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1897.
Poflztg. Nr. 3239 a Telephon⸗Nr. 112.
Ausgabe
Gießen, Mittwoch, den 3. Febrnar
Gießen.
andeszeikung
Postztg. Nr. 3239. Telephou⸗Nr. 112.
Redaktion: 0 Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn⸗ und Fetertagen. 5 Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. 8 Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die spaltige Petitzeile. 20 Kreuzplatz Nr. 4.
Zum Uebergang der Hessischen Ludwigsbahn.
In Ausführung des Staatsvertrags vom 23. Juni 1896 übernimmt am 1. Februar d. J. die kgl. preußische und großh. hessische Eisen⸗ bahndirektion zu Mainz Verwaltung und Betrieb der zum Ludwigseisenbahn⸗Unternehmen gehören⸗ den Strecken, und zwar für die Zeit bis zum 1. April d. J. Von da ab übernimmt die neue Direktion Verwaltung und Betrieb des zu einer Finanz⸗ und Betriebsgemeinschaft vereinigten preußisch⸗hessischen Staatseisenbahnnetzes.
Mit Genugthuung— schreibt die„Kl. Pr.“ — kann die alte Verwaltung auf das von ihr ausgebaute Werk zurückblicken, denn sie hat in weitsichtiger Weise und unter oft schwierigen Verhältnissen verstanden, das Unternehmen, das
sich noch mehr entfaltet haben würde, wenn es
nicht über seine Lebensdauer im Unklaren gewesen wäre, auf seine derzeitige Höhe zu bringen. In finanzieller Hinsicht wurde die Hessische Ludwigs⸗ bahn empfindlich benachteiligt durch mancherlei Verkehrsentziehungen und durch die Versagung der Genehmigung zur Konversion ihrer 4 proz. Obligationen. Trotzdem hatte das stets kauf männisch betriebene Unternehmen manche vorteil⸗ hafte Einrichtungen den Staatsbahnen längst voraus. So rückhaltlos wir diese Umstände und Verdienste anerkennen, so unbegreiflich erscheint uns das Verhalten der alten Verwaltung gegen⸗ über den berechtigten Wünschen und Klagen ihres schlecht und ungleich besoldeten Personals. Während der Verwaltungsrat und die Direk⸗ toren enorme Einkommen bezogen— der Vor⸗ sitzende der Spezialdirektion soll sich besser ge⸗ standen haben, als der deutsche Reichskanzler— hatte man nichts übrig für die mittleren und unteren Beamten. Bis in die achtziger Jahre hinein waren diese nicht besser bezahlt, als in der sogenannten Guldenzeit. Es war nichts seltenes, daß Beamte mit tadelloser Führung oft zehn Jahre und länger auf dem niedrigsten Gehaltssatze stehen blieben. Dagegen wurden die Anforderungen an das Personal bis aufs Aeußerste gespannt. Für das Zugs⸗ und Sta⸗ tionspersonal waren noch vor wenigen Jahren 16 bis 18 Stunden tägliche Dienstzeiten die Norm. Ein Strafsystem war eingerissen, welches jedem Rechtlichkeitsgefühl Hohn sprach. Kleine Versehen wurden mit hohen Geldstrafen belegt, die in keinem Verhältnis standen zu der mangel⸗ haften Bezahlung. Damit war es aber nicht genug. Eine einzige Strafe genügte, um den Betreffenden oft jahrelang in seiner Anstellung oder Beförderung zurückzuwerfen, und so mancher arme Teufel mußte eine über ihn verhängte
Pügen e mit einem mehrhundertfachen Betrage üßen.
Mit den mittleren und unteren Beamten hatten die oberen jede Fühlung verloren. Von ohen herab trieb ein Keil den anderen, und mit eiserner Disziplin wurden die berechtigsten Wünsche und Einwendungen niedergehalten. Da endlich wandten sich die Beamten an die Oeffentlichkeit, und die Presse aller Parteirichtungen verurteilte einmütig die herrschenden Zustände und Aus⸗ wüchse. Von Berlin aus wurde in Darmstadt angefragt über einen Artikel in der„Kleinen Presse“, worin die Hessische Ludwigsbahn als ein staatlich subventioniertes Erziehungsinstitut der Sozialdemokratie bezeichnet wurde. Immer lauter wurden die Klagen der Beamten und die dadurch heraufbeschworenen Beschlüsse der beiden Kammern drängten die großh. hessische Regie⸗ rung, der Sache ein möglichst vasches Ende zu bereiten. Preußen konnte die Angelegenheit ruhig an sich herankommen lassen, denn ohne seine Mithilfe war an eine Verstaatlichung der Lud⸗ wigsbahn nicht zu denken.
Für die neue Direktion in Mainz wird es keine leichte Aufgabe sein, die Personalangelegen⸗ heiten in das richtige Geleise zu bringen. Kleine und scheinbare Härten werden dabei kaum zu vermeiden sein. Bei den Beamten besteht jedoch die Hoffnung, daß ihre Gehalts⸗ und Dienst⸗ verhältnisse in wohlwollender Weise geregelt werden, zumal die abnormen Umstände es der neuen Verwaltung ermöglichen dürften, ein übriges zu thun und auch hier und da über den Rahmen des preußischen Staatsbahnverhältnisses hinauszugehen.
Wollen wir das beste hoffen!
Lokales und Provinzielles.
* Gießen, 2. Januar. In Gemäßheit der Art. 3 und 6 des Gesetzes vom 17. Juni 1874, die landständische Geschäftsordnung betreffend, ist der Geheime Staatsrat v. Werner zum Landesherrlichen Kommissär für die erste Kammer, sowie der Geheimerat Emmerling und der Geheimerat Dr. Usinger zu Mit⸗ gliedern der Landesherrlichen Einweisungs⸗ Kommission für die zweite Kammer ernannt worden.
* Gießen, 1. Februar. Wie nunmehr feststeht, sollen vom 1. April ab auf den Ober⸗ hessischen Eisenbahnen der preußische Per— sonentarif und die vierte Wagenklasse eingeführt werden. Auch weißt der Entwurf des diesjährigen Sommerfahrplanes für die Oberhessischen Eisenbahnen mehrere erhebliche Verbesserungen auf, die allseits mit Freude be⸗
Ihre erste Liebe. Novelle von E. von Bischdorf. (Fortsetzung.)
„O Lix“, rief Regine eifrig,„so läßt sich das echte Talent aber nicht abspeisen. Du weißt nicht, wie einem zu Mute ist, wenn einem ein Stückchen Erde so recht in seiner Schönheit aufgegangen ist, und es nun in allen Fingern zuckt und nicht zur Ruhe kommen läßt, bis man's auf Papier ge⸗ bracht hat!“
Nein, das wußte er freilich nicht. Aber etwas glaubte er zu wissen in seiner klaren, schlichten Weise, wo Reginens Pflichten lagen, und er ließ nicht nach, sie daran zu mahnen, wieder und wieder um ihrer selbst willen; denn er liebte an ihr nicht nur ihre Schönheit.
Sie nahm dann wohl einen flüchtigen Aulauf zur Besserung, aber zu dauerndem Fleiß fehlte der feste Wille, die Einsicht von der Wichtigkeit ihrer Arbeit. Langsam aber sicher zog sich Regine so den festen Boden gesunder Thätigkeit und strenger Pflichterflüllung selbst unter den Füßen fort und verlor dadurch in natürlicher Folge die Zufrieden— heit, die allein auf diesem Grunde basiert. Wohl konnte sie noch glückselige Stunden spielend mit ihrem Knaben vertändeln, aber auch seine körper— liche Pflege leitete sie nicht mehr selbst wie im An— fang, sondern überließ dieselbe einer erprobten Wärterin und streifte mit einem ihrer Lieblings bücher durch Wald und Flur.
Ihre gesellschaftlichen Erfahrungen glichen alle denen, die sie an jenem Abende bei Rechows ge— macht. Sie spielte meist eine etwas stumme Rolle und es gelang ihr nicht immer, ihre gute Laune zu bewahren. Bald galt sie für stolz, unnahbar und schauerlich klug, und wenn sie mit Felix in eine Gesellschaft trat, empfand sie es deutlich, wie man sie mit einer gewissen Scheu betrachtete. Anstatt sich nun zu freundlicherem Eingehen auf die Inte⸗ ressen ihrer Nachbarn zu zwingen, von deren innerer
———
Tüchtigkeit zu lernen und mit ihren vielseitigen Gaben neue Anregung in den kleinen Kreis zu tragen, blieb sie lieber von den ihr unsympathischen Menschen fern.
Als sie sich wiederholt weigerte, mitfFelix aus⸗ zufahren, that er energisch Einspruch:„Es ist Dir nicht gut, Regine, daß Du so viel allein bist. Ueberwinde Deine Unlust und komme mit mir.“
„Ach Felix, es ist wirklich kein Genuß für mich, mit den guten Leuten eng geschart um den Kaffee— tisch zu sitzen und Korn⸗ und Butterpreise zu be— sprechen. Du glaubst nicht, wie viel herrlicher es ist, wenn man sich draußen auf das weiche Moos lagert, über sich die Wolken ziehen sieht, den Worten großer Dichter und Denker nachsinnt und sie so ganz anders verstehen lernt, als im engen Zimmer. Man kann doch nicht ganz in Kleinlichkeiten unter— gehen.“
Er runzelte die Stirne. Es that ihm weh, daß sie jenen„guten Leuten“, seinen alten Freunden, die ihm wert waren, nicht näher kommen wollte. Aber er unterdrückte seinen Unmut.
„Mit dem Untergehen in Kleinlichkeiten hat es bei Dir keine Gefahr, Regine“, sagte er ruhig. „Du schiebst die tausend kleinen Anforderungen des Tages nur gar zu sehr bei Seite. Wenn man lange fleißig unter seinen Mitmenschen gearbeitet hat, thut eine stille Stunde wohl, in der man sich auf sich selbst besinnt. Aber ich habe immer ge— funden, daß zu viel Einsamkeit gefährlich ist. Man grübelt dann über alle möglichen, unlösbaren Rätsel und verliert die rechte Liebe zu Gott und Menschen, das rechte Maß für die eigene Persönlichkeit. Komme mit mir, Regine!“
Aber sein wohlmeinender Rat verhallte unge— hört. So hielt er denn allein notdürftigen Verkehr mit der Nachbarschaft aufrecht und sah sein Haus das früher durch seine Gastlichkeit bekannt gewesen, immer mehr vereinsamen. Regine bedachte nicht, daß ihres Mannes gesellige Natur litt unter der ihr auferlegten Zurückgezogenheit, die für ihre
rüßt werden. Zwischen Gießen und Fulda ist in jeder Richtung ein neuer Personenzug vor⸗ gesehen; ferner soll der nach 5 Uhr Nachmittags von hier abgehende gemischte Zug, der jetzt 15 Alsfeld endigt, in einen Personenzug umgewan⸗ delt und bis nach Fulda fortgeführt werden.
ein kurz vor 6 Uhr morgens von hier abgehen⸗ der Zug neueingelegt werden, während der 2. Zug mit günstigen Anschlüssen um 8 ¼ Uhr von hier nach Gelnhausen abgeht.
* Gießen, 2. Februar. Der von uns schon angekündigte öffentliche Vortrag des Pfarrers Naumann findet am 12. d. M. statt.
* Gießen, 2. Februar. Das Haus der Witwe Marcus Bahnhofstraße Nr. 15 ging für den Preis von 29 000 l in den Besitz des Restaurateurs Leop. Schütz (Restaurant Stein, Wetzsteingasse) über, welcher dasselbe umbauen und zeitgemäße Speise⸗ und Gesellschaftsräume darin schaffen wird.
* Gießen, 2. Februar. Als Beisitzer für das Gewerbegericht fungieren im Monat Februar für die Arbeitgeber Fabrikant Louis Emmelius, für die Arbeitnehmer der Arbeiter Karl Ockel.
Den
Gießen, 2. Februar. erst en Ball erlebten am vergangenen Samstag Abend die Schüler und Schülerinnen des Herrn Tanzlehrer Jo s. Möhl im Festsaale des„Café Leib“. Die Kontretouren und Rundtänze waren recht zufriedenstellend und stellten dem Streben des Tanzmeisters das beste Zeugnis aus. Der Saal war dicht gefüllt und nicht nur das junge Volk, sondern auch die Balleltern und einge⸗ Sie Gäste amüsierten sich bis zur frühesten
tunde.
A. Nidda, 1. Februar. Nach dem Ent⸗ wurfe des diesjährigen Sommerfahrplanes für die Oberhessischen Eisenbahnen soll der Abendzug, der bisher im Sommer nur Sonntags von hier nach Gießen verkehrte, künftig täglich befördert werden.
* Mainz, 1. Februar. ae der An⸗ regung verschiedener Körperschaften Erhebungen über die Lage des Kleingewerbes anzu⸗ stellen, um dadurch zu geeigneten Maßnahmen zur Hebung der Lage des Kleinhandels zu ge— langen, beschloß die hiesige Handelskammer, über die Ausführbarkeit dieses Unternehmens in nähere Erwägungen einzutreten, sich aber vor definitiver Beschlußfassung mit den übrigen hessischen und benachbarten Handelskammern in Verbindung zu setzen. Ferner beschloß die Kammer, das Gesuch des Vereins deutscher Immobi⸗ lienmakler an den Bundesrat, die nach§82 des Hdls.⸗Ges.⸗Entw. als Kaufleute anzusehen⸗
Studien erwünschte Muße gewährte. Hätte sie sich einmal klar gemacht, wie wenig sie eigentlich nach den Wünschen ihres Gatten fragte, dann wäre sie vielleicht dochllerschrocken. Tags über waren sie wenig zusammen; die gemeinsame Lektüre am Abende hatte sich im Sande verlaufen, jedes las, was ihm zusagte.
Man hatte den Jungen nach seinem Großvater väterlicherseits Hans Max benannt. Als zwei Jahre später ein kleines Mädchen in Reginens Wiege schrie, wollte Felix ihr eine besondere Freude damit machen, daß er für dasselbe für den Namen seiner Schwiegermutter:„Katharine“ vorschlug. Regine mußte die zarte Rücksicht anerkennen, aber innerlich bemitleidete sie das arme Wurm, das nun als spießbürgerliches Kätchen oder Trinchen seinen Weg durch das Leben machen mußte. Da fiel ihr Jensens entzückendes Buch in die Hand und von nun an rief sie die Kleine„Karin“, und zuletzt gewöhnte sich Felix, wenn auch erst brummend, ebenfalls an den fremdartigen Namen. So wuchsen die Kinder fröhlich auf; Hans Max zeigte in seinem Wesen eine wunderbare Mischung von Altklugheit und echtem Kindersinn. Karin hatte des Vaters dunkles Haar und seine schönen, tiefblauen Augen geerbt, dazu der Mutter scharfen Verstand und ihren beharrlichen Sinn. Mit Sorgfalt und Liebe geleitet, versprachen sie ein paar prächtige Menschen— exemplare abzugeben. Nach Reginens Meinung begann die Erziehung aber erst im schulpflichtigen Alter. Bis dahin waren ihr die Kinder nur ein Spielzeug. Doch als Hans Max vier Jahre zählte, zeigte es sich, daß er ein unermüdlicher Zuhörer bei Geschichtenerzählen war. Das verursachte ihr Freude. Aus Gelesenem und Erdachtem, aus Welt— geschichte und Märchen spann sie allerlei zusammen, sprach sich das Herz frei und führte den kleinen Lauscher in ihre eigenste Welt ein. Daß sie dadurch in dem unreifen Köpfchen arge Verwirrung an⸗ richtete und den festen Kinderschlaf störte, beachtete
sie nicht.
Auf der Linie Gießen-Gelnhausen wird st
(Besitzwechsel.)
—
den Immobilienmakler den Bestimmungen über die Handelsmakler zu unterstellen und von§ 35 der Gewerbeordnung auszunehmen im Interesse des Verkehrs und der Rechtssicherheit durch ent⸗ sprechende Eingaben an den Bundesrat, Reichs⸗ tag und hessisches Justizministerium zu unter⸗ ützen.
* Mainz, 1. Februar. Vor der Straf⸗ kammer des Landgerichts stand heute Zahnarzt Dr. Eugen Bernhardt unter der Anklage, durch Fahrlässigkeit den Tod seines zweijährigen Söhnchens Alfred herbeigeführt zu haben. Er hatte in seinem Atelier eine Morphium⸗
hat. Der Staatsanwalt beantragte zwei Monate Gefängnis, weil der Angeklagte in grober Weise seine Pflicht vernachlässigt und den Tod des Kindes herbeigeführt habe. Das Urteil lautete auf einen Monat Gefängnis.
* Mainz, 1. Februar. des deutschen Anwaltstags, der im Sep⸗ tember 1898 abgehalten werden soll, wurde nun⸗ mehr definitiv für Mainz beschlossen. ur Bestreitung der Kosten soll ein Fonds von 4000 Mark gesammelt werden.
Vermischtes.
— Unterofsiziers⸗ Beleidigung. Welch ein zartes Gewächs die Ehre eines Unteroffizlers bei uns zu Lande ist, das lehrte eine Verhandlung, die nach Monate langem hin und her am 26. d. M. endlich vor dem Berliner Schöffengericht zum Abschluß kam. Der Be⸗ leidigung des Unteroffiziers Willig vom 4. Garderegiment zu Fuß sollte sich der Proviantamts⸗Assistent Heuer schuldig gemacht haben. Schauplatz des Vorganges war der Zentral⸗Viehhof, wo der Schlächtermeister Elsner an die Vertreter der Berliner Regimenter die Fleischlteferungen verabfolgt. Als Aufsichtsbeamter ist der Angeklagte dort anwesend. Der Unteroffizier Willig, der die Fleischliefe⸗ rung für sein Regiment in Empfang zu nehmen hatte, hatte schon wiederholt Einwände gegen die Qualität des Fleisches geltend gemacht, die Herr Elsner als irgendwie begründet nicht anerkennen konnte. Als der Unteroffizier eines Tages wieder das Fleisch für„zu fett“ erklärte, holte Herr Elsner den Vertreter der Intendatur des Gardekorps, Wirkl. Geh. Kriegsrat Rufer, herbei und dieser erklärte das Fleisch für gar nicht zu beanstanden und gab dem Unteroffizier Willig auf, es ohne Skrupel anzunehmen. Letzterer hat nun, als er seinem Kom⸗ pagniechef von dem Vorgange Mitteilung machte, gleich⸗ zeitig die Behauptung aufgestellt, daß der Provlantamts⸗ Assistent Heuer dem Wortwechsel beigewohnt, ihn verhöhnt und gesagt habe:„Sie scheinen der schlaueste Unteroffizier der Armee zu sein!“ Der Haupt⸗ mann erblickte in dieser Aeußerung, die Herr Heuer aufs entschiedenste bestritt, eine Beleidigung des Unter⸗ offiziers, und es wurde nun der ganze Apparat eines Vorverfahrens und schließlich eines ordentlichen gericht⸗ lichen Verfahrens in Thätigkeit gesetzt. Viele Aktenbogen
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Felix wachte in der Stille mit offenen Augen über die körperliche und geistige Pflege seiner Lieb⸗ linge und stahl sich für sie manche Stunde ab. Es konnte Regine gereizt und empfindlich machen, wenn sie sah, wie viel zärtlicher die Kinder sich an den Vater schmiegten, als an sie. Dann eilte sie oft hinaus, suchte Ablenkung bei einer ihrer; einsamen Wanderungen, die ihr zur Gewohnheit geworden waren und bei denen sie ihr Alleinsein kaum noch empfand.
War sie denn aber auch wirklich allein? Ach nein, schon lange nicht mehr. Etwas gesellte sich zu ihr, wandelte mit, erfüllte ihr Herz und Sinn — eine Erinnerung, ein Schatten, ihre erste Liebe. Zuerst war der Gedanke an Lossen flüchtig vor ihr aufgetaucht und schnell hinweg gescheucht worden. Der Duft der Lilien, der Atem einer lauen Sommer⸗ nacht, der Anblick von Lottchen Rechow hatten ihn plötzlich hervorgerufen, und der nächste Eindruck verdrängte ihn wieder. Dann aber, als sie immer mehr zu ihren alten Interessen zurückkehrte, ihres Mannes Anteilnahme an deuselben immer schmerz— licher entbehrte, kam die Erinnerung häufiger. Zuerst noch mit dem alten, verletzenden Stachel der Demütigung. Später trat der Gedanke an die er— littene Enttäuschung mehr zurück; Lossens glänzende Eigenschaften strahlten heller, und Regine begann, Entschuldigungsgründe für sein Betragen zu suchen. Daß er damals bald nach ihrem Zusammensein das Kommando in Berlin dennoch angetreten hatte, wußte sie nicht. Lottchen Rechow hatte seines Namens in ihrer Gegenwart nur einmal Erwähnung gethan und dann erschrocken inne gehalten bei dem Anblick von Reginens finsterem Gesichtsausdruck; es wäre dieser auch unmöglich gewesen, über Lossen zu reden.
(Fortsetzung folgt.)
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lösung offen stehen lassen, die das Kind getrunken
Die Uebernahme
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