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Nr. 4.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 8.
läuft ruhig durch Strahlen, Wolken und Lor⸗ beerzweige seines Weges weiter... Daß eine Jahrhundertkarte der deutschen Reichspost so zusammengeschustert werden kann, daß man solch ein Blatt statt bei einem unserer besten Künstler im Laden um die nächste Ecke bestellt, das ist für unsere Kultur in künstlerischen Dingen zum Erschrecken bezeichnend.“
* Die ver geßlichen Partser. Von der Vergeßlichkeit der Pariser und auch noch vou manch Anderem legt die Statistik der auf der Polizeipräfektur als gefunden abgegebenen Gegenstände einen sprechenden Beweis ab. Demgemäß sind vom April 1898 bis zum September 1899 nicht weniger als 7402 Regen⸗ schirme stehen gelassen worden. Das ist noch allenfalls zulässig! Wie aber rechtfertigt sich die Zurücklassung von 4366 Korsets in Droschken? Ganz zu geschweigen von Todtenkränzen im Gesammtgewicht von mehr als zehn Centuern, und von einem großen eisernen Ofen.
Arbeiterbewegung.
Mainz. Die hiesigen Bäckergehilfen haben der Bäckerinnung ein Schriftstück unter⸗ breitet, in welchem sie 14 Forderungen stellen. Die Hauptforderung besteht darin, daß die Ge⸗ hilfen nicht mehr im Hause des Arbeitgebers schlafen noch bei ihm essen wollen. Der Lohn soll entsprechend erhöht werden, damit die Bäckergehilfen außer dem Hause Kost und Logis nehmen können. Bei Nichtbewilligung wird mit Arbeitseinstellung 8 Tage vor dem Guten— bergfeste gedroht.
Unser Wahlprotest.
* Gegen die Wahl des Bürgermeisters Leun von Großen⸗Linden zum Vertreter des Landkreises Gießen ist bekanntlich Protest ein⸗ gelegt worden. Der Protest stützt sich auf die Vorkommnisse in Heuchelheim und Klein- Linden. In ersterem Orte wurde bekanntlich die Wahl zu Unrecht zehn Minuten zu
früh beendet, in Klein⸗Linden wurden zahlreiche
Wähler von der Wahlurne verwiesen, weil ihre Namen nicht in die Liste eingetragen waren. Mehrere Zeugen werden jedoch bekunden, daß keine Gelegenheit gegeben war, die Listen ein⸗ zusehen, weil sie das Bürgermeistereibureau in den Stunden, während welcher laut Bekannt⸗ machung die Listen aufliegen sollten, ge⸗ schlossen fanden.
Mitte voriger Woche ist den Abgeordneten gleichzeitig mit unserem Wahlprotest, den das Kammerbureau hat drucken lassen, folgendes Aktenstück zugegangen:
An Großherzogliches Staatsministerium. Bericht
des Wahlkommissars für den 5. oberhessischen Wahl⸗
bezirk Regierungsrat Dr. Wagner zu Gießen.
Gegen die Wahlmännerwahl in Heuchelheim ist ein Protest erhoben worden, welcher den Wahlakten beiliegt. Wie aus der Erklärung der Wahlkommission hervorgeht, wird die Ortsuhr allabendlich nach der Gießener Uhr reguliert; es ist demnach jede böswillige Absicht ausgeschlossen. Auch haben nach Schluß der Wahlhandlung nur noch etwa 3— 4 Personen Einlaß begehrt. Der Stimmenunterschied zwischen den Ge⸗ wählten und den Nichtgewählten beträgt 34. Für eine solche Zahl von Wählern würde, auch wenn sie, was nicht der Fall war, wirklich noch erschienen wären, die Wahlformalitäten in der kurzen Spanne 95 von 10 Minuten sich nicht haben uͤbwickeln assen.
Das Wahlergebnis würde demnach ein anderes nicht geworden sein. Gießen, den 28. November 1899. gez. Dr. Wagner. Das wichtigste und einzig in Betracht kommende in diesem Bericht ist das glatte Zugeständnis, daß die Heuchelheimer Wahl⸗ kommission thatsächlich den Wahlakt 10 Minuten zu früh beendete. Durch dieses Zugeständnis erübrigen sich alle zeitraubenden Zeugenver— nehmungen. Auf grund des vorzeitigen Wahlschlusses
wird der Landtag das Mandat des Herrn Leun
kassieren müssen. Die Einwendungen des Herrn
Wahlkommissars sind ganz und gar nicht stich⸗ haltig. Herr Regierungsrat Dr. Wagner wird damit ebenso wenig erreichen wie mit der von ihm angeordneten Ersatzwahl in Großen⸗Buseck, die er bekanntlich auf die Intervention unseres Genossen Scheidemann und auf Weisung vom Ministerium telegraphisch abbestellen mußte, als die ungültige Wahlhandlung fast beendet war.
Wenn nach Schluß des Wahllokales in Heuchelheim nur noch drei oder vier Personen Einlaß begehrt haben, so ist das doch ganz ein⸗ leuchtend. Hätten denn— angenommen es wären 50 Personen vor dem Wahllokal ge⸗ wesen— noch 46 oder 47 an der Thür klopfen sollen, nachdem es drei oder vier vergeblich gethan hatten? Das wäre ein höchst über⸗ flüssiges Manöver gewesen.
Aber weiter. Die Mehrheit der Leunschen Wahlmänner gegenüber den sozialdemokratischen hat 34 Stimmen betragen.„Eine solche Zahl“ hätte binnen zehn Minuten nicht mehr wählen können. Das ist wirklich ein vorzügliches Argu— ment und könnte zu ganz unübersehbaren Konse⸗ quenzen führen.
Zunächst behaupten wir, daß innerhalb 10 Minuten, vorausgesetzt, daß man es mit einer Wahlkommisston zu thun hat, die ihrer Aufgabe gewachsen ist, noch weit mehr als 34 Personen wählen können. Aber der Einwand des Herrn Regierungsrats ist schon deshalb ganz hinfällig, weil es gar nicht erforderlich gewesen wäre, daß etwa 35 Personen noch hätten binnen 10 Ninuten wählen müssen. Nach dem im ganzen Wahlkreis Gießen⸗Land üblichen Gebrauch wird lediglich um 7 Uhr das Wahllokal geschlossen. Alle Personen, die sich vor 7 Uhr im Lokal eingefunden haben, können noch wählen, selbst wenn die Wahlhandlung sich dadurch bis 7¼ Uhr hinauszieht.
Herr Dr. Wagner schlußfolgert also ganz falsch, wenn er meint, daß das Wahlergebnis kein anderes gewesen sein würde, wenn der Wahlakt nicht 10 Minuten zu früh beendet worden wäre.
Wir halten es für selbstverständlich, daß der Landtag das Mandat des Herrn Leun für ungültig erklären muß. Die Kammer darf auch unseres Erachtens in diesem Falle nicht etwa deshalb Gnade für Recht ergehen lassen, weil Herr Leun sich mit seinen Wahl männern am Wahltag photographieren ließ und abends einen Fackelzug huldvoll entgegennahm.
Sobald etwa in der Kammer diese Um⸗ stände angeführt würden, um das Mandat des Herrn Leun zu retten, und wenn etwa gesagt würde, daß man doch einen Fackelzug nicht für die Katze darbringe, dann wird sich hoffeut⸗ lich jemand finden, der darauf hinweist, daß Herr Leun ja auf böse„Undinge“ selbst gefaßt war. Bekanntlich erklärte Herr Leun wenige Wochen vor der Wahl öffentlich in der „Kleinen Prefse“:
Geehrte Redaktion!
In Nr. 234 Ihres geschätzten Blattes bringen Sie einen Artikel aus Gießen über die Landtagswahl, der zwar aus zuver— lässigster Quelle stammen soll, jedoch sehr unzuverlässig ist. Die Landgemeinden, die hier in Betracht kommen, teilen sich bekannt⸗ lich im Wesentlichsten in zwei große Parteien — Antisemiten und Sozialdemokraten— und diese haben ihre Kandidaten aufgestellt. Von einer weiteren Kandidatur kann deshalb unmöglich die Rede sein. Bitte lassen Sie künftig bei derartigen Uadingen meinen Namen auster Betracht. Hoch⸗ achtend! Leun, Bürgermeister.
Wenn sich Herr Leun einen oder zwei Tage vor der Wahl dann trotzdem durch Heuchelheimer— seltsam!!— bestimmen ließ, seinen Namen bei dem„Unding“ einer dritten Kandidatur in Betracht kommen zu lassen, so darf er sich nicht wundern, wenn jetzt die Dinge nicht nach Wunsch gehen.
Leuns Mandat ungültig.
* Schneller, als wir selbst es für möglich hielten, ist Herr Leun aus dem Landtag wieder hinauskomplimentiert worden.
Herr Leun hat die Ehre, der einzige zu sein, der wieder aus der Landstube ausziehen muß. Der Wahlprüfungsausschuß hat am Mittwoch 22 unangefochtene Wahlen bestätigt, die angefochtene Wahl des Antisemiten Wolf für gültig erklärt und auf grund des Protestes gegen die Wahl des Abg. Erck-Nidda be⸗ schlossen, Erhebungen anzustellen und die Entscheidung zunächst auszusetzen.
Bezüglich der Wahl des Abg. Leun wurde nach längerer Diskussion einstimmig be⸗ schlossen, dem Landtag zu empfehlen:
Die Urwählerwahl in Heuchelheim— und damit die Wahl des Abg. Leun — wegen schwerer Gesetzesverletzung für ungültig zu erklären.
Wegen der Vorkommnisse in Klein⸗Linden
sollen Vernehmungen stattfinden und: falls sich die Angaben im Protest bewahr⸗ heiten, auch dort Neuwahl der Wahl⸗ männer beantragt werden.
Es steht außer allem Zweifel, daß die zweite Kammer den einstimmigen Beschluß des 3. Ausschusses gutheißt.
Ob Herr Leun das„Undings“-Mandat nunmehr niederlegen, oder ob er es so lange behalten wird, bis es der Landtag zurück⸗ fordert, bleibt abzuwarten. Ob er das Mandat wiederbekommt, hängt von den Wählern in Heuchelheim und Klein⸗Linden ab. Daß die Freunde des Herrn Leun alle Minen springen lassen werden, ist klar. Mögen die Arbeiter deshalb ihre Schuldigkeit thun.
Partei⸗ Nachrichten.
Versammlungs⸗Kalender. Samstag, den 20. Januar: Kreis⸗Wahl⸗ Verein. Vorstandssitzung pünktlich
19 Uhr bei Orbig.
Gießener Wahlverein abends 9 Uhr Generalver⸗ sammlung bei Orbig. Tagesordnung: 1. Rech⸗ nungsablegung. 2. Vorstandswahl.
Eine neue Organisation. Die Redakteure, Schriftsteller und Berichterstatter der politischen und gewerkschaftlichen Arbeiterpresse haben am Sonntag in Halle einen ganz Deutschland umfassenden Verein Arbeiterpresse gegründet. Der Verein bezweckt die allseitige Wahrnehmung der Berufsinteressen seiner Mit⸗ glieder. Mitglieder können Redakteure und Schrlftsteller der Arbeiterpresse, sowie die dafür berufsmäßig thätigen Berichterstatter werden. Als Monatsbeitrag wird 1 Mk. erboben. Vorsitzender des Vereins ist Reichstagsabg. Ad. Thiele-Halle, Geiststr. 21.
Briefkasten der Redaktion.
Kommißbrot. Zunächst Namen nennen. Wir wissen gern, mit wem wir es zu thun haben.
L. M. Im Landtag sitzen neben mehreren direkten Staatsbeamten nicht weniger als 2 Bei⸗ geordnete und Z Bürgermeister, sodaß ein Drittel aller Abgeordneten mehr oder weniger von der Regierung abhängig ist. Ein Bürgermeister, der der Regierung ernstliche Opposition machen würde, dürfte schwerlich Aussicht haben, später wieder bestätigt zu werden. Denken Sie doch nur an die Maßregelung der Landräte in Preußen, die gegen die Kanalvorlage der Regierung stimmten. In eine Volksvertretung gehören gänzlich unabhängige Leute. Gruß!
Gießener Stadttheater. Sonntag, den 21. Januar 1900. Nachmittags 4 Uhr: Kindervorstellung. Rotkäppchen.
Abends 8 Uhr:
Oer Trompeter von Säkkingen. Dienstag, 23. Jan.:
Der Salontyroler. Mittwoch, 24. Jan.: Dreizehnte Volks vorstellung. Berlin, wie es weint und lacht. Freitag, den 26. Jau.:
2; ͤ Das fünfte Nad.


