Ausgabe 
15.9.1901
 
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Seit, 4.

Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.

Nr. 37. 0

der Organisationen geltend machen, in der Statistik bezüglich Leistung für den Verband in den vordersten Reihen zu stehen. Freilich muß anerkannt werden, daß auch in dieser Hinsicht schon Vieles seit Anfang der statistischen Erhebungen sich gebessert hat. Auch im ber⸗ flossenen Jahre haben 13 Gewerkschaften ihre Mitgliedsbeiträge erhöht. Vielfach macht sich gegen Beitragserhöhung noch ein starker Wider⸗ stand bemerkbar, 5 9 70 19 len ürchtet. Thatsächlte 0

59515 ee chaften mit höheren Beiträgen die stärksten Mitgliederzunahmen zu verzeichnen.

Wie die Beiträge, so die Felstunger, und wie die gesigeelt der 1 so die wirtschaftliche Sicherhel da db

niemals vergessen werden.

dahohten Einnahmen g e lehrt 0

italiedern wieder zu Gute1 eiche das 19 0 1 e

en auf allen Gebieten, 5

uch iber die Zunahme der Einnahmen 1 1 Diese auf alle Unterstützungszweige, 11 9 155 nahme der Krankenunterstützung, sich ver eilen Steigerung zeigt aber auch bereits die Wirkung des wirtschaftlichen Niederganges.

Pon Nah und Fern.

eserkreise sind uns jederzeit will⸗ ietet natürlich strengste kommen. Die Ehre unserer Sache on e

igkeit bei Uebermittelung Sete ate dunn rue bestimmten Einsendungen nur auf einer

Seite zu beschreiben.

Gießener Angelegenheiten.

Sozialdemokratischer Wahl⸗ verein. 235 der an diesem Samstag, (14. Sept.) stattfindenden Versammlung wird zunächst über die Landeskonferenz von Seiten des Delegirten Gen. Holtberg Bericht erstattet werden. Zum zweiten Punkte der Tagesordnung gelangen die eingelaufenen An⸗ träge zum Parteitag zur Beratung und drittens soll die Stadtverordneten⸗ wahl Gegenstand der Erörterung sein. Außerdem soll über die Aufstellung eines Winterprogramms(Vorträge Ac.) sowie die Agitation gegen den Lebensmittelwucher ver⸗ handelt werden. Die reichhaltige und wichtige Tagesordnung muß die Mitglieder veranlassen, recht zahlreich in der Versammlung zu erscheinen.

Zu m Gewerbegerichtstag in Lübeck, der vergangene Woche stattfand, war

bon Gießen kein Vertreter der Beisitzer delegiert.

Der Magistrat lehnte den Antrag der Arbeit⸗ nehmerbeisitzer, für eine Delegation die Kosten zu übernehmen, wegen zu später Einreichung ab, stellte jedoch den Antragstellern anheim, zur nächstjährigen Konferenz frühzeitiger einen Antrag einzubringen. 1 Das städtische Elektrizitäts⸗ werk ist nunmehr dem Betriebe übergeben worden. Freitag vorige Woche erstrahlte der Bahnhof zum ersten Male in elektrischer Be⸗ leuchtung, auch viele Läden haben sie sich bereits zugelegt und ebenso kommt in verschiedenen Geschäften die Elektrizität zum Betriebe der Maschinen nach und nach zur Anwendung. Lange genug hats allerdings gedauert; schon am 1. April sollte das Werk in Betrieb sein, also beinahe ein halbes Jahr Verspätung!

Heuchelheim.

h. Die Gemeinderatswahl findet nach einer Bekanntmachung des Bürgermeisters Donnerstag den 19. September statt. Die Wahlzeit ist auf 101 Uhr festgesetzt, eine für die zahlreichen außerhalb beschäftigten Arbeiter äußerst ungünstige Zeit. Man hat dabei die Verhältnisse der Arbeiter⸗Wähler in keiner Weise berücksichtigt, fast gewinnt es den Anschein, als wollte man i die Teilnahme an der Wahl verekeln. Solche edle Absichte! müssen die Arbeiter vereiteln, dürfen deshall unter keinen Umständen de 1 fern bl Unsere Genossen müssen

möglich daß sie Vormittags früher aufhören, ihr Wahlrecht in Uhr resp 22 wieder bei der Arbeit sein können, damit der; ist nicht zu groß ist. Wir hegen die Hoffnung, d uns

Nacht

wird um acht weitere vermehrt.

die Bedeutung der Gemeinderatswahl nicht unterschätzen, das kleine Opfer nicht scheuen, sondern sich zahlreich an der Wahl beteiligen.

Aus dem Nreise Sriedherg⸗Püdingen.

Rasch tritt der Tod den Menschen an! Der Kreisrat Herr Dr. Braden ist am Samstag Nachmittag, nachdem in Friedberg er den neugewählten Gemeinderat eben vereidigt hatte, plötzlich in Folge eines Schlaganfalles gestorben. Der Verstorbene, der mit Eifer für die Einführung der Städteordnung gearbeitet hatte, erklärte nach stattgefundener Vereidigung, daß, da er bald in den Ruhestand treten wollte, dieses seine letzte bedeutendere Amtshandlung sei. Wir Sozialdemokraten werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren, da er immer die Interessen Aller im Auge hatte, sodaß wir uns nicht zu beklagen brauchen. Möge sein Nachfolger, Kreisrat Fey von Erbach ver⸗ suchen, es ihm in dieser Beziehung gleichzuthun.

Aus dem Rreise Wetzlar.

Auf die Parteiversammlung für den Wahlkreis Wetzlar⸗Altenkirchen, die diesen Sonntag, den 15. September, im Lokale von Orbig in Gießen stattfindet, sei nochmals hingewiesen. Es muß unbedingt dafür gesorgt werden, daß alle Parteiorte vertreten sind. Wie schon bekannt gegeben, handelt es sich da⸗ bei um Entfaltung einer wirksameren Agitation gegen die Brotzölle, Aufstellung einer Reichs⸗ tagskandidatur sowie um Erledigung verschie⸗ dener anderer wichtiger Parteiangelegenheiten.

th. Das Bürgerrechtsgeld wird jetzt von Seiten des Magistrats verschiedenen Ein⸗ wohnern abgefordert. Es beträgt dret Mark und es heißt in der Anforderung, daß das Bürgerrecht nur ausgeübt werden könne, wenn das Geld bezahlt ist. Ueber diese Frage herr⸗ schen aber noch Meinungsverschiedenheiten. Mehrfach ist schon die Ansicht geäußert worden, daß Niemandem, der sonst die gesetzlichen Be⸗ stimmungen erfüllt hat, das Wahlrecht vorent⸗ halten werden kann, auch wenn er das Bürger⸗ rechtsgeld nicht bezahlt hat.

Aus dem Nreise Marburg⸗Rirchhain.

Buchdrucker⸗Ausflug. Die Bezirks⸗ vereine Gießen und Marburg des Verbandes der Deulschen Buchdrucker veranstalten am nächsten Sonntag, den 15. d. Mts., einen gemeinschaftlichen Ausflug nach dem Frauen⸗ berg. Die beiden Vereine treffen sich mittags in Niederweimar und marschieren von da nach dem Frauenberg. Nach Besichtigung der Burg⸗ ruine, von der man eine prächtige Aussicht hat, geht es nach eingenommener Stärkung wahr⸗ scheinlich nach Hansenhaus links; hoffentlich wird der Ausflug von günstigem Wetter begleitet ein. g Die Petitionslisten gegen den Brod⸗ wucher sind in Umlauf, und werden die Genossen aufgefordert, sich recht fleißig an der Sammlung von Unterschriften zu beteiligen und es nicht nur einigen wenigen Personen zu überlassen, die Arbeit allein zu bewältigen; ebenso müssen sich die Genossen mehr an der Verbreitung der Flugblätter beteiligen. Da uns, trotz aller Bemühungen, kein Saal zur Abhaltung einer öffentlichen Volksversammlung behufs Stellung⸗ nahme gegen die beabsichtigte Getreidezoller⸗ höhung zur Verfügung steht, so müssen wir eben auf andere Weise versuchen, das Volk aufzuklären. Deshalbfrisch auf, Genossen zur Verbreitung der Flugblätter und Sammlung von Unterschriften! ö.

Kommunales. Die Beseitigung unserer Nachtwächter wird nun doch vor sich gehen. Laut einer neuerlichen Anregung des Regierungspräsdeuten zu Kassel sollen die kachtwäck beseitigt und durch Poltzisten

twächter 5 zt werden. Die Zahl der Polizeisergeanten

Vorlage wird baldigst den Stadtverordneten zu⸗ gehen. Die Anlage einer Straßenbahn von Nord⸗ nach dem Südbahnhof und von der Schwanallee nach dem Marktplatz dürfte auch bald Thatsache werden. Obgleich wir dies

ere Genossen Projekt im Interesse der Hebung des Verkehrs

Eine bezügliche

gutheißen, so halten wir doch die Erbauung einer neuen Volksschule im Norden der Stadt

für notwendiger. Auch die Instandsetzung des Eingangs der Universttätsstraße am Frohnhof wäre sehr notwendig, da man bei Regenwetter befürchten muß, im Dreck stecken zu bleiben. Wahrlich ein trauriger Zustand für eine Universttätsstadt, in welcher man für sonstige Zwecke, wie Bismarcksäule und dgl., Geld übrig hat, während die Instandhaltung der Straßen viel zu wünschen übrig läßt.

Gemeinderatswahlen in Hessen.

In Bersrod unterlagen die von den An⸗ tisemiten aufgestellten Kandidaten. Es wurden die Landwirte Debus, Gerha und Scheld

1 Die Wahlbeteiligung war eine sehr tarke. Die Stadtverordnetenwahlen in

Offen⸗ bach

sollen im November stattfinden. Es sind 15 Stadtverordnete zu wählen; von der 17 Mit⸗ scheide starken sozialdemokratischen Fraktion cheiden zwei aus. Das Kollegium besteht aus 36 Stadtverordneten. Der Wahlkampf wird vorausstchtlich ein sehr heftiger werden, man ist auf den Ausfall sehr gespannt. Wahl⸗ berechtigt sind etwa 7500 Steuerzahler, was einen beträchtlichen Zuwachs namentlich aus Arbeiterkreisen bedeutet.

Die Beerdigung Miquels

55 am Mittwoch unter großer Beteiligung in rankfurt stattgefunden. Im Leichenzuge be⸗ fanden sich mehrere Minister, Vertreter der Staats⸗ und Kommunal⸗Behörden, Stadtver⸗ ordnete und zahlreiche Private. Am Grabe sprachen u. A. Konsistorialrat Dr. Ehlers, die Bürgermeister von Frankfurt und Osnabrück, Justizrat Benkard und zuletzt der Oberpräsident und frühere Reichstagsabg. Bennigsen. Grabreden rühmen in der Regel die aus⸗ Wan Eigenschaften des Verstorbenen. enn aber ein Geistlicher von Miquel sagte: Dabei war er im tiefsten Herzen fromm, Gottes gewärtig, voll Gehorsam gegen Gott, und dann pflegte er wohl mit einem Worte, das er von der Mutter Lippen oft gehört hatte, zu sagen: Wer nur den lieben Gott läßt walten! so hat Miquel selbst vor Jahren einen derartigen Nachruf eigentlich durch den weiter oben ab⸗ gedruckten Brief an Marx unmöglich gemacht, worin er erklärt:ich bin Kommunist und

Atheist also ungefähr das Gegenteil von fromm. Untergang eines deutschen Kriegs⸗ schiffes.

Bei einem Manöver stießen in der Nähe von Arkona(Fügen) am vorigen Mittwoch der KreutzerWacht und der PanzerSachsen usammen. Erstes Schiff sank in 20 Minuten.

enschen sind dabei, wie verlautet, nicht um⸗ gekommen. Der in den Grund ebohrte Kreuzer liegt in einer Tiefe von 48 Metern, Hebung ist nicht 1 1 Damit liegen wieder ein paar Millionen Mark auf dem eme der Reichstag wird wieder Ersatz bewilligen müssen. Wir habens ja dazu!

Der Pastor in der Mädchenkammer.

Der als streitbarer Antisemit bekannte Pastor Krösell zu Kloxin in Pommern hatte die Kaisergeburtstagsfeier des Krieger ver⸗ eins in Woltersdorf besucht und beabsichtigte, da es schon spät geworden war, in dem Hause eines ihm befreundeten Gutsbesitzers zu über⸗ nachten. Er begab sich in das Zimmer der Wirtschafterin, um dieser hiervon Mitteilung zu machen. Nach der Aussage der Wirtschafterin, die bei seinem Eintreffen schon entkleide im Bette lag, hat Herr Pastor Krösell trotz mehrmaliger Aufforderung das Zimmer nicht verlassen, sondern ein Gespräch mit ihr anzu⸗ knüpfen gesucht. Die Wirtschafterin hat unter ihrem Eide ausgesagt, daß sie den Herrn Pastor viermal aufgefordert habe, das Zimmer zu verlassen, das letzte Mal mit der Erklärung,

daß sie um Hülfe rufen werde, falls er sie nicht

U Na! Deeste mt, val di fehlen.

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ruft Hontat ct. en o. ar W. lich lie ele beldäch * Macht lot, bol de krank

Meder! Dab in M. 17 lacht z Negim llankt. schpete zum O