Gießen, Sonntag, den 23. Februar
1896.
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139,500 Mk. einstimmig bewilligt.
wurde die Regierungsvorlage angenommen.
Ausgabe
Gießen.
che Landeszeitung.
Redaktion: A Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. D Expedition: Kreuzplatz Nr. 4. 2 Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile. 24 Kreuzplatz Nr. 4. ———
Hessischer Landtag.
Zweite Kammer. Darmstadt, 21. Februar.
Staatsminister Finger beantwortet heute in der zweiten Kammer die Interpellation Möllinger's über die
Auslegung des neuen Wil dschadengesetzes dahin, daß die Regierung gegen die Uebernahme des Wild— schadens durch die Gemeinden nichts einzuwenden habe.
Für die Erweiterung des elektrotechnischen Instituts der Technischen Hochschule wurden ohne Debatte Eine weitere For⸗ derung von 240,000 Mk. für Geländeerwerb zur späteren
Erweiterung der Hochschulbauten stieß auf den Widerstand des Ausschußmitgliedes Dr. Schröder, der
diese Vorlage für verfrüht bezeichnete. Geh. Staatsrath
von Knorr und Staatsminister Finger befürworteten die Forderung, die enorm gestiegene Frequenz zwinge in Kürze zu Erweiterungsbauten. wirkungsvoll im Interesse des blühenden Instituts für
Friedrich sprach sehr
die Bewilligung der geforderten Mittel, gab aber anheim, mit der Stadt Darmstadt dieserhalb ins Benehmen zu Dies erklärte Wolfskehl für unthunlich. Friedrich beantragte alsdann Bewilligung der For⸗ derung unter der Bedingung, daß Darmstadt die Hälfte zuschieße. Die Verhandlung nahm mehrere Stunden in Anspruch. Bergsträßer, Metz(Darmstadt), Metz (Gießen) und Jöst sprachen sich für, Bähr und Schönberger gegen die Bewilligung aus. Schließlich Darauf wurde die diesmalige Session geschlossen.
Lokales und Provinzielles.
g. Gießen, 22. Febr. Nach dem Ver— waltungsbericht der Großh. Bürgermeisterei wurden im Jahre 1894/05 25 Sta dt ver⸗ ordneten⸗Sitzungen abgehalten, die durch—
schnittlich von 13 Stadtverordneten besucht waren. Ferner wird festgestellt, daß zwei Herrn 24,
einer aber, dem das Wohl der Stadt ganz be⸗ sonders am Herzen zu liegen scheint, nur in 8 Sitzungen anwesend war. Wer mag dieser fleißige Besucher denn sein?
Gießen, 20. Febr. Durch eine Ent⸗ scheidung über unreelle Ausverkäufe hat das Reichsgericht ausdrücklich festgestellt, daß Bezeichnungen, wie„Ausverkauf wegen Geschäfts⸗ aufgabe oder„wegen Wohnungsveränderung“
oder zu„herabgesetzten Shleuderpreisen“ straffällige Anpreisungen im Handels⸗ geschäft sind, wenn
beruhen.
sie nicht auf Wahrheit * Gießen, 22. Februar. Die Sonntags-
J ruhe in den Bureaus der Rechtsanwälte
in der Provinz Oberhessen rückt ihrer Verwirk⸗ lichung näher. Hier in Gießen haben bis auf zwei sich die Anwälte schriftlich verpflichtet, Sonntags keine Klienten mehr zu empfangen, es sei denn in dringenden oder wichtigen Fällen, dem Personal aber volle Sonntags- ruhe zu gewähren. Der eine von den beiden sich vorerst ablehnend verhaltenden Anwälten hat bereits jetzt für seine Person volle Sonntagsruhe
eingeführt, wollte sich aber für seine Person in der Freiheit, an Sonutagen Klienten zu em⸗ pfangen oder nicht, keiner Beschränkung unter⸗ werfen. Wir erfahren aber heute, daß sich dieser
Herr bereit erklärt hat, der Abmachung seiner
übrigen Kollegen nicht entgegen sein zu wollen,
für den Fall eine Einigkeit unter allen Rechts⸗ anwälten Oberhessens erzielt würde. Mit diesem
Vorbehalt will auch er sich verpflichten, Sonntags
keine Klienten zu empfangen.. Gießen, 22. Februar. Das diesjährige Ersatzgeschäft beginnt in Gießen am Mitt⸗
1 woch, den 11. März, Vormittags 8 Uhr in der
Restauration„Zum Lahnstein“. An diesem ersten Tage kommen zur Musterung die Gestellungs— pflichtigen von Allendorf a. d. Lahn, Allendorf a. d. Lda., Alten Buseck, Annerod, Bersrod mit Winnerod, Beuern, Burkhardsfelden, Daubringen,
Großen⸗Buseck, Hattenrod und Mainzlar. Am
mächsten Tage den 12. März folgen dann die Stellungspflichtigen der beiden ältesten Jahr⸗ gänge(1894 und 1895) der Stadt Gießen und der Gemeinde Großen⸗Linden. Freitag, den
13. März, stellen sich die Militärpflichtigen des
jüngsten Jahrgangs(1896) der Stadt Gießen und derjenigen der Gemeinden Heuchelheim und Klein⸗Linden. Am Samstag, den 14. März, 1 55 die Gestellungspflichtigen der Gemeinden Lollar, Oppenrod, Reiskirchen, Rödgen, Rutters⸗ gausen, Staufenberg, Treis a. d. Lda, Trohe And Wieseck.
Gießen, 22. Februar. Der Schwan'sche
Tierpark auf der Pulvermühle lichtet sich
mmer mehr und mehr, aber noch ist die Samm— zung seltener Tierexemplare so groß, daß jeder Tierfreund einige angenehme Stunden verlebt,
wenn er der Sammlung an den jetzt schönen Nachmittagen einen Besuch macht.
* Gießen, 22. Februar. Heute Mittag um
12% Uhr rückte das 2. Bataillon mit klingendem Spiel in die Stadt ein. Die Mannschaft hatte seit 7 Uhr früh Felddienst geübt. * Gießen, 22. Febr.(Berichtigung.) In unserer gestrigen Notiz über die Zunahme der Wirtschaften in Gießen hat sich ein Satzfehler eingeschlichen. Es muß heißen: „Obenan steht Gießen, wo sich in 15 Jahren die Gastwirtschaften um 63,6% und die Schauk⸗ wirtschaften um 35,1% vermehrt haben.“ Der nächstfolgende Satz:„Das heißt: die Zahl der Wirtschaften hat sich in Gießen in der angegebenen Zeit(1870-1893) verdoppelt“, hat unsere verehrl. Leser wohl schon entdecken lassen, daß sich ein Fehler bei der Prozentangabe einge— schlichen haben mußte.“
* Gießen, 22. Febr. Posteinzahlungen bei der Reichsbank. Es ist beabstchtigt, die Einrichtung zu treffen, daß in Zukunft von solchen Geschäften, die häufiger Postanweisungen in größeren Beträgen versenden, die Einzahlungen bei der Reichsbank auf Girokonto der Post erfolgen können. Für diejenigen Firmen, die Girokonto bei der Reichsbank haben, ist damit eine große Bequemlichkeit verbunden.
* Vom Vogelsberg, 21. Februar. Statt dem von den Landwirten erwarteten Steigen der Schweinepreise ist ein weiteres Sinken derselben eingetreten. Man bezahlt gegenwärtig für das Pfund Lebendgewicht nur 30 und 31 Pfennig, statt 33 und 34 Pfennig um Weihnachten. Bei einigermaßen gutem Aus⸗ schlachten eines Schweines stellt sich das Pfund Fleisch im Einkauf auf höchstens 37—39 Pfennig.
D. Z. Bad Nauheim, 21. Februar. Die städtische Verwaltung hat für das Jahr 1896 den praktischen Arzt Dr. Langebartels zum dirigierenden Arzt des Kurhospitals bestellt. Für das nächste Jahr, in welchem der geplante Neubau in Betrieb genommen wird, wird weitere Beschlußfassung vorbehalten. Für das neuerbaute städtische Krankenhaus sollen vor— läufig 12 Zimmereinrichtungen beschafft werden.
* Friedberg, 21. Febr. In Fauerbach wurde der älteste Einwohner begraben. Er erreichte ein Alter von 93 Jahren. In Friedberg einen Tag vorher ein im 91. Lebensjahre stehender beerdigt.
D. Z. Nieder⸗Mock stadt, 21. Febr. Ein in Ober-Florstadt dienender Knecht ver⸗ unglückte hier beim Steinfahren. Er führte die Pferde am sehr abschüssigen Weg aus dem Steinbruch an den Zügeln, rutschte auf dem glatten Wege aus und fiel mit dem Kopf hinter die Pferde, die weiter gingen. Das Vorderrad ging ihm über den Kopf, das Hinterrad über die Brust, so daß der Tod sofort eintrat.
Darmstadt, 20. Februar. Im Oberpost⸗ direktionsbezirke Darmstadt gingen im Januar 1896 an Wechselstempelsteuer 13895,20 Mark ein. Einschließlich der Vormonate(ab 1. April 1895) betrug die Einnahme 129,198,40 Mark oder 553,80 Mk. mehr als im ent⸗ sprechenden Zeitraume von 1894—95.
* Darmstadt, 22. Febr. Von einem Arzte, der Beziehungen zur hessischen Fabrik- inspektion hat und auch die„Bedeutung der Frauenfrage“ in vollem Unfang würdigt, er⸗ hält die„D. Z.“ folgende Zuschrift: Die eingehenden Verhandlungen in der Zweiten Kammer über die Anstellung von weiblichen Fabrikin⸗ spektoren verdienen alle Beachtung und werden sicher über die Grenzen des Landes hinaus mit Interesse verfolgt werden. Wenn auch die maß⸗ gebenden Faktoren weder über das Prinzip noch über dessen Durchführung zur Einigung gelangten, so wurde doch allgemein zugegeben, daß die Frauen dem männlichen Fabrikinspektor gegen⸗ über in für sie recht wichtigen Angelegenheiten äußerste Zurückhaltung zeigen, und daß der männ⸗ liche Techniker Schädlichkeiten, welche der Fabrik— betrieb auf den Organismus der Frau äußere, nicht würdigen könne. Folgerichtig hat der Abg. Ulrich als die geeignetste Persönlichkeit für die künftige Fabrikinspektorin eine Aerztin vor⸗ geschlagen. Doch wäre die notwendige Ergänz⸗ ung der Fabrikinspektion auch dadurch herbei⸗ zuführen, daß neben den Technikern ein Arzt als Inspektor angestellt würde. Man mag über die Frage des Studiums der Medizin durch Frauen denken, wie man will, jedenfalls ist der fadenscheinigste Grund dafür der, daß die Frauen in delikaten Dingen dem männlichen Arzte nicht das gleiche Vertrauen und die gleiche Offenheit
entgegenbrächten. Der Arzt als Fabrikinspektor
wird sich das volle Vertrauen der Arbeiterinnen in demselben Grade erwerben und die spezifischen Schädlichkeiten des Betriebs in gleicher Weise beurteilen können, wie die medizinisch gebildete Fabrikinspoktorin. Die Thätigkeit des Arztes aber wird denjenigen Betrieben, in welchen aus— schließlich oder vorwiegend männliche Arbeiter beschäftigt sind, in viel höherem Maße zu gute kommen, als dies bei einer Aerztin je der Fall sein könnte. Die zwei Seiten der Fabrikin— spektion, die technische und die hygieinische, ver— langen naturgemäß das dauernde Zusammen⸗ arbeiten des Technikers und des Arztes: einer allein kann beide Arbeitsgebiete nicht beherrschen. Die nächstliegende Ergänzung der Fabrik⸗ inspektion besteht also darin, daß in ihr ein Arzt als selbständiger Beamter, der ausschließlich zu diesem Zweck ernannt ist, Verwendung findet. Die Kreisärzte können sich in dem notwendigen Umfang dieser Aufgabe nicht widmen, denn in den industriellen Bezirken des Landes ist ihre Thätigkeit durch ihre sonstigen Berufsgeschäfte vollauf in Anspruch genommen, abgesehen davon, daß eine einheitliche Behandlung notwendig ist. Dem richtigen Gedanken, welcher dem Verlangen nach Fabrikinspektion durch die Frau zu Grunde liegt, wird durch die Anstellung eines Arztes als Inspektor Genüge geleistet und gleichzeitig werden andere ebenso wichtige Forderungen erfüllt.
* Darmstadt, 20. Februar. Der neue Gesetzentwurf betreffend die Aufbringung der zur Bestreitung außerordentlicher Bedürfnisse des Staates erforderlichen Geldmittel lautet in seinen beiden Hauptartikeln wie folgt: Ar- tikel 1: Die Staatsregierung wird ermächtigt, die Mittel zur Deckung der Summe von 1020 300 Mark, welche gemäß der mit Unsren getreuen Ständen getroffenen Vereinbarung zur Bestreitung außerordentlicher Bedürfnisse des Staates aufgewendet werden kann, im Wege des Staatskredits flüssig zu machen und zu diesem Zweck in demjenigen Nominglbeitrage, welcher zur Beschaffung der angegebenen Summe er⸗ forderlich sein wird, eine nach den Bestimmungen des Gesetzes vom 22. März 1879, die Organi— sation der Verwaltung der Staatsschuld betreffend (Regierungsblatt 1 Nr. 7), von der Großherzog⸗ lichen Staatsschuldenkommission zu verwaltende, zu höchstens 3½ Prozent verzinsliche Anleihe in solchen Zeitabschnitten, wie deren Verwendung erforderlich werden wird, aufzunehmen. Ar⸗ tikel 2: Die Tilgung des nach Artikel 1 auf⸗ zunehmenden Schuldkapitals soll in der Weise erfolgen, daß die jeweilig durch den Hauptvor— anschlag der Staatseinnahmen und Ausgaben dazu bestimmt werdenden Mittel zum Ankauf einer entsprechenden Anzahl von Schuldverschrei— bungen verwendet werden.— Dem Staat soll das Recht vorbehalten bleiben, die ausgegebenen Schuldverschreibungen auch zur Einlösung mittelst Barzahlung des Kapitalbetrags zu kündigen. Den Inhabern der Schuldverschreibungen soll ein Kündigungsrecht nicht zustehen.
* Darmstadt, 21. Febr. Hier fand von seiten der Polizei eine umfangreiche Revision des Brotgewichts bei hiesigen Bäckern und Brothändlern statt und sollen hierbei 500 Leibe Brot wegen Mindergewichts beschlag⸗ nahmt worden sein.— Einem Bäckermeister in Bessungen sind durch einen Brotfahrer etwa 40 Mark Kundengelder unterschlagen worden. Der ungetreue Bursche ist von der Polizei festgenommen.
Mainz, 20. Febr. Durch das Falliment eines Restaurauteurs sind wieder, wie dies bei solchen Fällen leider immer der Fall ist, eine Anzahl hiesiger Geschäftsleute arg in Mit⸗ leidenschaft gezogen worden. So verlieren hier z. B. ein Kalbsmetzger 1800 Mk., ein Ochsenmetzger 1100 Mk. und ein Schweine— metzger 800 M.
* Mainz, 20. Februar. Letzte Nacht gegen 1 Uhr brach in dem Hause Brückenweg Nr. 2, den Erben Katharina Steiger gehörig, im Dach⸗ geschoß Feuer aus. Es ertöuten die Brand⸗ glocken und rasch eilten die städtische und die militärische Feuerwehr herbei. Bei der ziemlich freistehenden Lage des Hauses, dem Güterbahn⸗ hofe gegenüber, war dem Brande gut beizu⸗ kommen, er wurde energisch angegriffen und war um 2½ Uhr in der Hauptsache bewältigt. In dem Dachgeschoß; das dem Feuer zum Opfer fiel, wohnen zwei Familien mit neun Kindern.
* Mainz, 20. Febr. Der Bischof Dr. Haffner wendet sich in einem Hirten— brief gegen die Eheschließungen ge⸗
mischter Religion. Ferner heißt es darin: Die Schule sei der Kirche zu unterstellen,
gegen die Gefahren der Zeit könnte nur die Er⸗ neuerung des christlichen Familiensinns helfen. Alzey, 21. Febr. Während anderwärts die Städte die nächstgelegenen Landorte einzu- gemeinden suchen, wird hier das Gegenteil, nämlich die Abtrennung von Schafhausen aus dem Gemeindebezirk Alzey, erstrebt. Zu dem Zweck waren auf Veranlassung des Ministeriums dieser Tage die Ortsbürger von Schafhausen versammelt und sprachen sich für eine Ab— trennung von Alzey aus, wenn die Gemarkung, sowie Schulden und Vermögen gerecht geteilt würden. g Aus dem Großberzogtum Hessen wird der„Frkf. Ztg.“ geschrieben: Die Durch⸗ führung der Unfallversicherung der land⸗ und forstwirtschaftlichen Arbeiter auf Grund des hessischen Ausführungsgesetzes vom 4. April 1888 ergab nach den bisherigen Er— fahrungen eine abnorm hohe Aufwendung an Verwaltungskosten. Letztere betragen im Jahre 1894 16,7 Prozent der gesamten Be⸗ dürfnisse. Dies ungünstige Verhältnis wird hauptsächlich durch die Bestimmung des Reichs⸗ gesetzes vom 5. Mai 1886 veranlaßt, wonach Träger der Versicherung die Betriebsunternehmer, nicht die Grundeigentümer sind, was große An⸗ forderungen für Umlagekataster und Heberollen erfordert. Die erste Aufstellung der Umlage⸗ kataster veranlaßte seinerzeit einen Aufwand von ca. 30,000 Mk, für die Berichtigungen und Fortführung entstehen jährlich 10—12,000 Mark. Kosteu. In der von der Reichsregierung ent⸗ worfenen Novelle zu den Unfallversicherungsge⸗ setzen ist bekanntlich die Beseitigung der Not⸗ wendigkeit der Aufstellung besonderer Umlage⸗ kosten vorgesehen. Die Unfallentschädigungen be⸗ tragen bereits 47,5 Prozent sämtlicher Kosten und wachsen durch Hinzutreten neuer Renten⸗ empfänger, vorausgesetzt, daß nicht später die Bestimmung geändert wird, wonach die Versiche⸗ rung auch alle Unternehmer land- und forstwirt⸗ schaftlicher Betriebe umfaßt. In den Kreisen der landwirtschaftlichen Bevölkerung wird eine gerechtere Verteilung der Lasten erstrebt und richtet sich ein Antrag mehrerer Abgeordneten auf eine Untersuchung der Verhältnisse der Be⸗ rufsgenossenschaft und demnächstiger Aenderung der Gesetzgebung. An Stelle der Umlegung der Beiträge nach Maßgabe der Grundsteuer sollte — wie in Baden— die Erhebung nach dem Maße der in den Betrieben durchschnittlich erforderten menschlichen Arbeit, unter Berückfichtigung der Unfallgefahr, erfolgen. Eine Ausgleichung des dermalen bestehenden Mißverhältnisses zwischen den einzelnen Provinzen würde sich unter Bei⸗ behaltung des bestehenden Umlagegesetzes einiger⸗ maßen durch Einteilung der Berufsgeuossenschaft in Sektionen herbeiführen lassen.
Neueste Telegramme.
Hd. Wien, 22. Febr. Die gestern Abend stattgefundenen zahlreich besuchten 15 Arbeiter⸗ Versammlungen verliefen ohne Zwischenfall. In allen Versammlungen wurden gegen Badenis Wahlreform gerichtete Resolutionen angenommen.
Hd. Paris, 22. Febr. Das Blatt„France“,
welches infolge der letzten Prozesse wegen Ver⸗ öffentlichung der falschen Liste der 104 Pana⸗ misten allmählich in Verfall geriet, ist von dem Pariser Handelsgericht in Fallissement er⸗ klärt worden. Hd. Paris, 22. Febr. Die Blätter stellen fest, daß der Regierungskonflikt nach der gestrigen Sitzung des Senats als beigelegt zu betrachten ist. Die radikalen Blätter führen aus, die Frage der Verfassungsrevision sei nach wie vor eine offene. Der Senat ist entschlosse n, auf dem Gebiete der Gesetzgebung energisch gegen die Regierung Front zu machen.
Hd. Paris, 22. Febr. Falls der Exminister Baihaut aus der Haft entlassen wird, ver⸗ läßt er Frankreich sofort. Er hat bereits eine Stellung als Ingenieur in einem Kolonial-Unter⸗ nehmen gefunden.
Hd. Chalons, 22. Febr. Der Minister⸗ präsident Bourgeois wird, wie man ankündigt, 1 hierselbst eine große politische Rede halten.
Hd. Brüssel, 22. Febr. Wie die Corre⸗ spondence Russe meldet, steht anläßlich der Zaren⸗Krönung der Rücktritt des russischen Kriegsministers und dessen Erhebung in den Grafenstand bevor. General Kuropatkin und der frühere Generalstabschef Skobeleffs sind als Nachfolger ausersehen.
Hd. Athen, 22. Febr. Die Nachrichten aus


