Seite 6.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Nr. 18.
„Geben Sie mir nur zu verstehen, ob Sie sich besser befinden!“
„Ganz leidlich, Vetter!“
„Sie lagen vier Stunden lang in Ohnmacht, Tante; mir war für Ihr Leben bange! Jetzt 1. gut. Sie sind gerettet. Ein allerliebstes
ind
„Was?“ rief Sarah, indem sie sich fast die Nase zerrieb.
„Ein artiger Knabe! Wollen Sie ihn sehen? Wenn Sie sich ganz ruhig verhalten, kein Glied rühren, so..“
„Aber, Vetter!“
„Ich sage den Leuten, es sei das Kind meiner Frau, dafür gilt es jetzt im Hause.“
„Ach, Vetter, Ihre Klugheit, Ihre Hilfe, Ihr Rat.. Sie sind ein Engel!“
Falk ging. Die Tante zitte te an allen Gliedern vor Schreck und Freude. Sie sah sich um; auf den Tischen standen brennende Kerzen und Arzneigläser duzendweise.— Eine Frau brachte das Kind, es schlummerte sanft. Sarah sprach kein Wort, betrachtete es lange, fing bitterlich an zu weinen, küßte das junge Wesen unzählige Male, und sagte zum Doktor, als es
wieder weggetragen war:„Es ist der französische
Regimentstrompeter, Gott hab' ihn selig, wie er leibt und lebt! Ja, gewiß, wie er leibt und lebt!“——(Schluß folgt.)
Sprũche zur Lebensweisheit.
Historisch kann man einen Rechtsgrundsatz vielleicht erläutern, aber nie begründen. Die Geschichte führt nur Thatsachen auf und Mil⸗ lionen einseitiger Thatsachen machen nie not⸗ wendig ein Recht, und wenn sie von der Sünd⸗ flut in ununterbrochener Kette herabgegangen wären. Was die Urbefugnisse der Menschen beleidigt, bleibt ewig Unrecht, und wenn man die Schrift(die Rechtsurkunde dazu) vom Him⸗ mel bricht.
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Dem Himmel darf man Hohn sprechen, der duldets, denn er ist groß und seiner Allmacht und Weisheit gewiß. Der Menschen Dünkel und äffische Göttlichkeit antasten, bringt Ketten und Tod. Denn sie sind klein und fühlen den Ungrund ihrer Anmaßungen. Sie schützen also Thorheit mit Laster und Laster mit Verbrechen.
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Nächstenliebe.
„Liebe den Nächsten!“ Es ward kein größeres Wort je gesprochen, „Liebe den Nächsten!“ Das Wort, das der Erlöser gelehrt. Aber der Liebe Gebotzumlügend verkündet der a Pfaffe „Hasse den Nächsten, der nicht betet zu Gott so wie Du!“ (G. Wallich).
Humoristisches.
„Des Lebens Mai blüht einmal und nicht wieder!“ Da ist es mit dem ersten Mai besser; der blüht alle Jahre, und jedes Jahr schöner.
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Grobstilig. Was hilfts, mit zartem Wort und feinem Stile Zu appellieren an Rhinocerosgefühle. Der beste Stil, so glaub ich für meinen Teil, Ist für den groben Klotz ein grober Keil.
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Militärisches Ehrgefühl. Leutnant(an seinen Vater schreibend):„Unn denn möchte ick Dir ooch um Jeld zu'nen neuen Waffenrock bitten; habe mit dem alten an Zivil angestreift.“(„Südd Postillon“)
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