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kgmeradschaftlichen Geistes dienen möge.
Gießen, Dienstag, den 3. August
1897.
Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
ische Landes;
Ausgabe
Gießen.
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Postztg. Nr. 3319. Telephon⸗Nr. 112.
Medaktion:* Kreuzplatz Nr. 4.=
—
Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Preis der Auzeigen: 10 Pfg. für die spaltige Petitzeile.
Lokales und Provinzielles.
Gießen, 1. August. Ernannt wurden der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Schotten Jakob Licks zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Worms, der Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Schlitz Richard Krichel zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Schotten, der Gerichtsvollzieheraspirant Johannes Lein aus Lardenbach zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Schlitz— sämtliche mit Wirkung bom Tage ihres Dienstantritts an.
Gießen, 2. Aug. Zu einer schönen Feier hatten sich am Samstag Abend die Mitglied⸗ schaften der beiden hiesigen freiwilligen Feuerwehren im Saale des Café Leib eingefunden. Eigentlich war unsere städtische Behörde die Veranstalterin dieser Feier, denn es galt, denjenigen Mitgliedern der beiden Feuer⸗ wehren, die 15 und mehr Jahre sich dieser edlen Mlicht freiwillig hingegeben, durch Ehrenurkunden besonders zu danken. Eröffnet wurde der Kom⸗ mers durch Herrn Branddirektor Traber. Derselbe ee die Erschienenen, bezeichnete die Feier als einen Ehrentag für beide Wehren und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch die gegenwärtige Veranstaltung zur Stärkung des Sein Hoch galt dem Kaiser und Großherzog. Herr Oberbürgermeister Gnauth dankte namens der
Stadt Gießen den Jubilaren für das Verdienst,
das sie sich, getragen von der Kraft der Nächsten⸗ llebe, in Erfüllung ihrer selbstgewählten Pflicht um die Stadt erworben hätten, und bezeichnete die Gefeierten als einen Stamm treu gedienter Mitglieder der Feuerwehr⸗Korps, denen zu danken eine dankbare Aufgabe sei. Redner schritt so⸗ dann zur Verteilung der Ehren⸗Urkunden. Es erhielten solche(die in Klammern gesetzten Zahlen bedeuten die Zahl der Dienstjahre) von der Gießener Freiwilligen Feuerwehr: 2. Petri II(33), Karl Moll(33), Gg. Schneider 30, Chr. Frutig(26), C. L. Gail(24), Ludw. Friedrich(22), Franz Wigand(22), Karl Reu⸗ 8(22), Aug. Dickore(22), Hrch. Grün(18), G. Ledermann(16), Wilh. Rühl(16). Edm. Nagel
(15), J. Hirtz(15), Eberh. Käß(15), J. Nußbaum
(15). Von der Freiwill. Gail schen Feuer⸗ wehr: Martin Loos(32), K. Feldhaus(29), Herm. Koch(28), Karl Dickhardt(28), Martin Nagel (8, Georg Atzbach(25), Louis Pfeil(23), Philipp Mootz(23), Robert Sattler(23), Emil Kalbfleisch(23), Theodor Loos(21), Philipp Lang(17), Jean Arnold(17), Joh. Thoma(16), Justus Körber(15), Ludwig Allendörfer(15). Herr Oberbürgermeister Gnauth gab der Hoff⸗ nung Ausdruck, daß in den nächsten Jahrzehnten gleiche Verdienste in gleicher Weise geehrt wer⸗ den möchten und brachte ein Hoch den beiden freiwilligen Feuerwehren.— Herr Petri II dankte namens der Jubilare beider Wehren für Die Auszeichnungen und brachte der Stadt Gießen ein Hoch.— Herr Feuerwehrhauptmann Gail dankte namens der Freiwilligen Gießener Feuerwehr, indem er einen urkrästigen Feuer⸗ wehr⸗Salamander reiben ließ.— Herr Kreis⸗ feuerwehrinspektor Loos und Kommandant der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr brachte der
In seiner Ansprache führte Redner aus, daß nichts mehr den Feuerwehrmann veredeln könne, als wenn ihm die Behörden ihre Anerkennung nicht versagen, wie es durch die gegenwärtige Feier so recht zum Ausdruck komme. Wenn aber Einzelne geehrt würden, so sei das eine Ehre für das ganze Korps, die den jüngeren Mit⸗ gliedern Veranlassung geben möge, sich die mit Diplome Ausgezeichneten als Beispiel dienen zu lassen.— Herr Kommerzienrat Heichelheim brachte den beiden Feuerwehren sein Hoch, während Herr Dr. Heuser mit einen solchem des Branddirektors Traber für dessen Verdienste gedachte.— In herzlichen Worten feierte Herr Martin Nagel die ersten Begründer der Freiwilligen Feuerwehren, welche sind die Herren Schlossermeister Krailing, Wagnermeister Stein⸗ berger, Kommerzienrat Silbereisen und Andreas Otto, auf deren Wohl von den Festteilnehmern ein kräftiger Schluck getrunken wurde.— Weitere Toaste wechselten mit Feuerwehrliedern in bunter Reihenfolge ab. Erst in vorgerückter Stunde trennten sich die Teilnehmer unter Mitnahme der besten Eindrücke.— Bemerkt sei noch, daß die Ehrenurkunden in recht künstlichster Weise ausgeführt und durch Herrn Glasermeister Hoff⸗ mann mit geschmackvollen Rahmen versehen worden sind.
* Gießen, 2. August. Gestern feierte der Fechtverband Gießen-Lahr sein diesjäh⸗ riges Sommerfest auf der„Schönen Aussicht“ unter bedeutendem Zuspruch des Publikums. Das schöne Wetter hielt die Festbesucher bis zur späten Abendstunde zusammen.
n. Gießen, 2. August. Wegen Sachbe⸗ schädigung zur Anzeige gebracht wurden gestern einige junge Leute, die von einer Wald⸗ partie zurückkehrten. In der Licherstraße wollten dieselben nochmals in einer Wirtschaft einkehren, wo ihnen jedoch— wahrscheinlich ihres stark an⸗ geheiterten Zustandes wegen— die Thüre vor der Nase zugemacht wurde. Erbost hierüber schlugen sie mehrere Fenster ein, die nun doch teuer zu stehen kommen dürften.
„Gießen, 2. Aug.(Schwindler.) Am vorigen Samstag mietete sich ein angeblicher Monteur von Mainz hier ein, schwindelte seinem Hausherrn alsbald 6 4. ab, angeblich um einen Waggon mit Maschinenteilen am Bahn⸗ hofe einzulösen, verschwand aber später spurlos. Einen gleichen Betrug hatte derselbe an einem anderen Platze ausgeführt und hierbet 10 4
erschwindelt.
* Gießen, 2. Aug.(Zechpreller.) In einem hiesigen Hotel logierte sich am 30. v. Mts. ein Fremder ein und verschwand am anderen Morgen ohne die Zeche berich⸗ tigt zu haben. Er ließ ein Paket zurück, in welchem sich nichts als ein schwerer Pfl aster⸗ stein befand. Der Schwindler ist identisch mit einem wegen gleichem Vergehens von Worms aus verfolgten angeblichen Schauspieler.
h. Gießen, 2. Aug. Ein Geisteskranker, der zum freien Spaziergang aus der psychriat⸗ rischen Klinik beurlaubt wurde, verursachte gestern Nachmittag einen Menschenauflauf. Der arme Mensch hatte mehrere Wirtschaften besucht und wurde infolge der genossenen 1 rasend, bedrohte die Passanten mit dem Messer
Expedition:
. 520 Kreuzplatz Nr. 4.
und mußte schließlich auf Anordnung der Polizei in die Klinik gefahren werden.
* Gießen, 2. August. Der„Wetzlarer An⸗ zeiger“ veröffentlicht in seiner neuesten Nummer folgende amtliche Bekanntmachung:„Es wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis ge⸗ bracht, daß die in diesem Jahre auf den 5. und 6. September fallende Kirmes zu Ehrings⸗ hausen auf den 19. und 20. September verlegt worden ist.(Unterschrift.)“ Nun können wir wieder ruhig schlafen!
W. Altenbuseck, 1. August. Heute hat hier der Parteitag der Sozialdemokraten des 1. hessischen Reichstagswahlkreises stattgefun⸗ den. Es waren etwa 80 Personen anwesend. Als Reichstagskandidat wurde mit Einstimmig⸗ keit Herr Redakteur Ph. Scheidemann in Gießen wieder aufgestellt. Derselbe wurde auch als Delegierter für den sozialdemokratischen Par⸗ teitag gewählt, der im Oktober d. J. in Ham⸗ burg stattfindet. Herr Stadtv. Orbig aus Gießen macht bekannt, daß Ende August in seinem Lokal eine Landeskonferenz stattfindet.— Die Verhandlungen dauerten von heute früh 11 Uhr bis nachmittags 4 Uhr, zu welcher Zeit die Versammlung durch den Vorsitzenden mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen wurde. Bemerkt sei noch, daß viele Teilnehmer aus ent⸗ fernt gelegenen Dörfern mit Wagen gekommen waren. Verschiedene Herren waren mit ihren Zweirädern gekommen.
* Butzbach, 31. Juli. Der hiesigen Schützen⸗ halle, die sich in der Nähe des Waldes befindet, statteten in diesem Jahre zum zweiten Male Spitzbuben einen Besuch ab. Beim ersten Ein⸗ bruch im Winter dieses Jahres gingen sie leer aus; jetzt fielen ihnen 15 Fläschchen Bier, eine Flasche Korn, 1 Servelatwurst und die Spiel⸗ kasse mit 1,50 in die Hände. Die Sache wurde der hiesigen Polizei zur Anzeige gebracht und gelang es der Gendarmerie nach eifrigem Be— mühen, den Thätern auf die Spur zu kommen. Gestern Nachmittag erfolgte durch Herrn Gen⸗ darmeriewachtmeister Schwarz die Verhaftung von 4 Personen, die verdächtig erschienen, den Einbruch ausgeführt zu haben. Sie sollen die gestohlenen Getränke auf der am Sonntag statt⸗ gehabten Hochzeit eines unter den Verhafteten ebenfalls sich befindenden jungen Ehemannes zum Teil verwendet und die That auch eingestanden haben.— An der hiesigen Postkasse wurde gestern ein falsches Einmarkstück Jahrgang 1886, Prägezeichen A, angehalten.
* Bad Nauheim, 1. August. Von dem neuen Badehaus No. VI, wird Dienstag, den 3. August der nördliche Flügel mit 30 Badezellen eröffnet. In der Woche vom 23. bis 29. Juli sind 875, also täglich 125 Fremde an⸗ gemeldet worden, der Gesamtbesuch betrug bis zum 29. Juli 12,934 Personen, gegen das Vor⸗ jahr einen Vorsprung von fast 2000. Bäder wurden im Ganzen 143,702 genommen, 16,688 mehr als im Vorjahr. Der Höhepunkt der Saison ist nunmehr überschritten, seit der vorigen
Getränke
Woche geht der Besuch langsam zurück. Am 29. Juli waren noch 4365 Personen anwesend gegen 3560 am 30. Juli v. Is.
W. Langsdorf, 2. August. Wie heute Morgen bekannt gegeben wurde, hat das Kreis⸗
slädtischen Vertretung ein dreifaches„Gut Wehr“. r——————————— Versöhnt!
Eine Erinnerung aus dem Eisenbahn-⸗Betriebsdienst
von Albert Roß. (Nachdruck verboten.)
(Schluß.)
„So, Herr Baumeister, steht es, und Ihr Ent⸗ schluß ist unabänderlich? Mir wollen Sie also für alle Zeit feindlich gesinnt bleiben? Mir, die nur das gethan, was ein ehrbares Mädchen, von dem Sie zweifellos wußten, daß es bereits einem an— deren gehört, thun durfte? O, Herr Baumeister, so ungerecht dürfen Sie nicht handeln! Sie würden mich übrigens zu Gegenmaßregeln herausfordern! Wenn alle Welt sieht, daß ich, gegen die Sie bis⸗ her die Aufmerksamkeit selbst waren, wie eine Aus⸗ gestoßene von Ihnen behandelt werde, dann ver⸗ falle ich sicher dem Gerede der Leute, die den Grund Ihres Hasses nicht einmal zu ahnen ver⸗ mögen. Das darf nun und nimmermehr geschehen! Um des leidigen Scherzes halber, den ich mir mit Ihnen erlaubt, verdammt mich keiner und auch mein Gewissen spricht mich frei! Allein was man von Ihnen, dem bisher so angesehenen und geach⸗ teten Herrn Baumeister, halten wird, wenn ich notgedrungen der Wahrheit die Ehre gebe und mich durch Erzählung des Sachverhältnisses gegen Ver⸗ unglimpfungen wehre, das dürfte Ihnen und Ihrem
uf nicht gerade Segen bringen!“
Christel hat sich erhoben, sie verneigt sich gegen ibren Feind und will den Platz verlassen. Der Baumeister vertritt ihr den Weg.
„Das werden Sie nicht Christel!“
„So gewiß, Herr Baumeister, wie ich hier vor Ihnen stehe, wenn——! Ich bitte Sie aber noch⸗ mals, lassen Sie uns lieber Frieden schließen, ich wenigstens bin nicht unversöhnlich. In unserm Hause sind Sie stets ein lieber Gast gewesen und das sollen Sie auch bleiben. Wenn je in Ihrem Herzen sich etwas för die Christel geregt hat, so bethätigen Sie es dadurch, daß Sie zu ihrem Glück beitragen und was die Christel glücklich machen kann, das wissen Sie oder— soll ich es Ihnen noch einmal sagen?“
Karnbach winkte ablehnend, etwas wie ver⸗ haltener Schmerz zuckte in seinen Mienen.
„Nun gut, also: Nur der Scharzfeld wird mein Mann und kein anderer, oder ich mache es wie Sie und schaffe mir als Lebensgefährtin eine Juno an. Ja, lächeln Sie nicht, es ist mein voller Ernst! Meinen Schatz, der übrigens nicht länger bei der Bahn bleiben wird, haben Sie vollständig verkannt und meinen alten vertrauensseligen Vater haben Sie, Sie ganz allein gegen Scharzfeld auf⸗
gehen
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„Aber, Fräulein Christ——
„Bitte, ausreden lassen, ich weiß alles! Der Vater hätte längst seine Zustimmung zu unserer Verbindung gegeben und würde uns nach unserer Verheiratung den Gasthof zur Bewirtschaftung über⸗ lassen haben, wenn Sie nicht immer wieder da⸗ zwischen gekommen wären und gehetzt hätten! Jawohl, es muß einmal heraus, gehetzt! Schon aus der heutigen Rettung Ihres Hundes müßten Sie entnehmen, daß Scharzfeld nicht zu denen ge— hört, die da sagen: Auge um Auge, Zahn um Zahn! Was er im Dienste aus übergroßer Vorsicht gethan, mag ja, von Ihrem Standpunkt aus betrachtet, nicht zu billigen sein, aber schlecht hat er nicht gehandelt und ihn deshalb in die Haide schicken, uns beide trennen wollen— verzeihen Sie, Herr Baumeister, das wäre grausam, unmenschlich grausam!— Und nun, Herr Baumeister, lieber Herr Baumeister, reichen Sie mir versöhnt Ihre Hand! Schlagen Sie sich die dumme Chriftel aus dem Sinn und machen Sie heute noch wieder gut, was Sie seit Jahresfrist gesündigt haben. Sehen Sie drüben den Vater, wie er eben mit dem Stationsvorsteher und Scharzfeld anstößt, er ist heute in der besten Stimmung! Gehen Sie zu ihm, waschen Sie meinen Schatz wieder rein und werben Sie bei ihm für das Glück seines Kindes, das Ihnen zeitlebens dankbar sein wird und das— über gewisse Ange⸗ legenheiten unverbrüchliches Schweigen gelobt!
Wollen Sie nun?“
amt den Termin zur Wahl eines neuen Bürgermeisters auf Mittwoch, den 11. d. Mts. festgesetzt.
* Darmstadt, 1. August. Die städtische Einquartierungskommission ist gegenwärtig mit der Ausarbeitung eines Ortsstatuts befaßt, daß die Lasten der Eingartierung angemessen verteilt, überhaupt das ganze Einquartierungs⸗ wesen zeitgemäß regeln soll.
Neueste Telegramme.
Hd. Eger, 2. Aug. Gestern begannen die deutschen Hausbesitzer mit der Kündigung tschechischer Beamter. Am Mittwoch er⸗ scheint in Brüx eine Liste mit den Namen der Prohibierten.
Hd. Brüssel, 2. Aug. Gestern fand die Eröffnung des internationalen Advokaten ⸗Kongresses statt. 130 Delegierte aller Länder sind an⸗ wesend.
Hd. Mons, 2. Aug. Die Zahl der Aus⸗ ständigen ist auf 6000 zusammenge⸗ schmolzen. Man erwartet für heute Wie der⸗ aufnahme der Arbeit.
Hd. London, 2. August.„Daily Mail“ meldet: Die Einführung einer internationalen Finanz Kon trolle für Griechenland werde in Athen bedenkliche Ereignisse hervorrufen. Das Parlament werde eine Kontrolle nicht annehmen und Ruhestörungen würden in Athen ausbrechen, die Regierung schickt sich an, den Mächten eine dies⸗ bezügliche Note zuzusenden.
Hd. Madrid, 2. Aug.„Heraldo“ meldet aus Havanna, daß 500 Insurgenten im Mal d. Is. eingedrungen seien. Viele Häuser wurden geplündert. Ein Freiwilligen Kapitän wurde ermordet. Die Garnison ist allarmiert. Unter der Bevölkerung herrscht große Panik. Viele Familien flüchten nach Havanna.
Briefkasten.
W. Altenbuseck. Ueber eine derartige Versamm⸗ lung, die von allgemeinstem Interesse ist, hätten sie schon etwas ausführlicher berichten können. Doch sind wir Ihnen auch für die kurze Mitteilung dankbar, umsomehr, als wir leider keinen eigenen Berichtersta tter nach dort schicken konnten.
Sterbefälle.
Am 30. Juli. Johannes Thomas, 65 Jahre alt, Tagelöhner dahier, Asterweg 17.
Am 31. Juli. Adolf Wagner, 16 Jahre alt, von Södel, Kreis Friedberg. Gestorben in der alten Klinik.
Am 1. August. Johannes Menges XX, 60 Jahre alt, Küfer von Großen-Linden. Ge⸗ storben in der alten Klinik.
Verleger: Paul Bader in Marburg, Verantw. Redak⸗ leur: Wilhelm Sell in Gießen; Druck der E. Ottmaupschen Buchdruckerei, Gießen, Schloßgasse 13.
„Christel“, des Baumeisters Stimme zitterte merklich,„die Lehre, die ich von Ihnen empfangen, war hart, aber— nun, lassen wir das! Hier meine Hand! Vergessen will ich, und wenn ich auch nicht selbst glücklich werden kann, so soll doch niemand sagen, daß Baumeister Karnbach das Glück anderer absichtlich zerstört hat. Jetzt gehe ich zu Ihrem Vater!“
Christel hätte laut aufjauchzen mögen, errungen war der Sieg, erkämpft das Glück. Im nächsten Augenblick aber legt sie hastig die Hände um des Baumeisters Wangen und preßt einen herzhaften Kuß der Dankbarkeit auf seine Lippen. Von Pur⸗ purröte übergossen flüchtet sie dann zu dem Ge⸗ liebten, beugt sich zu ihm nieder und flüuͤstert glück⸗ selig:„Fritz, nun keine Trennung mehr! Er ist versöhnt und alles wird gut!“—
Humoristisches.
Schrecklich. A.:„... Was, Sie waren in München und haben dort kein Bier getrunken?! Erlauben Sie mir, das ist ja gerade so, wie Neapel sehen und dann nicht sterben!“
Ein Unglücklicher.„Wissen Sie schon, dem Doktor ist seine Frau mit einem Schauspieler durchgegangen?“— Ach, was Sie sagen! Und was macht denn nun der arme Mann?“—„Jet ist er schon etwas ruhiger geworden, aber in der
ersten Zeit— da wußt' er sich gar nicht zu fassen vor— Freude?“


