Ausgabe 
11.3.1900
 
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Nr. 11.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 7.

Die Besuchszeit ist man höre und staune früh Morgens zwischen 46 Uhr. Das souveräne Staatsoberhaupt von Transvaal legt sich des abends um 7 Uhr ins Bett um morgens früh um 3 Uhr wieder aufzustehen.

Also vor 5 Uhr in der Frühe traten wir an unter der Führung des mit Krüger sehr intim befreundeten Volksraadsmittlieds Vorster, der nicht nur englisch, sondern sogar etwas deutsch versteht. Mit mir waren noch drei Herren, zwei in Burenkreisen sehr hoch ange⸗ sehene Advokaten und ein Deutscher, Herr K., dem ich während meines Aufenthaltes in Transvaal sehr viel verdankte. Die drei Buren hatten keine besondere Toiletten gemacht. Sie erschienen in ihren Werktagskleidern und zogen noch nicht einmal Handschuhe an. Ich meinerseits wollte zuerst einen ganz neuen Frack anlegen. Nachdem mir aber von kom⸗ pententer Seite klar gemacht war, daß ich mich damit lächerlich machen würde, begnügte ich mich mit dem schwarzen Gehrock. Herr K., ein großer Mann von äußerst stattlicher Er⸗ scheinung, war ganz in grau gekleidet. Mit seinem grauen Gehrock und Cylinder machte er nicht gerade den Eindruck eines deutschen Biedermannes.

Der Empfang war sehr komisch. Ohm Paul, der in einer Ecke des großen Zimmers saß, sagte kein Wort nachdem er Herrn K. eine Zeit lang stumm vom Scheitel bis zur Zehe angesehen hatte, frug er plötzlich seinen Freund Vorster:Wie ist die Keer!? (Wer ist der Mann?) Nachdem ihm erwidert war, das sei eiu deutscher Ingenieur mit Namen K., sagte Ohm Paul, natürlich in Burisch: Das ist ein Deutscher? Der sieht mir eher aus, als käme er von meinem Freunde Rhodes! Nach dieser Bemerkung, die seinem Scharfblick alle Ehre machte, war der Burenherrscher sehr liebenswürdig, und die Audienz dauerte über eine Stunde. Der Empfangssalon ist sehr geräumig. Die Möbel sind einfach. An der Wand hängt das lebensgroße Oelbild des Hausherrn. Ohm Paul saß in einem breiten Sessel und rauchte beständig aus einer kurzen Pfeife. Auf einem kleinen Tische neben ihm stand eine mächtiggroße Kaffeetasse, die er zwischendurch zum Munde führte. Der Be⸗ herrscher von Transvaal erhält neben einem jährlichen Gehalt von etwa 160 000 Mk. noch 6000 Mk. Kaffeegeld, damit er seine Gäste mit Kaffee regaliren könne. Gewöhnlich aber muß es den Gästen genügen, zu sehen, wie der Herr Präsident den Kaffee selber trinkt.

Wohl jeder hat eine Abbildung des Präsi⸗ denten Krüger gesehen und dabei festgestellt, daß er abschreckend häßlich ist. Das ist er auch. Aber er gehört zu den Menschen, durch deren Augen man in ihre Seele sehen kann. Ich sah ihn später, als er die Session des Volks⸗ raads schloß. So lange er stumm dastand mit einem breiten Gesicht und struppigen Bart, ein blaues Band über die gebeugte Brust sah er wirklich aus wie ein Affe. Aber dann fing er an zu reden, und seine Rede glich einem Bach, der plötzlich anschwillt. Erst sprach er langsam und bedächtig, dann bewegt und heftig, zuletzt im höchsten Pathos. Ich verstand nicht, was er sagte. Aber ich fühlte, daß es etwas Bedeutendes war. Die feurigen Augen, die

hinter den buschigen Brauen hervorblitzen, zeigten zur Genüge, daß dieser häßliche Körper der Sitze einer großen Seele ist.

Ohm Paul ist der Typus eines Buren. Die Buren sind und wollen sein: Bauern. Daraus ergeben sich ihre Vorteile und Fehler. Die Bauern, zumal die deutschen Bauern, sind konservativ. Allem Fortschritt im guten und bösen Sinn stehen sie feindlich gegenüber. Auch den Fortschritten der Industrie und des Ver⸗ kehrs waren die Buren durchaus abhold. Lange Zeit hindurch verboten sie sogar durch strenge Gesetze das Suchen nach Gold.

In dem Kriege, der zur Zeit da drunten tobt, ist zweifellos die Sympathie der ganzen Welt auf Seiten der Buren. Rechtfertigt die Goldsucht der Engländer den Krieg? Wahr⸗ haftig nein! Dem Kriege, dem jetzt Tausende zum Opfer fallen, liegt kein edler Zweck zu Grunde!

Wiedas Voll der alten Hellenen ausstarb.

Ein amerikanischer Gelehrter versucht in Lippincott's Magazine von Neuem nachzuweisen, daß das ruhmreiche Volk der alten Hellenen im achten Jahrhundert vollkommen ausstarb und daß infolge dessen die heutigen Griechen überhaupt keine Griechen sind, und zwar soll die Vernichtung des alten Volkes durch die Pest geschehen sein. Als Beweis wird ange⸗ führt, daß der Körperbau der alten Griechen ein ganz anderer war, als der der heutigen Griechen. Nach den Beschreibungen der Dich⸗ tung und den Darstellungen in der Bildhauer⸗ kunst waren die Griechen des klassischen Zeit⸗ alters groß und kräftig, die Nase dieser Rasse war so eigentümlich, daß noch heute das ge⸗ legentliche Vorkommen einer ähnlichen bei anderen Völkern als griechisch bezeichnet wird, denn mit Ausnahme seltener und vereinzelter Zufälle hat kein anderes Volk, weder unter den Nationen des Altertums, noch denen der Neuzeit, einen ähnlichen Bau der Nase. Der alte Grieche war blond, sein Haar bestand aus dichten, anliegenden Locken, seine Augen waren blau. Der heutige Grieche besitzt keine dieser körperlichen Eigenschaften mit Ausnahme des lockigen Haares, das aber dunkel ist. Es kann gesagt werden, daß kein Volk der indo⸗euro⸗ päischen Völkergruppe einen vollständigeren Gegensatz zu der allgemeinen Auffassung von dem Typus der alten Griechen darstellt, als die heutigen Griechen. In anbetracht dieser Thatsachen ist es nicht zu verwundern, daß bereits eine Anzahl deutscher Gelehrter die Behauptung aufgestellt haben, daß die heutigen Griechen keine Griechen sind und daß die alten Griechen fast so vollständig von der Erde ver⸗ schwunden sind, wie etwa die berühmten Ur⸗ vögel Neuseelands. Auch geschichtliche That⸗ sachen lassen sich zugunsten dieser Annahme anführen. Im achten Jahrhundert wütete eine Pest in Griechenland, und Slaven und Albanier wanderten ein, um die entvölkerten Gegenden zu besetzen. Diese Pestepidemie ist wahrscheinlich der Grund des Verschwindens der alten grie⸗ chischen Bevölkerung und ihres Ersatzes durch Slaven und Albanier gewesen, sodaß zwischen der alten und der heutigen Bevölkerung Griechen⸗ lands keine innere Verwandtschaft besteht.

Dadurch wird vielleicht auch das weniger Heldenhafte in der heutigen griechischen Be⸗ völkerung verständlich.

Sprüche zur Lebensweisheit. Haben Sie die Gnade! heißt wirklich: Ich verdiene zwar das Zuchthaus, aber Sie werden mir schon einen anderen guten lukrativen Posten geben, den ich nicht verdiene. Seume. *

Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muß auch thun. Goethe.

*

Zu erwarten, daß Einer etwas thue, wozu ihn durchaus kein Interesse auffordert, ist wie erwarten, daß ein Stück Holz sich zu mir be⸗ wege, ohne einen Strick, der es zöge. Schopenhauer.

Humoristisches.

Ein ehrlicher Mann.Hören Sie mal, Thompson, bemerkte Brown, als er in den Straßen Newyorks einem Bekannten begegnete,es sind schon sechs Monate verflossen, seit Sie jene fünf Dollars von mir geliehen haben!Sieben, korrigierte Thomp⸗ son mit ernstem Gesicht.Nun ja, sieben, zischte Brown,und Sie versprachen, sie mir nach einer Woche wiederzugeben. Sie versprachen es hoch und teuer, ja⸗ wohl, jene fünf Dollars in sieben Tagen zurückzuerstatten und nicht in sieben Monaten!Ich weiß, ant⸗ wortete Thompson traurig und zog dabei ein Notizbuch aus der Tasche.Jener Fünfdollarschein war Serie F, Nummer 672 929, Emmission vom Jahre 1887. Ich habe dies genau aufgezeichnet, und dann habe ich das Geld ausgegeben. Seit der Zeit aber habe ich mich vergebeus bemüht, den Schein wieder zu bekommen! Aber, brüllte Brown,ein anderer würde denselben Zweck erfüllen!Nein, versetzte Thompson mit weh⸗ mütigem Kopfschütteln,ich bin ein Mann von Wort. Als Sie mir den Schein gaben, sagte ich zu Ihnen, ich werde Ihnen dies zurückerstatten, und das war meine ehrliche Absicht. Brown, lieber Freund, sobald mir Nummer 672 929, Serie F, Emmission 1887 wieder unter die Augen kommt, will ich versuchen, sie zu kriegen und Ihnen wieder zu geben, denn ein einmal gegebenes Versprechen halte ich unter allen Umständen.

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Malice. Frau:Wie lange sollen wir denn mit unserer Marie warten? Sie ist doch schon achtzehn Jahre alt! Mann:Bis der Richtige kommt! Frau:Ich hab' nicht so lange gewartet!

Neu eingelaufene Schriften.

Besprechung wichtigerer Erscheinungenkbehalten wir uns vor.

Ein neues Schriftenverzeichnis hat soeben die BuchhandlungVorwärts, Berlin SW., Beuth⸗ straße 2, herausgegeben. Dasselbe enthält in systematischer Ordnung: Parteischriften, Nationalökonomisches, Ge⸗ schichtliches, Naturwissenschaft, Gedichte, nomane, Dramen, Photographien, Gesetze, Gelegenheitskauf und Flug⸗ schriften. Neu aufgenommen sind die fachgewerblichen Schriften und die neu erschienenen Kunstblätter, worunter die Kupfer⸗Radierungen von Bebel, Liebknecht und Singer zu dem außerordentlich billigen Preis von 1,50 Mark pro Stück besonders empfohlen sind. Jeder unserer Leser dürfte in dem Verzeichnis das seinem Geschmacke Entsprechende finden und namentlich Vereine sollten nicht versäumen, an der Hand dieses Katalogs ihre Biblio⸗ theken zu vervollständigen. Auf Bestellung versendet die Buchhandlung das Verzeichnis gratis und franko.

Wie der Zweck der Arbeit das

Gemeinwohl

so muß auch dies eines leistungsfähigen und reellen

See

Warenhauses

weck sein. Jeder Arbeiter und Handwerker ist bestrebt, das Los seiner Familie zu verbessern und erreicht dies Jie zweifellos, indem er die Ausgaben für den Haushalt durch Einkauf billiger und guter Lebens

mittel vermindert.

Wir garantieren für vorzügliche Qualität unserer Waren bei billigsten Preisen. Man verlange Preisliste der

Kölner Consum- Anstalt(. F. Hackenberg Nachfolger), Giessen,

Bahnuhofstraße 27 u. Lindenplatz 12