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Gießen, Dienstag, den 25. Februar
1896.
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landeszeikung.
Ausgabe
Gießen.
Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.
Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.
. 2.
Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
E bonnemestsbestelungen auf die. 5 „Hessische Landeszeitung“ nehmen unsere sämmtlichen Träger sowie die Expedition Kreuzplatz 4 zu jeder Zeit entgegen.
Kein anderes hiesiges oder auswärti— ges Blatt bietet annähernd die Vor— teile der„Hessischen Landeszeitung“, die der Einwohnerschaft von Gießen und Nachbarorten in
zwei Ausgaben an jedem Werktag ausgehändigt wird
Preis nur 60 Pig. monatlich
einschließlich Trägerlohn.
Lokales und Provinzielles. * Gießen, 23. Februar. Die Erfolge, welche in dem von Herrn Lehrer Backes ertheilten Sprachunterricht für Stotterer und Stammler zu verzeichnen sind, können unseres Erachtens als recht befriedigende bezeichnet werden. Es wurden im letzten Schuljahre ins— gesammt 22 Stotterer(davon 20 Knaben und 2 Mädchen) in 91 Stunden unterrichtet. 16 wurden geheilt, 6 wesentlich gebessert. Von 12 unterrichteten Stammlern(sämmtlich Knaben) wurden 9 geheilt und 3 gebessert.
* Gießen, 23. Februar. Der„Darmst. Ztg.“ wird von hier geschrieben: Nur wenige Wochen trennen uns vom Semesterschluß und an vielen Orten sind eben jetzt die Herzen in Spannung gehalten durch die Maturitätsprü⸗ fungen. Da ist es vielleicht angezeigt, auf eine Erscheinung die allgemeine Aufmerksamkeit zu lenken, die seit einigen Semestern immer stärker hervortritt, ich meine auf den sehr ungleichen Zugang, der zu den einzelnen gelehrten Be—⸗ rufen stattfindet. Unsere Landesuniversität zählt in diesem Semester 558 Studierende, von denen 422 Hessen sind. Von diesen 422 widmen sich 55 der Theologie, 144 der Jurisprudenz, 67 der Medizin, 62 der Geschichte und Philologie. Schon diese Zahlen zeigen, daß die Juristen stark überwiegen, die Theologen unverhältnismäßig abgenommen haben. Doch verschärft sich dieser Eindruck noch erheblich, wenn man die auf auswärtigen Universitäten studieren⸗ den Hessen hinzuzählt. Es sind— unberück⸗ sichtigt mußte nur Göteingen bleiben, da sein Personalbestand nicht erhältlich war, es wird das aber die Statistik kaum ändern— 7 Theo— logen, 94 Juristen, 113 Mediziner, 37 Historiker und Philologen, so daß zusammen vorhanden sind 62 Theologen, 238 Juristen, 180 Mediziner, 99 Historiker und Philologen. Die letzteren
mögen dem Bedarf entsprechen. Ob aber die Zahl von 180 Medizinern nicht einen größeren Zudrang zum medizinischen Studium bedeutet, als im Interesse der jungen Aerzte liegt, mögen Kundigere entscheiden. Thatsache ist, daß die Kassen die Stellung der Aerzte verschlechtert haben und daß jetzt auch das Land mit Aerzten ziemlich besetzt ist. Die Zahl von 238 Juristen möchte das vorhandene Bedürfnis nicht unbeträchtlich über— steigen. Es dürfte zu befürchten sein, daß sich für manche dieser 238 der Termin der Anstellung sehr hinausschieben wird. Jedenfalls wird man nur solchen zum juristischen Studium bei dieser Sachlage raten können, denen es eigenes Ver⸗ mögen erlaubt, dem ruhig zuzusehen. Würde die Zahl der Juristen sich auf dieser Höhe halten, so wäre ein starker Rückschlag zu befürchten. Es ist aber aus vielen Gründen wünschenswert, daß in den einzelnen Fächern der Zugang nicht in excessiver Weise schwankt. Zu klein ist die Zahl der Theologen, namentlich wenn man be— denkt, daß unter den vorhandenen 62 die höheren Semester relativ sehr stark, die jüngeren sehr schwach vertreten sind. Wenn in anderen Landes— kirchen die Zahl der Studenten der Theologie in ganz gleicher Weise zurückgegangen ist, so ist das sehr begreiflich, denn dort hat im letzten Jahrzehnt eine Ueberproduktion stattgefunden. Bei uns in Hessen aber liegen die Verhältnisse ganz anders. Die früher so zahlreichen Lücken sind kaum ergänzt und das Wachstum der Städte bringt stetig neue und gesteigerte An— forderungen und nötigt zur Errichtung neuer Stellen. Noch auf Jahre hinaus finden gut beanlagte und sittlich ernste junge Männer— aber freilich nur solche— im geistlichen Amt rasch Verwendung und eine ehrenvolle Stelle, in der sie ihre Kräfte in den Dienst der Menschheit stellen können. Der eingetretene Rück— gang ist um so merkwürdiger, als man zweifellos heutzutage über Kirche und Theologie viel ernster zu denken gelernt hat, als es noch vor einigen Jahrzehnten leider der Fall war.
* Gießen, 24. Febr. Das gestrige Krause⸗ Konzert im Café Leib war leidlich besucht. Der Spielzettel bot wieder vielseitige Abwechs— lung. Die Herren Christel und Hoffmann trugen ein Solo für 2 Piccoloflöten vor, während Herr Querchfeld die Hörer durch ein Violin— solo erfreute und reichen Beifall dafür erntete. Auch das von den Herren Schwarz und Dorn— heim auf 2 Trompeten zum Vortrag gebrachte „Zwei Seelen und ein Gedanke“ von Kohut wurde lebhaft applaudiert. Das Konzert war erst nach /12 Uhr nachts zu Ende.
* Gießen, 24. Febr. Die zahlreich besuchte Gläubigerversammlung des verstorbenen Bauunternehmers Seuling lehnte den Antrag, einen Massenverwalter und einen Gläu⸗ bigerausschuß zu ernennen, denen die Befug⸗ nisse und Rechte über die Masse einzuräumen wären, wie dies im Falle eines Konkurses der Fall ist, ab und beschloß, den Konkurs bei Gericht anzumelden.
* Gießen, 24. Februar. Nachdem sich die Verhandlungen mit dem Malermeister Nau—
heimer zwecks Erbauung der Synagoge an der Lonystraße für die Israelitische Religionsgemeinde zerschlagen, wird dieser Bau nunmehr an anderer Stelle errichtet werden. Der Gemeinde ist nämlich in den letzten Tagen die Summe von 40 000 Mark zum Geschenk angeboten unter der Bedingung, dafür ein Gottes— haus zu errichten. Man beabsichtigt jetzt einen wirklichen Monumentalbau zu erbauen.
Gießen, 24. Febr. Der Freisinnige Verein hält am 10. März eine Versamm⸗ lung ab, in welcher der Rechtsanwalt Meißner— Frankfurt sprechen wird.
* Gießen, 24. Februar. Das Referat über das gestern im großen Saale des Gesellschafts— vereins stattgefundene Fünfte Concert des hiesigen Concert-Vereins finden unsere Leser in dem Hauptblatte der Hessischen Landeszeitung.
D. Z. Bad⸗Nauheim, 21. Febr. Gestern wurde die hiesige Gemeindejagd zum zweiten Male der öffentlichen Versteigerung ausgesetzt und von dem bisherigen Pächter Rentner Gräff in Frankfurt a. M. zu 2860 Mk. erstanden. Der bisherige Erlös war 2700 Mk.— Das zweite Feldlos wurde schon im vorigen Jahre zu 1200 Mk.(früher 700 Mk.) an Herrn Rent⸗ ner Fr. Koch hier versteigert. Der Gesammt⸗ erlös ist danach 4060 Mk.
W. Darmstadt, 23. Februar. Die gesetzliche Regelung der Verhältnisse der Polizei in den Städten wird siche—
rem Vernehmen nach den nächsten Landtag be— schäftigen. Diese Gesetzesvorlage wird den be— rechtigten Wünschen der Verwaltung der Stadt Gießen nachkommen, welche bisher eine Zurück⸗ setzung auf diesem Gebiet vor ihren Schwester— städten Mainz, Offenbach und Worms erfuhr.
* Groß⸗Umstadt, 22. Febr. Die Leiche des am letzten Dienstag zu Michelstadt verstor— benen Herrn Oberamtsrichters Rühl wurde auf Wunsch des Entschlafenen auf dem hiesigen Friedhofe beigesetzt. Die Betheiligung an dem Leichenbegängnisse war überaus stark. Nach der Grabrede des Ortsgeistlichen, Herrn Pfarrer Kleeberger, legte Herr Amtsrichter Jonas aus Michelstadt im Namen des Amtsgerichtspersonals in Michelstadt unter einem eh enden Nachrufe einen prächtigen Kranz am Grabe nieder.
Klein⸗Krotzenburg, 22. Febr. Neuer⸗ dings wurden in unserer Umgegend wiederholt falsche Münzen, namentlich Einmarkstücke, auch Thaler, entdeckt. Die Falschstücke sind meist aus Blei hergestellt, lassen sich biegen und schneiden und sind darum auch unschwer kenntlich. — Auch in Offenbach wurden in letzter Zeit vielfach falsche Münzen beobachtet.
Mainz, 23. Februar. Verdiente Au⸗ erkennung. Wie erinnerlich, hat sich bei der Aufräumung des eingestürzten Berléschen Hauses an der Feldbergstraße der städtische Feuerwehr— wehrmann Rösch, wie auch schon bei früheren Fällen der Not und Gefahr, durch Mut und Ausdauer besonders ausgezeichnet. In Aner- kennung dieses braven Verhaltens bewilligten die Stadtverordneten in der letzten geheimen Sitzung dem wackeren Manne ein Ehrengeschenk von 100 Mark. Es soll damit öffentlich be—
kundet werden, daß auch künftig bei ähnlichem Anlaß die verdiente Anerkennung nicht aus⸗ bleiben soll.
* Mainz, 23. Februar. Bei Zug Nr. 45 der Binger Strecke ist ein Schaffner der linksrheinischen Staatsbahn zwischen den Statio⸗ nen Budenheim und Heidesheim während der Fahrt vom Trittbrett abgestürzt. Der Unfall wurde bemerkt, der Zug zum Stehen gebracht und der Verletzte aufgenommen.— Ein Fabrikdirektor aus Kostheim hat letztes Jahr einen dortigen Tüncher, der bei einem Treibjagen in jener Gemarkung als Treiber thätig war, so angeschossen, daß der Mann auf seinem Geschäfte nur noch ganz beschränkt arbeitsfähig ist. Es wurden ihm nun im Wege des Ver⸗ gleichs Mk. 7920 Entschädigung zugebilligt. 51 ein theuerer Schuß für den Fabrik⸗ irektor.
Vermischtes.
— Rettung brennender Menschen. Die Rettung brennender Menschen erfordert große Geistesgegenwart, um das richtige Verfahren zur raschen Hilfe zu wählen. Man laufe, wie R. Kreuz warnt, nicht etwa fort, um Wasser zu holen, wie dies häufig geschieht, sondern ergreife die erste beste Decke oder ziehe rasch den eigenen Rock aus, umwickle damit die brennende Person und drücke sie auf den Boden nieder und rolle sie dann so lange, bis die Flammen erstickt sind. In der Not, wenn jegliche Decke oder dergleichen fehlt, werfe man sich selbst auf die brennende Person und rolle mit ihr so lange auf dem Fuß⸗ boden umher, bis die Flammen erstickt sind. Nun erst hole man Wasser herbei und übergieße den Verletzten gründlich damit vom Kopf bis zu Fuß, denn die heißen verkohlten Kleider würden noch weiter ins Fleisch hineinbrennen. Man schicke sofort zum Arzt und versuche mit größter Vorsicht die Kleider mit einer scharfen Schere herunterzuschneiden. Bei Durst gebe man nur warme Getränke, weil nach ausgedehnten Ver⸗ brennungen die Körpertemperatur beträchtlich sinkt. Zur Selbstrettung soll ein in Brand ge⸗ ratener Mensch sich sofort auf den Boden werfen und wälzen, auch gleichzeitig durch Zusa mmen⸗ drücken der Kleider die Flammen zu erfsticken suchen. Namentlich Frauen sollen diesen Rat befolgen. Die Flammen schlagen naturgemäß nach oben und verletzen meist die edelsten Teile, darum also sofort nieder mit einer brennenden Person. Viele Verbrennungen könnten durch Vorsicht beim Umgang mit Gas, Petroleum, Spiritus, Benzin u. s. w. vermieden werden. Die leider noch immer verbreitete Unsitte, in der Küche mit Petroleum das Feuer anzuzünden oder gar Petroleum ins Feuer zu gießen, hat schon so manchem das Leben gekostet.
— Zweideutig. Dienstmädchen(vor dem Abendessen):„Madam läßt bitten, es ist an⸗ gerichtet!“
Herr(für sich):„Was wird die heute wieder angerichtet haben!“
— Anerkennung. Virtuosin(die eine Fuge von Sebastian Bach vorgetragen):„Nun, wie
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Die Sphinxe des Diocletian. Novellette von Fritz Eckartstein. (Nachdruck verboten)
Wer Spalato gesehen, diese herrliche Trümmer— stadt des alten römischen Kaisers, der Ruhe und Frieden an den Ufern der Dalmatinischen Küste suchte und, wie die Historie behauptet, auch faud,— der weiß auch, daß heute noch vor dem Tempelein— gang im alten Palast eine mächtige Sphinx aus schwarzem Granit thront und getreue Wache hält — vielleicht weiß er auch, daß die Zwillings— schwester dieser Sphinx eines Tages ihren Kopf ver⸗ lor(ein paar Jahrhunderte kommen ja bei diesem Ereignis nicht in Betracht), und da es selbst für eine Sphinx gefährlich ist, so lange sie ein Amt bekleidet, den Kopf zu verlieren, schaffte man den steinernen Leib der rätselhaften Jungfrau in das Museum der antiken Stadt, während das Haupt derselben lange, lange Jahre, vielleicht auch Jahr— hunderte verschwunden blieb, bis es sich eines mo— dernen Tages wiederfand— in der Behausung eines Spalatonesen, der allen Bitten, Drohungen, Anerbietungen der Regierung und auch Privat- mäcenaten widerstand, und heute noch das schwarze Riesenhaupt pietätvoll in seinen Mauern aufbewahrt.
Wie gesagt, dies alles mögen hunderte mit mir wissen, aber was sie sicher nicht wissen, ist eine Sage, die sich au das Zwillingspaar der Sphinxe dem wir diese Erinnerung ablauschten, war schon vor dreißig Jahren über hundert Jahre alt und sein Dialekt⸗
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Idiom wird wenigen verständlich gewesen sein— ich habe auch nur die Grundtöne erhascht, die vollern Gedankenakkorde griff ich erst auf der Leier meiner Phantasie: Lizenza poetica.
Granitschwarz sind die beiden Tempelhüterinnen des Diocletiantempels, nur die rechts gelagerte hatte einen silberweißen, kleinen, zirkelrunden Fleck auf der Oberlippe,— und so glich sich auch im Leben das Schwesterpaar Herot und Alcador,— zwei Nubierinnen im Haushalt des Römerkaisers,— Linie um Linie, Haar um Haar, nur Alcador trug auf der purpurroten Oberlippe einen silberweißen, kleinen, zirkelrunden Fleck, während die granit— schwarze Schönheit ihrer Schwester Herot fehlerlos die Bewunderung der Männerwelt hervorrief.
Der römische Bildhauer Mercutio, der Güust— liug des Kaisers, aber liebte Herot, die milde, die süße Herot, sein scharfes Künstlerauge sah noch einen weitern Unterschied zwischen den scheinbar so ähnlichen Schönheiten; in den Augen Herots wieder— schien des Mondes saufter Glanz, während aus Alcadors Augen magischer Sonnengluten-Brand strahlte.
Früh verweist liebten die beiden Schwestern sich mit der ganzen Liebe verlassener Kinder, die fern von der Heimat in Sklavenbanden herauwachsen. Von dem Tage an, wo der stolze Römer Mercutio sie aber zu Modellen für des Tempels Sphinx— wächterinnen begehrte, senkte Alcador ihr schönes trotziges Haupt— mit glühender Leidenschaft liebte
sie den schönen Römer, doch er hatte nur Blicke,
Liebkosungen, zärtliche Worte für die keufche scheue Herot, während die dämonische Glut der Zwillings— schwester ihn eher abstieß als anzog.
Vergebens schmückte sie seine Werkstätte mit Blumen und Früchten, umsonst suchte sie am Strand alle jene„Seefrüchte“, die seinem Gaumen mundeten, sie webte vergebens die seidenen Gespinste für sein Haupt, er schmückte nur seinen Liebling damit, sie diente ihm wie eine Magd, er aber liebte sie nicht und betete ihre stille Schwester an, wie eine Göttin.
Fast ein Jahr lang trug sie so die Qualen verschmähter Liebe und wilde Eifersucht raubte ihr jedes zärtliche Gefühl für ihre Schwester. Fast ein Jahr laug stellte auch sie das Modell des Künstlers dar, laut auf schrie sie vor Wonne und Qual, als sie auf der Oberlippe der Granitsphinx das silber— weiße Fleckchen gewährte, dies böse Zeichen der Tanitgöttin, die bei der Geburt jene Mädchen mit diesem Kußfluch auserwählt, die ihrem wilden Dienst geweiht sind. Hinter einen Marmorblock gekauert, hörte sie, wie der geliebte Mann zu ihrer Schwester sprach:„Tadele mich nicht, schlanke Pinie, daß ich nicht meine Liebe zwischen Dir und ihr zu teilen vermag.— Wohl habe ich von des Kaisers Guade auch ihre Freiheit erbeten, denn sie ist Deine Schwester und das Weib des Mercutio darf keiner Sklavin Zwilling sein— aber nie werde ich frei— willig die von Tanit verfluchte Lippe im Kuß be— rühren, schilt mich einen Römer, der abergläubisch ist,— der größte Schimpf für einen Sohn Romas — doch in Alcadors Augen lese ich mein Ver⸗
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derben— mich schauderts vor ihren grausamen Lippen!“
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In der weißen Marmorvilla des Mercutio schaltete nun die liebliche Herot als Herrin— seine Freunde vermochten oft nicht die eine von der andern zu unterscheiden, die lebenden sowohl wie die Granitschwestern nur der weiße Fleck hier und dort zeigte zu Alcadors Leid noch immer den furchtbaren Unterschied.— Sonst schien sie ihre Liebesqual überwunden zu haben, sie war heiter und fröhlich, diente dem Paar in treuer Hingebung, so daß Mercutio sichtlich und freundlicher gegen sie wurde, und mehr Bedauern als Antipathie für sie hatte.
Eines Abends, als er am Strand umher irrte, traf er plötzlich auf eine alte Aegypterin, die zwi⸗ schen den Klippen ihr verrufenes Nest gebaut hatte. Die jungen Leute verachteten sie, aber sie kauften heimlich von ihr Amulette und Liebestränke, Heil⸗ salben und Kräuterbalsam. Mereutio war erschrocken, denn er glaubte im ersten Augenblick, die Beglei⸗ terin dieser Dämouin sei sein eignes Weib. Im Silbermondlicht glänzte ihre Matronentoga durch Raffung seitwärts von der Toga des unverheirateten Mädchens unterschieden— das war der Goldreif den er ihr selbst auf den Schleier gedrückt, das war die weiße Sandale Herots, ihre Haltung, ihr Gang. Er rief ihren Namen.
(Schluß folgt.)


