurzen Tagung für den 26. November zusammen⸗

berufen werden. Der Wahlprüfungs⸗

Ausschuß der zweiten Kammer hat nach dem

ͤ.

Darmst. Tgbl. beschlossen, die Wahl des Bei⸗ geordneten Ohl in Groß⸗Umstadt für ungiltig zu erklären. Auf Veranlassung des hessischen Landwirtschaftsrates wird nach demselben Blatte bei den Gemeinden nach den Fruchtpreisen angefragt, um festzustellen, ob thatsächlich die Preise in den einzelnen Orten so stark differieren, wie vielfach behauptet wird; das Ergebnis der Umfrage dürfte mitbestimmend sein bei der Be⸗ schlußfassung über die Errichtung von Getreide⸗ lagerhäusern.

* Darmstadt, 9. Nov. Personalver⸗ änderungen im Bezirk der hiesigen Ober⸗ Postdirektion. In seiner Dienststelle be⸗ stätigt ist der Postinspektor Köhler in Darmstadt. Versetzt sind: Der Postverwalter Kurz von Laubach nach Echzell; der Postver⸗ walter Bangert von Lindlar nach Lorsch; der Ober⸗Postassistent Mahr von Mainz nach Schlitz; der Postassistent Schirmann von Gießen nach Lich; der Postassistent Zehfuß von Gießen nach Niedergemünden, die drei letzteren unter Ernen⸗ nung zu Postverwaltern; der Postverwalter Löwer von Schlitz nach Darmstadt unter Er⸗ nennung zum Ober⸗Postassistenten; der Ober⸗ Postassistent Störger von Lauterbach nach Heppenheim(Bergstraße). Angenommen ist: als Postanwärter der Gardesergeant Knodt in Gießen; als Postagent der Bürgermeister Birken⸗ stock in Ranstadt. Freiwillig ausge⸗ schieden ist: der Postagent Bernhardt in Ranstadt. Gestorben ist: der Postverwalter Hämmerle in Pfungstadt.

L. Krofdorf, 10. Nov. Von einem Un⸗ lücksfall, den der Fuhrmann Storch aus Rodheim durch rücksichtslos schnelles Fahren verursachte, wurde gestern eine hiestge Familie betroffen. Storch jagte in schärfstem Tempo mit seinem Fuhrwerk durch das Dorf. Das 9jährige Kind des Wilhelm Amend, das nicht schnell genug auszuweichen vermochte, wurde von dem Wagen erfaßt und kam unter die Räder. Außer sonstigen Verletzungen hat das arme Kind ein schwerverletztes Auge davongetragen, das es wahrscheinlich einbüßen muß. Hoffentlich wird der Fuhrmann, der sich anfangs um den Vorfall gar nicht kümmerte, zur Rechenschaft gezogen.

* Herborn, 9. Nov. Das Waren⸗Ver⸗ sandhaus Karl Hofmann hierselbst ist mit einer Unterbilanz von 230000 4 in Konkurs gegangen.

Neueste Telegramme.

Hd. Görlitz, 10. Nov. Bei zwei Webern beschlagnahmte die Polizei, welche bei den Textil⸗ arbeitern hiesiger Fabriken Haus suchungen vornimmt, zahlreiche anarchistische und so zialistische Journale.

Hd. Teplitz(Böhmen), 10. Nov. Der Walpurgisschacht ist samt För⸗ derschacht und Nebengebäuden abge⸗ brannt. Der Schaden ist bedeutend.

Hd. Brüssel, 10. November. Der Soldat Masson, welcher in einer öffentlichen Versamm⸗ lung den Grafen von Flandern beschimpfte und Drohungen ausgestoßen hatte, wurde gestern zu drei Jahren Gefängnis und 200 Fres. Geldstrafe verurteilt.

Hd. Warschau, 10. November. Die Pro⸗ fessoren an der hiesigen Universität Sinowitsch und Zilow wurden bei ihrer letzten Vorlesung von ihren Hörern aus⸗ gepfiffen und thätlich insultiert, weil sie anläßlich der Enthüllung des Murawiew⸗ Denkmals mit ihren Telegrammen an das Fest⸗ komitee in Wilna der Verherrlichung des Polenbürgers zugestimmt hätten. Beide Professoren mußten aus dem Hörsaal flüchten. Der Generalgouverneur hat mehrere einflußreiche Persönlichkeiten aufgefordert, die Sache wieder beizulegen.

C 2 Vermischtes.

Eine riesige Küche. Die größte Küche der Welt dürfte die in ungeheuerem Maßstabe betriebene Re⸗ stauration des Bon Marché zu Paris haben. In diesem Kaufhaus sind nicht weniger als 4000 Angestellte be⸗ schäftigt. In den Küchenräumen dieses weltberühmten Bazars sind unaufhörlich 60 Köche mit 100 Gehilfen thätig. Der kleinste dort im Gebrauch befindliche Kessel enthält 100 und der größte 500 Liter Wasser. In jeder der 50 Riesenbratpfannen können 300 Kotelettes auf einmal hergerichtet werden, während jeder der großen Kochtöpfe über 225 Pfund Kartoffeln oder eine ent⸗ sprechende Masse Gemüse aufnehmen kann. Wenn Ome⸗ lettes zubereitet werden, sind allein 7800 Eier dazu er⸗ forderlich.

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗

teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottma nuschen Buchdruckerei Rademaker u. Keßler), Gießen, Schloßg. 18.