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Nr. 8.
Mitteldeutsche Gonutags⸗Zeitung.
Seite 7.
Philipp sah sich um. Es war ein Berg⸗ 0 0 in Gold, Seide und Juwelen.—„Was wollen Sie?“ fragte Philipp. g
„Nur einen Augenblick gnädiges Gehör!“ antwortete der Knappe.„Es ist dringend, das Resultat Ihnen vielleicht lieb 15 5
„Wer sind Sie denn, Maske, wenn ich fragen darf?“ g 3
„Graf Bodenlos, der Finanzminister, Ihrer Königlichen Hoheit zu dienen!“ versetzte der Kna pe, und lüpfte die Larve, um ein Gesicht zu zeigen, das mit den kleinen Augen und mit der kupferroten Nase eine neue Larve zu sein chien.
5„Nun, Herr Graf, was steht zu Befehl?“ fragte Philipp weiter. f 5
„Darf ich freimütig reden? Ich ließ mich schon dreimal bei Ihrer Königlichen Hoheit melden, und genoß nickt die Gnade, vorgelassen zu werden. Und doch— Gott ist Zeuge!— nimmt am ganzen Hofe niemand an Ihrer Königlichen Hoheit Wohl und Weh so lebhaften Anteil, als ich.“
„Herr Graf, ich bin Ihnen verbunden!“ versetzte Philipp.„Aber was wollen Sie? Machen Sie's kurz!“
„Darf ich vom Handelshause Abraham Levi reden?“ sagte der Bergknappe.
„So viel Sie wollen!“ 1
„Es hat sich an mich wegen der fünfzig⸗ tausend Gulden gewendet, die Sie ihm schuldig geworden sind. Es droht, sich an den König zu wenden. Und Sie wissen, welches Wort Sie dem Könige gaben, als er Ihre letzten Schulden zu bezahlen befahl?“ g
„Können die Leute nicht warten?“ fragte Philipp. i N 5 ö
„So wenig, als die Gebrüder Goldschmidt warten wollen, die von Ihnen fünfundsiebzig⸗ tausend Gulden zu fordern haben.“
„Mir gleich! wenn die Menschen nicht warten wollen, so muß ich...“
„Keine verzweifelten Entschlüsse, gnädister Herr! Ich bin im stande, alles wieder ins Ge⸗ leise zu bringen, wenn...“
„Wenn denn, wenn?“
„Wenn Sie mir Ihre Gnade schenken, wenn Sie mich nur einen Augenblick anzuhören ge⸗ ruhen. Ich hoffe, alle Ihre Schulden ohne Mühe zu decken. Das Haus Abraham Levi hat un geheuere Einkäufe von Getreide veran⸗ staltet, so daß dasselbe sehr im Preise gestiegen ist. Ein Verbot der Kornausfuhr gegen die benachbarten Staaten wird den Preis um das Doppelte und Dreifache in die Höhe schnellen. Dann gibt man dem Abraham Levi Ver⸗ günstigungen, und alles ist in Ordnung. Das Haus streicht die Schulden, übernimmt für Sie die Zahlung der fünfundsiebzigtausend Gulden, und ich überreiche Ihnen die Quit⸗ tungen. Alles aber hängt von dem Umstande ab, daß ich noch einige Jahre an der Spitze der Finanzen bleibe. Gelingt es dem Baron Greifensack, mich aus dem Ministerium zu verdrängen, so bin ich außer stande, so für Sie zu wirken, wie es mein heißester Wunsch wäre. Es steht bei Ihrer Königlichen Hoheit, die Partei des Greifensack zu verlassen, und unser Spiel ist gewonnen. Für mich ist es einerlei, ob ich im Ministerium bleibe, oder nicht. Ich sehne mich nach Ruhe. Aber es ist mir Eurer Königlichen Hoheit wegen nicht gleichgütig. Kann ich die Karten nicht nach Gefallen mischen, so hab ich verloren.“
(Fortsetzung folgt.)
Rpothenle und Aberglaube.
Die Charlottenburger Polizeidirektion hat unlängst in den dortigen Apotheken nach un⸗ echtem Hirschtalg fahnden lassen. Sie hat dabei überall statt Hirschtalg Rindertalg bekommen. Ob Bestrafung dieserhalb erfolgt ist, haben wir nicht erfahren. Als dieses Vor⸗ gehen der Charlottenburger Polizei in der Oktobersitzung des Vereins der Apotheker Ber⸗ lins zur Sprache kam, erregte es dort allgemeine Heiterkeit. Man gibt ja überall, in Berlin wie anderwärts in den Apotheken, wenn Hirsch— talg verlangt wird, Rindertalg oder Hammel⸗
talg, der nach der Meinung der Apoteker(auch nach Hagers Handbuch der pharmaceutischen Praxis) dieselben Dienste thut und leichter zu beschaffen ist. Damit der Käufer aber keinen Zweifel in die Echtheit des Erhaltenen setze, giebt man für 10 Pfg. nur ein kleines Täfelchen. Wir wollen hier die Sache aber einmal von einer ernsteren Seite betrachten. Denn der Hirschtalg ist nicht der einzige Stoff, für den in den Apotheken dem Käufer etwas anderes gegeben,„substituiert“ wird. Das „Substituieren“ ist eben eine schwache Seite der Apotheker, wie neulich ein Apotheken⸗Besitzer Rathe aus Rastede in der„Apotheker⸗Zeitung“ bekannte. Als rote Krebsbutter erhält man da allgemein mit Alkanna rot gefärbtes Schweine⸗ schmalz. Dieses wird überhaupt statt der ver⸗ schiedensten Fettarten gegeben, die von ununter⸗ richteten Leuten noch vielfach in den Apotheken gegen alle möglichen Leiden zum äußerlichen oder innerlichen Gebrauch verlangt werden, als da sind: Menschenfett, Bärenfett, Löwenfett, Wolfsfett, Dachsfett, Fuchsfett, Murmeltierfett, Bieberfett, Storchfett, Reiherfett, Schlangenfett, Aeschenfett, Schneckenfett usw., aber für 10 Pfennig immer nur 10 bis 20 Gramm.
Auch wenn jemand am 1. April nach der Apo⸗ theke geschickt wird, um für 10 Pfg. Mückenfett zu holen, erhält er dort meist ebenfalls ein paar Gramm Schweinefett dafür, und wenn er es, nachdem er für seine Leichtgläubigkeit zu Hause ausgelacht worden ist, zurückbringt, verweigert man meist die Rücknahme.
Schreiber dieses hat als Apothekerlehrling täglich viele Mal so Schweinefett, oder Rinder⸗ talg für alles Mögliche gegeben, und dabei ein recht ernsthaftes Gesicht machen müssen, damit das Publikum keinen Zweifel in die Echtheit des Erhaltenen setzte: denn es kommen viele Landleute in die Apotheke und bei denen stehen die verschiedensten Fette und ähnliches Zeug noch in hohem Ansehen. Dabei sagte man ihm: „Das ist ja alles gleich, aber die Leute sind einmal so dumm, darum brauchen wir jedoch auch nicht so dumm zu sein.“
Und nicht nur bei den Fetten machen die Apotheker ihre Substitutionen. Da wird statt Fuchslungensaft Süßholzsyrup gegeben(nach Hacher), statt Rettigsaft Zuckersyrup, dem eine Spur Senfspiritus zugesetzt ist, statt Veilchen⸗ saft mit Alkanna rotgefärbter Zuckersaft, statt Altheesalbe ein mit Curcuma gefärbtes Fett⸗ gemisch(alles nach Hager), statt grüner Kräuter— salbe ein mit Curcuma und Indigo grün ge⸗ färbtes Fettgemisch, das keine grünen Kräuter gesehen hat.
Professor Dr. Bock in Leipzig hat in den siebziger Jahren in der„Gartenlaube“ viele dieser Substitutionen in seinen„Plaudereien aus der Apotheke“ mitgeteilt; auch Rosegger schildert in seinem Buch.„Als ich jung war“ sehr drastisch, als er um Hasenöl in die Apo⸗ theke geschickt wurde.
Aber der Unfug geht immer noch in gleicher Weise fort. Jeder Apotheker sagt sich, weise ich die Leute ab, so gehen sie zu meinem Kon⸗ kurrenten, und der giebt ihnen alles, und der Konkurrent denkt ebenso. Daher geben beide immer etwas, wenn auch das unsinnigste Zeug verlangt wird. Selten findet sich ein weißer Rabe, der keinen Konkurrenten hat, und sagt den Leuten:„Das ist ja Unsinn, was Sie da wollen.“
Die Polizei ist zwar sehr besorgt darum, daß Turnvereine keine Politik treiben, aber daß in den Apotheken Tag für Tag armen Leuten viele Tausende in einer Weise abgenommen werden, die mehr oder weniger als Betrug be⸗ zeichnet werden muß, darum kümmert sie sich höchst selten. Wenn ein Kaufmann statt Kuh- butter Margarine giebt, ja wenn er nur die Kuhbutter mit einem geringen Prozentsatz Margarine oder einem anderen Fett versetzt, so wird er streug bestraft und zwar sehr mit Recht; wenn aber der Apotheker statt des verlangten Hirschtalg Rindertalg giebt, oder ähnliche Sub⸗ stitutionen vollführt und sie dabei zehnmal teurer berechnet, da findet selten ein Staats⸗ anwalt den Betrugsparagraphen. Ist aber das eine strafbar, so ist es auch das andere.
Und diese Nichtanwendung des Strafgesetzes er⸗ folgt gegenüber denselben Apothekern, denen vom Staat durch ihr Monopol und ihre Taxe schon so sehr viele Vorteile gewährt werden, denen in der Einrichtung der Krankenkasse eine wahre Goldgrube erstanden ist, gegen die sich freilich die meisten von ihnen im höchsten Grade unkoulant zeigen.
Fragt man aber, woher es kommt, daß am Ende des neunzehnten Jahrhunderts in der Stadt der Intelligenz ebenso wie in der Lüneburger Heide und in der Wasserpolackei noch täglich solche unnützige Dinge in der Apotheke verlangt werden, so müssen wir sagen, weil in der Schule die Kinder zwar vieles Ueberflüssige vom Wal⸗ fisch des Noah bis zum Schlachtroß von Sadowa lernen, aber über die einfachsten Vorgänge im nenschlichen Organismus und im täglichen Leben fast gar nicht unterrichtet werden.
Sprüche zur Lebensweisheit. Lesefrüchte aus den Werken Friedrich des Zweiten(des alten Fritz).
Die Lebensgeschichte eines Monarchen soll ein Verzeichnis von Wohlthaten sein, die er über sein Volk verbreitet hat.
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Könige sind Menschen wie andere Menschen und genießen nicht des ausschließenden Vorzugs, in einer Welt vollkommen zu sein, in welcher nichts es ist. Sie bringen ihre Furchtsamkeit oder Entschlossenheit, ihre Thätigkeit oder ihre Trägheit, ihre Laster oder ihre Tugenden mit auf den Thron, auf welchen der Zufall ihrer Geburt sie setzt; und in einem erblichen Reiche müssen notwendig Fürsten von den verschte⸗ densten Charakteren aufeinander folgen. Es wäre ungerecht, zu verlangen, daß alle Fürsten ohne Fehler sein sollten, da kein Mensch es ist.
Gemeinnütziges.
Ein gutes Desinfektionsmittel für Krankenzimmer ist folgendes: In ein Gefäß(Topf oder Krug) gieße man 1 Liter kochendes Wasser, verbinde einen Theelöffel voll Terpentinöl damit durch Hineinträufeln, und der schönste Tannengeruch durchströmt das Zimmer. Jeder Ansteckungsstoff wird durch dieses täglich zwei bis dreimal zu wiederholende Verfahren unschädlich gemacht. Bei Brukt⸗ kranken ist die Wirkung überraschend günstig. Dabei ist das Mittel sehr billig, da ein Quan⸗ tität Terpentinöl für 10 Pfg. die ganze Woche hindurch ausreicht.
Humoristisches.
Englische Zeitungsberichte. Englischer Offizier in Transvaal:„Inmitten des Kampfgetriebes kommt einem doch jedes objektive Urteil abhanden. Man hat das bedrückende Gefühl einer Niederlage, und dann stellt sich heraus, daß wir einen großen Sieg er⸗ fochten haben.“(Simplic.)
Regierungskunst. Serenissimus:„Man muß in der auswärtigen Politik Dummheiten machen, um die Aufmerksamkeit von der inneren abzulenken, und dann muß man in der inneren Politik Dummheiten machen, um die Aufmerksamkeit von der auswärtigen abzulenken.— Das ist das ganze Geheimnis der Re⸗ gierungskunst.“
Unterm Zuchthauskurs. Schutzmann: „Sie... wissen Sie nicht, daß Streikpostenstehen ver⸗ boten ist?“
Arbeiter: boch setzen.“
„Nu, mein Gutester, ich kann mer ja
Neu eingelaufene Schriften.
Besprechung wichtigerer Erscheinungen behalten wir uns vor.
In freien Stunden. Der neue Halbjahrsband der von der Buchhandlung„Vorwärts“ herausgegebenen illustrierten Romanbibliothek liegt nunmehr komplett vor. Ein prächtiges Buch— äußerlich und, was die Hauptsache ist auch innerlich. Die bisher erschienenen sechs Halbjahrsbände gereichen jeder Bibliothek zur Zierde. Wer Unterhaltungslitteratur kauft, vergesse die„Freien Stunden“ nicht.


