Gießen, Sonntag, den 5. Juli
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Ausgabe
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Gießen.
Redaktion: Kreuzplatz Nr. 4.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen.
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Expedition: Kreuzplatz Nr. 4.
en Die Verlegung des Vieh— u lezen Sh marktes.
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len bg Gießen, 4. Juli. Dit V.(Schluß.
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Wir glauben, in den vorangegangenen Artikeln che Opfer in. nachgewiesen zu haben, daß die Gründe, die die ö lun Freunde der Verlegung ins Gefecht führten, teils 10 0 nicht ungen teils sogar völlig unbewiesen sind; liserter Au wir glauben ferner nachgewiesen zu haben— t in allen 200 sopweit ein Laie das in technischen Fragen zu thun ist ib bermag—, daß es einen Weg giebt, auf dem er Wahlla die Bürgerschaft der inneren Stadt zu ihrem
füt. Ju Recht und gleichzeitig der Viehmarkt zu seiner belegen, Erweiterung kommt. Es bedarf nur des aer Willens, um diesen Weg zu beschreiten. lgiens h. M Um auch die Reversseite der Medaille aus— Jwel aan, zustanzen, wäre es nunmehr unsere Pflicht, uns berigen na 0 im Einzelnen über die wirtschaftlichen en lt fi, Schädigungen zu verbreiten, die eine Ver⸗ n. Die neue legung des Viehmarktes an den Seltersberg zu— bestatigen vörderst für die Geschäftswelt der inneren Stadt, in Zaban danach für das ganze geschäftliche Treiben in asserhosen be Gießen notwendig im Gefolge haben würde. gefordert hahe Wir denken indessen der Verpflichtung überhoben umme zu sein, nachdem gerade dieser Punkt im Privat⸗ e 1 espräch wie in der Protestversammlung so aus⸗ andesztg⸗ 1 rlich und schlagend erörtert worden ist, daß Nahm. 3) sich kaum etwas Neues sagen, vielmehr das schon tee des in Gesagte höchstens in neuer Gruppierung wieder⸗ 19 11% olen ließe. Zum Letzten halten wir solche lbst stattfinh, d volte schon um des willen für überflüssig,
rchisten. weil die volle Wahrheit derselben von den Freunden 0 ließen. der Verlegung im Ernste nicht einmal geleugnet
boden ist. ale ö Anstatt dessen will es uns notwendiger und
rsprießlicher erscheinen, mit einigen Worten an ——— die Bürgermeisterei heranzutreten. Es
kommt bei uns glücklicherweise selten vor, daß ee ein Projekt allgemeiner Natur, das von Ober- 1 he und große Bedeutung als Verwaltungsbeamter gern und willig anerkannt und die Vaterstadt
bürger meister Gnauth betrieben wird, in 5 Dazu beglückwünscht hätte, einen solchen Mann
der Bürgerschaft keine Anerkennung und Förde⸗ an ihrer Spitze zu besitzen. Dabei will es uns
rung findet. Uns ist hier daher noch Keiner be⸗ late wie wenn im Allgemeinen die Freude
gegnet, der nicht Herrn Gnauth's hohe Begabung rüber nicht immer intensiv genug empfunden
ers zur brhnul würde; aus erklärlichen Gründen: das Alt⸗ Wohnhäusen gewohnte stumpft ab. Wer jedoch wie wir Wusalerung anche andere Stadt in ihrer kommunalen Ver⸗
waltung genau kennt, wem wie uns an anderen Plätzen die öffentliche Verpflichtung obgelegen hat, mit der Feder und mit dem Wort mühsam rank nd Weh, ünd Schritt um Schritt Verwaltungsgrundsätze
5 Nuhlbib erkämpfen zu helfen, die hier als ganz selbst⸗ 100 berständlich in Uebung gelten, dem steht es noch viel klarer vor Augen, wie viel der Stadt Gießen ihr erster Beamter wert sein muß und wie wenige
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Förtelberetugg Sürgermeister es in deutschen Landen giebt, die 1 ihm an die Seite gestellt werden können.
i entgee'.. Die Einsicht dessen giebt uns die Hoffnung,
lte ell baß Herr Gnauth in der Viehmarktfrage noch
ine andere Haltung einnehmen wird. Auch der Weitestschauende kann in der Wegrichtung einmal ren. Vergiebt er sich etwas, wenn er, auf den Irrtum aufmerksam gemacht, auf den richtigen Hfad zurückkehrt? Mit nichten! Es ist ver⸗ lienstvoller, einen Irrtum einzusehen, als hart⸗ läckig in ihm weiterzuleben.
Nun meinen wir, Herr Gnauth müßte ein⸗ schen, daß er in der Viehmarktfrage auf einem fulschen Geleise rangiert hat. Nicht daß wir Unseren Darlegungen den Wert beimäßen, der lötig wäre, Jemand umzustimmen; wir haben ur den einmütigen und mit Dutzenden von Gründen belegten Widerstand der Bürgerschaft
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in Auge, der auf Herrn Guauth am aller⸗ pelt, 1 venigsten ohne Wirkung geblieben sein wird. Denn plana. ener seiner mannigfachen Vorzüge ist, daß er , uf Volkskundgebungen nicht spöttelnd von oben Nees 0 lerab schaut, sondern daß er eine jede Ansicht a eee, Enst prüft und abwägt, und rühre sie auch nur eee, on einem einzelnen Bürger her. Wie viel 10 1% nehr in unserer Frage, in der die erwerbsthätige 1 aachen Lewohnerschaft der ganzen inneren Stadt ein⸗ 0 nütig und geschlossen dasteht! esellen Aufgabe der Kommission wäre es a laher, sich sofort mit unserem Ober- ling flürgermeister erneut in Verbindung 5 ja setzen. Bei seinem Charakter können wir m/ g um ins nicht vorstellen, daß eine Besprechung ohne oe. srgebnis bliebe. Der erste Schritt wäre dann, 9 70 N 1 aß Herr Gnauth der voraussichtlichen Ungültig⸗
keitserklärung der Abstimmung vom 18. Juni keinen besonderen Widerstand entgegensetzte.
Ist das erreicht, dann wird sich alles Andere auch noch erreichen lassen. Zum Wohle unserer Bürgerschaft und zum wirtschaft⸗ lichen Gedeihen der Stadt Gießen!
Gracchus.
Lokales und Provinzielles.
g Gießen, 4. Juli. Eine Sitzung des Ausschusses hiesiger Gewerbegerichtsbei— sitzer fand gestern Nachmittag unter Theilnahme des Oberbürgermeisters Gnauth und des Pro— vinzialdirektors v. Gagern im Bürgermeisterei⸗ gebäude statt. Es handelte sich um die Beratung eines vor kurzem in einer Plenarsitzung des Ge— werbegerichts schon besprochenen Statutes für einen hier zu errichtenden städtischen Arbeits- nachweis. Wie uns mitgeteilt wird, wurde völlige Uebereinstimmung über das Statut bei Arbeitgebern sowohl als Arbeitnehmern erzielt. Es wird sich nunmehr in kurzer Zeit die Stadt⸗ verordnetenversammlung mit der Angelegenheit zu beschäftigen haben.
Gießen, 4. Juni. Der Ausschuß des landwirtschaftlichen Bezirks-Vereins hat beschlossen, am 27. August gelegentlich des Grünberger Viehmarktes daselbst eine Tierschau abzuhalten und sind dazu 500% für Preise bestimmt. Diese 500 l verteilen sich für den schönsten Bullen Simmenthaler und Vogelsberger Rasse je 45, je ein Preis zu 40 und 30.. und zwei Preise zu je 20. Für Rinder und Kühe je 2 Preise zu 35, 30, 25, 20 und 15 l. und 5 Preise zu 10 ¼. Diese Preise sind nur für Tiere aus dem Kreise Gießen bestimmt. Man erwartet, daß die Stadt Grünberg und die Sparkasse daselbst ebenfalls einen Betrag hergiebt, um damit Prämien für Vieh aus anderen Gegenden zu stiften.— Ferner wurden 500. aus der Kasse des Bezirks-Vereins be⸗ willigt zu Beihülfen von nicht unter 50% für Gemeinden, welche Bullen nur zur Reinzucht von Simmenthaler oder Vogelsberger Vieh ver⸗ wenden, wobei im Konkurrenzfalle die ärmeren Gemeinden bevorzugt werden sollen. Zur Hebung der Ziegenzucht wurden 100& bewilligt, welche in Beträgen von 20—25%. zur Anschaffung von Böcken rein Schweizer Rasse an einzelne Gemeinden gegeben werden sollen.
* Gießen, 4. Juli. Wie wir schon berich— teten, fand gestern Abend die erste Sitzung des neu ins Leben getretenen„Vereins zur Zuch⸗ tung reiner Hunderassen“ in den Räumen des Hotel Kaiserhof statt.— Bis jetzt haben sich 27 Mitglieder angemeldet. Es wurde ein Komitee von 5 Herren gewählt, welches die Fort— führung der Geschäfte und die Einberufung einer Generalversammlung, auf welch letzterer die Statuten endgiltig festgestellt und der Vorstand gewählt werden soll, zu besorgen hat. Der Verein beabsichtigt durch Vorträge, Bibliothek, Schauen, Ausstellungen, Prüfungssuchen und Preisschliefen, sowie durch Gratis-Verloosung rassereiner Hunde unter seine Mitglieder das Verständnis zur Züch— tung reiner Rassen, sowohl von Jagd- als auch Luxushunden, zu heben und zu fördern. Um allen Kreisen Rechnung zu tragen, wird nur ein jährlicher Beitrag von Mark 3 erhoben.— Wer weiß, mit welch horrenden Preisen schöne rasse— reine Hunde bezahlt werden,(wir erinnern nur an den vor mehreren Jahren stattgefundenen Verkauf des Bernardinerrüden„Plinlimmon“, der für 2000 Pfund Sterling(40000 Mk.) von England nach Amerika ging) muß sich wundern, daß die Reinzucht nicht schon längst überall ein⸗ geführt ist. Da es in hiesiger Stadt und Um⸗ gegend eine große Anzahl Hundefreunde giebt, steht zu hoffen, daß der neue Verein eine recht allgemeine Unterstützung und rege Beteiligung
findet. Weitere Anmeldungen nimmt das Komitee im Vereinslokal, Hotel Kaiserhof, ent— gegen.
* Gießen, 3. Juni. In einer Märznacht wars, nach 2 Uhr, da gingen die beiden Wacht habenden Schutzleute Link und Kliff ⸗ müller über den Ludwigsplatz und hörten, die sanften Töne eines Doppel-Streichquartetts von der Hessenstraße her ertönen. Die Beamten wußten, daß dem Korps Hassia gestattet war, bis 2 Uhr konzertiren zu dürfen. Der Patrouille war aber bei ihrem Dienstantritt der Auftrag geworden, ein längeres Mustziren, als erlaubt war, zu verhindern. Sie begaben sich also in das Korpshaus und erklärten in Abwesenheit des Chargirten, dessen Vertreter, daß die Musik
aufhören müsse, worauf dieser Herr erklärte,
daß er das Nötige nach dieser Richtung veran⸗ lassen würde. Inzwischen aber hatten die Kom⸗ militonen im großen Kneipzimmer von der An⸗ wesenheit der Beamten Kenntnis erhalten und erklärte der Assessor Schimmelpfenng, die Beamten hätten gar kein Recht, in einem Privathaus Feierabend zu bieten; er trat hinaus und forderte die Schutzleute drei Mal auf, das Korpshaus zu verlassen und versuchte, da die Beamten der Aufforderung nicht nachkamen, einen davon die Treppe hinunterzuwerfen. Assessor Schimmelpfenng hatte sich heute Vormittag wegen dieser Affaire vor dem Schöffen— gericht zu verantworten. Ihm wird zur Last gelegt, einen Beamten während der rechtmäßigen Ausübung seines Amtes thätlich angegriffen zu haben. Der Angeklagte, welcher sich selbst ver— teidigte, vertrat die Meinung, als er den nach seiner Darstellung nur sanften Stoß gegen den Beamten geführt, sei dessen dienstliches Geschäft bereits erledigt gewesen. Dieser hätte wider— rechtlich im Korpshause länger verweilte, als nötig war, denn es wurde keine Musik mehr ge⸗ macht, und es hätte den Schutzleuten an jedem zwingenden Grund gefehlt, länger in dem Privat- haus zu verweilen und da habe er im Einver— ständnis des dazu Berechtigten vom Hausrecht Gebrauch gemacht. Der Vertreter der Staats⸗ behörde, Assessor Brühl, war aber gegenteiliger Meinung, den Angeklagten ginge die ganze Sache überhaupt nichts an. Die Beamten hatten das Recht in dem Hause zu verweilen, um ihrem Gebot, mit dem Musiziren aufzuhören, nötigen Falles, wenn dies nicht beachtet werde, Nach— druck zu verleihen. Der§ 13 des R.⸗Str.⸗G. sei vom Angeklagten verletzt und er würde keinen Anstand nehmen, die angedrohte Strafe von 14 Tagen Gefängnis zu beantragen. Aber er ge⸗ stehe zu, er wolle demselben die Karriere nicht verderben und billige demselben daher mildernde Umstände zu, aber bei der Wohlhabenheit des Angeklagten bitte er doch auf eine hohe Geld— strafe zu erkennen und beantrage als ausreichende Sühne für das Vergehen diese auf 200 Mark, eventuell für je 5 Mark 1 Tag Gefängnis zu normiren. Das Urteil wird am Freitag ver— kündet.
* Gießen, 4. Juli. Recht unzufrieden sind unsere„höheren Töchter“ gemacht worden durch das Verbot, in die Schule Obst mit⸗ zubringen. Welche Ursachen dieses Verbot hat, wissen wir nicht. Seine Wirkungen aber kennen wir: Unzufriedenheit ist eingezogen bei den jungen Dämchen. Und das ist schlimm. Gießen, 4. Juli. Der Fernsprechver⸗ kehr zwischen Gießen-Bad Nauheim-Friedberg (Hessen)- Frankfurt(Main) ist seit gestern eröffnet.
* Gießen, 4. Juli. Wir erfahren, daß unsere Kunst-Ausstell ung im Turmhaus am Brand mit dem 15. Juli geschlossen werden wird.
„Lauter,(Kreis Gießen) 3. Juli. Unser am Fuße des Vogelsberges in einem lieblichen Thälchen gelegenes Dorf zeichnet sich durch aus⸗ gedehnte Obstanlagen aus, die auf Anregung unseres Bürgermeisters mit erheblichen Opfern vor Jahren ins Werk gesetzt wurden, nun aber alljährlich der Gemeinde eine bedeutende Ein⸗ nahme bringen. So wurde die nach dem Nord— osten des Dorfes nach dem Walde zu gelegene Anhöhe mit Kirschbäumen bepflanzt. Bei der Versteigerung der Ernte werden in manchen Jahren oft mehrere hundert Mark erzielt. Leider fällt heuer die Kirschenernte nicht so reichlich aus und bedeutet für dies die Gemeindekasse einen beträchtlichen Ausfall.
* Butzbach, 4. Juli. Für den Morgen hier stattfindenden Kreisfeuerwehrtag ist folgendes Programm aufgestellt. Morgens 8 Uhr: Instruktion der Führer des Bezirks Butzbach in der Turnhalle; um 10 Uhr: Kreisfeuerwehrtag in der landwirtschaftlichen Halle; mittags 1 Uhr: Gemeinschaftliches Mittagessen; um 3 Uhr: Uebung der Feuerwehr Butzbach; Nachher Konzert in der landwirtschaftlichen Halle; Abends: Kommers.
Groß ⸗Steinheim, 3. Juli. Eine Duis⸗ burger Firma läßt hierselbst gegenwärtig ein ausgedehntes Etablissement zum Betrieb einer größeren Zigarrenfabrik erbauen, wodurch die Zahl der Zigarrenfabriken hier auf acht steigt.
Lampertheim, 3. Juli. Wie vorsichtig man im Verbinden von Wunden verfahren soll, zeigt der nachstehende Fall. Ein hiesiger Bauersmann erlitt infolge eines Sturzes eine Verletzung am Knie, die er mit einem im Gebrauch befindlichen Taschentuche verband. Durch unreine
Stoffe, die in die Wunde eindrangen, trat eine Vereiterung ein, durch welche das ganze Knie⸗ gelenk in Mitleidenschaft gezogen wurde. Es steht nunmehr die Amputation des Beines zu befürchten.
*Darmstadt, 2. Juli. Durch ein an die Justizbehörden gerichtetes Ausschreiben hat das Ministerium angeordnet, daß, wie vom dem Er⸗ laß einer erkannten Strafe, auch von dem be— dingten Erlaß, sowie von der bedingten Aus⸗ setzung der Strafvollstreckung der Militär- behörde Mitteilung zu machen ist. Diese Mit⸗ teilung hat auch dann zu geschehen, wenn zwar der Verurteilte das militärpflichtige Alter noch nicht erreicht hat, aber die bei der bedingten Be⸗ gnadigung oder Strafaussetzung festgesetzte Zeit des Wohlverhaltens erst nach Eintritt des mili⸗ tärpflichtigen Alters abläuft. Wird einer Person des Beurlaubtenstandes bedingte Begnadigung oder Strafaussetzung gewährt, so ist entsprechende Mitteilung hiervon dem Landwehrbezirkskommando zu machen.
*Darmstadt, 3. Juli. Professor Gute r⸗ muth in Aachen ist an Stelle des nach Char⸗ lottenburg gehenden Professors Reifel als ordentlicher Professor der Masschinenbankunde an die hiesige Technische Hochschule berufen worden.
* Darmstadt, 3. Juli. Unserem Lands⸗ mann Dr. Jul. Scriba, Professor der Chi⸗ rurgie in Tokio, wurde vom chinesischen Kaiser der Drachenorden 2. Kl. verliehen und zwar für seine Verdienste um die Kriegschirurgie im allgemeinen und für Li-Hung⸗Tschang ins⸗ besondere, wie es in der Verleihungsurkunde heißt. Der Kaiser von Japan hat ihn schon vor einigen Monaten durch Verleihung des japanischen Sonnenordens für seine Ver- dienste um die Kriegschirurgie ausgezeichnet. Der chinesisische Drachenorden ist eine sehr hohe Auszeichnung, wie sie fast nur die fremden Ge— sandten in China erhalten. Im Diplome steht: „er ist aus lauterem Golde mit einem silbernen Drachenpaar in der Mitte einer geschnitzten Koralle.“
Mainz, 3. Juli. Ein hiesiger Kollekteur zahlte auf das Los Nr. 48537 der Metzer Dombaulotterie einen Gewinn von 300 4, aus. Als er das Los der Hauptkollekte einsandte, erhielt er von dort die Mitteilung, das Originallos 48537 sei bereits ausbezahlt, das eingesendete Los gefälscht. Die Uuter⸗ suchung ergab, das der Unbekannte das Los Nr. 4853 durch Hinzufügung einer„7“ gefälscht hatte. Der Fälscher ist flüchtig. a
* Mainz, 3. Juli. Auf Einladung der Mainzer Handelskammer fand heute Abend unter dem Vorsitz des Geh. Kommerzienrats St. C. Michel eine Versammlung der Ver⸗ treter des hiesigen Weinhandels statt, um darüber schlüssig zu werden, ob der Weinhandel an der im August 1898 in Mainz projektierten„Inter- nationalen Wein- und Obstbau-Aus⸗ stellung“ ein Interesse habe. Die Versamm⸗ lung sprach sich nach einer eingehenden Beratung dahin aus, daß sie kein Interesse an der. Ausstellung habe und sich nicht an ihr beteiligen werde. Von den einzelnen Rednern wurde her— vorgehoben, es sei geradezu schädigend für den Weinhandel, wenn er sich an der geplanten Aus⸗ stellung beteilige. Der Inhaber einer der bedeu⸗ tendsten Bordeauxwein-Importhäuser meinte, die s. Zt. in Bordeaux abgehaltene internationale Weinausstellung sei ebenfalls sehr schädigend dem dortigen Weinhandel gewesen, da viele Konsu— menten mit den Weinhändlern und Produzenten anderer Länder Verbindungen zum Nachteil der Bordeauxweine angeknüpft hätten.— Hiernach — so meint die„Frkf. Ztg.“ mit Recht— wäre also die Ausstellung doch für Publikum und Produzenten von Vorteil gewesen.
* Worms, 3. Juli. Die Stadtverord— neten-Versammlung nahm das von der Stadtverwaltung entworfene und vom Gewerbe— gerichte gutgeheißene Statut des städtischen Arbeitsamtes an und bewilligte zu seiner Errichtung eine einmalige Ausgabe von 1100 sowie eine dauernde Ausgabe von 1500 J jähr⸗ lich(für Vorsteher des Amtes, Drucksachen und Porti). Als Vorsteher soll ein mit den gewerb⸗ lichen Verhältnissen der Stadt gut bekannter Handwerksmann betraut werden.
Mainz, 3. Juli. Die Errichtung einer elektrischen Bahn von Mainz bis Mom⸗ bach ist gesichert. Die Bahn soll gleichzeitig, den neu zu errichtenden Schlacht- und Vieh⸗ hof mit der Stadt verbinden. Sie wird durch
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