Ausgabe 
5.9.1897
 
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Gießen, Sonntag, den 5. September

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

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Ausgabe

Gießen.

9 I.

Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.

Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.

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Lokales und Provinzielles. * Gießen, 4. Sept. Zu der am 19. d. M. beginnenden Schwurgerichtsperiode der Provinz Oberhessen wurden folgende Geschworene ausgelost: 1. Roth, Karl II., Bürgermeister, Kaichen; 2. Huhn, Ludwig, Bauunternehmer, Gießen; 3. Becker, Ludwig V., Landwirt, Rut⸗ tershausen; 4. Haubach, Theodor, Maschinen händler, Gießen; 5. Schneider, Georg Ludwig, Schmied, Alsfeld; 6. Karl, Karl II., Landwirt Heegheim; 7. Heyer, Ernst III., Landwirt, Wöl fersheim; 8. Hieronimus, Georg, Beigeordneter, Friedberg; 9. Müller, Karl, Gutsbesitzer, Neuhof hei Leihgestern; 10. Krüger, Gustav, Professor, Gießen; 11. Leonhard, Christoph, Landwirt, Okarben; 12. Kalbhenn, Johann Georg, Land wirt, Vilbel; 13. Feuerbach, Georg Philipp, Gemeindeeinnehmer, Ockstadt; 14. Schlatter, Leopold, Kaufmann, Gießen; 15. Grünewald, Johannes, Bürgermeister, Hergersdorf; 16. Koch, Heinrich XIV., Oelmüller, Alseld; 17. Schüßler, Martin, Landwirt, Groß⸗Felda; 18. Schmidt, Arthur Benno, Professor, Gießen; 19. Jochim, Johannes, Bürgermeister, Einartshausen; 20. üffel, Friedrich, Bergrentmeister, Weckesheim; 21. Jacobi, Georg Konrad Emil, Landwirt, Rodheim v. d. H.; 22. Rößner, Lorenz, Dach decker, Alsfeld; 23. Jung, Philipp III., Land⸗ wirt Heuchelheim; 24. Berk, Karl Valentin, Fabrikant, Alsfeld; 25. Rullmann, Otto, Pachter, Mittelgründau; 26. Ehrenklau, Ferdinand, Buch⸗ drucker, Alsfeld; 27. Bähr, P. Wilhelm, Land wirt, Rohrbach; 28. Petri, Louis III, Weiß⸗ hinder, Gießen; 29. Kober, Adolph, Buchhalter, Gießen; 30. Dämon, Heinrich IX, Landwirt, Hoch-Weisel.

* Gießen, 4. Sept. In der gestrigen General⸗ bersammlung des Landwirtschaftlichen Bezirksvereins des treises Gießen, welche weil sie wohl auf vormittags 10 Uhr einberufen war nur mäßigen Besuchs sich zu erfreuen hatte, hielt Rechtsanwalt Jost einen sehr inter⸗ essanten Vortrag über die Bestimmungen des Währschafts⸗ gesetzes mit Rücksicht auf das bürgerliche Gesetzbuch. Der Redner faßte am Schluß seines Exposes sich dahin zu⸗ sammen, daß der Verkäufer unter allen Umständen am besten thue, ohne jede Währschaft sein Vieh zu verkaufen, selbst wenn er es auch dann billiger abgeben müsse. Er sel dann jeder Haftung ledig, es sei denn, daß er Fehler arglistig verschwiegen, die er beim Verkauf desselben ge⸗ kannt hat. Der Käufer eines Tieres handle am richtigsten, wenn er über den Kauf einen Vertrag aufsetze, worin genau alle die Eigenschaften angeführt sind, die das Kauf⸗ objekt besitzen soll und worin betreffs der Haftung nicht etwa gesagt seiVerkäufer haftet für alle Mängel, son⸗ dern in dem Vertrage sollte auch die Angabe enthalten ein, für welche spezielle Mängel der Käufer Haftung ver⸗ lungt und zugesagt erhalten hat. Ganz besonders sei aber die spezielle Angabe derjenigen eventuellen Mängel nötig, welche als solche nicht unter das Währschaftsgesetz fallen, und deren gäbe es bekanntlich eine ganze Menge. In der Diskussion wies der Obermeister der Fleischer⸗ Innung, Pirr, darauf hin, daß, wie die Verhältnisse nun einmal liegen, Währschaft und Fleischbeschau in ihren Anforderungen im grassen Gegensatz zu einander ständen. Hierdurch ergeben sich Differenzen für das Metzgergewerbe sowohl, wie für den Landwirt, die für beide Teile höchst umangenehm seien. Der Metzger könne ohne Währschaft nie Vieh kaufen, denn das Risiko sei zu groß. Wenn also die Landwirte mit seinen(Redners) Gewerbsgenossen direkt Geschäfte machen wollten, müßten sie auch später die Währschaft übernehmen. Anknüpfend an die Aus⸗ führungen des Rechtsanwalts Jost bespricht Redner den im Metzgergewerbe sehr häufig vorkommenden Fall, daß einzelne Organe des Schlachttieres für ungesund befunden werden, und bezeichnet es für einen Rückschritt, daß nach Inkrafttreten des bürgerlichen Gesetzbuches eine Minde⸗ tungsklage in solchem Falle unzulässig sein soll. Ebenso halte er die Vorschriften der Anzeige wegen Inanspruch⸗ nahme der Währschaft, wie sie das neue Gesetz regeln wird, in der Praxis mit vielen Unzuträglichkeiten verknüpft. Regierungsrat Dr. Wallau weist darauf hin, daß die Interessen, denen die Bestimmungen des Gesetzes dienen sollen, verschiedener Natur sind und daß die In⸗ teressen der Landwirte mit denen der Metzger vielfach kollldleren werden, werde niemand bestreiten. Die Praxis werde wohl hier das Richtige schaffen und die Verhältnisse würden ja fraglos ausgleichend manches beseitigen, was heute in der Theorle dem Einen oder Anderen unbequem zu sein scheint. Rechtsanwalt Jost erklärt, daß jeden⸗ aus noch vor Einführung des bürgerlichen Gesetzbuches Bestimmung getroffen werde, welche Mängel und Krank⸗ helten, die heute nicht unter die Währschaft fallen, später dazu gerechnet werden. Die Verhältnisse, die in Deutsch⸗ land betreffs der Währschaft noch recht bunte selen, drängten dahin, daß jedenfalls sehr bald einheitliche Be⸗ süümmungen für Währschaft geschaffen werden. Er wolle Darauf hinweisen, daß in Preußen für den von Herrn Mirr angezogenen Fall heute selbst eine Minderungsklage schon ncht unzulässig sel, während bei uns dies zwar Augängig sei, aber nur, wenn das Tier während der Währschaft getötet wird. Gewiß sei das bürgerliche Ge⸗ setbuch kein Ideal, aber es biete doch große Vorteile für die Landwirte und schaffe doch Verhältnisse, mit denen auch pie Metzger sich einrichten können. Hierauf nahm

nunmehr die Pol

Preis der Anzeigen:

Dr. von Peter⸗-Friedberg das Wort, um über die Zweckmäßigkeit der Errichtung von Genossenschaftsmolkereien zu sprechen. Redner wies einleitend auf die große Be deutung der Milchverwertung wie überhaupt der Milch⸗ produktion für die Landwirtschaft hin. Nur durch die Haltung von genügendem Milchvieh sei es möglich, den für den rationellen Landbau erforderlichen Dünger zu er⸗ halten, der sich bei der Rentabilität der Milchwirtschaft am profitabelsten für den Landwirt stelle. Der zielbewußte Landwirt habe es heute in der Hand, durch rattonelles Vorgehen die Ergiebigkeit seiner Milchwirtschaft erheblich zu steigern. Durch die gesteigerten Verkehrsmittel seten für die Verwertung der Milch in den letzten zwanzig Jahren die denkbar besten Verhältnisse geschaffen. Die Verfeinerung der Milchprodukte habe das übrige gethan und den Geschmack der Konsumenten verwöhnt, sodaß die gewöhnliche Bauernbutter, so wie dieselbe vom Lande komme, nur zu geringerem Betrage zu verkaufen sei als die von den größeren Molkereien an den Markt gebrachte Ware. Der Landwirt habe als Genossenschafter weiter nichts mit der Milch zu thun als dieselbe, sobald sie ge molken und gekühlt zur Ablieferung zu bringen. Es fielen damit jene Umstände fort, welche es verschuldeten, daß die Milch Schweiß, Ansteckungskeime für Typhus und sonstige Krankheiten usw. in sich aufnähme. Redner schildert dann die Rentabilität der genossenschaftlichen Milchwirtschaft und regt an, eine Molkereigenossen schaft für Gießen und Umgegend zu gründen. Jedenfalls werde der kleine Landwirt einen großen Nutzen davon haben. Die Versammlung erklärt es für not⸗ wendig, für den Bezirk Gießen eine Genossenschaft für Milchverwertung zu gründen. Molkereibesitzer Lahr erklärt sich bereit, mit seinem Betrieb der Genossenschaft beizutreten und ist der Ansicht, daß dieselbe, unter santäts⸗ polizeiliche Kontrolle gestellt, zum Nutzen des kleinen Landwirts mit Vorteil und Erfolg hestehen könnte. Die Versammlung beschließt weiter die Einberufung einer neuen Versammlung des Bezirksvereins, zu der die In teressenten besonders zum Erscheinen animiert werden sollen, um sich über die Frage gründlich zu besprechen. Dr. v. Peter erklärt sich auf Anregung des Regie⸗ rungsrats Dr. Wallau bereit, in dieser Versammlung zu erscheinen, vorher aber die Lahrsche Molkereieinrichtungen zu besichtigen und darüber zu berichten. Die Vorlage der Rechnung für das abgelaufene Geschäftsjahr ergab eine Einnahme von 6141 Mark, der eine Aus⸗ gabe von 5768 Mark 23 Pfennig gegenübersteht. Der Verein hat als Subvention zum Besuche von Obstbaumwärterkursen 210, gezahlt. Der Obstbau⸗ verein Friedberg erhielt eine Beihilfe von 100 Mark. Zur Hebung der Rindviehzucht wurden 1005, zur Hebung der Ziegenzucht 15/ im abgelaufenen Vereins⸗ jahr ausgegeben. Beim gemeinsamen Bezug von Saat⸗ kartoffeln und Düngemittel legte der Verein 300& zu. Der Haushaltungsschule zu Lindheim überwies der Verein 50 J. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl des seitherigen Vorstandes, nämlich: Direktor Rechtsanwalt Jost, Stellvertreter Gutsbesitzer Schenke und Sekretär Regierungsrat Dr. Wallau. Die Versammlung ging erst nach 1 Uhr mittags zu Ende.

* Gießen, 4. Sept.(Haus verkauf.) Der Bauunternehmer Herr Schleenbecker verkaufte sein in der Ludwigstraße gelegenes Wohnhaus zu dem Preise von 49 000% an den Bäckermeister Muth. Letzterer beabsichtigt in dem genannten Hause eine Bäckerei zu betreiben. f 5

* Gießen, 4. Sept. Wie unsere Leser aus der im heutigen Inseratenteil veröffentlichten Brodpreise ersehen, ist seit heute ein Auf⸗ schlag von 2 Pfg. pro 1 Kilo zu verzeichnen.

* Gießen, 4. Sept. Bei der Kaiser⸗ parade war auch die hiesige Einwohnerschaft zahlreich vertreten. Am deutlichsten merkte man dies heute Morgen an den vollbesetzten Omni⸗ bussen, die vor 6 Uhr von beiden Linien dem Bahnhof entgegenfuhren. Zahlreiche Fuhrwerks⸗ besitzer und solche, die sich den Luxus einer Droschkenpartie auf mehrere Tage erlauben konnten, sind bereits gestern dem Paradefeld entgegengesegelt.

4 1 Gd None, 3. Sept. Trotz allen Anstalten für das leidende Bade-Publikum ent⸗ behrte unser Platz doch bis jetzt eines eigentlichen Sanatoriums. Diesem Bedürfnisse soll jetzt genügt werden. Die in anderen Besitz über⸗ gegangene Villg Britannia soll durch die Herren Dr. Friedländer und Dr. Beste, hier praktizierende Aerzte, in ein Sanatorium im größeren Stile umgewandelt und mit, allen Hilfsmitteln der medizinischen Wissenschaft aufs reichste ausgestattet werden. Hierbei sollen alle Indikationen, die für Nauheim vornehmlich in Betracht kommen, berücksichtigt, jedoch in erster Linie auf Herz- und Frauenleiden Gewicht gelegt werden. Das 11000 Quadratmeter umfassende Areal in der gesündesten Lage der Stadt mit einem sehr umfangreichen, schattigen Garten ist für ein solches Unternehmen wie geschaffen.

K. Aus Oberhessen, 3. Sept. Wie ver⸗

schiedene Beamtenkategorien zwecks Erhöhung ihres Einkommens Versammlungen abhielten und

laliche Beschlüsse faßten, so beabsichtigen ec izeidiener des Kreises

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.

Axpedition: Kreuzplatz Nr. 4.

[Alsfeld und Schotten hierzu Stellung zu

nehmen. Aus diesem Grunde ist zum 12. Sep⸗ tember zu Nieder-Ohmen eine Versammlung einberufen, in der eine Besprechung in dieser Angelegenheit stattfinden soll. Wer die Ver hältnisse unserer Ortspolizeidtener aus eigener Anschauung kennt, der wird diese, durch das ganze Großherzogtum gehende Bewegung für eine soziale Besserstellung leicht begreiflich finden. Es thut dringend not, daß die Regierung endlich einmal mit der Gehaltserhöhung der Unter beamten Ernst macht und ihre berechtigten For derungen anerkennt.

* Mainz, 3. Sept. Wegen Beleidigung des Großherzogs von Hessen ist ein hiesiger Arbeiter verhaftet worden. Er hat eine Aeußerung in Bezug auf die Erwerbung der Ludwigsbahn durch den preußischen Staat gethan. Wegen der telephonischen Verbindung sämtlicher städtischen Gebäude untereinander ist ein Spezialvertrag mit der Oberpostdirektion zu Darmstadt vereinbart, wonach für eine Pau schalsumme die Verbindung hergestellt werden soll.

* Mainz, 3. Sept. Zwei Soldaten von Mainz, die sich wegen dienstlicher Angelegenheiten auf dem Weg nach Homburg befanden, sind mit dem Rad verunglückt und erheblich verletzt worden. Der Unfall soll dadurch entstanden sein, daß den Radfahrern landwirtschaftliche Fuhrwerke begegneten, denen sie ausweichen mußten.

* Mainz, 3. Sept. Nach einer hierher ge⸗ langten Mitteilung wurde auf dem Manöverfeld ein Vizefeldwebel des 87. Infanterieregiments im Streite erstochen. Nähere Angaben fehlen.

* Mainz, 3. Sept. Der Hausbursche eines hiesigen Geschäfts, der seit einiger Zeit ohne Stellung ist, hat einen eigentümlichen Er⸗ werbszweig gewählt; er besuchte die hiesigen Versteigerungen von Mobilien und dergl. und stahl bei dieser Gelegenheit immer verschiedene Gegenstände, ohne daß es aber gelungen wäre, ihn zu erwischen. Bei einer vor einigen Tagen stattgehabten Versteigerung war der Bursche abermals zugegen und verschwand plötzlich unter Mitnahme einer angeblich leeren Schachtel. Man verfolgte ihn und fand, daß er ein vollständiges Bett auf der Versteigerung gestohlen hatte. Auch steigerte der Hausbursche nicht selten auf einer Versteigerung Gegenstände und verschwand damit, ohne dieselben zu bezahlen. Der Bursche wurde verhaftet. Bei einer Haussuchung stellte sich heraus, daß er nicht allein bei den Versteige rungen gestohlen, sondern daß er auch seine früheren Prinzipale fortwährend bestohlen hatte.

Standesamtliche Nachrichten.

Geburten. Am 24. August. Dem Knecht Christoph Wetz eine Tochter, Marie Elisabeth. 25. Dem Metzgermeister

Gustav Trinkaus eine Tochter, Luise. Dem Dachdecker⸗ meister Philipp Kröck ein Sohn, Karl August. 26. Dem Schreiner Heinrich Pfeil eine Tochter. Dem Barbier Wilhelm Schmitz ein Sohn. 28. Dem Taglöhner Philipp Schmidt eine Tochter. 30. Dem Heilgehülfen und Masseur Heinrich Kraushaar ein Sohn, Karl Ludwig. Dem Taglöhner Karl Mandler ein Sohn. 2. Sept. Dem Knecht Heinrich Ogger ein totgeborenes Kind weib lichen Geschlechts.

Aufgebote.

Am 28. August. Johaun Seuffert, Schmied zu Heddenheim, mit Bertha Barbara Seikel daselbst. 28. Karl Heinrich Plank, Bäcker dahter, mit Wilhelmine Auguste Johanne Hellmold hierselbst. 30. Bernhard

Georg Hilbert, Maschinist zu Remscheid, mit Karoline Christine Schildwächter zu Gießen. Georg Ferdinand Franz, Postanwärter zu Cölbe, mit Marie Koch zu Bürgeln. 31. Georg Bischof, Buchbinder dahier, mit Karoline Moos, geb. Schnecke hierselbst. Dr. Wilhelm Emll Heuser, Custos a. d. Universitäts⸗Bibliothek dahier, mit Florine Sibylla Johanna Katharina May zu Ober⸗ waltersdorf. Gottfried Ernst Gilbert, Schreiner zu Grüningen, mit Henriette Katharine Engel daselbst. Karl Wilhelm Rentmeister, Bierbrauer dahier, mit Katharine Mühlich hierselbst. 1. September. Leopold Borngässer, Kaufmann dahier, mit Fanny Hirsch zu Naunheim. Ernst Hermann Becher, Schneider dahier, mit Elise Margarethe Jahres hierselbst. Konrad Schomber, Rangierer dahier, mit Johanna Margarethe Elisabethe Becker hierselbst.

2. Dr. Karl Friedrich Eduard Frohwein, Arzt zu Ebsdorf, mit Margarethe Louise Henriette Martha Charlotte Büchner dahier. 3. Karl Julius Alwin

Schiller, Kaufmann zu Coburg, mit Karoline Georgine Helene Sturm daselbst. Adolf Bernhardt, Metzger zu Wetzlar, mit Anna Marie Breidenstein zu Gleßen.

Eheschließungen.

Am 3. September. Wilhelm August Ludwig Pose, Schlosser zu Hanau mit Katharine Karoline Hexamer dahier.

Sterbefälle.

Am 27. Aagust. Adam Becker VI, 62 Jahre alt, Maurer zu Endbach. 28. Frledrich Pfeiffer, 1 Monat alt, Sohn des Bäckermeisters Johann Peter Pfelffer dahler.

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E Johann Neidnig, 38 Jahre alt, Knecht zu Schwalheim, Kreis Friedberg. 31. Richard Schaffenicht, 21 Jahre alt, Gärtner dahier, Philipp. Leichthammer, 46 Jahre alt, Bergarbeiter-Invalide zu Leun, Kreis Wetzlar. 1. Sept. Katharine Müller, geb. Scheffer, Witwe des ver⸗ storbenen Kreisarztes, Medizinalrats in Pension Dr. Ludwig Müller dahier. 2. Johann Schlosser, 63 Jahre alt, Dienstknecht zu Jörgeshausen, Kreis Westerburg. 3. Karoline Frieda Narz, 1 Jahr alt, Tochter des Schneiders Clemens Narz dahier.

Auszug aus den Kirchenbüchern der evangelisehen Gemeinde.

Matthäusgemeinde. Taufen.

Am 31. August. Dem Lehrer an der höheren Töchter⸗ schule Karl Wilhelm Mulch eine Tochter, Eva Lina Mar⸗ garethe Elisabeth, geb. den 16. Juli.

Trauungen.

Am 28. August. Heinrich Großhaus, Bahnarbeiter zu Gießen, mit Elisabeth Leinweber, Tochter von dem verstorbenen Ackermann Johann Jakob Leinweber VII zu Holzhausen.

Beerdigte.

Am 29. August. Wilhelm Noll IV, Kaufmann ver⸗ heiratet, 38 Jahre alt, starb den 26. August. Marie Henriette Noll, Tochter des verstorbenen Kaufmanns Wil⸗ helm Noll IV, 10 Jahre alt, starb den 27. August. Wilhelm Noll, Sohn des verstorbenen Kaufmanns Wilhelm Noll IV, 8 Jahre alt, starb den 26. August. Adolf Heinrich Noll, Sohn des verstorbenen Kaufmanns Wilhelm Noll IV, 4 Jahre alt, starb den 27. August.

Markusgemeinde. Taufen.

Am 31. August. Dem Chemiker Karl Felsing ein Sohn, Karl Heinrich Wilhelm Richard, geboren den 10. Juli.

Trauungen. Am 31. August. Emil Heinrich Hermann Horst,

Kaufmann zu Gießen, mit Anna Elisabethe Keiser, Tochter des verstorbenen Gutspächter Jakob Keiser zu Frledel⸗ hausen.

Neueste Telegramme.

Hd. Berlin, 4. Sept. Zu dem Stand der Militär-Strafprozeßreform schreiben die Berl. Pol. Nachr., daß in neuerer Zeit absolut kein Moment gekommen sei, welches den von früher her genügend bekannten Stand der Frage zu modifizieren geeignet wäre und der oppositionellerseits beliebten Anschneidung dieses Themas einen Schein sachlicher Begründung verleihen könnte.

Hd. Hamburg, 4. Sept. Großes Auf⸗ sehen erregt das Verschwinden des Kapitäns b. de Groot der im hiesigen Hafen liegenden

holländischen BriggAdmiral Tromp. Man befürchtet ein Verbrechen. Hd. Kiel, 4. Sept. Der AvisoPfeil

wird heute Vormittag nach Odde gehen, um die aufgefundene Leiche des Lieutenants zur See v. Hahnke hierher zu holen.

Hd. Madrid, 4. Sept. Anläßlich der Miß⸗ erfolge der spanischen Truppen auf Kuba und den Philippinen hat die karlistische Bewegung, besonders in den baskischen Provinzen einen be⸗ drohlichen Charakter angenommen. An mehreren Stellen fanden Zusammenstöße zwischen bewaff neten Karlistenbanden und spanischen Gendarmen statt. Don Carlos lehnte jede Verantwortung für diese Vorgänge ab. Er werde erst in dem Augenblick hervortreten, wo der Sieg seiner Partei sicher sei und keine blutige Revolution veranlaßt werde.

Marktpreise.

Gießen, 4. Sept. Auf dem heutigen Wochen⸗ markt kostete: Butter p. Pfd. 1,10 1,20 Mk., Hühnereier, per St. 67 Pfg., Enteneier 7 Pfg., Gänseeler 12 Pfg., Käse 58, Käsematte 3, Erbsen per Liter 18, Linsen 27 Pfg., Tauben per Paar 0,60 0,70, Hühner p. St. 0,90 1,10, Hahnen 0,60 1,00, Enten 1,60 1,80, Gänse per Pfund 0000, Ochsenfleisch 66 74, Kuh- und Rindfleisch 60 bis 66, Schweinefl. 64 72, Schweinefl., gesalzenes 76, Kalbfleisch 56 60 Pfg., Hammelfleisch 50 60, Kartoffeln pro 100 Kilo 67, Zwiebeln per Zentner 68 Mk., Kirschen per Pfund 0000 Pfg., Milch per Liter 16 Pfg. Gurken 100 Stück 75- 2,00 Mk.

Besitzer alter Briefschaften weisen wir auf die Annonce des kgl. Schauspielers Steinecke in Han⸗ nover hin. Mancher besitzt in alten Briefen usw. ein hübsches Sümmchen, da für alte Postwertzeichen, je nach Seltenheit, hohe Preise bezahlt werden; das Alter bedingt nicht den Preis, Herr St. giebt gratis Ankaufslisten aus, es kann sich jeder selbst vom Werte seiner Objekte über⸗ zeugen. In Archiven, alten Geschäftsbriefen usw. sind reiche Funde, weil früher meist die Marke auf die Adreß⸗ selte des Briefes geklebt wurde und mit dem Brlefe auf⸗ gehoben wurde. Förderer von Wohlthätigkelts-Austalten können auf diese Weise mehr als wie mit Kollekten erreichen.

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Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ teur: kellhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmaupschen Buchdruckeret, Gießen, Schloßgasse 18.