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Gießen, Dienstag, den 9. Mürz
1897.
Postztg. Nr. 3239 a. Telephon⸗Nr. 112.
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Ausgabe
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Gießen.
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Postztg. Nr. 3239 a. Telephou⸗Nr. 112.
Redaktion:
( Kreuzplatz Nr. 4. 2
Lokales und Provinzielles.
Gießen, 8. März. Militärdienst⸗ nachrichten. Walter, Kaserneinspektor in Gießen ist als Garn.⸗Verwalt.⸗Insp. auf Probe nach Hameln, Fischer, Kaserneinspektor in Frankfurt a. M., nach Gießen— versetzt.
* Gießen, 8. März. Den Pfarrverwaltern Heinrich Brill zu Ober⸗Widdersheim, Dekanat Jdda, und Hugo Frey zu Hopfgarten, Dekanat Alsfeld, sind die evangelischen Pfarrstellen da⸗ selbst übertragen.
* Gießen, 8. März. Im Großherzogtum Hessen bestanden 1896 29 Gymnasien, Real⸗ Jymnasien, Real⸗ und höhere Bürgerschulen. Die Frequenz dieser Schulanstalten betrug ein⸗ schließlich der Vorschulen 8813 Schüler, wovon auf die Gymnasien 3177, die Realgymnasien und en Bürgerschulen 5636 entfallen. Der Konfesston nach sind 5864 evangelisch, 1898 kömisch⸗katholisch, 9 altkath., 67 deutschkath., 944 israelitisch und 3 gehören anderen Religions⸗ gesellschaften an. 726 sind Söhne von Land⸗
Wirten, 966 von Handwerkern, 3330 von selbst⸗ ständigen Gewerbetreibenden, 522 von Aerzten, Anwälten, Geistlichen, Gelehrten, Künstlern, 638 don Lehrern und Gemeindebeamten, 1463 von Beamten des Staates und Hofes, 739 von Privatangestellten, 259 von Militärs und 170 bon Rentnern und Privaten. Die Gesamtzahl der an diesen Anstalten wirkenden Lehrkräfte be⸗ lief sich incl. der außerordentlichen Lehrer auf 479. Von diesen sind 14 von 20—25 Jahren, 51 von 25—30 Jahren, 207 von 30 40 Jahren, 92 von 40—50 Jahren, 44 von 5060 Jahren und 9 über 60 Jahre alt. 10 beziehen einen 00 5005 Gehalt von 1500 4 und weniger, 0 15002000, 47 2000 2500, 55 2500 bis 9000, 68 3000— 3500, 27 3500-4000, 60 4000 bis 4500, 64 45005000, 12 5000 bis 5500 und 4 über 5500. Gießen, 8. März.(Stadttheater.) der Name Matkowsky hatte seine alterprobte Zugkraft auch hier ausgeübt: Das Theater war gestern Abend ziemlich ausverkauft. Gespielt burde im ganzen vorzüglich. Es schien, als ob der gefeierte Gast, der nach jeder Szene plederholk gerufen wurde, die übrigen Mit⸗ wirkenden zu besonderen Leistungen mitgerissen hätte. Wir haben wiederholt Schillers„Räuber“ uf großstädtischen Bühnen gesehen. Aber einen Karl Moor, wie ihn Herr Matkowsky gestaltet, zu sehen, war uns seither nicht beschert. Herr Matkowsky enthustasmierte das Publikum durch sein Spiel. Mag sich jeder davon über⸗ zeugen, wie Herr M. spielt. Heute, Montag, und morgen, Dienstag, ist Gelegenheit gegeben, den gefeierten Gast zu sehen.— Gefreut hat es uns, daß die übrigen Künstler neben Herrn Matkowsky gut bestanden. Wir haben weder errn Kunert noch Herrn Peickner bisher 9 gut spielen sehen, als gestern Abend. Herr Kunert charakteristerte die Kanaille Franz in lester Weise. Das Publikum zeigte sich auch hm gegenüber sehr dankbar und zeichnete ihn lurch häufigen Hervorruf aus. In würdigster Weise verkörperte Herr Peickner den alten Moor. Auch die Amalie des Frl. Leno war eine echt hübsche Leistung. Alle Mitwirkeuden einzeln —..——
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.
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aufzuführen, ist nicht angängig. Wir begnügen uns damit, zu sagen, daß gestern Abend jedes am Platze war, auch der Debutant Herr Fellner als Kreinsky, der seine Sache recht gut machte. Das Gießener Publikum muß der Direktion Kruse-Helm für den gestrigen Abend dankbar sein. Möchte jeder, so weit es in seinen Kräften steht, dahin wirken, daß das Theaterunternehmen die ihm gebührende Unter- stützung findet.— Heute kommt„Kean“, morgen „Othello“ zur Aufführung. Die Titelrollen spielt Herr Matkowsky. Gießen, 8. März. Gestern fand hierselbst im Hotel Prinz Karl eine Wanderversammlung des Lan despferdezuchtvereins für das Großherzogtum Hessen statt, welche sehr schwach besucht war. Veterinärarzt Seiderer⸗Gießen sprach über die Pflege der Zuchtstuten und Fohlen vor und nach der Geburt des jungen Tieres. Hieran schloß sich eine sehr lebhafte Diskussion über Pferdepflege und Zucht im All⸗ gemeinen, an der sich besonders die Herren Oberstlieutenant Kullmann, Freiherr v. Gagern, Müller⸗Neuenhof und Brauereibesitzer Bichler be— teiligten. Während der Debatte wurde darauf hingewiesen, daß es für denjenigen, der vom Auslande Zuchttiere beziehen will, ratsam sei, sich schleunigst zu melden. Der Staat hat den Ankauf dieser Tiere subventioniert, und stehen für dieses Jahr 2500% zu dem Zweck zur Verfügung. Es sei fraglich, ob in gleicher Höhe wie bisher der Staat zur Prämiirung von aus dem Auslande bezogenen Zuchtfohlen eine Summe in den Etat einstellen würde, da von dem Be⸗ zug dieser Tiere zu wenig Gebrauch gemacht werde.
* Gießen, 8. März. Den lange ersehnten Tag des ersten Balles erlebten gestern die Schüler und Schülerinnen des Herrn Tanzlehrer Ferdinand Schmidt in Steins Saalbau. Sowohl die Eltern der jungen„Pärchen“ als zahlreiche Gäste hatten sich eingefunden. Die tanzkünstlerischen Aufführungen der jungen Leute legten Zeugnis ab von der Strebsamkeit ihres Lehrers. Mit einer demnächst stattfindenden Partie nach auswärts findet die Tanzstunden⸗ Saison ihren Abschluß.
* Gießen, 8. März. Wir meldeten am Samstag, daß die der Einfahrt der Friedel⸗ brauerei gegenüber befindliche Straßenlaterne durch einen Heuwagen in Trümmer gefahren sei. Nun ist an derselben Stelle die Laterne wieder angebracht worden und dadurch die Garantie gegeben, daß der nächste Heuwagen, der auf das Brauereigrundstück will, die Laterne wieder herunterreißt. Es ist dieses nämlich be⸗ reits 3 Mal geschehen. Der Beleuchtungskörper ist am Henning'schen Hause so unglücklich wie nur möglich angebracht und kann dessen Ver⸗ legung von dieser Stelle nicht dringend genug empfohlen werden.
„Gießen, 8. März. Die freiwillige Feuerwehr Heppenheim an der Bergstraße erläßt eine Ein⸗ ladung zu dem am 22., 23. und 24. Mai d. J. stattfindenden 17. hessischen Feuerwehrtag mit dem Bemerken, daß die Delegierten-Ver⸗ sammlung am 22. Mai nachmittags 2 Uhr im Saalbau der Hirschbrauerei zu Heppenheim statt⸗
findet. Nach dem vorläufig festgestellten Pro⸗
Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
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gramm findet an diesem Tage abends 7 Uhr gemeinsames Abendessen in den Räumen des Gasthauses zum Halben Mond und nach Eintritt der Nacht großartige Beleuchtung der Burgruine Starkenburg statt.
* Leihgestern, 8. März. In der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag wurden dem hiesigen Wirt Chr. Faber an dessen Häuschen bei der Backsteinkaute sämtliche Fensterscheiben zertrümmert. Der oder die Thäter sind bis jetzt noch nicht ermittelt.
* Grünberg, 8. März. Am Sonnabend veranstaltete das neugegründete Streichqartett im„Gasthaus zum wilden Mann“ eine Abendunterhaltung, die leider nur schwach besucht war. Die Leistungen der Mitwirkenden, besonders die Solovorträge des Herrn Karl Gies jun., fanden lebhaften Beifall.
* Friedberg, 7. März. Unser Vorschuß⸗ und Kreditverein hat ein sehr günstiges Ge⸗ schäftsjahr hinter sich, denn er erzielte bei einer Gesamteinnahme von 11388 598 K 12„ einen Gewinn von 48 329, 82. Von diesem Gewinn erhält der Volksbildungsverein 200, der Verschönerungsverein 460 und die Suppen⸗ küche 300, Die Mitgliederzahl beträgt 1094.
* Butzbach, 6. März. Der Umbau der im vorigen Herbste von den Dragonern ver⸗ lassenen Kaserne, die nunmehr zur Aufnahme eines Bataillons des am 1. April neu zu for⸗ mierenden Infanterie-Regiments bestimmt ist, geht seiner Vollendung entgegen. Noch stark be⸗ schäftigt sind hauptsächlich Schreiner(Fußboden⸗ leger), Austreicher, Lackierer, Schlosser, Installa⸗ teure, Steinplättchenleger usw. Trotzdem der geräumige Hof nebst der ehemaligen, mit Bäumen umgebenen Reitbahn ein wüstes Durch⸗ einander von altem Baumaterial, Holz und Schutt bildet, läßt sich doch schon so viel er⸗ sehen, daß die Butzbacher Kaserne als ein allen Anforderungen an Licht, Luft, Raum und An⸗ lage entsprechender Bau bezeichnet werden kann. Besonders fallen dem Beschauer die großen, luf⸗ tigen Mannschaftszimmer im Vergleich zu denen anderer Kasernen auf, und der ehemalige Be⸗ wohner der alten Dragonerkaserne kennt kaum den Bau wieder.
W. Ehringshausen(Oberhessen), 7. März. Vorgestern passierte hier ein gräßliches Un⸗ glück. Der Gemeindeschäfer war dabei be⸗ schäftigt, einen eben verladenen Baumstamm zu befestigen, als die Pferde anzogen, wobei der Schäfer unter die Räder zu liegen kam, die über ihn weggingen und den Körper der Länge nach halbierten, sodaß der Verunglückte sofort seinen Geist aufgab.
* Bad Nauheim, 7. März. Am Freitag entstand in dem Hause des Herrn Richard Schwab, Materialwarenhandlung, Parkstraße Nr. 10, Feuer. Eine Gasleitung sollte von der Haus⸗ thür aus gelegt werden und bei dem Ableuchten entströmte entweder durch einen Fehler an der Hauptleitung oder durch unvorsichtige Behand⸗ lung, Gas in großen Mengen, das sich sofort entzündete. Die Feuerwehr wurde alarmiert, doch konnte vor deren Eintreffen die Gasleitung geschlossen und das Feuer gelöscht werden.— Die bekannte Kinder-Heilstätte Emma⸗ Heim des Herrn Sanitätsrat Dr. Müller, die
Der gestohlene Ohrring.
Von E. Fahr o w. (Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Sie hatte ein weißes Kleid an und trug Perlen dazu. „Nun, gnädigste Gräfin“, sagte er,„Sie tragen Zhre Rubinen nicht? Sind Sie nachträglich ängstlich Feworden 720 Sie sah ihn erstaunt an, wollte er sie ver⸗
potten? „Meine Rubinen? Was meinen Sie denn, Herr Zräsident?“ 1 „Nun— die wiedergesundenen. Ihr Herr
Bruder hat doch nicht etwa vergessen, sie Ihnen
„Mein Herr Bruder?— Mein Gott,— ich begreife nicht— ich habe doch gar keinen Bruder!“
Tableau!
Der Polizeipräsident war außer sich. Nicht nur, daß die schöne Gräfin nun beider Ohrringe verlustig gegangen war, nein, er— er
1
9 elbst war das Opfer eines geriebenen Schwindlers
Pfui Teufel, war das eine Blamage!— Und baben wir damals gelacht! Er stürzte von jenem
setzen, die er am Tage vorher zur Ruhe befohlen hatte.
Die Gräfin aber hatte begreiflicherweise ihr Vertrauen zu der Staatspolizei verloren und wandte sich jetzt an uns.
Unser Büreau betraute mich mit der schwierigen Aufgabe, und ich übernahm sie gern. Glaubte ich doch schon einen feinen, feinen Faden durch das Gaunergewebe schimmern zu sehen, der mir einen Anhalt geben konnte.
Wie die kostbaren Ohrgehänge aussahen, wußte ich ja zur Genüge aus eigener Anschauung. Ich fürchtete nur, daß der Dieb sie allzuschnell ihrer Fassung berauben und die Steine irgendwo im Ausland zu verkaufen suchen würde.
Zunächst hielt ich in der Stadt selbst Umschau, doch überzeugte ich mich bald, daß weder bei einem Juwelier noch bei denjenigen„Vertrauensmänneru““, die Mittel genug hatten, um den hohen Preis für so wertvolle Steine zu zahlen, auch nur der Ber⸗ such zu einem Verkauf gemacht war.
Immerhin machte ich bei meinen Spürgängen eine interessante Entdeckung: ein Hochstapler, auf den wir seit einigen Wochen von der Reichshaupt⸗ stadt aufmerksam gemacht worden waren, hatte sich in einem der vornehmsten Hotels eingefunden (wenigstens war ich überzeugt, daß er der Fremde namens Berkdahl, der so luxuriös auftrat war)—
Diner weg um sofort alle Hebel in Bewegung zu
aber da er bislang seine Rechnungen pünktlich be⸗
zahlt hatte, konnte! man ihm zunächst nichts anhaben.
Ich wartete.
Denn ich hatte bemerkt, daß Herr Berkdahl trotzdem er keinen Vollbart sondern nur einen Schnurrbart trug, noch dazu einen kastanien⸗ farbenen, doch eine gewisse Aehnlichkeit mit dem Herrn von dem Festabend batte; dem Herrn, der ohne Zweifel auch die Rolle des holländischen Barons bei dem Präsidenten gespielt hatte.
Vielleicht bildete ich mir es auch ein...
Soviel hatte ich herausgebracht, daß er an dem Festabend im Frack fortgegangen und erst gegen Morgen wiedergekommen sei.
Allein was wollte das sagen!
Ich beschloß, da ich absolut kein schneller zum Ziel führendes Mittel wußte, mich ebenfalls in dem Hotel einzulogieren und den fremden Vogel zu fangen.
Zu diesem Behufe mußte ich selbst die Rolle eines Schwindlers spielen.
Ich traf also eines Tages vom Bahnhof kommend mit Gepäck in dem Hotel ein und ver— langte„zwei gute Zimmer“ im ersten Stock. Da⸗ durch ward ich von vornherein in die Klasse der reichen, alleinreisenden Herren, wie Herr Berkdahl einer war, gehoben und auf demselben Flur mit ihm plaziert.
Das gerade hatte ich beabsichtigt; ich wollte
schon außerordentlich segensreich 1 hat, er⸗ öffnet bereits am 28. März ihre diesjährige Saison, da schon an diesem Tage Pfleglinge in der Anstalt eintreffen.
* Aus der Wetterau, 7. März. Nach⸗ dem der auf den 18. März angesetzte Fassel⸗ markt zu Butzbach durch die Kreisbehörde wegen Seuchengefahr verboten worden ist, haben die Vorstände von etwa 20 Gemeinden bei dem großherzoglichen Ministerium Darmstadt um Ge⸗ nehmigung dieses Marktes mit der Motivierung nachgesucht, daß im Amt Butzbach keine Seuche herrsche, andererseits aber der Rindviehbestand stocke. Man erwartet einen günstigen Bescheid, zumal da für den genannten Tag noch eine Verlosung vorgesehen ist.
* Darmstadt, 5. März. Die Regierung beabsichtigt, für die Zwecke der Landeskredit⸗ kasse eine Anleihe im Nennwerte bis zu 5 Millionen 4 zu 3¼ Prozent verzinslich auf⸗ zunehmen. Der den Landständen vorliegende Gesetzentwurf wird vom Finanzausschuß zweiter Kammer zur Annahme empfohlen.
Schwurgericht. Gießen, 8. März 1897.
Heute Vormittag 9 Uhr begannen die Verhandlungen des diesmaligen Schwurgerichts. Den Vorsttz führt Land⸗ gerichtsrat Dr. Linkenheld.
Nach Bildung der Geschworenenbank wird in die Verhandlung gegen den 52 Jahre alten Gänseh irten Joh. Schwing XV von Landenhausen eingetreten. Die Anklage wird vertreten vom Ersten Staatsanwalt Dr. Gingerich. Als Verteldiger des Angeklagten ist bestellt Rechtsanwalt Weidig. Die Anklage lautet auf Verbrechen wider die Sittlichkeit, begangen an einer geistesgestörten Person. Es sind 6 Zeugen und ein medizinischer Sachverständiger zu hören. Die Verhandlung findet unter Ausschluß der Oeffentlich⸗ keit st att.
Die Geschworenen bejahten die Schuldfrage, desgleichen auch die Frage nach Zubilligung mildernder Umstände, worauf der Gerichtshof auf ein Jahr sechs Monate Ge⸗ fängnis und der Abzug von 2 Monaten für erlittene Untersuchungshaft erkannte.
Vermischtes.
— Eine Heiratsschwindlerin. Gewissermaßen als Rächerin ihres ganzen Geschlechts gegen die häufig wiederkehrenden Umtriebe von Helratsschwindeln ist die Köchin Anna Godelmann in Berlin zu betrachten, die auf diesem Gebiete des Schwindels einige Erfolge erzlelt und zwei„Bräutigams“ hineingelegt hat. Sie hatte in der Provinz ihre Kochkünste nach ihrer Meinung schon zu lange ausgeübt und ging zur Zeit der Gewerbeausstellung nach Berlin. Hier kam sie mit dem inzwischen verstorbenen Rechtskonsulenten Klinge in Verbindung, und dieser ge⸗ brauchte sie in einer Heiratskomödie. Ein Mühlenbesitzers⸗ Sohn P. in S. hatte durch zwei Jagdfreunde erfahren, daß er durch Klinge mit einer reichen, heiratslustigen Dame bekannt werden könne, die vielleicht eine ganz an⸗ nehmbare Partie für ihn sein würde und 42 000& bar besäße. P. kam nach Berlin und lernte hier die Godel⸗ mann kennen, die zwar keinen Pfennig, aber die Rolle des wohlhabenden und doch bescheidenen Mädchens sehr geschickt spielte. Sie bestätigte, daß sie 42 000& besäße und nicht abgeneigt wäre, deu jungen Mann zu heiraten. Es kam auch wirklich zur Verlobung, und P. scheute keine Kosten, um während seines hiesigen Aufenthaltes seiner lieben Braut recht frohe Stunden zu bereiten. Er nahm sie dann auch mit nach S., um sie über seine Verhältnisse zu unterrichten und sie seinen Eltern vor⸗
vor allem dem Herrn die Augen ein wenig ver blenden: vielleicht brachte ich ihn gar dazu, mich selbst als gute Beute zu betrachten
Und wahrhaftig, er ging auf den Leim.
Ich hatte mich als Herr von Auer in das Fremdenbuch eingetragen und einen geschickten Ge⸗ hülfen als Kammerdiener mitgebracht.
Schon am ersten Tage machten Herr Berkdahl und Herr von Auer an der großen Wirtstafel Be— kanntschaft miteinander.
Ich spielte den reichen Lebemann allem Anschein nach vorzüglich, denn gar bald bemerkte ich, daß Berkdahl mich mit den lauernden Bicken des Fuchses betrachtete, der eines Opfers gewiß ist.
Wir wurden schnell bekannt miteinander, denn nichts bringt Menschen rascher zusammen als ge⸗ meinschaftliches Amüsieren— besonders wenn es Junggesellen-Amüsements sind.
Eines Tages hatte ich auf meinem Zimmer ein kleines, feines Souper servieren lassen, zu dem ich Herrn Berkdahl einlud.
Er war wie immer der liebenswürdigste Tisch⸗ genosse und trank auch reichlich von dem ange⸗ Lotenen Wein, so daß ich mich nicht wunderte, daß er nach Tisch ein Spielchen vorschlug.
„Jetzt gilt's!“ dacht' ich.„Jetzt wird er Farbe
bekennen.“ (Schluß folgt.)
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