mit demselben einmal auf den Gong. Wenn dies geschehen ist, schreitet es zur Schädelstätte zurück und fällt auseinander. Um 2 Uhr erheben sich zwei Skelette und schlagen an den Gong, während um 12 Uhr die gesammten Gebeine sich zu 12 Skeletten zusammenfügen und mit ihren Hämmern auf den Gong schlagen, um nachher wieder sofort auseinanderzufallen.
— Eiue flotte Hochzeit fand jüngst in St. Louis statt. Der Brauerkönig Adolf Busch vermählte seine Tochter Klara mit Herrn Paul von Gontard. Herr Busch ließ sich die Hochzeit ein schönes Stück Geld kosten, Man sagt, daß die Kosten mit 100 000 Doll.(425 000 Mk.) nicht zu hoch berechnet seien. Nahezu 1000 Gäste waren von Nah und Fern geladen. Der Schwiegersohn des Brauerfürsten ist Mitglied einer reichen Adels familie, die in der Nähe der Stadt Hagen, Pro⸗ vinz Westfalen, große Bergwerke und Eisen⸗ Industrieanlagen besitzt. Er ist Reserveoffizier in der preußischen Armee. Das neuvermählte Paar hat sich auf einer Reise in Koustantinopel kennen gelernt.
— Ein in den Annalen der Rechtsprechung ewiß sehr seltener Fall ist das 300 jährige Jubiläum eines Prozesses. In dieser — freilich nicht gerade beneidenswerten— Lage ist in diesem Jahre die Marktgemeinde Burgsinn im baierischen Regierungsbezirk Unterfranken. Denn es geschah unter dem 21. Juni 1595, daß die Gemeinde beim Reichskammergericht, das damals seinen Sitz in Speier hatte, gegen die Herren v. Thüngen klagbar wurde, und zwar wegen eines herrlichen Eichen- und Buchenwaldes von mehr als 8000 baierischen Tagwerk, dessen jetziger Wert sich wohl auf 2 Millionen Mark beziffern mag. Wenn sich auch begreifen läßt, daß bei dem hohen Wert des umstrittenen Waldes beide Parteien beharrlich den Besitz erstrebten, so muß man doch Achtung haben vor der uner— schütterlichen Zähigkeit und dem Mut dieser Bauern, die auch in der Zeit, da sie als Unter— thanen der Herren v. Thüngen diesen nahezu
auf Gnade und Ungnade übergeben waren, den-(person aus der Elbe gezogen.
Diese ist nun
noch Jahrhunderte hindurch gegen sie zu prozessiren mit jenem vermißten Mädchen identisch.
wagten, die trotz bitterer Armut im festen Zu⸗
Mann ihren„Prozeßsechser“ zahlten, bis sie vor⸗ läufig als Sieger aus dem Streite hervorgingen und nun als beati possidentes dem Fortgange des Prozesses in relativer Gemütsruhe zusehen können. Am Donnerstag wurde wieder in dieser Sache verhandelt. Es kam schließlich zur Ver⸗ tagung bis zum 19. Juni k. J.
— Ein tragisches Geschick hat am Montag in Werder bei Potsdam zwei Familien betroffen. Der 13jährige Sohn Adolf des Obst⸗ züchters Heinicke hatte gegen Mittag seinen in der Phöbenerstraße wohnenden Onkel, den Obst⸗ züchter Ferd. Senst, besucht und sich dort in den Stall begeben, wo seine 13jährige Kousine Martha ein Pferd fütterte. Im Stall hing ein geladenes Gewehr, welches der Knabe, ohne, daß er wußte, daß es geladen war, von der Wand nahm, scherz⸗
weise auf seine Kousine anlegte und dabei fragte: „Martha soll ich mal schießen?“ In demselben
Augenblick krachte auch schon der Schuß und Martha Senst sank, von einer vollen Schrotladung in die linke Schläfe getroffen, mit lautem Aufschrei zu Boden und war nach einer Viertelstunde eine Leiche. Als Adolf Heinicke sah, was er angerichtet, lief er, da weder Onkel noch Tante zu Hause waren, zu einer Nachbarin, der er den Sachverhalt er— zählte, um alsdann nach Hause zu laufen, wo er in schwere Krämpfe verfiel und nach einigen Stunden gleichfalls verschied.
— In den Tod geschickt. Gegen Ende Oktober hatte sich eine junge, in einem Geschäft in Dresden angestellte Verkäuferin eine ganz geringfügige Unredlichkeit zu Schulden kommen lassen. Sie nahm sich dies zu Herzen, insbe— sondere, da sie ohne Weiteres fortgeschickt wurde. Anderen Tages war sie verschwunden und ist auch nirgends wieder gesehen worden. Vor etlichen Tagen wurde auf Neuhirtchsteiner Gebiet (bei Zehren-Meißen) eine unbekannte Frauens⸗
sammenhalten Woche für Woche und Mann für sen
— Ueber einen Brudermord in Herring⸗ werden jetzt folgende Einzelheiten gemeldet. Der Mörder, Rentner Diedrich Esken aus Soest, ist längere Zeit um das Wohnhaus seines Bruders herumgeschlichen, um den Moment abzupassen, in welchem dieser mit seiner Frau allein im Wohn— zimmer beisammeusaß. Seinen Ueberzieher hatte er auf den die Besitzung abschließenden Zaun ge— hängt, wo man ihn am andern Morgen fand. Gegen 8 Uhr ging das Dienstmädchen in seine Kammer, das übrige Dienstpersonal war schon früher zur Ruhe gegangen, und nun betrat Esken das Haus, ging auf das Wohnzimmer zu, in dem sein Bruder und dessen Frau lesend am Tische saßen, und klopfte an. Als W. Esken aufstand und die Thür öffnete, krachte auch schon ein Schuß und in die Brust getroffen stürzte der Ahnungslose zusammen. Seine Frau, welche auf—
gesprungen war, erhielt in demselben Augenblick die zweite Ladung des Gewehrs in die Seite und auch sie stürzte gut getroffen tot nieder. Der Er⸗ mordete muß wohl noch einmal aufzustehen versucht
haben; denn er wurde dicht vor der Zimmerthür
liegend gefunden; an seinem Kopfe befanden sich zwei klaffende Wunden, die den Schluß zulassen, daß der Mörder sein Opfer noch mit dem Gewehr— kolben auf den Kopf geschlagen hat. Nach der Un⸗ that begab sich D. Esken ohne Hut und Ueberzieher hierher zurück, überstieg die Totenhofsmauer und erschoß sich auf einem Erbbegräbuis. Um den Leib trug er einen Riemen, an dem zwei neue ge— ladene Revolver hingen, außerdem trug er noch eine Anzahl Patronen bei sich. Ueber die Motive des Verbrechens cursiren hier verschiedene Gerüchte.
Letzte Telegramme.
Hd. Breslau, 2. Jan. Der Reichstags⸗ und Landtags⸗Abgeordnete Szmula ist vor einiger Zeit, wie die„Bresl. Ztg.“ meldet, in Anbetracht der Art seines öffentlichen Auftretens einer ehrengerichtlichen Untersuchung
unterworfen worden.
Hd. Berlin, 2. Jan. Dem„Kleinen Journal“ zufolge hat es sich jetzt herausgestellt, daß der flüchtige Rechtsanwalt Fritz Friedmaun Wechsel ge⸗ fälscht hat, und zwar in der vorläufig konstatirten Höhe von 20 000 Mark. Doch ist es nicht ausgeschlossen, daß noch weiteres Material in dieser Richtung zu Tage tritt. 8
Hd. Lon don, 2. Jan. Daily Graphic läßt sich aus New⸗York melden, daß die Regierung von Venezuela mit den Vereinigten Staaten über den Ankauf von Waffen und Munition verhandle. 4 Kanonen größten Kalibers sind bereits nach dem Hafen von Maracaibo zur Be⸗ festigung desselben abgegangen. 4
Hd. Paris, 2. Januar. Heute beginnt der Untersuchungsrichter das Verhör derjenigen, welche bei der General⸗Staatsanwaltschaft die Klage gegen die„France“ eingereicht haben be⸗ züglich der Veröffentlichung der Liste der 104.
Hd. Paris, 2. Jan. Die Präfektur von Nancy ist gestern Abend in Brand geraten. Bei den Lösch⸗ arbeiten wurde durch einen herabstürzenden Kamin ein Feuerwehrmann getötet und 4 Soldaten verletzt.
Hd. Paris, 2. Jan. Vitrac des Rozier, der mutmaßliche Anfertiger der falschen Panama⸗ Liste der France war aus Brüssel in Paris eingetroffen, um sich dem Gericht zu stellen. Er besann sich aber eines andern und reiste wieder ab, unbestimmt wohin. i
Hd. London, 2. Jan. Der Prozeß Arton wird am 11. Januar vor dem obersten Gerichts ⸗ hofe in England zur Verhandlung kommen. Hd. Offenburg, 2. Januar. In der hie⸗ sigen Sparkasse hat die vorgenommene Revision ein Deficit von 370 000 Mk. zu Tage gefördert. Wo das Geld hingekommen, ist noch nicht auf⸗ geklärt. Der Rechner der Sparkasse, Franz Bauer, ein sehr angesehener Mann, wurde ver⸗ haftet. Derselbe will von dem Verbleib des Geldes, das in badischen Staatsobligationen an⸗ gelegt war, nichts wissen. Die gerichtliche Unter⸗ suchung wird wohl bald Licht in die dunkle Sache bringen.
Verleger: Paul Bader in Macburg, Verantw. Re⸗ dakteur: i. V. A. Kleinschmit, Druck von E. Ottmann, beide in Gießen.
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