Ausgabe 
4.2.1896
 
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Gießen, Diensta

g, den 4. Februar

1896.

Ausgabe

Gießen.

geitung.

rh A0 Redaktion:. Erscheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. N Expedition:

0 er Jenn, Kreuzplatz Nr. 4. 1 Preis der Anzeigen: 10 Pfg. für die Sspaltige Petitzeile.. Kreuzplatz Nr. 4.

stärte des 1 Da seit 1. Oktober 1894 das Siechenhaus ein H Gießsen, 3. Febr. Der Karneva⸗ die heilige Ordnung ein und die Heimatlosen, f 12 Abonnementshestellun bf gerichtet ist und für die Siechen noch besondere, listische Quartett-Verein hat wieder sie müssen fort von der Stelle, wo sie nur 1 150 üer 1 in genannten 5088 Mk. 76 Pfg. enthaltenen einen erfolgreichen Tag zu verzeichnen. Sein wenige Stunden gerastet. Die Kostümierung

15 dau. auf die

%Hessische Landeszeitung

dbebmen unsere sämmtlichen Träger

n sowie die Expedition Kreuzplatz 4 zu jeder Zeit entgegen.

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zwei Ausgaben an jedem Werktag ausgehändigt wird

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einschließlich Trägerlohn.

nere Bal Die Armenpflege in Gießen. ihrkraft. Br⸗ II

1 oder 0 Unterstützungen.

frei ins B. In geschlossener Armenpflege.

Kosten des Bürgerhospitals: 2 dem Hospitalverwalteeeee r 812,50 Mk. öohrle. für eine Schwester des allg. Vereins für

9 Armen- und Krankenpflege 135, Tauerei. 6 der Hospitalmagd. 148,80 pes. der Siechenhausmagd 60,27

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ppeln. E. Kleider, Weißzeug, Haus- und Küchen⸗

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Brand und Beleuchtung. Vorlagen des Hospital-Verwalters.

5 E, Haarschneiden und Rasieren der Hospi⸗ EIn. F

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I. sonstige Ausgaben 5

Aufwendungen gemacht werden müssen, so er mäßigt sich für Ermittelung der Durchschnitts kosten dieser Betrag noch um jene Aufwendungen in Höhe von 233 Mk. 4 Pfg. welche nur bei Berechnung des Pflegsatzes für Sieche in Betracht kommen so daß sich die täglichen Kosten der Verpflegung einer Person im Hospital bei 10467 Verpflegungstagen auf (4795 Mk. 72 Pfg.: 10467- 45,81 Pfg.) rund 46 Pfg. berechnen. Im Vorjahre betrug der Pflegsatz 45 Pfg. gegen 48 Pfg. in 18923 und 56 Pfg. in 1891/½ĩ2.

Die Kosten der Verpflegung eines Siechen erhöhen sich dagegen um die oben genannten be sonderen Aufwendungen von 233 Mk. 4 Pfg., was bei 1080 Verpflegungstagen weitere 2% Pfennig pro Tag ausmacht.

Die Kosten für eine Portion Mittagessen berechnen sich auf 30 Pfg., so daß für die übrige Tagesverpflegung noch rund 15 Pfg. verbleiben. Bei den Kosten für Verpflegung armer Geisteskranken blieben von den vorgesehenen 1000 Mk. 237 Mk. 58 Pfg. unverwendet.

III. Aus Stiftungen

Die Ueberschreitung des Kredits um 13 Mk. 32 Pfg. ist durch Verteilung von im Vorjahre nicht verwendeten Zinsen der Schottschen und der Todtenwardtschen Stiftung veranlaßt.

IV. Pflege und Erziehung armer Kinder

Unterbringung derselben in Familien:

a. ständige Pflegegelder. 5500,35 Mk. b. vorübergehende Pfleggelder. ei c. für Kleider und Schuhe. 8 137,32 d. Kleidergeld für ständige Pfleglinge 1354,85

7013,67 Mk. Fürsorge für verwahrloste, blinde und taub stumme Kinder;

a. in Rettungshäusern und Heilanstalten 34,. b. an die Kreiskasse Gießen: für Zöglinge 1910,83

in Zwangser ziehung c. in Taubstummen- und Blindenanstalten

8384,34 Mk. ker Nol! Der Wert der freien Station des Hospital⸗ burg 12. verwalters und seiner Frau wurde durch Beschluß der Stadtverordneten⸗Versammlung vom 23. No⸗ bember 1893 auf nur 600 Mark festgesetzt und . hat sich deshalb das bare Gehalt des Hospital⸗ aftschuhel. berwalters um 150 Mk. erhöht.

lschuhe mit 8 8 8 f 1 9 2 Hallschuht Für Lebensmittel sind 5290 Mk. 26 Pfg. dera verausgabt worden; um jedoch auf den wirklichen shen großen olg; Verbrauch im Hospital zu schließen, sind dieser siefel oe 1 Ausgabe noch die auf mindestens 100 Mark zu n schätzenden Erträgnisse der beiden in Selbstbe⸗ 5. wirtschaftung des Hospitals befindlichen Gärten * 0 zuzurechnen. Nach Abzug anderseits der aus 0 51 dem Hospitale an Stadtarme als Unterstützung fin,

pfang der(i,

berabreichten Mittagskost im Werte von 361 Mark 50 Pfg. verbleibt für die im Hospitale

sse 1 berpflegten Personen leinschließlich des Hospital sse 153 lerwalters, seiner Frau, der Schwester, der u vorkommen? 2 Mägde und des Arbeitspersonals) ein Gesamt⸗

heilen, 1 aufwand an Lebensmitteln von 5028 Mk. 76 Pfg. 34

5 7 55 5 Lokales und Provinzielles.

Gießen, 3. Februar. Die bedeutendsten Werke des Salm⸗ Sieg⸗, und Dillthales haben heute, nachdem sie bereits Mitte Oktober v. J. ihre Preise für Eisengußwaren um Mk. 10. pro Tonne erhöhten, eine weitere Er⸗ höhung um Mk. 10. pro Tonne beschlossen und dieses ihrer Kundschaft durch Rundschreiben angezeigt.

* Gießen, 3. Febr. Die gestrigen beiden Vorstellungen im Zirkus Althof gestalteten sich zu recht gelungenen. Ohne für heute Ein zelnes hervorzuheben, erkennen wir gern an, daß die Leistungen des Personals gute, zum Teil vorzügliche waren. Der Zirkus bleibt nur noch 2 Tage hier. Wie wir hören, findet heute ein Ringkampf im Zirkus zwischen einem hiesigen 51 und dem Athleten Hatschke aus Leipzig tatt.

gestriges Konzert zum Besten des Kriegerdenk mals und des Saalbaufonds war sehr gut be⸗ sucht. Die einzelnen Piecen wurden mit großem Beifall aufgenommen. Hervorragendes leisteten die beiden Gäste, die Konzertsängerin Fräulein Karoline Hubert aus Köln-Deutz(Sopran) und Herr Paul Polster Gießen(lapier). Nicht minder machte sich Herr Leopold Geller als Dirigent verdient. Das vortreffliche Gelingen des Ganzen dürfte nicht zum Wenigsten auf eine geschickte Leitung zurückzuführen sein. Gießen, 4. Febr. Am Samstag Abend hatte der Maskenball des hessischen Fechtvereins Waisenschutz die Räume des Festsaales im Cafee Leib mit einer bunten Schaar vergnügter Teilnehmer gefüllt. Und auch die Zuschauer, welche sich auf der Gallerie drängten, kamen nicht zu kurz, denn das bunte Gewimmel der Masken unten im Saale bot denselben eine prächtige Augen weide. Während der Tanzpausen ließ der all beliebte Job seine humoristischen Couplets ertönen und erntete damit nicht nur reichen Beifall, sondern auch klingenden Lohn, als er als Bettel⸗ student verkleidet für die armen Waisen bei der Menge fechten ging. Es herrschte bis zum frühen Morgen die beste Faschingsstimmung. Das finanzielle Ergebnis des Festes war ein überaus günstiges und wird der recht bedeutende Ueber schuß an die Oberfechterei abgeführt werden. Gießen, 3. Febr. War es am Sonntag beim Maskenfest der Waisenschützler voll, so war es gestern Abend, wo der Gießener Zitherklub im Café Leib sein Maskenfest feierte, überfüllt. Nur auf verhältnismäßig kleinem Raum kounten sich die tanzenden Paare drehen. Die Gallerien waren mit Zuschauern so überfüllt, daß sogar ein Teil des Raumes hergegeben werden mußte, welcher für das Ball⸗ orchester zu dienen hat, und eingekeilt in fürchter licher Enge saß die hiesige Regimentsmusik und ließ ihre lieblichsten Tanzweisen ertönen. Da plötzlich gegen 9 Uhr ordnen sich die Ballbesucher zu einem Preis, alles reckt die Köpfe, denn gar eigenartiger Besuch wird von den Vorständen des Zither-Clubs angekündigt. Ein Zigeuner⸗ trupp wohl an 40 Köpfe stark betritt singend den Saal, auf einem mit Hunden bespannten Wagen die Mutter des Stammes. Schnell schlägt das Volk seine Zelte auf um sich zu lagern, und prächtige Gruppen bilden sich. Bald aber denkt man ans Abkochen, da loht die Flamme auf und beleuchtet mit ihrem roten Flackern den Schein, die bildsauberen Zigeune rinnen. Da kommt der Bräutigam der jungen Königin ins Lager, von der alten Stammmutter empfangen, von deren Tochter zwar errötend aber freudestrahlend begrüßt. Schroff und mißtrauisch behandeln ihn vorerst die Männer. Aber lange dauerts nicht, da geht die Fiedel und lustig schwingen sich die Paare im Tanze. Aber 9 weh, da tritt die Polizei auf und verlangt die Pässe der Leute. Der Stammesälteste muß sich legitimieren, aber trotzdem dies möglich, schreitet

der Gruppe war prächtig, die e 0 der Aufführenden in den verschiedenen Rollen vor⸗ züglich, nur hätte der verfügbare Raum größer sein können, wodurch die Wirkung des ganzen sich noch besser gemacht hätte. Später ritten 2 Herren und 2 Damen à la Zirkus Althoff eine Quadrille auf Ziegenböcken und übten da⸗ durch eine zwerchfellerschütternde Wirkung auf die Zuschauer aus. Der Wohlthätigkeitsverein Zitherklub hat mit seiner gestrigen Veranstaltung einen Ueberschuß von ca. 250 Mk. erzielt, welcher demselben zu Weihnachten, wo er verwendet wird, zur Kleidung armer bedürftiger Kinder gute Ver⸗ wendung findet.

Gießen, 2. Febr. In der Sache gegen den Gerichtsvollzieher Geißler und Carl Felsing jr. ist nunmehr auch das Urteil vom Schöffengericht gesprochen. Die Angeklagten wurden zu Mark 3 beziehungsweise Mark 20 verurteilt. Geißler wird des Prinzips wegen die Berufung einlegen.

Gießen, 3. Febr. Bei einer im Laufe der Woche in Bad Nauheim stattgehabten Konferenz von Beamten der königlichen Eisen⸗ bahndirektion Frankfurt a. M. mit den Vertretern des Bades und der Stadt Bad⸗Nauheim wurde die Ausgabe von Sonntagsbilleten Gießen-Nauheim-Frankfurt a. M. für den Som⸗ mer angeregt. Die Verwirklichung dieses Wunsches wäre für alle in Betracht kommenden Stationen besonders natürlich für Frankfurt, Nauheim und Gießen von der allergrößten Wichtigkeit. Hoffen wir deshalb, daß der Anregung Folge geleistet wird.

D. Z. Grünberg, 2. Febr. Die Um⸗ änderung des alten Triebwerkes ist nun so weit beendigt, daß dasselbe an die neue Wasserleitung angeschlossen werden konnte. Die probeweise Inbetriebsetzung desselben ging aufs beste von statten. Trotzdem das Wasser durch Anlage des Hochbehälters um etwa 22 m höher getrieben werden muß, ist das Triebwerk imstande, immer noch 39 Liter in der Minute in das Reservoir zu befördern. Infolgedessen braucht der Benzinmotor nur kurze Zeit täglich in Betrieb gesetzt zu werden. Für die Stadt be⸗ deutet dies eine beträchtliche Ersparnis. Eine auffallende Erscheinung sind die iu unserer Stadt besonders in den letzten Jahren stattfindenden Güterversteigerungen. Während früher fast sämtliche Geschäftsleute neben ihrem Hand⸗ werk etwas Landwirtschaft trieben, suchen viele jetzt ihreOekonomie abzuschaffen. Hauptgrund ist wohl der Umstand, daß die wenigsten Hof⸗ reiten der Stadt zum Betrieb der Landwirtschaft geeignet sind. Scheuern und Stallungen be⸗ finden sich häufig nicht unmittelbar beim Wohn⸗ hause, wodurch den Leuten viele Schwierigkeiten, oft doppelte Arbeit und auch größere Ausgaben erwachsen. Besaßen früher die Landwirte der Stadt sogar in den Gemarkungen Grundstücke, so ist jetzt das Gegenteil der Fall. Die Be⸗ wohner der umliegenden Orte bebauen nun zahl⸗

ten. 05 ut und billg,

Ein Nosenstrauß. Aus dem Leben einer Künstlerin. Von Zos von Reuß. (Schluß.)

Im Gemach hörte ich nun auch aus seinem Munde, daß er als Tourist nach dem kleinen Bade erte gekommen sei. Ueberrascht und hocherfreut babe er meinen Namen nennen hören, und mich dann im Kursaal wiedergesehen.Es war mir wie ein Traum, als ich Ihnen urplötzlich wieder gegenüber sand, gnädiges Fräulein, fuhr er fort.Merk bürdigerweise waren wir uns nie wieder begegnet. Rur gelesen hatte ich von Ihnen und von der überraschenden Entwickelung ihres Taleutes die ich nun bestätigt fand! Welcher Unterschied gegen ehist!... Und doch vermag ich unsere ersten Be nungen nicht zu vergessen im Konzertsaal in als ich, überwältigt durch die Anmut Ihrer Er beinung, Ihnen die Rosen spendete, sehr vorzeitig, he ich später erkannte. Dann die gemeinschaftliche heise, bei welcher Sie diese Rosen den Göttern fern wollten gleich den Russen in Toulon, wilche die Blumenspenden der Französinnen Nachts n schweigenden Meere anvertrauten, schloß er t komischem Zorn

Um ihn zu versöhnen, erzählte ich, daß ich sein Jesenbouquet treu aufbewahrte, und daß seine Kritik i im Geheimen Richtschnur der künstlerischen eiterbildung geworden sei wider Willen. Ich and auch, daß ich ihn gestern sofort erkannt che und darum sein Lieblingslied gesungen.

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3

Das Kladderadatschgesicht Sie erkaunten es wieder? unterbrach er mich freudig.Ja, die schönen Frauen und die häßlichen Mäuner pflegt man nicht zu vergessen! Und was die Kritik betrifft; nun mein Federkiel ist eben ein sonderbares, thö richtes, eigensinniges Geschöpf. Er weigert sich be harrlich, der Lüge selbst wenn Auge und Herz, Mitleid oder Klugheit sie diktieren möchten! Ich ahne, daß ich die Strafe seiner Wahrheitsliebe tragen mußte, damals, als ich Ihre Abweisung er fuhr. Aber das Schäferspiel scheint zu Ende zu gehen... wahrhaftig man kommt! O weh, wir haben schon zu lange in Arkadien gelebt

Wirklich erschienen bergausteigend in diesem Augenblicke zwei Männer mit einem Tragstuhl, wie er im Gebirge benutzt wird. Doktor Alexander Hertel hob mich abermals empor, weil der Fuß ganz unbrauchbar war und bettete mich, sauft wie ein Kind, in seine Polster. Dann schritt er stumm und gedankenvoll neben mir her, thalabwärts.

Der Arzt, der den Fuß noch an demselben Abend untersuchte, fand denselben stark angeschwollen und verurteilte mich zu vollständiger Ruhe. So fand mich der folgende Tag auf der Chaiselongue liegend. Ich verlangte auch kaum etwas anderes: es war mir vollkommen genug, das Märchen weiter zu träumen, das mich abermals mit goldnen Fäden

umspann. In solcher Stimmung empfing ich Mittags nachstehendes Billet Doktor Alexander Hertels:

Unmöglich kann ichHeuduft verlassen, ohne

von Ihrem Wohlbefinden zu wissen. Wie geht es Ihnen? Schreiben Sie mir zwei Worte, oder geben Sie mir sonst irgend ein Zeichen Ihrer Huld! Oder darf ich kommen, um selbst zu sehen?

Ich schloß die Augen und träumte weiter. Die selige Stimmung, welche seit unserer Aussprache inArkadien in mir noch zitterte, zog mich wieder in ihr Bereich. Endlich richtete ich mich entschlossen auf, entnahm dem BehältnisLiebe Erinnerungen, das ich um seinen neuen kostbaren Inhalt nicht von meiner Seite ließ, den Rosenstrauß, der mein holdes Märchen eingeleitet hatte.An Alexis seud' ich Dich! schmetterte ich jubelnd hinaus, indem ich die verwelkten Rosen sorgsam in Seidenpapier schlug, um sie ihm als bestesWillkommen! zu senden.

Fünfzehn Minuten später saß er an meiner Seite. Wir sprachen allerlei, vom Nächstliegenden und von der Welt draußen, und von dem Leben, dem wir beide voll und ganz angehörten. Ob wir auch von Liebe sprachen? Ich glaube kaum! Seit wir uns inArkadien wiedergesehen, schien sie uns so natürlich geworden, wie den Göttern. Ich weiß nur, daß er mich fest an sein Herz zog, und daß ich mich an ihn schmiegte wie der einsame, schwaukenve, sturmbewegte Epheu an den Baum stamm. Und als wirHeuduft verließen, gingen wir Hand in Hand, war Dr. Hertel mein sicherer Führer auf der Lebens- und Künstlerlaufbahn ge worden.

Vermischtes.

Neues Unternehmen. DieFlieg. Blätter ver⸗ öffentlichen folgende zeitgemäße Offerte: Welche Stadt, ja welches Dorf möchte nicht gern ein hübsches Denkmal auf dem Marktplatz oder in den Anlageu stehen haben! Aber gewöhnlich sind die Anschaffungskosten zu teuer. Dieses Uebel hat uns auf den Gedanken gebracht, ein

Denkmäler-⸗Verleih⸗Institut zu errichten. Unsere sämmtlichen Denkmäler befinden sich auf Rollen und können leicht von einem Ort zum anderen transportiert werden. Aus unserem Preiskourant heben wir hervor: Schillerdenkmal mit begeistertem Gesichtsausdruck des Dichters, zwei Genien und einer Lyra, per Monat 5 Mk. 50 Dasselbe, ohne begeisterten Gesichtsausdruck, mit einem Genius Brunnen mit bekleideten und unbekleideten Figuren, je nach herrschendem Geschmacke Richard Wagnerdenkmal, und dasselbe mit anderem Kopf als Beethoven, Verdi⸗, Mozartdenkmal, je nach Richtung des musikalischen Geschmacks, per Monat 60

Die Leihgebühren sind im Voraus zu entrichten. Be⸗ schädigte Exemplare werden auf Kosten der Besteller reparirt. Oefter als monatlich einmal darf nicht ge⸗ wechselt werden. Um zahlreiche Bestellungen bittet die

Denkmal⸗Verleih⸗Aktien⸗Gesellschaft. Im Foyer. Herr A.: Weshalb hat sich denn der Possenschriftsteller Stiebitzky eine so zänkische Frau genommen? Herr B.: Ganz einfach, weil die ihm jeden Tag eine Szene macht!

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