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Nr. 45.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 7.
Brandt auch auf die Baronin eine faszinirende Wirkung aus, und bald war es kein Geheim- niß mehr, daß sie sterblich in ihn verliebt sei. Man gratulirte ihm spöttisch zu der Eroberung, um die man ihn beneidete, und wer ihm wohl⸗ wollte, rieth ihm ernstlich, sich die Chance nicht entgehen zu lassen. Eine Verbindung mit der Romberg könne ihm in seiner Stellung nur nützlich sein, denn abgesehen davon, daß sie ge— gen eine Million besäße, hätte sie auch Bezieh⸗ ungen bis in die höchsten Kreise. Brandt war nicht der Mann, diese Vortheile zu übersehen. Sein Verhältniß zu Helma bildete für ihn kein Hinderniß, sich derselben zu bemächtigen und so erfuhr man eines Tages die große Neuig— keit, daß die Baronin Romberg sich ihres Adels begeben wolle, um eine simple Frau Dr. Brandt
zu werden. (Fortsetzung folgt.)
Ein Bettelbriefssteller.
Die 12000 Mark- Affaire giebt dem „Kladderadatsch“ Veranlassung zu folgender humorist scher Empfehlung:
Ein reizend ausgestattetes Buch, so recht für den Weihnachtstisch geeignet, ist soeben im Ver⸗ lage des Reichsamts des Innern er⸗ schienen und dürfte zahlreiche Abnehmer unter den Staatsmännern finden, die in der Lage sind, schwierige Gesetzentwürfe im Reichstage durch— setzen zu müssen. Einige Proben werden genügen,
Oeffentliche Versammlung aller in Brauereien beschäftigten Arbeiter am Samstag, den 3. November, 17
Abends 9 Uhr im Lokale Thoma, Gießen, Bahnhofstr. Tages⸗Ordnung: Die wirt schaftliche Lage der Brauerei-“
arbeiter.
Referent: Herr Georg Bauer, Hannover. i Alle Gewerkschaftsmitglieder, sowie alle in Brauereien und Kübercien Beschäftigten sind freundlichst eingeladen. Der Einberufer.
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Wie wir hören, legen Sie als Großgrund— besitzer Werth auf die Getreidezollerhöhung. Leider ist das Reichsamt des Innern selber nicht in der Lage, die Agitation hierfür genügend in die Wege zu leiten. Bei dem bekannten Opfer⸗ muth der Freunde der Landwirthschaft glauben wir nicht fehl zu gehen, wenn wir Sie auf⸗ fordern, in Ihren Kreisen durch eine Sammlung die Summe von 15000 Mk. aufzubringen.
II. Herrn Schlächtermeister Müller.
Der Herr Staatssekretär hat mit Vergnügen bemerkt, daß Sie vorzügliche Wurstwaren führen; allerdings scheint ihm der Preis dafür viel zu gering. Hier kann nur ein tüchtiger Schutzzoll helfen. Sie werden daher ersucht, sich an einer Agitation für Grenzsperren und Viehzoll durch einen Beitrag von 500 Mk. zu betheiligen. Auch werden Viktualien für die Wanderredner und die Redakteure der uns zu Gebote stehenden Blätter dankbar angenommen.
Das Reichsamt des Innern. v. N.
III. Muster für das Arbeitsministerium.
Hrern Fabrikbesitzer X. in Y.
Wahrscheinlich werden wir im Laufe der nächsten Jahre die Kanalvorlage wieder ein— bringen, die, zur Förderung der Industrie be— soll. Leider
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sind aber die Mittel der Staatskasse zu sehr erschöpft, als daß die Regierung die Ag nion durch größere Geldsummen in Fluß er alten könnte. Es dürfte sich empfehlen, wenn Sie in Ihrer Interessentengruppe 30 000 Mk. aufbringen . 5 die zu diesem Zwecke verwendet werden ollen.
IV. Herrn Pfarrer N. N.
Im Auftrage seiner Excellen z. beehre ich mich Sie zu bitten, für die lex Heinze nicht nur selbst zu wirken, sondern auch gut situierten Pfarrkindern nahe legen zu wollen, daß der Regierung mit einer Wiederbelebung der Agitation sehr gedient wäre und deshalb milde Gaben erwünscht sind.
Es darf wohl angenommen werden, daß dies Musterbuch sich schnell Bahn brechen und bald einer allgemeinen Beliebtheit in Regierungskreisen erfreuen wird.
Zesefrüchle. Mühsam, wie in dem dunklen Schacht Das Edelgestein aus der Erden, Muß auch die Wahrheit aus tiefer Nacht Zu Tage gefördert werden.
Humoristisches.
Boshift! Und was thaten Ihre Kollegen, als Sie ins Wasser ficlen?— B. lentrüstet: Wissen Se, was Se heben gethan?.... E' Stück Seif' haben Se mer zugeschmissen!
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