Ausgabe 
7.8.1897
 
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Gießen, Sonnabend, den 7. August

1897.

Poftztg. Nr. 3819. Telephon⸗Nr. 112.

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Ausgabe

Gießen.

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Postztg. Nr. 3319. Telephon ⸗Nr. 112.

Medaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.

* f 0 0 5 1 5 Lokales und Provinzielles. Gießen, 6. August. Am 31. Juli sind folgende Beamte der Hessischen Staatseisen bahnen: 1. die Stationsvorsteher Becker und Bloch zu Stattonsvorstehern 2. Klasse; die Stationsvorsteher Müller und Rapp zu Sta⸗ llonsverwaltern mit der Genehmigung zur Fort⸗ führung des AmtstitelsStationsvorsteher; 3, die Stationsassistenten Landmann, Appel, Haubach und Freymann zu Stations⸗ assistenten; 4. den Werkmeister Stephany zum Werkmeister; 5. den Kanzlisten Pfeiffer zum Kanzlisten; 6. die Bahnmeister Wassem und Quirin zu Bahnmeistern in der Hessisch⸗ Preußischen Eisenbahngemeinschaft zu ernennen. Ernannt wurden am gleichen Tage der Loko⸗ motivführer bei den Hessischen Staatseisenbahnen Nauf Waag zum Lokomotivführer und die ugführer bei diesen Bahnen Friedrich Storck und Hermann Winter zu Zugführeru in dieser Gemeinschaft.

Gießen, 6. August. Im kaiserlichen Ge sundheitsamt zu Berlin erstatteten in einer Fest⸗ ligung Dienstag, den 3. d. M., die Mitglieder der zur Erforschung der Pest von Reichs wegen nach Indien ent⸗ sandten Kommission Bericht vor einer ansehnlichen Ver⸗ sammlung, unter der sich der Staatssekretär des Reichsamts des Innern, Staatsminister Graf von Posadowsky Wehner, der Generalstabsarzt der Armee Dr. v. Coler, der Wirkliche Geheime Rat und Vizepräsident der Deut schen Kolontalgesellschaft Sachsse, sowie andere hervor kagende Persönlichkeiten aus amtlichen und wissenschaftlichen Krelsen, darunter zahlreiche außerordentliche Mitglieder des Gesundheitsamts aus Berlin und von auswärts befanden. Auf Einladung des Direktors des Gesundheitsamts, Wirk⸗ chen Geheimen Oberreglerungsrates Dr. Köhler, über nahm der Geheime Medizinalrat Professor Dr. Gerhardt den Vorsitz, indem er darauf hinwies, daß das Reich sich die Bekämpfung der Seuchen zur Aufgabe gemacht habe, und daß seit Begründung des Gesundheitsamts wiederholt zu diesem Zweck Expeditionen ausgesandt worden seien, so bereits 1878/79 zur Erforschung der Pest nach Astrachan. Damals sei man dem Erreger der Pest bereits nahe ge lommen, allein die Mittel der bakteriologischen Forschung seien noch nicht so weit entwickelt gewesen, um ihn fest⸗ stellen zu können. Erst im Jahre 1894 sei der Pest⸗ bazillus von Professor Kitasato, der ein Schüler Robert Kochs gewesen ist, und gleichzeitig von einem Franzosen entdeckt worden. Die in diesem Jahre nach Bombay gesandte Kommission, deren Arbeiten in der letzten Zeit von dem inzwischen in besonderer Mission nach Ostafrika gereisten Robert Koch geleitet wurden, habe bie Aufgabe gehabt, die Lebensbedingungen des Pestbazillus u untersuchen und Maßregeln zur Bekämpfung und Ver⸗ hnlung der Seuche zu erforschen. Zweck der Versammlung sel, die Mitglieder der Kommission, die, reichbeladen mit Schätzen des Wissens, soeben in die Heimat zurückgekehrt sel, festlich zu begrüßen. Geheimer Medizinalrat Pro sessor Dr. Gaffky, der Führer der Kommission, erstattete Bericht über den Verlauf der Expedition und die Art der Untersuchungen, sowle über deren Hauptergeb⸗ Ulsse, die bereits in der Presse bekannt gegeben sind. Professor Dr. Pfeiffer gab speziellen Bericht über das Verhalten verschiedener Tiere, namentlich der Haustiere, gegenüber dem Pesterreger und über die Immunisierungs⸗ bersuche an denselben, Stabsarzt Dr. Dieudonné über bie Versuche mit Heilserum und Privatdozent Dr. Sticker Über die Diagnose und den Verlauf der Krankheit. Zum Schluß nahm Staatsminister Graf v. Posadowsky das Wort: Die Reichsregierung habe es für ihre Pflicht gehalten, beim diesjährigen Ausbruch der Pest in Bombay der Gefahr, die bei dem lebhaften Verkehr von Personen, Waren und Nahrungsmitteln von dort nach Europa auch uns bedrohte, offen ins Auge zu sehen, und habe das Glück gehabt, Männer für die Expedition zu finden, die durch ein hohes Maß von Sachverständnis und einem hellggen Eifer für ihre Aufgabe ausgezeichnet waren. Darum sei der von der Reichsregierung gethane Schritt erfolgreich gewesen und habe die Erkenntnis geschafft, wie und auf welchen Wegen dem Feinde zu begegnen, welche Vorbeugungsmaßregeln notwendig seien. Die Mitglieder der Kommission hätten bei ihrem gefährlichen Unternehmen nicht nur eine That des Mutes, sondern, was noch mehr fel, auch eine nützliche That verrichtet und damit dem Vaterland wie der Menschhelt einen Dienst geleistet. Es el ihm, dem Redner, Bedürfnis, ihnen dafür in diesem Krelse angesehener Männer den Dank des Vaterlandes und der Reichsregierung auszusprechen.

K. Gießen, 6. August. Auf Antrag der seständigen Kreis⸗Organe wird zur Erstattung

er Beiträge betr. Unfallversicherung der bel Bauarbeiten der Kreise beschäftigten Personen in Hessen künftig die Kreisverwaltung erangezogen werden.

Gießen, 6. August. Für den Monat August sind als Beisitzer für das Gewerbe gericht bestimmt für die Arbeitgeber Schneider⸗ meister Leib, für die Arbeitnehmer Buchdrucker Andreas.

Gießen, 6. August. Seit heute früh schmückt unsere Stadtkirche das untrügliche Gertmal einer Kirche: ein gewaltiges Kreuz. 5 war keine leichte Arbeit, das Riesenkreuz auf das Kirchendach zu bringen. Das Kreuz ent⸗

spricht den Größenverhältnissen der Kirche weit besser, als wohl mancher, der es vorher auf der Straße, lagern sah, angenommen hat. Da der neue Kirchenschmuck die ganze Stadt überragen dürfte, ist er gewissermassen zu einem Wahr zeichen Gießens geworden. Mancher Kenner unserer Stadt, der jetzt mit der Bahn von Norden her kommt, wird große Augen machen, wenn er mit einem Mal das große Kreuz auf der Stadt⸗ kirche erblickt.

Gießen, 6. Aug. Wie schon mitgeteilt, i unser Schützenverein am 21., 22. und 23. ds. Mts. ein Schützenfest, verbunden mit großem Preisschießen zu veranstalten. Hierzu sind bereits sämtliche Schützenvereine unserer Umgebung, sowie die des Mittelrhein kreises eingeladen und haben die Schützenbrüder in überaus zahlreicher Anzahl ihr Erscheinen zu gesagt, sodaß beim Ausschießen der Ehrenpreise eine starke Konkurrenz zu erwarten steht. Der großartig geplante Juxplatz bei dieser festlichen Veranstaltung soll den Besuchern des Festes, ohne jedwedes Eintrittsgeld offen stehen, damit dem Schützenfest ein recht volkstümliches Ge präge gegeben wird.

X. Gießen, 6. Aug. Unter dem Verdachte, anonyme Briefe schwer beleidigenden Inhaltes an mehrere hiesige Persönlichkeiten gerichtet zu haben, wurde vorgestern der Schneidermeister Karnbach in Haft genommen. Wie ver⸗ lautet, soll durch den Inhalt der Briefe noch ein Verstoß gegen die Sittlichkeitsparagraphen des Strafgesetzbuchs vorliegen.

* Gießen, 6. Aug. Auf der Anklagebank des Schöffengerichts saß heute der Fuhr mann Konrad Pfeiffer von hier, um dar über belehrt zu werden, daß Feldschützen weder Faulenzer noch Spaziergänger sind. Im Mai dieses Jahres hatte er nämlich den Feldschützen Koch durch obige Bezeichnung beleidigt, was er mit 40 Mark Geldstrafe büßen muß. Dem 28 jährigen Arbeiter Martin Baumann von hier wird zur Last gelegt, vor einiger Zeit einen ungültigen Koupon mit Vorsatz als echt in einer hiesigen Wirtschaft verausgabt zu haben. Baumann behauptete, die Ungültigkeit dieses Koupons nicht gekannt zu haben, was aber durch die Zeugen widerlegt wird. Der Gerichtshof erkannte demgemäß auf eine Ge fängnisstrafe von zwei Monaten.

* Lollar, 6. August. Am Sonntag, den 8. August d. J., nachmittags Uhr, findet im Gasthause zum Schwanen eine Versammlung des Oberhessischen Obstbauvereins statt, in welcher der Geschäftsführer des Vereins, Herr K. Reichelt⸗Friedberg, sprechen wird: 1. Ueber Krankheiten und Schädlinge des Obstbaumes; 2. Ueber die Beschickung der Obstausstellung in Frankfurt a. M. Die Mitglieder des Ober- hessischen Obstbauvereins, sowie sonstige Freunde der Sache sind hierzu eingeladen.

Butzbach, 4. August. Polizei- und Orts⸗ gerichtsdiener Ferdinand Schmidt und seine Ehefrau Margarethe, geb. Kohleis, feierten heute das Fest der silbernen Hochzeit. Schon in aller Frühe liefen zahlreiche Telegramme von auswärtigen Kriegskollegen und Gratulationen von Freunden und Bekannten ein. Unter den vielen dem Jubelpaar gestifteten Geschenken fand sich auch ein wertvolles Kaffeeservice des großh. Ortsgerichts, sowie ein von den hiesigen Kriegs- veteranen von 187071 gewidmeter schöner Sessel. Ferner wurde das Ehepaar mit vielen Blumenspenden usw. bedacht. Möge ihm die jetzige körperliche und geistige Rüstigkeit noch lange erhalten bleiben! f 5 f

* Ober⸗Bessingen(Kreis Gießen), 3. Aug. Gestern starb hier im 76. Lebensjahre Herr Lehrer i. P. Walz. Im Jahre 1840 aus dem Lehrerseminar entlassen, hat der Verstorbene fast während seiner ganzen Dienstzeit in der hiesigen Gemeinde mit Segen gewirkt, und, bis auf wenige Ausnahmen, sind alle Bewohner seine Schüler gewesen. Welche Liebe und Anhänglich⸗ keit sich der stets pflichttreue, gewissenhafte Lehrer zu erwerben wußte, zeigte sich bei seinem im Jahre 1890 stattgehabten 50 jährigen Dienst⸗ jubiläum, woran sich die ganze Gemeinde be⸗ teiligte. Vor drei Jahren trat er in den Ruhe⸗ stand. R. J. P. 5 5

* Schotten, 4. August. Die Schulferien haben viele Lehrer unseres Landes benutzt, um dem benachbarten Lehrerheim ihren Besuch abzustatten. So haben namentlich eine Anzahl Lehrer aus Rheinhessen unsere Gegend aufgesucht und in dem Lehrerheim übernachtet. Sie sind sowohl über die Qualität der Verpflegung, sowle über den Preis voll Lobes(für Mitglieder 2,80, für andere 3 4). Wer auf sichere Aufnahme rechnen will, thut übrigens gut, sich

Preis der Auzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige

Petitzeile.

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zeitig anzumelden, da im die Betten belegt sind.

* Vilbel, 4. August. Die hier stattgefun dene 25. Hauptversammlung der Ludwig und Alicestiftung war von 76 Delegierten der 90. Agenturen besucht. Die Verhandlungen leitete Herr Lehrer Steinberger-Darmstadt. Dem Rechenschaftsbericht entnehmen wir, daß das Stiftungsvermögen auf rund 150000 4 ange⸗ wachsen ist. Die Stiftung zählt 2089 Mitglieder. Der 80jährige Stiftungsrendant, Herr Lehrer a. D. Wißmann⸗Darmstadt, legte sein Amt, das er 35 Jahre treu verwaltet hat, nieder. Es wurde an seiner Stelle der seitherige Präsident Herr Steinberger als Rechner gewählt. Zum Vorsitzenden wurde wieder der frühere Präsident Herr Kaßlik-Darmstadt gewählt. Der Jahres- beitrag zur Stiftung bleibt, entgegen einem An⸗ trag der Agentur Lorsch, ihn auf 10 K zu erhöhen, auf 3, bestehen. Der Dringlichkeits antrag des Vorstandes:Die heutige Hauptver handlung beauftragt den Vorstand, gemeinsam mit dem Vorstand des Landeslehrervereins auf Erhöhung der Witwen- und Waisenpension hin⸗ zuwirken wurde einstimmig angenommen. Die durchs Loos ausscheidenden Vorstandsmitglieder Herren Backes-Darmstadt, Funk⸗Gießen und Ruppel⸗Düdelsheim wurden einstimmig wieder gewählt.

* Darmstadt. Ungeahnte Folgen hat ein Vorfall bei Gericht gehabt, der aus dem Oden wald gemeldet wird und der Allen zur Warnung dienen möge, die gern höhere Zeugengebühren, als die ihnen zustehenden, einfordern. Zwei Taglöhner aus Gammelsbach waren kürzlich zu einer Verhandlung des Amtsgerichts Beerfelden als Zeugen geladen. Bei Erhebung der Zeugen gebühren gaben sich die Leute mit der vom Gericht festgesetzten Summe nicht zufrieden, ver langten vielmehr einen ihrem angeblichen regel mäßigen Tagesverdienste von 4* angemessenen Betrag. Da dieser für die Gegend sehr hohe Verdienst seitens des Arbeitsgebers schriftlich beglaubigt war, so konnte das Gericht nicht um⸗ hin, den entsprechenden Betrag auszuzahlen. Man machte jedoch dem Steuerkommissariat Beerfelden von dem hohen Verdienst der Betref fenden Meldung. Die Folge war, daß die beiden Arbeiter, welche seither in der untersten Klasse der Einkommensteuer geführt wurden, um zwei Klassen avanzierten und nun ein ihrer eigenen Einschätzung entsprechendes Einkommen versteuern müssen. Das Mehr beträgt für jeden der beiden inkl. Gemeindesteuer usw. jährlich circa 20. Eine Reklamation gegen diese Nachtragssteuer werden die Arbeiter kaum wagen, da ihnen dann ein Strafverfahren wegen Be trugs sicher wäre. Nach reichsgerichtlicher Ent scheidung ist nämlich die Vorspiegelung falscher Thatsachen bei Erhebung von Zeugengebühren usw. Betrug.

Darmstadt, 4. August. In den von den Gewerbevereinen des Landes unterhaltenen sog. Handwerkerschulen werden, nach der soeben erschienenen statistischen Mitteilung, 7248 Schüler unterrichtet, darunter allein 4831 Bauhand werker. Der Unterricht wird von 306 Lehrern erteilt.

* Neu⸗-Ulrichstein, 5. August. Ende Juli zählte die Arbeiterkolonie 32 Stellen-, bezw. Arbeitslose als Insassen, darunter aus dem Großherzogtum 3, aus den Reg.-Bez. Kassel und Wiesbaden 7 bezw. 3, aus den preußischen Provinzen Rheinland 5, Sachsen 2, Hannover 1, Brandenburg 1, ferner aus Berlin 1, Reichs lande 1, Thüringen 2, Baden 2, Bayern 1, Hannover 1, endkich aus Oesterreich und Ruß land je 1. Unter der Gesamtzahl waren dem Berufe nach 11 Arbeiter, 2 Anstreicher, 2 Bött⸗ cher, 1 Former, 2 Gärtner, 2 Kaufleute, zwei Kellner, 1 Spengler, 1 Küfer, 1 Kupferschmied, 1 Landwirt, 1 Lederarbeiter, 1 Maschinenzeichner, 1 Maschinenschlosser, 1 Schmied, 1 Schneider, 1 Schuhmacher. An 1112 Tagen wurde gear⸗ beitet; die Kolonie verpflegte an 1241 Tagen. Jusgesamt wurden 23 Mann entlassen, davon 16 auf eignen Wunsch, 2 in Arbeit durch die Anstalt, 3 wegen Arbeitsscheu, 2 als arbeitsun⸗ fähig. Seit dem Bestehen hat die Kolonie 3277 Mann aufgenommen.

* Mainz, 4. August. Heute Abend zwischen 6 und 7 Uhr war die im Dachstock des Hauses Kappelhofgasse 7 wohnende Ehefrau des Fuhr⸗ manns Friedrich Rambeau mit Aufhängen von Wäsche auf Latten vor dem Fenster beschäftigt. Durch Abbrechen eines Balkenarmes auf den sie sich stützte, bekam die Frau das Uebergewicht und stürztedrei Stockwerk hochherunter auf das Straßenpflaster. Ein Bruch der

anderen Falle

Schädeldecke, wobei Splitter in das Gehirn

Kreuzplatz Nr. 4.

drangen, machte dem Leben der etwa 60 jäh⸗ rigen Frau nach wenigen Minuten ein Ende.

* Mainz, 4. August. Durch das hiesige chemische Untersuchungsamt wurden im abgelaufenen Jahre 1686 Proben von Nahrungs und Genußmitteln untersucht. Davon wurden 101 Proben beanstandet und die Verkäufer wegen Uebertretung des Nahrungsmittelgesetzes bestraft. Von den Fälschungen Rub 3 Konditorei⸗ waren usw., 14 Wurst⸗ und Fleischwaren, 48 Milch, 1 Oel, 20 Butter und Käse, 10 Kaffee, Chokolade und Cacao, 4 Essig und Gewürze, 1 Petroleum.

* Worms, 4. August. Ein Soldat der 12. Kompagnie des hiesigen Regiments wurde beim Scheibenbau von einer Mücke am Fuße gestochen. Um das Leben des Soldaten zu er⸗ halten, mußte wegen eingetretener Blutvergiftung der Fuß abgenommen werden. In dem nahen Westhofen wurden in diesem Jahre 4500 Hamster und 10 150 Mäuse aus der dortigen Gemarkung abgeliefert, wofür die Ge⸗ meinde etwa 700&& bezahlte.

Kirchliche Anzeigen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 8. August, 8. nach Trinitatis. Gottesdienst.

In der Johanneskirche.

Vormittags 7% Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Gottes⸗ dlenst mit Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde.

Vormittags Uhr: Pfarrer Schlosser.

Nachmittags Uhr: Versammlung der Kinder aus der Kinderkirche der Johannesgemeinde am Ludwig s⸗ platz.

In der Friedhofskapelle.

Vormittags Uhr, Pfarrer Dingeldey.

Vormittags 11 Uhr: Versammlung der Neukonfirinlerten aus der Lukasgemeinde.

Neuefte Telegramme.

Hd. Berlin, 6. Aug. DieDeutsche Tagesztg. erfährt noch nachträglich einige Euthüllungen über den Besuch des Vorstandes des Bundes der Land⸗ wirte beim Fürsten Bismarck. Beim Frühstück drehte sich das Gespräch um die wichtigsten politischen 8 en und zwischen durch erzählte der Fürst manche interessante Geschichte aus der Zeit seiner Amtsführung. Ganz beson⸗ ders interessant waren die Aeußerungen des Fürsten über die politischen Par⸗ teien Der Bund der Landwirte habe augenscheinlich in seinem Verhalten zu den Parteien das Richtige getroffen. Die Parteien müßten nicht dem Bunde Sorge machen, sondern umgekehrt müßte es dahin kommen, daß der Bund den Parteien Sorge mache. Der Bund thäte gut, alle Elemente, die bereit seien, die deutsche Landwirtschaft zu schützen, um sich zu sammeln, ohne Rücksicht auf deren Zugehörigkeit zu den politischen Par⸗ teien. Auch die ungünstige Lage der Landwirtschaft und die Kündigung des deutsch⸗englischen Handelsvertrages be⸗ rührte der Fürst, welcher auch seinem Bedauern Ausdruck gab, daß der Parti⸗ kularismus sich wieder stärker geltend mache. Recht ungehalten sprach der Fürst darüber, wie sich im Jahre 1889 bei seinem Ausscheiden aus dem Amte die politischen Parteien zu ihm gestellt hätten. So Mancher hätte damals ge⸗ glaubt, nun sei die Bahn für seine Strebereien frei geworden.

Hd. Budapest, 6. August. Wie bestimmt verlautet, soll der Pester vaterländischen Spar- kasse demnächst ein Betrag von 1315 Millionen Gulden zugehen, und zwar von der ungarischen Regierung. Man behauptet, daß es sich um eine Zahlung handelt, welche die ungarische Re⸗ erung zur Rücklösung derjenigen Schuldver⸗ aleibangen leistet, die seinerzeit fur Investitionen der ungarischen Staatsbahn gemacht worden sind.

Hd. Genua, 6. Aug. Das erste Bataillon des 63. Infanterie-Regiments hat Befehl er⸗ halten, sich zur Abreise nach Kreta bereit zu halten. Am Samstag wird das Bataillon, 650 Mann stark, sich nach Kreta einschiffen.

Hd. Athen, 6. Aug. Neuerdings hat wieder ein Zusammenstoß zwischen Türken und thessalischen Landleuten stattgefunden. 50 Türken wurden verwundet bezw. getötet.

Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmanyschen

Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 19.